Zum Beispiel das Weinheber-Denkmal im Schillerpark am Schillerplatz.
Es reicht, unter dem Namen „Weinheber“ einen Satz noch in den Sockel zu meißeln. Mit der in der Sekunde ein jeder Mensch, der vor das Weinheber-Denkmal tritt, weiß, wer Josef Weinheber aus welcher Zeit und weshalb dem Josef Weinheber hier im Schillerpark am Schillerplatz ein Denkmal errichtet ward, in der Denkmalreihe von Nikolaus Lenau, Friedrich Schiller, Anastasius Grün und Franz Werfel …
„In Dankbarkeit und Hochachtung Das armenische Volk“
Es muß auch nicht lange nachgedacht werden, nicht lange über eine Formulierung gegrübelt werden, auch die Kosten für Zusatztafeln gespart werden.
Es kann einfach mit „in Dankbarkeit und Hochachtung“ begonnen und geendet werden mit „der Führer und seine nationalsozialistische Volksgemeinschaft“ … Damit ist alles über Josef Weinheber gesagt und auch über die, deren einzigen Dank und deren einzige Hochachtung er …
Bestimmungen in Zeiten von Corona verleiten dazu, zu fragen, wie kommt es wohl zu den Bestimmungen, die beispielsweise eine Bundesregierung in Österreich fällt.
Etwa das auf der Website des Bundeskanzleramtes zu findende Bundesrecht konsolidiert: „Gesamte Rechtsvorschrift für Landeverbot für Luftfahrzeuge aus SARS-CoV-2 Risikogebieten, Fassung vom 21.07.2020“ …
Ordentlich sind 18 Staaten aufgelistet, aus denen, kakanisch formuliert, keine „Luftfahrzeuge“ in Österreich landen dürfen.
Brasilien und die USA sind nicht darunter.
Dabei wären das zwei Staaten, die schon beim Schreiben der Landeverbotsliste aufgrund ihrer ansteigenden hohen Infektionszahlen ebenfalls unbedingt auf die Liste der Landeverbote …
Vielleicht hat eine Beamtin aus der Kurz-und-Kogler-Beamtenschaft nach Lektüre einer Expertise sowohl Brasilien als auch die USA und möglicherweise auch Israel auf die Liste des Landeverbots gesetzt gehabt, aber – sagen Sie jetzt nicht sofort, das sei zu absurd, blättern Sie vorher alle Bestimmungen durch und dann … –, die Liste wurde dem Bundeskanzler vorgelegt, und er strich schlicht wie kurz die USA und Brasilien durch. Auf den mehr als erstaunten Blick und auf den Hinweis der Beamtin auf die besorgniserregenden Infektionszahlen in Brasilien und in den USA hin erzählte der rührselig werdende Bundeskanzler der Beamtin, Bolsonaro und Trump hätten ihm doch ein Ständchen so recht schön gebrummt: „I mecht‘ so gern land’n“ …
Und als er ihr noch recht erinnerungsselig sagte: „Ja, da muß man sich doch einfach hinlegen. Ja, da kann man doch nicht kalt und herzlos sein!“ Da war auch die Beamtin voll der Rührung, ging zurück in ihre kakanische Schreibstube, löschte Brasilien und die USA aus der Liste des Landeverbots.
Als ein Beamter das sah und zu ihr etwa murmelte, das sei doch unverantwortlich, Brasilien und die USA nicht auf die Liste des Landeverbots, das mache die Liste doch zu einer willkürlichen Liste, zu einer absurden Liste, meinte die Beamtin aus der Leopoldstadt bloß, streifte ihre Ärmelschoner zurecht, es seien halt seine Hawarer.
Sie werden entrüstet sagen, selbstverständlich steht die Büste des leaders nicht mehr in der Vorhalle des Looshauses, in dem einst das Herrenausstattungsgeschäft Goldmann & Salatsch …
Vielleicht sind Sie so freundlich und betreten einmal die Vorhalle des Looshauses, um Nachschau zu halten. Es möchte keine Überraschung mehr erlebt werden, die eine auf dem Michaelerplatz reichte, gleich gegenüber, in der Kirche, der kniende Dollfuß …
So weit entfernt die Weinheber-Zusatztafel, es muß wohl ein Respektabstand für den Künstler, der einst den leader modellierte, sein, damit sein Werk in rechter Pracht ungestört von lästiger Vergangenheitsaufklärung wirken kann.
Zu der Zeit von Franz Olah wurde Geld noch nicht flott in Sporttaschen übergeben. Es war eine biedere Zeit, es wurden noch Sparbücher angelegt, die dann heimlich übergeben wurden. So legte Franz Olah zwei Sparbücher an, mit je fünfhundert Tausend Schilling, und er übergab diese heimlich Friedrich Peter mit dem Ersuchen, diese Million für die Demokratie in Österreich zu verwenden. Denn. Friedrich Peter ersuchte Franz Olah um finanzielle Unterstützung, weil es für eine Demokratie notwendig sei, daß es im Parlament eine Opposition zu den Regierungsparteien geben müsse, und die FPÖ, einfach wie kurz gesagt, am Sand … Zwischen dem Ersuchen von Friedrich Peter an Franz Olah und der Übergabe der Sparbücher durch Franz Olah an Friedrich Peter lag nur eine Woche. So schnell entschied Franz Olah, die FPÖ mit dem Geld von anderen zu unterstützen.
Es waren zwei anonyme Sparbücher mit je 500 Tausend Schilling. Ein Sparbuch auf „Edelweiß“, das zweite auf „Enzian“.
Weshalb wählte Franz Olah gerade „Enzian“ und „Edelweiß“ als Losungswörter aus?
Dachte Franz Olah vielleicht, „Enzian“ und Edelweiß“ verkörpere Österreich wie keine andere Losung?
„Edelweiß“ und „Enzian“ werde sein Ersuchen an Friedrich Peter, sich für die Demokratie in Österreich einzusetzen, besonders bekräftigen, und Friedrich Peter mit seiner Partei werden nicht anders können, „Edelweiß“ und „Enzian“ vor Augen, als sich für die Demokratie in Österreich stark zu machen?
Wird für „Der Herr Karl“ von Helmut Qualtinger und Carl Merz um eine kurze Inhaltsangabe ersucht, gefragt, ob dieser etwas mit der österreichischen Wirklichkeit zu tun habe, wer denn dieser „Herr Karl“ sei, wen der „Herr Karl“ verkörpere, wer seine Vorbilder seien, fallen Bezeichnungen, Zuschreibungen, beispielsweise „Durchschnittsbürger“, „Fleisch gewordener Wiener Opportunist“, „selbstgerechter Hausmeister-Typ voll bestialischer Gemütlichkeit“; schlicht wie kurz: der „Herr Karl“ ist für alle stets der sogenannte „kleine Mann von der Straße“, niemals aber der sogenannte „große Mann“ in seiner …
Dabei, wenn bedacht wird, wer dort vor allem verkehrte, wo Qualtinger und Merz ihre Männer als Vorbilder fanden, die sie zu einem „Herrn Karl“ bis zur Kenntlichkeit verdichteten. Es waren darunter „hochrangige Polizeibeamte“, „Schauspieler“, „Journalisten“, „Halbwelt“. Nicht auszuschließen, daß unter diesen Vorbildern auch Künstlerinnen waren, vielleicht sogar Josef Müllner, der Schöpfer des KL-Denkmals.
Der Inhalt von „Der Herr Karl“ kann auch ganz kurz anhand von ein paar Daten von Josef Müllner zwischen 1926 und 1949 etwa nüchtern erzählt werden, wo er überall dabei gewesen sein muß, um das zu erreichen, das „Der Herr Karl“ nicht erreichte, obgleich auch er versuchte, wie Qualtinger und Merz ihn eindrucksvoll erzählen lassen, ebenfalls überall dabei zu sein, überall mitzutun, wie es ihm die Zeitenläufte zu gebieten schienen.
Vielleicht ist es aber gar nicht der einzelne Mensch in Österreich, der eine Karl-Identität besitzt, sondern Österreich ist es, das die Karl-Identität einzig besitzt, ein selbstgerechter Hausmeister-Typ mit bestialischer Gemütlichkeit als Durchschnittsstaat, der sich gegenüber Menschen opportunistisch verhält, wie es ihm die Zeitenläufte geboten erscheinen, sich stets dem jeweiligen ihm gezeigten Gesinnungsbild anzudienen, es ihm ermöglicht, beispielsweise gegenüber Josef Müllner bis heute herauf sich zu verhalten, wie er meint, daß Josef Müllner es von ihm erwartet, daß er, der Staat, sich ihm gegenüber zu verhalten hat, um sein Wohlwollen sich zu verdienen, zu sichern.
„Erst wenn wir alle aufstehen, erst dann, wenn jeder im Wirtshaus aufsteht, wenn er hört, dass ein Witz gemacht wird oder dass verächtlich geredet wird, erst dann, wenn er aufsteht und dagegen auftritt, dann wird es uns gelingen, den Antisemitismus einzudämmen.“
Mit dem Autobus zur Arbeit zu fahren, mit der Straßenbahn die zu erledigenden Wege zurückzulegen, ist nicht nur eine feine, weil bequeme Art des täglichen Fahrens, sondern auch eine sehr informative.
Ohne Ablenkung durch das eigene Lenken eines Fahrzeuges kann entspannt in einer absoluten Schutzzone den kostenlosen Nachrichten auf dem Monitor gefolgt werden.
»Artfremdes Blut ist alles Blut, das nicht deutsches Blut noch dem deutschen Blut verwandt ist. Artfremden Blutes sind in Europa regelmäßig nur die Juden und Zigeuner.«
Das ist aus den „Kommentaren zur deutschen Rassengesetzgebung“ von Hans Globke und Wilhelm Stuckart.
Auszeichnungen sind Furunkeln und Karbunkeln als Trost im Alter, da diese als einzige nicht schmerzen. Und Hämorrhoiden, die früher oder später, so Billy Wilder, jedes Arschloch bekommt.
„Bei dem im März 1938 vollzogenen „Anschluss“ Österreichs musste Globke die Vertretung des Verfassungsreferenten übernehmen. […] So war Globke auch an der Ausarbeitung von Verordnungen im Zusammenhang mit der Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich beteiligt.“
Und lange davor die „Kommentare“ bereits ein juristisches Nachschlagewerk für die Oberstaatsanwaltschaft Wien …
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