Als es in einer Sequenz dieser Folge um Charlie Kirk geht, bekennt er seine Wurzeln; von der Beschulung in der Kindheit zerrt ein Menschen
ein Leben lang, mag er es auch für viele Jahre, oft sogar für Jahrzehnte diese vergessen oder gar verleugnet haben, so kehren doch viele gerade wenn sie um die 60 Jahre „auf dem Weg zum Greise“, eindringlich von Curd Jürgens einst gesungen, zurück an die Bank ihrer Kindheit, an der sie lernten das Rechnen, das Schreiben, das Lesen, das Turnen, das Hobeln …
(Ein Erzbischof ist nicht der Höchste in seiner Organisation, es gibt noch eine höhere Person, und diese kennt Erzbischof sehr gut, wie er in der Folge dieser Serie vom 7. Dezember 2025 verrät, er kenne seinen Papst sehr gut, und dieser sage ihm, auch das, wie es wirklich gewesen sei, als er auch noch Kanzler dazu hätte werden sollen.)
in diesem Abschnitt also spricht Erzbischof über das Pietätlose zum Tod des Märtyrers:
Der Faschismus-Vorwurf, ja, der is halt so schnell am Tisch. Und i bin a studierta Historiker, i waß schon a bissl woas, woas Faschismus is, und i hob des gelernt, und das was den Charlie Kirk betrifft, das hat mit dem Faschismus wenig zu tun.
Was mit dem „Faschismus“ zu tun hat, das führt der gelernte Historiker am 24. September 2025 beispielsweise in der „web eXXpress Medien Holding GmbH“ aus:
[…] Der neue Faschismus ist die Anfifa. […] Wenn wir unseren Arsch nicht bald in die Höhe bekommen, werden wir bis 2040, hundert Jahre nach dem Nazi-Faschismus, im Linksfaschismus aufwachen. Ich werde dann im Heim oder tot sein. Aber meine Kinder werden zu den Opfern eines Systems gehören, dass ich durch meine Faulheit und Feigheit mitverursacht habe.
Ein Erzbischof ist ein belesener Mann und es darf angenommen werden, es wird ihm dieses Zitat nicht unbekannt sein, das ebenso Belesene über Faschismus und Antifaschismus vertreten, über den Faschismus, der, wenn er wiederkehrt, als Antifaschismus …
Wie anders wohl wäre von Jason Stanley sein Buch „How fascism works“ geschrieben worden, hätte er vor Veröffentlichung das Glück gehabt, vom Erzbischof den Faschismus erklärt bekommen zu haben.
Aber es ist nie zu spät, wie es so schön heißt, vielleicht kann, ehe es zu einer Neuauflage kommt, eine Botschaft des Erzbischofes Jason Stanley erreichen, die beginnt mit „Lieber Freund. Wie Faschismus funktioniert …“
Aber weiter mit dem, was Erzbischof in dieser Folge sagt:
Ich sage Ihnen nur, daß alles, was Charlie Kirk sagt, i bin in eine christlich katholische Klosterschule gegangen, und es wurde dort auch vertreten. Und ich nehm an, das wird bis zu einem gewissen Grad heute noch vertreten, also die katholische Kirche ist nicht sonderlich glücklich mit Schwulen, und verweist dann auch auf die Bibelzitate. Und Charlie Kirk, der nur gesagt hat, es gibt sehr unterschiedliche Bibelzitate, ja, auf der einen Seite steht Steinigung drin, auf der anderen Seite liebe alle Menschen. Also, man muß des im Kontext sehen. Des hot er olles gsogt, daraufhin hat man ihm gsogt, er will Schwule steinigen. Aber, wir wissen doch, daß des so is. Kennnen Sie sich an den Tod von Felix Baumgartner erinnern, ist noch nicht so lange her, jo, ich lese Ihnen ein paar Zitate dazu vor.
Was Erzbischof vorliest, die Pietät verbietet es, das ebenfalls zu zitieren. Auf die Frage der Moderatorin, woher er dies habe, antwortet Erzbischof:
Das sind olles Dinge, die ich aus Twitter hab, ja, ich kann Ihnen auch zum Beispiel jetzt zu dieser Trump-Geschichte und zu dem ganzen Kontext [es folgen wieder Zitate mit den Namen der Verfassenden, die er zitiert]. Das geht durch, i mecht nur noch des Letzte sogn, also i hab schon viel gehört, aber des […] Und das Letzte bitte, derf i noch eines sogn, der nächste Übeltäter Robert Misik: „Elon Musk sollte behandelt werden wie Mussolini.“ Sie wissen, Mussolini is von den Partisanen ermordet worden, mit den Beinen nach oben aufgehängt worden, in Mailand.
Erzbischof wird nicht die letzte Person sein, die ungenau oder gesinnungsgemäß zugeschnitten zitiert, das doch ein wenig erstaunt, aus welcher Quelle er es wohl vorliest? Was der für Erzbischof seiende „Übeltäter“ tatsächlich schrieb, war dies:
Übel daran ist das Sinnentleerte, das Robert Misik schrieb,
und was das für Sinnentleertes war, muß nicht noch einmal ausgeführt werden …
Aber mit der September-Folge. Die Moderatorin informiert, Robert Misik sei letzten Sonntag hier zu Gast gewesen und es sei mit ihm persönlich darüber gesprochen worden:
I bin froh, daß i nit dabei woar, weil wenn i den seh, krieag i einen Übelkeitsanfall, wenn wer sowas macht, joa, das is, wissen Sie, und und da könn ma jetzt Rechte a zitieren, die sowoas mochn, i find doas olles, find, find, ja, mehr […] Schaun Sie, i krieg imma nuar die Zuschriften von die Linken und meine Frau, meine Frau sitzt jedes zweite Monat weinend zuhause, woas zu uns olles kommt. I man, i stell mi nit her und soag, die san weniger, die san mehr. Wissen Sie, sie san olle so über ihr Image besorgt, auf der Linkn, joa, und sie hobn alle Gründe dafür, der Herr Babler hoat a Buach herausgebn, jo, üba des red heute kein Mensch mehr, da wird […]
Es wurde darüber geredet. Erzbischof selbst hatte vor rund einem Jahr dazu beigetragen, am 15. November 2024: „Exxpress – Stalin-Gate um Babler-Buch! Seine Autorenschaft soll vertuscht werden“. In diesem Bericht heißt u. v. a. m.:
Mittlerweile scheinen dem SPÖ-Chef die Huldigungen aber unangenehm zu sein, denn seine Mitautorenschaft wurde plötzlich von seinem Wikipedia-Eintrag entfernt.
Laut Impressum ist Babler damals einer von neun Autoren des Redaktionsteams gewesen. Das 288 Seiten dicke Buch liest sich stellenweise wie eine Grundlagenwerk des modernen Linksextremismus, besonders bedenklich: An mehreren Stellen wird der sowjetische Diktator Josef Stalin, der für die Ermordung von Millionen Menschen durch Säuberungen und Hungersnöte verantwortlich war, nicht nur verharmlost – sondern sogar regelrecht verehrt!
Bislang schweigt die SPÖ zur problematischen Vergangenheit ihres Spitzenkandidaten. Doch unbemerkt ist das Thema freilich nicht geblieben. Im Wikipedia-Eintrag von Andreas Babler sind etwa alle Verweise auf seine “Stamokap”-Vergangenheit gelöscht worden.
Vor rund einem Jahr war Andreas Babler, zu dem nichts einfällt, das herausragend genannt werden könnte, also „einer von neun Autoren des Redaktionsteams“, rund ein Jahr später hat er, Babler, das „Buch herausgegeben“ … Korrekt allerdings ist die Zitierweise, wenn von diesem Buch gesprochen wird, da Andreas Babler nicht auf dem Cover angeführt ist: „Tibor Zenker: Stamokap heute, Drehbuchverlag, 2005.“ So wird es beispielsweise auf „Wikipedia“ zitiert, und zu ihm selbst, ist ebenfalls heute, am 12. Dezember 2025, zu lesen:
Diese Texte, die z. T. auch in andere Sprachen (u. a. Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Türkisch und Persisch) übersetzt wurden, sind durchwegs von einem sozialistischen und kommunistischen, weltanschaulich von einem marxistischen Standpunkt aus verfasst. Dies entspricht auch der politischen Betätigung Zenkers: In jungen Jahren in der SPÖ-nahen Sozialistischen Jugend (SJÖ) aktiv und neben Andreas Babler einer der Köpfe der Stamokap-Strömung in der SJÖ
„Im Wikipedia-Eintrag von Andreas Babler sind etwa alle Verweise auf seine ‚Stamokap‘-Vergangenheit gelöscht worden“, so „exxpress“ vor etwas mehr als einem Jahr. Nun, was es für Einträge vor einem Jahr gab, das kann nicht mehr nachvollzogen werden, aber was am 12. Dezember 2025 zu „Stamokap“ und zu „Andreas Babler“ auf „Wikipedia“ gelesen werden kann, das kann zitiert werden:
[Eintrag zu Andreas Babler, 12. Dezember 2025, Wikipedia]
Babler trat 1989 der SJÖ bei, wurde bald Landessekretär der SJ Niederösterreich, dann Bundessekretär und in weiterer Folge Vizepräsident der Internationalen Union der Sozialistischen Jugend (IUSY). Er galt als Vertreter des linken marxistisch-leninistisch Flügels der Sozialistischen Jugend und unterstützte das Konzept des Staatsmonopolistischen Kapitalismus (Stamokap). Die SJ unter Bablers Einfluss war große Unterstützerin des sozialistischen Jugoslawiens und empfand dessen Zerfall als „Katastrophe“. So wurde am 17. April 1999 am Wiener Heldenplatz eine Großdemonstration gegen die NATO und den Westen organisiert. Im selben Jahr inszenierte Babler ein eigenes „Wiener Tribunal“ in Opposition zum Haager UN-Kriegsverbrechertribunal. Den Vertrag von Rambouillet, dem der jugoslawische Politiker Slobodan Milošević als einziger nicht zustimmte, bezeichnete Babler als „unzumutbar“.[16]
[Eintrag zu Staatsmonopolitischer Kapitalismus, 12. Dezember 2025, Wikipedia]
Bemerkenswert war die Renaissance der Strömung Mitte der neunziger Jahre rund um den damaligen SJÖ-Verbandssekretär Andreas Babler, da seit diesem Zeitpunkt eigentlich die Sozialistische Jugend die Deutungshoheit über die Stamokap-Theorie in Österreich hatte.
Ein anderer Ausruf fällt dazu nicht ein — Bravo!
rufen sie einander zu: Monika Gruber dem Erzbischof, Erzbischof dem
für kurz gewesenen Vizekanzler …
Der Moderatorin in dieser Folge gebührt aber auch ein Bravo, allein schon dafür, daß sie belesen weiß, wer zu erwähnen ist, wenn es um Tiefgedachtes geht: Norbert Bolz, von dem in
dieser Folge Erzbischof zur großen intellektuellen Enttäuschung kein Zitat verlas …
Was in der Lesung vom Erzbischof in dieser Folge nicht vorkam, ist, was nicht selbst geschrieben, sondern einfach wie kurz weiterverbreitet wird, beispielsweise das, was ein gelernter Historiker, dabei sich auf seine Expertise in Sachen Faschismus berufen kann, schlicht ohne eigenen Zusatz nur weiterleitet oder, wie es gar modern heißt, „repostet“, am 10. Dezember 2025:
Die antisemitische Linke kippt immer weiter Richtung Faschismus.
Nur im Aufwuchs einer Klosterschule ist es einem Menschen gegeben, in der größten Liebe vom Gesicht eines Menschen zu reden, wie es Erzbischof kann,
„Da ist eh nichts mehr zu retten! Muss man in diese Visage wirklich 450€ reinschmieren?“
und dabei ganz verhaftet in der Ästhetik des Kulturreichs, für das er, schreibt er in seiner „Nachlese“ zur Folge aus dieser Serie vom 7. Dezember 2025:
Wir müssen kämpfen, wenn wir unser Österreich kulturell erhalten wollen, wie wir es aus den Tagen unserer Kindheit kennen.
Und was ein Erzbischof einst als Klosterschulkind gelernt, verlernt er nimmer, zum Beispiel die hohe Kunst des Rechnens, die eine der reichlichen Kulturtechniken, wenn er in seiner „Nachlese“ am 8. Dezember 2025 schreibt:
Aber man bekommt auch einiges dafür, zum Beispiel eine treue Community, die in Österreich schon 38 % der Menschen umfasst, die FPÖ-Wähler. Vielen Dank an alle, die mir schreiben und mich immer wieder unterstützen. Die ÖVP-Wähler dazugezählt sind das 58 % der Menschen, die einem dann den Rücken stärken, wenn man es nötig hat.
„58 %“, ein beeindruckendes Ergebnis seiner Rechenkünste in der Inklusionsberechnung, aber das kümmert „Echte Demokratie“ wenig, für sie ist die Zahl „38 %“ derart beeindruckend, wohl geradeso, als wäre sie — das kann gesagt werden, ist ihr doch der Pathos nicht fremd — direkt von der Vorsehung herabgekommen, und für sie ein Sakrileg, ein Rechensymbol zu fettieren, so schreibt sie in ihrer Antwort vom 10. Dezember 2025 nur „38“ und „Wir sind“ in fetten Druckbuchstaben: „Wir sind 38“ —
„Bekennt euch zur FPÖ!“! Mit diesen Worten sorgte der bekannte Soziologe u ehemalige SPÖ-Funktionär Bernhard Heinzlmaier für Aufsehen. Für ihn sei klar: „Wir sind 38 Prozent“, er wähle die FPÖ u sehe sich als Sympathisant der Freiheitlichen. Hausverstand/aufrechter Demokrat
Und einleitend zu „38“ und „58 %“ unmittelbar davor führt Erzbischof aus:
Es ist offensichtlich, dass uns die Linken einzuschüchtern versuchen. Die beiden gestern Anwesenden waren ein Paradebeispiel dafür. Der eine, ein mächtiger Grüner mit Top-Kontakten bis in die höchsten Staatskreise, die andere, eine mit der Waffe der Meinungsgestaltung ausgestattete Journalistin. Solche Leute können jeden, den sie fertig machen wollen, tatsächlich sozial durchstreichen. Und das Mittel der sozialen Auslöschung wird heute immer häufiger angewendet. Wenn sich jemand als FPÖ-Sympathisant oder AfD-Anhänger zu erkennen gibt, dann kommt nicht selten ein Schlag nach dem anderen: Ausgrenzung aus Freundeskreisen, Beschäftigungsverbot im öffentlichen Dienst, Kündigung des Bankkontos, als Selbstständiger Aufkündigung von jahrelangen Kundenbeziehungen, Verbreitung von Unterstellungen und Verunglimpfungen etc. Das alles macht das Leben nicht gerade einfacher.
Aber ein Erzbischof, gestählt seit seinen Klosterschultagen:
Ich werde mich sicher nicht niedermachen lassen. Wir müssen kämpfen, wenn wir unser Österreich kulturell erhalten wollen, wie wir es aus den Tagen unserer Kindheit kennen. Wenn das Stadtbild Wiens absolut nichts mehr mit dem unserer Kindheit zu tun hat, dann läuft etwas falsch. Solche Fehlentwicklungen aufzuzeigen, ist unsere Aufgabe.
Seine „Nachlese“ aber nicht auf der Plattform von einem der broligarchs, sondern auf seiner eigenen Seite; und was auf dieser
besonders gefällt, ist die „Empfehlung exxpress Berichte für Selberdenker“ —
Auf der Höhe des erzbischöflichen Geistes zu diskutieren, ist wohl nur einer Person in diesem Lande noch gegeben, und so ist es kein Mysterium des Landes;
kein Wunder des Landes, daß auch Erzbischof diesen Mann,
der einzig an Geistestiefe ihm das geweihte Wasser reichen kann, zum Gespräch lädt, sein Werk,
verlegt vom ehrenreichsten Verlag des Landes, zu diskutieren —



































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