Beim Lesen eines Gedichts von Theodor Kramer im Schatten des Weinheber-Steins

Es gibt allenthalben dieses Für-und-Wider-Geplärre um Denkmäler.

Fern vom Geplärre aber, im Schatten des Waldes, muß mit Bitterkeit an die Antwort gedacht werden, die vor Generationen schon Theodor Kramer gab, als er von der Geduld sprach, jenen in ihrer Sprache den Weg zu sagen, jenen, die marschieren mit

Das Gedicht von Theodor Kramer selbst ist kein Rätsel, ein Rätsel aber bleibt, wovon es so deutlich spricht. Sie schwelgten gerne bei den gleichen Festen, vielfältig waren ihre Verbindungen, oft sogar waren sie einander in Freundschaft zugetan. Hierzu braucht nur beispielhaft die Literaturgeschichte im Land Österreich aufgeschlagen werden, aber nicht nur, kaum anders hat es sich beispielsweise in Deutschland zugetragen. Die Trennung zwischen ihnen hat lange vor dem sogenannten Anschluß Österreichs an das madig zwölf Jahre lang wütende deutsche reich begonnen. Die Trennung zwischen jenen, die dann mit denen marschierten, die mordeten, und jenen, die Österreich und Deutschland fliehen mußten, und auch jenen, wenngleich wenigen, die Österreich und Deutschland verließen, weil sie nicht mit Mörderinnen marschieren wollten, und auch jenen, die aus dem Land nicht herauskamen und ermordet wurden, deren Mörder auch jene waren, mit denen sie einst auf gleichen Festen sich vergnügten, mit denen sie in Kaffeehäusern einst beieinander saßen, gemeinsam schwelgerisch der Kunst und Literatur und Musik zugetan, denen sie, den Mördern, ihre Verse vortrugen, die Mörder ihnen, den Fliehen-Müssenden und den Ermordeten, ihre Verse widmeten.

Es war wohl auch damals das Geplärre schon zu laut, um einander genau zuhören zu können. Beim genauen Zuhören in größter Aufmerksamkeit wäre wohl schon zu hören gewesen, das leise Streichen über den Klingelknopf draußen an der Tür, ehe der Knopf gedrückt wird zum schrillen Heraustreten auf den Hinrichtungsplatz …

Vielleicht sollte es nun, um kommenden Generationen Trennungen zu ersparen, die so klare Antwort von Theodor Kramer in allen Kaffeehäusern ausgehängt werden, in Stein gemeißelt an allen Ortseinfahrten aufgestellt werden, auf daß gesehen wird, die vielen Ausfahrten, die es gibt …

Doch unser keiner hatte die Geduld,
In deiner Sprache dir den Weg zu sagen
.

Landmark

Manchmal kann etwas aus der Vergangenheit in der Gegenwart dadurch gelöst werden, daß in der Gegenwart das durchgespielt wird, was in der Vergangenheit passiert ist.

Nicht alles, was in der Vergangenheit passiert ist, eignet sich zum Nachspielen. Vieles ist zu verheerend.

Aber das harmlose Errichten eines Denkmals, wenn auch mit verheerenden Auswirkungen und Nachwirkungen, eignet sich zum Nachspielen ohne Bedenken.

Wie zum Beispiel die Errichtung des KL-Denkmals in Wien, dieses Parteipolitikdenkmals für einen …

Wie das abgelaufen ist, in der Vergangenheit, kann also in der Gegenwart nachgespielt werden.

Sagen Sie nicht, das kann nicht nachgespielt werden, weil die Zeit der Denkmäler vorbei ist. Die Zeit der Denkmäler ist nicht vorbei, auch die Zeit der Parteipolitikdenkmäler ist nicht vorbei.

Kurz ist es her, daß eine Partei ein solches Demonstrationsdenkmal ihrer Gesinnung in Wien errichtete.

Kurz davor, daß ein weiteres errichtet werden soll … Das wird kein Parteipolitikdenkmal im eigentlichen Sinne werden. Aber besonders eine Partei wird sich dieses Denkmal recht hoch anrechnen. Allerdings bleibt die Frage, was das sein wird können, daß sie sich hoch anrechnen wird, wird es doch kein Denkmal auf der Höhe der Zeit sein.

Stellen Sie sich also vor, es finden sich Anhängerinnen des zurzeitigen Obmannes einer Partei zur Installierung eines Vereins zur Errichtung eines Denkmals zusammen, unter dem Unstern gegenwärtiger Zugerichtetheit könnten dessen Gründungsmitglieder sein: ein Präsident, ein Minister, ein Kardinal

Stellen Sie sich weiter vor, dieser Verein bekommt die Spenden zusammen, um das Denkmal errichten zu können. Daran besteht kein Zweifel, daß sie das Geld zusammen bekommen würden, gibt es doch einen großen Hort der spendenwilligen Verehrer in diesem Land.

Stellen Sie sich weiter vor, es gibt dann eine Ausschreibung. Künstlerinnen beteiligen sich daran, wie sie sich an jeder Ausschreibung beteiligen, weil sie ja nur davon beseelt sind, künstlerisch zu wirken. Wer diese Ausschreibung gewinnen wird? Wohl ein moderner Künstler. Schließlich ist die Gegenwart eine moderne Gegenwart. Aber moderne Zeiten bergen auch Überraschungen. So sollten Künstler, die meinen, ohnehin keine Chance zu haben, weil sie sich selber als verfemt empfinden, nicht darauf verzichten, sich zu beteiligen.

Und schließlich wird es errichtet, das Denkmal, irgendwo in Wien, vielleicht wird dafür auf einem Platz ein altes Denkmal, ein sehr altes Parteipoltikdenkmal abgetragen, weil gemeint wird, es ist Zeit, daß ein anderer Mann aus dieser Partei jetzt auf dem Platze stehen soll, ein modernerer von einem modernen Künstler, vielleicht sogar schon von einer modernen Künstlerin gestaltet …

Und in fünfzig Jahren kann dieses Parteipolitikdenkmal wieder ersetzt werden, dann vielleicht schon durch eine Frau aus dieser Partei …

Denn das aus der Vergangenheit ist doch je nur für die Gegenwart zur Zeit der Vergangenheit bestimmte, und je nicht für die kommenden Gegenwarten jedweder Gegenwart, die nach den Vergangenheiten kommen, und wären diese Denkmäler nicht aus Stein, Metall, Eisen oder Marmor, sondern aus Papier, wie die Wahlplakate, so wären diese alle längst schon weggeräumt, wie eben Wahlplakate nach jedweder Wahl sofort von den Straßen, Plätzen, Gassen entsorgt werden …

So marschiertest du mit denen, die mordeten.

Es ist bereits mehrfach darauf hingewiesen, daß es bei Denkmälern nicht nur um die Dargestellten gehen darf, sondern auch um jene, die die Denkmäler schaffen, künstlerisch gestalten.

Es sind je keine Denkmäler als Gruß an die Vergangenheit, es sind je Denkmäler für die Gegenwart, steinerne Demonstrationen der Gesinnungen. So ist es auch um das Denkmal bei Purkersdorf für Josef Weinheber bestellt, mit einem Relief von Rudolf Pleban, hingestellt als Gesinnungsgrenzstein, landmark of conviction

Wer mit ihm auf dem Feld, auf dem Rudolf Pleban schritt, zu dieser Zeit der Schaffung des Weinheber-Denkmals auf der Feihlerhöhe, schildert die „Eigenwerbung“ der Zeitschrift von Karl Strobl, die alles selber sagt, was zu sagen ist …

„Diese Zeitschrift dient der deutschen Kunst. Sie bekämpft daher: die entartete Kunst in allen ihren Erscheinungsformen / den Kunstjournalismus, der für die entartete Kunst wirbt / den Kunstsnob, der die entartete Kunst fördert / den evantgardistischen Kunsterzieher, der durch sein Eintreten für entartete Kunst das gesunde Empfinden unserer Jugend vergiftet / das offizielle Kunstmanagertum, das seit Jahren Millionenbeiträge aus öffentlichen Mitteln in die entartete Kunst investiert. Aus dem Inhalt: Josef Weinheber zum Gedenken (mit Abb. von Bildnis-Büste J.W s von Rudolf Pleban) / Zu Bildern eines österreichischen Soldatenmalers (Alexander Pock) / War Adolf Hitler künstlerisch begabt? (Karl Strobl) / Erinnerung an Wilhelm Dachauer / Der Bildhauer Rudolf Schmid-Rodaun / Erich Kern 60 Jahre alt (mit Photo) / Neue Welle der Deutschenhetze in den USA: Film- und Fernsehgesellschaften überbieten sich in pornographischen und sadistischen Darstellungen / Unsere Marinemaler (u.a. Claus Berger, Lothar Buchheim, Richard Schreiber) / Gefälschte Guardi – Bilder / Franz Xaver Wolf, ein Meister der Zeichnung / Der Maler Heinrich Kreisel / Genie am Pranger – warum Ezra Pound verstummen musste / Wilhelm Frass zum 80. Geburtstag / Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg – Lippe nun ständiger Mitarbeiter dieser Zeitschrift. / Rudolf Hess / Der Maler Roland Strasser / Das Ende von Kultur und Gesittung – Machtergreifung der Asozialen ( H.Rustenmayer) / Die Künstlerfamilie Kasimir (u.a. Hoernes – Kasimir) / Exlibris in Vergangenheit und Gegenwart / Zu neuen Arbeiten des Architekten Ferdinand Gaisser / Ein Meister des Holzschnitts – Ernst von Dombrowski zum Gruß.“

Wer weiter Eintritt gegen „entartete Kunst“ und weiter mit Weinheber voran, nun, zusammengefaßt, vor allem die Parlamentspartei, die auch wieder einmal Regierungspartei für recht kurz …

Und auch sie, kurz gewesene Regierungspartei errichtet Denkmäler der Gesinnung, wie erst vor Kurzem auf der Bastei …

Irgendwann wurde dann doch eine Zusatztafel angebracht, am Male in Purkersdorf, mit einer abgeänderten Zeile eines Verses aus „Requiem für einen Faschisten“ von Theodor Kramer. Es ist wohl der Gesinnung geschuldet, daß auf der Website der Josef-Weinheber-Gesellschaft, wie diese sich im Juli ’20 präsentiert, eine Abbildung des Denkmals ohne Zusatztafel gezeigt wird …

Es ist ein Vergehen an Theodor Kramer. Nicht kenntlich zu machen auf der Tafel, daß sein Vers geändert wurde. Schlimmer noch, durch die verwendeten Anführungszeichen den Eindruck vermitteln zu wollen, Theodor Kramer hätte diesen Vers genauso geschrieben, Theodor Kramer würde wörtlich zitiert werden. Doch im Vers von Theodor Kramer steht nichts von einem „großen Lyriker“ …

So ist auch an dieser Tafel mannigfach das Dilemma von Zusatztafeln ablesbar.

Entweder wäre das gesamte Gedicht von Theodor Kramer auf die Zusatztafel zu schreiben. Oder, wenn schon ein abgeänderter Vers, dann ohne Anführungszeichen und vor allem in einer deutlicheren Abänderung …

So marschiertest du mit denen, die mordeten;
wer weiß da, wann du auf dem Weg über die
Aschenberge gewahr der Menschen wurdest,
die sie verbrannten?

Parteipolitdenkmal

Oliver Rathkolb ist also in dieser Juli-Woche des Jahres ’20 an den Ort seiner Tafel zurückgekehrt.

Seiner Tafel, die ungenügend ist. Ungenügend, weil sie nicht ebenfalls über Josef Müllner aufklärt, den Bildhauer des KL-Denkmals.

Es darf, um es zu wiederholen, in Debatten über Denkmäler nicht nur darum gehen, wer dargestellt ist, sondern auch und endlich, besonders wohl im Fall vom KL-Denkmal, wer es geschaffen hat. Es wäre vielleicht interessant zu erfahren, wie es Oliver Rathkolb argumentierte könnte, dieses Denkmal von einem dem Nationalsozialismus dienenden Künstler unbedingt erhaltenswürdig zu finden …

Er, Oliver Rathkolb, wäre dafür, Denkmäler sollten durch verschiedenste Interventionen, sei es das künstlerischer oder inhaltlicher Art, ins 21. Jahrhundert gesetzt werden.

Nun, mit seiner Tafel hätte er das KL-Denkmal auf inhaltliche Art bereits in das 21. Jahrhundert setzen können …

Und was die künstlerische Art anbelangt. Nun, wer soll das tun? Vielleicht jener, der die „Badende“ auf der Mölker Bastei …

Und in welcher künstlerischen Art? In der künstlerischen Nachfolge etwa von Müllner?

Im Grunde ist der Erhalt eines Denkmal, wie des KL-Denkmals, durch diese heilige Allianz von Antisemitismus und Nationalsozialismus, das es repräsentiert durch den Dargestellten mit seinem Antisemitismus und zusätzlich durch den Schöpfer des Denkmals mit seinem Dienst am Nationalsozialismus, nicht zu argumentieren.

Darüber hinaus verkörpert dieses Denkmal nicht nur die Allianz von Antisemitismus und Nationalsozialismus, sondern die Dreifaltigkeit von Antisemitismus, Nationalsozialismus und Parteipolitik. Auch das wird in der Debatte um Denkmäler, besonders im Fall vom KL-Denkmal, vollkommen vernachlässigt, der Grund, weshalb dieses Denkmal je errichtet worden ist.

„Als nach Luegers Tod alsbald die Absicht unter seinen zahlreichen Anhängern lebendig wurde, dem toten Bürgermeister ein gewaltiges Denkmal zu setzen, da vermählte sich diesem an sich schönen Gedanken der Pietät sogleich ein hässlicher Nebengedanke: demonstrativ die Bedeutung des Dahingegangenen aller Welt, besonders aber seinen Gegnern, vor die Augen zu führen, sozusagen ins Gesicht zu schleudern. Nicht so sehr dem Manne, dessen Name das Denkmal einst tragen sollte, galt es, ein Monument zu bauen, sondern vor allem ein Zeugnis für die Macht und das Ansehen jener politischen Partei abzulegen, als deren Repräsentant der Verstorbene – mit Recht oder Unrecht bleibe dahingestellt – gegolten hatte. Und indem man solcherart statt eines Erinnerungsdenkmals ein Demonstrationsdenkmal zu errichten beschloss, vergriff man sich von allen Anfang im Massstab.“

Ein „Demonstrationsdenkmal“, also ein Parteipolitikdenkmal.

„Gründungsmitglieder waren u. a. Kardinal Piffl, Nationalrat Leopold Kunschak …“

Kunschak, der „österreichische Streicher“, ein Mann der in dieser nun türkis getupften schwarzen Partei auch heutzutage nach wie vor …

Das KL-Denkmal, einfach wie kurz gesagt, ein Parteipolitikdenkmal, wie es allenthalben errichtet und irgendwann wieder entsorgt wird, nicht aber in Österreich, auch über einhundert Jahre später steht dieses Parteipolitikdenkmal in Österreich, und über einhundert Jahre später wird in Österreich wieder ein Parteipolitikdenkmal errichtet, ebenfalls in Wien: die „Badende“ …

In einhundert Jahren noch zu leben, also im Jahr 2120, wäre beinahe wünschenswert, nur um zu erfahren, wie dann eine Zeithistorikerin über das Denkmal „Badende“ urteilen würde, ob sie sich auch für den Erhalt der „Badenden“ aussprechen würde, was sie auf eine zum Parteipolitdenkmal (Landmark to the party polit…) zusätzlich aufgestellte Tafel schreiben würde, ob sie etwas verschweigen würde …

Aber vielleicht gibt es in einhundert Jahren in Österreich, sogar in Österreich keine Debatte mehr Parteipolitikdenkmäler, weil diese einfach irgendwann nach einer gewissen Zeit ohne Aufregung, ohne Debatte, wieder entsorgt wurden, sogar in Österreich, schneller entsorgt, als daß diese errichtet …

„Sie sind so ein gebildeter Mensch.“

Das sagt nicht Michael Fleischhacker zu Sebastian Kurz.

„Sie sind so ein gebildeter Mensch.“

Sebastian Kurz sagt das zu Michael Fleischhacker.

„Sie sind so ein gebildeter Mensch.“

Anfang Juni ’20. In einem Interview.

Es geht in diesem Interview um eine „erste Corona-Bilanz“.

Ob Karl Farkas zu dieser „Bilanz der Saison“ die Empfehlung abgegeben hätte: „Schau’n Sie sich das an!“ … Leider kann er nicht mehr danach gefragt werden. Vielleicht hätte Karl Farkas diese Frage sogleich Ernst Waldbrunn gestellt, und dieser hätte dann eine Antwort darauf gehabt, eine Antwort, die —

Gut vorstellbar hingegen, daß Avril höchste Bewunderung für Sebastian Kurz und Gernot Blümel äußerte, käme er, wie er Lacenaire anhimmeln darf, in die Gunst ihres Dienstes, mit silbrigem Blick des Respekts sagte:

„Trotzdem, man muß schon sagen, es ist was Schönes …“

Gernot Blümel und Sebastian Kurz würden wohl auch knapp und einfach wie Lacenaire fragen:

„Was?“

Avril: „Die Bildung!“

— „Armer Avril!“

Avril: „Aber es ist doch so. Ich frage mich, wo haben Sie das alles nur her?“

Das ist doch so. Sie können es nur von der Bildung her haben. Woher sonst kann es Sebastian Kurz haben, als von der Bildung, das Wissen, wer „ein so gebildeter Mensch“ ist und wer „ein eigenes Hirn hat“, und woher sonst kann es Gernot Blümel haben, als von der Bildung, das Wissen, daß das, was einer redet, „ja ein Blödsinn ist“ …

Wie gut, daß beide Interviews geben und gleich in den Interviews die Menschen vor den Bildschirmen Anteil nehmen lassen an ihrer Bildung durch ihre Aufklärungen gemäß des ihnen vom Höchsten erteilten volksbildnerischen Auftrages, wer „so ein gebildeter Mensch „eigenes Hirn Blödsinn“ …

Präsident will Österreichs „laizistischen Islam“ stärken

Der Präsident hat nicht nur ein eigenes Hirn, sondern mehr als das, er hat ein ureigenes Hirn, und ein Mann mit einem ureigenen Hirn mußte einfach wie über kurz mit einem der höchsten Ämter im Staat ausgezeichnet werden.

Und ein mit einem ureigenen Hirn ausgestatteter Mann erkennt das Gebot der Stunde, weiß, was not tut, ist gefordert zu handeln, wenn ihm islamische Vorschriften vorgelegt werden:

„Der Bürger hat die Gewissenspflicht, die Vorschriften der staatlichen Autoritäten nicht zu befolgen, wenn diese Anordnungen den Weisungen des Evangeliums widersprechen, den Gehorsam zu verweigern, falls deren Forderungen dem rechten Gewissen widersprechen, dem Dienst Gottes, man muß Gott mehr gehorchen.“

Nur einem Mann mit einem ureigenen Hirn ist es offenbart, daß ein jedweder jüdischer Mensch ein gläubiger Mensch ist, es keinen jüdischen Menschen außerhalb des Glaubens gibt, und die ersten Worte jedweden jüdischen Menschen, sobald er sprechen kann, die Worte des Bekenntnisses zu Staat und Regierung sind, wie es im Gebetbuche Siddur, das einem Manne mit einem ureigenen Hirn das Buch der Bücher seiner Lehre nur sein kann, geschrieben steht, das ein jedweder jüdischer Mensch täglich mit sich führt, bis an sein Lebensende im biblischen Alter, darin gleich dem Manne mit dem ureigenen Hirn, der täglich den Bekenntniskranz zur Regierung …

Nur einem Mann mit einem ureigenen Hirn ist es gegeben, einen Begriff wie „laizistischen Islam“ zu kreationieren, der allen anderen einen absoluten Widerspruch beschreiben würde, aber in Gott ist jedwede Trennung aufgehoben, jedweder Widerspruch aufgelöst, wie ein Leib in seinem Blute in Nichts aufgelöst, in Gott kann märchenhaft beieinander liegen zur Paarung, wie es der Natur in ihrer Einfalt niemals noch eingefallen ist, oh, wie vielfältig wäre die Natur geworden, wäre sie nur den Kreationen Gottes gefolgt, was für wundersame Wesen aus der Paarung eines Kaninchens mit einem Elefanten würde den Menschen erfreuen.

Nur ein Mann mit einem ureigenen Hirn erkennt die Schändlichkeit, die Gefahr der katechetischen Vorschriften, kann einen Mann mit einem ureigenen Hirn nur mit Besorgnis erfüllen, muß ein Mann mit einem ureigenen Hirn ein Zeichen gegen die Ungleichstellung von Frau und Mann setzen, ein Bekenntnis zu den Gesetzen der Gleichbehandlung fordern.

Aber ein Mann mit einem ureigenen Hirn des islamischen Laizismus weiß sich nicht alleine in seinem Kampfe um Trennung von Moschee und Staat, in seinem Widerspruch für Frauenrechte, an seiner Seite stehen auch Frauen, die nicht nur die Rechte der Frauen, sondern auch die Trennung von Staat und Moschee märchenhaft verkörpern …

Halbe Wahrheit ist null Wahrheit.

Kaum zurück, eilt der zurzeitige Bundeskanzler zu Wolfgang Fellner, dem er nicht zu bestätigen braucht, daß er ein eigenes Hirn habe, das bestätigt sich Wolfgang Fellner täglich selbst, und auch, für wen er sein Hirn einsetzt, mit wem er sich ein Hirn teilt, kann doch ein Zusammenspiel von Fragen und Antworten nur in einem gemeinsamen Hirn so verdrahtet …

Zu den Antworten der einen Gehirnhälfte folgen die Fragen der anderen Gehirnhälfte, auch wenn in der Sendung selbst es sich dann so anhört, als würden den Fragen nach „Erfolg“, „dritte große Kraft“, „Machtprobe“, „lästig“ die Antworten folgen.

„Lästig nicht, aber hartnäckig.“ Ist eine Antwort des zurzeitigen Bundeskanzlers. Und diese Antwort ist, erzählt ein Arbeitssuchender auf dem Arbeitsamt Tage darauf, verantwortlich für seinen Traum, in dieser Nacht des Interviews, davon ist er überzeugt. Es träumte ihm ein Straßenrand mit Plakaten und ein Plakat, das sich ihm als „Sebastian Kurz“ vorstellte, sprach zu ihm:

„Ich lüge nicht, aber die Wahrheit ist mir hartnäckig lästig.“

Und das Geträumte beschäftigt den Arbeitsuchenden nun, auch jetzt auf dem Arbeitsamt. Und weil alle Zeit haben, warten müssen, bis sie aufgerufen werden, nicht zur Arbeit, sondern zu einem Gespräch mit dem Arbeitsamtpersonal, erzählt er ausführlich, was ihm durch den Kopf geht, womit sich sein eigenes und ungeteiltes Hirn so beschäftigt, seit diesem Traum in der Nacht des Interviews.

Es stimmt schon, führt er aus, was Sebastian Kurz antwortet, mit dem Ergebnis würden alle leben können, „aber es stimmt, wir sind zufrieden.“ Es stimmt möglicherweise sogar bis zur Hälfte, aber es ist nur die halbe Wahrheit. Die andere ist, es sind viele nicht zufrieden …

Es stimmt schon, was Sebastian Kurz antwortet, daß etwas ausgemacht worden, mehr möglich als zu erwarten gewesen sei. Das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere ist, es muß erst das Europäische Parlament das Ausgemachte abnicken, wenn es denn zustimmen wird, und am Ende dann wird sich erst herausstellen, ob mehr möglich …

Es stimmt schon, was Sebastian Kurz antwortet, daß der Beitragsrabatt für Österreich nun höher … Das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere ist, der Beitrag für Österreich erhöht sich enorm …

Es stimmt schon, was Sebastian Kurz antwortet, daß es nun eine „Allianz der Nettozahler“ geben würde. Das ist bloß die halbe Wahrheit. Die andere ist, diese „Allianz“ umfaßt nicht alle „Nettozahler“, knapp die Hälfte bloß der „Nettozahler“. Italien ist auch ein „Nettozahler“. Italien ist eines der „Südländer“, über die Sebastian Kurz … Vielleicht würde er über Italien anders reden, wäre jetzt der ehemalige Innenminister Ministerpräsident …

Während er aus seiner Tasche, die er, als er noch Arbeit hatte, bis vor kurzem noch wohl vor allem zum Verstauen seiner Jause verwendete, den „Falter“ in seiner aktuellen Ausgabe 30/20 zieht, sagt er, wie als eine kurze Zusammenfassung seiner Überlegungen in einem Satz, der ihm träumte:

„Halbe Wahrheit ist null Wahrheit.“

Und zur weiteren Überbrückung der Wartezeit und wohl auch ermutigt durch das aufmerksame Zuhören von allen in diesem Wartesaal beginnt er den Kommentar von Armin Thurnher vorzulesen: „Die Totengräber feiern sich als sei…“

Ein „Junggeselle“ aus Puławy, „bereicherte Deutschland“

Und es klagt in einem Kommentar am 23. Juli ’20 die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei, daß die „Toleranten“ keine, ach, so gar keine rechte Toleranz …

Dabei hätte sich doch gerade diese polnische Stadt mehr als nur Toleranz zu verdienen, schenkte sie doch Deutschland, wie die Website sogleich zu berichten weiß, einst Adam Württemberg, der „Deutschland“, wie die Website anerkennt, „bereicherte“, bereicherte mit seiner Orientierung eines niemals verheirateten Mannes.

Er war also sein Leben lang – die alten weißen Männer, auch wenn sie in den Nullerjahren dieses Jahrtausends erst geboren worden sind, werden den Ausdruck noch kennen – ein Junggeselle. Wer erinnert sich nicht an diese grauen Gesellen der Jungen, die so wortreich erklären konnten, weshalb ihnen keine Frau je ins Haus gekommen sei und je noch werde kommen, während sie ihren Pudel streicheln oder verzückt zusehen, wenn sich ihr Pudel am Bein eines Zuhörers …

Puławy hat aus noch einem Grund Toleranz zu verdienen. Für die bruchlose Fortsetzung der Tradition in dieser Stadt, die Deutschland vielleicht als Dank für die Bereicherung durch einen Sohn von Puławy der Stadt schenkte, ein Ghetto für Menschen, die dann, das muß nicht wiederholt werden, Sie wissen, wohin die Menschen dann aus dem Ghetto …, diese Tradition, Menschen für unerwünscht zu erklären. Einst wurde es kürzer formuliert, als jetzt in Polen, nicht nur in Puławy, mit diesem Ungetüm: „LGBT-ideologiefreie Zone“ …

Vielleicht deshalb, um Mißverständnissen vorzubeugen, ja nicht falsch verstanden zu werden, hieße es einfach wie kurz: „schwulenrein“ … das wäre ihnen wohl peinlich, ertappt zu werden, hieße es dann: Puławy, bewohnt „rein“ von „Schwulen“ …

Vom Debacle zum Dilemma

„In Österreich konzentriert sich die Debatte auf das Lueger-Denkmal am Stubenring. Eine eindrucksvolle Skulptur, die den ’schönen Karl‘ in Überlebensgröße zeigt […]“

Ja, so ein Nationalsozialist hat halt schon beizeiten wa …

Und mit Oliver Rathkolb, auf dessen Zusatztafel sie zu sprechen kommt, schreibt Barbara Coudenhove-Kalergi mit fort, Karl Lueger sei „ein bedeutender Wiener Bürgermeister“ …

Mag sich Barbara Coudenhove-Kalergi auf Oliver Rathkolb verlassen, nun, das Urteil, das über Karl Lueger bereits vor über einhundert Jahren gefällt wurde, scheint verläßlicher, etwa 1913 bereits unter „Ein Denkmal-Debacle“ …

Zwischen „Denkmal-Debacle“ und „Denkmaldilemma“ einhundertsieben Jahre, und kein Weiterkommen in diesem Land.

Karl Lueger wird nun, der, um ihm seinen Ring zu erhalten, zu einem ganz großen Bürgermeister hochgeschrieben wird … Karl Lueger wurde aber vor 100 Jahren realistischer beurteilt, wie in der „Wiener Bauindustrie-Zeitung“ in der Ausgabe Nr. 11 von 1913 zu lesen war, unter der Schlagzeile „Ein Denkmal-Debacle“, auch darüber, warum Denkmäler errichtet werden: Lueger war kein Unsterblicher, nicht einmal ein wirklich Großer, nicht einmal Einer, der die Zeit merklich überragte. Nicht so sehr dem Manne, dessen Name das Denkmal einst tragen sollte, galt es, ein Monument zu bauen, sondern vor allem ein Zeugnis für die Macht und das Ansehen jener politischen Partei abzulegen, als deren Repräsentant der Verstorbene – mit Recht oder Unrecht bleibe dahingestellt – gegolten hatte.“

Wer der Nationalsozialist war, der das Denkmal schuf? Ob er dies zu dieser Zeit schon war? Wohl nicht. Die Unzeit kam ja erst. Aber Menschen in Österreich mit ihrer Karl-Identität haben dafür ein Gespür, bereiten sich beizeiten darauf vor, um dann zur rechten Zeit das Richtige zu sein, auch in einer Unzeit das Richtige, das gefällt, zu sein, und dann auch in der Zeit nach der Unzeit wieder, vielleicht das zu sein, was er war, als er das Denkmal schuf, nein, nicht zu sein, sondern das gesamte Leben zu unterwerfen dem Regime Was gefällt

Dabei kann so leicht ein Debakel verhindert werden, es einfach wie kurz gar nicht mehr zu versuchen, weiter Denkmäler zu errichten, das jedoch nach wie vor geschieht, und auch aus einem Dilemma kann so leicht herausgefunden, wenn es denn schon ein Denkmal gibt, beispielsweise dieses für Josef Weinheber, der von Barbara Coudenhove-Kalergi am 23. Juli ’20 auch erwähnt wird. Nicht nur durch eine Zusatztafel, die wie die vorhandene ungenügend ist, weil diese keine Aufklärung über den Bildhauer enthält, sondern durch einen Satz direkt unter dem Namen Weinheber, mit dem klar ist, wer ihm nur dankbar einzig sein kann in Hochachtung …

PS Es ist bei Denkmälern wohl auch endlich angebracht, nicht nur die Abgebildeten, die Dargestellten allein weiter in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch endlich, wer diese geschaffen hat, wie es exemplarisch die Denkmäler für Weinheber und Lueger nahelegen. Mögen es in vielen Fällen auch nur Karls sein, so werden sie doch weiter genannt, unbefleckt zu würdigende und in guter Erinnerung zu Bleibende, wie es exemplarisch die Zusatztafel für Weinheber und auch die Zusatztafel für Lueger von Oliver Rathkolb …

Das Wissen im blauen Paket

„Wikipedia – die freie Enzyklopädie“ weiß auch etwas zu Karl Hanusch zu berichten.

„1933 wurde er wegen ‚Kunstbolschewismus‘ zunächst beurlaubt, dann entlassen. 1938 erhielt er Malverbot und wurde verfemt.“

Es wird in dem Eintrag auf „Wikipedia“ auch erwähnt, das Bild „Mann mit blauem Paket“, in der Literaturliste auch ein Buch zur „großen deutschen Kunstausstellung, München 1937-1944“ angeführt. Berichtet aber wird nicht, daß Karl Hanusch 1938 mit diesem Bild auf der „Kunstausstellung“ vertreten war, daß der Käufer von dem „Mann mit blauem Paket“ Adolf Hitler war.

Von Interesse daran ist nicht, was vor 1945 war.

Von Interesse daran ist, wie es denn tatsächlich um „Wikipedia“ bestellt ist, ob es tatsächlich eine „Enzyklopädie“ genannt werden, die Wissen objektiv und neutral vermittelt, oder ob es, auch am Beispiele Karl Hanusch, eine Plattform der etwa der lieben Verwandtschaft ist, die ein gutes Bild von ihren Angehörigen der Welt zeigen möchte.

Und kann es ein besseres Bild von einem Verwandten geben, als das, er wäre „verfemt“ gewesen, mit „Malverbot“ belegt? Und kein Wort davon, daß er auf der „großen deutschen Kunstausstellung“ ausgestellt war, kein Wort davon, daß 1938 Adolf Hitler der Käufer seines Bildes war? Und wenn wer wissen möchte, was aus dem Bild „Mann mit blauem Paket“ geworden ist, wird von „Wikipedia“ zu einer Website von Verwandten weitergeleitet, auf der zu lesen ist:

„Das Bild wurde auf Vorschlag der Freitaler NSDAP 1938 zur Großen deutschen Kunstausstellung nach München geschickt. (Kat. Nr. 312). Hitler wollte es erwerben. Möglicherweise wurde es zerstört, als man merkte, daß Karl Hanusch verfolgt und verfemt war.“

Das kann schon sein, daß Adolf Hitler mit seiner Zerstörwut und seinem Vernichtungswillen das Bild nur kaufte, um es zu zerstören.

Es wurde nicht nachverfolgt, ob die Verwandten es von „Wikipedia“ übernommen haben oder die Verwandten „Wikipedia“ mit ihrem Wissen befüllten. Und das ist, muß zugegeben werden, auch nicht leicht nachvollziehbar, von wem welche Anteile der Wissensvermittlung stammen. Eines ist gewiß, Verwandte hatten, wie die Liste der „Autoren“ auf „Wikipedia“ ausweist, haben Teile an diesem Eintrag beigesteuert.

Um es noch einmal festzuhalten, es interessiert nicht, wie Karl Hanusch sich in dieser Zeit verhielt, was er war oder nicht war. Von Interesse sind tatsächlich nur die Darstellungen auf „Wikipedia“, einer „Enzyklopädie“, die heutzutage herangezogen wird als objektives und neutrales Nachschlagewerk, einer „Enzyklopädie“, die anerkannt und gehandelt wird als das ultimative Lexikon …

Und es müssen auch nicht unbedingt Verwandte sein, die in „Wikipedia“ ein nützliches Instrument finden, um Angehörige und somit die eigene Familie in ein recht gutes Licht … wie anhand eines weiteren Beispieles schon erzählt wurde, bei dem es auch um ein Bild, aber um ein manipuliertes Bild geht …

Übrigens, zu „Kunstbolschewismus“ fällt sofort „Kulturmarxismus“ ein, aber nicht, ebenfalls nicht wegen der Zeit vor 1945, sondern wegen Österreich ’18 …

„Das Projekt der neuen österreichischen Regierung besteht also ideologisch gesehen darin, den Kulturmarxismus zu überwinden.“

Und übrigens, ohne Margarete Hanusch gäbe es dieses Kapitel nicht, sie war 1937 und 1938 auch auf der „großen deutschen Kunstausstellung ausgestellt, und bei einem Gang durch die Säle dann ein zufälliges Stehenbleiben vor dem „Mann mit blauem Paket“.

Wer immer den Eintrag auf „Wikipedia“ zu Margarete Hanusch geliefert hat, wird aus welchen persönlichen oder ideologischen Gründen es für wichtig und notwendig erachten, daß es kein Wissen über ihre ausgestellten Werke auf der „großen deutschen Kunstausstellung“ 1937 und 1938 gibt, zumindest kein Wissen auf „Wikipedia“ …