Am Gedenktag 27. Jänner 2021 läßt es sich der Innenminister bei Tag nicht nehmen, die Tafel „#WeRemember“ in die Kamera zu halten, auch am Gedenktag 27. Jänner 2021 läßt es sich der Bundespräsident bei Tag nicht nehmen, die Tafel „#WeRemember“ in die Kamera zu halten, am Gedenktag 27. Jänner 2021 ist auch der Bundeskanzler mit dabei, es sich nicht nehmen zu lassen, er stellt seinem „#WeRemember“ sogar ein Kerzchen bei.
Nicht anders ist es um den Gedenktag 8. Mai 2020 bestellt. Auch an diesem Tag lassen es sich Bundespräsident, auch Bundeskanzler, auch Innenminister nicht nehmen …
Liebe Österreicherinnen und Österreicher und alle Menschen, die hier leben. Heute nacht sind mehrere Familien mit minderjährigen Kindern abgeschoben worden. Das macht mich zutiefst betroffen. Ich kann und will nicht glauben, dass wir in einem Land leben, wo dies in dieser Form wirklich notwendig ist. Wir müssen einen Weg des menschlichen respektvollen Umgangs miteinander finden. Gerade wenn Kinder die Hauptleidtragenden sind. Ich habe in diesem Fall keine formale Zuständigkeit, aber sehr wohl eine klare Haltung, um es ganz deutlich zu sagen. Jedes Staatsorgan muss selbstverständlich auf Basis der geltenden Gesetze handeln. Ich kenne die Akten der konkreten Verfahren nicht. Aber hätte es nicht einen rechtlichen Spielraum gegeben? Was ist mit den Rechten der Kinder? Den Kinderrechten, die gewährleistet sind. Wurden die Kinder ausreichend gehört?
Meine Damen und Herren, ich weiß, viele teilen diese Haltung, Bürgermeisterinnnen und Bürgermeister, Menschen aus der Wirtschaft, aus den Gewerkschaften, Landespolitikerinnen und -politiker, Bischöfe und Pfarrer, auch der Papst, und vor allem Schulkolleginnen und -kollegen, Lehrerinnen und Lehrer, und natürlich viele Bürgerinnen und Bürger.
Österreich war immer stark, wenn wir das Miteinander in den Vordergrund gestellt haben. Wenn es menschliche Lösungen gab, wenn es Vernunft, Augenmaß und Menschlichkeit Richtschnur unseres Handelns waren. Es gilt für alle, die von der Corona-Pandemie schwer, sehr schwer betroffen sind, aber eben auch für gut integrierte Kinder. Behalten wir das auch für die Zukunft bei. Sehen wir das Menschliche zuerst. Geben wir nicht auf, für diese Werte einzustehen. Und ich appelliere an alle, die hier Verantwortung tragen, geben wir dem Wohl von Kindern und Jugendlichen den Vorrang.
Was für eine Rede des derzeitigen Bundespräsidenten!
Vielen Dank, Alexander Van der Bellen, das werden wohl viele ihm zurufen.
Was für eine Haltung!
Bemerkenswert. Sich zurückhalten zu können, bis alles passiert ist, bis alles vorbei ist, die Abschiebungen erfolgreich in der Nacht vom 27. Jänner auf den …
An dieser bemerkenswerten Rede muss Alexander Van der Bellen tagelang schon gefeilt haben, vielleicht bereits seit der ersten Stunde, als bekannt wurde, welche Abschiebungen bevorstehen. Denn. Eine derart bemerkenswerte Rede schreibt sich nicht in fünf Minuten.
Nur Politiker, die nicht solche bemerkenswerten Reden schreiben können, nur solche eilen beispielsweise im Morgengrauen in die Zinnergasse, um Abschiebungen Einhalt gebieten zu versuchen, nur Politikerinnen zeigen vor Ort zu früh ihre Haltung, weil sie eben kein Gespür für das Timing haben …
Finnegan und ich wurden von einem Fremdenführer und Herrn Mannheimer durch die Lager geführt. Denselben Weg war ich 30 Jahre zuvor auch mit Finnegans Vater Hunter gegangen, aber irgendwie war es diesmal anders. Es schien, als hätte man umgeräumt, um es für die Besucher weniger bedrückend zu machen. Die grausamen Einzelheiten waren über die Jahre abgemildert worden, und eigentlich hätte ich das nach einem Satz aus der Dachau-Besucherinformation schon erwarten müssen. „Da in Deutschland jede Jahreszeit ihren eigenen Reiz hat“, stand da, „können Sie ihren Besuch im Lager gemäß Ihren eigenen Vorlieben planen.“
Die Stockbetten in den Baracken waren immer noch da, und man konnte sehen, wie die Nazis Zehntausende ins Lager gepackt hatten. Bei früheren Besuchen hatte ich noch in die hölzernen Bettgestelle eingeritzte Namen gesehen; jetzt kamen mir die Betten sauber und frisch lackiert vor.
Zunächst wollte der Angestellte Finnegan und mich nicht in die berüchtigte Gaskammer des Lagers führen, aber ich ließ nicht locker. Ich musste an meinen ersten Besuch denken, mit Beau, als wir in das Gebäude kamen und man uns erklärte, dass die Gefängniswärter ihren Opfer erzählten, sie würden in die Duschen gehen und sie sollten Schuhe, Kleider und falsche Zähne ablegen. Die Fremdenführer brachten uns dann in die eigentliche Kammer und schlugen mit einem furchterregenden Dröhnen die Tür hinter uns zu. Heute heißt es, in Dachau seien nie Häftlinge vergast worden, oder man hätte die Gaskammer nur wenige Male benutzt. Trotzdem wollte ich, dass Finnegans das alles sah, und ich wollte, dass sie auch die Öfen sah, wo die Wärter die Leichen der Erschossenen, Gehängten, Verhungerten oder bei medizinischen Experimenten Getöteten verbrannten. Max Mannheimer war Zeitzeuge. Ihn hatte man gezwungen, die Leichen derjenigen in Wagen zu laden, die in nahen Arbeitslagern umgekommen waren, und sie dann zu den Öfen von Dachau zu bringen.
Finnegan sah und hörte sich alles an. Dann gingen wir wieder nach draußen und blickten durch den Zaun auf nicht allzu weit entfernten Reihen ziegelgedeckter Häuser einer bürgerlichen Mittelschicht. Ich wollte, dass sie begriff, dass die Menschen, die in den 1930er und 1940er Jahren hier gewohnt hatten, gewusst haben mussten, was sich in diesem Lager abspielte. Sie wohnten so nah, dass sie das verbrannte Menschenfleisch buchstäblich gerochen haben mussten. Wie konnten sie nichts gewusst haben?
Ich wollte, dass Finnegan denselben instinktiven Schock verspürte, der mich in den langen Jahren meiner Karriere im öffentlichen Leben immer wieder angetrieben hatte. „Siehst du, Kleines“, meinte ich zu Finnegan, während wir durchs Tor hinausgingen und wieder in unsere eigene Zeit zurückkehrten. „Das kann wieder passieren. Und in anderen Teilen der Welt passiert es gerade jetzt. Deshalb muss man es laut aussprechen. Man darf nicht schweigen. Wer schweigt, macht sich zum Mittäter.“
Das schreibt Joe Biden in seinem Buch „Versprich es mir – Über Hoffnung am Rande des Abgrunds“. Joe Biden, der seine Rede am 20. Jänner 2021 enden ließ mit Truppen …
May God bless America and may God protect our troops.
Joe Biden, der Vater, der seinem Sohn den Vornamen gibt: Jäger … Wie selbstverständlich schließt sich fünf Jahrzehnte später zu diesem Vornamen das letzte Wort seiner ersten Rede als leader an: Truppen.
Joe Biden, der Großvater, wird seiner Enkelin den Vornamen Finnegan nicht gegeben haben. Eine schöne Vorstellung, sie hätte ihren Vornamen nach dem Werk Finnegans Wake von James Joyce von ihren Eltern erhalten, eine beklemmende, sie hätte diesen Vornamen nach seiner ursprünglichen Bedeutung erhalten, der und die Weiße …
Aber um das alles geht es nicht.
Es geht nur um seine Beschreibung seiner Dachau-Besuche in seinem Buch „Promise, me Dad – A Year of Hope, Hardship, and Purpose“ …
Mit welcher Dankbarkeit diese Beschreibung wohl jene aufnehmen werden, die den Holocaust leugnen? Es darf nicht vergessen werden, welche berüchtigte Bedeutung gerade in der Holocaustleugnung die Gaskammer von Dachau einnimmt, um die Massenmorde im deutschen reich in ihrer Gesamtheit zu leugnen. Wie sie das in ihre Leugnungen einbauen werden, und sie dabei geschickt die Aussagen des jetzigen amerikanischen Präsidenten einsetzen werden. Nicht nur, aber vor allem die Passage mit „Heute heißt es …“ wird es ihnen antun. In Deutschland wurde ein „Volkslehrer“ verurteilt, um ein aktuelles Beispiel anzuführen, der eben genau und bewußt in Dachau den Holocaust leugnete, und es ist von den Leugnenden gesinnungsgemäß nur folgerichtig, nun auch auf den Demos zur Corona-Leugnung …
Was aber hat zu bekümmern, das Menschen leugnen, was sie alles in ihren mit Kornblume und Enzian verzierten Lügenstrauß stecken, mag jetzt auch das von Joe Biden noch hineingeflochten werden, es ist ohne Belang, möge ihr Lügenstrauß in ihren Küchen mit dem Hergottswinkel blühen, draußen vor ihren Höfen ist ihr Strauß nicht einmal Unkraut, das gejätet werden muß.
Mit der Enkelin beispielsweise die „Tagesordnung“ zu lesen, statt sie im fernen Deutschland schocken, sie auf Instinkte reduzieren zu wollen, brächte ihr den handlungsfördernden Einblick, wie es funktionierte, daß das im deutschen reich passieren konnte, aber auch, wie es weiter und weiter funktioniert, was in der Welt jetzt passiert. Und dem Großvater selbst passierte es nicht noch einmal, daß er vor lauter Betroffenheitstränen nicht mehr sieht, was er schreibt. „Das kann wieder passieren. Und in anderen Teilen der Welt passiert es gerade jetzt.“ Mit klaren Augen würde er sich über diese gewagte Gleichsetzung zwischen dem, was im deutschen reich passierte, und dem, was gerade jetzt in der Welt passiert, in der Sekunde wohl sehr wundern, und diesen Satz sofort löschen. Mit klaren Augen würde er sich der Aufklärung über die Methoden, über die Technik, über das System widmen, die sich seit damals nicht geändert haben, die unabhängig von der jeweiligen Gesinnung weiter und weiter angewandt werden und nach wie vor funktionieren, nicht nur in anderen Teilen, sondern in der gesamten Welt …
Auch diese Demonstrationen für den Coronaterror tragen nichts zum Lösen des ewigen Rätsels, das der Mensch ist, bei. Das Rätsel, wie es sich auf diesen Demonstrationen stellt, besteht darin, gegen Impfung aufzutreten und zugleich Impfungen zu verabreichen, freudig sich impfen zu lassen, aber nicht mit harmlos kleinen Nadeln, sondern mit den trunkenen PfeilenGottes.
In „Israel, blaues Heft“ schreibt Philippe Jaccottet, „dürfen wir auch nicht die Grausamkeit, die Unerbittlichkeit vergessen, die in diesen Welten herrscht; den Gott des Moses, der sagt: ‚Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen‘, diese Geschichte, die am Ende des 19. Kapitels der Richter erzählt wird und die ich vollständig zitieren will:“
„Und siehe, da kam ein alter Mann von seiner Arbeit vom Felde am Abend; der war auch vom Gebirge Ephraim und ein Fremdling in Gibea, aber die Leute des Orts waren Benjaminiter. Und als er seine Augen aufhob, sah er den Wanderer auf dem Platz und sprach zu ihm: Wo willst du hin? Und wo kommst du her? Er aber antwortete ihm: Wir reisen von Bethlehem in Juda weit ins Gebirge Ephraim hinein, wo ich her bin. Ich bin nach Bethlehem in Juda gezogen und kehre jetzt nach Hause zurück, doch niemand will mich beherbergen. Wir haben Stroh und Futter für unsere Esel und Brot und Wein für mich, deinen Knecht, und für deine Magd und den Knecht, der bei mir ist, so daß uns nichts fehlt. Der alte Mann sprach: Friede sei mit dir! Alles, was dir mangelt, findest du bei mir; bleib nur nicht über Nacht auf dem Platze. Und er führte ihn in sein Haus und gab den Eseln Futter, und sie wuschen ihre Füße und aßen und tranken.
Und als ihr Herz nun guter Dinge war, siehe, da kamen die Leute der Stadt, ruchlose Männer, und umstellten das Haus und pochten an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hauswirt: Gib den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, daß wir uns über ihn hermachen. Aber der Mann, der Hauswirt, ging zu ihnen hinaus und sprach zu ihnen: Nicht, meine Brüder, tut doch nicht solch ein Unrecht! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, tut nicht solch eine Schandtat! Siehe, ich habe eine Tochter, noch eine Jungfrau, und dieser hat eine Nebenfrau; die will ich euch herausbringen. Die könnt ihr schänden und mit ihnen tun, was euch gefällt, aber an diesem Mann tut nicht solch eine Schandtat! Aber die Leute wollten nicht auf ihn hören. Da faßte der Mann seine Nebenfrau und brachte sie zu ihnen hinaus. Die machten sich über sie her und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht bis an den Morgen. Und als die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen. Da kam die Frau, als der Morgen anbrach, und fiel hin vor der Tür des Hauses, in dem ihr Herr war, und lag da, bis es licht wurde. Als nun ihr Herr am Morgen aufstand und die Tür des Hauses auftat und herausging, um seines Weges zu ziehen, siehe, da lag seine Nebenfrau vor der Tür des Hauses, die Hände auf der Schwelle. Er sprach zu ihr: Steh auf, laß uns ziehen? Aber sie antwortete nicht. Da legte er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort. Als er nun heimkam, nahm er ein Messer, faßte seine Nebenfrau und zerstückelte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels …“
Wenn Philippe Jaccottet auch schreibt, „diese Geschichte, die ich vollständig zitieren will“, so zitiert Jaccottet nicht die vollständige Geschichte aus dem „Buch der Richter“, das Teil des Tanachs und somit auch Teil des Alten Testaments ist, das wiederum auch heute noch zur Verfassung der römisch-katholischen Kirche gehört, so zitiert Jaccottet die Geschichte nicht vollständig. Er zitiert nicht den Anfang, er zitiert nicht den Schluß. Er aber allein wird wissen, weshalb er die Geschichte ohne Anfang und ohne Ende zitiert, also unvollständig, und für ihn doch vollständig.
Was hier zitiert werden kann, ist die vollständige Geschichte aus dem Buch der Richter. Zuerst der Anfang, den Jaccottet nicht zitierte:
„Zu der Zeit war kein König in Israel. Und ein Levit wohnte als Fremdling weit hinten im Gebirge Ephraim und hatte sich eine Nebenfrau genommen aus Bethlehem in Juda. Und als sie über ihn erzürnt war, lief sie von ihm fort zu ihres Vaters Hause nach Bethlehem in Juda und war dort vier Monate lang. Da machte sich ihr Mann auf und zog ihr nach, um freundlich mit ihr zu reden und sie zu sich zurückzuholen; und er hatte seinen Knecht und ein Paar Esel bei sich. Und sie führte ihn in ihres Vaters Haus. Als ihn aber der Vater der jungen Frau sah, wurde er froh und ging ihm entgegen. Und sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau, hielt ihn fest, dass er drei Tage bei ihm blieb. Sie aßen und tranken und blieben dort über Nacht. Am vierten Tag erhoben sie sich früh am Morgen, und er machte sich auf und wollte fortziehen. Da sprach der Vater der jungen Frau zu seinem Schwiegersohn: Labe dich zuvor mit einem Bissen Brot, danach könnt ihr ziehen. Und sie setzten sich und aßen beide miteinander und tranken. Da sprach der Vater der jungen Frau zu dem Mann: Bleib doch über Nacht und lass dein Herz guter Dinge sein. Als aber der Mann aufstand und ziehen wollte, nötigte ihn sein Schwiegervater, dass er noch einmal über Nacht dablieb. Am Morgen des fünften Tages machte er sich früh auf und wollte ziehen. Da sprach der Vater der jungen Frau: Labe dich doch und lass uns warten, bis sich der Tag neigt. Und so aßen die beiden miteinander. Da machte sich der Mann auf und wollte mit seiner Nebenfrau und mit seinem Knecht fortziehen. Aber sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau, sprach zu ihm: Siehe, der Tag hat sich geneigt und es will Abend werden; bleib über Nacht und lass dein Herz guter Dinge sein. Morgen mögt ihr früh aufstehen und eures Weges ziehen zu deinem Zelt. Aber der Mann wollte nicht mehr über Nacht bleiben, sondern machte sich auf und zog hin und kam bis gegenüber von Jebus – das ist Jerusalem – und hatte ein Paar beladene Esel bei sich und seine Nebenfrau und seinen Knecht. Als sie nun nahe bei Jebus waren, dunkelte es schnell; da sprach der Knecht zu seinem Herrn: Komm doch und lass uns in diese Stadt der Jebusiter einkehren und über Nacht dort bleiben. Aber sein Herr sprach zu ihm: Wir wollen nicht in die Stadt der Fremden einkehren, die nicht von den Israeliten sind, sondern wollen hinüber auf Gibea zu. Und er sprach zu seinem Knecht: Geh weiter, damit wir an einen andern Ort kommen und über Nacht in Gibea oder in Rama bleiben. Und sie zogen weiter ihres Weges und die Sonne ging unter, als sie nahe bei Gibea waren, das in Benjamin liegt. Und sie bogen ab vom Wege, um nach Gibea zu kommen und dort über Nacht zu bleiben. Als er aber hineinkam, blieb er auf dem Platze der Stadt; denn es war niemand, der sie die Nacht im Hause beherbergen wollte. Und siehe, da kam ein alter Mann von seiner Arbeit vom Felde am Abend …“
Das Ende der Geschichte, das Jaccottet nicht zitiert, soll der Vollständigkeit willen auch zitiert sein:
„… Als er nun heimkam, nahm er ein Messer, fasste seine Nebenfrau und zerstückelte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels. Wer das sah, der sprach: Solches ist nicht geschehen noch gesehen, seitdem Israel aus Ägyptenland gezogen ist, bis auf diesen Tag. Nun denkt darüber nach, beratet und sprecht!“
Was die Konsequenz daraus war, aus der Aufforderung, darüber nachzudenken, zu beraten und zu besprechen, muß nicht erzählt werden, da es Jaccottet nicht zitiert, weder vollständig noch unvollständig. Es war ein Massaker. Von dem wird im zwanzigsten Kapitel im Buch der Richter berichtet: Strafgericht am Stamm Benjamin …
Die Demonstration für den Coronaterror hat auch offenbart, wie weit die Einengung bereits gediehen ist, wie weit die Begrenzung des Horizonts fortgeschritten ist, wie sehr in dieser Gegenwart die Wahrnehmung der Welt zu einer verkümmerten schon geworden ist, der Tunnenblick auf die Welt zum alles Bestimmenden geworden ist.
Wie alle ihr Sehvermögen freiwillig mehr und mehr hingeben, mit dem Tunnenblick sich begnügen, ihnen der Tunnelblick vollauf genügt, von dem sie meinen, durch diesen die gesamte Welt zu sehen, aber am Ende des Tunnels zeigt sich ihnen nicht die Welt in ihrer Gesamtheit, am Ende des Tunnels ist nicht die Welt, es sind Punkte in einem Ausmalheft, die sie miteinander verbinden und mit denen sie ihre Welt nachzeichnen, von der sie meinen, sie ist die Welt.
Selbstverständlich könnte der sich seine Welt nachzeichnende Mensch Argumente anführen, weshalb er das Symbol des Friedens als Symbol des Identitären sah. In diesem Umfeld, in diesem Milieu nicht das Symbol des Friedens, sondern das Symbol des Identitären nur sehen konnte.
Kein Mensch hätte diese Demonstration mit dem Frieden in Verbindung bringen können, bei all diesen Aufrufen, die keine Aufrufe, keine Forderungen nach Frieden sind, bei den involvierten Personen, die nicht mit dem Frieden in Verbindung zu bringen sind, die nicht unter dem Symbol des Friedens, nur unter dem Symbol des Identitären vorstellbar sind.
Konkret wird von den Organisatoren derzeit dazu aufgerufen, Anschläge auf „Polizeiinspektionen vorzunehmen, Beamten Waffen mit Gewalt zu entwenden, Brandstiftungen am Kanzleramt und anderen Regierungsgebäuden vorzunehmen, Regierungsmitglieder oder den Bundespräsidenten zu Hause zu besuchen oder das Eindringen in das Parlament bzw. dieses anzuzünden“, wie das BVT berichtet.
„Rechtsextreme Gruppierungen sind die treibenden Kräfte der Leugner der Corona Pandemie – das ist ein Faktum“, betont der Innenminister.
So sei auch das direkte Umfeld „des bekennenden und mehrfach verurteilten Neonazis Gottfried Küssel bei Kundgebungen in Wien, Niederösterreich und zuletzt mehrfach im Burgenland“ beteiligt. Auch Martin Sellner von der Identitären Bewegung und einer seiner Mitstreiter in Deutschland ziehen laut BVT im Hintergrund die Fäden. Man arbeite daher ab sofort eng mit den deutschen Behörden zusammen.
Freilich könnte es eingedenk des bevorstehenden Gesetzes zu einer Veränderung, um dem Strafrechtlichen zu entgehen, des Symbols des Identitären kommen, könnte das Symbol des Identitären durchaus in leichter Anpassung das Symbol des Friedens annehmen. Ein Symbol, das die Rekrutierung noch erleichterte. Wer würde sich nicht jenen anschließen wollen, deren Symbol der Frieden ist.
Auch wenn Medien in Österreich im ersten Coronadezember darüber schon so berichteten, als wäre das Zeichen der „Identitären Bewegung“ bereits verboten …
Und wenn das gesetzliche Verbot des identitären Zeichens zur Terrorbekämpfung kommen wird, wovon auszugehen ist, bei der Treue der Abgeordneten der Regierungsparteien, stellt sich bereits jetzt die Frage, wird das identitäre Zeichen sich verbieten lassen, wenn es hinkünftig ein wenig verändert hergezeigt wird …
Ehe noch das Symbol der Identitärinnen verboten sein wird, wurde bereits das nicht einmal in Kraft gesetzte Gesetz kraftlos gemacht, wie es auf der Demonstration für den Coronaterror präsentiert wurde. Wird das Verbot nach diesem erst zu beschließenden Gesetz so noch exekutiert werden können, wenn das Symbol in Hinkunft so aussehen wird, wie es auf der Demonstration für den Coronaterror präsentiert wurde? Ohne Gelb, ohne schwarzen Grund, ohne gelben Kreis. Dafür mit weißem Grund, mit Schwarz, auf blauem Hintergrund. Blau. Mit der Farbe einer Parlamentspartei in Österreich. Gesinnungsgemäß zwar kein Unterschied in der Bedeutung dieses Symbols von außerparlamentarischen Identitären und parlamentarischen Identitärinnen, aber für das Gesetz … Das wieder ein Gesetz sein wird zum sofortigen Verscharren auf dem Friedhof der Symbole.
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