Es hat Günter Traxler auf ein Interview aufmerksam gemacht, das sonst untergegangen wäre. Ein Interview mit dem zurzeitigen Innenminister in der Krone der österreichischen gutter press, wobei fraglich ist, ob sie noch die Krone aufhat, sich nicht schon längst wer selbst gekrönt hat.
In diesem abgedruckten Interview wird der zurzeitige Innenminister mit einem Satz zitiert, nun, mit einem Satz, der fortan dafür verantwortlich ist, den Innenminister gekleidet zu sehen, wie die „schwäbische Jungfrau“ auf der Fassade aus dem Jahr 1720, im Dirndl auf einem Feld …
„Die Verfassung ist nach wie vor in Kraft und wenn es …“
Eine „schwäbische Jungfrau“ im Jahr 1720, die nie aus Schwaben herauskam, der die rechtliche Lage in Österreich vollkommen gleichgültig war, hätte einen solchen Satz sagen dürfen, aber ein Innenminister im Jahr ’20, der um die Bestimmungen wissen müßte, welche Mehrheiten es rechtlich braucht, um eine Verfassung außer Kraft zu setzen … er wird um die verfassungsrechtlichen Bestimmungen Bescheid wissen, aber es wohl sich und seinem Chef hoch anrechnen, daß die „Verfassung nach wie vor in Kraft“ …
„Sie erwähnen bei diesen Auftritten seit Kurzem nach ‚Österreicherinnen und Österreicher‘ auch ‚die Menschen, die in unserem Land leben‘. Was ist da passiert? Mir ist einfach wichtig, dass wir als Polizei, wenn wir Maßnahmen umsetzen, auch Breitenwirkung entfalten müssen. Wir haben unsere Maßnahmen auch immer in mehreren Sprachen dargestellt. Unsere Zusammenarbeit mit der Integrations- und Frauenministerin, Susanne Raab, die uns mit Dolmetscherinnen und Dolmetschern unterstützt, ist erstklassig. Wir haben zum Beispiel gesehen, dass sich die häusliche Gewalt verstärken kann, wenn die Einschränkungen länger andauern. Mit unserer Info-Kampagne geben wir Frauen zu verstehen, dass ihnen nachhaltig geholfen wird, wenn sie von Gewalt bedroht sind. Das sind alles verzahnte Maßnahmen, da ist es wichtig, dass sich alle Menschen in diesem Land angesprochen fühlen.“
„… ‚Für mich ist immer wieder unglaublich, wie diese Malerei damals entstanden ist‘, sagt Nehammer und wirft einen Blick auf die Fresken an der Decke. ‚Alles wirkt dreidimensional, als könnte man es angreifen, ist aber in Wahrheit nur gemalt.‘ …“
Selbst, schreibt Günter Traxler abschließend, in der Maske von der „schwäbischen Jungfrau“ werde Nehammer niemals der Stolz der Donau-Universität … eine Wette darauf abschließen, nur mit größter Zurückhaltung, vielleicht doch noch, wenn er nur mit kreativ angelegter Maske und Flex …
„Unsere Freiheit wurde durch die Standhaftigkeit des österreichischen Volkes errungen.“
Ein von Julius Raab unterzeichneter Satz, und darunter ein Vers von Anton Wildgans aus dem Gedicht aus 1920, aus seinem Gedicht mit dem Titel „Das österreichische Credo“, das vor einhundert Jahren geschrieben wurde. Was für ein Jubiläum.
„Unendlich ist was dieses Volk gelitten. Erniedrigung, Verfolgung, Hunger, Leid Und Trug es stark und trug’s Mit sanftem Bitten In Stolz und Demut Seiner Menschlichkeit.“
In seiner „Rede über Österreich“, die er vor neunzig Jahren hielt, spricht Anton Wildgans ein Loblied auf jene, die er in seinem „Credo“ als Verursachende nicht nennt, und er spricht von einem „Verderber, Versucher, Aufwiegler“, freilich auch diesmal, ohne einen Namen zu nennen …
Und dann, meine Damen und Herren, man muß dieses Volk in seinem tiefsten Unglück gesehen haben, in der Zeit, da die Not an jede Türe pochte und der Boden fast unter jeder Existenz schwankte! Die früher zu genießen verstanden hatten, die wußten jetzt ebenso zu entbehren und zu hungern! Und die Verzweiflung der Niedergetretenen, in diesem Volke ist sie niemals ausgeartet ins Unmaß der Wut, obwohl es derer genug gab, die seinen Zorn verdient hätten! Denn der Verderber, der Versucher, der Aufwiegler, er hat auch in ihm seine Köder ausgeworfen und seine Schlingen gelegt; aber in der Sündflut von Schmutz und Verwirrung, die jeder Zusammenbruch einer Staats- und Gesellschaftsordnung entfesselt, ist der Wesenskern unseres Volkes unversehrt geblieben, und jene, auf die es letzten Endes immer ankommt in einer Nation, die Priester und Diener an ihrem idealen Gut, sie haben um der Butter aufs Brot willen die Ehre nicht verkauft, sie haben das Brot lieber trocken gegessen. Der Künstler, der Gelehrte, sie haben mit frierenden Händen in schlecht beleuchteten Räumen ihr Werkzeug weiter gehandhabt, und während alles und jedes ringsum zusammenzubrechen drohte, haben Hungerskelette von Senaten unbeirrt das heilige, klare Recht gesucht und verkündet wie in den Tagen des Wohlstandes! Nein, meine Damen und Herren, eine härtere Probe auf die Seele und die Kultur eines Volkes wurde noch niemals gefordert, und der sie bestanden, das ist, von allen Geißeln gestriemt, von allen Dornen verwundet und an alle Pfähle geschlagen, der österreichische Mensch!
Menschen erinnern sich mit einem Male daran, auch die Kulturtechnik des Lesens zu beherrschen. Sie erkennen, das Lesen ist nicht allein für das Lesen von Rezepten geschaffen. Sie besinnen sich, das Lesen taugt auch zum Lesen von Literatur. Wie die verschreckte Person einst sitzen sie nun vor Büchern, und machen sich ihre Gedanken.
Da war einmal ein Mädchen, dem ging es schlecht. Das Mädchen war sehr schüchtern, hauptsächlich darum ging es ihm schlecht. Es war ihm nicht immer so gegangen. Zwar war es seit jeher ein verschlossenes Kind und blieb viel allein. Immerhin kamen an bestimmten Tagen Freundinnen von der Sorte, daß sie hinterher beim nächsten Straßeneck stehenbleiben und einen ausrichten. Sie blieben ein bißchen sitzen, jede in einer anderen Haltung, die ihr schön vorkam, tranken Tee, aßen, was man so daheim hat, und niemand machte sich darüber einen Gedanken. Denn wenn der Tee aus war, holte das Mädchen einen neuen von seinem bestimmten Laden und der Kommis dort war auch kein bißchen böse über den Verbrauch, er lächelte freundlich und lief an die Tür. Im stillen hätte er es gerne so gut gehabt wie die gedankenlose Person.
Denn sie war eine gedankenlose Person. Bloß in einem bestimmten Fall machte sie sich ihre Gedanken. Denn wenn die Freundinnen bei ihr im Zimmer saßen und das Gespräch kam auf einen merkwürdigen Menschen, den etwa eine von ihnen kannte, dann hatte die es sehr wichtig und ging im Zimmer hin und her und wußte alles von ihm bis auf seinen Schneider.
Sie aber, von der wir insbesondere reden, hatte einen Freund, und er war merkwürdig in mehr als einer Beziehung. Sein Haar trug er lang. Gallischer Witz funkelte auf seiner Lippe. Kräftig war er und behend, er spielte Fußball und schrieb. Er hatte die Augen von einem hochherzigen Räuber.
Wer ihn kannte, der mochte nicht mehr von ihm weg, so einzigartig war er. Sie dachte, wenn ich anfinge, von ihm zu reden, so wäret ihr alle miteinander ganz krank vor Neid und möchtet ihn mir gerne ausspannen. Deswegen redete sie nicht von ihm.
Jeden Tag dachte sie, ist es nicht herrlich, was für einen unvergleichlichen Freund ich habe. Da wurde alles so reich, wenn er kam, und die Einfälle hüpften ihm nur so heraus. Er sprach eine Masse und legte sich hin im Sprechen, wie er sich bei jedermann hinlegte, und sie ließ ihn, wie jedermann ihn ließ und aus ihm ein Wesen machte.
Tat er es mit dem Gang wie ein Panther, mit seinem freien Hals, tat er es mit den Augen, in denen tief ein Rätsel steckte und an ihr ritzte, tat er es mit dem Lächeln, das übersprang? An ihn war sie verloren, es konnte gar kein anderer sein. Nachts liefen sie stundenlang zusammen in den Straßen herum. Eine solche Gewalt war in ihr, und der Mond war so schön, sie hätte den Mond aufessen können.
Aber sie durfte nur weiblichen Umgang haben, einen anderen hatte der Freund ihr verboten. Und so hing es nach einer Seite, denn sie hätte doch immer gern die gescheiten Menschen gekannt. „Eines Tages“, sagte er, „werde ich von dir gehn, dann ist immer noch Zeit für die anderen.“ Dann weinte sie. Er sagte es ihr oft vor, denn er dachte, das bin ich meiner genialen Veranlagung schuldig. Und so weit hatte er sie, daß sie solche Reden von ihm ertrug und ihn nicht verließ. Denn dies hatte er ihr eingefleischt, daß sie vor allen Dingen Nachsicht haben mußte mit seinen Schwächen.
Die Zeit verging, die Mark fiel, die Freundinnen blieben aus. Es kam jener Tag, an den es ihr ging wie vielen, ihr kleines Kapital war nur noch sehr wenig wert. Diesmal z. B. konnte sie nicht mehr daran denken, sich was zum Anziehen zu kaufen. Sie fror im Zimmer, das nicht geheizt war. In der galoppierenden Armut fand sie sich nicht zurecht.
Sie hatte so wenig Wirklichkeitssinn. Sie war wie in einem großen Wald, aus dem sie nicht herausfand. Oder sie war wie ein Taubstummer auf der Straße, und wen sie in der ihr eigentümlichen Sprache ansprach, siehe, er ging weiter und machte sich nichts zu wissen von ihren ungelenken Zeichen. Was sie gelernt hatte, war brotlos. Sie wußte nicht, wie die Menschen sich untereinander bewegen und durch welche geheime Vergünstigung einer es so weit bringt, daß er seiner bestimmten und bezahlten Arbeit nachgeht. In ihrer Unkenntnis stellte sie sich das viel rätselhafter vor, als es in Wirklichkeit war, und da keiner ihr eine Anleitung gab, blieb sie immer verschreckter in ihren vier Wänden sitzen und scheute an den Menschen. Und jetzt war sie richtig ein Mädchen, dem es schlecht ging. Die Mark war schon wieder weniger wert.
Der Freund kam immer noch und tat, als merke er nicht, wie hungrig sie es hatte, so zartfühlend war er, und er rechnete es sich hoch an. Es war eben ein unvergleichlicher Freund, und es wäre nicht angegangen, ihn aus seinen inspirierten Zuständen in ihre Niederungen herabzuziehen, wo es sie auf den Boden preßte. Auch er lebte von der Hand in den Mund, blitzartig konnte er sich dann wieder helfen. Er nahm es nicht genau mit dem Gesetz, aber er zog sie da nicht hinein. Er sagte, „komm, wir gehen einmal wieder miteinander spazieren.“
Dann wußte sie immer eine Ausrede, bald war sie krank, bald war es ein anderer Grund, und jedenfalls mußte sie sich in ihrem Zimmer verhalten. Sie wollte aber nicht, daß er sich an ihrer Seite genieren müsse, für ihr altes Kleid. Wenn er mit ihr allein war, sah er von dem ärmlichen Kleid ganz ab, und alles rechnete er sich hoch an.
Da kam an einem merkwürdigen Tag eine frühere Freundin, über die man sich nie etwas gedacht hatte, und wollte nicht sagen, warum sie kam, sie nahm auch keinen Tee an und als sie ging, lagen auf dem Tisch zwei große, gelblich duftende Äpfel, die hatte sie mitgebracht. Unsere verschreckte Person saß lange da und sah sich ihre zwei Äpfel an, einen ganz roten Kopf hatte sie bekommen. Es überwältigte sie, daß man ihr in der galoppierenden Armut etwas schenkte und nicht einmal etwas dafür verlangte.
Sie roch an dem Apfel, und gerade an einem Apfel hatte sie schon lange nicht mehr gerochen, sie sagte sich vor, daß sie ihn ganz allein aufessen konnte, und aß. Dabei hielt sie ständig den anderen Apfel im Auge, als könnte er ihr ungefähr wieder genommen werden. Den wollte sie nämlich für den Freund aufheben, bis er einmal wieder kam.
Sie rieb ihn ab mit zärtlichen Händen, bis er überall einen gleichmäßigen Glanz annahm. Sie legte ihn in eine Schale, und wie er so darinnen lag in Erwartung dessen, für den er bestimmt war, war er für sie noch einmal so schön.
Sie konnte kaum die rinnende Zeit mehr ertragen, bis der Freund erschien. Sie wollte ihm an die Tür entgegengehn und sagen, ich habe lange nichts mehr für dich gehabt, jetzt komm nur schnell herein, heute habe ich was, das darf ich dir geben. In der Nacht sprang sie aus dem Schlaf heraus, ihr hatte geträumt, der Apfel war weg. Aber wie sie hinschaute, da lag er noch in seiner Schale, sie schlief gleich wieder ein.
Der Freund blieb lange aus. Sie ging vorsichtig um ihren Apfel herum, kein Hauch durfte ihn treffen, damit er nicht schneller verderbe. Du liebe Zeit, dachte sie, er wird richtig daherkommen, wenn es meinem Apfel schon schlecht geht.
Immer dringender wurde sie in eine törichte Sparsamkeit hineingetrieben. Als wieder einmal die Flasche leer war, hatte sie nicht einmal das Geld, um neuen Brennspiritus zu kaufen. Da gab es kein warmes Getränk mehr in den Leib, und an einem trüben Mittag aß sie einen rohen Suppenwürfel auf, der von früher noch dalag, wie er eingewickelt aus der Fabrik kam, und der Ekel machte sie ganz krank. Aber den Apfel rührte sie nicht an.
In der Nacht befiel den Mann, den sie kannte, ein Bedürfnis, mit ihr zusammen zu sein als mit einem Menschen, bei dem er sich gehen lassen konnte. Im grauenden Morgen warf er an ihr Fenster einen kleinen Stein und schreckte sie aus ihrem Schlaf auf. „Laß mich hinauf“, sagte er über die Straße hin, und als sie ihn unten stehen sah, war es für sie der große Moment. Er ging dann auf ihr Zimmer. Später legte er sich für einige Stunden auf ihr schmales Bett, sagte „ich bin müde.“
Sie stand selber auf, um ihn ungestört ruhen zu lassen, kleidete sich fröstelnd an. Sie stieß an einen Schuh, der da stand. Halbwach warf er sich herum, er verbat sich den Lärm. Gleich darauf versank er. Wie Adam sah er aus in seinem starken, unbekümmerten Schlaf. Sie schlug den Vorhang so über das Fenster, daß kein störendes Licht auf sein Bett fiel. Dabei knarrte der Boden, und sie befürchtete ihn zu wecken.
So blieb sie am Fenster stehn und rührte sich nicht. Wie ein Eindringling stand sie zaghaft in ihrem Eigentum. Sie zog sich auch keinen Stuhl herbei, sie befürchtete dabei ein kleines Geräusch.
Der helle Tag kam sehr stark hinter den Häusern herauf, bald schreckte da und dort ein Vogel auf und sang sich vollends in den Schlaf. Etwas später schrie schon eine ganze Schar vieltönig durcheinander. Immer wieder riß sie ihre Augen auf, weil sie ihr blind wurden vor Schlafbedürfnis, und daß sie sich hier mit Anstrengung des Leibes für ihn wach hielt, das war ihr gerade recht. Sie dachte, wie gut, daß mein Apfel noch schön ist.
Als er ausgeschlafen hatte, zog er sich gleich an und wollte ein Frühstück. „Bloß einen einfachen Tee“, sagte er, „daß man was Warmes in den Leib hat“, und er rechnete es sich hoch an. Tee wäre noch dagewesen, aber der Spiritus fehlte, und sie hatte für sich selbst nicht einmal ein Stück Brot.
Aber sie lachte mit einer tapferen Nachsicht über die eigenen kleinen Nöte. Sie stellte ihm die Schale mit dem einzigen Apfel hin. Noch freute sich sich daran, daß einem Leib, den sie liebte und der dampfend aus einem Bett stieg, die kühle in den Morgen duftende Frucht hingegeben werde. Erst vor seinem wartenden Blick erblaßte sie. Er wartete eine ganze Weile auf die Zutat, aber sie schloß keinen Kasten auf, ihm zu bereiten, was drinnen war, es lag ja nichts drinnen. Sie hielt die Hände noch so hin in der zagen Erwartung eines guten Wortes, das von ihm zu ihr kam, und eine langsame Röte stieg in ihr Gesicht, weil sie ganz arm war. Nie hätte sie ihm verraten, wie es um sie stand.
Da fing er an zu begreifen, daß er einen kalten Apfel in den nüchternen Magen hineinspeisen werde. Bei dieser Vorstellung fror er und merkte, daß das Fenster offen stand, und es war ihm zuwider. Er stand noch eine Weile herum, erzählte eine unklare Geschichte von einer Schwägerin, bei der es auch nichts gegeben hatte, und sagte es nicht direkt, daß der Apfel auf den leeren Magen für ihn eine Zumutung bedeute. Sie gab für ihr Verhalten keine Erklärung ab. Es war gar nicht so lange her, da hatte er eine Studentin mitgezogen ein ganzes Jahr, er hatte sie genährt und gekleidet, er hatte ihre Bude bezahlt. Das ging ins Auge, er kannte sich damit schon aus. Er würde es nie wiederholen.
Der Freund tat, was er sich vor einigen Minuten vorgenommen hatte, er ging und sagte noch, sie solle keinen Roman daraus machen. Nicht um die Welt hätte sie sich ihm erklären können, aber das Unglück hat ein Gesicht.
Etwas später ging das Mädchen durch dieselbe Tür. Sie hatte einen Apfel bei sich, den wollte sie einem Kind geben, damit wenigstens ein Mensch sich daran freue. Sie war schon so eine Person, die auf empfindsame Zusammenhänge ausging.
Es wurde in einem Kapitel bereits erzählt, von dem Roman von Leo Perutz, dessen Titel Ende der 20er Jahre zum geflügelten Wort wurde: „Wohin rollst du, Äpfelchen …“
Für die Menschen vor beinahe einhundert Jahren faßte „Wohin rollst du, Äpfelchen …“ alles zusammen, was sie bewegte, dem sie ausgesetzt waren: materielle Not, weltanschaulichen Wirrnissen, kurz auf den Punkt gebracht: mannigfachen Unsicherheiten …
Einhundert Jahre später, wieder in den zwanziger Jahren, diesmal aber an deren Beginn, sind es wohl wieder die gleichen mannigfachen Unsicherheiten, die die Menschen bewegen, denen sie ausgesetzt sind, von denen sie sich bewegen lassen, denen sie sich aussetzen … wohin werden sie diesmal das Äpfelchen rollen …
In dem vorangegangenen Kapitel unter diesem Titel als Maxime für jedes Land wurde gesagt, Politik beinhaltet auch, neue Formen der Wirtschaft zu denken, und es wurde ein Beispiel anhand einer Fluggesellschaft in Aussicht gestellt, was Politik tatsächlich etwa im Bereich der Wirtschaft heißt.
Es wird die Fluggesellschaft Austrian Airlines nicht das einzige Unternehmen sein, das nun auf die Idee kommt, die Gunst der Krise zu nutzen, um auf Kosten ihrer Mitarbeiterinnen …
„Ein paar der Pläne: Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, von Sozialleistungen und Jubiläumsgeldern, Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden, Abschaffung kollektivvertraglicher Erfolgsbeteiligungen. Die meisten Einschnitte sollen unbefristet gelten.“
„Einschnitte sollen unbefristet gelten.“ Also nicht nur für eine gewisse und kurze Zeit, um die derzeitige Krise zu bewältigen, sondern „unbefristet“, das heißt, auf Kosten der Mitarbeiter auf immer und ewig — —
Solche Pläne werden wohl – es will gar nicht gewußt werden, wie viele Unternehmen – etliche Unternehmen in ihren Tresoren haben, zum Begrüßen der von ihnen Willkommen geheißenen Krisen … Nur von Austrian Airlines sind diese bereits öffentlich bekannt. Nur, die Austrian Airlines Aktiengesellschaft prescht vor, schreitet dabei voran.
Gleichzeitig aber und zusätzlich will die Austrian Airlines AG eine Staatshilfe in Höhe von 800 Millionen Euro. Verhandlungen darüber soll es bereits mit der Bundesregierung in Österreich geben. 800 Millionen Euro Steuergeld. Das heißt auch, die Fluggesellschaft will ihre Belegschaft zweimal unbefristet schröpfen, einmal durch den direkten Zugriff auf ihr Gehalt, und ein zweites Mal durch den indirekten Zugriff auf ihre Steuerleistung.
Es sollen, wird auch berichtet, zwar Forderungen, Wünsche an die AG gestellt werden, zu welchen Bedingungen die AG die rund 800 Millionen Euro als Staatshilfe bekommen könnte.
Derartige Verhandlungen sind aber keine Politik. Bloße Fortsetzung, wie es immer gemacht wurde. Konservative Verwaltung der Vergangenheit. Denn. Es darf nicht vergessen werden, es sind gerade einmal zehn Jahre her, daß die Austrian Airlines AG 500 Millionen Euro Steuergeld bekommen hat. Kaum zehn Jahre später will sie wieder 800 Millionen Euro Steuergeld, und hat dafür eine willkommene Ausrede, diesmal diese Krise … Wie viele, wie wenige Jahre wird es dann wieder dauern, bis die AG wieder um mehrere Millionen Steuergeld …
Wenn es der Bundesregierung in Österreich dabei tatsächlich auch um die Erhaltung der Arbeitsplätze geht, wie es auch kolportiert wird, von einer Arbeitsplatzgarantie ist die Rede, die die Fluggesellschaft nicht abzugeben gewillt … wäre ein neuer Weg, ein politischer Weg wieder also, nicht mit diesem Unternehmen über ein weiteres Millionengeschenk zu verhandeln, sondern mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Austrian Airlines AG direkt zu sprechen, mit den siebentausend Menschen Neues auf den Weg zu bringen. Das, bei Berücksichtigung der Geschichte diese Fluggesellschaft, ein, wie es heutzutage zu formulieren so beliebt ist, mit Sicherheit nachhaltiger wäre.
Achthundert Millionen Euro nicht der AG zu überweisen, sondern die 800 Millionen Euro direkt an die siebentausend Mitarbeiter zu zahlen. Das wäre für jede Mitarbeiterin ein Startkapital von rund 114 Tausend Euro.
Ein Startkapital, das den Mitarbeitern ermöglicht, sich selbständig zu machen. Es kann davon ausgegangen werden, daß nicht wenige Mitarbeiterinnen Ideen haben, um eine eigene Firma zu gründen. Vorstellbar auch, daß etliche Mitarbeiterinnen sich zusammenschließen, um gemeinsam gleich größere Unternehmen zu gründen.
Firmen, Unternehmen, die nicht nur wieder, nun aber selbständige Arbeitsplätze für siebentausend Menschen sind, sondern Unternehmen, Firmen, die darüber hinaus viele weitere Arbeitsplätze schaffen würden, während das ehemalige Unternehmen, für das die siebentausend Menschen einmal arbeiteten, wohl in ihren Sparplänen auch Abbau von etlichen Arbeitsplätzen …
Vorstellbar auch, daß Vereinbarungen getroffen werden. Das Startkapital, wenn die von den ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin der Austrian Airlines AG gegründeten Firmen und Unternehmen in einigen Jahren liquide Unternehmen und Firmen geworden sind, zurückgezahlt wird, für die Rückzahlungen ein eigener Fonds geschaffen wird, der fortan dafür genutzt wird, Menschen Startkapital einfach und unkompliziert und ebenfalls zinsenlos zur Verfügung zu stellen, die sich selbständig machen wollen, Firmen, Unternehmen gründen wollen, statt weiter in Unternehmen zu arbeiten, die stets nur innovativ sind beim Ausarbeiten von Sparplänen auf Kosten der Belegschaft, die stets nur kreativ sind beim Abholen von Steuergeldgeschenken in regelmäßigen Abständen.
Es haben bereits andere sich dazu geäußert, und gemeint, dies sei eine Vernebelungsaktion der derzeitigen Bundesregierung in Österreich, daß die Regierungsmitglieder je ein Nettogehalt spenden an eine von ihnen selbst ausgewählte Organisation.
In Waidhofen, von wo der Präsident herkommt, nun braucht es keine Hellseherei, wer seine Spende bekommen wird, es braucht auch keine Hellseherei, wer die Spenden von den Regierungsmitgliedern bekommen wird …
Darum geht es aber ganz und gar nicht, welche Organisation jeweils die Spende bekommen wird, es wird eine Freundin oder vielleicht auch eine sein, die als Freundin noch gewonnen werden will …
Waidhofen … Es ist keine Nebelspende. Denn. Diese geringe Spendensumme macht noch keinen Nebel. Es ist bloß eine waidhofener Spende. Herzig, rührend, lieb ist so eine waidhofener Spende, das wäre diese, wenn sie bloß eine waidhofener Spende wäre, aber sie ist mehr als eine waidhofener Spende, sie ist die österreichische Politik, das heißt, die waidhofener Spende ist österreichische Politik, also keine Politik, die diese ohnehin nur für Momente war und sonst hauptsächlich Parteipolitik und nun noch tiefer: waidhofener Parteipolitik.
Ein Staat braucht keine Regierung und keinen Präsidenten, die spenden, sondern eine Regierung und einen Präsidenten der Politik.
Ein Staat braucht keine Regierung, die ein paar Tröpfchen, aus denen nicht einmal Nebeltropfen werden, spendet, ein Staat braucht eine Regierung der Politik.
Politik ist umfassend, Politik schließt vieles ein, beispielsweise auch neue Formen des Wirtschaften. Jedoch, wie im nächsten Kapitel an einem Beispiel, gezeigt werden kann, am Beispiel einer Fluggesellschaft, auch im Bereich der Wirtschaft keine Politik, nur das Fortführen des Alten, das Weitermachen des Vorgemachten …
„Es unterliegt keinem Zweifel, daß die große Masse der Abhängigen im heutigen Staatsleben in jeder Beziehung maßgebend ist, daß sie in allen Erscheinungen der Volkswirtschaft das ausschlaggebende Element bildet; sie ist der größte Produzent, der größte Konsument, der größte Steuerzahler und der größte Kapitalist.“
Gerade auch die Zahlen aus dem Tourismus bestätigen zusätzlich den Befund von Rudolf Diesel, der hier um diese aktualisiert werden darf, auch hinsichtlich des grammatischen Geschlechts …
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die große Masse der Abhängigen im heutigen Staatsleben in jeder Beziehung maßgebend ist, daß sie in allen Erscheinungen der Volkswirtschaft das ausschlaggebende Element bildet; sie ist die größte Produzentin, die größte Konsumentin, die größte Steuerzahlerin, die größte Kapitalistin und die größte Touristin.
Eine Berichtigung einer Formulierung von Rudolf Diesel ist ebenfalls erlaubt. Es ist zwar nach vor wie so, daß die sogenannte Masse, auch 120 Jahre später, als die „Masse der Abhängigen“ gesehen und geführt wird. Jedoch. Es entspricht ganz und gar nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Nicht die „große Masse“ ist die „Masse der Abhängigen“, sondern die Minderheit der Reichen und Reichsten ist die „Gruppe der Abhängigen“, tatsächlich ist das „eine Prozent“ die tatsächliche „Masse der Abhängigen“.
So darf der Befund von Rudolf Diesel noch eine weitere Anpassung erfahren.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die große Masse der Unabhängigen im heutigen Staatsleben in jeder Beziehung maßgebend ist, daß sie in allen Erscheinungen der Volkswirtschaft das ausschlaggebende Element bildet; sie ist die größte Produzentin, die größte Konsumentin, die größte Steuerzahlerin, die größte Kapitalistin und die größte Touristin.
Wie maßgebend die große Masse der Unabhängigen im heutigen Staatsleben in jeder Beziehung in jedem Land ist, belegen auch die Zahlen aus dem Tourismus. Hierfür als Beispiel genommen die österreichischen Zahlen. Es ist die große Masse der Unabhängigen, die Jahr für Jahr nach Österreich kommen, ihr Geld in Österreich in einem unvorstellbaren Ausmaß ausgibt, sie einen großen Anteil daran hat, daß Österreich zu den reichsten Ländern der Welt zählt. Hingegen, würde es je tatsächlich ins Gewicht fallen, wenn die Minderheit der Abhängigen nicht nach Österreich käme?
„Die direkte und indirekte Wertschöpfung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft macht pro Jahr rund 59,2 Milliarden Euro aus, das sind 15,3 % des BIP. Die Gesamtausgaben aller Urlaubsgäste, Geschäftsreisenden und Tagesbesucher in Österreich betragen 42,5 Milliarden Euro. (Zahlen aus 2018 lt. Statistik Austria, WIFI und Tourismussatellitenkonto)“
Ein Tippfehler kann bleibenden Wert erhalten. Wie etwa jener Fehler, der einem Drucker passierte, als er einen Vers von W. H. Auden (der übrigens im gleichen Ort lebte wie Josef Weinheber, in einem niederösterreichischen) durch einen einzigen anderen Buchstaben veränderte. Wystan Hugh Auden beließ seinen Vers
„And the poets have names for the sea.“
aber fortan in der Tippfehlerfassung des Druckers:
„And the ports have names for the sea.“
Ob es tatsächlich bloß ein Tippfehler war oder vielleicht doch eine bewußte und vornehm zarte Verbesserung der Zeile von Auden — das wird ein ewiges Geheimnis des Druckers bleiben.
Wie aber kommt es zu Tippfehlern? Schludrigkeit? Ja, durchaus. Gerade von Wien aus ist es aber nicht ungewöhnlich, nach der Bedeutung von „Versprechern“ zu fragen, was sich hinter einer sprachlichen Fehlleistung alles verbergen könne, so kann auch nach der Bedeutung von Vertippern gefragt werden, schließlich können auch diese sprachliche Fehlleistungen sein.
Sind es einzelne Sätze aus dem Roman, die das unbewußt auslösten, „Kurtz“ statt „Kurz“ zu schreiben? Welche Sätze könnten dafür verantwortlich sein? Diese vielleicht, die hier als Ende des Kapitels zitiert werden?
Was auch immer den Tippfehler verursachte, oder, nicht den Tippfehler auslöste, Zeit ist vergangen, bei der Beschäftigung mit einem Tippfehler, einstweilen wird es Mittag, den Nachmittag dann mit dem Hinausschauen auf die Marienthalstraße …
Im Roman heißt es, er, Kurtz habe nicht im geringsten zu schreiben verstanden („that Kurtz really couldn’t write a bit“). Von Kurz kann gesagt werden, er versteht es, auf eine besondere Weise zu lesen; wenn ein Wort nur irgendwie nach seinem Namen aussieht, wird es schon von ihm weiter verbreitet, und er braucht dazu kein einziges Wort zu schreiben.
„This visitor informed me Kurtz’s proper sphere ought to have been politics ‚on the popular side‘. ‚[B]ut heavens! how that man could talk. He electrified large meetings. He had faith – don’t you see? – he had the faith. He could get himself to believe anything – anything. He would have been ap splendid leader of an extreme party.‘ ‚What party?‘ I asked. ‚Any party,‘ answered the other. ‚He was an – an – extremist.‘ Did I not think so? I assented.“
„Dieser Besucher erklärte mir, der Kurtz angemessene Wirkungsbereich sei die Politik gewesen, ‚ihre volkstümlichere Seite‘. ‚[D]och, Himmel! wie dieser Mann reden konnte! Er riß große Versammlungen mit sich fort. Er war erfüllt von Glauben – verstehen Sie? – erfüllt von Glauben. Er brachte es fertig, an alles zu glauben – alles. Er hätte einen glänzenden Führer einer extremistischen Partei abgegeben.‘ ‚Welcher Partei?‘ fragte ich. ‚Jeder beliebigen Partei‘, antwortete der andere. ‚Er war ein – ein – Extremist.‘ Ob ich nicht dieser Ansicht sei? Ich bejahte.“
„Tatsächlich sagte der Direktor später, die Methoden des Herrn Kurtz hätten den Distrikt zugrunde gerichtet. Ich enthalte mich einer Meinung in diesem Punkt, aber ich möchte euch darüber nicht im unklaren lassen, daß das Vorhandensein der Köpfe dort nicht eigentlich etwas mit Gewinst zu tun hatte. Sie zeigten nur an, daß Herrn Kurtz jegliche Hemmung in der Befriedigung seiner mannigfachen Lüste abging, daß ihm etwas fehlte – eine Winzigkeit, die, im Ernstfall, unter seiner großartigen Beredsamkeit nicht zu finden war. Ob er selbst um diese Unzulänglichkeit wußte, kann ich nicht sagen. Ich glaube, ihm kam sie zum Schluß doch noch zu Bewußtsein – ganz zum Schluß. Doch die Wildnis hatte ihn früher durchschaut und fürchterliche Rache an ihm genommen für diesen spukhaften Überfall. Ich denke, sie hat ihm Dinge über ihn selber zugeflüstert, die ihm unbekannt waren, Dinge, von denen er gar keinen Begriff hatte, ehe er mit dieser großen Einsamkeit zu Rate ging – und das Geflüster hatte sich als unwiderstehlich bestrickend erwiesen. Es hallte laut in ihm wider, weil er im Innersten hohl war …“
„‚I am not disclosing any trade secrets. In fact, the manager said afterwards that Mr Kurtz’s methods had ruined the disctrict. I have no opinion on that point, but I want you clearly to understand that there was nothing exactly profitable in these heads being there. They only showed that Mr Kurtz lacked restraint in the gratification of his varous lusts, that there was something wanting in him – some small matter which, when the pressing need arose, could not be foundt under his magnificent eloquence. Whether he knew of this defiency himself I can’t say. I think the knowledge had found him early, and had taken on him a terrible vengeance for the fantastic invasion. I think it had whispered to him things about himself which he did not know, things of which he had no conception till he took counsel with this great solitude – and the whisper had proved irresistbly fascinating It echoed loudly within him because he was hollow at the core …“
„The manager came out. He did me the honour to take me under the arm and lead me aside. ‚He is very low, very low‘, he said. He considered it nesessary to sigh, but neglected to be consistently sorrowful. ‚We have done all we could for him – haven’t we? But there is no disguising the fact, Mr Kurtz has done more harm than good to the Company.“
„Der Direktor trat heraus. Er erwies mir die Ehre, seinen Arm unter den meinen zu schieben und mich beiseite zu führen. ›Er ist sehr matt, sehr matt‹, sagte er. Er hielt einen Seufzer für angebracht, versäumte jedoch, eine entsprechend bekümmerte Miene aufzusetzen. ‚Wir haben für ihn alles getan, was in unserer Macht stand – oder nicht? Aber es läßt sich nicht verhehlen, daß Herr Kurtz der Handelsgesellschaft mehr geschadet als genutzt hat.'“
„Unter der Rubrik ‚Gesundheit‘ finden sich interessante Fakten zu aktuellen Sterbezahlen im Jahr 2020 für die ganze Welt (Stand Sonntag, 19. April, 9.20 Uhr):
Tote durch saisonale Grippe 145.711 Tote durch Krebs 2.460.184 Tote durch Malaria 293.822 Tote durch HIV/Aids 503.561 Tote durch Rauchen 1.497.460 Tote durch Alkohol 749.205 Tote durch Selbstmord 321.223 Tote durch Abtreibung 12.733.850
Covid-19-Verstorbene im Vergleich
Dazu die offiziellen Zahlen zu den Toten durch Covid-19: 160.818 – weltweit. Dabei muss hinzugefügt werden, dass unklar ist, ob diese Menschen an oder mit dem Coronavirus verstorben sind. In den allermeisten Fällen lagen schwerwiegende Vorerkrankungen vor, die die erwartbare Lebensdauer der Betroffenen jedenfalls stark beeinträchtigten.“
In der Quelle, die von der Website der für kurz gewesenen Regierungspartei und nach wie vor eine der Parlamentsparteien seiende Fraktion gesinnungsgemäß herangezogen wird für ihren Zahlenvergleich wird jedoch nicht geschrieben „Tote durch Abtreibung“, sondern nur „Abtreibungen“, angeführt also, wie viele „Abtreibungen“ es bisher im Jahr 2020 gab.
Jedoch diese von der Website der Parlamentspartei gesinnungsgemäß mißbrauchten Quelle enthält aber Zahlen, an die immer wieder zu erinnern ist, ohne diese aber damit in einen Vergleich mit den „Toten durch Covid-19“ je zu setzen, ohne je die geringste Gegenrechnung anzustellen.
Es sind Zahlen des Elends, der Not, des Todes, jedoch ohne Maßnahmen in diesem totalen Ausmaß wie jetzt zur Eindämmung der Pandemie Covid-19, keine Maßnahmen in dieser Absolutheit, um das Elend endlich zu beenden, um die Not endlich aus der Welt zu bringen, das durch Elend und Not in Kauf genommene unnatürliche Sterben endlich und endgültig zu beenden.
Ein paar Zahlen dazu, Stand in der Frühe des Tages 20. April 2020, aus der von der gesinnungsgemäß zensurierten Website mißbrauchten Quelle:
„9,663 People who died of hunger today“ – Heute, am 20. April 2020 um 7.15 Uhr, 9.663 an Hunger gestorbene Menschen …
„733 Deaths caused by water related diseases today“ – Heute, am 20. April 2020 um 7.35 Uhr, 733 Tote durch wasserbedingte Krankheiten, durch verseuchtes, krankmachendes Wasser …
„842,410,901 Undernourished people in the world“ – 842.410,901 unterernährte Menschen weltweit im Jahr 2020 mit Stand 20. April 2020 um 7.50 Uhr …
„801,788,523 People with no access to a safe drinking water source“ – 801.788.523 Menschen mit keinem Zugang zu einer sicheren Trinkwasserquelle, zu sauberem Trinkwasser …
„889 Deaths caused by malaria today“ – 889 Tote durch Malaria allein heute, am 20. April 2020 um 8.00 Uhr, im Laufe dieses Tages werden noch mehr an Malaria sterben. Die davon am meisten betroffenen Menschen leben in Afrika. Rund neunzig Prozent der Malaria-Erkrankungen, Malaria-Todesfälle in Afrika, das weisen die Statistiken der letzten Jahre aus …
„301 Deaths of mothers during birth today“ – 301 Frauen sind bei der Geburt ihres Kindes heute gestorben, am 20. April 2020 um 8.35 Uhr. Wie bei der Kindersterblichkeit muß auch bei der Müttersterblichkeit nicht besonders hervorgehoben werden, wo auf der Welt die meisten Frauen während Schwangerschaft und Geburt sterben …
„12,038 Communicable disease deaths today“ – 12.038 Tote durch Infektionskrankheiten heute, am 20. April 2020 um 8.15 Uhr, zu den mehrere Dutzend umfassenden Infektionskrankheiten zählt auch Covid-19 …
„465 Seasonal flu deaths today“ – 465 Tote durch saisonbedingte Grippe heute, am 20. April 2020 um 8.25 Uhr …
Ach, wie wird bereits davon gesprochen und geschrieben, jetzt, beispielsweise auch in Österreich, wo alle sich von Covid-19 bedroht wähnen, während alle tatsächlich nur betroffen sind von den Maßnahmen der Regierung, aus jeder Krise könne etwas gelernt werden, jede Krise sei auch eine Chance, was werde aus dieser Krise gel…
Auf der „Viennale“ die Vorführung von „State funeral“ von Sergei Loznitsa. Auch in Wien also wurde bereits „Staatsbegräbnis“ gezeigt, der gesamte Film nur aus Archivmaterial von den Begräbnisfeierlichkeiten für Josef Wissarionowitsch Stalin.
Ein Film als endgültige Beerdigung jedweden Personenkults.
Einem Kind aber ist die „Hausaufgabe“ auf eine Weise gelungen, wie diese wohl nicht beabsichtigt war, von diesem Medium, wenn dieses Medium überhaupt mit einer durchdachten Absicht die „Hausaufgabe“ erteilt hat, außer der Absicht, ihm aufgedrängt durch das mit der Nase des Herrn Karl Errochene, dieses Mannes Wohlwollen sich zu sichern, den forcierten, massiven und aggressiven Personenkult, den es vor 1945 und auch vor 1938 auf dieser Scholle gab, auszubuddeln,einem Kind ist wohl das endgültige Portrait dieses Personenkults gelungen, das Kind zeichnete ihn mit einem blauen Rumpf, mit einem blauen Mund.
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