AI – Extinction, a decay; Rudolf Bayr, Austrian politician, teacher, mentor and psychiatrist to Thomas Bernhard

An diesem 11. November 2025, an dem in der Dunkelheit im österreichischen Parlament das Franz-Dinghofer-Symposium abgehalten wird, das nun seit Tagen eine Aufregungsflut verursacht, aber bald schon wird, wie es in Österreich üblich ist, die Aufregungsebbe einsetzen, voraussichtlich bereits mit dem 12. November, stellt sich die Frage nach der Verantwortlichkeit, wer noch wird zur Verantwortung gezogen werden können, für das Aberwitzige, das durch KI verbreitet wird …

Wer für die Abhaltung des Franz-Dinghofer-Symposiums im Parlament Österreichs in der Dunkelheit,

und im November herrscht um 18 Uhr, wenn das Symposium im Parlament beginnt, Finsternis, verantwortlich ist und zur Verantwortung zu ziehen ist, ist kein anonymer Automat, sondern eine Parlamentspartei,

wenngleich ihrer Verteidigung von Franz Dinghofer Aberwitziges anhaftet, als hätte sie diese durch KI erstellen lassen.

Das durch KI verbreitete Aberwitzige kann dieser rosenkranzesken Partei gesinnungsgemäß nur gefallen, wird doch durch KI das ausgeblendet, was dieser Parlamentspartei ebenfalls ausgeblendet zu bleiben hat ein Anliegen ist, gesinnungsgemäß nicht nur was Franz Dinghofer anbelangt, und für das durch KI aberwitzige Verbreitete ist einmal noch exemplarisch das durch KI über Rudolf Bayr Verbreitete heranzuziehen, unter besonderer Berücksichtigung, was durch KI nicht über Rudolf Bayr zu erfahren ist, nicht informiert wird durch KI über seine Mitgliedschaft in einer Partei, die im Rückblick auch als eine identitäre Partei zu definieren ist.

Was aber KI dieser Partei voraushat, ist, KI kann nicht wie diese Partei zu Äußerungen gezwungen, warum KI derart Aberwitziges verbreitet, warum KI etwa die Mitgliedschaft verschweigt, während diese Partei sich doch genötigt sieht, sich dazu zu äußern, auch wenn deren Äußerungen aberwitzig erscheinen, als hätte KI diese …

Es könnte KI abgetan werden, als ein weiteres Spielzeug, ein Spielzeug, das Menschen für eine gewisse Zeit heiß interessiert, damit zu spielen, bis es durch ein anderes Spielzeug ersetzt wird, ein Spielzeug durch ein anderes Spielzeug ausgelöscht wird. aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es ein Spielzeug, in das Menschen zu spielen vernarrt sind, ist es ein Spielzeug, das Menschen, zu vielen Menschen vollauf genügt, um sich zu informieren. Immer öfters wird berichten, daß Menschen die ihnen durch KI gelieferten Informationen vollauf genügen, Menschen sich mit den durch KI ihnen gelieferten Informationen vollständig begnügen, Menschen sich also nicht mehr weiter und vor allem vertiefend umfassend informieren, sie die durch KI erstellten Informationen als wahr, als umfassend, als absolut genügend, als total ausreichend annehmen und sie zur Gänze befriedigend hinnehmen, und sie das durch KI erfahrene Aberwitzige unhinterfragt gläubig weitertragen, KI so zur totalen Bildungsinstitution, zur absoluten Weltwissensbeherrschung der Menschen …

18 Antworten durch KI im Oktober 2025, zu diesen sollen noch zwei weitere aberwitzige aus dem November 2025 beispielhaft angefügt werden

Am 11. November 2025:

Rudolf Bayr war ein österreichischer Psychiater, der Thomas Bernhard bei der Niederschrift seines Romans Auslöschung und bei der Behandlung seiner psychischen Leiden beriet. Es besteht eine enge Verbindung zwischen Bayr und Bernhard, da Bayr Bernhards Arbeit als Grundlage für dessen literarische Darstellung seines Aufwachsens diente. Auslöschung ist der letzte Roman Bernhards und wurde als eines seiner wichtigsten Werke anerkannt. Psychiater und Berater: Dr. Rudolf Bayr war ein Psychiater, der Thomas Bernhard während der Niederschrift von Auslöschung beratend zur Seite stand. Beteiligung am Roman: Bayr trug wesentlich zur literarischen Darstellung von Bernhards Erfahrungen bei und half dem Autor, seine persönlichen Erinnerungen in einen Roman zu verwandeln. Auslöschung als zentrales Werk: Auslöschung ist nicht nur Bernhards letzter Roman, sondern auch eines seiner bedeutsamsten Werke. Behandlung und Unterstützung: Die Beziehung zwischen Bayr und Bernhard war von psychischer Behandlung und literarischer Unterstützung geprägt, um das Werk zu vollenden.

Am 10. November 2025:

Rudolf Bayr war ein österreichischer Politiker und der Lehrer und Mentor von Thomas Berhard, der eine entscheidende Rolle in dessen Leben und Ausbildung spielte. Bayr war als Professor für Germanistik am Gymnasium in Salzburg tätig und ermöglichte Bernhard durch seinen Unterricht und seine Förderung eine literarische Laufbahn. Als Lehrer und Mentor: Rudolf Bayr unterrichtete Thomas Bernhard am Gymnasium in Salzburg und erkannte sein literarisches Talent früh. Er ermöglichte ihm den Zugang zu Büchern, den Kontakt zu anderen Schriftstellern und förderte seinen literarischen Werdegang maßgeblich. Einfluss auf Bernhards Werk: Bayrs Einfluss war so prägend, dass er auch in Bernhards Werk auftaucht, beispielsweise in der Erzählung „Auslöschung“. Dort wird Bayr als eine Schlüsselfigur dargestellt, die Bernhard dazu inspirierte, sich mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen und das Schreiben als Mittel zur Selbstfindung und zur Auseinandersetzung mit der Welt zu nutzen. Bernhard-Institut: Das Thomas-Bernhard-Institut an der Universität Salzburg ist ein anerkanntes Institut für Theaterausbildung. Obwohl es nicht direkt mit Rudolf Bayr in Verbindung steht, ist es ein wichtiger Ort für die zeitgenössische Theaterpraxis und trägt zur Verbreitung von Thomas Bernhards Vermächtnis bei.

Full of relics is the Austrian host

Am 7. November 2025 hat die Tageszeitung „Der Standard“ einen Artikel

Wie Politiker und Manager als Ritter im Georgs-Orden dem Haus Habsburg „dienen“ Der St.-Georgs-Orden schafft es regelmäßig, hochkarätige neue Mitglieder zu werben, samt Ritterschlag durch den Kaiserenkel. Geht es um Nostalgie oder politischen Einfluss?

mit Nennung von gar illustren Personen veröffentlicht, deren Ordenszugehörigkeit doch immer wieder weiter und das seit weit mehr mehr als einem Jahrzehnt verwundert, sind sie doch keine habsburgischen Familienmitglieder, sie gehören nicht dem und entstammen nicht aus dem KKK (K.-und-K.-Klan); hätten diese Personen also einen verwandschaftlich gehörigen Platz, so wäre eine Mitgliedschaft in diesem Orden das je Verständlichste und in keine Weise je Verwunderlichste

Es wurden bereits zu viele Kapitel zu diesem Orden … So bleibt bloß eine Hinzufügung noch: Wenn je von diesem Orden wieder geschrieben und gesprochen wird, soll nur noch in der englischen Übersetzung von diesem gesprochen, geschrieben werden, da diese eine zutreffendere Bezeichnung ist, die alles bis zur Kenntlichkeit erhellt, was diesen Orden eines Klans anbelangt, menschgemäß ist es kein Befehl, sonden eine Empfehlung, um gegen die Verharmlosung und Selbstverharmlosung dieses Klans …

Order of Saint George – Clan Habsburg oder kurz und einfach: Order of Habsburg.

In der ersten November-Woche 2025 ist noch etwas bekannt geworden, und zwar der Fall des Schmucks, von dem nun berichtet wird, der Schmuck sei seit einhundert Jahren „verschollen“ gewesen. Für die sogenannte breite Öffentlichkeit mag das so stimmen, aber „verschollen“ ist der Schmuck, den, kurz wie einfach gesagt, auf Befehl von Karl Habsburg seine Gang aus der Schatzkammer der Wiener Hofburg entwendeten, nie gewesen, und eine Komplizin von Karl Habsburg, vielleicht war es sogar ihre Order an ihren Ehemann, den Schmuck entwenden zu lassen, hat den Schmuck in ein kanadisches Versteck … Ein Fall in der Qualität von Kriminalfällen, über die zu berichten der geeignete Platz der Chronikteil von Tageszeitungen ist, wäre da nicht …

Nein, die Familie interessiert dabei ganz und gar nicht, es ist das Übliche in Familien, daß es Geheimnisse gibt, daß in einer Familie nicht alle alles wissen, daß in einer Familie nicht alle eingeweiht sind. So auch in dieser Familie, wie jetzt berichtet wird.

Karl Habsburg sagte als heutiges Oberhaupt der Familie, er selbst habe bis vor einem Jahr nichts von dem Verbleib des Schmucks gewusst. Zwei seiner Cousins hätten ihn damals über das Schließfach informiert. Der Schmuck solle demnächst ausgestellt werden, allerdings vorerst in Kanada und nicht in Österreich. Dies sei eine Geste an Kanada, das Kaiserin Zita nach ihrer Flucht aus Europa 1940 eine Heimat gegeben hatte.

Auch das das Übliche in Familien, vor dem Vater wird vieles verheimlicht, der Mann erfährt vieles überhaupt erst, wenn es ganz und gar nicht mehr zu umgehen ist, unüblich dabei ist bloß, bei anderen Familien wird der Vater und der Mann in Medien in einer Republik nicht mehr als Oberhaupt bezeichnet, und das aber wohl erst und allmählich im Grunde wie in Österreich ab der gesetzlichen Regelung vor fünfzig Jahren:

„Am 1. Juli 1975 wurde die größte Familienrechtsreform in Österreich beschlossen, die den Mann als Oberhaupt der Familie abschaffte und Frauen endlich Selbstbestimmung ermöglichte. Ein Meilenstein gegen das Patriarchat, erkämpft vor allem von Österreichs erster Frauenministerin und der Vorsitzenden des Österreichischen Frauenrings, Johanna Dohnal, gemeinsam mit zahlreichen mutigen Frauen, darunter auch die Gründerinnen des Frauenringes, Hertha Firnberg und Lola Solar“, so Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.

Bei dieser Familie also wird nach wie vor anerkannt, daß es ein Oberhaupt gibt, das selbstverständlich ein Mann ist. Und diese Familie scheint das auch auf diese Weise zu leben, es könnte soher von der, wie es heute so recht oft warnend heißt, um die kleinste Parallelgesellschaft in Österreich …

Aber dies nur nebenher. Was im Schmuckfall von Interesse ist, ist die Verklärung dieses Klans zur verarmten Familie, obgleich die eheliche Komplizin von Karl Habsburg, der vor einhundertunddrei Jahren auf Madeira starb, offensichtlich nie aus Not gezwungen war, diesen Schmuck wohl von beträchtlichem Wert zu versetzen, um für ihre Familie die täglichen Lebenshaltungskosten aufzubringen, ihr das Überleben …

Nur nebenher auch dies, Schmuck muß für diese Familie besonders anziehend sein, vielleicht das Funkelnde, das Glitzernde, dem sie nicht widerstehen können, so auch Karl Habsburg, also das heurige Oberhaupt dieses Klans, als er, in wenigen Monaten werden es dreißig Jahre her sein, ein Diadem nach Österreich herein

Er soll am 30. Juli 1996 bei einer Kontrolle von Zollbeamten am Flughafen Hohenems ein rund 630.000 Schilling teures Diadem nicht angegeben haben. In erster Instanz ist Habsburg bereits im Juli 1998 verdonnert worden. Nach juristischen Umwegen verhandelte der Berufungssenat der Finanzlandesdirektion abermals über die Erkenntnis. Dabei gelangte der Senat unter dem Vorsitz von Richter Erich Wieder zum Schluss, dass sich der Kaiserenkel des versuchten Schmuggels zu verantworten und dafür rund 183.000 Schilling Strafe zu bezahlen hat. Er schloss sich damit der Erkenntnis der ersten Instanz vollinhaltlich an. Ob Habsburg gegen die Erkenntnis des Senats berufen wird, ist noch unklar. Er zeigte sich in einer ersten Reaktion “erstaunt” vom Spruch der Finanzstrafbehörde werde jetzt die schriftliche Ausführung der Erkenntnis abwarten. Erst dann will er darüber entscheiden, ob er beim Verwaltungsgerichtshof berufen wird. Die Chancen, mit dieser Berufung einen Sieg in dem mühsamen Verfahren davonzutragen, schätzte der der Leiter der Finanzstrafbehörde Vorarlberg, Hofrat Hans Fleischhacker, als “eher aussichtslos” ein. Habsburg selbst ist sich dennoch immer noch kaum einer Schuld bewusst: “Schmuggeln wollte ich sicher nicht”, erklärte er den wartenden Journalisten. Er habe lediglich zuwenig darauf geachtet, ein Diadem anzumelden, das er seiner Frau “für den Besuch eines Balles” mitbringen wollte, sagte er. Im übrigen, so Habsburg vor Richter Wieder, hätte er das Ganze “schon vor drei Jahren erledigen können”. Und zwar dann, wenn er sich auf die Immunität als Europaabgeordneter berufen hätte.

Vorarlberg Online. 29. Oktober 1999.

wie seinerzeit seine Großeltern Schmuck von Österreich aber hinaus … und letztlich nach Kanada, wo jetzt die Beute, wie es in der Chronik immer so schön heißt,

solle demnächst ausgestellt werden, allerdings vorerst in Kanada und nicht in Österreich. Dies sei eine Geste an Kanada, das Kaiserin Zita nach ihrer Flucht aus Europa 1940 eine Heimat gegeben hatte.

Medien in einer demokratischen Republik, auch das scheint nach wie vor dazuzugehören, nicht nur Vater und Mann als Oberhaupt anzureden, sondern auch eine abgesetzte Kaiserin einfach weiter nur als Kaiserin, als wäre sie es nach wie vor

Die von Armut geplagte Großmutter, wie gut kann sie verstanden werden, schmuckreich für ihre Familie zu sorgen, hatte diese doch nichts mehr, wie die abgesetzte Kaiserin so wortreich zu erzählen wußte, daß ihrer Familie „Menschenmaterial“ und „Nahrungsmaterial“ erschöpft war; und auch der Enkel weiß mitgefühlsreich zu erzählen, daß seine Familie „fast verhungert“ wäre, damals in Eckartsau —

Da dies nicht von Belang ist, wurde nicht nachgeforscht, ob das Enkerl je gegen das Erkenntnis, gegen die verhängte Strafe beim Verwaltungsgerichtshof Berufung einlegte oder nicht.

Was tatsächlich von Belang ist, ist nicht, was diese Familie selbst über sich erzählt —

was sonst auch sollte eine Familie über sich selbst erzählen, darin gleichen sich alle Familien, sie erzählen das, was sie im seligsten Licht erscheinen läßt –,

sondern tatsächlich von Belang ist, wer sie dabei unterstützt, ihre Erzählung von der prekären Lage des Klans weiterträgt, besonders von Karl Habsburg

Aus seinem Glauben heraus, als Soldat, als Familienvater und als Staatsmann hat er einen Tod in Armut als einen Verrat zu seinen Grundsätzen vorgezogen. Er ist ein Vorbild für die Offiziere, er war wahrhaftig treu bis in den Tod.

und damit wieder einmal bei dem österreichischen Bundesheer angelangt, das endlich einer umfassenden Durchleuchtung dringendst zu unterziehen ist, auch in dieser Gesinnungssicht

Der Trägerverein des St. Georgs-Orden ist seitens des Bundesministeriums für Landesverteidigung in Österreich (BMLV) als „wehrpolitisch relevanter Verein“ – nunmehr mit dem Begriff „Partner des Bundesheeres“ bezeichnet – anerkannt. Darüber hinaus dürfen die Distinktionen des St. Georgs-Orden laut Trageordnung des BMLV zur Ausgangsuniform des ÖBH getragen werden.

Voll Reliquien ist das Heer …
und voll Hunger war der Klan,
das es zum Erbarmen war,

Damit wurde der ehemalige Träger der Krone nicht nur zeit seines Lebens des Landes verwiesen, sondern auch sein – bis dato unangetastetes – Privatvermögen eingezogen. Der „Allerhöchste Familienfonds“ wurde sozialen Zwecken zugeführt und zum „Kriegsgeschädigtenfonds“ umgewidmet, dessen Erträge nun Kriegswitwen und -waisen zugutekamen – allerdings ließ die galoppierende Inflation seinen Bestand rasch dahinschmelzen.

Kronen-Zeitung. Dr. Martina Winkelhofer. Was geschah mit dem Vermögen
der Habsburger? 18. März 2025.

und es erbarmte sich eine ständestaatlich
herzgläubige Regierung, vor neunzig Jahr‘
unter seiner Kanzlerschaft

1935 wurde die gesetzliche Bestimmung über die Landesverweisung des Hauses Habsburg-Lothringen aus dem Jahr 1919 aufgehoben. Zeitgleich ging man daran, der Dynastie ohne Kenntnis der notleidenden Bevölkerung ein beträchtliches Vermögen zukommen zu lassen.

NS Wolfgang Sobotka wußte als Nationalratspräsident nicht nur recht genau, wer der Ehre wert, in das Parlament eingeladen zu werden, also ebenfalls the habsburgian knights of the order, sondern auch,

welche Veranstaltungen, wie besonders an einem 10. November festzuhalten ist, im österreichischen Parlament,

und auch eine Karoline Edtstadler ließ es sich nicht nehmen, im Bundeskanzleramt persönlich die Order

Der 6. November 2024 war nicht nur im weltweiten Geschehen, sondern auch für den St. Georgs-Orden ein bedeutsamer Tag, da unserem Prokurator Baron Vinzenz von Stimpfl-Abele das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich verliehen wurde. Niemand geringerer als Bundesministerin Mag. Karoline Edtstadler lud dafür ins Bundeskanzleramt ein und ließ es sich nicht nehmen, die Ehrung persönlich vorzunehmen.

Novemberpro Ding-Hofer im Parlament von Österreich

Ein weiteres Kapitel zu Franz Dinghofer – mit Lachnummern, diesmal wieder mit den bereits einschlägig bekannten Mannen Wolfgang Sobotka, Christian Hafenecker und an der Gitarre Walter Rosenkranz …

Aufschrei Wolfgang Sobotka

In einem ungewöhnlichen Schritt hat der frühere Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) deutliche öffentliche Kritik an seinem Nachfolger Walter Rosenkranz geübt.

Der Standard. Sobotka greift Rosenkranz wegen rechter Veranstaltung an: „Bewusste Provokation“ — Zuvor haben mehrere renommierte Historiker in einem offenen Brief die Absage des Dinghofer-Symposiums gefordert, das am 11. November stattfinden soll. Fabian Schmid. 4. November 2025

Eine „bewußte Provokation“ kann die Anfragebeantwortung von Wolfgang Sobotka, als er selbst Nationalratspräsident war, vom 14. Mai 2019 genannt werden, als er zu Franz Dinghofer befragt wurde.

Die Abgeordnete Dr. Alma Zadic hat an den Präsidenten des Nationalrates die schriftliche
Anfrage 29/JPR betreffend “ Parlaments-Veranstaltung BAUMEISTER DER REPUBLIK
FRANZ DINGHOFER“ gerichtet.

Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:

1 Ist Ihnen bekannt, dass der in einer Parlamentsveranstaltung geehrte Politiker Franz Dinghofer Zeit seines Lebens ein bekennender Antisemit war?

2 Falls Ja: Wie rechtfertigen Sie eine in Form und Inhalt unkritische Würdigung seines politischen Wirkens in den Räumen des Parlaments?

3 Ist Ihnen bekannt, dass Franz Dinghofer NSDAP-Mitglied war?

4 Falls Ja: Wie rechtfertigen Sie auch in diesem Fall eine in Form und Inhalt unkritische Würdigung seines politischen Wirkens in den Räumen des Parlaments?

5 Falls Frage 1 und 3 mit Nein beantwortet werden: Sind Sie bereit, die historischen Fakten zur Kenntnis zu nehmen und gegebenenfalls eine Tagung zu dem Thema zu organisieren?

6 Wurde die ORFIII-Dokumentation zu Franz Dinghofer von Seiten des Nationalratspräsidiums bestellt?

7 Wurde die Produktion der Dokumentation mit Mitteln des Parlaments finanziert?

8 Wie können Sie sicherstellen, dass derartige Ehrungen fragwürdiger historischer Persönlichkeiten in Zukunft nicht mehr in den Räumen des Parlaments stattfinden?

Zu den Fragen 1 bis 5 sowie 8:
Grundsätzlich ist von der rechtlichen Verantwortung für Aktivitäten die politische Verantwortung von Politikern und Politikerinnen zu unterscheiden. Die inhaltliche und politische Verantwortung für Veranstaltungen liegt, wie bereits in einigen Anfragebeantwortungen ausgeführt, bei den jeweiligen Präsidentinnen des Nationalrats und des Bundesrats. Dies gilt im Übrigen auch für Veranstaltungen der Klubs. Es ist jedoch unbestritten, dass für die Würde und das Ansehen des Nationalrats letztlich wir alle
verantwortlich sind. Dies habe ich zuletzt in einem gemeinsamen Schreiben mit der Zweiten
Präsidentin und der Dritten Präsidentin des Nationalrats an die Klubobfrau und an die
Klubobmänner zum Ausdruck gebracht.

Zu den Fragen 6 und 7:
Die Dokumentation über Franz Dinghofer ist Teil der ORF-III-Reihe „Baumeister der Republik“;
die Entscheidung über den Programmschwerpunkt zum Gedenken der Republiksgründung
obliegt den Verantwortlichen des ORF. Sie wurde nicht vom Nationalratspräsidium bestellt und
nicht vom Parlament finanziert.

Das also war die Antwort von Wolfgang Sobotka im österreichischen Parlament, mit der er nicht deutlich zu antworten wußte, was er alles nun, sechs Jahre später, über Franz Dinghofer zu wissen scheint, das er, Sobotka, aber vor einem Jahr auch noch nicht zu wissen schien, wenn er erst jetzt, etliche Jahre verspätet, „bewusste Provokation“ vorzubringen weiß …

„Bewusste Provokation“ vorzuwerfen. War es nicht auch eine „bewusste Provokation“ von Wolfgang Sobotka in seiner Funktion als Nationalratspräsident einen grazerischen Verleger in das Parlament einzuladen, für ein Produkt dieses Verlages im Parlament zu werben,

von einem Verlag mit einer reichlichen antisemitischen Produkterzeugung,

einen Verleger: „daß Deutschland jeden Tag wieder etwas deutscher wird — und Österreich genauso“.

Freilich, das, was Wolfgang Sobotka macht, ist keine „bewusste Provokation“, es ist die österreichische Mache. Etwa Leopold-Kunschak-Plaketten zu verteilen, wie es auch Wolfgang Sobotka bis vor einigen Jahren noch tat, Ehrungen mit dem „österreichischen Streicher“ vorzunehmen. Und zu Kunschak fällt sogleich Lueger mit der für Wolfgang Sobotka „sehr ambivalente[n] Haltung“

Und Lueger hat Kunschak viel zu verdanken, vor allem seinen Nachruhm durch das Denkmal am KL-Platz, aber nicht nur Lueger, sondern auch der nationalsozialistische Bildhauer,

der im nächsten Jahr auch gesäubert auf dem KL-Platz zu recht neuem Glanze herausgeputzt erstrahlen wird …

Wie Kunschak seinen für ihn rechten Künstler hatte,

wie Raab seinen für ihn rechten Künstler hatte,

so hat auch die FPÖ den für sie rechten Künstler, der nicht fehlen darf, wenn es um Franz Dinghofer geht, wenn ein Kunstwerk zu einem Symposiumsthema gebraucht wird …

Für diesen Künstler muß Franz Dinghofer ein wahrer schöpferischer Ansporn sein, schuf er doch nicht nur eine Mauerfallskulptur zu einem dinghoferischen Symposiumsthema, sondern auch eine Franz-Dinghofer-Medaille

Und wer die wiesingerisch gestaltete Medaille bisher schon bekam,

wird diese wohl stolz in Ehren halten, u. v. a. m. der einstige Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann,

recht besonders wohl der Eckart, und der,

der um den sprunghaft gestiegenen Stellenwert des Militärs gerade in Zeiten wie diesen weiß, der weiß auch, in welcher Montur solch eine Medaille entgegenzunehmen ist: in

bundesheerlicher Uniform auf schwarz-rot-goldener Schleife, ein burschenschaftlicher Bursche weiß eben, wie es auf gut deutsch einmal hieß, zu jedem Anlaße sich recht zu kleiden

Und wer von den österreichischen Medien diese Medaille sich recht verdient, das wissen die Verleihenden recht am besten …

zu denen auch eine Website von ihnen gezählt wird, die unzensuriert gesinnungsgemäß zensuriert … und wer weiß über die ihm rechtseiende Qualität recht mehr als jener Mann,

der am 12. November 2023 die Ehre hatte im Palais Epstein, als Wolfgang Sobotka Nationalratspräsident war, die Laudatio auf sie zu halten:

Christian Hafenecker, Mediensprecher der FPÖ, hielt die Laudatio auf den Verlag „1848 Medienvielfalt Verlags GmbH“, der für ihr Webportal unzensuriert mit dem Medienpreis des Dinghofer-Syposiums ausgezeichnet wurde. Als Vorläufer aller alternativer Medien habe unzensuriert die mediale Landschaft umgekrempelt, den „Mainstream-Medien das Fürchten gelehrt“ und sei dabei hinsichtlich der Zugriffszahlen erfolgreicher gewesen als viele der etablierten Nachrichtenportale. Die kritische Auseinandersetzung mit den vorherrschenden Narrativen und die Ermutigung der Leser, die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, machen laut Hafenecker den Erfolg des Mediums aus. Stellvertretend für das gesamte Team hinter unzensuriert nahm Walter Asperl den Preis entgegen.

Eine ZZ ohne eine wiesingerische Medaille, was wäre das für ein leeres Magazin

Und den schönen Attersee mit seinem Report nicht mit einer derart schönen Medaille auszuzeichnen, das wäre doch ein Vergehen an der ehrenreichen Gesinnung …

Bei so viel gesinnungsgemäßer Medienkunst und wiesingerischer Kunst ist es selbstverständlich, daß auch die Vortragskunst nicht zu kurz kommt, die vertreten u. a. m. durch Christian Neschwara, Michael Ley

Auch nur die Rechtbesten der Moderationskunst werden für die Moderation der dinghoferischen Symposien erwählt, u. a. m. Walter Rosenkranz, der, kurz wie einfach gesagt, ein multikultureller Mann ist, der nicht nur in der Moderationskunst beheimatet ist, sondern auch in der Kunst der Musik, als Gitarrist, für Dinghofer an der Gitarre …

Übrigens, die Musik verbindet Wolfgang Sobotka, der auch als Dirigent und Violoncellist anhörbare Töne von sich gibt, mit Walter Rosenkranz, der nun seit dem 24. Oktober 2024 Nationalratspräsident ist, davor war es Wolfgang Sobotka, und zwar vom 20. Dezember 2017 bis zum 23. Oktober 2024 … Wie viele Jahre früher hätte, wäre Wolfgang Sobotka u. v. a. m. nicht Nationalratspräsident gewesen, hätte es auch seinen Aufschrei gegeben, als Dirigent und Violoncellist, gegen Franz Dinghofer im Parlament, gegen das Franz-Dinghofer-November-Pro im Parlament, das nun seit fünfzehn Jahren …

Es gibt aber menschgemäß auch Künstler, und das sind in überragender Mehrzahl Männer, die allen in Österreich ihnen recht sind, wie besonders dieser …

Klar und deutlich hat Wolfgang Sobotka die Fragen zur ORF-Dokumentation beantwortet. Oh, was für eine Dokumentation das war, beim Ansehen dieser wird freiheitlichen Herzen so recht warmheimelig …

Und ein Generaldirektor einer Fernsehanstalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich, die eine so gar recht feine Dokumentation liefert, hat sich eine redliche Belohnung verdient, so durfte dieser, ist in der obigen Anfrage zu lesen, sich geehrt und belohnt fühlend mit einladen:

Am 18. Februar 2019 fand auf Einladung der dritten Nationalratspräsidentin Annelies Kitzmüller gemeinsam mit Vizekanzler Strache und dem ORF-Generaldirektor Wrabetz im Palais Epstein eine Gedenkveranstaltung an Franz Dinghofer statt.

Aufschrei Wolfgang Gerstl

Zu dieser Lachnummer ist nichts hinzuzufügen, höchstens, es fehlte das „Gespür“ im österreichischen Parlament, denn Walter Rosenkranz ist nicht allein von seiner Partei zum Nationalratspräsidenten gewählt worden,

sonst hätte Walter Rosenkranz nur 57 Stimmen bekommen,

tatsächlich bekam er 100 Stimmen, also 43 Stimmen aus anderen Parlamentsparteien, und welche Parteien werden das wohl gewesen sein, die ebenfalls für Walter Rosenkranz …

“Wer nur ein Mindestmaß an Gespür hat, gedenkt der Opfer – und nicht der Täter. Dieses Gespür lässt FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz in erschreckender Weise vermissen, wenn er in unmittelbarer terminlicher Nähe zum Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wieder zum ‘Dinghofer-Symposium’ einlädt”, betont ÖVP-Verfassungssprecher Wolfgang Gerstl. Franz Dinghofer, dem die Freiheitlichen diese Veranstaltung widmen, war nicht nur ein Verfechter der großdeutschen Idee – also dem Zusammenschluss Österreichs mit dem Deutschen Reich –, sondern auch ein bekennender Antisemit und Nationalsozialist. “Und dann am 11. November – nur einen Tag nach den Feierlichkeiten anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Nationalfonds und der Erinnerung an die Reichspogromnacht – zu einer dieser schwierigen historischen Person gewidmeten Veranstaltung ins Parlament einzuladen, das ist nicht akzeptabel”, so Gerstl weiter.

Der ÖVP-Verfassungssprecher unterstützt diesbezüglich auch eine Resolution namhafter Zeithistorikerinnen bzw. Zeithistoriker, die sich entschieden für eine Absage der Veranstaltung ausgesprochen haben. Auch Rosenkranz sollte diesen Aufschrei aus der Geschichtswissenschaft ernst nehmen. “Gerade in der jüngeren Vergangenheit war das Parlament ein Ort, in dem auf Initiative des damaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka viel im Kampf gegen den Antisemitismus und für das Gedenken und die Prämisse ‘niemals vergessen’ getan worden ist. Und das gerade auch in Zeiten, in denen der Antisemitismus auf der Welt wieder zu erstarken begonnen hat”, unterstreicht Gerstl. Abschließend sagt der Abgeordnete der Volkspartei: “FPÖ-Nationalratspräsident Rosenkranz ist im Sinne des Parlaments als Ort und Symbol von Freiheit und Demokratie gefordert, die notwendige Sensibilität walten zu lassen und zu handeln.”

Presseaussendung OTS0075. 4. November 2025.

Wie recht doch Wolfgang Gerstl hat, das muß doch hinzugefügt werden, die notwendige Sensibilität nicht aufzubringen, das Dinghofer-Symposium schon am 11. November, also nur einen Tag nach … Im letzten Jahr hatte diese Partei die notwendige Sensibilität, 2024 fand das Dinghofer-Symposium „ohne Aufschrei der Geschichtswissenschaft“ und Wolfgang Sobotka am 12. November 2024 statt, ganze zwei Tage später, und da war alles vorbei, das Wolfgang Gerstl „Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 “ nennt, denn am 12. November 1938 ging alles wieder, was die „Novemberpogrome 1938“ betraf, seinen ordentlichen bürokratischen Weg … So hätten sich Walter Rosenkranz und seine Partei den heurigen Aufschrei ersparen können, wenn sie das Symposium wieder zwei Tage später, also am 12. November 2025 …

Wie 2024 Wolfgang Sobotka hätte im Heurigen Walter Rosenkranz entscheiden können, der 12. November gehe dafür in Ordnung, das seien zwei Tage später … Am 12. November 1938 fand nichts Schlimmes statt, bloß u. a. m. eine Sitzung, in der es gar sachlich um Versicherungsleistungen …

Am 12. November fanden sich im Reichsluftfahrtministerium etliche Vertreter und Funktionäre, Beamte und Minister des NS-Regimes zu einer Konferenz unter der Leitung von Hermann Göring zusammen. Moniert wurde hier nicht die Gewalt gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland, sondern die große Zerstörung von Sachwerten. Den jüdischen Gemeinden wurde eine „Sühneleistung“ in Höhe von einer Milliarde Reichsmark auferlegt, Versicherungsleistungen durften nicht in Anspruch genommen werden, die Beseitigung der Schäden mussten die Betroffenen selbst finanzieren. Diese Maßnahmen sowie zunehmende Entrechtung, Enteignungen und „Zwangsarisierungen“ sollten die Jüdinnen und Juden zur Auswanderung zwingen.

Lemo — Lebendiges Museum Online, 6. November 2025.

Aufschrei Christian Hafenecker

FPÖ – Hafenecker: „Rufmordkampagne gegen Republikgründer Dinghofer entlarvt. Fakten zeigen: Er war Opfer des NS-Regimes, kein Täter!“ Umso grotesker sei der Versuch, Dinghofer heute in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken. Die wissenschaftlichen Fakten sprechen eine klare Sprache: 1938 wurde Dinghofer von den Nationalsozialisten aus politischen Gründen als Präsident des Obersten Gerichtshofes abgesetzt und zwangsweise in Pension geschickt – weil er nicht im Sinne der NS-Ideologie gehandelt hatte.

Dies nur soll aus der Presseaussendung OTS0057 vom 4. November 2025 von Christian Hafenecker, bei dem von einer einzelnen Lachnummer gar nicht gesprochen werden kann, herangezogen werden, er, Dinghofer, soll zwangsweise in Pension —

„Meine restliche Dienstzeit dauert in keinem Falle so lange bis die restlose Eingliederung
des Obersten Gerichtshofes in das Reichsgericht vorgenommen werden kann. Um die Art
der Durchführung dieser so hohen und wichtigen Aufgabe in personeller Hinsicht zu er
leichtern, halte ich es für zweckmässiger, dass die Ueberleitung des Obersten Gerichtsho
fes in das Reichsgericht bereits jetzt von einer Persönlichkeit in Angriff genommen wird,
welche sie auch zu Ende führen kann.“1063

er, Dinghofer, hat also selbst, kann gelesen werden im

Bericht der Linzer Straßennamenkommission. Archiv der Stadt Linz. 2022. Auszug aus dem Gesamtbericht zu Franz Dinghofer – Dinghoferstraße,

um die Versetzung in den dauernden Ruhestand am 28. April 1938 mit ebendieser Begründung schriftlich ersucht.

Im April 1938 zeichnete sich im Obersten Gerichtshof aber auch das Karriereende von Ding
hofer selbst ab. Er suchte schriftlich am 28. April 1938 beim Justizministerium in Wien um
Versetzung in den dauernden Ruhestand an. Neben dem Hinweis auf sein Alter – er war zu
diesem Zeitpunkt bereits 65 – begründete er den Antrag folgendermaßen: [siebe oben]

In seinem Antwortschreiben akzeptierte Justizminister Dr. Franz Hueber am 2. Mai 1938
den Wunsch Dinghofers, in den Ruhestand treten zu wollen, und dankte ihm für seine „viel
jährige, dem Vaterland gewidmete Tätigkeit“: „Empfangen Sie gleichzeitig meine herzlichsten
Wünsche für Ihr weiteres Wohlergehen.“1064 Der Aktivbezug Dinghofers wurde mit Ende Mai
eingestellt.1065 Ab 1. Juni 1938 galt Dinghofer demnach als Pensionist.1066 Die Ruhestandsver
setzung erfolgte vorzeitig, hätte doch der 65-Jährige eigentlich erst mit dem 31. Dezember 1938 aus dem Aktivstand ausscheiden müssen.1067 Mehrere Zeitungen berichteten über die Pensionierung des Ersten Präsidenten des Obersten Gerichtshofes unter Hinweis auf dessen Verdienste, insbesondere wegen seines Kampfes für den Gedanken eines Großdeutschen Rei
ches.1068

Mit dem Justizminister habe er „einige unerfreuliche Auseinandersetzungen“ gehabt. Er
sei genötigt worden, die Leitung des Obersten Gerichtshofes dem Rate des OGH Dr. August Zellner zu übergeben.1070 Dinghofer erinnerte sich auch, dass ihm für den Falle der Weigerung, in Pension zu gehen, Gewalt angedroht worden sei.1071 Die Darstellung Dinghofers hat offenbar tatsächlich den wahren Sachverhalt wiedergegeben, bestätigten doch in der Nachkriegszeit mehrere Mitarbeiter des OGH, dass Justizminister Dr. Hueber Dinghofer aufgefordert hatte, sein Pensionsgesuch zu überreichen, „weil er mit Rücksicht auf seine Amtsführung beim OGH und die Rechtsprechung des OGH in Strafsachen während der Jahre 1933 bis 1938 bei der NSDAP missliebig geworden ist“.1072 Nach 1945 galt die Ruhestandsversetzung Dinghofers jedenfalls aus politischen Gründen erfolgt.1073 Den Hauptgrund seiner Entfernung sah Dinghofer freilich darin, dass der OGH durch den
Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich überflüssig geworden war und er als „Alter“
nicht in das neue System gepasst habe.1074

Am 10. Mai 1938 bekräftigte kein Geringerer als der Minister für Handel und Verkehr, Dr. Hans Fischböck, den guten Leumund Dinghofers mit der Aussage, dass „dessen Person als langjähriger Obmann der Großdeutschen Partei und Präsident des Obersten Gerichtshofes wohl vertrauenswürdig erscheint“.1077

Im Juli 1940 war die Beurteilung des Gauhauptstellenleiters F. Kamba hingegen eindeutig
positiv: „Der Obengenannte erscheint politisch zuverlässig. Seine volle Einsatzbereitschaft für
den nationalsozialistischen Staat steht ausser Zweifel.“1085

Im August 1938 stellten die Kreisleitung I sowie die Gauleitung der NSDAP Wien Dinghofer ein überaus positives Zeugnis aus: Er sei stets großdeutscher Politiker gewesen und seine politische Zuverlässigkeit sei „ganz selbstverständlich“ gegeben. Das politische Führungszeugnis gipfelte in der Feststellung: „Dr. Dinghofer steht längst in den Reihen der Kämpfer Adolf Hitlers und wird mit seinen grossen politischen Erfahrungen bestimmt der Bewegung dienen.“1079

Ach, Franz Dinghofer, stets ein „Opfer“, alles passierte ihm „zwangsweise“, und das war schon dem nationalsozialistischen Regime bekannt:

Detailreicher fiel schließlich die politische Beurteilung des Personalamtsleiters der Ortsgruppe Stubenviertel im Oktober 1938 aus: Nach Auskunft der NS-Beamtenschaft sei Dinghofer als Großdeutscher bei der Nationalratswahl 1930 und bei der Gemeinderatswahl 1931 in Gegnerschaft zur NSDAP gestanden. Dinghofers Eintritt in die Vaterländische Front des Ständestaates wurde hingegen als „erzwungen“ gewertet. Als „Verdienste in der Bewegung“ führte man „Verwendung für Nationalsozialisten“ an. Aktuell sei Dinghofer Mitglied im Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund. Nach dem Umbruch habe er sich nicht gegensätzlich zum heutigen Staat und der Partei ausgesprochen. Sein diesbezügliches Verhalten wurde als „sehr gut“ bezeichnet.1080

Das Fazit von Christian Hafenecker,

Wer ihn heute cancelt, greift die Fundamente der Republik an. Wer die Republik liebt, darf ihre Gründungsväter nicht aus der Geschichte streichen. Linke Ideologen mögen canceln wollen – wir aber erinnern, würdigen und verteidigen die Wahrheit“, so Hafenecker abschließend.

als hätte er bei Wolfgang Sobotka gelernt …

Aber es ist, glaube ich, kein Weg, daß wir einfach die Geschichte streichen. […] Ich halte nichts, von der cancel culture, das ist kein Weg, damit Geschichtsklitterung zu betreiben.

Doch, ja doch, auch das noch aus der hafeneckerischen Presseaussendung:

Eine aktive NSDAP-Mitgliedschaft ist nicht belegt, die Unterlagen sind widersprüchlich und teilweise ohne seine Unterschrift […]

Im Straßennamenbericht ist zu lesen:

Zur tatsächlichen Parteimitgliedschaft Dinghofers sind Karteikarten in der Zentralkartei der NSDAP sowie in der NSDAP-Gaukartei vorhanden. Demnach wurde die Aufnahme am 18. April 1940 beantragt. Mit 1. Juli 1940 erfolgte der Eintritt in die NSDAP mit der Mitgliedsnummer 8,450.902. Am 30. September 1941 wurde eine Mitgliedskarte für ihn ausgestellt.1088

Mehr aber von Interesse als die Frage, wie das damals mit Franz Dinghofer war, wie seine Biographie zu lesen ist, ist, was ist von ihm in der Gegenwart, und dazu fällt nicht nur die für sich fälschlicherweise in der Gegenwart lebende Person aus der SS (Schreibstaffel) der gesinnungsgemäß zensurierten Website ein, was die wohl Franz Dinghofer an Gelerntem verdankt, daß sie sich

Franz Dinghofer nennt? Wie Menschen einzuteilen sind, wie …

Kornblume

Die rosenkranzische Parlamentspartei trägt nicht mehr zum besonderen Anlaße im österreichischen Parlament die Kornblume, und das sogar ohne „Kornblumenerlaß“, für dessen Rücknahme einzusetzen Franz Dinghofer vor weit mehr als einhundert Jahren sich bereit erklärte

Wie weit es auch ein Erfolg von Franz Dinghofer war, daß der „Linzer Kornblumenerlaß“ zurückgezogen wurde, vermag nicht gesagt werden; dieser Erlaß, der wegen „antiösterreichischer Umtriebe“ damals notwendig erschien …

Die Kornblume, seit weit mehr als einhundert Jahren ein Symbol antiösterreichischer Gesinnung — aber die

hafeneckerische Partei trägt nun nicht mehr Kornblume, sondern Edelweiß

Edelweiß, Edelweiß, oh, blauer Enzian, so edel weiß …

„Der Witz bei meinen“

Am 3. November 2025 ist auf der Konzernplattform X Monika Gruber wieder einmal lustig:

No, da kommt er aber ins Flattern, der Herr Falter…

Sie bezieht sich auf eine Diskussion zwischen Florian Klenk und Norbert Bolz, und verbreitet hierfür weiter, das Alexander Steffen auf der Konzernplattform X am 3. November 2025 schreibt:

Überragender Konter von Professor Norbert Bolz. Ein linker Journalist will ihm vorwerfen, dass er sich im Netz „radikalisiert“ habe. Der Angriff geht aber voll nach hinten los und wird zum Eigentor. Purer Genuss, absolut sehenswert, besonders am Ende.

Alexander Steffen verbreitet den Diskussionsausschnitt zwischen Florian Klenk und Norbert Bolz mit, den „MWW — MehrWertWissen“ nun ausgegraben hat … Wie aktuell von Monika Gruber, Alexander Steffen und MehrWertWissen doch das ist: die Verbreitung einer Diskussion, die vor fünf Jahren von der Fernsehanstalt „ServusTV“ ausgestrahlt wurde.

Norbert Bolz und Gerald Grosz Seite an Seite ihnen gegenüber Florian Klenk, aber um Gerald Grosz geht es nicht, wie es nie um Gerald Grosz geht, sondern lediglich um das, wofür er steht … In dieser vor fünf Jahren ausgestrahlten Sendung „Hass im Netz: Was muss man aushalten?“ sagt Norbert Bolz in seiner Antwort auf Florian Klenk etwas Bemerkenswertes:

Sie [Florian Klenk] argumentieren von dieser Voraussetzung, die Rechten sind dadurch charakterisiert, daß sie andere denunzieren, indem sie Formen bringen wie: ich habe gelesen, daß. Genau das haben Sie [Florian Klenk] eben gemacht. Ist das jetzt Denunziation? Ist das Diskriminierung? Was ist das, was Sie [Florian Klenk] mir gegenüber machen? Sagen Sie [Florian Klenk] doch einen einzigen Tweet, den Sie für irgendwie radikal halten. Der Witz bei meinen Tweets ist, sie sind alle sehr intelligent, ich denke lange darüber nach, ich spucke das nicht so aus, wie viele andere. Das ist alles durchdacht, und das macht die Linken wahnsinnig, daß sie wütend sind über meine Tweets, das liegt nicht daran, daß sie rechtsradikal oder sonst radikal sind, sondern daß sie direkt durchdacht sind und daß sie nichts dagegen bieten, und es geht Ihnen genauso, leider wissen Sie ja nicht einmal einen einzigen, oder? Ist es das? Neinneinnein, darauf wollten Sie hinaus. Aber bitte, jetzt wäre es, einfach zu schweigen, und zu sagen, lassen Sie mal die anderen reden. Weil Sie sind jetzt wirklich am Ende.

Das Bemerkenswerte und das Aufmerkwerte an dem von Norbert Bolz Gesagten ist:

Der Witz bei meinen Tweets ist, sie sind alle sehr intelligent, ich denke lange darüber nach, ich spucke das nicht so aus, wie viele andere.

Daß der Witz an seinen Tweets der ist, daß sie alle sehr intelligent seien, daß er lange darüber nachdenken würde, daß er sie nicht so ausspucke, wird am leichtesten verständlich, seine Tweets für ihn selbst sprechen zu lassen. Aber nicht mit sehr intelligenten Tweets, die er, Norbert Bolz, vor fünf Jahren nach langem Nachdenken nicht ausspuckte, sondern — mit einer Auswahl seiner Tweets im Zeitraum vom 17. Juli 2025 bis zum 26. Oktober 2025. Er, Norbert Bolz, was er nicht sagte, aber angenommen werden darf, wird bei der Weiterverbreitung von Tweets Dritter wohl ebenso vorgehen, also werden seine Weiterverbreitungen ebenso sehr intelligent sein, wird er ebenso lange darüber nachdenken, was er weiterverbreitet, wird er seine Weiterverbreitungen nicht so ausspucken, wie viele andere …

Wenn die eigenen Tweets sehr intelligent sind, wenn lange darüber nachgedacht wird, und sie, die Tweets, nicht so ausgespuckt werden, dann können die von Norbert Bolz weiterverbreiteten Tweets nur eines ebenfalls sein: sehr intelligent, über diese ebenfalls nur lange nachgedacht worden sein, diese nicht so ausgespuckt … In der Auswahl der bolzischen Tweets vom 17. Juli 2025 bis zum 26. Oktober 2025 sind nicht seine eigenen sehr intelligenten, lange durchdachten und nicht so ausgespuckten Tweets, sondern auch bolzische weiterverbreitete Tweets, die für Norbert Bolz seine Tweets-Kriterien recht umfassend erfüllen: sehr intelligent, lange durchdacht und nicht so ausgespuckt wie eben die eigenen …

Im Zeitraum vom 17. Juli 2025 bis zum 26. Oktober 2025 verbreitete Norbert Bolz Tweets u. v. a. m. von

Max Stirner

Julian ReicheltNius

Florian Machl

Birgit Kelle

Jan Fleischhauer

Michael Klonovsky

Hayek Club Weimar

Deutschland-Kurier

Heimo Lepuschitz

Geert Wilders

Tichys Einblick

Wen sonst immer noch Norbert Bolz vom 17. Juli 2025 bis 26. Oktober 2025 weiterverbreitete, beispielhaft nur genannt Anabel Schunke, Emrah Erkan und so weiter und so fort, sie alle zeichnet aus, die bolzischen Tweets-Kriterien gänzlich zu erfüllen.

Welche Tweets und welche Tweets-Weiterverbreitungen die bolzischen Kriterien von Norbert Bolz selbst am eindrucksvollsten erfüllen, ist nicht zu entscheiden, ein paar Beispiele aber, die seinen Anspruch erfüllen könnten, sollten doch exemplarisch angeführt werden:

551
14. August 2025

Die reine Wahrheit. Großartiger Mann [Yavier Milei].
14. August 2025

Neues Genre im Journalismus: Frustrierte Frauen feiern sich selbst.
27. Juli 2025

UN, EU und ÖRR sind nicht mehr reformierbar.
10. September 2025

Rechtsextreme sind leicht zu erkennen. Sie sprechen vom „Sommer“.
14. August 2025

Je mehr die Emotionen die Argumente verdrängen, desto femininer wird die Massendemokratie.
13. September 2025

Es gibt etwas Schlimmeres als die „Lügenpresse“: den ÖRR.
13. September 2025

Gute Formel von Reichelt: Die Linke = SED + RAF
7. Oktober 2025

Guter Satz von meiner Frau: Trump ist der Anti-Heuchler.
1. Oktober 2025

„Stadtbild“ ist ein bekannter Nazi-Begriff.
16. Oktober 2025

Im übrigen meine ich, dass der ÖRR zerschlagen werden muss.
13. Oktober 2025

Tolle Frau [Giorgia Meloni]
15. Oktober 2025

Wer sagt, was ist, ist Rassist.
16. Oktober 2025

Journalist – Aktivist – Terrorist. Es wäre interessant, zu erfahren, wo die Grenzen verlaufen.
12. August 2025

KI-Screen in KI-Mood

Am 4. November 37, siebenundreißig Jahre ist es her, daß „Heldenplatz“ von Thomas Bernhard zum ersten Mal aufgeführt wurde, oder sollte gesagt werden, daß Österreich vor 37, vor siebenundreißig Jahren Österreich sich auf dem Heldenplatz aufführte …

Aber es ist nicht die Uraufführung von „Heldenplatz“ Grund zu erinnern, sondern Rudolf Bayr, der einmal Intendant des Landesstudios Salzburg des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Österreich war, von dem im „KI-Modus“ absonderliche biographische Angaben zu erfahren sind, u. v. a. m. beispielsweise, daß er, Rudolf Bayr, „einer der Hauptrollen in der Uraufführung von Thomas Bernhards Drama ‚Heldenplatz‘ im Jahr 1988 am Wiener Burgtheater“ spielte, an einem anderen Tag wieder, daß er, Rudolf Bayr, „dort die Uraufführung von Bernhards Theaterstück ‚Heldenplatz‘ am 4. November 1988 inszenierte“ …

Siebzehn absonderliche und immer unterschiedliche biographische Angaben zu Rudolf Bayr an vielen Tagen im „KI-Modus“, dessen englische Übersetzung die einzig stimmige wäre: KI-Mood … Wie bei einem Menschen, für nur einen kurzen Vergleich soll herangezogen werden, wie bei einem Menschen, dessen Initialen seines Vor- und Nachnamens KI wären, bei einem Menschen, der je nach seiner Stimmung, je nach seiner Gemütslage, je nach seiner Anwandlung an jedem einzelnen Tag etwas anderes über eine bestimmte Sache erzählt, an einem Tag das und am nächsten Tag das und am nächsten das und am übernächsten Tag wieder das über eine bestimmte Person erzählt, dabei aber die Konstante, immer etwas Absonderliches erzählt in seiner nach jeweiliger Tageslaune verfaßten Erzählung über eine bestimmte Sache, über eine bestimmte Person.

Siebzehn solche Absonderlichkeiten an vielen verschiedenen Tagen vorgebracht wurden bereits im Kapitel „KI – Knock Intelligence“ festgehalten. Es gibt aber noch eine Konstante, es wird gesiebt, es wird ausgesiebt, es wird ausgebiet, was nicht gerne gehört wird, ausgesiebt, was nicht gerne gelesen wird, besonders in Österreich, das dazu verführen könnte, der Versuchung zu erliegen, zu sagen, das Produkt KI sei ein österreichisches Produkt, Knock Intelligence sei in Österreich entwickelt, in Österreich programmiert … Denn eine biographische Angabe zu Rudolf Bayr wurde in allen siebzehn Absonderlichkeiten nicht gemacht, aus der Biographie von Rudolf Bayr wurde immer ausgesiebt, daß er, Rudolf Bayr, NSDAP-Mitglied war, für den „Völkischen Beobachter“ schrieb, in leitender Funktion im „Völkischen Beobachter“ war. Das wird gerade in Österreich nicht wenigen gefallen, daß in der KI-Biographie von Rudolf Bayr das keine Erwähnung findet, das aus seiner Biographie ausgesiebt ist, KI also ein Sieb ist, in dem bleibt, was genehm ist, in dem nicht bleibt, was nicht genehm ist, aussortiert wird, was nicht mehr gewußt werden will, aussortiert wird, was nicht mehr gewußt werden soll; in englischer Übersetzung für KI-Sieb wäre wohl KI-Screen die passende …

Das Dilemma beim Verfassen einer Bayr-Rezension kann am ehesten ein Germanisten-Witz lösen. „Mitarbeiter des Völkischen Beobachters mußten nach dem Krieg im Österreichischen Rundfunk untertauchen oder sonstwo ihr Süppchen kochen. – Der ehrgeizige Rudolf Bayr tat zur Vorsicht beides und wurde Fernsehkoch.“

Helmut Schönauer. Literaturhaus Wien. 9. April 1999.

Als wäre für das Programmieren von KI-Screen das „Untertauchen“ eine Leitlinie, so jedenfalls stellt es sich dar, wenn die Antwort 18 eines weiteren Tages von KI-Screen gelesen wird, denn es gibt kein größeres Untertauchen als dieses, zu sagen, ein Mensch existierte gar nicht, in diesem Fall, Rudolf Bayr „repräsentiert nicht eine reale Person“, Rudolf Bayr „ist eine Figur in Thomas Bernhards Roman ‚Frost‘, wo er der Erzähler der Geschichte ist“.

Rudolf Bayr ist eine Figur in Thomas Bernhards Roman „Frost“, wo er der Erzähler der Geschichte ist. Die beiden waren keine engen Freunde im wirklichen Leben, sondern eine literarische Schöpfung Bernhards. Rudolf Bayr als Erzähler: In Bernhards Roman „Frost“ übernimmt die Figur Rudolf Bayr die Rolle des Erzählers. Literatische Figur: Die Figur ist eine Erfindung von Thomas Bernhard und repräsentiert nicht eine reale Person, mit der Bernhard befreundet war. Verbindung zum Autor: Bayr ist der Hauptcharakter in „Frost“ und die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt. Hinweis: Die Suche ergab keine Informationen, die darauf hindeuten, dass ein Schriftsteller namens Rudolf Bayr eng mit Thomas Bernhard befreundet war. Die einzige Verbindung, die zwischen diesen beiden Namen hergestellt wird, ist die Figur Rudolf Bayr in Thomas Bernhards Roman „Frost“.

Es will gar nicht erforscht werden, was KI-Mood nicht im KI-Screen behielte, von der ersten Ehefrau von Rudolf Bayr. Es wird nicht nur eine Liebesheirat, wie es so schön heißt, gewesen sein, sondern wohl auch eine eheliche Schicksalsgemeinschaft, nach dem Untergang des totalitären nationalsozialistischen Regimes, eine Tröstungsehegemeinschaft, ein NSDAP-Mitglied heiratet ein NSDAP-Mitglied …

Im Gegensatz zu vielen anderen Pionierinnen an der Universität Wien wurde Sylvia Klimpfingers Laufbahn durch den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 befördert. Als Mitglied der NSDAP seit 1. Januar 1941 sowie der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und des NS-Lehrerbundes proftierte sie seit Beginn des Zweiten Weltkriegs zudem von den zunehmenden Einberufungen der männlichen Kollegen zum Kriegsdienst und vertrat seit 1940 eine Assistentenstelle an der Universität Wien. 1943 wurde sie mit der Schrift „Die Testmethode im Rahmen der Persönlichkeitsbegutachtung“ habilitiert, wurde 1944 planmäßige Assistentin am Institut für Psychologie und lehrte experimentelle Psychologie, jugendpsychologische Begutachtungspraktika und Psychologie des Kindes- und Jugendalters. Sie kooperierte während der NS-Zeit auch eng mit der NSV, führte für diese psychologische Begutachtungen an schwer erziehbaren Kindern durch und beteiligte sich an der Ausbildung des Erziehungspersonals. Sylvia Bayr, die an die Wiener Schule der Kinder- und Jugendpsychologie Charlotte Bühlers anknüpfte, arbeitete für den NS auch an der Adaptierung der Kleinkinderentwicklungstests von Bühler und Hildegard Hetzer.

Entnazifizierung und Nachrkriegskarriere

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Sylvia Klimpfinger zunächst als Assistentin an das Pädagogische Institut unter Richard Meister übernommen, als ehemaliges Mitglied der NSDAP wurde sie jedoch einem Entnazifizierungsverfahren unterzogen und ihre Lehrbefugnis aufgrund der NS-Belastung entzogen. Bereits wenige Jahre später, 1948 wurde ihr die venia legendi wieder zuerkannt. Sie heiratete wenig später den Schriftsteller Rudolf Bayr. 1950 erhielt Sylvia Bayr-Klimpfinger Titel eines ao. Prof., 1955 folgte die Ernennung zur ständigen Hochschulassistentin, 1956 die Ernennung zur ao. Prof. für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie und 1967 schließlich die Berufung auf die neu geschaffene ordentliche Professur  für Pädagogische Psychologie. 1977 wurde sie emeritiert, vertrat aber den Lehrstuhl noch bis zur Berufung ihrer Nachfolgerin Brigitte Rollett 1979 weiter.

Universität Wien. Katharina Kniefacz. Zuletzt aktualisiert 30. Jänner 2025.

Der aus einer Beamtenfamilie stammende B. [Rudolf Bayr] absolvierte das Staatsgymnasium in Linz/OÖ und studierte von 1937 bis Sommer 1940 Philosophie, Psychologie, Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität Wien. Neben dem Studium arbeitete er von Mai 1938 bis Mai 1941 als Bibliothekar am Psychologischen Institut. Vermutlich ab 1939 schrieb er als freier Mitarbeiter für die Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters, avancierte im Sommer 1940 zum Schriftleiter in Ausbildung und war dort von 1942 bis „zumindest 1944“ als Schriftleiter für Kulturpolitik tätig (Hausjell85). Im September 1942 schloss er die Dissertation Zur Problematik des künstlerischen Übersetzens ab und wurde 1943 zum Dr. phil. promoviert. Obwohl eher nationalsozialistisch eingestellt (siehe NSDAP-Mitgliedsnummer), trat B. mit Beginn des Studiums der Vaterländischen Front, Einheitspartei der Ständestaatdiktatur, bei und blieb,
laut eigener Angabe, Mg. „bis [zum] Umbruch“ (BAB/BDC RKK/RSK RSK-AA 19.7.1939). Als
sich der Wind im Februar 1938 zu drehen begann, trat er drei Wochen vor dem „Anschluss“ dem (illegalen) NSDStB und vier Monate später, im Juni 1938, der NSDAP bei.
Die Parteimitgliedschaft wurde rückwirkend mit dem Sammeldatum 1. Mai 1938 festgelegt, die Mitgliedsnummer (6.264.532) stammte aus dem Kontingent für „verdiente“ – d. h. vor 1938 aktive – Parteigänger. Zur RSK meldete sich B. ebenfalls, aufgrund seiner Jugend musste B.s Vater eine Einverständniserklärung abgeben. Max →Stebich (W), Geschäftsführer der RSK Landesleitung Österreich, schlug vor, dem jugendlichen Autor einen „Befreiungsschein nach Punkt 3“ auszustellen (BAB/BDC RKK/RSK 11.9.1939).
Ab 1939 veröffentlichte B. Beiträge u. a. in Die Pause und Der getreue Eckart sowie im Jahrbuch der Stadt Linz Stillere Heimat. Im Berliner Verlag Kampmann sollten ca. 1943/44 „Übertragungen Sophokleischer Chöre“ sowie der Lyrikband Kelter und Krug von B. erscheinen; beide Werke sind bibliografisch nicht nachweisbar (Hausjell85). Ein eventueller Kriegseinsatz des Autors, der 1944 erst 25 Jahre alt war, wäre naheliegend, ist aber in den Unterlagen nicht dokumentiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte B. seine Wirkungsstätte nach Salzburg, galten doch die Salzburger Printmedien, u. a. die Salzburger Nachrichten, als Auffangbecken für ehemalige NS Journalisten. Ob er aufgrund seiner NSDAP-Mitgliedschaft Probleme hatte und einem Entnazifizierungsverfahren unterworfen war, geht aus den Archivalien nicht hervor. Da B. jedoch bis 1945 kein einziges Buch veröffentlicht hatte, stand er weder in Deutschland noch in Österreich auf dem Index. Auch die einstige journalistische Tätigkeit beim Völkischen Beobachter dürfte keinerlei Einschränkungen nach sich gezogen haben, denn bereits im Jahr 1945 nahm B. die Publikationstätigkeit auf: Zunächst erschienen Zur Psychologie des dichterischen Schaffens und die Übersetzung Oidipus auf Kolonos (beide 1945), dem der Erzählband Das Ungewisse Haus (1946) sowie Essays über Dichtung und die Monographie Karl Heinrich Waggerl. Der Dichter und sein Werk (beide 1947) über den im Dritten Reich außerordentlich populären Salzburger Schriftsteller Karl Heinrich → Waggerl folgten. Als nach dem Inkrafttreten der Minderbelastetenamnestie im Jahr 1948 auch jene AutorInnen auf den Buchmarkt drängten, über die 1945 ein Publikationsverbot verhängt worden war, hatte sich B. bereits etabliert; so fungierte er 1948 bis 1951 als Herausgeber der Literaturzeitschrift Wiener literarisches Echo. Hauptberuflich betätigte er sich im ORF Landesstudio Salzburg, wo er 1956 zum Leiter der Literaturabteilung, 1971 zum Leiter der Hauptabteilung Kultur und schließlich 1975 (bis 1984) zum Intendanten avancierte. Daneben publizierte er zahlreiche Dramen (u. a. Menschenliebe 1969), Erzählungen (u. a. Die Schattenuhr 1976), Lyrikbände (u. a. Der Wolkenfisch 1965), Hörspiele (Agamemnon muss sterben 1955) und Theaterbücher (u. a. Delphischer Apollon 1966, mit einem Vorwort von Alexander →Lernet-Holenia/W). Er war Mitarbeiter einiger Literaturzeitschriften, fungierte als Berater der Rauriser Literaturtage und als Lektor des Residenz-Verlags, in welchem etliche seiner Bücher erschienen (u. a. Brevier für Müßiggänger 1968, Die Eiben von Sammezzano 1984). Darüber hinaus machte sich B., der u. a. die TV-Sendung Häferlgucker gestaltete, einen Namen als Gourmet und Gastrokritiker (u. a. Man liebt nicht auf nüchternen Magen 1989). Der Autor erhielt etliche Literaturpreise, u. a. den Förderungspreis im Rahmen des Österreichischen Staatspreises für Literatur und den Österreichischen Staatspreis für Hörspiel (beide 1959), aber auch Ehrungen wie u. a. Feinschmecker des Jahres (Gault Millau 1984). Obwohl seine tiefe NS-Verstrickung in der unmittelbaren Nachkriegszeit thematisiert wurde und man ihm riet, „so lange [zu] schweige[n], bis wir seine ‚VB‘ Artikel vergessen haben“ (Österreichisches Tagebuch 1/1946, Nr. 30), bildete diese kein Hindernis für seinen Aufstieg an die Spitze eines ORF-Landesstudios.

Karin Gradwohl-Schlacher. Literatur in Österreich 1938–1945. Handbuch eines literarischen Systems. Band 6. Salzburg. Böhlau. Wien, 2021.

„Leute, die Gefahr sind, bestraft für ihren Koffer“

Ahmed Armih, der sich Ahmad Abul Baraa nennt, wird es wohl als eine Erhöhung seiner Person empfinden, wenn er beispielsweise auf der Konzernplattform X zwar namenlos aber als „Islamic scholar in Germany“ bezeichnet wird — „Islam-Wissenschaftler in Deutschland“ …

Islamic scholar in Germany: “Non-Muslims must obey Islamic law. Once we become the majority, non-Muslims must either obey us or convert, or they will be punished.”

Mit dieser Einleitung wird ein Video von Ahmed Armih verbreitet, das etwas mehr als zwei Minuten dauert. In diesem Video aber sagt Ahmed Armih diesen Satz nicht, der als Zitat

„Nicht-Muslime müssen sich an das islamische Recht halten. Sobald wir die Mehrheit bilden, müssen Nicht-Muslime entweder gehorchen oder konvertieren, sonst werden sie bestraft.“

gebracht wird, als wäre dieser Satz von Ahmed Armih, das durchaus möglich sein kann, daß er diesen Satz in einem anderen Video von ihm einmal sagte, nur, ohne Quellenangabe zu zitieren, ist nicht redlich, wie es auch unangebracht ist, dieses Video zu verbreiten, ohne den Namen zu nennen, von wem das Video ist, und dabei auch noch diesen Mann zu einen „Islamwissenschafter“ oder Islamgelehrten“ zu erhöhen.

Das Video von Ahmed Armih wurde dann noch auf der Konzernplattform Facebook gefunden, ebenfalls an diesem 3. November 2025, mit einer etwas anderen Einleitung:

Just so you know what’s coming.
S.O.P for 1400 years and they won’t change now.
“Non-Muslims must obey Islamic law. Once we become the majority, non-Muslims must either obey us or convert, or they will be punished.”

Ebenfalls beigefügt das Video von Ahmed Armih, und das erheitert sehr durch die offensichtlich automatisierten Untertitel. Ahmed Armih sagt das in seinem Video nicht, aber in den eingeblendeten Untertiteln wird das von ihm, Ahmed Armih, Gesagte genauso wiedergegeben:

Und wir reden hier über Leute, die Gefahr sind …

Und weil sie sich nicht halten, werden sie für zwei Sachen bestraft, einmal für ihren Koffer …

„Letztes Jahr gab es etwa Berichte, dass der Hauptverdächtige des vereitelten Anschlags auf das Taylor-Swift-Konzert in Wien“, ist zu lesen, „durch Armih radikalisiert worden sei.“ Wenn das stimmen sollte, die Radikalisierung wäre wohl dennoch nicht ausgeblieben, hätte die vom „Hauptverdächtigen“ empfangene Botschaft gelautet: „Bestraft, einmal für ihren Koffer“ … Sind doch die Botschaften, wie immer sie lauten mögen, von dieser Kofferbotschaftsart

„Leute, die Gefahr sind“ und „bestraft, einmal für ihren Koffer“ … Und genauso sollten dennoch stets wiedergegeben werden, die Botschaften von Ahmed Armih und Seinesgleichen, die erst in der automatisiert unterlegten Mitschrift ihre rechte Bedeutung erfahren.

Rücktritte in Slowenien, in Österreich aber wie in Israel keine

Am 2. November vor fünf Jahren die Morde in Wien ohne Rücktritte in Österreich; fünf Jahre später in Slowenien, berichtet die „Kleine Zeitung“ am 30. Oktober 2025, zwei rasche Rücktritte, der von Justizministerin Andreja Katič und der von Innenminister Boštjan Poklukar, aber ohne eines Versagens, ohne eines Fehlverhaltens, ohne einer Fehlleistung der ihnen unterstellten Behörden, und trotzdem treten in Slowenien sofort die Justizministerin und der Innenminister zurück.

In Slowenien also nicht wie in Österreich.

Fünf Jahre früher in Österreich keine Rücktritte, obgleich von Versagen, von Fehlverhalten, von Fehlleistung der zuständigen Behörden in Österreich gesprochen werden kann, wie an diesem ersten November-Wochenende die Tageszeitung „Der Standard“ erinnert:

Es ist die Geschichte einer Tragödie, die hätte verhindert werden können. Kujtim F. war den Polizeibehörden nicht nur als radikalisierter Jihadist bekannt. Er plante quasi vor ihren Augen einen Anschlag. Sein fehlgeschlagener Versuch, noch im Sommer Munition für ein Sturmgewehr in der Slowakei zu kaufen, wurde von den Behörden dort sogar an die Kollegen in Österreich gemeldet. Nur: Kujtim F. wurde nicht aus dem Verkehr gezogen. Die Information blieb liegen. Auch die Deradikalisierungsstelle Derad, die mit dem jungen Mann arbeitete, warnte Justiz und Polizei in ihren Berichten vor dessen Gefährlichkeit. Die zunehmende Radikalisierung von Kujtim F. aber, so resümiert Derad-Mitgründer Moussa al-Diaw in seinem neuen Buch die Radikalisierten, „wurde nicht ernst genommen oder in ihrer Tragweite nicht verstanden“. Ein Befund, der aus Diaws Sicht auch „immer wieder“ für die Jihadisten-Generation nach Kujtim F. gilt. Womöglich fehlte der Fokus auf Kujtim F. auch, weil der Staatsschutz damals seine Kräfte in eine völllig andere Richtung bündelte.

Und die „Kleine Zeitung“ schreibt am 31. Oktober 2025:

Vor fünf Jahren erschüttert ein Terroranschlag Wien. Mängel im Staatsschutz werden bekannt. […] In die Kritik geraten damals das Bundesamt (BVT) und das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT). Ein Hinweis aus der Slowakei, wonach der spätere Täter versucht hatte, in Bratislava Munition zu kuafen, war im Sand verlaufen. Eine Gefährdereinschätzung des 20-Jährigen, der 2019 nach einer Haftstrafe wegen terroristischer Vereinigung bedingt entlassen worden war, wurde erst nach dem Anschlag fertiggestellt.

Weder die österreichische Justizministerin Alma Zadić noch der österreichische Innenminister Karl Nehammer als Ressortletztverantwortliche traten zurück — trotz des Versagens, des Fehlverhaltens, der Fehleistung der ihnen unterstellten Behörden.

Im Fall des Innenministers war es sogar dazu gekommen, daß er, statt ihn zurückzutreten, hinaufgetreten wurde: zum Bundeskanzler.

Nicht nur in Slowenien gibt es Rücktritte, sondern in vielen Staaten, wenn sie nicht Österreich heißen, wie bereits von einigen Staaten erzählt wurde, im Zusammenhang mit den Morden vor fünf Jahren in Wien …

Der österreichische Innenminister trat nicht zurück, sondern präsentierte nach den Morden in Wien stolz einen „Rohrkrepierer“:

Zu jener Zeit war eine groß angelegte Razzia gegen ein mutmaßliches Netzwerk der Muslimbruderschaft und der Hamas in Österreich geplant. Aufgrund des Terroranschlags fand sie letztlich mit einer Woche Verspätung statt. Bewaffnete Cobra-Beamte traten am 9. November 2020 dutzende Türen von Verdächtigen ein. Die Politik in Wien wollte nach dem Anschlag Sicherheit demonstrieren. Ex-Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach von einem „entscheidenden Schlag“ gegen den politischen Islam. Fünf Jahre danach ist die sogenannte „Operation Luxor“ aber nicht mehr als ein juristischer Rohrkrepierer.

Der Standard. 2. November 2025.

Was Rücktritte anbelangt, geht es in Israel zu wie in Österreich. Die von der Hamas begangenen Morde am 7. Oktober 2023 in Israel zeitigten keine Rücktritte, trotz des Umstandes, daß die Regierung Netanjahus ihrer „grundlegendsten Verantwortung nicht nachgekommen ist“, um noch einmal Ehud Olmert zu ziterieren:

Am 7. Oktober aber haben wir zugelassen, dass 1200 Menschen innerhalb von Israels Grenzen getötet und 251 entführt wurden. Aus Arroganz und Selbstgefälligkeit haben wir sie den Mördern ausgeliefert. Der Staat ist seiner grundlegendsten Verantwortung nicht nachgekommen.

Und David Grossmann schreibt in seinem Buch „Frieden ist die einzige Option; Schwarzer Schabbat, nach dem 7. Oktober 2023“:

Unzählig die Wunder, unzählig die Opfer und Heldentaten von Soldaten und Zivilisten, doch ein jedes erinnert an den kriminellen Leichtsinn unserer Sicherheitsdienste, deren Chefs sich selbst — und uns — jahrelang davon überzeugt haben, wir wären hier in der Region die Stärksten und Raffiniertesten, aufs Kriegshandwerk verstünde sich niemand besser als wir. […] Tief sitzt das Gefühl, verraten worden zu sein. Die Regierung hat ihre Bürger verraten. Sie hat alles verraten, was uns als Bürgern dieses einen bestimmten Landes teuer war. Sie hat Bedeutung und Verpflichtung des Staats Israel verraten. Hat das kostbarste Pfand verraten, das zu hüten ihr aufgetragen war: die nationale Heimstätte für uns Juden zu sein. Mit heiliger Ehrfuhrt, nicht weniger, hätte sie es hüten müssen. Was aber tat sie stattdessen? Woran mussten wir uns gewöhnen, als wäre das nun einmal der Lauf der Welt? Dieses Land wurde preisgegeben — zugunsten engstirniger Interesen, zugunsten einer zynischen, schlafwandlerisch unvernünftigen Politik. Was heute geschieht, zeigt uns den Preis, den Israelis zu zahlen haben, weil sie sich jahrelang von korrupten Politikern verführen ließen, die den Staat nach und nach an den Rand des Abgrunds trieben, das Justizwesen, das Erziehungswesen wie auch die Armee unterhöhlten und bereit waren, uns alle existenziellen Gefahren auszusetzen, um den Ministerpräsidenten vor einer Gefängnisstrafe zu bewahren. Denken wir nur einmal daran, was wir seit Jahren hingenommen haben, wie viel Kraft, Gedanken und Geld wir wegen der Familie Netanjahu und ihrer Dramen á la Ceaușescu verschwendet haben, wie viele groteske Shows sie vor unseren verwunderten Augen abgezogen hat.

Es ist nur folgerichtig, wenn es in Israel wie in Österreich zugeht, daß eine derzeitige Ministerin aus der ÖVP, Claudia Plakolm, in diesem Frühjahr 2025 starke Worte für Benjamin Netanjahu findet: „für Österreich sei der Haftbefehl, den das ICC gegen Netanjahu erlassen habe, ein Affront“.

In Israel also wie in Österreich.

Fünf Jahre nach den Nicht-Rücktritten nach den Morden in Wien will in Österreich wieder einer nicht zurücktreten, obgleich er persönliches Fehlverhalten an den Tag legte, obgleich er persönlich schuldig geworden ist: „Amtsmissbrauch“ begangen zu haben, er also wieder vor Gericht wird müssen,

wie der Rücktrittsunwillige Netanjahu in Israel immer wieder vor das Gericht muß,

dann kann es auch in Österreich wie in Israel zugehen, kann die derzeitige Regierungspartei ÖVP die derzeitige Netanjahu-Regierung als Vorbild nehmen, und sie, die ÖVP, „unverändert stehen wir geschlossen hinter August Wöginger“.

Wöginger-Diversion
Staatsanwaltschaft soll laut Weisung Beschwerde einlegen

Anfang Oktober wurde das Verfahren gegen den ÖVP-Klubobmann August Wöginger wegen Amtsmissbrauchs mit einer Diversion eingestellt. Nun hat die Oberstaatsanwaltschat Wien die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft per Weisung angewiesen, Beschwerde einzulegen. Auch der Weisungsrat sei zum Schluss gekommen, dass die Voraussetzungen für die Diversion nicht gegeben seien. Von der ÖVP heißt es, man nehme den Instanzenzug zur Kenntnis, gehe aber davon aus, dass die Diversion bestätigt wird. „Unverändert stehen wir geschlossen hinter August Wöginger.“

Kleine Zeitung. 31. Oktober 2025.

Dazu ist bloß eines noch anzumerken, daß es eine „rote Linie“ schon vor der …

Day

Naturlyrik langweilte stets.

Und wie sehr werden jetzt lyrische Naturbeschreibungen, da diese im Angesicht des Naturzustandes nur mehr verfaßt werden können, wenn der Blindheit gänzlich verfallen, vermißt, derart vermißt, daß beinahe Naturlyrik geschrieben würde werden wollen. Was nie vermißt wurde, was je nicht einmal langweilte, was stets bloß lästig war, was je des Denkens fauligste Ernte, was weder einst noch jetzt verfaßt werden wollte, war die Anrufung einer Macht jenseits der Welt. Und jenseitig darüber hinaus seit jeher, diese Macht männlich zu rufen, den Beistand von einem Herrn zu erbitten, wobei die Anbetung des Mannes wohl die einzige aber uneingestandene Wahrheit dieser Art von Lyrik, war und ist der Mann doch diesseits der Welt der Herr. Diesem Herrn das Befehlen je zu überlassen, gar von ihm je zu erwarten, der alles Süße aus sich herausgepreßte Weinvollschwere könne irgend etwas je zur Vollendung bringen — was für ein Graben in fruchtloser Jagd weiter nach letzten Gedanken, die von Anbeginn verschimmelt …

Was noch geschrieben werden könnte, sind Verse, die blaße Spuren einstiger Naturlyrik enthielten, vielleicht in der abwegigen Hoffnung, es könnte einst wieder eine Zeit kommen, in der Gedichte der Naturschönheit wieder geschrieben werden könnten, auch wenn diese wieder langweilten, aber wie sehr wäre diese Langeweile doch willkommen, dann, im Angesicht einer Natur, die als Natur wieder beschreibbar …

Es können keine neuen Verse geschrieben werden, die blaße Spuren einstiger Naturlyrik enthielten, es können nur noch einst geschriebene Naturverse genommen und diese der jetzigen Zeit anverwandelt werden, in der weiter und wieder mehr und mehr das Heer der Herr – Aber wie Naturlyrik den Fall der Natur je nicht aufhielt, bringen keine Verse je das Heer zu Fall.

Dennoch, ein Versuch, wie ein einstiges Gedicht der heutigen Zeit anverwandelt geschrieben werden könnte; vielleicht in der Art:

Tag

Heer: Es ist Zeit.

Der Sommer War
sehr groß. Legt die
Waffen in die Gräber,
und auf den Fluren
laßt Nichts mehr los.
Befehlt dies als den
Letzten Befehl. Gebt
Nichts mehr. Drängt

zur Auf-Lösung. Löscht
aus. Die Letzte Patrone
leert Ungeschossen aus.

Wie traurig doch in der dritten Strophe des dafür hergenommenen Herbsttages die nahe Zukunft der Vereinzelten,

wie bitter jedoch diese erst für alle, wenn weiter der Herr das Heer:

Wer jetzt noch ein Haus hat, hat bald keines mehr. Wer jetzt ist, wird es nicht lange bleiben, wird in den Alleen mit allen ruhen, falls noch Bäume, deren Schatten einst auf Gräbern lagen, wenn Gräber noch ausgehoben, damit Körper nicht unbeerdigt hin und her treiben in den Fluren.

Als wäre das Gedicht von damals automatisiert übersetzt in das Heute geschrieben, gleicht es einer automatisierten Übersetzung von einer Sprache in eine andere,

(Day

Hosts: It is time. The summer of war has been immense. Lay down weapons in graves. Nevermore let anything loose over  corridors. Command this as final command. Nevermore cave in. Urge for dis-solution. Wipe out. Empty the last cartridge unfired.

Those who still have a house will soon have none. Those who are here now will not remain here long, will rest in the avenues with everyone else, if there are still trees in whose shade graves once lay, if graves are still dug so that corpses do not drift unburied back and forth in the corridors.)

denn es ist nicht die Mühe wert, es selbst zu übersetzen, aber zu sagen, in vielen Sprachen zu sagen, das bleibt weiter, es ist zu sagen, in vielen Sprachen ist es zu sagen, wenn menschgemäß auch vergeblich, bis zum Tag weiter bleibt es zu sagen, an dem die Körper unbeerdigt hin und her treiben, und die Natur wiederkehrt, die Erde für sich wieder ist.

Das Nest

In etwas über einem Jahr werden es sechzig Jahre her sein, daß Ödön (Edmund) Moiret gestorben ist, am 12. Dezember.

Es gibt zu ihm einen Eintrag, gelesen am 24. Oktober 2025, der zum Nationalfeiertag am kommenden Sonntag passend erscheint, diesen zu zitieren:

Moirets Menschendarstellungen entsprachen durchaus der Ästhetik des Nationalsozialismus, weshalb er nach dem sogenannten „Anschluss“ seine Arbeit ungehindert fortsetzen und zu seinem 60. Geburtstag die Glückwünsche des damaligen Kulturamtsleiters und späteren Bürgermeisters Hanns Blaschke entgegennehmen konnte. 1941 wurde Moiret Mitglied des Künstlerhauses. 1942 stellte er gemeinsam mit Künstlern wie Wilhelm Frass, Edwin Grienauer, Alfred Hofmann, Josef Humplik, Josef Müllner, Karl Perl, Josef Franz Riedl, Karl Stemolak und Oskar Thiede anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Gesellschaft bildender Künstler Wiens aus. 1948 war er auf der Ausstellung „80 Jahre Künstlerhaus“ mit einigen lebensgroßen Plastiken prominent vertreten. Der Bildhauer gestaltete auch für Wohnbauten Plastiken und Fassaden
Wien Geschichte Wiki. Zuletzt bearbeitet am 19. Oktober 2023.

Es gibt diesen inzwischen berühmten Spruch einer Bühnenfigur, in Österreich müsse wer entweder nationalsozialistisch oder katholisch sein, aber in Österreich entspricht, wie anhand Moirets beispielhaft gesagt werden kann, die Ästhetik des Nationalsozialismus der Ästhetik des Katholizismus und die Ästhetik des Katholizismus entspricht der Ästhetik des Nationalsozialismus oder, so kann es

„Moirets Schaffen beruht auf der Verwebung von christlichem Gedankengut mit einer selbsterdachten, ästhetisch-mystischen Philosophie.“

[aus: Pappernigg, Michaela (Bearb.): Kunst des 20. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 20. Jahrhunderts, Bd. 3: L–R, hrsg. v. d. Österreichischen Galerie Belvedere, Wien 1997, S. 106]

Österreichische Galerie Belvedere. Wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts. 24. Oktober 2025.

auch gesagt werden, christliches Gedankengut entspricht nationalsozialistischem Gedankengut oder nationalsozialistisches Gedankengut entspricht christlichem Gedankengut

Moirets Menschendarstellungen entsprachen durchaus der Ästhetik des Katholizismus, entsprachen dem christlichen Gedankengut, weshalb er nach dem Untergang des nationalsozialistischen Reiches seine Arbeit ungehindert fortsetzen konnte, von dem sein 1956 geschaffenes Keramikrelief „Erhebet die Herzen“ (Landstraßer Hauptstraße und Rasumofskygasse), von dem sein 1956 geschaffenes Terrakottarelief „Das Nest, Mutter mit Kindern“ (Färbergasse), von dem sein 1936 geschaffenes Terrakottarelief „Mutter mit Kindern“ (Ettenreichgasse) …

Österreich, das Nest des christlichen Gedankenguts, das einmal bloßes christliches Gedankengut, dann christliches Gedankengut nationalsozialistisches Gedankengut, dann wieder bloßes christliches Gedankengut, dann wieder …

Und das vollkommen unabhängig davon, ob wer Mitglied einer nationalsozialistischen Partei, ob wer Mitglied einer faschistischen Partei, ob wer Mitglied einer christlichen Kirche, vollkommen gleichgültig dabei die Frage nach einem sogenannten persönlichen schuldhaften Handeln, nach einer persönlichen mitgliedschaftlichen Involvierung in eine dieser Organisationen.

Was dieses „christliche Gedankengut“ Fundament ist, hat eben erst, kurz ist es her, der in diesem Jahr seines Herrn ’25 zum kirchlichen Führer Aufgestiegene deutlich und unmißverständlich befohlen: „Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung.“

„Erhebet die Herzen“, nicht weit entfernt von seinem christlichen Relief wohnte lange Zeit Robert Musil, in der Rasumofskygasse.

„Erhebet die Herzen“, nicht weit entfernt von seinem christlichen Relief die Figurengruppe „Familie“, ebenfalls 1956 aufgestellt —

von einer Frau geschaffen, die das alles nur so schaffen konnte, weil sie eben eine aus diesem Gedankengutnest …

Nur wer aus diesem österreichischen Nest ist, ist zu solch einer Ästhetik zugerichtet.

Wer nach der Färbergasse in Wien sucht, wird vielleicht auch auf deren Geschichte stoßen, etwa auf Wien Geschichte Wiki, gelesen am 24. Oktober 2025:

Frühere Benennung
Bis 1421 in der Judenstadt gelegen (bis dahin Sammelbezeichnung Judengasse); es wird ein „türlein, als man an den Hof geht“ erwähnt. Im 15. und 16. Jahrhundert ist die Bezeichnung Hofgäßlein gebräuchlich (nach dem Platz Am Hof), ab 1563 Färbergässel beziehungsweise seit 1776 Färbergasse (offenbar in Beziehung zu dortigen Färbereiwerkstätten).

„Bis 1421 in der Judenstadt gelegen (bis dahin Sammelbezeichnung Judengasse)“. Wie sachlich das klingt, wie technisch — „Judenstadt“, „Sammelbezeichnung Judengasse“ … Kalt aber wird es, wenn dazu die Geschichte erinnert, was in diesem Stadtteil geschah, in dem die „Färbergasse“, und nicht weit entfernt von ihr gibt es die Jordangasse, nach wie vor mit einem Relief, das frösteln läßt …

Nur in einem derartigen Nest, wie es Österreich ist, kann einer das „Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich“ verliehen bekommen, und das auch gleich im Jahr 1956 … Einer, von dem berichtet ist, daß er ein „praktizierender Katholik“ gewesen sei, daß er einer „katholischen Studentenverbindung“ angehörte, einer, der auf christliche Unterstützung und Reinwaschung zählen konnte, einer also, der ungehindert seine Arbeit fortsetzen konnte, in oder auf diesem Gedankengut

NS Auch in einem solchen Nest wie Österreich kann es dann und wann vorkommen, daß wer eine Teilnahme ablehnt, nicht in einer Ausstellung gemeinsam mit einem Wilhelm Frass, einem Edmund Moiret, einem Josef Thorak und so weiter und so fort.

28. Juli 1951
Österreichische Plastik von 1900 bis 1950. Bundespräsident Theodor Körner eröffnet die von der Stadt und Salzburger Kulturvereinigung organisierte Ausstellung im Zwerglgarten, bei der u. a. Werke von Wilhelm Frass, Karl Wollek, Ludwig Kaspar, Edmund Moiret und Josef Thorak gezeigt werden. Eine Gruppe von modernen Künstlern um Fritz Wotruba hat eine Teilnahme abgelehnt. Bis 7. Oktober besuchen 5387 Personen die Ausstellung.

Chronik der Stadt Salzburg 1945–1955.
Zusammengestellt von Margit Roth, Peter F. Kramml, Erich Marx und Thomas Weidenholzer
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Sündteuer

Das war vor siebenundzwanzig Jahren, als Alexander Van der Bellen es sogar notwendig befand, mit einer Presseaussendung eine Kampagne auszurufen:

Wien (OTS) – „1998 muß die für die österreichische Neutralitäts- und Sicherheitspolitik so schädliche und unnötige Debatte über einen möglichen NATO-Beitritt beendet werden“, fordert der Bundessprecher der Grünen, Prof. Alexander Van der Bellen. „Kein vernünftiger Mensch kann ein Bedrohungsbild für Österreich erkennen. Insbesondere wenn sich Österreich geographisch nicht mehr am Rand, sondern inmitten von NATO-Staaten befindet. Die Neutralität ist und bleibt daher der spezifische und unverwechselbare Beitrag Österreichs für den Frieden und die Sicherheit in Europa“, stellt Prof. Van der Bellen fest.
„Sollten weiterhin innenpolitische Hasardeure die Neutralität abschaffen und Österreich in einen sündteuren Militärpakt führen wollen, soll im neuen Jahr eine Volksabstimmung diese Debatte endlich beenden“, fordert Prof. Van der Bellen, der seitens der Grünen eine breit angelegte „NATO – Nein Danke“-Kampagne für 1998 ankündigt.

Und nun, siebenundzwanzig Jahre später, rät er, nicht der NATO beizutreten, genauer, „er würde nicht dazu raten: ausgerechnet jetzt“,

„ausgerechnet jetzt“

Alexander van der Bellen in Alpbach zu dem Thema gesagt, er würde nicht dazu raten, ausgerechnet jetzt um eine NATO-Mitgliedschaft anzusuchen. 

Kurier. 26. August 2025.

Befragt zum Thema Neutralität hielt Van der Bellen fest, er teile die mitunter sentimentalen Gefühle vieler Österreicher in dieser Frage bis zu einem gewissen Grad. Er würde auch nicht dazu raten, dass Österreich ausgerechnet jetzt um eine NATO-Mitgliedschaft ansuche, sondern im Moment eher abwarten.

OÖNachrichten. 26. August 2025.

„Im Moment eher abwarten“ —

Nicht „jetzt“, aber wenn nicht jetzt, dann irgendwann — Eine starke Fürrede für die NATO ist auf der Website des Alexander Van der Bellen, am 22. Oktober 2025 noch zu lesen, nicht von ihm vorgetragen, sondern vom Präsidenten Finnlands, dafür den finnischen Präsidenten zitierend sprechen lassend:

Alexander Stubb vermisst Neutralität nicht

Das Beste für Finnland sei der Beitritt zur NATO gewesen, meinte Präsident Stubb sinngemäß. Er vermisse die aufgegebene Neutralität „in keinster Weise“. Er sei bereits in den 1990er-Jahren für einen Eintritt seines Landes in die transatlantische Verteidigungsallianz eingetreten, erinnerte sich der finnische Präsident. Finnland sei die Neutralität nach dem Zweiten Weltkrieg von der damaligen Sowjetunion verordnet worden, argumentierte Alexander Stubb und zog Vergleiche mit der Gegenwart: „Was macht Russland in der Ukraine? Russland will die Ukraine neutralisieren.“ Er jedenfalls sei sehr stolz, dass Finnland nun der NATO angehöre.

So stolz wie Alexander Stubb kann Alexander Van der Bellen noch nicht sein, aber ein wenig stolz wird er doch schon sein, daß Österreich jetzt begonnen habe, das Bundesheer finanziell besser auszustatten, die Verteidigungspolitik etwa im Bereich Milizsystem weiter fortgeschritten sei. Alexander Stubb kann stolz darauf sein, daß Finnland nun der NATO angehöre, ein Mitglied der NATO zu sein, aber in bezug auf die NATO kann Alexander Van der Bellen vielleicht auch schon etwas stolz sein, denn, kurz ist es her, als er davon sprach, „reliable partner of NATO“ zu sein — nicht Mitglid, aber „Partner“, gar „verläßlicher Partner“ …

Alexander Van der Bellen stellte die Neutralität Österreich seinerseits nicht in Frage, betonte aber, dass dies nicht heiße, „das Recht des Stärkeren zu akzeptieren“. Es sei angesichts der geopolitischen Lage wichtig, dass die EU-Länder auch in militärischen Angelegenheiten und Fragen der Verteidigung kooperieren würden. Dabei könnten auch bei den entsprechenden Ausgaben Synergieeffekte erzielt werden. Der Bundespräsident untermauerte auch seine Ansicht, dass das Bundesheer finanziell besser ausgestattet werden müsse. Damit sei bereits begonnen worden, erinnerte Alexander Van der Bellen. Der Bedarf sei jedoch groß: „Es gab Helikopter, die waren fünfzig Jahre alt, das würde man keinem Lkw zumuten.“ Bundespräsident Van der Bellen lobte in diesem Zusammenhang auch die Verteidigungspolitik, die etwa im Bereich Milizsystem weiter fortgeschritten sei.

„Sündteuer“ wird es, auch ohne „Militärpakt“, das Militär. Sündteuer für die Menschen

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Europäische Union in ungewöhnlich deutlichen Worten zu mehr Eigenverantwortung in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, die im Vorfeld von dessen Wien-Besuch veröffentlicht wurde, mahnte Van der Bellen: Europa müsse sich angesichts der weltpolitischen Umbrüche „neu erfinden“.
Nach zwei Weltkriegen und Jahrzehnten des Wiederaufbaus sei Europa zu einem „Projekt des Friedens und der Stabilität“ geworden. Doch dieser Frieden dürfe keinesfalls als selbstverständlich betrachtet werden. „Viele halten dieses Wunder für unumkehrbar. Welch ein Irrtum!“, schreibt Van der Bellen in dem Papier, das der Redaktion vorliegt. Die Realität des 21. Jahrhunderts sehe anders aus – mit neuen Bedrohungen, die weit über klassische Konflikte hinausgingen.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe den Krieg „auf den europäischen Kontinent zurückgebracht“, so Van der Bellen. Damit sei nicht nur ein einzelnes Land, sondern die gesamte europäische Friedensordnung angegriffen worden. Zugleich habe der Konflikt gezeigt, dass sich Europa nicht länger vollständig auf die transatlantische Sicherheitsarchitektur stützen könne. „Wir Europäer müssen selbst für unseren Schutz sorgen, unsere eigene Verteidigungsfähigkeit und Abschreckung glaubhaft stärken“, fordert der Bundespräsident. Auch Partner wie Großbritannien und Norwegen seien dabei unverzichtbare Pfeiler eines künftigen europäischen Sicherheitsgefüges.
Van der Bellen ruft dazu auf, den Bürgerinnen und Bürgern offen zu erklären, warum höhere Verteidigungsausgaben und gemeinsame Rüstungsinitiativen notwendig seien. Sicherheit beginne im Inneren, betont er. Europa brauche eine mutigere, proaktive Außenpolitik, die zwar auf den Grundwerten der EU aufbaue, aber gleichzeitig „mit realistischem Blick auf die Welt“ handele.
„Wenn die Weltlage sich verändert, dann muss sich auch Europa verändern“, heißt es in dem Schreiben weiter. In einer „geopolitischen Zeitenwende“ sei es notwendig, das europäische Projekt mit neuer Zuversicht, Mut und Entschlossenheit zu stärken. Jede russische Rakete, jeder Cyberangriff auf kritische Infrastruktur teste den Zusammenhalt der Europäischen Union. „Wenn wir uns auseinanderdividieren lassen, ist unsere Art zu leben in ernsthafter Gefahr“, warnt der Präsident.
Kritik an Österreichs Nachbarn Ungarn
Zugleich kritisiert Van der Bellen Staaten innerhalb der EU, die sich zunehmend autoritären Systemen annähern. „Wer an den Vorteilen der Europäischen Union teilhaben will, kann nicht gleichzeitig die Grundprinzipien der liberalen Demokratie infrage stellen“, stellt er klar. Staaten, die größere Nähe zu Autokratien verspürten, gefährdeten die EU von innen.
Zwischen den Zeilen dürfte dabei auch Ungarn gemeint sein – just in einer Zeit, in der sich dort US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen über den Ukraine-Krieg treffen wollen. Van der Bellen bleibt skeptisch: Europas Zukunft, so seine Botschaft, liege nicht in der Hoffnung auf fremde Vermittlung – sondern in der eigenen Stärke. Er schreibt dazu: „Liebe Europäerinnen und Europäer! Lassen Sie uns alle gemeinsam am Wunder Europa weiterarbeiten. Zu unser aller Vorteil und für Frieden und Freiheit auf unserem schönen Kontinent.“

Statement. 19. Oktober 2025

Es ist die eigentliche Spezialität von Päpsten, das Zwischen-den-Zeilen-Reden, aber auch ein Präsident ist dazu durchaus in der Lage, Ungarn zwischen den Zeilen möglicherweise zu meinen, aber Ungarn nicht zu nennen, Viktor Orbán nicht zu nennen, vielleicht aus Rücksicht auf einen im österreichischen Parlament,

dem Viktor Orbán ein recht willkommener Gast im Parlament …

Wie klar hingegen die Erkenntnis von Alexander Van der Bellen: „Sicherheit beginne im Inneren, betont er.“ Gerade wenn an das Bundesheer gedacht wird, ist es überfällig, mit der Sicherheit zu beginnen, das österreichische Verteidigungspersonal umfassend zu durchleuchten.

Zur inneren Sicherheit fällt unweigerlich auch die österreichische Verfassung in ihrer Novelle ein, die für die innere Sicherheit ein Gefährdungspotential …

Und auch das von ihm klar erkannt, daß „Staaten“, vielleicht meinte er zwischen den Zeilen auch jene,

etwa jene in Österreich,

etwa jene in Deutschland,

„die größere Nähe zu Autokratien verspürten, gefährdeten die EU von innen“; zuerst gefährden sie ihr jeweiliges Land von innen heraus und dann gefährden sie die gesamte Europäischen Union von innen heraus.

Ob es einen recht kränken wird, von Alexander Van der Bellen keine Blumen mehr zu bekommen, ob er darüber grübeln wird, wer wohl nun die Blumen bekommen mag, aber für einen würde er gewiß über eine Blumengabe sich freuen, ist es doch ein Freund …

PS Am 19. Oktober 2025 läßt Alexander Van der Bellen auf der Konzernplattform X einen lieben Bildspruch verbreiten: „Europa muss und kann sich neu erfinden!“ Sündteure Aufrüstung, sündteurer Militärpakt

wenn das die Erfindungen sind, mit denen Europa sich neu erfinden kann und muß: Wahrlich, dann sind das neue Erfindungen, wahrlich neue Erfindungen, wie die Welt sie noch nie sah …