Wie ist das vorzustellen? Ein „gemäßigter Flügel“, ein „gemäßigter Nazi“? Ist unter einem „gemäßigten“ Nationalsozialismus in der geschichtlichen Betrachtung ein Nationalsozialismus ohne Shoah und „nur“ mit einem Porajmos zu verstehen?
„Zum Beispiel der berüchtigte Kongo-Müller, ein Mann, der in Deutschland sich aufgehalten hat, ein Deutscher, der unter den Söldnern im Kongo eine offenbar besonders grausliche Rolle gespielt hat, der hat also erklärt, wo immer in der Welt […] zu kämpfen sei, da werde er sich sofort zur Verfügung stellen, denn das sei ja im Sinn der Demokratie.“
Adorno hielt seinen Vortrag „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ in Österreich. Vor über fünfzig Jahren also brachte Adorno, auch Adorno, das Handwerkzeug nach Österreich. Ausgerechnet nach Österreich. Er wird vielleicht das Vertrauen gehabt haben, die Hoffnung, in Österreich werden die Menschen rasch die Handhabe dieses Werkzeugs lernen, für den Umgang mit derartigen Parteien und ihren Gliederungen. Mehr als fünfzig Jahre später muß gesagt werden. Kurz: sie haben es nicht gelernt. In über fünfzig Jahren haben sie nichts gelernt. Einfach wie kurz gesagt: Bildungsresistenz eines ganzen Landes.
Der Vortrag von Adorno vor über fünfzig Jahren hieß „Aspekte des neuen …“ — So „neu“ ist alles an der identitären Parlamentspartei, daß sie umfassend erklärt werden kann, mit einem über ein halbes Jahrhundert alten Vortrag. In diesem ist alles enthalten, was diese Partei und ihre Gliederungen ein halbes Jahrhundert später von sich geben, wie sie sich geben …
Es ist in Österreich wohl die Bildungsresistenz nicht allein, daß die Mandatarinnen, die Funktionäre der identitären Parlamentspartei nicht dort sind, wo ihr angestammter Platz ist, nicht das tun, was ihren Befähigungen enstpricht, Verkäuferinnnen von Lenart & Sellner, es ist abgründiger …
In Wien hielt Adorno den Vortrag, wo fünfzig Jahre später ein Mann zur Zeit wohl schon heftige Träume hat, einst gar Bürgermeister … und was dies hieße, auch im Falle dieses Mannes, nun, auch das wußte bereits Adorno, obgleich viele der Vorderen in dieser Partei und in ihren Gliederungen damals noch gar nicht geboren waren, und dennoch konnte er über den Umgang mit ihnen sprechen, als lebten sie zu seiner Zeit, und sie leben auch tatsächlich zu seiner Zeit, und nicht nur zu seiner Zeit, auch noch viel früher, recht viel früher …
„Schließlich sollte man die Tricks, von denen ich gesprochen habe, dingfest machen, ihnen sehr drastische Namen geben, sie genau beschreiben, ihre Implikationen beschreiben und gewissermaßen versuchen, dadurch die Massen gegen diese Tricks zu impfen, denn schließlich will niemand ein Dummer sein oder, wie man in Wien sagen wird, niemand will die ‚Wurzen‘ sein. Und daß das Ganze auf einen gigantischen psychologischen Nepp herausläuft, das ist wohl durchaus zu zeigen.“
„Fertigzustellen sei noch die Untersuchung der NSDAP-Mitgliedschaften. „
So sprach am gestrigen Tage, dem 23. Dezember, einer, der mit den Deutern gen Bettelheim zog, an dem 23. Dezember, der, so soll, wird gehört, schon gebetet werden, den 24. Dezember ablösen soll, denn die Deuter sind abermals zu einer Reise aufgebrochen. Fortan soll der 23. Dezember im heiligen Gedenken an diese bedenkwürdige Begebenheit ihnen der höchste Feiertage im Jahr, der 23. Dezember den 24. Dezember in diesem Gesinne ablösen.
Vor der Aufnahme zur Mitgliedschaft steht ein Türhüter. Zu diesem Torhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in die Partei. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Mann überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen. »Es ist möglich«, sagt der Türhüter, »jetzt aber nicht.« Da das Tor zur Partei offensteht wie immer und der Türhüter beiseite tritt, bückt sich der Mann, um durch das Tor in das Innere zu sehn. Als der Türhüter das merkt, lacht er und sagt: »Wenn es dich so lockt, versuche es doch, trotz meines Verbotes hineinzugehn. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Türhüter. Von Saal zu Saal stehn aber Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des dritten kann nicht einmal ich mehr ertragen.« Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet; die Partei soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Türhüter in seiner Fliegeruniform genauer ansieht, seinen langen Stock, entschließt er sich, doch lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt. Der Türhüter gibt ihm einen Schemel und läßt ihn seitwärts von der Tür sich niedersetzen. Dort sitzt er Tage und Jahre. Er macht viele Versuche, eingelassen zu werden, und ermüdet den Türhüter durch seine Bitten. Der Türhüter stellt öfters kleine Verhöre mit ihm an, fragt ihn über seine Heimat aus und nach vielem andern, es sind aber teilnahmslose Fragen, wie sie große Herren stellen, und zum Schlusse sagt er ihm immer wieder, daß er ihn noch nicht einlassen könne. Der Mann, der sich für seine Reise mit vielem ausgerüstet hat, verwendet alles, und sei es noch so wertvoll, um den Türhüter zu bestechen. Dieser nimmt zwar alles an, aber sagt dabei: »Ich nehme es nur an, damit du nicht glaubst, etwas versäumt zu haben.« Während der vielen Jahre beobachtet der Mann den Türhüter fast ununterbrochen. Er vergißt die andern Türhüter, und dieser erste scheint ihm das einzige Hindernis für den Eintritt in die Partei. Er verflucht den unglücklichen Zufall, in den ersten Jahren rücksichtslos und laut, später, als er alt wird, brummt er nur noch vor sich hin. Er wird kindisch, und, da er in dem jahrelangen Studium des Türhüters auch die Flöhe in seinem Uniformkragen erkannt hat, bittet er auch die Flöhe, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Schließlich wird sein Augenlicht schwach, und er weiß nicht, ob es um ihn wirklich dunkler wird, oder ob ihn nur seine Augen täuschen. Wohl aber erkennt er jetzt im Dunkel einen Glanz, der unverlöschlich aus der Türe der Partei bricht. Nun lebt er nicht mehr lange. Vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage, die er bisher an den Türhüter noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten kann. Der Türhüter muß sich tief zu ihm hinunterneigen, denn der Größenunterschied hat sich sehr zuungunsten des Mannes verändert. »Was willst du denn jetzt noch wissen?« fragt der Türhüter, »du bist unersättlich.« »Alle streben doch nach der Partei«, sagt der Mann, »wieso kommt es, daß in den vielen Jahren niemand außer mir Einlaß verlangt hat?« Der Türhüter erkennt, daß der Mann schon an seinem Ende ist, und, um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an: »Hier konnte niemand sonst Einlaß erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.«
Gesinnungssicher hat die hoferische Kameraderie der identitären Parlamentspartei einen Mann aus einem Ort gefunden, zum Anführen der zurzeitigen Gruppe, sie als ihr Ortszukunftengruppenleiter geleiten in die …
„Außerdem beschäftige sich eine Gruppe unter Leitung des Welser Bürgermeisters Andreas Rabl mit der Zukunft der Partei.“
An ihrem Beispiele, das fällt zu ihr generell noch ein, als eine Beschreibung eines Menschen aus dieser Partei, die für Angehörige dieser Partei eine generell gültige Beschreibung zu sein scheint.
Es gibt Begehrlichkeiten, auch Vorwürfe, sogar vom Roman selbst, es ist zu lange schon her, von einer bestimmten Figur etwas gelesen zu haben, was ist aus dieser Figur geworden, was macht sie jetzt, zum Beispiel Barbara Kappel, eine Figur, von der erwartet wurde, mehr von ihr zu erfahren, öfters etwas von ihr zu lesen …
Es wurde von ihr doch so viel erwartet, nachdem sie aufgetreten ist, als
Auf diese Vorwürfe, auf diese Begehrlichkeiten, von einer bestimmten Figur mehr erfahren zu wollen, kann stets nur gesagt werden: Es ist die Wirklichkeit, die bestimmt, wann eine Figur auftritt, ob sie je wieder auftritt, es ist die Wirklichkeit, die entscheidet, ob je noch zu erfahren sein wird, was aus einer geworden ist.
Im Fall von dieser Figur scheint es der Wirklichkeit zu gefallen, nun preiszugeben, was aus ihr geworden ist: eine Geldbotin …
Nun will also der Abgeordnete aus der identitären Parlamentspartei von Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, nun will also Hermann Brückl von Iris Rauskala, die seit dem 3. Juni 2019 Bundesministerin ist, etwas wissen, das ein Schreiben vom 2. Mai 2019 betrifft, also Hermann Brückl verlangt Auskunft über ein Schreiben, das in die Zeit eines Ministers für Bildung der türkisgetupften schwarzblauen Regierung fällt …
Die ihm verbundene gesinnungsgemäß zensurierte Website kommt ihrem gesinnungsgemäßen Bildungsauftrag nach und verbreitet sogleich die Anfrage des Hermann Brückl und fettet seine Anfrage auf mit einer zusätzlichen:
„Brückls Frage, ob auch andere anerkannte Religionsgemeinschaften berücksichtigt wurden, ist durchaus berechtigt. Vor allem stellt sich die Frage, ob es nicht auch eine Empfehlung geben sollte, dass Protestanten am Karfreitag frei haben sollten. Warum wird nur eine anerkannte Religionsgruppe bevorzugt?“
Wer immer diesen Ort für die Verhandlungen zur Bildung einer Regierung in Österreich ausgesucht hat, das ist dabei ohne Belang, einen aber wird es wohl recht gefallen, im „Winterpalais“ von „petit salope“, und wie sehr es ihm da gefallen muß, ist auch daran zu erkennen, was sie nun so erzählen, über das in diesem Gesprochene …
Und daß die „Transparenz“ ihm kein Anliegen ist, das ist allseits bekannt, und dabei ist er sich eins mit seinem Herrn, dem Schöpfer der Welt, der bis zum heutigen Tage es nicht transparent macht, wie er die Welt schöpfte, die Transparenz mehr scheut als sein eineiiger Zwilling das Weihwasser, allerdings, auch darüber gibt es keine klare Auskunft, ob es überhaupt Zwillinge sind, sprechen sie doch mit einem einzigen Ich …
„Nulldefizit, aber keine Vermögenssteuer Auch inhaltlich gibt der zuletzt schweigsame Altkanzler Details preis. So pocht er zum Ende der Verhandlungen in der heiklen Budgetfrage einmal mehr auf ein Nulldefizit, auch erteilt Kurz Vermögens- oder Erbschaftssteuern im Finale des Pokers mit der linken Ökopartei eine Absage. ‚Gerade jetzt, da sich die wirtschaftliche Stimmung weiter eintrübt, braucht es ein gutes Regierungsprogramm, das den Standort stärkt und Wohlstand sichert‘, sagt der Chef der Volkspartei.“
Auch das zarewitschesk, Absagen zu erteilen … Wie würde es dringend not tun, wenn einmal einem berittenen Boten durch Zeit und Raum im „Winterpalais“ Einlaß gewährt werden würde, um zu berichten, von den Steuern im von Wien oder von Sankt Petersburg fernen England vor langer, langer Zeit …
„Doch auch an der Spitze kam es zu Veränderungen, teils aufgrund der neu eingeführten Erbschaftssteuer. 1949 führte mein Großvater als Schatzkanzler der Labour-Regierung eine Steuer ein, die bei einem Vermögen ab einer Million Pfund und darüber auf 80 Prozent stieg. (Bevor Sie nun Mitleid mit den armen Reichen bekommen, hier der Hinweis, dass diese Summe 2017 inflationsbereinigt einem Betrag von 34 Millionen Pfund Sterling entspräche.) Mehrere Generationen lang schützten diese sozialreformerischen Bemühungen die Angehörigen der Arbeiterklasse und boten ihren Kindern größere Chancen,, in der Beschäftigungs- und Einkommenshierarchie, und in gewissem Maße auch in der Statushierarchie, aufzusteigen.“
34 Millionen Pfund. Das sind nach dem heutigen Kurs beinahe 41 Millionen Euro. Wie viel 41 Millionen Euro sind, um eine Vorstellung davon zu bekommen, ist in diesem alten Österreich es immer noch ratsam, es im alten Geld anzugeben: um die 561 Millionen Schilling.
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