Volksbegehren Kunst darf satt machen

Möglicherweise wartet Claudia Schmied bereits ungeduldig auf ein Volksbegehren „Kunst darf satt machen“, um es ebenfalls unterschreiben zu können, als kräftiges und kämpferisches Zeichen dafür, wie sehr sie, auch in diesem Bereich, bereit ist, die dafür zuständige und verantwortliche Ministerin zu fordern, zu fördern, zu unterstützen, zu motivieren, ihr den Rücken zu stärken …

Es ist augenscheinlich, daß Claudia Schmied nicht nur als Bundesministerin für Unterricht einer volksbegehrlichen Motivation durch Eigenunterzeichnung bedurfte, sondern noch viel mehr als Bundesministerin für Kunst und Kultur einer volksbegehrlichen Unterstützung bedürftig ist, um …

Es ist dringend notwendig, über Kunst und Kultur in diesem als Kunst-und-Kultur-Land sich verkaufenden Staat breit zu diskutieren, über die wirtschaftliche Situationen von kunstschaffenden Menschen im besonderen, über die Fragen im allgemeinen, ist etwa der Ruf als Kunstland auf Dauer zu sichern mit einer Kimtschielthal-Art eingefroreren Kulturpolitik, und so weiter und so fort.

Ein Volksbegehren „Kunst darf satt machen“ kann für die überfälligen Verbesserungen und Weichenstellungen für die Zukunft durchaus ein gutes erstes Instrument sein, auch dafür, breit öffentlich zu verankern, wie sehr Kunst in jedweden Ausdrucksformen für dieses Land nach wie vor, noch, internationaler Atout …

PS Das Bildungsvolksbegehren hatte mit Hannes Androsch einen sehr prominenten Unterstützer. Es wäre wohl nützlich und hilfreich, fände sich für ein Volksbegehren „Kunst darf satt machen“ eine ebenso prominente Unterstützerin, die über ein Netzwerk verfügt, das sie zum Mitmachen motivieren kann, um „Kunst darf satt machen“  zu einem tatsächlich erfolgreichen Volksbegehren zu machen, der, wenn notwendig, dafür einen entsprechenden Verein gründet, und sich im Gegensatz zu Dr. Hannes Androsch, dem Präsidenten des Vereins „Bildungsinitiative für die Zukunft“, mit dem Titel Obmann begnügt …

Wie aus an Schas a Kas wird – Österreichische Bundeshymne, das Rezept

Es ist zu wünschen, daß es dem Verlag gelingt, die Änderung der Bundeshymne auf rechtlichem Weg rückgängig zu machen, daß diese Änderung der Bundeshymne nie zum Einsatz kommen darf, denn die durch einen parlamentarischen Beschluß veränderte Bundeshymne ist zuerst eine Beleidigung, eine Unverschämtheit und eine Anmaßung gegen die Literatur, begangen von Abgeordneten … Abgeordnete, die (vor allem im Bundesrat) nicht einmal der stammelfreien Rede fähig sind, hatten sich erdreistet, Literatur gesetzlich zu verändern …

Drei Versionen der Bundeshymne. Und plötzlich soll eine vierte ummöglich sein? Eine ganz neue Bundeshymne, wenn es denn schon eine geben soll.

Es hat auch ein literarischer Schas, und etwas anderes ist dieser Text der Bundeshymne nicht, ein Recht auf Schutz vor Änderungen durch Dritte …

Aber die gesetzliche Änderung dieses literarischen Furzes wurde nicht nur von den Abgeordneten beschlossen und ist vom Bundespräsidenten wohl bereits beglaubigt worden, sondern dieser Gegenwartskas wurde auch medial von vielen akklamiert,  womit österreichische Politik und österreichische Medien vorzeigen, wie Kas hergestellt werden kann, aus einem Schas.

Der Textschas als Bundeshymne ist mit der Hereinnahme der Töchter nicht riechbarer geworden, er stank als Schas, und stinkt jetzt noch mehr als Kas. Denn war es bisher lediglich ein Bruderchor, müssen nun auch die Töchter hinein in den Chor zum Jubel der Treue zum Vater…

Wer den alten Textschas und den nun zum Kas gereiften Text vergleichend liest, kann nur zu einem Schluß kommen, beide verströmen nicht den Duft des Geistes, beide sind absolut lächerlich und falsch. Es könnte zu jeder einzelnen Zeile dieses Schaskases eine vernichtende Interpretation geliefert werden, aber diese stinken derart, daß nur der Raum augenblicklich und fluchtartig verlassen werden kann, in dem diese gesungen werden. Wer aber gestanksresistent ist oder gewisse Vorlieben hat, mag diese selbst Wort für Wort für sich durchgehen und interpretieren, allerdings muß gewarnt werden, es ist nicht ausgeschlossen, bei der letzten Zeile angekommen, in ein Wachkoma … Anderseits kann das Wachkoma auch eine Empfehlung sein, in diesem Zustand lebt es sich in Österreich angenehmer …

Es könnte auch gehofft werden, daß es dem Verlag nicht gelingt, rechtlich erfolgreich gegen diese Änderung zu sein, denn dieser Schaskas belegt doch eindrücklich, daß in diesem Land ein Wörterbuch verwendet wird, in dem gewisse Wörter nicht erklärt werden, etwa „Erneuerung“, „Fortschritt“, „Entwicklung“ …

Wenn es denn unbedingt eine Nationalhymne geben muß, wäre es nun eine gute Gelegenheit gewesen, für einen gänzlich neuen Text, für einen Text, der über das Engnationale hinausweist, auch Frau und Mann elegant und klug auf die gleiche Ebene stellt …

Wie es jedoch scheint, reicht es in Österreich nur mehr bis dahin, aus einem Schas einen …

PS Es gab vorab eine teure Verkostung von dieser Kassorte, einkgekauft mit fremdem Geld von Claudia Schmied, Bundesministerin, das ist nun einmal Teil ihrer offiziellen Arbeitsplatzbezeichnung, für Kultur und Kunst … Der erste Schaskas, gesungen von Christina Stürmer, war für die PR-Kampagne für eine Bildungsreform … Übrigens, als Beweis der hervorragenden Arbeit, die Claudia Schmied als Bundesminnisterin auch für Unterricht leistet, müßte sie nur einen Namen nennen: Nikolaus Pelinka, den sie (im Standard vom 23. Dezember 2011 nachzulesen) „politisch prägte“

Dr. Martin Graf – Umfragezwischenstand und politische Konsequenzen im Parlament, von Angestellten

Das ist ein recht angemessener Zeitpunkt, um wieder einmal einen Zwischenstand der Umfrage „Würden Sie einen wie Dr. Martin Graf beispielsweise zum III. Präsidenten NR wählen“ zu veröffentlichen … Für Dr. Martin Graf sind die Werte nach wie vor …

Der Beginn einer neuen Woche ist ebenfalls ein guter Zeitpunkt für einen Ausblick …

Die Aufregungen der letzten Woche, diesmal, vielleicht sogar zu seiner eigenen Überraschung, in Gang gesetzt von Gerhard Kurzmann, werden sich wieder legen, nach einem Moment der hellen Erkenntnis auch eines hohen sozialdemokratischen Funktionärs, wer tatsächlich die politische Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenz zu ziehen hat, wer also im Parlament nicht tragbar ist, wird wieder Ruhe einkehren, werden im Parlament  möglicherweise noch Bilder mit südamerikanischen Motiven von Odin Wiesinger

Möglicherweise wird in der verbleibenden Zeit bis zur nächsten Nationalratswahl noch der eine oder andere Arbeitnehmer politische Verantwortung übernehmen müssen, für …

Für Martin Graf und Barbara Prammer ist das Parlament ein Ort – auch der Kunst

Gestern durfte Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer ein Loblieb auf ihr politisches Handeln geschrieben werden, das heute ergänzt werden darf um die Würdigung ihres Bemühens, die Kunst zu fördern, der Kunst einen ihr angemessenen Ort zu bieten, der Kunst das würdevollste Haus im Kulturland Österreich noch mehr zu öffnen, das wohl die ungeteilte Zustimmung vom III. Präsidenten NR finden wird, dem die (moralisch unzweifelhafte) Kunst ja ebenfalls ein großes Anliegen ist …

Wie weit Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer Künstler und Künstlerinnen zu neuen Werken inspiriert, diese Unwissenheit muß eingestanden werden, ist nicht bekannt, hingegen wird einiges über die bedeutende Rolle des III. Präsidenten NR für … Wohl noch ganz ergriffen von der gemeinsamen Reise nach Südamerika und inspiriert wohl auch von den Gesprächen auf dem langen langen Flug, diese möglicherweise unterbrochen durch abwechselndes Vorlesen aus dem „Wehrwolf“ von Hermann Löns, mit seinem Gefährten Dr. Martin Graf schuf sogleich neue Werke, die vielleicht schon bald in einer seiner nächsten Ausstellung im Parlament zu …

Odin M. Wiesinger, wie die Montage zeigt, kann einfach alles malen: Soldaten, Wolken, Dichter, Fahnen … Einfach knapp mit einem Zitat gesagt, von Jan Ackermeier dunkel auf den Punkt gebracht:

Für ein kulturelles Feigenblatt kann der Odin wirklich was!

Erinnern Sie noch an Jan Ackermeier, an den Arbeitnehmer im Parlament, der ebenfalls politische Verantwortung

Eine weitere Unwissenheit muß eingestanden werden. Ob es bereits eine Publikation über die kunstgeschichtliche Einbettung von Odin M. Wiesinger gibt, ist nicht bekannt, eines aber ist bekannt, der Versuch, wie bereits berichtet wurde, Odin Wiesinger mit seinen soldatischen Motiven im Rahmen seiner Vorläufer zu präsentieren

Für Barbara Prammer und für Martin Graf ist das Parlament, das nur wollte heute besonders festgehalten werden, also ein Ort, auch der Kunst … Denn, ein Land mit einem solch kunsttreuen Parlamentes ist ein gutes Land, wohl wert, den Malenden und den Schreibenden, vor seiner Größe sich zu tief zu beugen …

NS Die nationalpolitische Erziehungsanstalt, von der Alex Zhark auf seiner Site des Unternehmens „Facebook“ wohl mit Stolz schreibt, ist auch unter der Abkürzung „Napola“ bekannt, über die 2004 ein Spielfilm mit dem Titel „Napola – Elite für den Führer“ …

Anti-Terror-Paket/Novelle Sicherheitspolizeigesetz – Schreiben an Parlamentspräsidentin Barbara Prammer

Einschreiben

An das
Parlament
z. H. Frau Mag. Barbara Prammer
Präsidentin des Nationalrates
Dr.-Karl-Renner-Ring 3
1017 Wien

Wien, am 19. Oktober 2011

Novelle Sicherheitspolizeigesetz – „Anti-Terror-Paket“
Aushändigung des Telefons an IM Johanna Mikl-Leitner

Sehr geehrte Frau Präsidentin des Nationalrates,

die Salzburger Nachrichten berichten am 17. Oktober 2011, Sie sprechen sich für die Stärkung der Parlamente aus, setzen Ihre Analyse in dieser Beliebigkeit fort mit, daß die Parlamente nicht die Handlanger einiger Staatschefs seien, die Regierung nicht genug unternehme, um das Vertrauen der Bürger in die Politik wieder herzustellen

Um nicht im allgemeinen zu bleiben, ist vorab ein kurzer Umweg über das Englische zu nehmen. Henchmen sind im Englischen die Handlanger, aber auch die Schergen, die Spießgesellen, die Häscher, die Kreaturen und es sind die Haberer …  Das scheint die umfassend zutreffende Übersetzung für Handlangerinnen in Österreich zu sein …

Mögen in einigen Ländern Parlamente Ausmachungen und Beschlüsse von Staatschefs ohne weitere Diskussionen umsetzen, in Österreich geben es die Abgeordneten billiger, das muß jedoch eingeschränkt genauer benannt werden, die Abgeordneten von SPÖ und ÖVP, die sozialdemokratischen und christschwarzen Abgeordneten geben es also noch billiger, denn sie beschließen, daran kann heute nicht mehr gezweifelt werden, was zwei Ministerinnen ausmachten, deren Festlegungen nicht einmal der Frage unterworfen werden können, ob diese denn Lösungen seien oder nicht, wird bloß daran gedacht, welche Argumente sie für ihre Beschlüsse verwendeten, je nach deren Lektüre von Medienberichten, wie es scheint, über –, beispielsweise die Morde in Norwegen …

Ihnen werden alle Argumente, die von etlichen berufenen Seiten gegen eine Beschlußfassung dieser unter dem gar so verkaufsförderlichen Schlagwort „Anti-Terror-Paket“ bekannt-gewordenen Gesetze, bestens bekannt sein –, es muß also hier nichts mehr wiederholt, nichts mehr zitiert werden, zumal es ohnehin …

Was verbleibt jetzt noch? Ihnen, selbstverständlich, nicht zu danken, sondern klar festzustellen und festzuhalten, sozialdemokratische und christschwarze Abgeordnete werden als Habererinnen und Haberer einen verzichtbaren Beitrag geleistet haben, die Unterscheidung zwischen Demokratie und Diktatur für viele weiter zu erschweren, vor allem jene mit weiteren Argumenten zu versorgen, die ohnehin seit langem der fixen Meinung sind, nicht mehr in einer Demokratie zu leben, und diese Meinung nicht nur extensiv verbreiten, sondern auch immer mehr und mehr Bürger und Bürgerinnen dafür gewinnen, diese zu teilen, freilich ohne je aus eigener Erfahrung zu wissen, wie das Leben in einer tatsächlichen Nichtdemokratie wirklich ist. Sie selbst werden nur zu gut wissen, wie leichtfertig in diesem Land bereits von diktatorischen Handlungsweisen gesprochen wird, wie aufgeheizt bereits die Stimmung gegen die, noch, bestehende Demokratie ist, denken Sie aktuell beispielsweise an Dr. Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht und Kunst und Kultur, die sich erst gestern gegen „diktatorische Ultimaten“ verwahrte, als ob es, in einer Demokratie, nicht ausreichte, gegen ein Ultimatum, wenn unbedingt gewollt, kann das Verstärkte noch einmal mit entschieden verstärkt werden, also gegen ein Ultimatum entschieden sich zu verwahren. Und Sie selbst, sehr geehrte Frau Präsidentin des Nationalrates, haben in zeitlich unmittelbarer Nähe zu derart wichtigen Parlamentsbeschlüssen keine der Demokratie förderlichere Idee, die wohl kaum der demokratietheoretischen Literatur entnommen sein kann, in die Öffentlichkeit zu tragen, als nämlich die, im Parlament Ordnungsstrafen einführen zu wollen.

Was darf von sozialdemokratischen und christschwarzen Abgeordneten im österreichischen Parlament nun noch an Haberertum erwartet werden, was werden sie noch umsetzen, um das Vertrauen, um eine demokratische Politik noch weiter und schließlich gänzlich zu unterlaufen?

Was kann von sozialdemokratischen und christschwarzen Abgeordneten im österreichischen Parlament erwartet werden, was werden sie tun, um das Vertrauen, um eine demokratische Politik nicht noch weiter und schließlich gänzlich zu unterlaufen? Darauf werden Sie, Frau Nationalratspräsidentin, auch Sie, eine Antwort zu finden haben, und nicht weiter regierungsergeben zuwarten können, daß Ihr Staatschef mehr unternehme, um das Vertrauen der …

Um zu einem Schluß und damit zum eigentlichen Grund des Schreibens an Sie zu kommen, es ist wohl präventiv und als Eigenvorsorge zur Sicherheit vor der Sicherheit in einem ersten Schritt auf das Telefon zu verzichten.

Damit es auch ganz klar ist, wer für diesen Verzicht wirklich verantwortlich ist, ist Ihnen als höchste Repräsentantin des österreichischen Parlamentes und soher stellvertretend an die sozialdemokratischen und christschwarzen Abgeordneten das Schreiben an IM Johanna Mikl-Leitner mit dem beigelegten Telefonapparat mit dem höflichen Ersuchen zu übersenden, dieses der zurzeitigen Innenministerin zu überbringen, in Zuversicht und Vertrauen, Sie werden diese Aufgabe als Briefträgerin zur vollsten Zufriedenheit erfüllen.

Das Schreiben an IM Mikl-Leitner ist menschgemäß keines das unter das Briefgeheimnis fällt, es ist bereits am 11. August 2011 veröffentlicht worden und kann nachgelesen werden unter: www.pronoever.wordpress.com/2011/08/11/schreiben-an-innenministerin-johanna-mikl-leitner-beilage-1-telefon-zur-echtzeitraumuberwachung/.

Für das Überbringen und das Aushändigen im voraus ist Ihnen zu danken und auch, sehr geehrte Frau Präsidentin des Parlamentes, weiterhin viel Erfolg zu wünschen für Ihre Auftritte in den Schüler- und Schülerinnenparlamenten zum Thema „Demokratie auf dem Prüfstand“, gezeichnet

mit freundlichen Grüßen,
Bernhard Kraut

1 Anlage w.o.a.

Novelle Sicherheitspolizeigesetz – Roman für 183 Abgeordnete

Sehr geehrte Frau Innenministerin!
Sehr geehrte Frau Justizministerin!

Das Ansuchen an Sie um die Ausstellung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Fortsetzung der Arbeit an einer Schrift einschließlich der dazu notwendigen Recherchen ist an Sie gerichtet, weil Sie als die bekanntesten Betreiberinnen dieser Novelle öffentlich in Erscheinung getreten sind, und treten. Weiter, bis dato kein Amt vorgestellt wurde, das für ein derartiges Ansuchen zur präventiven Vermeidung von staatsgewaltlicher Beobachtung und Behandlung und sicherheitspolizeilicher Verfolgung explizit zuständig ist.

Novelle Sicherheitspolizeigesetz

Da nicht auf jedes Werkstück vor allem der geplante Paragraph 21 (3) anzuwenden sein wird, scheint es derzeit noch nicht notwendig, um eine generelle Unbedenklichkeitsbescheinigung für das Arbeiten in vielfältigen künstlerischen Ausdrucksweisen ansuchen zu müssen, sondern lediglich für „Der veruntreute Mensch. Eine Erhebung“, mit dem alle Bedingungen vor allem dieses Paragraphenabsatzes den Sicherheitsbehörden ideal in Erfüllung gehen könnten.

Der Inhalt zur Veranschaulichung berechtigter Vorsorgemaßnahmen ist rasch berichtet. Es ist der Gang von Magdalena Blämisch zur apostolischen Terroristin. Dennoch ist nicht sie, sondern die Zeit, in der sie lebt, die Hauptfigur. Das allmähliche Aufstehen von Magdalena Blämisch beginnt in 1986 und endet in dem Jahr, in dem die Leserinnen und Leser es enden lassen werden. Diese Zeit ist es, die sich in dieser christlich-abendländisch geprägten Frau reradikalisiert und schließlich auch Magdalena Blämisch dazu drängt, ein endgültiges Zeichen zur Umkehr zu setzen, die Sprengung des Schlosses Belvedere ist ihr dafür das Hauptsymbol. Es war und ist unumgänglich, entsprechende Recherchen durchzuführen, um Kenntnisse zu erlangen zur realistischen Beschreibung der Vorbereitung, der Beschaffung und Herstellung und Anbringung der Sprengladungen zur totalen Vernichtung u.v.a.m. dieses ihr historisch empfundenen Ortes. Auch um dem Stil der Reportage vollauf zu genügen. Lange Passagen zelebrieren die Auseinandersetzung in politischer, in psychologischer, in soziologischer, in psychopolitischer, in religioökonomischer, in weltanschaulicher Hinsicht die Frage um die Gutheißung solcher Anschläge in der sogenannten realen als auch in der sogenannten virtuellen Welt. Diese Diskurse sind nicht frei von Verhetzung, wie sie Ihnen von dem einen und anderen Kollegen etwa im Parlament und Ihren Dienststellen von der einen und anderen Plattform im Internet her bekannt sein werden, etwa von der dafür auch in Österreich hoch eingesetzten gutter panel mit dem Firmennamen „Facebook“. In einem Hochamt schließlich, nachdem das Reden als heillose Verschwendung abgetan und verworfen ist, werden die Anschläge gepriesen als der Vorsehung gesandte Erlösung des Menschen.

Nach diesem nach baldigem Inkrafttreten gierenden Paragraphen wäre eigentlich zur eigenen Sicherheit bereits jetzt die Weiterarbeit an der Veröffentlichung als Schrift abzubrechen, diese Arbeit augenblicklich freiwillig zu vernichten, noch aber will darauf gesetzt werden, daß den Beamten und Beamtinnen der jetzt aktiven Generation die Gattung „Roman“ etwas sagt. Schwere Sorge allerdings bereitet die geplante interaktive Fassung im Internet schon jetzt, die Leser und Leserinnen nicht nur zur Lektüre angeboten werden wird, sie auch eingeladen werden, sich selbst hineinzuschreiben und darin aufzutreten, aktiv in das Geschehen einzugreifen, das „Erhebt Euch!“ von Magdalena Blämisch in Handlung zu wandeln, die Sprengladungen herzustellen und zu zünden, der von Magdalena Blämisch gegründeten Hacker-Gruppe sich anzuschließen, um auf allen gehackten Sites ihre Botschaften gemäß ihrer Geschichtsdeutung zu hinterlassen, die gehackten Sites mit von der Vorsehung ihr diktierten Versen zu füllen. Die Hacker-Gruppe „Erleuchte den Menschen in der Finsternis“ hat aber nicht nur die frohe Aufgabe der Missionierung der extremsten Art empfangen, sondern auch den heiligen Auftrag, namensgemäße elektronische Anschläge …

Diese bei weitem nicht vollständig sein könnende (auch wegen der noch ausstehenden Beiträge der Leser und Leserinnen) Inhaltsangabe des veruntreuten Menschen mit dem geplanten Veröffentlichungstermin Jänner sowohl in Buchform als auch in der davor interaktiven und weiterzuschreibenden Fassung wird es Ihnen verständlich machen, weshalb bei Ihnen um eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Fortsetzung an dieser Arbeit anzusuchen unumgänglich ist, um präventiv vor Unannehmlichkeiten geschützt, ganz auf die Arbeit selbst, weiter, konzentriert bleiben zu können.

Möglicherweise ist schon daran gedacht, bereits im Zuge der nächsten sich weiterschraubenden Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes die rechtlichen Voraussetzungen zur Einrichtung einer Behörde zur generellen Unbedenklichkeitsamtsbekundung für künstlerisch tätige Menschen zu schaffen, so daß nicht für jede einzelne Arbeit, die etwa eine Schreibende selbst nicht mehr sicher bewerten kann, mit dieser auf den Radar der „Gefahrenabwehr“ gezerrt zu werden oder nicht, um eine Unbedenklichkeitsbescheinigung angesucht zu werden braucht, somit dann auch nicht mehr direkt an Sie, die zur Zeit als Ministerinnen noch als Adressatinnen zu wählen waren, das Ansuchen zu stellen ist. Mit der Ausstellung einer derartigen generellen Unbedenklichkeitsamtsbekundung erhielte der als unbedenklich eingestufte Kunstausübende als eine kundenfreundliche Leistung dieser Behörde einen taxativen Leitfaden, worauf in der künstlerischen Arbeit zu achten ist, um der Generalunbedenklichkeitsamtsbekundung vollauf zu entsprechen. Vielleicht ist bereits auch daran gedacht, eine derartige generelle Unbedenklichkeitsamtsbekundung mannigfachen Einsatzmöglichkeiten zuzuführen, beispielsweise als unbedingte Beilage zu Bewerbungen für künstlerische Positionen, etwa zu Bewerbungen um die Leitung eines Theaters, damit es Burgen der nationalsicherheitlichen Kunst werden, wie eben im Nachbarnationalstaat Ungarn, mit dem gerade Sie, werte Frau Innenministerin, im besten Einvernehmen gemeinsame Briefe schreiben, mit ihrem Amtskollegen in Budapest. Ein weiterer denkmöglicher Einsatz wäre auch das Subventionswesen zur Erleichterung der Entscheidungsfindung im Kunst- und Kulturbereich, was förderwert und was förderunwert …

Per E-Mail an alle 183 Nationalräte und Nationalrätinnen gesandt am 16. Oktober 2011

In der Hoffnung, mit diesem Roman nicht zu viel von Ihrer plenaren Arbeitszeit in Anspruch genommen zu haben, auch Ihrem Beitrag mit Interesse entgegensehend,

mit freundlichen Grüßen,
Bernhard Kraut

Odin M. Wiesinger – Olympische Kunst für das Parlament und für „Unser Deutschland“

Eben wurde der Aufenthalt in den parlamentarischen Räumen von Dr. Martin Graf beendet, mit ein paar Sätzen zur Kunstliebe in Österreich, ist vom Betreten eines nächsten Raumes zu erzählen, eines virtuellen Raumes, in dem ebenfalls Werke von Odin Wiesinger zu finden sind, vorläufig einmal ein Werk, aber mit dem Versprechen, es werden weitere Werke ausgestellt werden, auf der Website „Unser Deutschland“, von Karlheinz B..

Wie zu lesen ist, hat Karlheinz B. einen ganz besonderen Zugang zur Geschichte, es gehe ihm um das „Große und Ganze“, nicht um das, was etwa in der Schule auswendig zu lernen …

Das „Große und Ganze“ ist für Karlheinz B., wie in seiner Zeitleiste tabellarisch herausgestellt wird, beispielsweise eine Demonstration deutschnationaler Studenten gegen Ostjuden, aber auch, Juden rufen zu einem weltweiten Boykott gegen Waren aus Deutschland auf, aber auch, Englandbomben auf Deutschland, aber auch, Adolf Hitler heiratet Eva Braun

Was für Karlheinz B. nicht zum „Großen und Ganzen“ gehört, also nicht in seiner Geschichte vorkommt … Alles, was etwa in der Schule gelehrt wird, von den Nürnberger Rassengesetzen über die Reichskristallnacht bis zur industriellen Massenvernichtung von Menschen …

Und in dieses „Große und Ganze“ findet Odin M. Wiesinger als einziger schon zu Lebzeiten Aufnahme, eine also hohe Auszeichnung, bereits zu Lebzeiten mit den selektierten Ahnen den Olymp bewohnen zu dürfen, die Karlheinz B. für „unser Deutschland“ würdig befindet, mit Wolfgang Amadeus Mozart, mit Friedrich Schiller, Hermann Löns, …, Wolfgang Willrich

NS M. Odin Wiesinger, ein immer wieder willkommener Künstler auch von Dr. Martin Graf, dem III. Präsident NR mit einem erlesenen Kunstgeschmack, im Parlament, wird wohl das Schicksal so vieler vor allem männlicher Künstler teilen, ungefragt vereinnahmt zu werden, ungefragt auf diese Site von Karlheinz B. gezogen worden zu sein, um seinen mächtigen Vogel über Deutschland …

Kunstliebe in Österreich

Es wäre nicht groß erwähnenswert, wenn Dr. Martin Graf wieder Odin Wiesinger einlädt, im Parlament seine Werke auszustellen

Denn wem mag es verübelt oder gar vorgeworfen werden, inmitten seiner Bilderwelt wandeln zu wollen, ginge damit nicht stets einher die Verteufelung jedweder anderer Kunst als eine von nicht echten Künstlern und Künstlerinnen …

In diesem Jahr war es im September wieder Zeit, Odin Wiesinger in das Parlament zu laden, einen Künstler, der selbst zur Kunst, die nicht auf Burschenschaftsmotive beschränkt ist, nichts anderes zu sagen hat, als … Es mag nicht wiederholt werden, was von ihm bereits zitiert wurde …

Wie leicht könnte darüber hinweggesehen werden, wäre das lediglich das Kunstverständnis von Freiheitlichen und von Kunstschaffenden mit dem seltenen Glück, mit ihren Kunden auch die Gesinnung zu teilen … Aber diese oft bis zur Bösartigkeit gesteigerte Haltung gegen die Kunst der Gegenwart ist eine in Österreich nach wie vor weit verbreitete … Es wird zwar stolz hingewiesen auf den österreichischen Beitrag zur Kunst der Moderne, aber auf den vor einhundert Jahren, mit verklärtem Blick gefordert, Kunst und Literatur müsse sein wie zur Zeit …

Österreich braucht keine Kunstministerin, es hat eine Ballnistra

Dekretiert Claudia Schmied, in anderen Worten zwar:

Das erklärt Kunstministerin Claudia Schmied in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe [17. März 2011]. Die Ministerin: „Der Beginn war phantastisch, und zuletzt waren alle vom künstlerischen Teil des Opernballs begeistert. Dass zwischendurch auch etwas nicht gelingt, kommt vor.

Wahrhaft phantastisch. Ebenso phantastisch, um beim Anlaß dieser Erklärung zu bleiben, der Wille von Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst, das 20. Jahrhundert mit der größten Selbstverständlichkeit in dieses Haus einziehen zu lassen, mehr noch, der Generalmusikdirektor betonte gegenüber der „Presse“ am 23. März 2010:

Das 20. Jahrhundert muss mit größter Selbstverständlichkeit in diesem Haus einziehen. (Hervorhebung B.K.)

Das 21. Jahrhundert muß, wird im 22. Jahrundert ein Generalmusikdirektor, der – oh Fortschritt, phantastische Entwicklung – möglicherweise eine Generalmusikdirektorin sein wird, betonen, mit der größten Selbstverständlichkeit in dieses Haus einziehen, das wir im 21. Jahrhundert Lebenden, dann schon lange umgebettet in das letzte Haus aber in der Zuversicht, es wird der Einzug weitergehen, nicht mehr hören werden.

Evelyn Fuchs – Eine Würdigung zum Abschied

Von einer Stadt, in der behauptet wird, die Schauspielerinnen und die Schauspieler zu schätzen, zu verehren, gar zu lieben, findet sich dennoch seit knapp einer Woche in keiner Zeitung ein Nachruf.

Ist im Angesicht des Lebens bereits alles Gestammel, so verkommt dieses im Angesicht des Todes zu einem absoluten Gestammel,  gesteigert zum Unerträglichen durch Zusätze von Kitsch. Und dennoch scheint die Wahrheit, die wir Menschen auszudrücken fähig sind, durch, ist die Aufrichtigkeit eingebettet, den Verlust eines Menschen ehrlich zu beklagen. Es bleibt soher unentschieden, zu schreiben, oder doch zu schweigen, als die angemessenere Reaktion.

Gegen die Bedenken, nun, es muß gesagt, schlecht gesagt, sein,

Evelyn Fuchs war eine Schauspielerin, die fehlen wird,

 Evelyn Fuchs war eine Regisseurin, die fehlen wird.

Mit einem Vertrag als Schauspielerin, als Regisseurin der Josefstadt oder des Burgtheaters hätte sie zugleich eine Nachrufversicherungspolizze unterschrieben.  Das wäre ihr eine Unterschrift zu viel gewesen, weil eine für die Bühne unbrauchbare, mehr, eine hinderliche. Denn sie war nicht dafür Schauspielerin und Regisseurin, um eines Tages, eines schlimmen Tages, nach einem geschauspielerten Schauspielerinleben mit Nachrufen beschenkt zu werden. Evelyn Fuchs war Schauspielerin und Regisseurin, um ihr Publikum zu beschenken. Das tat sie überreichlich. Es war ihre Leistung,  Theater nicht als Fernsehen außer Haus zu spielen, ihr Publikum zu fordern, die Bühne mit der größten Spielfreude als Denkort einzurichten.

Jetzt, da Evelyn Fuchs nie mehr spielen wird, sie nie mehr inszenieren wird, wird es schwer, überhaupt je irgend ein Theater wieder zu besuchen, nachdem aus Ermüdung und Enttäuschung über das Dargebrachte es allmählich aufhörte, die sogenannten Großbühnen heimzusuchen.