Es gibt von einem der drei österreichischen „Volkskanzlern“ den Spruch, er sei der „größte Festungsbauer aller Zeiten“. Wie sehr seine „Festung“ hielt, wie sehr seine „Festung“ solide gebaut war, davon erzählt eindrücklich die Geschichte vom ersten Tag des Festungsuntergangs., der bekannt als „D-Day“.
Dieser österreichische „Volkskanzler“ war recht belesen, seine Lektüre reichte bis zu Chamberlain, der ihn jedoch, da er es selbst nicht mehr kennen konnte, nicht über die Fragen der lesenden Arbeiterinnen aufklären konnte, denn sonst hätte er, da hätte er einmal genau und ehrlich gewesen sein können, sagen müssen, sie sind die „größten Festungsbauer aller Zeiten“ und „ich bin auch dabei, schaue zu, wie sie mir eine bauen“ …
NS Eine Abkürzung für „größter Festungsbauer aller Zeiten“ hat es damals nicht gegeben, wahrscheinlich deshalb, weil es bereits eine andere Abkürzung gab. Und heutzutage ist eine mittels den ersten Buchstaben von „größter Festungsbauer aller Zeiten“ nicht mehr notwendig, und ausgesprochen klänge es auch recht furchtbar: Gröfesaz—
Und was für Bücher sollte jede Lehrerin erwerben, welche Bücher sollten in jeder Lehrerinnenbücherei stehen? Bücher mit Titeln wie: „Nationalsozialistische Erziehung“; „Die Judenfrage“; „Deutschland in uns!“; „Unser Führer:“ „Der Volkskanzler. Das Leben des Führers für Jugend und Volk erzählt“; „Hitler in seiner Heimat“; „Hitler in seinen Bergen“ …
Zu dieser Zeit, auch die Geschichte der Straßennamen ist immer wieder zu erzählen, hatte der Verlag „Deutscher Verlag für Jugend und Volk“ seinen Gesinnungssitz in „Wien I., Dr. Ignaz Seipel-Ring 1“, der diesen Namen erst am 27. April 1934 erhielt, davor war sein Name „Ring des 12. November“, so benannt nach der Gründung der demokratischen Republik Österreich in 1918. Dann hieß der Ring nach dem Gauleiter und Reichskommissar für die „Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ und Massendeportanten von jüdischen Menschen Josef Bürckel, um dann gleich wieder mit 27. April 1945 zu Dr.-Ignaz-Seipel-Ring zurückgekehrt zu werden.
So sehr war in dieser Zeit in Österreich der Geist ein demokratischer und republikanischer, daß Ignaz Seipel gleich noch einen Dr.-Ignaz-Seipel-Platz hinzubekam, dafür gelöscht wurde „Universitätsplatz“. Seit 1956 gibt es den Dr.-Ignaz-Seipel-Ring nicht mehr, seit diesem Jahr bis heute ist es der Dr.-Karl-Renner-Ring. Der Ignaz-Seipel-Platz allerdings ist dem Seipel geblieben, bis heute.
Dafür gibt es nun seit über einem Jahrzehnt den „Universitätsring“ und keinen „Dr.-Karl-Lueger-Ring“ mehr, aber dem Lueger ist auch ein Platz geblieben, bis heute, und auf diesem Platz
Mit der Anrede „Bundeskanzler, Volkskanzler, Vater des Vaterlandes“ konnte Karl Kraus 1927, vor siebenundneunzig Jahren, also vor bald einhundert Jahren, sein Plakat „Ich fordere Sie auf, abzutreten“ noch nicht adressieren.
Johannes Schober war zu diesem Zeitpunkt nurein Polizeipräsident der Pflicht…
Karl Kraus […] sprach vom „größten Verbrechen aller zivilisierten Zeiten“ und zählte 90 Tote. Da die Rücktrittsforderungen der Sozialdemokratie […] schnell verstummten und die bürgerlichen Parteien ohnehin hinter Schober standen, der medial und politisch gefeiert wurde und selbst von „erfüllten Pflichten“ sprach, reagierte Kraus mit einer Kampagne gegen Schober. Zentral waren dabei neben den Texten in der „Fackel“ seine Plakataktion im Herbst 1927 wie auch das „Schoberlied„.
Das bei den österreichischen Arbeitern so bekannte Schoberlied, das der Verfasser Karl Kraus Ihnen vorträgt. Das Lied entstand nach dem 15. Juli 1927 mit seinen neunzig toten Proletariern und im Kontrast hierzu der moralischen Niederlage des Polizeipräsidenten vor einem Wiener Zeitungserpresser. Das Lied ist nach den Motiven „Üb‘ immer Treu und Redlichkeit“ und Radetzkymarsch komponiert. Der Autor läßt Schober selbst singen und sein Leitmotiv von der Pflichterfüllung variieren. „Ich kann wahrlich von mir sagen, daß ich mein ganzes Leben lang nichts als meine Pflicht getan habe, weil ich und nichts anderes meine Pflicht ist.
Gar nicht diskret hingegen wird bald einhundert Jahre später darüber geschrieben, davon gesprochen, worüber schon damals, vor bald einhundert Jahren, gesprochen, geschrieben wurde, beispielsweise vom verlorengegangenen Vertrauen und so weiter und so fort …
Vater des Vaterlandes. Ovid nannte Romulus Gründer des Reiches, Vater des Vaterlandes. Diese Bezeichnung auch für unserem Volkskanzler Dr. Hans Schober zu gebrauchen, drängt sich jedem Ehrlichen in Österreich unwillkürlich auf, denn das, was er in den letzten Monaten für uns ohne Ausnahme des Standes aus seiner nie versiegenden Liebe zu Volk und Heimat getan hat, hätte, ohne mit seiner Person dadurch Kult zu betreiben, kein anderer in Österreich geleistet. Die Orte: Haag, Rom, Berlin, Paris und London sind durch ihn zu Marksteinen in unserer Geschichte geworden und ihnen reihen sich würdig die Gesetze an, welche einzig die Gesundung unseres inneren Staatslebens sichern. Schober ist jene Führernatur, die die Allmacht dem deutschem Volke stets in der Notzeit schenkte, um Volk und Heimat vor dem Niedergange zu retten. Dieses Können erringt der Mann auch nicht durch die Kenntnis sämtlicher Fachwissenschaften, sondern ist nur als Erbgut in die Natur des Führers von Urbeginn verankert. Die Entfaltung dieses Erbgutes und dessen Nutzanwendung dagegen ist nur durch die selbstlose Liebe zu Volk und Heimat möglich. Und diese Eigenschaften vereinigt unser Schober in einer derartig hervorragenden Art und Weise, daß er für uns Ostmärker zum Vater des Vaterlandes wurde. Wenn wir auch das Bismarckwerk stets bewundern werden und diesen Titanen seiner Zeit nur Ehrfurcht entgegen bringen, so hat unser Volkskanzler, dem nicht die geordneten inneren Verhältnisse, welche Bismarck unterstützend für sein Lebenswerk bereits vorfand, zur Verfügung standen, diese sich er selbst schaffen müssen und daß ist es, was ihm kein Zeitgenosse auch nur annähernd gleich vollbringen könnte und für Schober das Denkmal des Dankes der Lebenden und unserer Nachkommen für ewig in der Geschichte Deutschösterreichs errichtete. Ihm allein verdanken wir, daß unser Volk und Staatswesen wieder von den anderen Völkern geachtet wird. Über den Parteien stehend, was es für jeden unvorher eingenommenen Manne von Haus aus klar erkennbar, daß Dr. Hans Schober mit seinem Erbgute des Führertums die Arbeit leisten wird, die nie ein Politiker vollbracht hätte, da dieser durch die Fessel der Partei beschwert, Volks- und Staatswohl erst nach dem Parteiwohl zu setzen hat. Möge die Tat unseres Volkskanzlers allen Politikern und Volksvertretern in Hinkunft für ihre Handlungen stets als Richtschnur dienen, dann, aber auch nur dann wird vielleicht das dem Volke und jedem ordnungsliebenden Manne verloren gegangene Vertrauen zu unseren Volksvertretern wieder rückgewonnen werden können. Der Parteihaß hat bei der Arbeit im Parlamente vollkommen zu verschwinden, Weltanschauungen ausgeschaltet zu werden und nur wirklich arbeitsfreudige, selbstlose, nicht nach sorgenlosem Leben Strebende haben in unserem Volksvertretungshause die Belange der Volksheit zu vertreten. Den Grundstein zum Wiederaufbaue unseres Staatswesens legte der Vater des Vaterlandes, Volkskanzler Dr. Hans Schober. Die Volksvertreter müssen dem Volke nun durch gedeihliche Arbeit beweisen, daß sie nicht allein eines solchen Führers würdig sind, sondern auch unter seiner Führung nur stets das Beste für Volk und Heimat zeitigen wollen, damit auch Ovids Werte an Romulus im österreichen Sinne zur Wahrheit werden: „Vater des Vaterlandes, diesen Namen gibt Dir die Kurie, gibt Dir das Volk.“
Was das Volk dazu sagte. Ein Leser schreibt uns: Ich habe Montag abend einen Rundgang von Radiogeschäft zu Radiogeschäft gemacht, wo überall die Rede des Bundeskanzlers im Lautsprecher zu hören war. Ueberall standen Leute. Ueberall gab es Diskussionen, überall Leute, die Zwischenrufe machten. Ueberall gab es Sozialdemokraten, die zu diskutieren begannen. Einige Christlichsoziale machten lange Gesichter, vielleicht denken sie nach dem Katholikentag über das Gehörte nach. Aus Dutzenden, ja Hunderten solcher kleiner Versammlungen wurden trotz dem Verbot sozialdemokratische Versammlungen. In Hunderten dieser Versammlungen konnte man den „Volkskanzler“ hören. Doch leider hörte der „Volkskanzler“ die Stimme des Volkes nicht!
Der Anlaß für dieses Urteil? Der Katholikentag ist zu Ende. Über den unmittelbar davor berichtet wird:
Der Katholikentag ist beendet. Der Katholikentag wurde gestern abgeschlossen. Vormittags fand auf dem Kahlenberg eine Türkenbefreiungsfeier statt, an der sehr viele Polen, auch Vertreter der polnischen Regierung, teilnahmen, die als Gäste zum Katholikentag gekommen sind. Die Feier wurde auch mit der polnischen Nationalhymne geschlossen. Nachmittags fand im Stadion die dritte und letzte Hauptversammlung statt, bei der auch der Bundespräsident sprach. Mit einer Schlußandacht im Stephansdom und einem Geläute der „Bummerin“, der großen Glocke, die seinerzeit aus Kanonen, die von den Türken erbeutet wurden, gegossen worden ist, wurde der Katholikentag beendet.
Zum erwähnten „Lautsprecher“ fällt ein, was Karl Farkas zu Fritz Grünbaum sagte, in ihrer Unterhaltung „Lautes und Leises“: „Zeitalter der Technik: es gibt viel zu viel Lautsprecher und viel zu wenig Kopfhörer!“ Das Radio, technisch abgelöst durch das Internet, Versammlungen ins Internet verlegt, aber keine Notwendigkeit, das umzuschreiben, nur weil sich die Technik geändert hat: Es gibt viel zu viel Lautsprecher und viel zu wenig Kopfhörer …
Bruder Mensch, kennst du das auch: Man ist da und hat nur Luft im Bauch. Man fühlt’s im Magen stechen und pressen – Man hat Hunger und nichts zu fressen. Man pfeift auf die ganze Volkswirtschaft, Man hat zum Denken keine Kraft; Für ein Stück Brot und einen Happen Braten Gäbe man den Goethe samt allen Zitaten. Man möchte schlingen, man möchte pampfen Und sehe gern aus dem Teller dampfen Eine Suppe, goldgelb, fett, duftig und fein – Man möchte sie schmatzen, man ist doch ein Schwein. Der eine hat Hunger, der andre Fressen und Geld, Fressen und Hunger sind die Pole der Welt! Hunger ist Fortschritt, sagen die Weisen – Ich habe Hunger und sie können speisen. Ich habe nur Hunger und der Fäuste zwei: Zu fressen gebt, oder die Welt geht entzwei
Ein Islamkritiker wird auf offener Straße niedergestochen. Die Krone kritisiert dessen Radikalisierung. Das Extremismusopfer ist selbst schuld? Endgültig links angerennt @krone_at?
So stellt es Heimo Lepuschitz dar, am 31. Mai 2024, auf der Konzernplattform X, und die von ihm genannte Tageszeitung, so fragt er, „endgültig links angerennt“ … Und das nur deshalb, weil diese Tageszeitung ohne Wertung über seinen „Islamkritiker“ informiert:
Bei dem Opfer soll es sich laut Medienberichten um den bayrischen Islamkritiker Michael Stürzenberger handeln. Er hielt zum Zeitpunkt der Attacke laut „Bild“-Zeitung gerade eine Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pax Europa ab. Der 59-Jährige war früher für die bayrische Regierungspartei CSU als Pressesprecher aktiv. Nach dem Tod eines Freundes bei den islamistischen Terroranschlägen in der indischen Metropole Mumbai 2008 habe er sich immer stärker radikalisiert und dem Kampf gegen den Islam gewidmet, unter anderem in der rechtsextremen Bewegung Pegida, berichtete der „Focus“. Er wurde deswegen auch vom bayrischen Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet.
Mieser Dreckskerl!!! Raus aus Europa mit ihm und seinem Jihadisten-Pack! Und Grenzen dicht! Niemand braucht diese Leute! Möge dieses Islamisten-Dreckspack im ewigen Feuer der Hölle schmoren. Unfassbar!!!!
Aber ehe sie noch gemeinsam marschieren, sind Menschen schon ihre Opfer, werden Menschen, die mit ihnen nichts zu tun haben, weder mit der einen Schwesternschaft noch mit der anderen Bruderschaft, von ihnen getötet, werden Menschen in Erfüllung ihrer rechtsstaatlichen Aufgaben von solchen Brüdern im Geiste ermordet, diesmal in Mannheim.
Wie friedlich könnte es doch sein, wie könnte an einer gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft gearbeitet werden, würden diese Gesinnungsbrüder und diese Gesinnungsschwestern einfach sich in ein Auto setzen, zum Beispiel in einen Mercedes, an allen Tagen, nicht nur am Wochenend‘ bei Sonnenschein, Ausflüge machen, aus ihren uralten Werken einander nur allein vorlesen, halales Bier und halales Schweinefleisch gegrillt dabei genießen, untereinander für sich bleiben, zu ihrem Mercedes beten, und sie gemeinsam mit ihrer Bekehrungsgier alle Menschen, die solchen Bekehrungen aus guten Gründen nicht erliegen wollen, in Ruhe lassen …
PS Es verspricht nichts Gutes für den gesellschaftlichen Fortgang, wenn Menschen, die von den oben genannten Brüdern und Schwestern keine Schwestern oder Brüder sind, schon das gleiche Vokabular verwenden wie beispielsweise Bruder Vilimsky, zu keinen anderen Lösungen als dessen Schwesternschaft mehr …
Wer in den Berichten der Vergangenheit über die österreichischen Volkskanzlerstöbert, stößt unwillkürlich dabei auch auf Begriffe, ohne die Gegenwart mit der Vergangenheit zu verrechnen, die in der Gegenwart weiter attraktiv erscheinen wollen, nicht allen, aber Frauen und Mannen mit einer aus Tiefen heraufkriechenden Gesinnung.
Und diese österreichische Parlamentspartei, die allenthalben wenn auch stets für kurz nur österreichische Regierungspartei, hält gesinnungsgemäß recht viel von Lyrik, es würde nicht überraschen, offen wie sie ist, daß sie ein Gedicht, das nicht für sie geschrieben, dennoch zu ihren Leitstrophen erwählt, wenn es ihr möglich, ihre Listen pflichterfüllt — „Die Fuchsien blühn so nah“ …
An die vaterländische Bevölkerung von Wels. Nach einer kurzen Zeit scheinbarer Ruhe beginnen die Nationalsozialisten in Wels wieder mit ihren sattsam bekannten Einschüchterungsversuchen. Diesmal haben sie es besonsders auf die vaterländischen, darunter zum Großteil arischen Geschäftsleute abgesehen und fordern ihrer Parteianhänger durch Flugzettel zum offenen Boykott auf. Der Inhalt der Flugzettel ist folgender: „Nationalsozialisten – Kampfgenossen! Auf Anordnung der Gauleitung wird mit sofortiger Wirksamkeit jedem Pg. der E i n k a u f in nachstehenden Geschäften auf das s t r e n g s t e v e r b o t e n. Nichtbeachtung dieser Verfügung wird mit dem sofortigen Ausschluß als Schädling der Bewegung bestraft. Es liegt daher im Interesse jedes einzelnen Pg. Für weiteste Verbreitung Sorge zu tragen. Das Einkaufsverbot erstreckt sich vorläufig auf: (es folgen die Namen, von deren Veröffentlichung aus begreiflichen Gründen Abstand genommen werden muß). Der Boykott wird in der nächsten Zeit eine weitere Verschärfung erfahren und es wird jedes Mitglied gut tun, sich die Liste aufzubewahren. Volksgenossen! Tragen jeder bei, daß diese Aktion ein durchgreifender Erfolg für die mit uns im Kampfe stehenden arischen Geschäftsleute wird.“
Vaterlandstreue! Die Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz ist das gemeinste und schäbigste Mittel im politischen Kampfe und zeigt von einer niederträchtigen Gesinnung. Wenn über den Charakter dieser Leute noch Zweifel bestehen sollten, dann gibt dieses Vorgehen der Wirtschaftsschädlinge des Dritten Reiches hinreichend Aufschluß. Dagegen muß sofort die schärfste Abwehr einsetzen. Haltet zusammen, kauft in erster Linie bei vaterländischen Geschäftsleuten und besucht vaterländische Lokale. Aus dem Inhalt des Flugzettels verdient besonders der letzte Satz Beachtung. Diesen Geschäftsleuten, die ohnehin stadtbekannt sind, sei diese einzige, erste und letzte Warnung gegeben. Wenn sie nicht sofort diesen undeutschen Kampf aufgeben, wird sich die vaterlandstreue Bevölkerung, wenn auch mit Widerwillen gegen dieses aufgezwungene Mittel, zu denselben Maßnahmen veranlaßt sehen. Es zeigt von besonders deutscher Art und Gesinnung, gegen denselben Staat dauernd zu hetzen, von dem man auf der anderen Seite die wirtschaftliche Förderung verlangt.
Gerade in Zeiten, und die sind jetzt wieder so, daß recht viel von Volkskanzlereizu hören ist, von diesem Volkskanzlreihern, daß es nicht verkehrt ist, zu erzählen, was für ein Reihern es um Volkskanzlereien schon einmal gab, in Österreich; in Deutschland hatte sein österreichischer Volkskanzler den Volkskanzler bald über, das Volk bis zum Erbrechen über, und wurde bereits mit 1. August 1934, vor neunzig Jahren, gesetzlich festgelegt, wie er, Österreichs Kanzler Deutschlands, anzusprechen ist:
Zu dem, was vor und vor über neunzig Jahren geschrieben wurde, muß nichts erzählt werden, es braucht nur zitiert werden, denn diese Berichte erzählen von selbst, was damals erwartet, damals erhofft, damals ersehnt wurde, Erwartungen, Hoffnungen, Sehnsüchte im Kern wie neunzig Jahre später immer noch …
Und wie vor Jahrzehnten endete es auch heute wie es mit Volkskanzln stets nur enden kann, mit der Hoffnung, die zuerst enttäuscht, mit dem Ersehnten, das nie ersehnt, mit dem, was zu erwarten ist: das, was zu erwarten ist, das wenigstens sollte Jahrzehnte später deutlich gewußt werden, was Volkskanzln je zu erfüllen imstande sind: Nichts.
An der Bahre unseres verewigten Führers Dr. Dollfuß haben seine Mitarbeiter gelobt, sein Erbe zu hüten und in treuer, unerschütterlicher Kameradschaft sein Werk fortzusetzen bis zum glücklichen Ende.
[…] klang aus in ein begeisteres Treuebekenntnis zu unserem Volkskanzler Dollfuß und zu unserem neuen christlichen Staate Österreich.
Nicht mehr Parteipolitik soll hier herrschen, sondern der christliche Grundsatz von der Selbstbestimmung der Stände, so wie es der Heilige Vater Papst Pius XI. in seinem Rundschreiben „Quadragesimo anno“ gelehrt hat, wie allein noch die Welt zu genesen vermögen.
Dollfuß in Villach. Und der Mann, der alles dies mit seinem starken Willen und auch mit seinem verantwortungsbewußten Mute trägt, der in hunderten und aber hunderten Versammlungen gesprochen und seinen Österreichern wieder Mut und Stolz eingeflößt hat, kommt am Sonntag den 4. März wiederum nach Villach. Er wird uns dort berichten vom letzten Jahr und er wird auch uns Mut und Vertrauen geben in unser liebes Vaterland Österreich. Wir aber werden Gelegenheit haben, dem Volkskanzler Dollfuß unsere Liebe und Verehrung zu zeigen und ihm zu beweisen, daß Österreichs Volk, auch Kärntens Volk, die Arbeit seines Führers schätzt und schützt.
„Diese Aussagen von Herbert Kickl sind eine Verharmlosung der Gräuel des Nationalsozialismus und offenbaren das Weltbild Kickls“, kritisierte auch ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker. „Wer mit einer solchen Geisteshaltung Politik macht, hat in einem demokratischen Parteienspektrum nichts verloren“, so Stocker. Es sei zu hoffen, „dass die gemäßigten Kräfte innerhalb der Freiheitlichen Partei zur Vernunft kommen und dem Treiben Kickls ein Ende bereiten“.
Wie ist doch Christian Stocker zuzustimmen, wer mit einer solchen Geisteshaltung Politik mache, habe in einem demokratischen Parteienspektrum nichts verloren, und „die gemäßigten Kräfte innerhalb der Freiheitlichen Partei“ kann nur einer wie der erste Vizebürgermeister von Wiener Neustadt Christian Stocker so recht gut kennen, etwa den Militärrealgymnasiumsschüler Bürgermeister-Stellvertreter von Wiener Neustadt Michael Schnedlitz, eine Kraft, die derart „zur Vernunft“ steht, daß Christian Stocker mit ihr seit Jahren in Wiener Neustadt zusammen in der Bürgermeisterei von Wiener Neustadt …
Beim Lesen „Ruhe in der Unruhe“ in der Wochenendausgabe der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards an diesem letzten Sonntag im Mai 2024 setzte rasch eine Ablenkung ein, ein Abschweifen zu einer Erinnerung an einen Abend vor Jahren am Radetzkyplatz, als von Franzobel, so hell erleuchtet war der Schanigarten, eine Falte gesehen wurde … nun beim Lesen seines Essays in Erinnerung an diesen Abend stellt sich von selbst die Frage ein, die menschgemäß sonst gestellt wird, wenn ein Mensch beispielsweise der Literatur gestorben ist, was wird von diesem Menschen bleiben, aber es eine Frage, die durchaus und vielleicht klugerweise schon zu Lebzeiten eines sogenannten schöpferischen Menschen gestellt werden sollte, und Franzobel mit seinem Essay eignet sich dafür hervorragend, damit zu beginnen, zu fragen, bei Lebzeiten von Franzobel zu fragen, was wird von ihm bleiben —
Und weil es eine Frage zu Lebzeiten ist, was wird von ihm bleiben, kommt von selbst die Frage hinzu: Was kann aus ihm noch werden? Darum ist es schlecht bestellt, mit einem Blick in seinen Essay …
[W]er im Ukrainekrieg die russsische Seite verstehen will, ist ein Putin-Troll, und wenn man die Folgen der Migration anspricht, gilt man ungeschaut als Rechtsradikaler.
Als Aschermittwochschreiber wird der kleine Gebirgsjäger Franzobel nicht brauchen können, das schreibt er sich schon lange selbst, und bei so einem wie den oben zitierten Satz könnte gemeint werden, er, Franzobel, schreibe vom Gebirgsjäger ab.
Es ist nicht nur dieser Satz in seinem Essay, es könnte sein Essay Satz für Satz durchgegangen werden, ein jeder Satz aufgelöst werden, bis von keinem Satz etwas überbleibt, damit wäre aber zugleich der Eindruck vermittelt, von ihm bliebe doch etwas, zum Beispiel sein Essay, sein Essay bleibt auch — zum Vergessen. Natürlich schreibt Franzobel nicht dem Gebirgsjäger nach, sein Koordinatensystem ist vielleicht ein in Villach weltberühmter Filosof …
Viele Menschen wissen nicht, wie sie Minderheiten benennen sollen, ohne als Rassist zu gelten. In Grönland ist das Wort Eskimo zum Beispiel kein Zeichen für koloniale Ignoranz […]
Wie in Österreich, in dem zum Beispiel das Wort „Zigeuner“kein Zeichen für koloniale Ignoranz ist, wer kann in diesem Portschyland Rassistin genannt werden, wenn sie bloß ein Wort verwendet, mit dem sich manche Menschen dieser „Minderheit“ gar selbst benennen, und, ach die armen Menschen, die nicht wissen, wie sie Minderheiten benennen sollen, kann denn „Rassist“ überhaupt ein Vorwurf sein, ist doch „Rasse“ ein Wort der österreichischen Bundesverfassung …
Mit jedem Satz in seinem Essay schreibt Franzobel im Grunde sich selbst die mündliche Beurteilung; Lehrerinnen freuten sich wohl sehr, hätten sie solche Schüler, die ihnen diese aufwendige Arbeit abnähmen.
Beste Voraussetzungen, um in einen neuen Faschismus zu geraten. Er wird anders aussehen, aber genauso intolerant sein und mit allen Freiheiten aufräumen wie der vor hundert Jahren.
Unlängst hat man mich gefragt, warum die Kulturschaffenden gerade so ruhig sind. […] Aber warum sind die Kulturschaffenden gerade so leise?
Das wird Franzobel vielleicht ein Mensch gefragt haben, der sich nach Grönland zurückgezogen hat, zu einem Leben ohne alles, auch ohne „Fußball, Thermomix, iPhone, Tupperware, Taylor Swift“ … Ein Mensch, der nicht in seinem Grönland ohne alles lebt, wird das je nicht gefragt haben können, und er selbst, wäre er außerhalb seines Grönlands unterwegs, könnte diese Frage je nicht stellen, sogar Taylor Swift, das wissen Menschen mit „Fußball, Thermomix, iPhone, Tupperware“, meldet sich politisch zu Wort, auch in diesem Jahr 2024 weiter, wie sie es auch beispielsweise schon 2020 tat, als sie schrieb: „We will vote you out in November.“
Das Wort „Kulturschaffende“ wird vielleicht einigen sauer aufstoßen, aber das muß Franzobel nicht bekümmern, diesen Kulturschaffenden, der sich zu Wort meldet, der nicht leise ist, er selbst also kein Zeuge dafür ist, daß die Kulturschaffenden gar so leise seien, dabei, was für eine Karriere als Kronzeuge stünde ihm offen, meldete er sich nicht zu Wort, bliebe er leise —
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