Zwei Reden aus dem Mai ’20 sind es, die es gilt aufzubewahren.
Das ist die erste Rede aus dem Mai.
Es sind Reden, die es den kommenden Generationen leichter machen werden, die Zeiten von Corona I zu beurteilen. Alexander Van der Bellen spricht diese selbst an …
„Ich glaube daran, dass die Generationen nach uns, dies als jene Zeit sehen werden, die unsere guten Eigenschaften zum Vorschein gebracht hat.“
Vertieft in schwere Gedanken, die Augen voller Sorgen um Österreich, werden dem Bundespräsidenten die unmißverständlichen Worte „unserer guten Eigenschaften“ und dieser „arbeitsfrohe“ und „hoffnungsreiche“ Plakatruf „Mutig in die neuen Zeiten!“ in der Gasse unweit seiner Wohnung nicht aufgefallen sein, vielleicht bei einem gemeinsamen Spaziergang durch diese Gasse seinem Hund, der vielleicht gerade an diesen Liftfaßsäulen schnupperte und, wie es so ansprechend umschrieben wird, sein Geschäft … Was wohl sein Hund dazu sagte, wenn er lesen und sprechen könnte ….
„Mutig in die neuen Zeiten, Frei und gläubig sieh uns schreiten, Arbeitsfroh und hoffnungsreich.“
Es sollen die von Alexander Van der Bellen nicht mehr deklamierten Verse dieser letzten Strophe nicht vorenthalten werden, ebenso großartig, ebenso vielbeneidet von der ganzen Welt …
„Einig lass in Jubelchören, Vaterland, dir Treue schwören, Vielgeliebtes Österreich. Vielgeliebtes Österreich.“
Übrigens. Es gab einen Fernsehfilm in drei Teilen mit dem Gesamttitel „Mutig in die neuen Zeiten“. Vor etwa fünfzehn Jahren. Der erste Teil von „Mutig in die neuen Zeiten“ hat den Titel „Im Reich der Reblaus“ …
Varianten von diesem Titel wird es geben, manche werden einen kürzeren Titel wählen: „Ich, Held“ oder radikal kurz: „Ich Held“.
Vielleicht auch in der Variante: „Wir waren Vorbild“ …
„Wir waren Vorbild“ … Und auf dem Umschlag dazu groß ein Bild, wie sie tapfer aufmarschieren, damals, in den kurzen Zeiten von Corona I, mit angelegten Masken über Mund und Nase, mutig ihre Bunker mit Terrassen und Gärten verließen, ihre Sicherheit wagemutig aufgaben, um hinter Glas ihren Meldedivisionen, die im respektvollen Abstand zu ihnen Aufstellung nahmen, bekanntzugeben, was diese dem Volke …
Einer wird seiner Autobiographie allerdings nicht so betiteln können. Aber er trat auch nicht mit Maske und hinter Glas auf, er sprach nicht von einem „Wiederaufbau“, sondern gelassen und nüchtern bloß davon, es müsse der „Umschwung“ geschafft werden. Er gab auch keine Kommandos bekannt, teilte keine Kommandos aus, er diskutierte in einer Fernsehsendung an einem Tisch mit seiner Interviewerin, kein Glas schnitt den Tisch entzwei, keine Masken verbargen ihre Gesichter voreinander.
Er war aber auch nicht in Österreich Wirtschaftsminister, sondern in Deutschland.
So wäre es gewesen, wie in Österreich wäre es in Deutschland gewesen, Ehrlichkeit dem Volke …
„Umschwung“ … Selbstverständlich ist auch ein „Umschwung“, der herbeigeführt werden muß, mit Arbeit verbunden, mit Schwierigkeiten, mit Herausforderungen, und doch war es von diesem Heldenlosen nicht nur, dass er den Helden verweigerte, er stufte es auch noch herab auf einen „Umschwung, er verniedlichte, redete die schier unmenschlich zu erbringenden Leistungen auch noch klein, verniedlichte, was wirklich nach Corona I zu tun war, nämlich ein „Wiederaufbau“ …
Das war die Wahrheit in ’20. Das war die Wahrheit, die der Wirtschaftsminister in Deutschland den Menschen verheimlichte, verniedlichte mit seinem Wort von dem „Umschwung“.
In Österreich hingegen wurde dem Volke die Wahrheit zugemutet. Wie auch anders? Wurde doch in Österreich der Satz von der Wahrheit, die den Menschen zumutbar, geboren. Seitdem ist dieser Satz in Österreich allen erstes Gebot. Von den Höchsten im Staate bis zu …
Und das Volk in Österreich hätte sich auch nicht belügen lassen. Es weiß, wie ein Land aussieht, das wieder aufgebaut werden muß. Ein Land in Schutt und in Asche, ein zertrümmertes Land, am 8. Mai ’20 führten die über alle Medien verbreiteten Bilder dem Volke in Österreich das eindrücklich vor Augen …
„Was mich so sicher macht? Uns ist das schon früher gelungen. Nicht nur für uns, sondern für einander. So werden wir auch diesen Wiederaufbau hinbekommen.“
Sogleich sprachen und schrieben es ihm alle nach, in diesem Österreich der zugemuteten Wahrheit, aus allen Redaktionen, ganz gleich, wo diese eingemietet, ob in der Hofburg, ob in Krähwinkel, das Wort vom „Wiederaufbau“ wurde in das Land …
Wie sicher sich doch dieser Mann – aus dem Volke oder vom Volke gewählte? – sein konnte, es wieder hinzubekommen, was schon einmal gelungen … Was war das doch ’45 für eine leichte Übung, mit dem BIP-Rückgang von 59 Prozent, damals war nur ein „Umschwung“ zu schaffen. Auch ’09 nach der Finanzkrise mit dem BIP-Rückgang von 3,8 Prozent in Österreich war kein „Wiederaufbau“ … Hingegen in ’20 mit seinem berechneten BIP-Rückgang von 5,5 Prozent.
Wie aufmerksam Dr. Ferdinand Wegscheider lauscht, wie er seine Augen von Professor Dr. Sucharit Bhakdi nicht lassen kann.
Und das ist nur allzu verständlich.
Wer blickte nicht traurig auf den eigenen Großvater zurück, der nicht wie Sucharit Bhakdi war. Wer träumte nicht für die eigenen Kinder, der eigene Vater würde ihnen ein Großvater wie Sucharit Bhakdi sein. Ein Großvater so recht ganz wie Sucharit Bhakdi mit seinem ihn gleich ins Herz schließenden G’schau, mit seiner lieblichen Art, mit seiner gleich für ihn einnehmenden Stimme, die er auf eine so ruhige und bedächtige Weise einzusetzen weiß, was immer er mit ihr auch erzählen mag, allein der Ton seiner Stimme erschafft gerade Kindern eine Welt der Geborgenheit, der sie so bitter bedürfen, die es ihnen ermöglicht, schnell und sorglos und zufrieden einzuschlafen, im sicheren Wissen, ihr Großvater sitzt wachend auf ihrem Bette.
Wer also könnte Kindern nicht einen solchen Großvater wünschen, einen Sucharit Bhakdi.
Einen, der die Kinder mit Zuversicht in die Zukunft schauen lassen kann, der ihnen lebendes Beispiel ist, alles im Leben werden zu können, wie reich das Leben einem Menschen sein kann, das in jedem Lebensalter geändert werden kann, es im Leben eines Menschen niemals zu spät ist, ein anderer zu werden.
Auch in dieser Gewißheit können Kinder sich dem Schlaf unbesorgt und schnell anvertrauen, sitzt Sucharit Bhakdi an ihrem Bette. Der Großvater, dessen Berufsleben die Mikrobiologie war, Forschung zur Atherosklerose betrieb, und nun nach acht Jahren in seinem Rentnerdasein aus seinem Zimmer gehen kann, als Experte für Recht und Verfassung.
Wie staunend, wie Kinder sonst nur staunen können, sitzt Ferdinand Wegscheider in größter Zuneigung ganz nah bei Sucharit Bhakdi, um ja kein Wort von ihm zu überhören, aufmerksamst seiner Vorlesung über das Gesetz zu lauschen. Diesmal hat Sucharit Bhakdi das Strafgesetz für seine Vorlesung ausgesucht und seinem ihm treu ergebenen Schüler einen Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch der Republik Deutschland fein säuberlich herausgeschrieben:
„Strafgesetzbuch (StGB) § 240 Nötigung
(1) Wer einen Menschen rechtswidrig durch Drohung mit einem empfindlichen Übel (bis zu 5000 Euro in Bayern) zu einer Handlung nötigt (Mundschutz tragen), wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
(3) Der Versuch ist strafbar.
[…]“
Nicht nur Ferdinand W. ist ganz fasziniert von der Rechtsvorlesung des zum Juristen gewordenen Mikrobiologen, sondern auch Kamera und Regie dieser Sendung, die sofort das Blatt, von dem Sucharit Bhakdi liest, groß ins Bild bringen. Vielleicht haben sie Kinder, die Rechtsanwälte, Richterinnen werden wollen, aber sie sind mit den Berufswünschen ihrer Kinder nicht einverstanden, vielleicht sogar unglücklich darüber, wollen ihnen das schon lange ausreden, sähen es vielleicht gerne, daß sie beispielsweise auf dem Gebiete der Mikrobiologie Karriere machten, und nun, mit Sucharit Bhakdi, hätten sie einen schlagenden Beweis, Rechtsexpertinnen könnten sie immer werden, sogar im Rentenalter noch.
Das Erzählen von Gutenachtgeschichten wird aber erst zur schönsten Zeit am Tag, wenn sie es nicht für die Kinder allein ist, sondern auch für die Erzählenden. Damit auch der Großvater daran sich in Liebe als seine schönste Zeit in seinem späten Leben erinnern kann, müssen sich Kinder auch aktiv beteiligen, den Großvater Fragen stellen, die Gutenachtgeschichte selbst allenthalben weiterspinnen. Vielleicht, und deshalb sein rührseliger Blick, dachte Sucharit Bhakdi bei seinem Interview mit Wehmut an seine Kinder zurück, die nie, wenn er ihnen Gutenachtgeschichten erzählte, etwas fragten, nie etwas zum Fortgang der Geschichten beitrugen, so wie es Ferdinand Wegscheider in diesem Interview tut, als er, Bhakdi, die Geschichte offenließ, ob Bill Gates für die Verbreitung — oh, wie springt da Ferdinand W. auf und ein, bringt diesen Strang der Geschichte zu einem märchenhaften Ende … es muß spätestens zu diesem Zeitpunkt des Interviews, vielleicht auch deshalb sein liebevoller Blick, Ferdinand W. ihm so recht lieb geworden sein und vielleicht nennt Sucharit Bhakdi seitdem Ferdinand Wegscheider für sich im Geheimen einfach nur noch Ferdinand, mein lieber Ferdinand …
Ach, darauf darf nicht vergessen werden, auf den Rat für alle, die gute Großväter und selbstverständlich auch gute Großmütter werden wollen, die von ihren Enkelkindern und noch von ihren Urenkelkindern für ihre Gutenachtgeschichten bewundert und geliebt werden wollen. Eine Gutenachtgeschichte zeichnet vor allem aus, daß sie von dem erzählt, was es in der Wirklichkeit gibt, und mehr noch, was es in der Wirklichkeit nicht gibt. In diesem Sinne ist Sucharit Bhakdi das role model eines Großvaters. Er erzählt, was es gibt. Es gibt das Strafgesetzbuch in Deutschland mit dem Paragraphen 240.
„(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist. (3) Der Versuch ist strafbar.
[…]“
Wie karg dieser doch ist. Was wäre er bloß für ein Großvater, den Kindern nur von einer armen Wirklichkeit zu erzählen. Es doch die Pflicht geradezu der Großväter ist, den Kindern die Wirklichkeit umzuschreiben, ihnen die Welt reicher zu machen …
PS Vor Jahrzehnten stellte Simone Weil kurz und klar fest: „Fakten kosten Mühe, Fiktionen nicht.“ Keine Sorge. Es will Ihnen hier keine Mühe gemacht werden. Wenn Sie aber ihren Kindern erzählen möchten, wie sie nach einem langen Leben als Forscherinnen für dies und das doch noch Expertinnen für Recht und Verfassung werden können, dafür immer noch Zeit bleibt, dann kann Ihnen dafür empfohlen werden: „SWR3 – Faktencheck“ — vom Mikrobiologen zum Verfassungsjuristen im Rentenalter …
Ehe auf den Plan eingegangen wird, muß doch lobend herausgestellt werden, diese gelebte Transparenz in Österreich: welche Informationen dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich entscheidend das Denken formten …
„She recounted a conference call she joined with doctors in Lombardy and Emilia Romagna in the first week of March: “They said, it’s like war going on here,” she said. “That kind of discussion was super important. Beyond just reading about all this stuff, nothing is actually like talking to the people, looking at them in the video, seeing the sense of urgency. That informed a lot of our actions.” The information was crucial in shaping Mr Kurz’s thinking, she said. Austria restricted gatherings on March 10 and went into full lockdown on March 16.“
Wie häßlich ist tatsächlich das Lesen nur, wie schön hingegen das Reden mit Leuten, sie auf dem Video dabei anzuschauen, mit einem Gefühl der Dringlichkeit …
Jetzt aber wirklich. Zum Plan. Von ihr zwar nur kurz, aber doch klar skizziert …
“We’re a small country, but we can learn from everybody and we do not think that we know everything,” Ms Mei-Pochtler told the Financial Times in an interview.
European governments will have to foster a sense of individual agency among their citizens in order to manage the crisis after lockdowns end, she said. “You need to create a sense now . . . of personal responsibility.” She believes technology such as contract tracing apps will be vital and European societies will be challenged by the need to balance public health with tools “on the borderline of the democratic working model”.
Making the downloading and use of a contact tracing app a criterion for access to the country for foreign tourists is one option being considered to encourage visitors without endangering public health. The government has ruled out making the app mandatory for Austrians, but hopes that many citizens will voluntarily use it as its benefits become clear. “This will be part of the new normal. Everyone will have an app. I think people will want to control themselves,” Ms Mei-Pochtler said. “You cannot manage a pandemic top down forever. You need to manage it from the bottom up.”
She has also been put in charge of the “future operations clearing board”, which will oversee Austria’s normalisation of public life after the pandemic.
After lockdowns and after the pandemic
Nach den Ausgangssperren und nach der Pandemie soll so weitergemacht werden wie bisher, nicht von oben nach unten zu managen, sondern, wie bisher so eindrücklich schon, von unten nach oben zu steuern.
The plan for a brave new normality ist um seinen Mittelpunkt rundherum gezeichnet, dieser Hauptpunkt ist der Wille zum Überzeugen. Das Überzeugen ist erster und einziger Ausgangspunkt, das Überzeugen ist der Dreh- und Angelpunkt, daß dieser Plan überhaupt funktionieren kann.
Alle sind überzeugt von der persönlichen Verantwortung.
Alle sind überzeugt, es ist ihr eigener Wille und es ist ihr eigenes Wollen, sich selbst zu kontrollieren.
Alle sind klar von ihrem freiwilligen Gebrauch überzeugt, von den für alle damit einhergehenden Vorteilen.
Alle sind überzeugt, von den „tools on the borderline of the democratic working model“.
Alle sind davon überzeugt, daß die Demokratie weiterhin das working model ist, ein tool, eine engineering simulation software zum Perfektionieren der Simulation von Demokratie mit dem geplanten Endziel der eigenständigen, eigenverantwortlichen und automatisierten Selbstoptimierung der Simulantin, die in diesem Arbeitsmodell mit dem Namen Demokratie codiert, zur absoluten Simulation von Demokratie …
Wenn alle davon schließlich überzeugt sind, ist der Plan Tat, Wirklichkeit, Normalität.
Das heißt:
Alle setzen freiwillig aus persönlicher Verantwortung zu eigenen Vorteilen die Kontrolle die dafür zur Verfügung gestellten Gerätschaften des Grenzwertigen selber ein.
Ein hervorragender Plan.
Ein überzeugender Plan.
Ein Plan, der Zustimmung findet. Breiteste Zustimmung.
Und wie breit die Zustimmung zu diesem Plan bereits nach wenigen Tagen ausfällt, das belegen auch die vielen, vielen Rückmeldungen, die Ansuchen. Denn. Kaum ist der Plan bekannt, meldet sich bereits everyone, melden sich unablässig alle im Bundeskanzleramt, bekunden alle ihren Allwillen, ihre uneingeschränkte und unbefristete Bereitschaft zur Planumsetzung, zur freiwilligen Tat, die Österreich zur Weltspitze werden lassen soll in der Vernichtung des Coronavirus.
Dermaßen davon gerührt schauen manche, wird erzählt, verklärt aus einem Fenster im Bundeskanzleramt und sagen still in sich hinein: „So sind wir!“
Alle, alle, alle melden sich, um mitzuwirken beim Ausschalten von allen Ansteckungsgefahren, gleichgültig wie groß oder klein die Gefahr einer Ansteckung je sein mag, auch die geringste Ansteckungsgefahr muß beseitigt werden. Darin sind sich alle einig und fühlen, sie sind eine Gemeinschaft, eine einzig große Gemeinschaft, mehr noch, eine echte Dinggemeinschaft.
So melden sich also seit der Veröffentlichung des Plans die Türklinken, die Oberflächen von Tischen, die Einkaufswägelchen, Autos, Münzen, Geldscheine, Kreditkarten, Vorteilskarten, Personalausweise, Stuhlflächen, Augengläser, oh, es können gar nicht alle aufgezählt werden, die sich jetzt melden, einfach sich melden müssen, weil sie wissen, auch auf ihnen klebt das Virus, weil sie wollen, daß verfolgt werden kann, die Bankomatkarte, die informieren will, mit welchem Fahrscheinautomaten sie Kontakt, wer wen wann wo angesteckt, welche Hose bei einem Fahrgastsitz etwa in einem Bus, welche Maske an einem Straßenschild, um die Ansteckungskette zu sprengen, die notwendige Quarantäne zu veranlassen, sie alle melden sich nun mit dem Ersuchen im Bundeskanzleramt, ihnen rasch und auf dem berühmten kurzen Wege ein Smartphone auszuhändigen, um die dafür notwendige App endlich installieren zu können. Und dann mit umgeschnallten Smartphones, bis auf die Bytes bewaffnet, überall bereit, wo immer sie hingestellt, aufgebaut, in ihren Stellungen gegen … Auch die Smartphones selbst stehen nicht an, ein Smartphone mit dieser Digition ausfassen zu wollen, denn gerade Smartphones wissen nur zu gut, was alles an ihnen klebt, welche Ansteckungsgefahren von ihnen …
„Der nicht nur einer unserer Integrationsbotschafter ist, und ein, ja nicht nur ganz herausragender Kreativer, sondern auch ein sehr erfolgreicher Unternehmer.“
wurde bereits vor längerer Zeit geäußert, also lange bevor spezielle Partys in Zeiten wie diesen gefeiert werden, von einem Kunden, als er Außenminister war …
Was aber von Interesse ist, wie ein Unternehmen gesehen wird, beispielsweise wie ein Wirtshaus von seiner Kundschaft bewertet wird und wie das gleiche Wirtshaus von seinen Mitarbeitern bewertet wird.
Es geht der stellvertretenden Generalsekretärin der ÖVP um den Begriff „Rollkommando“. Und sie kann nicht anders, als in der Sekunde, „Rollkommando“ auf die madigen zwölf Jahre oder auf die noch madigeren sieben Jahre des deutschen reiches in Österreich zu beziehen und große Erschütterung zeigen. Wie auch anders? In Österreich. Österreich, von dem gesagt werden kann, es hat tatsächlich einen äußerst schwächlichen, mehr noch, einen chronisch kranken Körper, wenn es Österreich in fünfundsiebzig Jahren nicht geschafft hat, die in ihm eingenistete Made in der Kürze von sieben Jahren endlich ausgeschieden zu haben.
Dabei hätte die stellvertretende Generalsekretärin der ÖVP bei dem Begriff „Rollkommando“ zum Beispiel auch an einen Film denken können, mit Dean Martin, an einen Film, dem vor kurzem erst Quentin Tarantino, wie es so schön heißt, Tribut zollt in seinem Film „Once upon a Time in Hollywood“ … „Rollkommando“ kam 1968 in die Kinos, in einem Jahr also, kurz gesagt, das die stellvertretende Generalsekretärin noch nicht so bewusst wahrgenommen haben wird, die Programme, auch die der Kinos. Wofür sie nicht gescholten werden darf, ihre Eltern werden damals die sechsjährige Generalsekretärin nicht in „Rollkommando“ mitgeschleppt haben.
Ein weiterer Film, dessen deutschsprachiger Titel stets verwundert, aus dieser Zeit, dieser kam 1969 in die Kinos, 1968 wird Allen an dem wohl schon gearbeitet haben, ist „Woody, der Unglücksrabe“. Im Original heißt dieser aber: „Take the Money and Run“ … Eine Fortsetzung von diesem in diesen Zeiten würde wohl den Titel bekommen – Take the Money and Fly …
„[…] einen solchen Begriff, der für so viel Leid und Terror steht, in seinem Sprachgebrauch hat, ist erschütternd und völlig inakzeptabel. Auch nur daran zu denken, einen solchen Vergleich zu ziehen […]
NNS Der Begriff Nichts-Sage-Vergleich (NS-V) ist in diesem Zusammenhang vielleicht nicht gut gewählt. Wenngleich paradox, dennoch zutreffender scheint doch der Begriff AS-S: All-Say-Settlement, Alles-Sage-Vergleich …
Schwarz: Kurz schockiert mit unglaublichem NS-Vergleich
Obmann ist offenbar völlig außer Rand und Band
Wien (OTS) – Erschüttert zeigt sich die stellvertretende Generalsekretärin, Gaby Schwarz, über Sebastian Kurz Sager: Von Sebastian Kurz sind wir ja schon einiges an gewohnt, der Vergleich setzt allem bisherigen aber die Krone auf. Zu behaupten, drüberfahren, ist an Unverfrorenheit nicht zu überbieten und völlig unangebracht, betont Schwarz.
Dass Kurz einen solchen Begriff, der für so viel steht, in seinem Sprachgebrauch hat, ist erschütternd und völlig inakzeptabel. Auch nur daran zu denken, einen solchen Vergleich zu ziehen, offenbart Abgründe und wirft Zweifel auf, schließt Schwarz.
Worum es tatsächlich in dieser Presseaussendung geht, worüber tatsächlich die stellvertretende Generalsekretärin sich erschüttert zeigt, von welchem Begriff sie tatsächlich spricht, wen sie tatsächlich meint, ist im Kapitel „Kurz schockiert mit unglaublichem Nichts-Sage-Vergleich“, dessen Vorspann ihre etwas gekürzte Presseaussendung mit ausgetauschtem Namen lediglich ist, zu lesen.
Der Angelo-Soliman-Weg befindet sich auf einem kurzen Teil in der Mitte der Löwengasse. Die Löwengasse in Angelo-Soliman-Gasse umzubenennen, das wäre wohl zu viel des Guten …
So gibt es nun einen Angelo-Soliman-Weg auf dem letzten Teil der Löwengasse. Und es ist kein eigener Weg, es ist ein überdachter Durchgang in der Mitte der Löwengasse und mündet direkt in den Donaukanal. Mit dem Fluß an seinem Ende wirkt der überdachte Durchgang, Angelo-Soliman-Weg genannt, wie eine Verladerampe …
Warum von diesem Durchgang erzählt wird.
Es ist die Hinweistafel zu diesem Durchgang, die erklärt, wer Angelo Soliman war. Und auf dieser steht:
Angelo Soliman war nicht sein ganzes Leben lang ein Sklave. Es ist wahr, Angelo Soliman wurde als Kind zum Sklaven gemacht, er wurde als Sklavenkind auf ein Schiff gebracht, verschleppt, verschachert …
Was aber hätte sonst, werden Sie vielleicht fragen, auf eine solche Hinweistafel geschrieben werden können?
Vielleicht …
Angelo-Soliman-Gasse Ehemals Löwengasse
Angelo Soliman (1721-1796) Prinzenerzieher, Chef der Dienerschaft des Wenzel Liechtenstein, Gesellschafter des Kaisers Josef II., Vizezeremonienmeister, Hausbesitzer
Auf der Hinweistafel fände doch auch noch Platz für die Geschichte,
„Sein Körper beschlagnahmt, ausgestopft, im kaiserlichen Naturalienkabinett zu Wien als halbnackter Wilder mit Federn und Muschelkette zur Schau …“
was mit ihm nach seinem Tod gemacht wurde, zu was er nach seinem Tod in Österreich wieder …
„Mit dieser Soforthilfe ist unser Weg des Wiederaufbaus noch lange nicht abgeschlossen – ganz im Gegenteil: Er hat gerade erst begonnen.“
Als seine gesamte Rede hätte auch der oben zitierte Satz gereicht. Macht dieser wieder einmal allzu kenntlich, das Unverstehen von Wörtern, wie vor kurzem etwa Auferstehung … und in diesem Fall Wiederaufbau …
Das aber ist ohnehin bekannt. Es hätte nicht des weiteren Beispiels Wiederaufbau bedurft. Besonders nicht in diesem besonderen geschichtlichen Zusammenhang. So hätte er diese seine auf diesen Satz reduzierte Rede auf sein absolutes Maß noch weiter kürzen können.
So hätte er diese Rede am 27. April ’20 erst gar nicht halten müssen.
Was wäre das für eine Ersparnis gewesen. Auch in der Ökonomie dieses Romans. Zwei weitere Kapitel hätten nicht geschrieben werden müssen. Wie wird die Kritik darüber herfallen, noch zwei leergefüllte Kapitel, noch zwei Kapitel ohne Inhalt. Aber ein Roman der Wirklichkeit kann nur schildern, was es gibt …
„Sehr geehrte Österreicherinnen und Österreicher! Heute vor 75 Jahren wurde unsere Republik Österreich wiedererrichtet. Und zu diesem Jubiläum dürfen wir auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Aus einem schwachen und zerrütteten Österreich, das 2 Weltkriege durchleben musste, ist ein starkes und wohlhabendes Land geworden.“
„Eine Demokratie, die auf Rechtsstaatlichkeit und Freiheit baut – im Herzen der Europäischen Union. Für dieses große Erbe dürfen wir alle dankbar sein. Vor allem der Nachkriegsgeneration – all jenen Menschen, die unser Land nach dem Krieg wieder aufgebaut haben.“
Dankbar sein. Vor allem der Nachkriegsgeneration … Was wäre aus Österreich bloß geworden, wenn Österreich tatsächlich von der Nachkriegsgeneration, also von allen Menschen, die nach 1945 geboren worden sind oder 1945 ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre oder nicht älter als sechs Jahre waren, nach dem Krieg wieder aufgebaut worden wäre …
„Wir erinnern uns an die Gründungsväter wie Leopold Figl. An große Gestalter wie Bruno Kreisky. Und an Vordenker wie Alois Mock. Auf ihren Schultern und den Schultern vieler anderer stehen wir alle, um die Erfolgsgeschichte Österreichs gemeinsam weiterzuschreiben. „
„Wir feiern dieses heutige Jubiläum in keiner gewöhnlichen Zeit. Es ist eine Zeit der Krise, und uns allen ist nicht wirklich zum Feiern zu Mute. Das Corona-Virus stellt uns vor eine große Herausforderung. Aber die Geschichte der Zweiten Republik, die zeigt uns, dass es immer wieder ein Auf und Ab gegeben hat. Phasen des Aufschwungs und des Friedens waren immer wieder jäh unterbrochen durch Wirtschafts- und Finanzkrisen, Naturkatastrophen und gewaltsame Konflikte – auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft.“
Gewaltsame Konflikte – auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft …Wir erinnern uns an den Vordenker, wie Alois Mock vor rund dreißig Jahren unter Beweis stellte, was für ein Vordenker er war, in unmittelbar Nachbarschaft … Vordenker für die Meeresküste, an die heute noch Menschen aus Österreich mit Freuden Sommer für Sommer eilen, nur im Sommer ’20 nicht, in dem ihnen die Freiheit zum Reisen genommen sein wird, für wie viele weitere Sommer noch? Von wem? Ach, einfach genommen wie gegeben. Wer könnte einen Namen nennen?
„Aber wir sind als Österreich und als europäische Staatengemeinschaft aus all diesen Krisen gestärkt hervorgegangen. Und so wird es auch diesmal sein, da bin ich mir sicher. Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Unser Land hat die Corona-Krise bisher, Gott sei Dank, gut gemeistert. Gemeinsam konnten wir die Infektionskurve abflachen. Von fast 1.000 Neuinfizierten pro Tag im März auf weniger als 100 am Tag in der letzten Woche. Das ist ein erster und wichtiger Meilenstein. Und dieser Erfolg soll uns nicht stolz machen, aber wir dürfen – ja, wir dürfen uns sehr wohl darüber freuen. Und vor allem müssen wir auch dankbar sein, dass uns eine Entwicklung wie in Italien, Frankreich oder Spanien erspart geblieben ist. Ich möchte daher heute allen danken, die das möglich gemacht haben. Den Mitgliedern der Bundesregierung, den Parlamentsparteien, den Sozialpartnern und den Bundesländern. Und ich möchte heute auch allen danken, die in den vergangenen Wochen und Monaten in der kritischen Infrastruktur gearbeitet haben – in den Krankenanstalten, bei Polizei und Heer, in der Energie- und Wasserversorgung, in der Landwirtschaft, den Apotheken, den Supermärkten und in vielen anderen Bereichen, den Glaubensgemeinschaften dafür, dass sie über Ostern auf gemeinsame Feiern verzichtet haben. Und ich danke allen Menschen, die in Österreich leben dafür, dass sie die Maßnahmen mitgetragen haben. Ich weiß, das alles war und ist nicht einfach. Für uns alle ist es schmerzhaft, wenn man Freunde und Familie nicht sehen kann. In meiner eigenen Familie ist es nicht anders. Am Anfang da war es noch ganz okay, über Handy und Video in Kontakt zu bleiben. Aber mit der Zeit da wird es schwer, die eigenen Eltern, die eigene Oma und andere Menschen, die einem wichtig sind, nicht in die Arme schließen zu können. Besonders für all jene, die alleine leben oder die in Pflegeheimen leben, ist es furchtbar schwierig, wenn sie nicht von ihren Kindern und Enkeln besucht werden können. Und dann gibt es sehr viele Menschen, auch in meinem unmittelbaren Freundeskreis, in meiner Verwandtschaft, die zeitlebens hart gearbeitet haben, die gesund sind und auch arbeiten wollen, aber die nun in vielen Fällen in Kurzarbeit sind oder sogar ihre Arbeit verloren haben. Und natürlich: Es gibt viele Familien, denen es schwer zu schaffen macht, die Arbeit und die Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Gerade viele Alleinerziehende bringt all das an ihre Grenzen.“
Besonders für all jene, die alleine leben oder die in Pflegeheimen leben, ist es furchtbar schwierig, wenn sie nicht von ihren Kindern und Enkeln besucht … Oh, wie anders war es doch davor, ehe dieses unbarmherzige Virus für all jene … die zeitlebens hart gearbeitet und wollen — die Arbeit verloren …
„Und, sehr geehrte Damen und Herren, ich kann Ihnen heute nicht versprechen, dass von heute auf morgen alles so sein wird, wie es einmal war. Ich kann Ihnen auch nicht versprechen, dass die nächsten Monate einfach werden. Aber ich möchte Ihnen heute schon eines versprechen: Genauso wie wir von Anfang an rasch und konsequent gehandelt haben, um das Virus einzudämmen, genauso werden wir auch jetzt alles tun, um so schnell als möglich unsere Freiheit zurückzugewinnen. Wir befinden uns bereits – als eines der ersten Länder Europas – auf dem Weg der Wiedereröffnung unserer Wirtschaft und unseres gesellschaftlichen Lebens. Schritt für Schritt werden wir so viel Normalität wie möglich zurückgewinnen, aber auch die Infektionszahlen so niedrig halten, wie es nur irgendwie geht. Und unser Erfolg in der nächsten Phase – der Phase der Wiedereröffnung – der wird auch wieder vom Beitrag eines jeden Einzelnen abhängen. Und da die Regeln immer weniger werden und es vor allem auf eine Sache ankommt: nämlich die Eigenverantwortung. Je mehr jeder von uns, auch bei der Rückkehr in den Alltag, weiter Abstand hält, Mund-Nasen-Schutz trägt und auf die Hygiene achtet, desto rascher und unbeschadeter werden wir voranschreiten können. Und zwar alle gemeinsam – als Team Österreich. Sehr geehrte Damen und Herren!“
Alle gemeinsam – Team Österreich … Im unmittelbaren Anschluß an das Team Österreich wäre in Würdigung des einen Gründungsvaters ein Zitat von demselben, von ihm in einer ebenso heiligen Nacht gesprochen, ein ehrenreicher Platz gewesen: Ich kann Euch nur bitten, glaubt an dieses …
„Eine Zeit der Krise, wie wir sie jetzt gerade erleben, zeigt uns wieder einmal, was im Leben wirklich zählt: Gesundheit, Familie, Freunde und natürlich wirtschaftliche und soziale Sicherheit. Sie zeigt uns auch, dass unser Lebensmodell der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und des Wohlstands zwar stark, aber nicht unverwundbar ist. Und sie erinnert uns daran, dass wir alle – jede Generation – hart dafür arbeiten müssen, um dieses Lebensmodell weiter zu stärken und auch noch resilienter zu machen.“
„Das ist unsere gemeinsame Aufgabe. In all diesen Zusammenhängen ist es die Corona-Pandemie, die längst die ganze Welt betrifft. Und die globale Wirtschaft steht vor der größten Rezession seit den 1930er Jahren. Österreich ist hier keine Ausnahme. Gerade als kleines exportorientiertes Land, mit einer großen Tourismus- und Kulturlandschaft sind wir natürlich besonders betroffen. Und an der aktuellen Lage, da gibt es auch gar nichts zu beschönigen. Es ist für uns alle furchtbar zu sehen, wie gesunde mittelständische Unternehmen unverschuldet in ihrer Existenz bedroht sind, wie langjährige Mitarbeiter gekündigt werden müssen. Gerade Gastronomie und Tourismus sind hier besonders betroffen. Aber auch andere, wie Ein-Personen-Unternehmer, Veranstalter und Kulturschaffende oder auch junge Gründer, die wissen heute oft nicht, wie sie weitermachen werden. Und auch, wenn unser gemeinsamer Feind, das Virus, nicht verschwinden wird, und wir die weltwirtschaftliche Situation als kleines Österreich kaum beeinflussen können, so versuchen wir in Österreich dennoch so gut es geht, zu unterstützen – mit Liquidität und Soforthilfe. Mehr als 14 Milliarden Euro sind bereits ausgezahlt worden und gerade, weil ich weiß, dass viele noch dringend auf Unterstützung warten, möchte ich heute auch betonen: Alle zuständigen Stellen arbeiten rund um die Uhr daran, dass die versprochene Hilfe auch überall dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Aber eins muss uns klar sein: Mit dieser Soforthilfe ist unser Weg des Wiederaufbaus noch lange nicht abgeschlossen – ganz im Gegenteil: Er hat gerade erst begonnen. Wir werden in diesem und in den kommenden Jahren alles daransetzen, um gemeinsam mit den mutigen Unternehmen und den fleißigen Mitarbeitern in Österreich den Wirtschaftsstandort zu seiner alten Stärke zurückzuführen. Wir sind als kleines exportorientiertes Land ein Stück abhängig von der globalen Wirtschaftslage. Aber dort, wo es in unserer Hand liegt, dort werden wir auch handeln. Wir werden unseren Weg der Entlastung, besonders für kleine und mittlere Gehälter, fortsetzen, verstärken und beschleunigen. Wir haben in der aktuellen Krise wieder gesehen, dass die Menschen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten, nicht immer auch die sind, die den größten Bonus ausbezahlt bekommen. Egal ob Pflegepersonal, Sicherheitskräfte, Supermarktmitarbeiter oder viele andere. Wer hart arbeitet, der soll künftig auch mehr zum Leben haben. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, aber in Zeiten wie diesen auch notwendig, um den Inlandskonsum wieder anzukurbeln. Und gleichzeitig werden wir national und auf europäischer Ebene gegen alle Formen der Steuerflucht und gegen ungerechte Steuermodelle großer Konzerne ankämpfen – denn jeder soll, gerade in einer Zeit wie dieser, seinen fairen Beitrag leisten. Darüber hinaus werden wir verstärkt investieren, wo immer es sinnvoll ist – vor allem in Digitalisierung, Ökologisierung und natürlich Bildung. Und wir werden das Leben und Wirtschaften für alle so einfach wie möglich machen – durch konsequente Deregulierung und die Abschaffung von allen unnötigen Regeln. Der Staat muss und wird es künftig den österreichischen Unternehmen so leicht wie noch nie zuvor machen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu halten. Und schon diese Woche werden der Vizekanzler, mein Regierungsteam und ich die nächsten Maßnahmen in diesem Zusammenhang auf den Weg bringen. Das Ziel dabei ist klar: um jeden Arbeitsplatz in Österreich zu kämpfen. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Österreicherinnen und Österreicher! Wir erleben alle gemeinsam eine schwere Zeit. Wir müssen die Ausbreitung des Corona-Virus weiterhin eindämmen und gleichzeitig unsere Wirtschaft wiederhochfahren. Selbst wenn wir heute gut dastehen, können wir alle – wie andere Länder auch – entlang des Weges nicht ausschließen, dass es zu einer zweiten Welle der Ansteckung kommen kann. Aber wir sind, Gott sei Dank, ein starkes Land. Und wir alle, wir Österreicherinnen und Österreicher, werden unseren bisher erfolgreichen Weg fortsetzen. Wenn es andere Länder schaffen können, dann wird es uns genauso gelingen. Heute, an diesem Tag, an dem wir 75 Jahre Zweite Republik feiern, können wir mit Stolz auf unser Land blicken und dankbar sein für all das, was in unserer Republik bisher erreicht wurde. Aber wir können auch mit Mut und Zuversicht vorausblicken auf all das, was wir noch gemeinsam erreichen können: Auf das Comeback für Österreich, an dem wir alle beteiligt sein werden. Vielen Dank und alles Gute!“
Mit mutigen Unternehmen und den fleißigen Mitarbeitern will Sebastian Kurz in Österreich den Wirtschaftsstandort zu seiner alten Stärke zurückzuführen … Was für eine moderne, fortschrittliche Weltaufteilung, mutigeUnternehmen und fleißige … Mitarbeiter, die nur Mitarbeiter sind, werden bei dieser Zurückführung wohl nicht mehr gebraucht, und Mitarbeiterinnen gar nicht, die Mitarbeiterinnen werden in dieser Zurückführung woanders dringender gebraucht, daheim, in der Familie, die im Leben wirklich zählt … Die Fleißigen, eine Zuschreibung, die er wohl in einem Porsche von einem Fleißigen aufgeschnappt hat. Die zweite Zuschreibung, die stets von den Fleißigen im Verbund mit Fleißigen genannt wurde und wird, sind die Anständigen … Die zweite Zuschreibung hat er wohl vergessen, sonst hätte er wohl gesagt, mit mutigen Unternehmen und den fleißigen und anständigen Mitarbeitern … Wir erinnern uns an dieFleißigen und Anständigen, ihre Namen sind hypogut bekannt, deren Namen kann auch Sebastian Kurz wohl noch auswendig aufsagen, saßen für kurz wieder einmal auf Regierungsstühlen …
Zu seiner alten Stärke … Oh, was für eine Stärke! Kaum ist der „Corona-Shutdown“ von der Regierung verordnet, hat Österreich auch schon die höchste Arbeitslosigkeit in seiner fünfundsiebzigjährigen Geschichte. Dazu noch die „Kurzarbeit“ … zu seiner alten Stärke, was für eine Stärke, schon nach zwei Wochen des Regierungsdekrets weit über eine halbe Million arbeitslose Menschen, weit über eine Million Menschen in Kurzarbeit … zu dieser seiner alten Stärke fällt nur der Titel eines Films ein, der vor langer Zeit in den Kinos gezeigt wurde, und in etwa lautete: Unser Leben war ein schöner Schein …
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