Wehrberufsheerpflicht – Volksbefragung ist keine Volksbefragung

Höchstens eine Umfrage, eine zwar inhaltlich arme, dafür aber steuergeldteure Umfrage …

Zur Ehrenrettung der Meinungsumfragen aber ist zu schreiben, daß es zum einem sehr umfangreiche Meinungserhebungen zu mannigfachen Themen durch Forschungsinstitute gibt, zum anderen Forschungsinstitute eher dazu bereit wären, ihre Institute zu schließen, als eine derart ärmliche und diesem komplexen Thema nicht angemessene Umfrage vorzulegen, wie es die österreichische Regierung eben vorhat zu tun.

Für die Abschaffung des Bundesheeres sind ebenso viele als für das Berufsheer und keine absolute Mehrheit für die Wehrpflicht.

Das Militär ist ein komplexes Thema, weit über die schlichte Frage hinaus, ob es eine Wehrpflicht oder ein Berufsheer  hinkünftig geben soll, wobei die Argumente für die Wehrpflicht als auch für das Berufsheer ebenso kurzgegriffen und auf wenige reduziert sind, wie die als Volksbefragung mühsam verkaufte auf zwei Fragen reduzierte Umfrage von der christschwarzen und von der sozialdemokratischen Partei. Darüber hinaus heben sich gerade die im Vordergrund stehenden finanziellen Argumente gegeneinander auf, denn weder kann stichhaltig argumentiert werden, daß ein Berufsheer billiger als die Wehrpflicht kommen werde, noch daß die Wehrpflicht teurer als ein Berufsheer kommen werde … Ein weiteres Argument, um noch zwei Beispiele aus den vielen vorzubringen, es werde jungen Männern durch die Wehrpflicht sogenannte Lebenszeit gestohlen, löst sich rasch in Luft auf, wird an die von allen Seiten viel beschworene Bildungsmisere in Österreich gedacht; dann wäre die gesamte Pflichtschulzeit eine gestohlene Lebenszeit, nicht nur den jungen Männern, in Österreich … Ein Argument für das Berufsheer wird sehr strapaziert, daß nämlich ein Berufsheer professioneller und effizienter sein würde -, wird an den österreichischen Fußball dabei gedacht, darf angenommen werden, daß ein Berufsheer ebenso ineffizient würde werden, wie die hochbezahlten Fußballer den österreichischen Fußball international erfolglos …

Das Militär ist nicht für sich ein komplexes Thema, sondern wird durch seinen Konnex zu einem komplexen Thema, das grundlegend zur Weiterentwicklung der Gesellschaft zu einer friedlichen zu debattieren ist. Jedoch die von der österreichischen Regierung vorgelegte Umfrage für den 20. Jänner 2013 ist nichts anderes als die Fortsetzung des Bestehenden, das Verharren in den blutigen Denkmustern einer Todesgesellschaft, die für die Rüstungsindustrie zwar ein sehr gutes Geschäft ist, aber für alle anderen ein äußerst schlechtes weil gar kein Geschäft ist, sondern nur eines, das sie zu bezahlen haben. Ob Wehrpflicht oder Berufsheer ist eine Entscheidung, die diese Regierung selbst zu treffen hat, aber ebenso wie es ihr an Visionen mangelt, fehltt es ihr an Entscheidungskraft.  Es ist eine läppische Entscheidung, die zu fällen wäre, aber sogar für eine derart läppische Entscheidung fehlt es dieser Regierung an allem, was nötig ist, um die  einfachste Entscheidung treffen zu können.

Das Militär ist nicht für sich ein komplexes Thema, das in Anbetracht der rasant sich ändernden klimatischen Bedingungen zum Schlechten hin, um das tatsächliche Horrorszenario der Zukunft anzusprechen,  bald kein Thema mehr sein wird, denn kein Militär wird je noch einen Schutz vor Umweltkatastrophen und nachhaltig zerstörten Lebensräumen leisten können. Es ist zwar unangebracht in bezug auf die Natur von Verteidigung zu sprechen, aber es ist weit aus sinnvoller das weltweit massenhaft verschleuderte Geld für das Militär rechtzeitig noch dafür zu investieren, die rasant zum Schlechten hin sich verändernden Umweltbedingungen zu stoppen. Alle für das Militär weltweit verschwendeten Ressourcen u.v.a.m. der Entwicklung von Technologien zur Verfügung zu stellen, für den Präventionsumweltschutz anstelle der unzureichenden Reparatur- und Aufräumarbeiten von Umweltschäden nach Katastrophen. Das wäre eine Volksbefragung wert, grundlegende Fragen zu stellen, um zu einer breitesten Bewußtmachung und schließlich zu einem breitesten gesellschaftlichen Konsens zu kommen, zu einer entscheidenden Weichenstellung für die Zukunft, und nicht diese läppische Frage, ob Geld für die Wehrpflicht oder für ein Berufsheer hinkünftig ausgegeben werden soll … Mit dem vorrangigen Blick darauf, daß es Beispielwirkung haben könnte auf andere Länder …

Um zum Innerösterreichischen zurückzukehren. Es liegen viele Vorschläge vor, diese Umfrage wenigstens zu einer umfangreichen und auf dem regierungsfernen Niveau der geführten Debatte über das Militär zu machen. Im heutigen „Standard“ wird beispielsweise eine Umfrage mit wenigstens drei Optionen vorgeschlagen, dem Bundeskanzler und dem Vizekanzler wurde, ein weiteres Beispiel, von Mirko Messner von der KPÖ brieflich vorgeschlagen:

Wir halten den für die Volksbefragung vorgeschlagenen Text jedoch für verkürzt. Wird das Instrument einer Volksbefragung demokratiepolitisch ernst genommen, sollte dabei nämlich auch die grundsätzliche Haltung, ob Österreich überhaupt ein Bundesheer braucht oder nicht, gefragt werden.

Wir schlagen daher vor, die Fragestellung zur Volksbefragung folgendermaßen abzuändern:

„Sind Sie für die ersatzlose Abschaffung des Bundesheeres und für den Ausbau der sozialen Dienste und des Katastrophenschutzes? Ja/Nein Wenn nein: Sind Sie für die Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres? Oder sind Sie für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes?“

Da die österreichische Regierung ihre auf zwei Sätze aufgeteilte Frage vermessen eine Volksbefragung nennt, kann die Umfrage, an der zu beteiligen Sie herzlich eingeladen sind, ebenso eine Volksbefragung genannt werden, eine Volksbefragung mit wenigstens vier Fragen, die von Dritten übernommen wurden.

Sollte die österreichische Regierung bei dieser Umfrage nach Geld für Wehrpflicht oder Geld für Berufsheer aber bleiben, ist die einzige Antwort, die ihr zu geben ist, sich an dieser Umfrage am 20. Jänner 2013 gar nicht zu beteiligen …

Ina Seidel – Die nächste Hitlerische auf der Wiederlesungsliste der freiheitlichen Zur Zeit

Es überrascht wiederum nicht, daß auch die aktuelle Ausgabe 42/2012 der freiheitlichen ZZ eine Hitlerische empfiehlt, auf ihre Wiederlesungsliste setzt … Wie der Blick auf das Inhaltsverzeichnis zeigt. Es ist aber auch nicht mehr interessant, nachzulesen, wie die freiheitliche ZZ es bei Ina Seidel wohl schaffen zu meint, das Hitlerische wegzuschreiben, um Ina Seidel als lesenswerte, heute wieder als lesenswerte Schriftstelerin vorzustellen …

Es ist nicht interessant, weil das Muster des Wegschreibens hinlänglich bekannt ist …

Jedoch, es ist, immer wieder, zu notieren, weil die freiheitliche ZZ eben die Plattform der freiheitlichen Spitze schlechthin ist, der Freiheitlichen, die sich Wahlen stellen und erfüllt sind von dem Wunsch, zu regieren, von einem Wunsch, den ihnen nicht nur eine Christschwarze allzu gerne und menschgemäß nicht uneigennützig zu erfüllen bereit ist, der sich so unvorteilhaft für die Menschen in diesem Land mit dem Wunsch von einem Dr. Michael Spindelegger deckt, Bundeskanzler werden zu wollen …

NS In der aktuellen Ausgabe der freiheitlichen ZZ mit dem „Glückswunschkind“ auf der Wiederlesungsliste ist von der freiheitlichen Spitze wieder einmal Dr. Martin Graf mit einem Beitrag …

NNS H. M. hat zum abschließenden Zitat seiner Wiederlesung lediglich angemerkt, es habe ein Kritiker geschrieben -, allerdings ohne Nennung seines Namens, wohl deshalb, um es als einen unparteiischen Lobgesang verkaufen zu können  … Aber, es war Wilhelm Westecker, der das „beste weltweite Preußentum“ pries …

Volksbefragung zum Bundesheer – Ein Zwischenstand

Dreißig Prozent für die Abschaffung des Militärs.

Bereits der erste Zwischenstand der Umfrage zeigt sehr gut auf, daß es mehr als die zwei Fragen gibt, auf die die christschwarze und die sozialdemokratische Partei die Volksbefragung zu Wehrpflicht und Berufsheer reduziert haben will, oder, sollte gesagt werden, es muß diesen beiden Parteien beinahe zugute gehalten werden, daß ihnen gemäß ihrem politischen Vorstellungsvermögen sogar eine zweite Frage eingefallen ist …

Allerdings, es kann aber nicht einmal mit größter Sicherheit angenommen werden, daß die Christschwarzen und die Sozialdemokratinnen tatsächlich zwei Fragen formuliert haben, auch wenn mit einer nach der Beibehaltung der Wehrpflicht und mit der anderen nach der Schaffung eines Berufsheeres gefragt wird … Denn vom Finanziellen her, einem Hauptargument für die plötzliche und also willkürliche Volksbefragung, ist es wie eine einzige Frage. Aber nicht nur unter dem finanziellen Aspekt …

Sie sind herzlich eingeladen, an dieser Umfrage sich zu beteiligen, vor allem auch als Ausdruck der Beschämung -, beschämen Sie die christschwarze und sozialdemokratische Regierung damit, daß Sie über diese eine auf zwei Sätze aufgeteilte Regierungsfrage weit hinaus rechnen können … Aber auch als Ausdruck der Zurückweisung -, weisen Sie mit Ihrer Beteiligung  auch entschieden zurück, daß diese rotschwarze Regierung Ihnen nicht mehr zutraut als sich diese Regierung selber zutraut …

Eine Umfrage als Minimalvariante einer dem Namen Volksbefragung tatsächlich angemessenen Volksbefragung zu Wehrpflicht und Berufsheer

Die von der christschwarzen Partei und von der sozialdemokratischen Partei auf den 20. Jänner 2013 festgelegte Volksbefragung zum österreichischen Bundesheer ist eine auf zwei Fragen reduzierte vollkommen unzureichende … Denn auch im Hinblick auf  das Militär gibt es nicht nur Rot und Schwarz, wie die zwei Fragen suggerieren sollen, sondern mannigfache Schattierungen …

Berufssoldat schießt Norbert Darabos ins Knie

Travestie einer Volksbefragung über die Transe namens Bundesheer

Nicht über Kulturetatkürzungen reden, sondern Militärbudgets zu 100% für Kultur ausgeben

Blaßblaues Bündnis plus Frank Stronach als Team ist gleich altteures blaues Gezänk

Ergab gestern die Rechnung beim Ansehen der gegenseitigen Unterstellungen von einem von den Blaßblauen und einem von dem Frank Stronach als Team in der „ZIB 2“, dieses zur Genüge bekannte Ergebnis, zu dem die Blauen einzig fähig sind, nun um den Posten Frank Stronach als Team vermehrt …

Aber es zeigt sich bereits jetzt, ehe Frank Stronach als Team je eine Wahlstimme bekommen hat, die Rechnung wird, wie von den Blauen bekannt und gewohnt, den Menschen in Österreich zur Begleichung zugestellt werden, ohne dafür nur das Geringste an Gegenleistung zu erhalten, vor allem keine Abgeordneten, die für sie arbeiten -, Politik ist von ihnen nicht zu erwarten, und schon gar nicht eine neue Politik …

Wie ja überhaupt in Österreich keine Politik zu haben ist, die als Politik zu bezeichnen wäre -, daran mußte, auch gestern gedacht werden, beim Interview mit Joseph Stieglitz, der als Wirtschaftswissenschaftler politischer spricht, als etwa ein Michael Spindelegger je sprechen wird können, und der vor kurzem das „Unternehmen Österreich 2025“  … Ein Staat, so Joseph Stieglitz, ist keine Firma, wenn ein Vergleich angebracht ist, dann eher, so Joseph Stieglitz, damit, daß ein Staat eine Familie ist … Ist es nicht sonderbar, daß dieser Vergleich dem christschwärzlichen Michael Spindelegger, dessen Partei die reaktionär gedachte Familie bei jedweder Gelegenheit feiert, nicht einfällt? Aber mit diesem Vergleich wäre Verantwortung verbunden, sich für alle in der Familie einzusetzen, während Konzerne keine anderen Ansprüche und keine anderen Interesssen haben, als Profite zu maximieren, vor allem für das eine oberste Prozent … Michael Spindelegger also nur reden und, soll so genannt werden, denken kann wie beispielsweise Frank Stronach von dem Konzern Magna, der auch heuer wieder einmal einen Gehaltsverzicht bei Androhung der Verlagerung des Unternehmens in ein anderes Land …

Wie ja ohne Politik menschgemäß auch keine Verantwortung zu haben ist, vor allem nicht von einem Michael Spindelegger, der nach wie vor mit den Blauzänklerischen eine Regierungskoalition … Und wohl auch, wenn es stimmenmäßig nicht anders ausgehen wird, nach der nächsten Nationalratswahl  eine zu dritt, also mit den Blauen und mit der neuen blauen Variante – einer Nichtfarbe: Frank Stronach als Team …

Start the end

This empire must break apart

Yiwu said today six times

This empire must break apart

In german

Six times

Dieses Imperium muß auseinanderbrechen

Borne to another language

This empire must fall

And six times well hear

This joint concern with the executioners must end

Six the power of six

This joint concern with hangmen must end

Say

In the west

Say on

This joint concern with the executioners must end

In much more than just two speeches

This joint concern with hangmen must end

Wolf D. Prix würde keine Gefängnisse bauen, aber im Volksrepublik China genannten schon

Weil danach gefragt wurde, welche Architekten aus dem Westen in Volksrepublik China – Dieses Imperium muß auseinanderbrechen denn gemeint seien, die dem Regime werbetechnisch bestes Propagandamaterial betonieren, wird nun doch ein Name nachgereicht, allerdings mit diesem ein besonderes Beispiel -, es muß nämlich zu dem bereits Geschriebenen nichts mehr hinzugefügt werden, lediglich eine carte postale mit ein paar Ausschnitten, die ohnehin alles sagen -, und ein Zitat:

Kärnten ist ein schönes Land, aber die politischen Vorgänge sind absolut unappetitlich. Da werden alle Spielregeln der Politik missachtet, das zerstört die Reputation der gesamten Republik.

Motto der kritischen Architektur: Zusammenarbeit wird abgelehnt, aber betoniert kann gleich werden.

Sprach in diesem Sommer Wolf D. Prix (im gemeinsamen Interview mit Bundeskanzler Werner Faymann, veröffentlicht im „Standard“ am 4. August 2012) kritisch oder moralisch oder über sich …

Selbstverständlich ist Kärnten in keiner Weise mit der Volksrepublik China zu vergleichen, und es geht nicht um China und noch weniger um Kärnten, sondern ausschließlich um den gar so moralischen Baumeister Wolf D. Prix und die Frage, ob er denn bald in Kärnten bauen werde oder wenigstens bereits mit den Planungen -, denn kaum lehne er eine Zusammenarbeit, wie 2008 mit China, ab, plant er auch schon das Betonieren für jene, mit denen er gleichzeitig die Zusammenarbeit ablehne, wie auf der carte postale gelesen werden kann, nennt Coop Himmelblau selbst die Zeit für den chinesichen Bau: 2008-2012 … Unappetitlich -, die Frage ist wohl falsch gestellt, denn für Wolf D. Prix, darf angenommen werden, wird Unappetitlich kein Synonym für Keine Zusammenarbeit sein …

Diese gemeinsame Sache mit den Henkern muß enden

Dieses Imperium muß auseinanderbrechen

Sagte Liao Yiwu heute sechsmal

Dieses Imperium muß auseinanderbrechen

In deutscher Sprache

Sechsmal gesagt

Dieses Imperium muß auseinanderbrechen

In deutscher Sprache

Dieses Imperium muß auseinanderbrechen

Und sechsmal dazu

Diese gemeinsame Sache mit den Henkern muß enden

Sechs mal sechs hoch

Dieses Imperium muß auseinanderbrechen

Sagen

Im Westen

Aber

In allen Sprachen

Diese gemeinsame Sache mit den Henkern muß enden

Volksrepublik China – Dieses Imperium muß auseinanderbrechen

Liao Yiwu sagte in seiner heutigen Rede in Frankfurt anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an ihn, sechsmal in deutscher Sprache:

Dieses Imperium muß auseinanderbrechen.

Carte postale: Diese gemeinsame Sache mit den Henkern muß enden.

Es kann menschgemäß seiner heutigen Rede, was China selbst betrifft, nichts hinzugefügt werden, auch nichts, was Liao Yiwu über den Westen sagt, der mit den Henkern gemeinsame Sache macht, nur eines kann nicht ungeschrieben bleiben, das Wort Ekel und das Wort Abscheu … Auch vor jenen westlichen Architekten, die im Westen unter einem wolkenlosen Himmel als kritische Architekten sich bescheinen lassen, während sie in China mit ihren Bauten ein massenmörderisches Regime behübschen, verharmlosen, dem Regime als Willfährige und Kriechende und zugleich höchst Selbstverliebte diesen Mördern bestes Propagandamaterial betonieren …

Liao Yiwu hat in seiner heutigen Rede also u.v.a.m. ausgeführt:

Menschen morden. Das war die Methode, um das Fundament des neuen Staates zu legen. Darüber herrschte eine stillschweigende Übereinkunft von Mao Tsetung bis Deng Xiaoping. Während der großen Hungersnot zwischen 1959 und 1962 verhungerten im ganzen Land beinahe 40 Millionen Menschen. Kaum begann Mao Tsetung deshalb um seine Macht zu fürchten, blies er zum Kampf gegen reale und irreale Feinde und verpasste dem Volk eine Gehirnwäsche; während der Kulturrevolution zwischen 1966 und 1976 wurden 20 bis 40 Millionen Menschen zu Tode gefoltert; Mao hatte abermals um seinen Thron gefürchtet, also hieß es, noch stärker zum Angriff gegen die Feinde zu blasen und dem Volk noch mehr das Gehirn zu waschen. (…)

Im Juni 1989 sah die Kommunistische Partei ihre Macht erneut in Gefahr und setzte gut 200 000 Soldaten ein, um die Stadt Peking zu massakrieren.

Den Henkern die Hand schütteln und mit ihnen Geschäfte machen

Auch ich setze die Tradition des Erinnerns fort. Ich will auf Chinesisch, auf Englisch oder Deutsch meine Aufzeichnungen über die Opfer des Massakers mit der Menschheit teilen; und auch meine Überlegungen bezüglich des Auseinanderbrechens des chinesischen Reiches. Ich weiß nicht, wie viele Jahre es noch dauern wird, bis ich in das Land meiner geliebten Urväter zurückkehren kann.

Weltweit ist man der Ansicht, der wirtschaftliche Aufschwung Chinas werde zwangsläufig politische Reformen nach sich ziehen und aus einer Diktatur eine Demokratie machen. Deshalb wollen jetzt all die Staaten, die dereinst wegen des Tiananmen-Massakers (vom 4. Juni 1989) Sanktionen gegen China verhängten, die ersten sein, die den Henkern die Hand schütteln und mit ihnen Geschäfte machen. Obwohl dieselben Henker noch immer Menschen inhaftieren und umbringen, immer neue Blutflecken zu den alten hinzukommen und neue Gräueltaten die alten armselig aussehen lassen. Die einfachen Leute, die zwischen Blut und Grausamkeit ihr Dasein fristen müssen, verlieren dabei auch noch den letzten Rest Anstand.

„Unter dem Deckmantel des freien Handels macht der Westen mit den Henkern gemeinsame Sache“

Elend und Schamlosigkeit bedingen sich wechselseitig. Sie bestimmen unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Nach dem Tiananmen-Massaker setzte sich die blutige Unterdrückung fort, gegen die Angehörigen der Opfer des Massakers, gegen Qigong-Gruppen, Falun-Gong, die Demokratische Liga Chinas, Beschwerdeführer, enteignete Bauern, Arbeitslose, Anwälte, Untergrundkirchen, Dissidenten, die Opfer des Erdbebens von Sichuan, die Unterzeichner der Charta 08, die Anhänger der Jasminrevolution, Tibeter, Uiguren und Mongolen – die Fälle häufen sich und die Tyrannei geht auf hohem Niveau weiter. (…)

Unter dem Deckmantel des freien Handels machen westliche Konsortien mit den Henkern gemeinsame Sache, häufen Dreck an. Der Einfluss dieses Wertesystems des Drecks, das den Profit über alles stellt, nimmt weltweit überhand.

Immer mehr Chinesen werden feststellen, dass es auch im demokratischen Westen weder Gerechtigkeit noch Gleichheit gibt und auch dort habgierige Funktionäre und andere Profitgeier sich schamlos nach dem Muster „dem Sieger gehört die Beute“ verhalten. Und so werden sie bald alle diesem Beispiel folgen, und in einer nicht allzu fernen Zukunft wird es an allen Ecken der Welt voll von chinesischen Betrügern sein, die um jeden Preis ihre Heimat verlassen wollen. Das Wertesystem des chinesischen Imperiums ist längst in sich kollabiert und wird nur noch vom Profitdenken zusammengehalten. Gleichwohl ist diese üble Fessel des Profits so weitreichend und verschlungen, dass sich die freie Welt der wirtschaftlichen Globalisierung noch ausweglos in ihr verheddern wird.