Warum Fritz Grillitsch kein christschwarzer Nobelpreisträger ist und Thilo Sarrazin ein bloßer Beleidiger seines Publikums

Warum Fritz Grillitsch kein Nobelpreisträger ist —, das hat doch Gründe

Es wird ebenso seine Gründe gehabt haben, daß Robert Musil oder James Joyce oder Hermann Broch oder Jorge Luis Borges oder … nicht den Nobelpreis bekamen, es wird seine Gründe gehabt haben, daß Barack Obama den Nobelpreis bekam: trotz des Führens von Kriegen und trotz des (seit der Verleihung sich mehr und mehr steigernden) Einsatzes von unbemannten Drohnen zum Morden …

Ebenso wird es Gründe haben, daß bis jetzt lediglich 39 Frauen den Nobelpreis erhielten, aber 707 Männer …

Warum Thilo Sarrazin ein bloßer Beleidiger seines Publikums ist, zeigt auch dieses von ihm als Argument verkaufte Beispiel über die Nobelpreisträger.

Thilo Sarrazin beleidigt sein Publikum, indem er seinem Publikum unterstellt, es besäße nicht die Verstandeskraft, um derartigen Humbug zu erkennen, es besäße absolut kein Wissen, es wäre absolut ohne Bildung, um über die vielen Gründe, weshalb jemand den Nobelpreis bekommt bzw. nicht bekommt, informiert zu sein.

Was es für einen Grund allerdings haben kann, sich von Thilo Sarrazin beleidigen zu lassen, was es für die Medien für einen Grund haben kann, Thilo Sarrazin fortwährend interviewen zu müssen, der mit seinem Gerede direkt und persönlich auch die ihn interviewenden Journalisten und Journalistinnen beleidigt, darauf …

PS Möglicherweise ist es aber eine zu hohe Auszeichnung, die in sarrazinschen Träumen nicht vorkommt, eine zu hohe Auszeichnung also, Thilo Sarrazin überhaupt irgend etwas zuzutrauen, vielleicht ist Thilo Sarrazin tatsächlich nichts anderes als das Echo, wie bereits geschrieben, beispielsweise, auch, der Thesen der ejr – vlbg

Wie noch bitterer allerdings müßte dann das Urteil über das sarrazinsche Publikum, über die sarranzinschen Aberwitze verbreitenden Medien ausfallen — Echo von einem Echo von …

Junge Nationale Volkspartei – Pakete von IM Mikl-Leitner – EJR VLBG AT

Wie zu sehen ist, die Junge Nationale Volkspartei verwendet keine Luftdruckwaffen, sondern …

Und diese auch nicht in der Stadt, sondern an entlegenen Orten …

Was nicht zu sehen ist, ist eine Pressekonferenz von IM Mikl-Leitner mit einem ebenso starken polizeilichen Aufgebot, um … Möglicherweise scheitert es nur daran, weil bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden wurde, wie die uniformierte IM Mikl-Leitner beispielsweise die Website EJR VLBG AT ebenso attraktiv in Händen haltend präsentieren kann als die Luftdruckwaffe der Heckenschützen von Wien …

Es kann aber auch sein, daß IM Mikl-Leitner allein die Avantgarde der Erkenntnisse bildet, es für Johanna Mikl-Leitner ganz und gar bewiesen ist, der Einzelne ist die Gefahr, gegen den gefährlichen Einzelnen müssen die Gesetze verschärft werden, während viele heillos nach wie vor der Ansicht sind, die Bedrohung für einen politischen Großkörper gehe von sich mehr und mehr organisierenden Gruppierungen aus …

Es kann aber auch sein, daß von amtlicher Seite befunden wird, beispielsweise EJR VLBG AT trete doch für recht gute Sachen ein, etwa für den Schutz also für die Sicherheit der Kinder …

Diese Website nicht aus Amerika, sondern aus Österreich gibt es schon sehr lange, und werden auf dieser Website nicht Thesen vertreten, die Fritz Grillitsch vom christschwarzen Bauernbund diskussionswichtig in bezug auf Integration und Migration hält? Den berühmtesten Vertreter dieser Thesen haben die Christschwarzen erst am verwichenen Donnerstag in Graz zu Besuch gehabt, als Echo der Thesen aus den vorarlbergerschen …

An entlegenen Orten sportlich bewaffnet unterwegs zu sein, auch daran kann in Österreich nicht wirklich etwas ausgesetzt zu werden. Schließlich beginnen österreichische Politkarrieren, um auf den zurzeitigen freiheitlichen Obmann zu verweisen, in den Wäldern, sportlich bewaffnet im Gestrüpp … Und zusätzlich, eine nationale Jugend, die sich Volkspartei nennt, wer will dieser recht hehre Ziele absprechen?

IM Mikl-Leitner erkennt die Zeichen der Zeit recht genau, der Einzelne, der sich nicht Volkspartei nennt, ist der Gefährliche, der sich nicht Volkspartei nennende Einzelne, der sich nicht national organisieren will, ist der Gefährliche … Aber IM Mikl-Leitner erkennt nicht nur die zurzeitigen Zeichen, sie legt nach ihren Zeichen auch die recht ordentlich umfangreichen Pakete, wie u.a. das Anti-Terror-Paket, auf den Tisch, möglicherweise demnächst schon auf den Info-Tisch der volksparteilichen jungen Nationalen, mit dem diese sittsam in der Stadt mit ihrem Schrifttum unterwegs sind, um diese jungen Menschen des Volksparteischen zu unterstützen, denn, es muß aus der Sicht einer Vertreterin der größeren Volkspartei als förderlich erscheinen,  jungen Menschen, die sich einbringen wollen, in den Gassen und auf den Plätzen der Städte, in den Bergen und Wäldern des Landes …

PS Wie zu sehen ist, erleichtern die recht brav zivilcouragierten jungen Menschen die Arbeit der Polizei ungemein, nicht nur dadurch, daß sie österreichische Internetadressen haben, sondern auch dadurch, daß sie ihre Daten selbst bekanntgeben. Sie verursachen auch keine zusätzliche Arbeit mit der Entscheidungsfindung, wer soll die Belohnung erhalten. Auch das ein Beleg,  wie IM Mikl-Leitner es versteht, Pakete recht gut zu schnüren … Der Einzelne macht nur Schwierigkeiten, hinterläßt keine Telefon-Nummer, einfach nichts, macht nur Arbeit, zwingt Behörden, Entscheidungen treffen zu müssen … Wie anders aber agiert beispielsweise EJR VLBG AT, wie gut arbeitet sie zu, eine Belohnung könnte ihr, ohne lange darüber befinden zu müssen, nach einem kurzen Telefonat mit der Bitte um Bekanntgabe der Bankverbindung umgehend …

IM Mikl-Leitner – Anti-Terror-Paket – Ständestaat reloaded

Der Auftritt heute von Johanna Mikl-Leitner in Uniform wird allen in Erinnerung zu rufen sein, die sich eines Tages damit herausreden werden wollen, sie hätten nicht gewußt, welchen Gesetzen sie zustimmten, sie hätten bloß darauf vertraut, daß es der uniformierten Johanna Mikl-Leitner tatsächlich und einzig um Sicherheit gehe, auch mit ihrem sogenannten Anti-Terror-Paket.

Eine Innenministerin 2011 in Uniform, eine Christschwarze in Uniform, das ist mehr als der Versuch einer Frau, sich in Mode zu probieren.

PS Nach der Berichterstattung und der Pressekonferenz von IM Mikl-Leitner mit einem polizeilichen Aufgebot, als hätten sie zwei Anders Behring Breivik, um es mit einer polizeilichen Formulierung aus dieser Pressekonferenz zu sagen, „eingeholt“, kann sehr leicht der Schluß gezogen werden, hier werde unredlich versucht, der Polizei einen ausschließlichen Erfolg zu konstruieren, der aber nicht in erster Linie der ihre ist, denn ohne die aufmerksamen Menschen, die der Polizei die Hinweise lieferten, hätten die Luftdrucksniper … Unbedarft könnte gemeint werden, das ist doch rührend, wenn auch mit einem kräftigen Schuß Lächerlichkeit … Es geht wohl u.a.m. vor allem darum, die doch sehr hohe Belohnung nicht auszahlen zu müssen – eine durch und durch vertrauensvolle …

PPS Um es deutlich zu machen, menschgemäß ist es auch Johanna Mikl-Leitner vollkommen unbenommen, sich in Mode zu versuchen, auch in einer Phantasieuniform auszugehen, zum Beispiel gemeinsam mit dem zurzeitigen freiheitlichen Obmann zum nächsten Vortrag von Thilo Sarrazin … In einer Phantasieuniform allerdings als Innenministerin aufzutreten, bekommt eine andere Bedeutung, mit der nicht die Hoffnung verbunden werden kann, es werde in demokratischer Hinsicht besser in diesem Land, zu gut sind vor allem Männer als Träger von Phantasieuniformen der Vergangenheit und Gegenwart bekannt, und diese hatten und haben mit Demokratie soviel gemein als der Beitrag der Polizei zur Ausforschung …

Das Beispiel, ein Vortrag von Thilo Sarrazin wäre ein Anlaß, in einer Phantasieuniform aufzutreten, ist schlecht gewählt. Schlecht gewählt, weil Thilo Sarrazin Christschwarzen nur fabulieren kann, was Christschwarze ohnehin schon kennen, sowohl aus der Geschichte als auch der Literatur als auch von zurzeitigen freiheitlichen Abgeordneten, etwa das sarrazinsche Gerede von der „qualifizierten Zuwanderung“, von der „schlechten Bildungsleistung“, für die er einen „muslimischen Kulturhintergrund“ …  Und das nicht erst seit heute, sondern seit bald 100 Jahren, womit Thilo Sarrazin¹ heute hausieren geht, als wäre es für die Wirklichkeit etwas Brauchbares, kann im Roman von Hugo Bettauer schon gelesen werden:

»Wir sehnen uns nicht nach den kulturfernen Ostjuden. Aber die intelligenten, klugen, wertvollen Juden, die schon vor dem Jahre 1914 unsere Mitbürger waren, müssen wir wieder mit offenen Armen aufnehmen, wenn wir nicht rettungslos verelenden wollen!

PPPS Uniformträger haben einen unwiderstehlichen Drang zur Omnipräsenz. Soher ist es auch verstehbar, daß nun Zivildiener zu ihrem Turnusantritt ein persönliches Schreiben von IM Mikl-Leitner erhalten, verziert mit einem Bild von Johanna Mikl-Leitner. Werden die nächsten Zivildiener bereits einen Brief erhalten mit ihr in Uniform? Eine solche personalisierte Postwurfsendung, auch wenn diese noch mit einem Uniformbild umgestaltet werden sollte, kommt wahrscheinlich billiger als Inserate schalten, d.h. IM Mikl-Leitner trägt mit der Werbung für sich zum Sparen von Steuergeld …

¹ Thilo Sarrazin meint verwegen stolz zu sich selbst, es könne von ihm gelernt werden. Was … Von anderen vor und seit Ewigkeiten Wiedergekäutes als eigene Kauleistung weitere Ewigkeiten wiederzukäuen.

Was war Österreichs Entwicklung – Von einem Zahntechniker zum nächsten

Maria Fekter hat mit ihren Auslassungen massiv, ohne von ihr menschgemäß beabsichtigt, an Hugo Bettauer erinnert, nicht nur an seinen Roman Die Stadt ohne Juden, sondern auch an seine Ermordung in 1925 …

Der Mörder von Hugo Bettauer war ein junger Zahntechniker, der durch die gutter press radikalisiert und fanatisiert sich berufen wähnte,

Bettauer „zum Schutze seiner Volks- und Altersgenossen aus dieser Welt in eine andere zu drängen.“

Die Wochenschrift [„Er und Sie“] führe, wie Rothstock während der Untersuchungshaft zu Protokoll gab, „zur Perversität im Geschlechtlichen verkehr, – und die Perversität zur Degenerierung – erkrankung des Körpers und Geistes. – Ich weiß das die heute Sittenloß erzogene Jugend, – einmal eine noch schlechtere Erzieht, und das Deutsche Volk in einigen generationen Verbestalisiert wird“ (sic!). Dieser Mord an dem „schweinischen Juden“ Bettauer stellte den Höhepunkt der nationalen Bewegung zur moralischen Wiederaufrüstung nach dem Zusammenbruch von 1918 dar.

In den seit diesem Mord, mit dem dieser Zahntechniker als Volksheld verkauft wurde, vergangenen 86 Jahren gab es hervorragende Entwicklungen in der Zahntechnik, die für den Menschen hilfreich und gut sind, aber es scheinen auf  Technik beschränkte Fortschritte gewesen zu sein, wird etwa an gutter press und an gutter panel (alias social media) gedacht, an all die Auslassungen also nicht nur von …

Und es gibt nun wieder einen Zahntechniker, der von sich mit sonderlichen Leistungen reden macht, den zurzeitigen Obmann der Freiheitlichen mit sudetendeutschem Hintergrund, der sich berufen wähnt, zu bestätigen, daß es in den vergangenen 86 Jahren rein technische Entwicklungen … Wem drängen sich nicht bei dem oben angeführten Zitat Meinungen des zurzeitigen freiheitlichen Obmannes auf, zur sexuellen Orientierung, zur zeitgenössischen Kunst … Positiv allerdings ist es wenigstens, daß der freiheitliche Dentalobmann als junger Mann zwar ebenfalls dem etwas abgewinnen konnte, eine Waffe in der Hand zu spüren, jedoch verwendete er  keine scharfe also tödliche Munition, auch waren seine Ziele keine Menschen, vielleicht waren es Bäume, als er in den Wäldern …

Ein Mord an einem Juden war 1925 in Österreich keine rechtlich als auch moralisch allzu streng zu verurteilende Tat, ganz im Gegenteil … Otto Rothstock ging nach 18 Monaten, nach 18 Monaten frei, als wieder gesund diagnostiziert, und  als wohlhabender Mann, sein Rechtsanwalt und Spendensammler war der Führer der österreichischen NationalsozialistInnen mit sudetendeutschem  Hintergrund, Dr. Walter Riehl … Positiv allerdings ist es wenigstens, in Österreich von 2011 führen bereits Telefonate mit bestimmten Begehren zu Verurteilungen in diesem Ausmaß …

Ob die Positiva, die hier dennoch versucht wurden aufzufinden, bereits Entwicklungen, die nicht nur Verbesserungen von Maschinen und Techniken bringen, genannt werden dürfen, bleibt unentschieden, eines aber ist gewiß, nie anders an Reichenberg denken zu wollen, als mit der berühmten Einleitung von Maxi Böhm, bei uns in Reichenberg —, es gäbe ja sonst nichts mehr zum unbeschwerten Lachen …

Thilo Sarrazin als ÖVP-Berater für die nächste christschwarzfreiheitliche Coalition

Mit den fragwürdigen Deutungen von Thilo Sarrazin welche gesellschaftliche Angelegenheit auch immer ernsthaft und politisch redlich diskutieren zu wollen, das kann nicht der eigentliche Grund der christschwarzen Bauern sein, ihn einzuladen, in die Steiermark zu kommen. Denn, womit kann Thilo Sarrazin in Graz, das keine Stadt in Deutschland ist, referieren … Seine mit fragwürdigen Zahlen unterlegten höchst zweifelhaften Deutungen der Gegebenheiten in Deutschland, und zu den Gegebenheiten in Österreich: Leersätze …

Der Grund kann also nur einer sein, die Christschwarzen möchten in Vorbereitung der nächsten christschwarzfreiheitlichen coal… den Mann persönlich kennenlernen und hofieren, der für Freiheitliche der niveauvolle Theoretiker und Kronzeuge ihrer eigenen niveauvollen, beinahe Politik geschrieben … Es ist eine galoppierende Annäherung zwischen den Christschwarzen und den Freiheitlichen, in der Hoffnung, die menschgemäß nicht geteilt werden kann, die kommende Nationalratswahl brächte eine Mehrheit für die coal… Und es ist auch ein christschwarzes Werben um die Schreibstaffeln, für Freiheitliche und Thilo Sarrazin Schutzpatrone ihrer niveauvollen …

Auf welch hohem Niveau die Diskussion geführt wird, soll ein Wort als Beispiel dienen, ein Wort auf der Plattform der freiheitlichen Abgeordneten Unzensuriert: „Staatsbürgerschaftsgeilerneger“

Dieses Niveau versuchen nun auch die Christschwarzen forciert zu erreichen, möglicherweise arbeitet im geheimen bereits eine task force, um den (noch) zurzeitigen christschwarzen Obmann bis Weihnachten 2011 das christschwarze Erreichen freiheitlichen Niveaus … Möglicherweise sind aber bereits jetzt der Vorzugsschülerin Maria Fekter derartige Fortschritte zu berichten …

Nur wer also darauf gierig ist, mit den Freiheitlichen wieder die coal… zu teilen, will in den Beiträgen von Thilo Sarrazin Gehaltvolles und Taugliches für die positive Gestaltung der Gesellschaft sehen …

Es wurde hier vor längerer Zeit einiges in Zusammenhang mit Thilo Sarrazin geschrieben, dem nichts mehr hinzugefügt werden wollte. Jedoch mit Peter Sloterdijk („Streß und Freiheit“, Edition Suhrkamp, 2011) kann geschrieben werden, daß das Buch von Thilo Sarrazin bereits von seinem Titel weg ein gänzlich falsches Buch ist, wer unter einem falschen Titel beginnt, kann nur weiter Falsches produzieren:

Solange ein Kollektiv sich über die Vorstellung, daß es sich abschafft, bis zur Weißglut erregen kann, hat es seinen Vitalitätstest bestanden. Es tut, was gesunde Kollektive am besten können, es regt sich auf, und indem es sich aufregt, beweist es, was es beweisen soll, nämlich daß es unter Streß in sein Optimum kommt. Dabei spielt die Frage, ob das Kollektiv monokulturell geschlossen oder multikulturell zusammengesetzt ist, schon seit geraumer Weile keine nennenswerte Rolle mehr.

Es ist menschgemäß keine Empfehlung, Peter Sloterdijk einzuladen, mit ihm soll lediglich in Erinnerung gerufen werden, daß Thilo Sarrazin einer ist, dessen Referate in der Ausgesetztheit auf einer einsamen Insel nicht entgangen werden kann, sollte zum Unglück des Schiffbruchs noch hinzukommen, auf ebendieser auf Thilo Sarrazin als einzigen Bewohner …

Um nicht mit Thilo Sarrazin zu enden, weiter auf der Reling mit dem schreibenden Peter Sloterdijk:

Die Völker mögen sich wohl im juristischen Sinn als souverän verstehen, und das tun sie in postimperialer Zeit auf breiter Front, im zivilisationstheoretischen Sinn sind sie souveränitätsunfähig, weil das völkische Element als solches das Verharren in der Borniertheit des Hergebrachten mit sich bringt.

Zum äußersten staunenswert ist die Existenz von Gesellschaften, denen es gelingt, die zahllosen Fremden zu integrieren, die wir selber sind, nachdem wir von der subjektiven Verstrahlung erfaßt wurden. Man darf sich in Integrationsfragen von Soziologen nichts vormachen lassen: Im Individualismus ist jeder einzelne eine Parallelgesellschaft. Wir alle haben einen Migrationshintergrund, sofern wir einmal ganz weit weg waren und jetzt wieder auf dem Posten sind.

Die Stadt der Christarier – Maria Fekter ist zu danken, Harald Vilimsky vorzustellen

Maria Fekter ist für ihre Auslassungen zu danken, wieder einmal Die Stadt ohne Juden von Hugo Bettauer aufzuschlagen, den er einen Roman von übermorgen nannte. Dieser Roman ist nicht aktuell, sondern das heutige Österreich, wie es in diesem Roman beschrieben ist, ist für diesen Roman aktuell geblieben. Österreich ist also für diesen Roman aktuell geblieben, der vorgestern geschrieben wurde.

Ein paar Zitate aus diesem Roman möchten dazu verleiten, den gesamten Roman zu lesen. Jene, die wenig Zeit haben, um den gesamten Roman zu lesen, aber werden anhand der wenigen Zitate bereits erkennen, wie aktuell Österreich für diesen Roman geblieben ist, bis hin zum Lächerlichen, wenn zum Romanpersonal das Personal der letzten Kalenderjahre in Erinnerung gerufen wird, zum Beispiel Hubert Gorbach …

Das alles war in so drolligem Englisch-deutsch herausgekommen.

Die Sozialdemokraten traten ohne neues Programm in den Wahlkampf, die Christlichsozialen
hingegen scharten sich um ihren geistvollen Führer Dr. Karl Schwertfeger, dessen Losungswort lautete:
Hinaus mit den Juden aus Oesterreich! Nun, vielleicht ist es Ihnen bekannt,« —

Der Kanzler fuhr fort.
»Trotzdem, ja gerade deshalb wuchs im Laufe der Jahre in mir immer mehr und stärker die Ueberzeugung,
daß wir Nichtjuden nicht länger mit, unter und neben den Juden leben können, daß es entweder Biegen oder
Brechen heißt, daß wir entweder uns, unsere christliche Art, unser Wesen und Sein oder aber die Juden
aufgeben müssen. Verehrtes Haus! Die Sache ist einfach die, daß wir österreichische Arier den Juden nicht
gewachsen sind, daß wir von einer kleinen Minderheit beherrscht, unterdrückt, vergewaltigt werden, weil
eben diese Minderheit Eigenschaften besitzt, die uns fehlen! Die Romanen, die Angelsachsen, der Yankee, ja
sogar der Norddeutsche wie der Schwabe — sie alle können die Juden verdauen, weil sie an Agilität,
Zähigkeit, Geschäftssinn und Energie den Juden gleichen, oft sie sogar übertreffen. Wir aber können sie nicht
verdauen, uns bleiben sie Fremdkörper, die unsern Leib überwuchern und uns schließlich versklaven. Unser
Volk kommt zum überwiegenden Teil aus den Bergen, unser Volk ist ein naives, treuherziges Volk, verträumt,
verspielt, unfruchtbaren Idealen nachhängend, der Musik und stiller Naturbetrachtung ergeben, fromm und
bieder, gut und sinnig!»Sehen wir dieses kleine Oesterreich von heute an. Wer hat die Presse und damit die
öffentliche Meinung in der Hand? Der Jude! Wer hat seit dem unheilvollen Jahre 1914 Milliarden auf Milliarden gehäuft? Der Jude!
Wer kontrolliert den ungeheuren Banknotenumlauf, sitzt an den leitenden Stellen in den Großbanken, wer
steht an der Spitze fast sämtlicher Industrieen? Der Jude! Wer besitzt unsere Theater? Der Jude! Wer schreibt
die Stücke, die aufgeführt werden? Der Jude! Wer fährt im Automobil, wer praßt in den Nachtlokalen, wer
füllt die Kaffeehäuser, wer die vornehmen Restaurants, wer behängt sich und seine Frau mit Juwelen und
Perlen? Der Jude!
Verehrte Anwesende! Ich habe gesagt, daß ich den Juden, an sich und objektiv betrachtet, für ein wertvolles
Individuum halte und ich bleibe dabei. Aber ist nicht auch der Rosenkäfer mit seinen schimmernden Flügeln
ein an sich schönes, wertvolles Geschöpf und wird er von dem sorgsamen Gärtner nicht trotzdem vertilgt,
weil ihm die Rose näher steht als der Käfer? Ist nicht der Tiger ein herrliches Tier, voll von Kraft, Mut und
Intelligenz? Und wird er nicht doch gejagt und verfolgt, weil es der Kampf um das eigene Leben erfordert?
Von diesem und nur von diesem Standpunkt kann bei uns die Judenfrage betrachtet werden. Entweder wir
oder die Juden! Entweder wir, die wir neun Zehntel der Bevölkerung ausmachen, müssen zugrunde gehen
oder die Juden müssen verschwinden! Und da wir jetzt endlich die Macht in den Händen haben, wären wir
Toren, nein, Verbrecher an uns und unseren Kindern, wenn wir von dieser Macht nicht Gebrauch machen und
die kleine Minderheit, die uns vernichtet, nicht vertreiben wollten.

Und nun erteilte der Präsident mit dem roten Bart dem Finanzminister Professor Trumm das Wort. Trumm
war klein, verhuzelt wie eine halbgedörrte Pflaume, er sprach im Diskant und mußte sich jedesmal
unterbrechen, wenn seine Zunge zwischen dem Gaumen und dem oberen Rand des falschen Gebisses stecken
blieb.

»Aber, gottlob,« — der Finanzminister bekreuzigte sich — »wir werden in den kommenden schweren Tagen
nicht allein stehen! Ich kann dem hohen Hause die erfreuliche Mitteilung machen, daß sich das echte wahre
Christentum der ganzen Welt gesammelt hat, um uns zu helfen. Nicht nur, daß die österreichische Regierung
seit Monaten internationale Verhandlungen führt, auch der Piusverein hat in aller Stille eine mächtige
Agitation entfaltet, die glänzende Früchte trägt.

»Jonathan Huxtable ist ein frommer Kerl! Er spuckt Gift und Galle gegen die Juden, seitdem ihm seine Frau
mit einem jüdischen Preisboxer durchgegangen ist. Er ist ein strenger Temperenzler, aber er besauft sich
jeden Tag mit Magentropfen, die er aus der Apotheke bezieht. Einmal hat man gesehen, wie er eine ganze
Flasche Eau de Cologne auf einen Zug austrank. Und wenn er hier zwanzig Millionen investieren wird, will
er sicher fünfzig daran verdienen.«Der christlichsoziale Abgeordnete Pfarrer Zweibacher pries Doktor Schwertfeger als modernen Apostel,
der würdig sei, dereinst heilig gesprochen zu werden, die großdeutschen Abgeordneten Wondratschek und Jiratschek
aber beleuchteten das Gesetz lediglich vom Rassenstandpunkt, und Jiratschek, der stark mit böhmischem Akzent sprach,
schluchzte vor Ergriffenheit und schloß mit den Worten: »Wotan weilt unter uns!«

»Solche Szenen waren vorhergesehen und sind unvermeidlich! Instruieren Sie sofort die Polizei dahin, daß
die Bahnhöfe abgesperrt werden, die Abfahrt der Züge tunlichst nur zur Nachtzeit erfolgt und nicht von den
Hauptbahnhöfen, sondern von den außerhalb der Stadt gelegenen Rangierbahnhöfen. Und nun nur noch eine
Frage: Wie nimmt die Bevölkerung im allgemeinen die Durchführung des Gesetzes auf?«

»Mit größter Begeisterung natürlich! Die Polizei läßt hundert geschickte Agenten sich anonym in die
Volksmengen mischen und Beobachtungen sammeln. Nun, die Berichte gehen übereinstimmend dahin, daß die
christliche Bevölkerung sich geradezu in einem Freudentaumel befindet, eine baldige Sanierung der
Verhältnisse, Verbilligung der Lebensmittel und gleichmäßigere Verbreitung des Wohlstandes erwartet. Auch
innerhalb der noch sozialdemokratisch organisierten Arbeiterschaft ist die Befriedigung über den Fortzug der
Juden groß. Aber anderseits läßt sich nicht verhehlen, daß die Bevölkerung erregt und unsicher ist. Niemand
weiß, was die Zukunft bringen wird, die Massen leben in den Tag hinein, eine ganz staunenswerte
Verschwendungssucht in den unteren Klassen macht sich bemerkbar und die Zahl der Trunkenheitsexzesse
mehrt sich von Tag zu Tag.
Zur Gehobenheit der Stimmung trägt aber sehr wesentlich der Umstand bei, daß die Wohnungsnot mit einem
Schlage aufgehört hat. Allein in Wien sind seit Beginn des Monates Juli vierzigtausend Wohnungen, die
bisher Juden inne hatten, frei geworden. Eine direkte Folge davon ist, daß eine wahre Hochflut von
Trauungen eingesetzt hat und die Priester zehn und zwanzig Paare gleichzeitig einsegnen müssen.«

Ein Zitat noch, mit dem ein Kenner gewürdigt werden soll, der freiheitliche Abgeordnete Harald Vilimsky, dessen Geist ihn befähigt, Kulturferne zu bestimmen …

»Wir sehnen uns nicht nach den kulturfernen Ostjuden. Aber die intelligenten, klugen, wertvollen Juden, die
schon vor dem Jahre 1914 unsere Mitbürger waren, müssen wir wieder mit offenen Armen aufnehmen, wenn
wir nicht rettungslos verelenden wollen! Auf zur Tat, bevor es zu spät ist!
Der Bund der wahrhaftigen Christen.«

Stadt in Tracht

Maria Fekter als Finanzministerin wollte also lediglich, wie es in ihrer Stellungnahme heißtmahnende Worte gegen Feindbilder und Hetze finden

Was sie damit tatsächlich gefunden hat, ist die Zeit weit vor dem Holocaust, die 1920er Jahre, in denen so zu sprechen christschwarzer Brauch gewesen sein wird, als noch nicht die letzte und also barbarische Konsequenz … daß es im Holocaust enden wird, und in den 1920er Jahren wird es wohl auch sehr viele noch gegeben haben, die zur Reinwaschung der Habsburgerschen Geschichtsverfälschung betrieben.

Werner Faymann als Bundeskanzler findet seine Forderung nach einer besonderen Sorgfalt in der Wahl der Worte als Reaktion auf die zweifache fekterische Geschichtsverfälschung als ausreichend an und damit sich als Zeitgenosse von Maria Fekter in den 1920er Jahren.

Maria Fekter und Werner Faymann sind aber nicht alleine in den 1920er Jahren angekommen. Es scheint, Österreich kehrt insgesamt mit jedem Tag mehr und mehr in die 1920er Jahre zurück, in die Zeit als Hugo Bettauer den Roman Stadt ohne Juden schrieb, von dem unvergeßlich bleiben wird, daß es in Wien nach der Vertreibung der Juden nur noch eine Mode gab: nämlich die Tracht.

Fast drei Jahrzehnte war es nicht unangenehm in Wien zu wohnen, nicht an jeder Ecke waren gleich Passantinnen und Passanten in Tracht anzutreffen. Und heute, 2011, also 1920 in Österreich, reichen zwei Minuten in der Innenstadt vor die Haustüre zu treten aus, um die erste Krachlederne …

Fast drei Jahrzehnte war es angenehm in das Kaffeehaus Prückel zu gehen, ohne Zeitungen extremster nationalistischer … Nun ist es bereits soweit, daß zuerst drei Exemplare der Zur Zeit auf die Seite geräumt werden müssen, um zu anderen und nicht unbedingt österreichischen Zeitungen greifen zu können. Es ist nicht in Erinnerung, daß Maria Fekter mahnende Worte zu dieser freiheitlichen …

Hugo Bettauer würde seinem Roman heute, womit das tatsächliche Jahr 2011 gemeint ist, nur einen anderen Titel geben müssen, also einen, der sich nicht nur auf die Juden bezieht, sondern auf alle, die in Österreich unerwünscht sind, um einen aktuellen Roman für 2011 abzuliefern, vielleicht einfach Stadt in Tracht

PS Möglicherweise werden Sie sich fragen, hatte Hugo Bettauer reale Vorbilder für sein politisches Personal im Roman, die die Juden vertrieben. Ja, es waren christschwarze Politiker, über die einiges zu erfahren ist in „Wien und die jüdische Erfahrung“, herausgegeben von Frank Stern und Barbara Eichinger, Böhlau-Verlag, zum Beispiel über Leopold Kunschak, von dem Michael Spindelegger so lebendig sprechen kann, als träfen sie einander sonntäglich nach dem Kirchgang beim Karl-Lueger-Denkmal vor dem Kaffeehaus Prückel …

PPS Wie hätte gerade der Autor von Stadt ohne Juden  nach 1945 dem Umgang mit den national-sozialistischen Massenverbrechen in Österreich kommentiert, den Aufstieg von Leopold Kunschak zum ersten Nationalratspräsidenten der II. Republik? Seine Kommentare, vielleicht sogar Romane, wären wohl förderlich gewesen, aber Hugo Bettauer hatte nicht die Chance dazu, denn er wurde 1925 von Otto Rothstock ermordet … Von Hugo Bettauer müßte soher die ÖVP in ihren Räumlichkeiten ein Bild aufhängen, um, wenn sie eines Jahres wenigstens in 2011 angekommen sein wird, daran zu erinnern, wer, um dieses obszöne Reklamieren des ersten Opfers zu bemühen, Engelbert Dollfuß war es nicht.

IM Mikl-Leitner: Anti-Terror-Paket zwingt „Sniper von Wien“ Verhalten auf

IM Mikl-Leitner zeigt sich in einer Pressekonferenz in den christschwarzen Räumen im Beisein von Michael Spindelegger und Maria Fekter, die zugleich freudig die Übertragung der Rede des Vatikanherrschpredigers aus dem Bundestag in Deutschland verfolgen, davon überzeugt, daß das Anti-Terror-Paket, auf das ÖVP und SPÖ sich geeinigt haben, bereits jetzt, noch vor Erlangen seiner Gesetzeskraft, ein voller Erfolg …

Allein die seit Wochen breite Berichterstattung und Diskussion über das Anti-Terror-Paket haben IM Mikl-Leitner zufolge dem Sniper von Wien sein Verhalten bereits mannigfach aufgezwungen. Ihre Aufzählung unterbricht IM Mikl-Leitner nur, um den einen und anderen Satz von der Rede des Papstes Benedikt XVI. ihre ganze Aufmerksamkeit zu schenken:

1. Das Anti-Terror-Paket zwingt den Heckenschützen dazu, keine modernen Informationstechnologien zu verwenden.

1.1. Das Anti-Terror-Paket ist soher dafür verantwortlich, daß der Heckenschütze seine Taten weder ankündigen kann, noch sich zu diesen bekennen kann, noch ein seinen Taten zugrundeliegendes Manifest bereitstellen kann, noch Haßpredigten von einer Webkanzel aus halten kann, noch Anleitungen für das Beschießen im öffentlichen Raum zur Verfügung stellen kann.

1.2. Soher ist die Eindämmung der Verhetzung schon vor dem Inkrafttreten der scharfen Gesetze aus dem Anti-Terror-Paket ein erste Erfolg ebendieses …

2. Sollte sich die Vermutung bewahrheiten, daß es sich nicht um einen Einzeltäter handelt, sondern daß mehrere Täter seit Wochen in Wien, wie es scheint, wahllos auf Passanten schießen, dann muß das auch auf das Erfolgskonto des Anti-Terror-Paketes verbucht werden, weil der Einzelne, dessen Überwachung das Anti-Terror-Paket ermöglicht wie noch nie, es nicht mehr wagt, tätig zu werden, sondern nur mehr im Bund …

3. Daß der Heckenschütze für seine Schüsse ein beinahe harmlos zu nennendes Luftdruckgewehr verwendet und nicht eine Waffe, wie sie beispielsweise von Anders Behring Breivik in Norwegen verwendet wurde, daß der wienerische Heckenschütze also es nicht wagt, eine hundertprozentig todbringende Waffe zu verwenden, kann der seiner Angst vor dem Anti-Terror-Paket zugeschrieben werden. Denn er scheint zu glauben, daß mit Luftdruckgewehren ausgeführte kriminelle Handlungen nicht als terroristische Handlungen im Sinne des Anti-Terror-Paketes eingestuft werden, und er sich so vor Ermittlungen mittels der Methoden des Anti-Terror-Paketes schützen kann. Es ist ihm aufgrund allein der Ankündigung des Anti-Terror-Paketes bewußt, gegen die Ermittlungsmethoden des Anti-Terror-Paketes hat er keine Chance, nicht ausgeforscht zu werden.

4. Mit dem tatsächlichen Inkraftteten der Gesetze aus dem Anti-Terror-Paket, ist IM Mikl-Leitner zuversichtlich, wird auch dieser Heckenschütze spätestens am zweiten Tag nach der Gesetzesverabschiedung ausgeforscht und verhaftet sein. Bis dahin ersucht IM Mikl-Leitner die Bevölkerung, im öffentlichen Raum sich nur aus unvermeidbaren und wirklich notwendigen Gründen aufzuhalten, dafür die kürzesten Wege zu wählen, gegen Schüsse aus Luftdruckgewehren kann sich der Einzelne aber gut selbst schützen durch das Tragen von mehreren Schichten Kleidung, dabei nicht auf Kopf und Hals bitte zu vergessen: zwei bis drei dicke Strickschals, zwei bis drei Skimützen müßten für den Schutz vor Verletzungen ausreichend sein. Vor allem der Schutz der Augen ist ganz wichtig, empfohlen wird: Brille mit bruchsicherem Plexiglas. Der besonders Ängstliche kann, um sich noch beschützter zu fühlen, auch zusätzlich noch einen Helm tragen. Gute Lederhandschuhe dürften für den Schutz der Finger vollauf genügen.

Das Anti-Terror-Paket wird auch finanzielle Einsparungen bringen, beendet IM Mikl-Leitner, um sich endlich ganz der Rede aus dem Parlament zu widmen, ihre Listung der Vorteile des Antiterrorpaketes, denn es werden keine hohen Belohnungen mehr ausgesetzt werden müssen, wie es jetzt noch der Fall ist, um …

Maria Fekter – Eine Positionierung in drei Aufzügen: Verbreitung von Falschem, Entschuldigung, Gewinnung der Herzen

Maria Fekter hat sich auf eine Art entschuldigt, die von Größe zeigte, wenn es lediglich um eine Zwistigkeit etwa in einer Familie gegangen wäre, nach Einkehr der Ruhe eine Tante, eine Oma, eine Tochter, eine Mutter einsieht, Aussagen im Eifer des Streites gemacht zu haben, die verletztend waren, und diese Aussagen bereut, sich für diese Aussagen bei den anderen Familienmitgliedern entschuldigt.

Maria Fekter aber hat keine verletzenden Aussagen in einem Familienstreit gemacht. Sondern, Maria Fekter hat als Finanzministerin ein Interview gegeben, Maria Fekter hat als Finanzministerin Falsches verbreitet, und das Falsche nennt Maria Fekter als Finanzministerin in ihrer Entschuldigung weiterhin Aussagen, Maria Fekter als Finanzministerin nennt in ihrer Entschuldigung das Falsche weiterhin einen Vergleich, als ob durch die Verwendung des Wortes Vergleich das Falsche je ein Vergleich noch werden könnte.

Maria Fekter hat als Finanzministerin keinen Vergleich angestellt, sondern schlicht öffentlich Falsches verbreitet. Und die Verbreitung von Falschem durch Maria Fekter als Finanzministerin bezog sich nicht nur auf den Nationalsozialismus und den Holocaust, darauf Maria Fekter als Finanzministerin ihre Entschuldigung reduziert, sondern auch auf den Krieg von 1914 bis 1918 (zum gesamten Zitat von Maria Fekter als Finanzministerin mit einem Klick).

Wie hätte also eine für eine Ministerin angemessene Entschuldigung ausfallen müssen? Einzugestehen, wie gestern u.a. vermutet wurde, geschichtsunbefleckt zu sein, einen Wissens- und Denkoffenbarungseid abgelegt zu haben?

Das dafür im dritten Aufzug von Martin Fritzl in der Presse beigesteuerte Loblied auf Maria Fekter läßt durchaus den Schluß zu, daß Maria Fekter die Verbreitung von Falschem bewußt einsetzt, im ersten Aufzug, um sich für die nächste christschwarze Führungsdebatte rechtzeitig gut zu positionieren, als aussichtsreichste Kandidatin. Und der zweite Aufzug Entschuldigung dazu war schon fertig in der Schublade, mit dem sorgfältigst gewählten oder, fekterisch gesagt, verbrämten Wort Gruppierungen als Subtext, es seien ja ohnehin wieder und bloß die allzu bekannten Berufswenigen, die Aufregungen, Rücktritte … Und weiter, im Wissen, eine kleine Presseaussendung reiche in Österreich aus, um einen Rücktritt, beinahe geschrieben, abzuwehren, aber das wäre ein zu starkes Wort, in Österreich richtiger, um Forderungen nach einem Rücktritt vom Tisch zu pusten.

Und wie fiel die Reaktion vom, noch, zurzeitigen christschwarzen Obmann und Vizekanzler Michael Spindelegger auf die Verbreitung von Falschem durch ein Regierungsmitglied aus … Eine Entschuldigung bei …, eine für einen Onkel angemessene Reaktion in einem Familien… Das war noch nicht alles, Außenminister Michael Spindelegger empfahl Maria Fekter zusätzlich eine „sorgfältigere Wortwahl“ …

Als ob derart Falsches, aber vorgetragen mit sorgfältig gewählten also anderen Wörtern, je in etwas Richtiges sich verwandeln könnte , als ob derartige Inhalte allein durch eine sorgfältige also andere Wortwahl zu ganz anderen Inhalten je werden könnten … Als käme es bloß auf die Wörter an, in christschwarzer Rede, zum Verzieren, zum Schmücken, zum sorgfältigen Verschleiern des Gedachten, das unverbrämt vorgebracht unablässig sich anhörte, wie, nicht nur Maria Fekter, sondern auch und auch und auch und …

PS Dr. Martin Fritzl scheint, werden seine Hohelieder auf Ing. Norbert Hofer und nun auf Maria Fekter gelesen, von einer ganz besonderen Regierung zu träumen; bleibt zu hoffen, Wähler und Wählerinnen nicht …

Maria Fekter huldigt halt geschichtsunbefleckt Leopold Kunschak

Es ist schlicht christschwarze Tradition, bis herauf zum zurzeitigen Obmann Michael Spindelegger, dem „österreichischen Streicher“ auf vielfältige Weise Tribut zu zollen, einen rabiaten Antisemiten weiter als Vorbild für christschwarze Politik haben zu wollen. Von daher überrascht es nicht, daß nun, auch, Maria Fekter einen ihren besonderen Beitrag zur kunschakschen Erinnerungspflege der ÖVP ablieferte.

Was Maria Fekter mit ihrem kunschakschen Beitrag damit noch ablieferte, ist ein erschreckendes Beispiel des Bildungszustandes, auch, in diesem Land, hinauf bis zur sogenannten Staatsspitze hinunter, in dem ständig propagiert wird, Bildung sei die wichtigste Voraussetzung, um vor allem auf dem Arbeitsmarkt heute überhaupt noch bestehen zu können. Jedoch, was heute mehr denn je festzustellen ist, ist die zertifizierte Dummheitserhaltung, vom Tisch gefegt die Qualität der Bildung, was mehr und mehr bleibt, das Starren auf ersessene Zeugnisse …

Der kunschaksche Beitrag von Maria Fekter ist, um es für den gesamten an einer Aussage zu konkretisieren, geschichtlich unbefleckt, denn Maria Fekter sagt,

[a]ußerdem bauen wir gerade enorme Feindbilder in Europa gegen die Banken und die Reichen, die Vermögenden auf. So was hatten wir schon einmal, damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint. Es hat das zwei Mal in einem Krieg geendet.“ Jedenfalls „müssen wir uns wirklich alle anstrengen, damit so ein Szenario mit Sicherheit nicht kommt.

Es waren damals nicht ähnliche Gruppierungen gemeint, es ging damals tatsächlich gegen Juden, nicht weil es unter ihnen Vermögende gab, sondern ausschließlich weil sie Juden waren, und es ging damals nicht verschleiert gegen Juden, sondern ganz offen, auch von der christschwarzen Ikone Leopold Kunschak, der, bereits in der I. Republik,  christschwarze Lösungen für Juden hatte: Auswanderung oder Konzentrationslager.

Und zur geschichtlichen Unbeflecktheit der Maria Fekter gesellt sich ein Mangel an Abstraktionsvermögen, wie ihr Bezug auf den polnischen Finanzminister in der nachträglichen Verharmlosung ihres kunschakschen Beitrages zeigt. Es mag die Warnung von Jacek Rostowski vor einem Krieg überzogen sein. Einen Diskurs bei Zeiten allerdings darüber zu führen, was passieren könnte, wenn die Eurozone und dann in Folge die als großes Friedensprojekt gedachte Europäische Union zerbräche, ist vor allem präventiv nicht unwichtig, um in erster Linie einen Rückfall in extrem nationalistische Zeiten zu verhindern. Jedoch mußte Jacek Rostowski dafür nicht zu kunschakschen …

Etwas ist an dieser nachträglichen Relativierung des kunschakschen Beitrages von Maria Fekter zusätzlich noch aufmerkenswert, ihr Hinweis, sie lehne Feindbilder sowohl von rechts als auch von links ab … Es ist unbestritten, Hetze ist absolut abzulehnen, wobei es ganz gleich ist, ob von links oder von rechts versucht wird, politische Arbeit durch gemütliches Herstellen von Feindbildern …

Jedoch, bei Maria Fekter klingt es nach einer Formulierung einer Angehörigen der Freiheitlichen, die sich besonders damit hervortun, Extremes menschgemäß von links als auch von rechts ablehnend sich zu präsentieren, aber bloß, um eigene Beiträge dazu zu relativieren, zumeist aufgrund massiver Kritik von Dritten erfolgt nachträglich die taktische Abschwächung und Verharmlosung …