Kurz zum „gemäßigten Flügel“ des Nationalsozialismus

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Im „Weißenbericht“ wird geschrieben von einem „gemäßigten Flügel“ in der NSDAP, im Beitrag von Wladika, Höbelt schreibt von einem „gemäßigten Nazi“, also von Reinthaller … Er schreibt ohne Anführungszeichen von einem „gemäßigten“ … Und das ist bemerkenswert, wie recht leicht sonst auf dieser Gesinnungsscholle Anführungszeichen verwendet werden …

Wie ist das vorzustellen? Ein „gemäßigter Flügel“, ein „gemäßigter Nazi“? Ist unter einem „gemäßigten“ Nationalsozialismus in der geschichtlichen Betrachtung ein Nationalsozialismus ohne Shoah und „nur“ mit einem Porajmos zu verstehen?

Gemäßigt müßte selbst dann unter Anführungszeichen gesetzt werden, wenn es um den Umgang in Österreich mit dem Nationalsozialismus nach 1945 geht, um den also „gemäßigten“ Umgang, der kein „gemäßigter“ war, sondern ein, ganz ohne Anführungszeichen, äußerst nachsichtiger, ein recht zuvorkommender, für den beispielsweise auch der Name Reinthaller …

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„Gemäßigter Flügel“, „gemäßigter Nazi“ auf die Gegenwart übertragen. Wie wäre in der Gegenwart diese Einteilung vorzunehmen? Stellten nach dieser Bestimmung der Gesinnungsflügel beispielsweise die T-Shirt-Verkäufer den „gemäßigten Flügel“ dieser Gesinnung dar und der Runenritzer in Christkirchen den …

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Angestellt bei Lenart & Sellner

Zur Weihnachtszeit zeigt sich die identitäre Parlamentspartei und ihre Gliederungen stets von ihrer besten abendländischen Seite.

Auch zur Weihnacht 19 mit ihrer Legende vom lesenden Knaben, wie zur Weihnacht vor fünf Jahren mit der Präsentation eines Gedenkenberichtes über Kongo-Müller …

Und vor fünfzig und zwei Jahren hielt in Wien Theodor W. Adorno einen Vortrag, in dem er auch Kongo-Müller erwähnte, aber wie anders als das identitäre Magazin der identitären Parlamentspartei …

„Zum Beispiel der berüchtigte Kongo-Müller, ein Mann, der in Deutschland sich aufgehalten hat, ein Deutscher, der unter den Söldnern im Kongo eine offenbar besonders grausliche Rolle gespielt hat, der hat also erklärt, wo immer in der Welt […] zu kämpfen sei, da werde er sich sofort zur Verfügung stellen, denn das sei ja im Sinn der Demokratie.“

Adorno hielt seinen Vortrag „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ in Österreich. Vor über fünfzig Jahren also brachte Adorno, auch Adorno, das Handwerkzeug nach Österreich. Ausgerechnet nach Österreich. Er wird vielleicht das Vertrauen gehabt haben, die Hoffnung, in Österreich werden die Menschen rasch die Handhabe dieses Werkzeugs lernen, für den Umgang mit derartigen Parteien und ihren Gliederungen. Mehr als fünfzig Jahre später muß gesagt werden. Kurz: sie haben es nicht gelernt. In über fünfzig Jahren haben sie nichts gelernt. Einfach wie kurz gesagt: Bildungsresistenz eines ganzen Landes.

Denn. In diesem Vortrag, auch in diesem Vortrag, ist alles enthalten, was zu solchen Parteien und ihren Gliederungen zu sagen, wie mit solchen Parteien und ihren Gliederungen umzugehen ist. Wäre die Anwendung dieses Werkzeugs gelernt worden, in Österreich, die FPÖ wäre heute keine identitäre Parlamentspartei, sondern eine außerparlamentarische identitäre Formation, Hofer und Kickl und Hafenecker T-Shirt-Verkäufer, angestellt bei Lenart & Sellner …

Der Vortrag von Adorno vor über fünfzig Jahren hieß „Aspekte des neuen …“ — So „neu“ ist alles an der identitären Parlamentspartei, daß sie umfassend erklärt werden kann, mit einem über ein halbes Jahrhundert alten Vortrag. In diesem ist alles enthalten, was diese Partei und ihre Gliederungen ein halbes Jahrhundert später von sich geben, wie sie sich geben …

Es ist in Österreich wohl die Bildungsresistenz nicht allein, daß die Mandatarinnen, die Funktionäre der identitären Parlamentspartei nicht dort sind, wo ihr angestammter Platz ist, nicht das tun, was ihren Befähigungen enstpricht, Verkäuferinnnen von Lenart & Sellner, es ist abgründiger

In Wien hielt Adorno den Vortrag, wo fünfzig Jahre später ein Mann zur Zeit wohl schon heftige Träume hat, einst gar Bürgermeister … und was dies hieße, auch im Falle dieses Mannes, nun, auch das wußte bereits Adorno, obgleich viele der Vorderen in dieser Partei und in ihren Gliederungen damals noch gar nicht geboren waren, und dennoch konnte er über den Umgang mit ihnen sprechen, als lebten sie zu seiner Zeit, und sie leben auch tatsächlich zu seiner Zeit, und nicht nur zu seiner Zeit, auch noch viel früher, recht viel früher …

„Schließlich sollte man die Tricks, von denen ich gesprochen habe, dingfest machen, ihnen sehr drastische Namen geben, sie genau beschreiben, ihre Implikationen beschreiben und gewissermaßen versuchen, dadurch die Massen gegen diese Tricks zu impfen, denn schließlich will niemand ein Dummer sein oder, wie man in Wien sagen wird, niemand will die ‚Wurzen‘ sein. Und daß das Ganze auf einen gigantischen psychologischen Nepp herausläuft, das ist wohl durchaus zu zeigen.“

Heiligabend in Österreich, fortan begangen am 23. Dezember

„Fertigzustellen sei noch die Untersuchung der NSDAP-Mitgliedschaften. „

So sprach am gestrigen Tage, dem 23. Dezember, einer, der mit den Deutern gen Bettelheim zog, an dem 23. Dezember, der, so soll, wird gehört, schon gebetet werden, den 24. Dezember ablösen soll, denn die Deuter sind abermals zu einer Reise aufgebrochen. Fortan soll der 23. Dezember im heiligen Gedenken an diese bedenkwürdige Begebenheit ihnen der höchste Feiertage im Jahr, der 23. Dezember den 24. Dezember in diesem Gesinne ablösen.

Von einem Seher wurde dies aber vorausgesehen, daß der 23. Dezember statt dem 24. Dezember zum höchstheiligen Tag, zum einzig wahren Tag der Geschenke im Jahreslauf, werde, und so schrieb er schon im November ungeduldig an seiner Wunschliste. Es möge, so schrieb er auf seinen Wunschzettel oben auf, „etwas Besonderes sein, Mitglied der FPÖ sein zu dürfen“. Nachdem er seinen Wunschzettel auf die Wunscherfüllungsbudel legte, wird er wohl ins Träumen gekommen sein, wie das sein wird, wenn es „etwas Besonderes“ den Menschen sein wird, „Mitglied der FPÖ sein zu dürfen“ … Es werden Menschen sich in langen Reihen, in recht langen Reihen anstellen, mit dem Antrage zur Mitgliedschaft in ihren Händen, und Reihen über Reihen über Reihen werden vor dem Tore der Partei stehen, Reihen so lange, geschlossene Reihen von Bettelheim bis nach Welsalem …

Und er selber? Er wird der Torhüter sein.

Vor der Aufnahme zur Mitgliedschaft steht ein Türhüter. Zu diesem Torhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in die Partei. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Mann überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen. »Es ist möglich«, sagt der Türhüter, »jetzt aber nicht.« Da das Tor zur Partei offensteht wie immer und der Türhüter beiseite tritt, bückt sich der Mann, um durch das Tor in das Innere zu sehn. Als der Türhüter das merkt, lacht er und sagt: »Wenn es dich so lockt, versuche es doch, trotz meines Verbotes hineinzugehn. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Türhüter. Von Saal zu Saal stehn aber Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des dritten kann nicht einmal ich mehr ertragen.« Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet; die Partei soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Türhüter in seiner Fliegeruniform genauer ansieht, seinen langen Stock, entschließt er sich, doch lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt. Der Türhüter gibt ihm einen Schemel und läßt ihn seitwärts von der Tür sich niedersetzen. Dort sitzt er Tage und Jahre. Er macht viele Versuche, eingelassen zu werden, und ermüdet den Türhüter durch seine Bitten. Der Türhüter stellt öfters kleine Verhöre mit ihm an, fragt ihn über seine Heimat aus und nach vielem andern, es sind aber teilnahmslose Fragen, wie sie große Herren stellen, und zum Schlusse sagt er ihm immer wieder, daß er ihn noch nicht einlassen könne. Der Mann, der sich für seine Reise mit vielem ausgerüstet hat, verwendet alles, und sei es noch so wertvoll, um den Türhüter zu bestechen. Dieser nimmt zwar alles an, aber sagt dabei: »Ich nehme es nur an, damit du nicht glaubst, etwas versäumt zu haben.« Während der vielen Jahre beobachtet der Mann den Türhüter fast ununterbrochen. Er vergißt die andern Türhüter, und dieser erste scheint ihm das einzige Hindernis für den Eintritt in die Partei. Er verflucht den unglücklichen Zufall, in den ersten Jahren rücksichtslos und laut, später, als er alt wird, brummt er nur noch vor sich hin. Er wird kindisch, und, da er in dem jahrelangen Studium des Türhüters auch die Flöhe in seinem Uniformkragen erkannt hat, bittet er auch die Flöhe, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Schließlich wird sein Augenlicht schwach, und er weiß nicht, ob es um ihn wirklich dunkler wird, oder ob ihn nur seine Augen täuschen. Wohl aber erkennt er jetzt im Dunkel einen Glanz, der unverlöschlich aus der Türe der Partei bricht. Nun lebt er nicht mehr lange. Vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage, die er bisher an den Türhüter noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten kann. Der Türhüter muß sich tief zu ihm hinunterneigen, denn der Größenunterschied hat sich sehr zuungunsten des Mannes verändert. »Was willst du denn jetzt noch wissen?« fragt der Türhüter, »du bist unersättlich.« »Alle streben doch nach der Partei«, sagt der Mann, »wieso kommt es, daß in den vielen Jahren niemand außer mir Einlaß verlangt hat?« Der Türhüter erkennt, daß der Mann schon an seinem Ende ist, und, um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an: »Hier konnte niemand sonst Einlaß erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.«

Nein, so ist der Torhüter nicht. So sind nur Türhüter in der Literatur, unerbittlich, gnadenlos, grausam, wie sie auch ein Doktor aus Prag beschrieb, dessen Beispiel hier über weite Passagen wiedergegeben wird, um zu zeigen, wie anders der Torhüter ist.

Und wenn ein Mann, so träumt der Torhüter, immer wieder zu ihm kommen wird, mit dem Antrage zur Mitgliedschaft in Händen, wird er diesen am Ende gnadenhalber die Mitgliedschaft gewähren, so verpflichtet der Tradition ist der Torhüter, auf die er sich auch berufen kann, sollte wer ihm den Vorwurfe machen, so einen eingelassen zu haben, am Ende sind wir, träumt der Torhüter sich sprechen zu hören, stets voller Gnade, erlösen alle.

Von Äxten der Steppe

Bereits beim „Heerlager der Heiligen“ hinkte Christian Ortner mit seiner Anpreisung von Jean Raspail der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Parlamentspartei hinterher …

Wird Christian Ortner auch bei der „Axt aus der Steppe“ des Jean Raspail ein Wiedergänger der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Parlamentspartei mit ihrer recht bevorzugten Buchhandlung sein, mit seiner Anpreisung der „Axt“, und wieder in der Tageszeitung der Republik Österreich?

Christian Ortner, der Kevin der Wiedergängerinnen …

Ist es eine Frage, die überlegenswert? Wie würde oder wird Kevin der Wiedergänger seine Anpreisung ausschmücken? In der Tageszeitung der Republik Österreich. Würde oder wird er „Rasse“ ebenfalls zum Hauptwort seiner Anpreisung erheben? Wie eben die zensurierte Website der identitären Parlamentspartei es macht, am 21. Dezember 19, allerdings ist ihr ihr Hauptwort „Rasse“ eines ohne Anführungszeichen …

Möge Kevin der Wiedergänger erheben, was immer er erheben möchte, erhebend ist es nicht.

Seit dem Holzfäller muß, kaum wird „Axt“ gelesen oder „Axt“ gehört, augenblicklich an den Michaelerplatz in Wien gedacht werden, als dieser aus germanischem Walde auf den Michaelerplatz zum Vortrage des „Deutschlandlieds“ galoppierte. Und das ist noch nicht so lange her.

Kurz gar ist es her. In dieser Zeit gab es noch für kurz eine Bundesregierung, deren Arbeit, die sie zu ihrem „Prestigeprojekte“ erhob, äußerst mangelhaft war, nur Mängel über Mängel hinterließ, die nun nach und nach durch den Verfassungsgerichtshof vollständig behoben werden müssen …

„Wenn Salvini nicht […] Radfahren darf, dann ist er bei uns sehr willkommen.“

Gesinnungssicher hat die hoferische Kameraderie der identitären Parlamentspartei einen Mann aus einem Ort gefunden, zum Anführen der zurzeitigen Gruppe, sie als ihr Ortszukunftengruppenleiter geleiten in die …

„Außerdem beschäftige sich eine Gruppe unter Leitung des Welser Bürgermeisters Andreas Rabl mit der Zukunft der Partei.“

Tragen aber soll sie weiterhin der Staat, so jedenfalls die Vorgabe von dem Parteihauptzukunftenführer, der eine „staatstragende“

Das also soll aus der identitären Parlamentspartei werden, eine „staatstragende“, eine vom Staat weiter zu tragende, eine vom Staat getragene, einem vom Staat zu ertragende, eine von den Menschen in diesem Staat mit ihren Steuerleistungen zu tragende …

Es kann verstanden werden, daß die identitäre Kameradie auf diesen Mann aus Wels gekommen ist, hat doch dieser dafür schon Vorkehrungen getroffen, damit auch etwas da ist, um sie weiter tragen zu können, durch Einsparungen bei …

Es kann verstanden werden, daß die hoferische Kameraderie auf diesen Mann aus Wels gekommen ist, weiß doch dieser wie alle aus dieser Kameraderie, wem ein herzliches Willkommen zuzurufen ist, den Bedrängten auf dieser Welt, den Unerwünschten auf dieser Welt … Und vielleicht wird er jetzt sein Willkommen erneuern, jetzt wo einer dieser Bedrängten und Unerwünschten gar schon im eigenen Land breit nicht mehr gewollt wird, dieser Partner der hoferischen Partei

Und wenn dieser Bedrängte und dieser Unerwünschte dem Ruf nach Wels folgt, spät aber nicht zu spät, wird er sich sofort und recht integrieren in diese Gruppe, verbindet ihn doch bereits jetzt viel mit diesem Land, in dem der Hauptzukunftenführer seine Mauer hat auftragen lassen von …

Im Inland und im Ausland auch

Zu einem Kapitel zurückzukehren, um einen nach wie vor gültigen Satz zu lesen, wieder zu lesen, eine Empfehlung, der stets nachzukommen eine je gute Entscheidung ist, in jedweder Wahl, gleich auf welcher politischen Ebene gewählt wird …

Es ist die Wahlempfehlung einer Geldbotin von einer Partei, die weiß, wenn sie etwas weiß, dann dies, wie Diskreditierung funktioniert, im Inland und im Ausland auch:

„Ihr müsst Marina wählen und nicht andere, die euer Land im Ausland diskreditieren.“

Wenn die Freiheit herausgenommen werden darf, diese Empfehlung mit dem Titel eines Dichters, der wohl nicht zum Kanon der identitären Parlamentspartei gehört, ein wenig verallgemeinert zu weiten:

Ihr müßt die wählen und nicht jene, die euer Land im Inland und im Ausland auch diskreditieren.

Ihr müßt die wählen und nicht jene, die Menschen im Inland und im Ausland auch diskreditieren.

Werde, deine Partei.

Es konnte im vorherigen Kapitel der Vorwurf entkräftet werden, es würden Figuren, wie Barbara Kappel, eingeführt, dann jedoch gleich wieder vergessen werden, von diesen im Fortgang des Romans je nichts mehr zu erfahren sein, von diesen je noch etwas erzählt werden …

An ihrem Beispiele, das fällt zu ihr generell noch ein, als eine Beschreibung eines Menschen aus dieser Partei, die für Angehörige dieser Partei eine generell gültige Beschreibung zu sein scheint.

Sie sind erfüllt von einem Imperativ von Friedrich Nietzsche, der diesen nach Pindar für sich formte, aber gerade bei dieser Partei kommt nur ein Bezug auf Nietzsche in Frage: „Werde, der du bist.“

Im Falle von Angehörigen dieser Partei lautet dieser Befehl schlicht wie kurz:

Werde, deine Partei!

Als Untertitel können Angehörige dieser Partei in Anlehnung an Friedrich Nietzsche alle für ihre autobiographischen Schriften nehmen:

Wie ich wurde, was die Partei ist.

Und ein Gedicht von Friedrich Nietzsche kann Angehörigen dieser Partei Lebensmotto sein, das, dieser Partei gemäß angepaßt, lautet:

Ja, ich weiß, woher ich stamme,
Ungesättigt gleich der Flamme,
Glühe und verzehr‘ ich mich —
Geld ist alles, was ich fasse,
Asche alles, was ich lasse

Was wurde aus …

Es gibt Begehrlichkeiten, auch Vorwürfe, sogar vom Roman selbst, es ist zu lange schon her, von einer bestimmten Figur etwas gelesen zu haben, was ist aus dieser Figur geworden, was macht sie jetzt, zum Beispiel Barbara Kappel, eine Figur, von der erwartet wurde, mehr von ihr zu erfahren, öfters etwas von ihr zu lesen …

Es wurde von ihr doch so viel erwartet, nachdem sie aufgetreten ist, als

Glückwunschbotin für die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei,

als

Wahlempfehlerin für eine Partei mit einem Mann an ihrer Spitze, der sehr viel mit Geld zu tun hatte, aber nicht mit eigenem …

Auf diese Vorwürfe, auf diese Begehrlichkeiten, von einer bestimmten Figur mehr erfahren zu wollen, kann stets nur gesagt werden: Es ist die Wirklichkeit, die bestimmt, wann eine Figur auftritt, ob sie je wieder auftritt, es ist die Wirklichkeit, die entscheidet, ob je noch zu erfahren sein wird, was aus einer geworden ist.

Im Fall von dieser Figur scheint es der Wirklichkeit zu gefallen, nun preiszugeben, was aus ihr geworden ist: eine Geldbotin …

Das kann den Lesenden nicht erspart bleiben, sich einen Vorwurf gefallen lassen zu müssen. Mit ein wenig Mehr an Phantasie, nein, bereits mit einem Mindestmaß an Wirklichkeitssinn hätten sie bei diesem Werdegang, bei diesem identitären Umfeld selbst auf das kommen können, daß sie nichts anderes werden konnte, als eben eine Geldbotin. Dafür hätten Sie nicht auf den Bericht der Wirklichkeit warten müssen.

Und mit ihr tritt nun gar noch eine weitere Figur auf, von der, selbst vom Roman, angenommen wurde, nie mehr etwas von ihr zu lesen, denn ihr einmaliger Auftritt war die einer einmal im Vorübergehen kurz gesehenen Figur eines Mannes, eines Zahnarztes, der seinen Stuhl auch einmal im österreichischen Parlament hatte, und nun wieder als die Figur, die von der Geldbotin das Geld übernommen haben soll, dieser Zahnarzt, der einst Empfänger eines Schreibens aus Saudi-Arabien war, und das gerade dieser Mann, der eine Frau verprügelt haben …

Der Absender aus Saudi-Arabien muß wohl in diesen Zahnarzt viel Vertrauen gesetzt haben, aber es fehlte ihm wohl auch der genaue Blick auf die Wirklichkeit, vor allem auf die Wirklichkeit von Österreich im allgemeinen und von der identitären Parlamentspartei im besonderen …

Der Zahnarzt habe, ist nun im Fall der Geldbotin zu erfahren, ein „ganz besonderes Vertrauensverhältnis“ zu einem Zahntechniker gehabt, einer weiteren Figur, die aber ahnt, sie werde nicht mehr vorkommen, es wird von ihr nichts mehr zu lesen sein, das will sie jedoch nicht hinnehmen, sie kämpft unverdrossen dagegen an, sie stampft auf, sie kräht …

Und noch eine Figur spült die Wirklichkeit wieder einmal aus der Tiefe herauf, eine Figur, die schreibt, auch über die Geldbotin, und die wohl weiter auf Quote mit dem Zahntechniker setzt …

Von so vielen Figuren gibt es in diesem Kapitel wieder etwas zu lesen, unerwartet zu erfahren, haben doch wieder ihre Auftritte, es können sich die Lesenden also im Grunde gar nicht beschweren, schelten Sie nicht die Wirklichkeit, sie ist gut zu ihnen, aber wer ist zur Wirklichkeit gut, die unter diesen Figuren leidet, sich grämt, sich andere Figuren wünscht, von denen sie erzählen könnte, freudig, gelassen, heiter, lustig, beseelt …

Wie viele hatten heuer an türkisgetupften schwarzblauen Regierungstagen wissensfrei?

Nun will also der Abgeordnete aus der identitären Parlamentspartei von Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, nun will also Hermann Brückl von Iris Rauskala, die seit dem 3. Juni 2019 Bundesministerin ist, etwas wissen, das ein Schreiben vom 2. Mai 2019 betrifft, also Hermann Brückl verlangt Auskunft über ein Schreiben, das in die Zeit eines Ministers für Bildung der türkisgetupften schwarzblauen Regierung fällt …

Hermann Brückl will also etwas über ein Schreiben direkt aus der türkisgetupften schwarzblauen Bundesregierung erfahren, sozusagen aus der Zeit vor und dem kurz bevorstehenden Videobildungsabend … Wer möchte da nicht erfahren, wie viele wissensfreie Tage er, Brückl im besonderen, der seit 2015 seinen Stuhl im österreichischen Parlament hat, allein heuer insgesamt und nicht nur an den türkisgetupften schwarzblauen Regierungstagen hatte …

Die ihm verbundene gesinnungsgemäß zensurierte Website kommt ihrem gesinnungsgemäßen Bildungsauftrag nach und verbreitet sogleich die Anfrage des Hermann Brückl und fettet seine Anfrage auf mit einer zusätzlichen:

„Brückls Frage, ob auch andere anerkannte Religionsgemeinschaften berücksichtigt wurden, ist durchaus berechtigt. Vor allem stellt sich die Frage, ob es nicht auch eine Empfehlung geben sollte, dass Protestanten am Karfreitag frei haben sollten. Warum wird nur eine anerkannte Religionsgruppe bevorzugt?“

Die „Protestanten am Karfreitag“ hatten „frei“, sie hatten frei bis die schwarzblaue Bundesregierung und mit ihr ihre Abgeordneten beschloss, sich wissensfreie Tage zu geben und den Protestantinnen ihren freien Tag zu nehmen. Beim Wegnehmen dieses freien Tages wurden nicht nur Protestanten, sondern auch Altkatholiken und Methodistinnen bevorzugt

Bei der gesinnungsgemäß zensurierten Website stellt sich auch diese Frage, aber nicht nur, wie viele wissensfreie Tage sie heuer insgesamt und an den schwarzblauen Regierungstagen im besonderen hatte, sondern wie viele wissensfreie Tage sie seit ihrer Installierung überhaupt hatte …

Wie viele wissensfreie Tage die türkisgetupfte schwarzblaue Bundesregierung sich genehmigte, nun, das ist insgesamt doch eine leicht zu ermittelnde Zahl, regierte sie doch recht kurz, nur kurz.

Im Winterpalais von …

Wer immer diesen Ort für die Verhandlungen zur Bildung einer Regierung in Österreich ausgesucht hat, das ist dabei ohne Belang, einen aber wird es wohl recht gefallen, im „Winterpalais“ von „petit salope“, und wie sehr es ihm da gefallen muß, ist auch daran zu erkennen, was sie nun so erzählen, über das in diesem Gesprochene …

Wer immer aus der türkisgetupften schwarzen Partei das „Winterpalais“ für die Sondierungsgespräche und für die Verhandlungen zur Bildung einer Regierung in Österreich aussuchte, das ist dabei ohne Belang, aber es kann zum Spekulieren genommen werden, will mit der Wahl vom „Winterpalais“ der „kleinen Schlampe ein Charakterbild gezeichnet werden, oder mit dem „Winterpalais“, von dem es noch eines gibt, das in Rußland von der Zarin, dem Obmann geschmeichelt werden …

Es hat ja etwas von einem Zarewitsch, wenn nun der Obmann der türkisgetupften schwarzen Partei verkündet:

„Ich will Anfang Jänner fertig sein.“

Es ist ja auch zarewitschhaft, wenn nun der Obmann der türkisgetupften schwarzen Partei verkündet:

„Mir ist ja auch wichtig, dass das Koalitionsabkommen Anliegen der Grünen wie Klimaschutz und Transparenz enthält.“

Das ist eines Zarewitsch‘ würdig und recht, die Anliegen von … auch wichtig — selbst dann, wenn es nicht die seinen sind, die es nicht sein können, wie gewußt wird, ist doch die Klimakrise vorbei, verkündete er doch erst vor kurzem: „Wir hatten die Klimakrise.“

Und daß die „Transparenz“ ihm kein Anliegen ist, das ist allseits bekannt, und dabei ist er sich eins mit seinem Herrn, dem Schöpfer der Welt, der bis zum heutigen Tage es nicht transparent macht, wie er die Welt schöpfte, die Transparenz mehr scheut als sein eineiiger Zwilling das Weihwasser, allerdings, auch darüber gibt es keine klare Auskunft, ob es überhaupt Zwillinge sind, sprechen sie doch mit einem einzigen Ich

Und wenn Zarewitsch im „Winterpalais“ ganz nah an die Fenster herantritt, aus den Fenstern hinausblickt, was erblickt er – die Kulisse des Wohlstands

Nulldefizit, aber keine Vermögenssteuer Auch inhaltlich gibt der zuletzt schweigsame Altkanzler Details preis. So pocht er zum Ende der Verhandlungen in der heiklen Budgetfrage einmal mehr auf ein Nulldefizit, auch erteilt Kurz Vermögens- oder Erbschaftssteuern im Finale des Pokers mit der linken Ökopartei eine Absage. ‚Gerade jetzt, da sich die wirtschaftliche Stimmung weiter eintrübt, braucht es ein gutes Regierungsprogramm, das den Standort stärkt und Wohlstand sichert‘, sagt der Chef der Volkspartei.“

Auch das zarewitschesk, Absagen zu erteilen … Wie würde es dringend not tun, wenn einmal einem berittenen Boten durch Zeit und Raum im „Winterpalais“ Einlaß gewährt werden würde, um zu berichten, von den Steuern im von Wien oder von Sankt Petersburg fernen England vor langer, langer Zeit …

„Doch auch an der Spitze kam es zu Veränderungen, teils aufgrund der neu eingeführten Erbschaftssteuer. 1949 führte mein Großvater als Schatzkanzler der Labour-Regierung eine Steuer ein, die bei einem Vermögen ab einer Million Pfund und darüber auf 80 Prozent stieg. (Bevor Sie nun Mitleid mit den armen Reichen bekommen, hier der Hinweis, dass diese Summe 2017 inflationsbereinigt einem Betrag von 34 Millionen Pfund Sterling entspräche.) Mehrere Generationen lang schützten diese sozialreformerischen Bemühungen die Angehörigen der Arbeiterklasse und boten ihren Kindern größere Chancen,, in der Beschäftigungs- und Einkommenshierarchie, und in gewissem Maße auch in der Statushierarchie, aufzusteigen.“

34 Millionen Pfund. Das sind nach dem heutigen Kurs beinahe 41 Millionen Euro. Wie viel 41 Millionen Euro sind, um eine Vorstellung davon zu bekommen, ist in diesem alten Österreich es immer noch ratsam, es im alten Geld anzugeben: um die 561 Millionen Schilling.

Es reichte aus, im „Winterpalais“ allein einmal diesen Bericht über das Jahr 1949 aus dem Kapitel „Klasse“ gehört zu bekommen. Aber, wer sich in einem „Winterpalais“ von „petite salope“ oder einem Zaren, die, wenn sie sprechen, wohl darüber in Streit geraten können, wer spricht jetzt und nennt sich ich, sich eingenistet hat, läßt eine solche Botin nicht vor und schon gar nicht, sich etwas sagen …