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„Fahne für Österreich“, datiert 15. Oktober 2017: Ein Leichengedicht
Was je zu erwarten ist, wird gewählt.
Vielleicht war rot/ich weiß/rot von Ernst Jandl aus dem Jahre 1969, um den vielen Interpretationen noch eine hinzuzufügen, ein Gedicht des ungeduldigen Herbeischreibens einer Gegenwart, auf die nicht länger mehr gewartet werden wollte, endlich aus der so fern, fern empfundenen Zukunft ausgegraben wird, für das Hier und Jetzt … Und diese von der Zukunft ersehnten Gegenwart ist dann ja auch bald, zwar nicht zur Gänze, aber doch …
Wäre die Fahne für Österreich nicht aus dem Jahre 1969, hätte Ernst Jandl seine Vier-Wörter-Fahne erst Jahre später geschrieben, dann freilich bliebe nur eine Interpretation im Sinne von Gesellschaft und Politik übrig: melancholisch vorausschauender Abgesang. Und in welchem Jahr hätte Ernst Jandl seinen Abgesang rot/ich weiß/rot schreiben können? Favorit dafür wäre wohl das Jahr 1997, als die Hoffnungen und Erwartungen schrumpften, erfüllt schon gesehen wurden mit einem Ausflug nach Maria Taferl …
Und hätte Ernst Jandl seine Fahne für Österreich mit 15. Oktober 2017 datiert, eine Leichenrede …
Was in Österreich bloß noch zu erwarten ist, wird gemacht.
Und wenn jetzt nach der Wahl am 15. Oktober 2017 das Feilschen und das Berichten über das Feilschen um eine Regierung beginnt — schwarz/ich weiß rot/im gsicht/ vor lauter blau — identitär …
Wenn die Wirklichkeit in Österreich nichts mehr hergibt, als das Erwartbare, ist die Zeit gekommen, für Gedichte, oder wenigstens das Nachdenken über Gedichte, die nichts zu tun haben mit … Und das wird, mag es paradox klingen, vielleicht das Politischste werden, wenn Österreich in Kulturlosigkeit untergeht …
Indirekte Steuern – Das schwarz-rot-blaue Schröpfen der Menschen mit „kleinen und mittleren Einkommen“
Die identitäre Parlamentspartei und bald zur identitären Regierungspartei gemachten will, heißt es in ihrem Wirtschaftsprogramm, vermehrt auf „indirekte Steuern“ setzen.
Das heißt, die Menschen mit geringen Einkommen werden geschröpft. Es muß noch nicht ausgeführt werden, was das bedeutet, hohe indirekte Steuern. So viel kann im Gegenzug die Senkung von „direkten Steuern“ gar nicht ausmachen, daß Menschen mit geringen Einkommen dabei mit einem fetten Minus aussteigen.
Das wurde schon vorgerechnet, anhand des Programms von ÖVP-Kurz:
Erdäpfelschalen statt Butter aufs Brot
Die feudal-christlich-rote Regierung hat das blaue Setzen auf „indirekte Steuern“ schon 2016 umgesetzt, also die Umsatzsteuer erhöht:
Fairness in der Übersetzung von zwei Parteien in Österreich: „Blondheit“ und „Kirchheit“
Dennoch ist es kein Widerspruch, wenn die identitäre Parlamentspartei schreibt, sie wolle auf „indirekte Steuern“ setzen und zugleich werde „mehr Geld für den privaten Konsum“ bleiben. Es wird „mehr Geld“ bleiben, jenen, die bereits „mehr Geld“ haben, dank der Menschen, die jetzt schon gerade noch Geld haben, um den täglichen lebenserhaltenden Einkauf bis zum 25. oder bei viel Glück bis zum 28. eines jeden Monats …
Auch daran kann abgelesen werden, es wurde nicht Veränderung gewählt, die Nationalratswahl ’17 wurde zu keiner Wahl des Neuen, sondern es wurde lediglich das Phantasma der Veränderung gewählt.
Es ist nur noch blauer geworden.
Kurz im Hübner
Das feudal-christliche Fest am 15. Oktober 2017 fand im Hübner statt. Die Hochrechnung wurde im Hübner bejubelt, nicht nur das Ergebnis von der feudal-christlichen, also eigenen Partei, sondern auch das Ergebnis
Kursalon Hübner, ein von Heinz-Christian Strache gewählter treuer Boden für ein Sommergespräch
von der identitären Parlamentspartei, also von der, wie diese wohl schon genannt werden kann, Schwesterpartei – eingedenk des Frauenbildes von diesen beiden Parteien ist es wohl richtiger zu sagen: Bruderpartei.
Am 15. Oktober 2017 brachte Sebastian Kurz ein neues Wort: „ordentlich“. Bisher verwendete er recht brav „Veränderung“ in allen möglichen Phrasen, nun verwendet er „ordentlich“ in allen möglichen Phrasen. Etwa im Hübner: ordentlich feiern.“ In einem Interview: ordentlich arbeiten …
Kurz im Hübner sagte, zum Publikum, es solle jetzt einmal ordentlich feiern, es habe sich das verdient. Er sagte nicht „wir sollen jetzt einmal ordentlich feiern, wir haben uns das verdient“ … er sprach also als uralter Firmenpatriarch zu seiner Belegschaft, der sich nicht als Teil der Belegschaft versteht, sondern als „Chef“, der schon einmal großzügig das ordentliche Feiern … und morgen gehe es wieder ordentlich zur Arbeit —
Ein mittlerweile seliger Bruder von der Hübner-schon-wieder-Partei hatte auch viel dafür über, ordentlich beschäftigt zu sein …
Es wird wohl keinen Rechtsstreit darüber geben, sollte der Bruder aus feudal-christlichen Partei demnächst eine Phrase aus ihm zwei lieben Wörter verwenden: ordentlich neu. Der Bruder aus dem Steiermärkischen wird es wohl mit rechter Freude hören, wenn seine „Neue Ordnung“ in einer Variation …
Was er bisher schon durch sein Programm sagte, ohne es so direkt zu sagen, ist: Brennsuppn macht auch ordentlich satt …
Nationalratswahl Österreich, Oktober ’17: Fortschritt ist das keiner, Rückschritt gewiß
Es ist vor dem 15. Oktober 2017 in Österreich viel von Neuem, von Veränderungen, von Fairness gesprochen worden, also propagandiert.
Nun, nach Vorliegen der ersten Hochrechnungen, kann gesagt werden, das haben die Wählerinnen und Wähler nicht geglaubt. Denn. Sonst hätten sie anders gewählt, als sie wählten.
Sie fallen stets auf ihre eigene Propaganda herein, daß sie Veränderungen wollen. Neues gar wollen. Aber.
Was haben Sie gewählt? Schwarz. Rot. Blau. Und die gesamte Veränderung, die sie wählten, ist, daß nun Schwarz wieder einmal an erster Stelle ist.
Die gesamte Veränderung, die in Österreich gewollt wird, ist das bißchen Hin- und Herschieben der Mehrheit zwischen den Parteien mit den Farben rot, blau und schwarz.
Wie in der Collage auf einen Blick gesehen werden kann, im Vergleich zwischen 2017 und 2013. Und wie es auch schon, um ein Beispiel aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts heranzuziehen, 1966 war. In einer Hinsicht, aber nur in dieser einen Hinsicht war es 1966 besser: die identitäre Parlamentspartei hatte 1966 in keinem Bundesland eine Mehrheit.
Fortschritt ist das keiner.
Ein Rückschritt gewiß.
Denn. Wie es nun aussieht. Nach der Nationalratswahl 2017. Weniger und von Wählerinnen und Wähler schwachgehaltene Parteien im österreichischen Parlament. Das ist keine Veränderung, und vor allem das ist nichts Neues: Ein zwischen den Parteien mit den Farben schwarz, rot und blau verteiltes Land.
Und die identitäre Parlamentspartei wird zur identitären Regierungspartei gemacht werden … Fortschritt ist das keiner. Ein Rückschritt gewiß. Neu ist dies ebenfalls nicht; diese Partei war schon eine Regierungspartei, mit all den Folgen, mit denen sich heute noch, ein Jahrzehnt später, Gerichte beschäftigen müssen. Auch mit dem Mann, der der feudal-christlichen Partei schon als Sebastian Kurz erschien …. …
PS Was in der Landkarte der Vergangenheit, wie die Collage genannt werden kann, einst schwarz eingefärbt gewesen wäre, ist nun türkis angemalt.
Fortschritt ist das keiner. Veränderung ist das nicht. Neues schon gar nicht.
2008 war, um noch eine Nationalratswahl als Beispiel heranzuziehen, was blau hätte eingefärbt sein soll, orange angemalt. Und nun türkis, was schwarz … Mit Farben ein bisschen rumpatzen, das ist eines auf jeden Fall nicht: Veränderung. Neues gar.
Rückschritt gewiß.
Rezepte aus Opas uraltem Kochbuch gewiß. Aber das wurde vor der Nationalratswahl 2017 nicht verheimlicht. Trotzdem haben die Wählerinnen und Wähler nicht anders gewählt, nur so gewählt, wie eben seit Jahrzehnten in diesem Land gewählt wird.
FPÖ unzensuriert, Heide Schmidt und Alexander Surowiec
Es stellt sich doch die Frage, weshalb Heide Schmidt, wenn sie über eine „Schmuddelseite“, über einen „ÖVP-Wirtschaftsbundfunktionär“ spricht, sich dazu versteigen muss, einen Vergleich anzustellen, eine Nebensächlichkeit als das Gesamte hinzustellen, das Gesamte auf eine Nebensächlichkeit zu reduzieren, und dazu gleich der FPÖ eine Note Eins minus zu geben, oder in mündlicher Benotung ausgedrückt: „Fast harmlos“.
Sie, Heide Schmidt, nennt es „Ironie der Geschichte“.
Es ist keine „Ironie der Geschichte“.
Es ist dieses Klugherzeiggerede in Österreich ohne Kenntnisse. Und seltsamerweise oder treffender österreichgemäß fällt es stets zugunsten von … auch in diesem Fall der identitären Parlamentspartei aus.
Heide Schmidt wird nicht viel über FPÖ unzensuriert wissen. Das hält sie dennoch nicht davon ab, gleich positiv über die gesamte FPÖ zu reden, Wähler und Wählerinnen diese schmackhaft zu machen.
Es wird nicht gewußt, was schlimmer ist. Mit Unkenntnis so zu reden, im Besitz vollständiger Kenntnisse zu sein. Oder gegen eigene Kenntnisse Persilzeugnisse auszustellen.
Bei dem von Heide Schmidt angesprochenen „ÖVP-Wirtschaftsbundfunktionär“ handelt es sich um Alexander Surowiec. Allein dieser mit seinem Referatsverhältnis mit den … verwehrt bereits jedwede Ausstellung eines positiven Zeugnisses für die identitäre Parlamentspartei …
Kurz zu Alexander Surowiec etwas, dem Xandl Raff aus Liesing
In einem Land mit einer sogenannten Bildungselite, die mit Blindheit für das Gesamte geschlagen ist, kann es nach dem 15. Oktober 2017 zu keiner anderen Regierung kommen als …
Es kann für den 15. Oktober 2017 nur gehofft werden, daß allein die sogenannte Bildungselite durch ihre Wahl zu solch einer Regierungspartei beiträgt, dann kann es keine identitäre Regierungspartei geben, weder an der Seite der feudal-christlichen Partei noch an der Seite von …
Auf die anderen Wähler und Wählerinnen, denen von der sogenannten Bildungselite alles, was nur im Entferntesten mit Bildung zu tun hat, abgesprochen wird, ist Verlaß. Das haben sie in Österreich erst im Dezember 2016
Die Menschen sind klüger, als Belehrer und Belehrerinnen sie haben wollen.
eindrucksvoll bewiesen … hätten sie so gewählt, wie im Parlament gewählt wird, hieße heute der Bundespräsident … und nicht nur in Österreich, wie gelesen werden kann:










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