Rudolf Bayr war ein österreichischer Psychiater, der Thomas Bernhard bei der Niederschrift seines Romans Auslöschung und bei der Behandlung seiner psychischen Leiden beriet. Es besteht eine enge Verbindung zwischen Bayr und Bernhard, da Bayr Bernhards Arbeit als Grundlage für dessen literarische Darstellung seines Aufwachsens diente. Auslöschung ist der letzte Roman Bernhards und wurde als eines seiner wichtigsten Werke anerkannt. Psychiater und Berater: Dr. Rudolf Bayr war ein Psychiater, der Thomas Bernhard während der Niederschrift von Auslöschung beratend zur Seite stand. Beteiligung am Roman: Bayr trug wesentlich zur literarischen Darstellung von Bernhards Erfahrungen bei und half dem Autor, seine persönlichen Erinnerungen in einen Roman zu verwandeln. Auslöschung als zentrales Werk: Auslöschung ist nicht nur Bernhards letzter Roman, sondern auch eines seiner bedeutsamsten Werke. Behandlung und Unterstützung: Die Beziehung zwischen Bayr und Bernhard war von psychischer Behandlung und literarischer Unterstützung geprägt, um das Werk zu vollenden.
Am 7. November 2025 hat die Tageszeitung „Der Standard“ einen Artikel
Wie Politiker und Manager als Ritter im Georgs-Orden dem Haus Habsburg „dienen“ Der St.-Georgs-Orden schafft es regelmäßig, hochkarätige neue Mitglieder zu werben, samt Ritterschlag durch den Kaiserenkel. Geht es um Nostalgie oder politischen Einfluss?
Es wurden bereits zu viele Kapitel zu diesem Orden … So bleibt bloß eine Hinzufügung noch: Wenn je von diesem Orden wieder geschrieben und gesprochen wird, soll nur noch in der englischen Übersetzung von diesem gesprochen, geschrieben werden, da diese eine zutreffendere Bezeichnung ist, die alles bis zur Kenntlichkeit erhellt, was diesen Orden eines Klans anbelangt, menschgemäß ist es kein Befehl, sonden eine Empfehlung, um gegen die Verharmlosung und Selbstverharmlosung dieses Klans …
In der ersten November-Woche 2025 ist noch etwas bekannt geworden, und zwar der Fall des Schmucks, von dem nun berichtet wird, der Schmuck sei seit einhundert Jahren „verschollen“ gewesen. Für die sogenannte breite Öffentlichkeit mag das so stimmen, aber „verschollen“ ist der Schmuck, den, kurz wie einfach gesagt, auf Befehl von Karl Habsburg seine Gang aus der Schatzkammer der Wiener Hofburg entwendeten, nie gewesen, und eine Komplizin von Karl Habsburg, vielleicht war es sogar ihre Order an ihren Ehemann, den Schmuck entwenden zu lassen, hat den Schmuck in ein kanadisches Versteck … Ein Fall in der Qualität von Kriminalfällen, über die zu berichten der geeignete Platz der Chronikteil von Tageszeitungen ist, wäre da nicht …
Nein, die Familie interessiert dabei ganz und gar nicht, es ist das Übliche in Familien, daß es Geheimnisse gibt, daß in einer Familie nicht alle alles wissen, daß in einer Familie nicht alle eingeweiht sind. So auch in dieser Familie, wie jetzt berichtet wird.
Karl Habsburg sagte als heutiges Oberhaupt der Familie, er selbst habe bis vor einem Jahr nichts von dem Verbleib des Schmucks gewusst. Zwei seiner Cousins hätten ihn damals über das Schließfach informiert. Der Schmuck solle demnächst ausgestellt werden, allerdings vorerst in Kanada und nicht in Österreich. Dies sei eine Geste an Kanada, das Kaiserin Zita nach ihrer Flucht aus Europa 1940 eine Heimat gegeben hatte.
Auch das das Übliche in Familien, vor dem Vater wird vieles verheimlicht, der Mann erfährt vieles überhaupt erst, wenn es ganz und gar nicht mehr zu umgehen ist, unüblich dabei ist bloß, bei anderen Familien wird der Vater und der Mann in Medien in einer Republik nicht mehr als Oberhaupt bezeichnet, und das aber wohl erst und allmählich im Grunde wie in Österreich ab der gesetzlichen Regelung vor fünfzig Jahren:
„Am 1. Juli 1975 wurde die größte Familienrechtsreform in Österreich beschlossen, die den Mann als Oberhaupt der Familie abschaffte und Frauen endlich Selbstbestimmung ermöglichte. Ein Meilenstein gegen das Patriarchat, erkämpft vor allem von Österreichs erster Frauenministerin und der Vorsitzenden des Österreichischen Frauenrings, Johanna Dohnal, gemeinsam mit zahlreichen mutigen Frauen, darunter auch die Gründerinnen des Frauenringes, Hertha Firnberg und Lola Solar“, so Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.
Aber dies nur nebenher. Was im Schmuckfall von Interesse ist, ist die Verklärung dieses Klans zur verarmtenFamilie, obgleich die eheliche Komplizin von Karl Habsburg, der vor einhundertunddrei Jahren auf Madeira starb, offensichtlich nie aus Not gezwungen war, diesen Schmuck wohl von beträchtlichem Wert zu versetzen, um für ihre Familie die täglichen Lebenshaltungskosten aufzubringen, ihr das Überleben …
Nur nebenher auch dies, Schmuck muß für diese Familie besonders anziehend sein, vielleicht das Funkelnde, das Glitzernde, dem sie nicht widerstehen können, so auch Karl Habsburg, also das heurige Oberhaupt dieses Klans, als er, in wenigen Monaten werden es dreißig Jahre her sein, ein Diadem nach Österreich herein
Er soll am 30. Juli 1996 bei einer Kontrolle von Zollbeamten am Flughafen Hohenems ein rund 630.000 Schilling teures Diadem nicht angegeben haben. In erster Instanz ist Habsburg bereits im Juli 1998 verdonnert worden. Nach juristischen Umwegen verhandelte der Berufungssenat der Finanzlandesdirektion abermals über die Erkenntnis. Dabei gelangte der Senat unter dem Vorsitz von Richter Erich Wieder zum Schluss, dass sich der Kaiserenkel des versuchten Schmuggels zu verantworten und dafür rund 183.000 Schilling Strafe zu bezahlen hat. Er schloss sich damit der Erkenntnis der ersten Instanz vollinhaltlich an. Ob Habsburg gegen die Erkenntnis des Senats berufen wird, ist noch unklar. Er zeigte sich in einer ersten Reaktion “erstaunt” vom Spruch der Finanzstrafbehörde werde jetzt die schriftliche Ausführung der Erkenntnis abwarten. Erst dann will er darüber entscheiden, ob er beim Verwaltungsgerichtshof berufen wird. Die Chancen, mit dieser Berufung einen Sieg in dem mühsamen Verfahren davonzutragen, schätzte der der Leiter der Finanzstrafbehörde Vorarlberg, Hofrat Hans Fleischhacker, als “eher aussichtslos” ein. Habsburg selbst ist sich dennoch immer noch kaum einer Schuld bewusst: “Schmuggeln wollte ich sicher nicht”, erklärte er den wartenden Journalisten. Er habe lediglich zuwenig darauf geachtet, ein Diadem anzumelden, das er seiner Frau “für den Besuch eines Balles” mitbringen wollte, sagte er. Im übrigen, so Habsburg vor Richter Wieder, hätte er das Ganze “schon vor drei Jahren erledigen können”. Und zwar dann, wenn er sich auf die Immunität als Europaabgeordneter berufen hätte.
Vorarlberg Online. 29. Oktober 1999.
wie seinerzeit seine Großeltern Schmuck von Österreich aber hinaus … und letztlich nach Kanada, wo jetzt die Beute, wie es in der Chronik immer so schön heißt,
solle demnächst ausgestellt werden, allerdings vorerst in Kanada und nicht in Österreich. Dies sei eine Geste an Kanada, das Kaiserin Zita nach ihrer Flucht aus Europa 1940 eine Heimat gegeben hatte.
Medien in einer demokratischen Republik, auch das scheint nach wie vor dazuzugehören, nicht nur Vater und Mann als Oberhaupt anzureden, sondern auch eine abgesetzte Kaiserin einfach weiter nur als Kaiserin, als wäre sie es nach wie vor…
Da dies nicht von Belang ist, wurde nicht nachgeforscht, ob das Enkerl je gegen das Erkenntnis, gegen die verhängte Strafe beim Verwaltungsgerichtshof Berufung einlegte oder nicht.
Damit wurde der ehemalige Träger der Krone nicht nur zeit seines Lebens des Landes verwiesen, sondern auch sein – bis dato unangetastetes – Privatvermögen eingezogen. Der „Allerhöchste Familienfonds“ wurde sozialen Zwecken zugeführt und zum „Kriegsgeschädigtenfonds“ umgewidmet, dessen Erträge nun Kriegswitwen und -waisen zugutekamen – allerdings ließ die galoppierende Inflation seinen Bestand rasch dahinschmelzen.
Kronen-Zeitung. Dr. Martina Winkelhofer. Was geschah mit dem Vermögen der Habsburger?18. März 2025.
Ein weiteres Kapitel zu Franz Dinghofer – mit Lachnummern, diesmal wieder mit den bereits einschlägig bekannten Mannen Wolfgang Sobotka, Christian Hafenecker und an der Gitarre Walter Rosenkranz …
In einem ungewöhnlichen Schritt hat der frühere Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) deutliche öffentliche Kritik an seinem Nachfolger Walter Rosenkranz geübt.
Der Standard. Sobotka greift Rosenkranz wegen rechter Veranstaltung an: „Bewusste Provokation“ — Zuvor haben mehrere renommierte Historiker in einem offenen Brief die Absage des Dinghofer-Symposiums gefordert, das am 11. November stattfinden soll. Fabian Schmid. 4. November 2025
Eine „bewußte Provokation“ kann die Anfragebeantwortung von Wolfgang Sobotka, als er selbst Nationalratspräsident war, vom 14. Mai 2019 genannt werden, als er zu Franz Dinghofer befragt wurde.
Die Abgeordnete Dr. Alma Zadic hat an den Präsidenten des Nationalrates die schriftliche Anfrage 29/JPR betreffend “ Parlaments-Veranstaltung BAUMEISTER DER REPUBLIK FRANZ DINGHOFER“ gerichtet.
Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
1 Ist Ihnen bekannt, dass der in einer Parlamentsveranstaltung geehrte Politiker Franz Dinghofer Zeit seines Lebens ein bekennender Antisemit war?
2 Falls Ja: Wie rechtfertigen Sie eine in Form und Inhalt unkritische Würdigung seines politischen Wirkens in den Räumen des Parlaments?
3 Ist Ihnen bekannt, dass Franz Dinghofer NSDAP-Mitglied war?
4 Falls Ja: Wie rechtfertigen Sie auch in diesem Fall eine in Form und Inhalt unkritische Würdigung seines politischen Wirkens in den Räumen des Parlaments?
5 Falls Frage 1 und 3 mit Nein beantwortet werden: Sind Sie bereit, die historischen Fakten zur Kenntnis zu nehmen und gegebenenfalls eine Tagung zu dem Thema zu organisieren?
6 Wurde die ORFIII-Dokumentation zu Franz Dinghofer von Seiten des Nationalratspräsidiums bestellt?
7 Wurde die Produktion der Dokumentation mit Mitteln des Parlaments finanziert?
8 Wie können Sie sicherstellen, dass derartige Ehrungen fragwürdiger historischer Persönlichkeiten in Zukunft nicht mehr in den Räumen des Parlaments stattfinden?
Zu den Fragen 1 bis 5 sowie 8: Grundsätzlich ist von der rechtlichen Verantwortung für Aktivitäten die politische Verantwortung von Politikern und Politikerinnen zu unterscheiden. Die inhaltliche und politische Verantwortung für Veranstaltungen liegt, wie bereits in einigen Anfragebeantwortungen ausgeführt, bei den jeweiligen Präsidentinnen des Nationalrats und des Bundesrats. Dies gilt im Übrigen auch für Veranstaltungen der Klubs. Es ist jedoch unbestritten, dass für die Würde und das Ansehen des Nationalrats letztlich wir alle verantwortlich sind. Dies habe ich zuletzt in einem gemeinsamen Schreiben mit der Zweiten Präsidentin und der Dritten Präsidentin des Nationalrats an die Klubobfrau und an die Klubobmänner zum Ausdruck gebracht.
Zu den Fragen 6 und 7: Die Dokumentation über Franz Dinghofer ist Teil der ORF-III-Reihe „Baumeister der Republik“; die Entscheidung über den Programmschwerpunkt zum Gedenken der Republiksgründung obliegt den Verantwortlichen des ORF. Sie wurde nicht vom Nationalratspräsidium bestellt und nicht vom Parlament finanziert.
Das also war die Antwort von Wolfgang Sobotka im österreichischen Parlament, mit der er nicht deutlich zu antworten wußte, was er alles nun, sechs Jahre später, über Franz Dinghofer zu wissen scheint, das er, Sobotka, aber vor einem Jahr auch noch nicht zu wissen schien, wenn er erst jetzt, etliche Jahre verspätet, „bewusste Provokation“ vorzubringen weiß …
Für diesen Künstler muß Franz Dinghofer ein wahrer schöpferischer Ansporn sein, schuf er doch nicht nur eine Mauerfallskulptur zu einem dinghoferischen Symposiumsthema, sondern auch eine Franz-Dinghofer-Medaille …
Christian Hafenecker, Mediensprecher der FPÖ, hielt die Laudatio auf den Verlag „1848 Medienvielfalt Verlags GmbH“, der für ihr Webportal unzensuriert mit dem Medienpreis des Dinghofer-Syposiums ausgezeichnet wurde. Als Vorläufer aller alternativer Medien habe unzensuriert die mediale Landschaft umgekrempelt, den „Mainstream-Medien das Fürchten gelehrt“ und sei dabei hinsichtlich der Zugriffszahlen erfolgreicher gewesen als viele der etablierten Nachrichtenportale. Die kritische Auseinandersetzung mit den vorherrschenden Narrativen und die Ermutigung der Leser, die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, machen laut Hafenecker den Erfolg des Mediums aus. Stellvertretend für das gesamte Team hinter unzensuriert nahm Walter Asperl den Preis entgegen.
Bei so viel gesinnungsgemäßer Medienkunst und wiesingerischer Kunst ist es selbstverständlich, daß auch die Vortragskunst nicht zu kurz kommt, die vertreten u. a. m. durch Christian Neschwara, Michael Ley …
Auch nur die Rechtbesten der Moderationskunst werden für die Moderation der dinghoferischen Symposien erwählt, u. a. m. Walter Rosenkranz, der, kurz wie einfach gesagt, ein multikultureller Mann ist, der nicht nur in der Moderationskunst beheimatet ist, sondern auch in der Kunst der Musik, als Gitarrist, für Dinghofer an der Gitarre …
Übrigens, die Musik verbindet Wolfgang Sobotka, der auch als Dirigent und Violoncellist anhörbare Töne von sich gibt, mit Walter Rosenkranz, der nun seit dem 24. Oktober 2024 Nationalratspräsident ist, davor war es Wolfgang Sobotka, und zwar vom 20. Dezember 2017 bis zum 23. Oktober 2024 … Wie viele Jahre früher hätte, wäre Wolfgang Sobotka u. v. a. m. nicht Nationalratspräsident gewesen, hätte es auch seinen Aufschrei gegeben, als Dirigent und Violoncellist, gegen Franz Dinghofer im Parlament, gegen das Franz-Dinghofer-November-Pro im Parlament, das nun seit fünfzehn Jahren …
Zu dieser Lachnummer ist nichts hinzuzufügen, höchstens, es fehlte das „Gespür“ im österreichischen Parlament, denn Walter Rosenkranz ist nicht allein von seiner Partei zum Nationalratspräsidenten gewählt worden,
Der ÖVP-Verfassungssprecher unterstützt diesbezüglich auch eine Resolution namhafter Zeithistorikerinnen bzw. Zeithistoriker, die sich entschieden für eine Absage der Veranstaltung ausgesprochen haben. Auch Rosenkranz sollte diesen Aufschrei aus der Geschichtswissenschaft ernst nehmen. “Gerade in der jüngeren Vergangenheit war das Parlament ein Ort, in dem auf Initiative des damaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka viel im Kampf gegen den Antisemitismus und für das Gedenken und die Prämisse ‘niemals vergessen’ getan worden ist. Und das gerade auch in Zeiten, in denen der Antisemitismus auf der Welt wieder zu erstarken begonnen hat”, unterstreicht Gerstl. Abschließend sagt der Abgeordnete der Volkspartei: “FPÖ-Nationalratspräsident Rosenkranz ist im Sinne des Parlaments als Ort und Symbol von Freiheit und Demokratie gefordert, die notwendige Sensibilität walten zu lassen und zu handeln.”
Wie 2024 Wolfgang Sobotka hätte im Heurigen Walter Rosenkranz entscheiden können, der 12. November gehe dafür in Ordnung, das seien zwei Tage später … Am 12. November 1938 fand nichts Schlimmes statt, bloß u. a. m. eine Sitzung, in der es gar sachlich um Versicherungsleistungen …
FPÖ – Hafenecker: „Rufmordkampagne gegen Republikgründer Dinghofer entlarvt. Fakten zeigen: Er war Opfer des NS-Regimes, kein Täter!“ Umso grotesker sei der Versuch, Dinghofer heute in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken. Die wissenschaftlichen Fakten sprechen eine klare Sprache: 1938 wurde Dinghofer von den Nationalsozialisten aus politischen Gründen als Präsident des Obersten Gerichtshofes abgesetzt und zwangsweise in Pension geschickt – weil er nicht im Sinne der NS-Ideologie gehandelt hatte.
Dies nur soll aus der Presseaussendung OTS0057 vom 4. November 2025 von Christian Hafenecker, bei dem von einer einzelnen Lachnummer gar nicht gesprochen werden kann, herangezogen werden, er, Dinghofer, soll zwangsweise in Pension —
„Meine restliche Dienstzeit dauert in keinem Falle so lange bis die restlose Eingliederung des Obersten Gerichtshofes in das Reichsgericht vorgenommen werden kann. Um die Art der Durchführung dieser so hohen und wichtigen Aufgabe in personeller Hinsicht zu er leichtern, halte ich es für zweckmässiger, dass die Ueberleitung des Obersten Gerichtsho fes in das Reichsgericht bereits jetzt von einer Persönlichkeit in Angriff genommen wird, welche sie auch zu Ende führen kann.“1063
er, Dinghofer, hat also selbst, kann gelesen werden im
Bericht der Linzer Straßennamenkommission. Archiv der Stadt Linz. 2022. Auszug aus dem Gesamtbericht zu Franz Dinghofer – Dinghoferstraße,
um die Versetzung in den dauernden Ruhestand am 28. April 1938 mit ebendieser Begründung schriftlich ersucht.
Im April 1938 zeichnete sich im Obersten Gerichtshof aber auch das Karriereende von Ding hofer selbst ab. Er suchte schriftlich am 28. April 1938 beim Justizministerium in Wien um Versetzung in den dauernden Ruhestand an. Neben dem Hinweis auf sein Alter – er war zu diesem Zeitpunkt bereits 65 – begründete er den Antrag folgendermaßen: [siebe oben]
In seinem Antwortschreiben akzeptierte Justizminister Dr. Franz Hueber am 2. Mai 1938 den Wunsch Dinghofers, in den Ruhestand treten zu wollen, und dankte ihm für seine „viel jährige, dem Vaterland gewidmete Tätigkeit“: „Empfangen Sie gleichzeitig meine herzlichsten Wünsche für Ihr weiteres Wohlergehen.“1064 Der Aktivbezug Dinghofers wurde mit Ende Mai eingestellt.1065 Ab 1. Juni 1938 galt Dinghofer demnach als Pensionist.1066 Die Ruhestandsver setzung erfolgte vorzeitig, hätte doch der 65-Jährige eigentlich erst mit dem 31. Dezember 1938 aus dem Aktivstand ausscheiden müssen.1067 Mehrere Zeitungen berichteten über die Pensionierung des Ersten Präsidenten des Obersten Gerichtshofes unter Hinweis auf dessen Verdienste, insbesondere wegen seines Kampfes für den Gedanken eines Großdeutschen Rei ches.1068
Mit dem Justizminister habe er „einige unerfreuliche Auseinandersetzungen“ gehabt. Er sei genötigt worden, die Leitung des Obersten Gerichtshofes dem Rate des OGH Dr. August Zellner zu übergeben.1070 Dinghofer erinnerte sich auch, dass ihm für den Falle der Weigerung, in Pension zu gehen, Gewalt angedroht worden sei.1071 Die Darstellung Dinghofers hat offenbar tatsächlich den wahren Sachverhalt wiedergegeben, bestätigten doch in der Nachkriegszeit mehrere Mitarbeiter des OGH, dass Justizminister Dr. Hueber Dinghofer aufgefordert hatte, sein Pensionsgesuch zu überreichen, „weil er mit Rücksicht auf seine Amtsführung beim OGH und die Rechtsprechung des OGH in Strafsachen während der Jahre 1933 bis 1938 bei der NSDAP missliebig geworden ist“.1072 Nach 1945 galt die Ruhestandsversetzung Dinghofers jedenfalls aus politischen Gründen erfolgt.1073 Den Hauptgrund seiner Entfernung sah Dinghofer freilich darin, dass der OGH durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich überflüssig geworden war und er als „Alter“ nicht in das neue System gepasst habe.1074
Im Juli 1940 war die Beurteilung des Gauhauptstellenleiters F. Kamba hingegen eindeutig positiv: „Der Obengenannte erscheint politisch zuverlässig. Seine volle Einsatzbereitschaft für den nationalsozialistischen Staat steht ausser Zweifel.“1085
Im August 1938 stellten die Kreisleitung I sowie die Gauleitung der NSDAP Wien Dinghofer ein überaus positives Zeugnis aus: Er sei stets großdeutscher Politiker gewesen und seine politische Zuverlässigkeit sei „ganz selbstverständlich“ gegeben. Das politische Führungszeugnis gipfelte in der Feststellung: „Dr. Dinghofer steht längst in den Reihen der Kämpfer Adolf Hitlers und wird mit seinen grossen politischen Erfahrungen bestimmt der Bewegung dienen.“1079
Ach, Franz Dinghofer, stets ein „Opfer“, alles passierte ihm „zwangsweise“, und das war schon dem nationalsozialistischen Regime bekannt:
Detailreicher fiel schließlich die politische Beurteilung des Personalamtsleiters der Ortsgruppe Stubenviertel im Oktober 1938 aus: Nach Auskunft der NS-Beamtenschaft sei Dinghofer als Großdeutscher bei der Nationalratswahl 1930 und bei der Gemeinderatswahl 1931 in Gegnerschaft zur NSDAP gestanden. Dinghofers Eintritt in die Vaterländische Front des Ständestaates wurde hingegen als „erzwungen“ gewertet. Als „Verdienste in der Bewegung“ führte man „Verwendung für Nationalsozialisten“ an. Aktuell sei Dinghofer Mitglied im Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund. Nach dem Umbruch habe er sich nicht gegensätzlich zum heutigen Staat und der Partei ausgesprochen. Sein diesbezügliches Verhalten wurde als „sehr gut“ bezeichnet.1080
Das Fazit von Christian Hafenecker,
Wer ihn heute cancelt, greift die Fundamente der Republik an. Wer die Republik liebt, darf ihre Gründungsväter nicht aus der Geschichte streichen. Linke Ideologen mögen canceln wollen – wir aber erinnern, würdigen und verteidigen die Wahrheit“, so Hafenecker abschließend.
Doch, ja doch, auch das noch aus der hafeneckerischen Presseaussendung:
Eine aktive NSDAP-Mitgliedschaft ist nicht belegt, die Unterlagen sind widersprüchlich und teilweise ohne seine Unterschrift […]
Im Straßennamenbericht ist zu lesen:
Zur tatsächlichen Parteimitgliedschaft Dinghofers sind Karteikarten in der Zentralkartei der NSDAP sowie in der NSDAP-Gaukartei vorhanden. Demnach wurde die Aufnahme am 18. April 1940 beantragt. Mit 1. Juli 1940 erfolgte der Eintritt in die NSDAP mit der Mitgliedsnummer 8,450.902. Am 30. September 1941 wurde eine Mitgliedskarte für ihn ausgestellt.1088
Mehr aber von Interesse als die Frage, wie das damals mit Franz Dinghofer war, wie seine Biographie zu lesen ist, ist, was ist von ihm in der Gegenwart, und dazu fällt nicht nur die für sich fälschlicherweise in der Gegenwart lebende Person aus der SS (Schreibstaffel) der gesinnungsgemäß zensurierten Website ein, was die wohl Franz Dinghofer an Gelerntem verdankt, daß sie sich
Am 3. November 2025 ist auf der Konzernplattform XMonika Gruber wieder einmal lustig:
No, da kommt er aber ins Flattern, der Herr Falter…
Sie bezieht sich auf eine Diskussion zwischen Florian Klenk und Norbert Bolz, und verbreitet hierfür weiter, das Alexander Steffen auf der Konzernplattform X am 3. November 2025 schreibt:
Überragender Konter von Professor Norbert Bolz. Ein linker Journalist will ihm vorwerfen, dass er sich im Netz „radikalisiert“ habe. Der Angriff geht aber voll nach hinten los und wird zum Eigentor. Purer Genuss, absolut sehenswert, besonders am Ende.
Alexander Steffen verbreitet den Diskussionsausschnitt zwischen Florian Klenk und Norbert Bolz mit, den „MWW — MehrWertWissen“ nun ausgegraben hat … Wie aktuell von Monika Gruber, Alexander Steffen und MehrWertWissen doch das ist: die Verbreitung einer Diskussion, die vor fünf Jahren von der Fernsehanstalt „ServusTV“ ausgestrahlt wurde.
Sie [Florian Klenk] argumentieren von dieser Voraussetzung, die Rechten sind dadurch charakterisiert, daß sie andere denunzieren, indem sie Formen bringen wie: ich habe gelesen, daß. Genau das haben Sie [Florian Klenk] eben gemacht. Ist das jetzt Denunziation? Ist das Diskriminierung? Was ist das, was Sie [Florian Klenk] mir gegenüber machen? Sagen Sie [Florian Klenk] doch einen einzigen Tweet, den Sie für irgendwie radikal halten. Der Witz bei meinen Tweets ist, sie sind alle sehr intelligent, ich denke lange darüber nach, ich spucke das nicht so aus, wie viele andere. Das ist alles durchdacht, und das macht die Linken wahnsinnig, daß sie wütend sind über meine Tweets, das liegt nicht daran, daß sie rechtsradikal oder sonst radikal sind, sondern daß sie direkt durchdacht sind und daß sie nichts dagegen bieten, und es geht Ihnen genauso, leider wissen Sie ja nicht einmal einen einzigen, oder? Ist es das? Neinneinnein, darauf wollten Sie hinaus. Aber bitte, jetzt wäre es, einfach zu schweigen, und zu sagen, lassen Sie mal die anderen reden. Weil Sie sind jetzt wirklich am Ende.
Das Bemerkenswerte und das Aufmerkwerte an dem von Norbert Bolz Gesagten ist:
Der Witz bei meinen Tweets ist, sie sind alle sehr intelligent, ich denke lange darüber nach, ich spucke das nicht so aus, wie viele andere.
Daß der Witz an seinen Tweets der ist, daß sie alle sehr intelligent seien, daß er lange darüber nachdenken würde, daß er sie nicht so ausspucke, wird am leichtesten verständlich, seine Tweets für ihn selbst sprechen zu lassen. Aber nicht mit sehr intelligenten Tweets, die er, Norbert Bolz, vor fünf Jahren nach langem Nachdenken nicht ausspuckte, sondern — mit einer Auswahl seiner Tweets im Zeitraum vom 17. Juli 2025 bis zum 26. Oktober 2025. Er, Norbert Bolz, was er nicht sagte, aber angenommen werden darf, wird bei der Weiterverbreitung von Tweets Dritter wohl ebenso vorgehen, also werden seine Weiterverbreitungen ebenso sehr intelligent sein, wird er ebenso lange darüber nachdenken, was er weiterverbreitet, wird er seine Weiterverbreitungen nicht so ausspucken, wie viele andere …
Wenn die eigenen Tweets sehr intelligent sind, wenn lange darüber nachgedacht wird, und sie, die Tweets, nicht so ausgespuckt werden, dann können die von Norbert Bolz weiterverbreiteten Tweets nur eines ebenfalls sein: sehr intelligent, über diese ebenfalls nur lange nachgedacht worden sein, diese nicht so ausgespuckt … In der Auswahl der bolzischen Tweets vom 17. Juli 2025 bis zum 26. Oktober 2025 sind nicht seine eigenen sehr intelligenten, lange durchdachten und nicht so ausgespuckten Tweets, sondern auch bolzische weiterverbreitete Tweets, die für Norbert Bolz seine Tweets-Kriterien recht umfassend erfüllen: sehr intelligent, lange durchdacht und nicht so ausgespuckt wie eben die eigenen …
Im Zeitraum vom 17. Juli 2025 bis zum 26. Oktober 2025 verbreitete Norbert Bolz Tweets u. v. a. m. von
Wen sonst immer noch Norbert Bolz vom 17. Juli 2025 bis 26. Oktober 2025 weiterverbreitete, beispielhaft nur genannt Anabel Schunke, Emrah Erkan und so weiter und so fort, sie alle zeichnet aus, die bolzischen Tweets-Kriterien gänzlich zu erfüllen.
Welche Tweets und welche Tweets-Weiterverbreitungen die bolzischen Kriterien von Norbert Bolz selbst am eindrucksvollsten erfüllen, ist nicht zu entscheiden, ein paar Beispiele aber, die seinen Anspruch erfüllen könnten, sollten doch exemplarisch angeführt werden:
551 14. August 2025
Die reine Wahrheit. Großartiger Mann [Yavier Milei]. 14. August 2025
Neues Genre im Journalismus: Frustrierte Frauen feiern sich selbst. 27. Juli 2025
UN, EU und ÖRR sind nicht mehr reformierbar. 10. September 2025
Rechtsextreme sind leicht zu erkennen. Sie sprechen vom „Sommer“. 14. August 2025
Je mehr die Emotionen die Argumente verdrängen, desto femininer wird die Massendemokratie. 13. September 2025
Es gibt etwas Schlimmeres als die „Lügenpresse“: den ÖRR. 13. September 2025
Gute Formel von Reichelt: Die Linke = SED + RAF 7. Oktober 2025
Guter Satz von meiner Frau: Trump ist der Anti-Heuchler. 1. Oktober 2025
„Stadtbild“ ist ein bekannter Nazi-Begriff. 16. Oktober 2025
Im übrigen meine ich, dass der ÖRR zerschlagen werden muss. 13. Oktober 2025
Aber es ist nicht die Uraufführung von „Heldenplatz“ Grund zu erinnern, sondern Rudolf Bayr, der einmal Intendant des Landesstudios Salzburg des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Österreich war, von dem im „KI-Modus“ absonderliche biographische Angaben zu erfahren sind, u. v. a. m. beispielsweise, daß er, Rudolf Bayr, „einer der Hauptrollen in der Uraufführung von Thomas Bernhards Drama ‚Heldenplatz‘ im Jahr 1988 am Wiener Burgtheater“ spielte, an einem anderen Tag wieder, daß er, Rudolf Bayr, „dort die Uraufführung von Bernhards Theaterstück ‚Heldenplatz‘ am 4. November 1988 inszenierte“ …
Siebzehn solche Absonderlichkeiten an vielen verschiedenen Tagen vorgebracht wurden bereits im Kapitel „KI – Knock Intelligence“ festgehalten. Es gibt aber noch eine Konstante, es wird gesiebt, es wird ausgesiebt, es wird ausgebiet, was nicht gerne gehört wird, ausgesiebt, was nicht gerne gelesen wird, besonders in Österreich, das dazu verführen könnte, der Versuchung zu erliegen, zu sagen, das Produkt KI sei ein österreichisches Produkt, Knock Intelligence sei in Österreich entwickelt, in Österreich programmiert … Denn eine biographische Angabe zu Rudolf Bayr wurde in allen siebzehn Absonderlichkeiten nicht gemacht, aus der Biographie von Rudolf Bayr wurde immer ausgesiebt, daß er, Rudolf Bayr, NSDAP-Mitglied war, für den „Völkischen Beobachter“ schrieb, in leitender Funktion im „Völkischen Beobachter“ war. Das wird gerade in Österreich nicht wenigen gefallen, daß in der KI-Biographie von Rudolf Bayr das keine Erwähnung findet, das aus seiner Biographie ausgesiebt ist, KI also ein Sieb ist, in dem bleibt, was genehm ist, in dem nicht bleibt, was nicht genehm ist, aussortiert wird, was nicht mehr gewußt werden will, aussortiert wird, was nicht mehr gewußt werden soll; in englischer Übersetzung für KI-Sieb wäre wohl KI-Screen die passende …
Das Dilemma beim Verfassen einer Bayr-Rezension kann am ehesten ein Germanisten-Witz lösen. „Mitarbeiter des Völkischen Beobachters mußten nach dem Krieg im Österreichischen Rundfunk untertauchen oder sonstwo ihr Süppchen kochen. – Der ehrgeizige Rudolf Bayr tat zur Vorsicht beides und wurde Fernsehkoch.“
Helmut Schönauer. Literaturhaus Wien. 9. April 1999.
Als wäre für das Programmieren von KI-Screen das „Untertauchen“ eine Leitlinie, so jedenfalls stellt es sich dar, wenn die Antwort 18 eines weiteren Tages von KI-Screen gelesen wird, denn es gibt kein größeres Untertauchen als dieses, zu sagen, ein Mensch existierte gar nicht, in diesem Fall, Rudolf Bayr „repräsentiert nicht eine reale Person“, Rudolf Bayr „ist eine Figur in Thomas Bernhards Roman ‚Frost‘, wo er der Erzähler der Geschichte ist“.
Rudolf Bayr ist eine Figur in Thomas Bernhards Roman „Frost“, wo er der Erzähler der Geschichte ist. Die beiden waren keine engen Freunde im wirklichen Leben, sondern eine literarische Schöpfung Bernhards. Rudolf Bayr als Erzähler: In Bernhards Roman „Frost“ übernimmt die Figur Rudolf Bayr die Rolle des Erzählers. Literatische Figur: Die Figur ist eine Erfindung von Thomas Bernhard und repräsentiert nicht eine reale Person, mit der Bernhard befreundet war. Verbindung zum Autor: Bayr ist der Hauptcharakter in „Frost“ und die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt. Hinweis: Die Suche ergab keine Informationen, die darauf hindeuten, dass ein Schriftsteller namens Rudolf Bayr eng mit Thomas Bernhard befreundet war. Die einzige Verbindung, die zwischen diesen beiden Namen hergestellt wird, ist die Figur Rudolf Bayr in Thomas Bernhards Roman „Frost“.
Es will gar nicht erforscht werden, was KI-Mood nicht im KI-Screen behielte, von der ersten Ehefrau von Rudolf Bayr. Es wird nicht nur eine Liebesheirat, wie es so schön heißt, gewesen sein, sondern wohl auch eine eheliche Schicksalsgemeinschaft, nach dem Untergang des totalitären nationalsozialistischen Regimes, eine Tröstungsehegemeinschaft, ein NSDAP-Mitglied heiratet ein NSDAP-Mitglied …
Im Gegensatz zu vielen anderen Pionierinnen an der Universität Wien wurde Sylvia Klimpfingers Laufbahn durch den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 befördert. Als Mitglied der NSDAP seit 1. Januar 1941 sowie der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und des NS-Lehrerbundes proftierte sie seit Beginn des Zweiten Weltkriegs zudem von den zunehmenden Einberufungen der männlichen Kollegen zum Kriegsdienst und vertrat seit 1940 eine Assistentenstelle an der Universität Wien. 1943 wurde sie mit der Schrift „Die Testmethode im Rahmen der Persönlichkeitsbegutachtung“ habilitiert, wurde 1944 planmäßige Assistentin am Institut für Psychologie und lehrte experimentelle Psychologie, jugendpsychologische Begutachtungspraktika und Psychologie des Kindes- und Jugendalters. Sie kooperierte während der NS-Zeit auch eng mit der NSV, führte für diese psychologische Begutachtungen an schwer erziehbaren Kindern durch und beteiligte sich an der Ausbildung des Erziehungspersonals. Sylvia Bayr, die an die Wiener Schule der Kinder- und Jugendpsychologie Charlotte Bühlers anknüpfte, arbeitete für den NS auch an der Adaptierung der Kleinkinderentwicklungstests von Bühler und Hildegard Hetzer.
Entnazifizierung und Nachrkriegskarriere
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Sylvia Klimpfinger zunächst als Assistentin an das Pädagogische Institut unter Richard Meister übernommen, als ehemaliges Mitglied der NSDAP wurde sie jedoch einem Entnazifizierungsverfahren unterzogen und ihre Lehrbefugnis aufgrund der NS-Belastung entzogen. Bereits wenige Jahre später, 1948 wurde ihr die venia legendi wieder zuerkannt. Sie heiratete wenig später den Schriftsteller Rudolf Bayr. 1950 erhielt Sylvia Bayr-Klimpfinger Titel eines ao. Prof., 1955 folgte die Ernennung zur ständigen Hochschulassistentin, 1956 die Ernennung zur ao. Prof. für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie und 1967 schließlich die Berufung auf die neu geschaffene ordentliche Professur für Pädagogische Psychologie. 1977 wurde sie emeritiert, vertrat aber den Lehrstuhl noch bis zur Berufung ihrer Nachfolgerin Brigitte Rollett 1979 weiter.
Universität Wien. Katharina Kniefacz. Zuletzt aktualisiert 30. Jänner 2025.
Der aus einer Beamtenfamilie stammende B. [Rudolf Bayr] absolvierte das Staatsgymnasium in Linz/OÖ und studierte von 1937 bis Sommer 1940 Philosophie, Psychologie, Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität Wien. Neben dem Studium arbeitete er von Mai 1938 bis Mai 1941 als Bibliothekar am Psychologischen Institut. Vermutlich ab 1939 schrieb er als freier Mitarbeiter für die Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters, avancierte im Sommer 1940 zum Schriftleiter in Ausbildung und war dort von 1942 bis „zumindest 1944“ als Schriftleiter für Kulturpolitik tätig (Hausjell85). Im September 1942 schloss er die Dissertation Zur Problematik des künstlerischen Übersetzens ab und wurde 1943 zum Dr. phil. promoviert. Obwohl eher nationalsozialistisch eingestellt (siehe NSDAP-Mitgliedsnummer), trat B. mit Beginn des Studiums der Vaterländischen Front, Einheitspartei der Ständestaatdiktatur, bei und blieb, laut eigener Angabe, Mg. „bis [zum] Umbruch“ (BAB/BDC RKK/RSK RSK-AA 19.7.1939). Als sich der Wind im Februar 1938 zu drehen begann, trat er drei Wochen vor dem „Anschluss“ dem (illegalen) NSDStB und vier Monate später, im Juni 1938, der NSDAP bei. Die Parteimitgliedschaft wurde rückwirkend mit dem Sammeldatum 1. Mai 1938 festgelegt, die Mitgliedsnummer (6.264.532) stammte aus dem Kontingent für „verdiente“ – d. h. vor 1938 aktive – Parteigänger. Zur RSK meldete sich B. ebenfalls, aufgrund seiner Jugend musste B.s Vater eine Einverständniserklärung abgeben. Max →Stebich (W), Geschäftsführer der RSK Landesleitung Österreich, schlug vor, dem jugendlichen Autor einen „Befreiungsschein nach Punkt 3“ auszustellen (BAB/BDC RKK/RSK 11.9.1939). Ab 1939 veröffentlichte B. Beiträge u. a. in Die Pause und Der getreue Eckart sowie im Jahrbuch der Stadt Linz Stillere Heimat. Im Berliner Verlag Kampmann sollten ca. 1943/44 „Übertragungen Sophokleischer Chöre“ sowie der Lyrikband Kelter und Krug von B. erscheinen; beide Werke sind bibliografisch nicht nachweisbar (Hausjell85). Ein eventueller Kriegseinsatz des Autors, der 1944 erst 25 Jahre alt war, wäre naheliegend, ist aber in den Unterlagen nicht dokumentiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte B. seine Wirkungsstätte nach Salzburg, galten doch die Salzburger Printmedien, u. a. die Salzburger Nachrichten, als Auffangbecken für ehemalige NS Journalisten. Ob er aufgrund seiner NSDAP-Mitgliedschaft Probleme hatte und einem Entnazifizierungsverfahren unterworfen war, geht aus den Archivalien nicht hervor. Da B. jedoch bis 1945 kein einziges Buch veröffentlicht hatte, stand er weder in Deutschland noch in Österreich auf dem Index. Auch die einstige journalistische Tätigkeit beim Völkischen Beobachter dürfte keinerlei Einschränkungen nach sich gezogen haben, denn bereits im Jahr 1945 nahm B. die Publikationstätigkeit auf: Zunächst erschienen Zur Psychologie des dichterischen Schaffens und die Übersetzung Oidipus auf Kolonos (beide 1945), dem der Erzählband Das Ungewisse Haus (1946) sowie Essays über Dichtung und die Monographie Karl Heinrich Waggerl. Der Dichter und sein Werk (beide 1947) über den im Dritten Reich außerordentlich populären Salzburger Schriftsteller Karl Heinrich → Waggerl folgten. Als nach dem Inkrafttreten der Minderbelastetenamnestie im Jahr 1948 auch jene AutorInnen auf den Buchmarkt drängten, über die 1945 ein Publikationsverbot verhängt worden war, hatte sich B. bereits etabliert; so fungierte er 1948 bis 1951 als Herausgeber der Literaturzeitschrift Wiener literarisches Echo. Hauptberuflich betätigte er sich im ORF Landesstudio Salzburg, wo er 1956 zum Leiter der Literaturabteilung, 1971 zum Leiter der Hauptabteilung Kultur und schließlich 1975 (bis 1984) zum Intendanten avancierte. Daneben publizierte er zahlreiche Dramen (u. a. Menschenliebe 1969), Erzählungen (u. a. Die Schattenuhr 1976), Lyrikbände (u. a. Der Wolkenfisch 1965), Hörspiele (Agamemnon muss sterben 1955) und Theaterbücher (u. a. Delphischer Apollon 1966, mit einem Vorwort von Alexander →Lernet-Holenia/W). Er war Mitarbeiter einiger Literaturzeitschriften, fungierte als Berater der Rauriser Literaturtage und als Lektor des Residenz-Verlags, in welchem etliche seiner Bücher erschienen (u. a. Brevier für Müßiggänger 1968, Die Eiben von Sammezzano 1984). Darüber hinaus machte sich B., der u. a. die TV-Sendung Häferlgucker gestaltete, einen Namen als Gourmet und Gastrokritiker (u. a. Man liebt nicht auf nüchternen Magen 1989). Der Autor erhielt etliche Literaturpreise, u. a. den Förderungspreis im Rahmen des Österreichischen Staatspreises für Literatur und den Österreichischen Staatspreis für Hörspiel (beide 1959), aber auch Ehrungen wie u. a. Feinschmecker des Jahres (Gault Millau 1984). Obwohl seine tiefe NS-Verstrickung in der unmittelbaren Nachkriegszeit thematisiert wurde und man ihm riet, „so lange [zu] schweige[n], bis wir seine ‚VB‘ Artikel vergessen haben“ (Österreichisches Tagebuch 1/1946, Nr. 30), bildete diese kein Hindernis für seinen Aufstieg an die Spitze eines ORF-Landesstudios.
Karin Gradwohl-Schlacher. Literatur in Österreich 1938–1945. Handbuch eines literarischen Systems. Band 6. Salzburg. Böhlau. Wien, 2021.
Ahmed Armih, der sich Ahmad Abul Baraa nennt, wird es wohl als eine Erhöhung seiner Person empfinden, wenn er beispielsweise auf der Konzernplattform X zwar namenlos aber als „Islamic scholar in Germany“ bezeichnet wird — „Islam-Wissenschaftler in Deutschland“ …
Islamic scholar in Germany: “Non-Muslims must obey Islamic law. Once we become the majority, non-Muslims must either obey us or convert, or they will be punished.”
Mit dieser Einleitung wird ein Video von Ahmed Armih verbreitet, das etwas mehr als zwei Minuten dauert. In diesem Video aber sagt Ahmed Armih diesen Satz nicht, der als Zitat
„Nicht-Muslime müssen sich an das islamische Recht halten. Sobald wir die Mehrheit bilden, müssen Nicht-Muslime entweder gehorchen oder konvertieren, sonst werden sie bestraft.“
Das Video von Ahmed Armih wurde dann noch auf der Konzernplattform Facebook gefunden, ebenfalls an diesem 3. November 2025, mit einer etwas anderen Einleitung:
Just so you know what’s coming. S.O.P for 1400 years and they won’t change now. “Non-Muslims must obey Islamic law. Once we become the majority, non-Muslims must either obey us or convert, or they will be punished.”
Am 2. November vor fünf Jahren die Morde in Wien ohne Rücktritte in Österreich; fünf Jahre später in Slowenien, berichtet die „Kleine Zeitung“ am 30. Oktober 2025, zwei rasche Rücktritte, der von Justizministerin Andreja Katič und der von Innenminister Boštjan Poklukar, aber ohne eines Versagens, ohne eines Fehlverhaltens, ohne einer Fehlleistung der ihnen unterstellten Behörden, und trotzdem treten in Slowenien sofort die Justizministerin und der Innenminister zurück.
Fünf Jahre früher in Österreich keine Rücktritte, obgleich von Versagen, von Fehlverhalten, von Fehlleistung der zuständigen Behörden in Österreich gesprochen werden kann, wie an diesem ersten November-Wochenende die Tageszeitung „Der Standard“ erinnert:
Es ist die Geschichte einer Tragödie, die hätte verhindert werden können. Kujtim F. war den Polizeibehörden nicht nur als radikalisierter Jihadist bekannt. Er plante quasi vor ihren Augen einen Anschlag. Sein fehlgeschlagener Versuch, noch im Sommer Munition für ein Sturmgewehr in der Slowakei zu kaufen, wurde von den Behörden dort sogar an die Kollegen in Österreich gemeldet. Nur: Kujtim F. wurde nicht aus dem Verkehr gezogen. Die Information blieb liegen. Auch die Deradikalisierungsstelle Derad, die mit dem jungen Mann arbeitete, warnte Justiz und Polizei in ihren Berichten vor dessen Gefährlichkeit. Die zunehmende Radikalisierung von Kujtim F. aber, so resümiert Derad-Mitgründer Moussa al-Diaw in seinem neuen Buch die Radikalisierten, „wurde nicht ernst genommen oder in ihrer Tragweite nicht verstanden“. Ein Befund, der aus Diaws Sicht auch „immer wieder“ für die Jihadisten-Generation nach Kujtim F. gilt. Womöglich fehlte der Fokus auf Kujtim F. auch, weil der Staatsschutz damals seine Kräfte in eine völllig andere Richtung bündelte.
Und die „Kleine Zeitung“ schreibt am 31. Oktober 2025:
Vor fünf Jahren erschüttert ein Terroranschlag Wien. Mängel im Staatsschutz werden bekannt. […] In die Kritik geraten damals das Bundesamt (BVT) und das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT). Ein Hinweis aus der Slowakei, wonach der spätere Täter versucht hatte, in Bratislava Munition zu kuafen, war im Sand verlaufen. Eine Gefährdereinschätzung des 20-Jährigen, der 2019 nach einer Haftstrafe wegen terroristischer Vereinigung bedingt entlassen worden war, wurde erst nach dem Anschlag fertiggestellt.
Am 7. Oktober aber haben wir zugelassen, dass 1200 Menschen innerhalb von Israels Grenzen getötet und 251 entführt wurden. Aus Arroganz und Selbstgefälligkeit haben wir sie den Mördern ausgeliefert. Der Staat ist seiner grundlegendsten Verantwortung nicht nachgekommen.
Und David Grossmann schreibt in seinem Buch „Frieden ist die einzige Option; Schwarzer Schabbat, nach dem 7. Oktober 2023“:
dann kann es auch in Österreich wie in Israel zugehen, kann die derzeitige Regierungspartei ÖVP die derzeitige Netanjahu-Regierung als Vorbild nehmen, und sie, die ÖVP, „unverändert stehen wir geschlossen hinter August Wöginger“.
Wöginger-Diversion Staatsanwaltschaft soll laut Weisung Beschwerde einlegen
Anfang Oktober wurde das Verfahren gegen den ÖVP-Klubobmann August Wöginger wegen Amtsmissbrauchs mit einer Diversion eingestellt. Nun hat die Oberstaatsanwaltschat Wien die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft per Weisung angewiesen, Beschwerde einzulegen. Auch der Weisungsrat sei zum Schluss gekommen, dass die Voraussetzungen für die Diversion nicht gegeben seien. Von der ÖVP heißt es, man nehme den Instanzenzug zur Kenntnis, gehe aber davon aus, dass die Diversion bestätigt wird. „Unverändert stehen wir geschlossen hinter August Wöginger.“
Und wie sehr werden jetzt lyrische Naturbeschreibungen, da diese im Angesicht des Naturzustandes nur mehr verfaßt werden können, wenn der Blindheit gänzlich verfallen, vermißt, derart vermißt, daß beinahe Naturlyrik geschrieben würde werden wollen. Was nie vermißt wurde, was je nicht einmal langweilte, was stets bloß lästig war, was je des Denkens fauligste Ernte, was weder einst noch jetzt verfaßt werden wollte, war die Anrufung einer Machtjenseits der Welt. Und jenseitig darüber hinaus seit jeher, diese Macht männlich zu rufen, den Beistand von einem Herrn zu erbitten, wobei die Anbetung des Mannes wohl die einzige aber uneingestandene Wahrheit dieser Art von Lyrik, war und ist der Mann doch diesseits der WeltderHerr. Diesem Herrn das Befehlen je zu überlassen, gar von ihm je zu erwarten, der alles Süße aus sich herausgepreßte Weinvollschwere könne irgend etwas je zur Vollendung bringen — was für ein Graben in fruchtloser Jagd weiter nach letzten Gedanken, die von Anbeginn verschimmelt …
Was noch geschrieben werden könnte, sind Verse, die blaße Spuren einstiger Naturlyrik enthielten, vielleicht in der abwegigen Hoffnung, es könnte einst wieder eine Zeit kommen, in der Gedichte der Naturschönheit wieder geschrieben werden könnten, auch wenn diese wieder langweilten, aber wie sehr wäre diese Langeweile doch willkommen, dann, im Angesicht einer Natur, die als Natur wieder beschreibbar …
Es können keine neuen Verse geschrieben werden, die blaße Spuren einstiger Naturlyrik enthielten, es können nur noch einst geschriebene Naturverse genommen und diese der jetzigen Zeit anverwandelt werden, in der weiter und wieder mehr und mehr das Heer der Herr – Aber wie Naturlyrik den Fall der Natur je nicht aufhielt, bringen keine Verse je das Heer zu Fall.
Dennoch, ein Versuch, wie ein einstiges Gedicht der heutigen Zeit anverwandelt geschrieben werden könnte; vielleicht in der Art:
Tag Heer: Es ist Zeit. Der Sommer War sehr groß. Legt die Waffen in die Gräber, und auf den Fluren laßt Nichts mehr los. Befehlt dies als den Letzten Befehl. Gebt Nichts mehr. Drängt zur Auf-Lösung. Löscht aus. Die Letzte Patrone leert Ungeschossen aus.
Wie traurig doch in der dritten Strophe des dafür hergenommenen Herbsttages die nahe Zukunft der Vereinzelten,
wie bitter jedoch diese erst für alle, wenn weiter der Herr das Heer:
Wer jetzt noch ein Haus hat, hat bald keines mehr. Wer jetzt ist, wird es nicht lange bleiben, wird in den Alleen mit allen ruhen, falls noch Bäume, deren Schatten einst auf Gräbern lagen, wenn Gräber noch ausgehoben, damit Körper nicht unbeerdigt hin und her treiben in den Fluren.
Als wäre das Gedicht von damals automatisiert übersetzt in das Heute geschrieben, gleicht es einer automatisierten Übersetzung von einer Sprache in eine andere,
(Day
Hosts: It is time. The summer of war has been immense. Lay down weapons in graves. Nevermore let anything loose over corridors. Command this as final command. Nevermore cave in. Urge for dis-solution. Wipe out. Empty the last cartridge unfired.
Those who still have a house will soon have none. Those who are here now will not remain here long, will rest in the avenues with everyone else, if there are still trees in whose shade graves once lay, if graves are still dug so that corpses do not drift unburied back and forth in the corridors.)
Moirets Menschendarstellungen entsprachen durchaus der Ästhetik des Nationalsozialismus, weshalb er nach dem sogenannten „Anschluss“ seine Arbeit ungehindert fortsetzen und zu seinem 60. Geburtstag die Glückwünsche des damaligen Kulturamtsleiters und späteren Bürgermeisters Hanns Blaschke entgegennehmen konnte. 1941 wurde Moiret Mitglied des Künstlerhauses. 1942 stellte er gemeinsam mit Künstlern wie Wilhelm Frass, Edwin Grienauer, Alfred Hofmann, Josef Humplik, Josef Müllner, Karl Perl, Josef Franz Riedl, Karl Stemolak und Oskar Thiede anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Gesellschaft bildender Künstler Wiens aus. 1948 war er auf der Ausstellung „80 Jahre Künstlerhaus“ mit einigen lebensgroßen Plastiken prominent vertreten. Der Bildhauer gestaltete auch für Wohnbauten Plastiken und Fassaden Wien Geschichte Wiki. Zuletzt bearbeitet am 19. Oktober 2023.
„Moirets Schaffen beruht auf der Verwebung von christlichem Gedankengut mit einer selbsterdachten, ästhetisch-mystischen Philosophie.“
[aus: Pappernigg, Michaela (Bearb.): Kunst des 20. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 20. Jahrhunderts, Bd. 3: L–R, hrsg. v. d. Österreichischen Galerie Belvedere, Wien 1997, S. 106]
Österreichische Galerie Belvedere. Wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts. 24. Oktober 2025.
auch gesagt werden, christliches Gedankengut entspricht nationalsozialistischem Gedankengut oder nationalsozialistisches Gedankengut entspricht christlichem Gedankengut …
Moirets Menschendarstellungen entsprachen durchaus der Ästhetik des Katholizismus, entsprachen dem christlichen Gedankengut, weshalb er nach dem Untergang des nationalsozialistischen Reiches seine Arbeit ungehindert fortsetzen konnte, von dem sein 1956 geschaffenes Keramikrelief „Erhebet die Herzen“ (Landstraßer Hauptstraße und Rasumofskygasse), von dem sein 1956 geschaffenes Terrakottarelief „Das Nest, Mutter mit Kindern“ (Färbergasse), von dem sein 1936 geschaffenes Terrakottarelief „Mutter mit Kindern“ (Ettenreichgasse) …
Und das vollkommen unabhängig davon, ob wer Mitglied einer nationalsozialistischen Partei, ob wer Mitglied einer faschistischen Partei, ob wer Mitglied einer christlichen Kirche, vollkommen gleichgültig dabei die Frage nach einem sogenannten persönlichen schuldhaften Handeln, nach einer persönlichen mitgliedschaftlichen Involvierung in eine dieser Organisationen.
Nur wer aus diesem österreichischen Nest ist, ist zu solch einer Ästhetik zugerichtet.
Wer nach der Färbergasse in Wien sucht, wird vielleicht auch auf deren Geschichte stoßen, etwa auf Wien Geschichte Wiki, gelesen am 24. Oktober 2025:
Frühere Benennung Bis 1421 in der Judenstadt gelegen (bis dahin Sammelbezeichnung Judengasse); es wird ein „türlein, als man an den Hof geht“ erwähnt. Im 15. und 16. Jahrhundert ist die Bezeichnung Hofgäßlein gebräuchlich (nach dem Platz Am Hof), ab 1563 Färbergässel beziehungsweise seit 1776 Färbergasse (offenbar in Beziehung zu dortigen Färbereiwerkstätten).
NS Auch in einem solchen Nest wie Österreich kann es dann und wann vorkommen, daß wer eine Teilnahme ablehnt, nicht in einer Ausstellung gemeinsam mit einem Wilhelm Frass, einem Edmund Moiret, einem Josef Thorak und so weiter und so fort.
Das war vor siebenundzwanzig Jahren, als Alexander Van der Bellen es sogar notwendig befand, mit einer Presseaussendung eine Kampagne auszurufen:
Wien (OTS) – „1998 muß die für die österreichische Neutralitäts- und Sicherheitspolitik so schädliche und unnötige Debatte über einen möglichen NATO-Beitritt beendet werden“, fordert der Bundessprecher der Grünen, Prof. Alexander Van der Bellen. „Kein vernünftiger Mensch kann ein Bedrohungsbild für Österreich erkennen. Insbesondere wenn sich Österreich geographisch nicht mehr am Rand, sondern inmitten von NATO-Staaten befindet. Die Neutralität ist und bleibt daher der spezifische und unverwechselbare Beitrag Österreichs für den Frieden und die Sicherheit in Europa“, stellt Prof. Van der Bellen fest. „Sollten weiterhin innenpolitische Hasardeure die Neutralität abschaffen und Österreich in einen sündteuren Militärpakt führen wollen, soll im neuen Jahr eine Volksabstimmung diese Debatte endlich beenden“, fordert Prof. Van der Bellen, der seitens der Grünen eine breit angelegte „NATO – Nein Danke“-Kampagne für 1998 ankündigt.
Und nun, siebenundzwanzig Jahre später, rät er, nicht der NATO beizutreten, genauer, „er würde nicht dazu raten: ausgerechnet jetzt“,
„ausgerechnet jetzt“
Alexander van der Bellen in Alpbach zu dem Thema gesagt, er würde nicht dazu raten, ausgerechnet jetzt um eine NATO-Mitgliedschaft anzusuchen.
Kurier. 26. August 2025.
Befragt zum Thema Neutralität hielt Van der Bellen fest, er teile die mitunter sentimentalen Gefühle vieler Österreicher in dieser Frage bis zu einem gewissen Grad. Er würde auch nicht dazu raten, dass Österreich ausgerechnet jetzt um eine NATO-Mitgliedschaft ansuche, sondern im Moment eher abwarten.
Nicht „jetzt“, aber wenn nicht jetzt, dann irgendwann — Eine starke Fürrede für die NATO ist auf der Website des Alexander Van der Bellen, am 22. Oktober 2025 noch zu lesen, nicht von ihm vorgetragen, sondern vom Präsidenten Finnlands, dafür den finnischen Präsidenten zitierend sprechen lassend:
So stolz wie Alexander Stubb kann Alexander Van der Bellen noch nicht sein, aber ein wenig stolz wird er doch schon sein, daß Österreich jetzt begonnen habe, das Bundesheer finanziell besser auszustatten, die Verteidigungspolitik etwa im Bereich Milizsystem weiter fortgeschritten sei. Alexander Stubb kann stolz darauf sein, daß Finnland nun der NATO angehöre, ein Mitglied der NATO zu sein, aber in bezug auf die NATO kann Alexander Van der Bellen vielleicht auch schon etwas stolz sein, denn, kurz ist es her, als er davon sprach, „reliable partner of NATO“ zu sein — nicht Mitglid, aber „Partner“, gar „verläßlicher Partner“ …
Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Europäische Union in ungewöhnlich deutlichen Worten zu mehr Eigenverantwortung in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, die im Vorfeld von dessen Wien-Besuch veröffentlicht wurde, mahnte Van der Bellen: Europa müsse sich angesichts der weltpolitischen Umbrüche „neu erfinden“. Nach zwei Weltkriegen und Jahrzehnten des Wiederaufbaus sei Europa zu einem „Projekt des Friedens und der Stabilität“ geworden. Doch dieser Frieden dürfe keinesfalls als selbstverständlich betrachtet werden. „Viele halten dieses Wunder für unumkehrbar. Welch ein Irrtum!“, schreibt Van der Bellen in dem Papier, das der Redaktion vorliegt. Die Realität des 21. Jahrhunderts sehe anders aus – mit neuen Bedrohungen, die weit über klassische Konflikte hinausgingen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe den Krieg „auf den europäischen Kontinent zurückgebracht“, so Van der Bellen. Damit sei nicht nur ein einzelnes Land, sondern die gesamte europäische Friedensordnung angegriffen worden. Zugleich habe der Konflikt gezeigt, dass sich Europa nicht länger vollständig auf die transatlantische Sicherheitsarchitektur stützen könne. „Wir Europäer müssen selbst für unseren Schutz sorgen, unsere eigene Verteidigungsfähigkeit und Abschreckung glaubhaft stärken“, fordert der Bundespräsident. Auch Partner wie Großbritannien und Norwegen seien dabei unverzichtbare Pfeiler eines künftigen europäischen Sicherheitsgefüges. Van der Bellen ruft dazu auf, den Bürgerinnen und Bürgern offen zu erklären, warum höhere Verteidigungsausgaben und gemeinsame Rüstungsinitiativen notwendig seien. Sicherheit beginne im Inneren, betont er. Europa brauche eine mutigere, proaktive Außenpolitik, die zwar auf den Grundwerten der EU aufbaue, aber gleichzeitig „mit realistischem Blick auf die Welt“ handele. „Wenn die Weltlage sich verändert, dann muss sich auch Europa verändern“, heißt es in dem Schreiben weiter. In einer „geopolitischen Zeitenwende“ sei es notwendig, das europäische Projekt mit neuer Zuversicht, Mut und Entschlossenheit zu stärken. Jede russische Rakete, jeder Cyberangriff auf kritische Infrastruktur teste den Zusammenhalt der Europäischen Union. „Wenn wir uns auseinanderdividieren lassen, ist unsere Art zu leben in ernsthafter Gefahr“, warnt der Präsident. Kritik an Österreichs Nachbarn Ungarn Zugleich kritisiert Van der Bellen Staaten innerhalb der EU, die sich zunehmend autoritären Systemen annähern. „Wer an den Vorteilen der Europäischen Union teilhaben will, kann nicht gleichzeitig die Grundprinzipien der liberalen Demokratie infrage stellen“, stellt er klar. Staaten, die größere Nähe zu Autokratien verspürten, gefährdeten die EU von innen. Zwischen den Zeilen dürfte dabei auch Ungarn gemeint sein – just in einer Zeit, in der sich dort US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen über den Ukraine-Krieg treffen wollen. Van der Bellen bleibt skeptisch: Europas Zukunft, so seine Botschaft, liege nicht in der Hoffnung auf fremde Vermittlung – sondern in der eigenen Stärke. Er schreibt dazu: „Liebe Europäerinnen und Europäer! Lassen Sie uns alle gemeinsam am Wunder Europa weiterarbeiten. Zu unser aller Vorteil und für Frieden und Freiheit auf unserem schönen Kontinent.“
„die größere Nähe zu Autokratien verspürten, gefährdeten die EU von innen“; zuerst gefährden sie ihr jeweiliges Land von innen heraus und dann gefährden sie die gesamte Europäischen Union von innen heraus.
PS Am 19. Oktober 2025 läßt Alexander Van der Bellen auf der Konzernplattform X einen lieben Bildspruch verbreiten: „Europa muss und kann sich neu erfinden!“ Sündteure Aufrüstung, sündteurer Militärpakt —
wenn das die Erfindungen sind, mit denen Europa sich neu erfinden kann und muß: Wahrlich, dann sind das neue Erfindungen, wahrlich neue Erfindungen, wie die Welt sie noch nie sah …
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