Nicht alle Neoliberalen haben die Wende zu ausgrenzenden Konzepten der Kultur und Ethnie mitgemacht. Manche mobilisieren gegen das, was sie als feindliche Übernahme von Hayeks und Mises kosmopolitischem Erbe durch intolerante Fremdenfeinde sehen. Doch die Vehemenz ihres Protests kann manchmal die Tatsache verschleiern, dass die angeblichen populistischen Barbaren an den Toren eigentlich aus dem Inneren der Festung genährt wurden.
In der Dokumentation über die Exekutive des Österreichers, ausgestrahlt vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs, am 23. März 2024 wurde auch der Spruch „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ behandelt. Ein Spruch, der bis zum heutigen Tag nicht nur bestens bekannt ist, sondern auch nach wie vor reichlich verwendet wird.
Aber, der Schrecken dauert nur kurz. Es ist dann sofort klar, das ist kein nationalsozialistischer Spruch, diesen Spruch gab es schon früher, Jahre früher, bald wird dieser Spruch einhundert Jahre lang gesprochen worden sein, ein Spruch mit einem vollkommen anderen Sinn, mit einem dem Nationalsozialismus gänzlich entgegengesetzten Sinn, ein Spruch, der vom Nationalsozialismus in seine Gesinnung umgedeutet und also mißbraucht wurde, auch von diesem, einfach wie kurz seine Funktionen zusammengefaßt, Innenminister, vor neunzig Jahren. Die einzige Fähigkeit, die der Nationalsozialismus besaß, war, zu stehlen, in einer mörderischen Katastrophe für alle unterzugehen. Nationalsozialismus: Räuberischer Untergang.
Bereits 1934 umschreibt Heinrich Himmler die Rolle der Polizei wie folgt: „Die Polizei im nationalsozialistischen Deutschland hat es sich zum Ziel gesetzt, vom deutschen Volk als sein bester Freund und Helfer, von Verbrechern und Staatsfeinden als schlimmster Gegner angesehen zu werden. Und als solche wird die Exekutive auch in der Öffentlichkeit inszeniert. Florian Wenninger: Wie widersprüchlich diese Erzählung vom Freund und Helfer ist, sieht man an einer relativ frühen Maßnahme nach dem Anschluß 1938, daß nämlich der österreichischen Polizei mit großem medialem Echo die Gummiknüppel abgenommen werden. Es sei dem deutschen Staatsbürger nicht zumutbar, dem deutschen Volksgenossen sich von der Polizei mit dem Gummiknüppel prügeln zu lassen. Das wird also als ein Akt der Egalisierung verkauft, das Ganze wird inszeniert und verkauft als ein Schritt der Humanisierung, des Näherrückens der Polizei. In Wirklichkeit rückt sie nicht näher, sie rückt höher. ORF III. Zeit.Geschichte
„Die Polizei, dein Freund und Helfer“ – dieser Spruch ist in der öffentlichen Kommunikation der Polizeidirektion Görlitz tabu. Sprecher Sven Möller begründete die „Anweisung von oben“ mit der Herkunft der Redewendung – angeblich aus der Nazi-Zeit. Der Ursprung liegt aber nach unserer Recherche in der Weimarer Republik. Der damalige preußische Innenminister Grzesinski (1879-1947) gebrauchte den Spruch erstmals 1926. Er wurde zum Motto einer internationalen Polizeiausstellung („Die Polizei, dein Freund und Helfer – Bitte treten Sie näher“). Später wurde die Redewendung von SS-Reichsführer Himmler übernommen und in eine breite Öffentlichkeit gebracht. Der SPD-Politiker Grzesinski floh im März 1933 aus Deutschland. Er starb in den USA. Antenne Sachsen
Ein Satz fiel in dieser Dokumentation über die Exekutive des Österreichers besonders auf, der nur zu lesen ist, wenn der Film angehalten wird, ein Satz aus den nationalsozialistischen „Grundsätze[n] für die Polizei“:
Handle so gegen andere, wie Du an ihrer Stelle behandelt zu werden wünschtest.
Menschgemäß kann der zurzeitige Innenminister nicht verlautbaren, er und seine Bundesregierung schiebe massenweise Zigeuner ab, denn das widerspräche dem, was einen Tag später, am 22. März ’24, der zurzeitige Bundeskanzler im Morgenjournal um sieben wieder einmal aufsagt …
Nicht für jedes Kapitel läßt so einfach eine Überschrift sich finden. Diesem Kapitel hätte durchaus vorangestellt werden: Heinzlmaiers Gespür für Liedgut … Zu viele jedoch würden meinen, das Kapitel würde in der Hauptsache von Bernhard Heinzlmaier handeln, während Heinzlmaiers als Typologie … aber es kann kein wissenschaftlicher Begriff geschaffen werden, der auf dem Namen von Bernhard Heinzlmaier fußt. Es will nur etwas erzählt werden. Es paßte als Überschrift durchaus „Ohne Titel“, aber manches Kapitel erzählt schon alles, wenn seine Überschrift einfach die Namen der Figuren sind, von denen im Kapitel erzählt wird.
Die kurze Aufregung wie immer in Österreich kurze Aufregung auch um Runen auf der heinzlmaierischen T-Shirtbrust endete nach einer Prüfung aufgrund einer Sachverhaltsdarstellung mit der Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft Wien:
„Das ist ein Bandlogo.“
Es würde keinen Anfangsverdacht und keine Ermittlungen geben. Das wurde am 28. Oktober 2023 berichtet. Zu diesem Zeitpunkt war die Aufregung um die Runen längst wieder —
Allein die Titel der „Steinalt“-Lieder, ein jeder recht als Shirtdruck: „Schrei gen Norden“ — „Schwert der Ahnen“ — „Wolfskönigin“ — „Der Untergang“ — „Met in den Adern“ … Und wenn die „Steinalt“-Lieder alle zusammen zur selben Zeit abgespielt werden, was für eine —
geboren mit schand und reue sucht man das Herz im land der treue der mond steht hoch und der wille ist stark der wind weht durchs knochenmark so fühlt man sich geborgen im stillen schrei gen norden wohoho, so erzählt man sich yehehe, es geht nördlich wohoho, der ruf erschallt yehehee, stahlkalt mythen, berge, wald und meer heimat im herzen schwer trägt hinfort die reine landschaft die götter, ja, besitzen die kraft man kämpfe für seinen lord doch der weg sei verloren, der weg nach nord entführt, sie waren überall die wölfe sie heulten, die nacht wird ewig sein, instinktiv sütrmen sie nach vorn, das menschenherz pocht schon haben sie verloren. die erste reihe der armseligkeit herben ihre schilde formieren sich. glauben was sie tun das ist ihre pflicht, nein sie stehen vorm gericht. gemetzel geheule köpfe aufgespiesst, der prinz der menschen glaubte doch noch an den sieg. die königin das blut getrunken, die ehre so sagt man von den göttern werde man geführt von jenen töchtern in ein land voller stolz und ehre mut und kraft geben himmel und see im innern so spürt man, die einst vergessene lehre dort thronen die götter, in und um die meere feuer mög‘ man spüren, in brust und bein so wird der gott des krieges mit uns sein die see braust auf, der wind weht übers land ertrage viel zu lang des gottes schand hinter diesem schleier liegt die kraft hoch empor erhoben, erhaben, überall sie wacht eis und feuer wurden geboren so erschallt der hammerschlag der gipfel, der heilige ort den ehren wir, wir halten wort eis und feuer wurden geboren so erschallt der hammerschlag der gipfel, der heilige ort den ehren wir, wir halten wort wohoho, so erzählt man sich yehehe, es geht nördlich wohoho, der ruf erschallt yehehee, stahlkalt mythen, berge, wald und meer heimat im herzen schwer trägt hinfort die reine landschaft die götter, ja, besitzen die kraft in frieden leben sie, in einklang mit der natur. am alten fluss das stehen sie, das wa ein genuss. eine helle nacht es heute ist, der mondschein lässt sie niemals ahnen, das heute das licht sich bricht, durch unheil und blutigen tagen. das wolfsrudel stand vor einer prüfung, das werk ist vollbracht, nieder mit den wölfen eine blutige nacht. sie spürten keine schuld, erkannten keine reue, sie schrien in den wald, unser alles die königin den ansturm sah. es sind die ach so stolzen menschen, reuelos den wald rücken die menschen weiter vor, so verbreitet sich die kunde. die königin erlag an ihren wunden schon, durch spiesst vom speere des hauptmanns. durchbohrt mit dem speer so erlosch ihr licht, das heiligtum das zerbricht. ein feuer ewig heil gebrannt, erloschen durch feige menschenhand. der altar aus stein zerbrach betraten. sie lachten und tobten, der menschen schon versunken. reihen vielen, schädel wolfskönigin tod und enthauptet so starb sie, so erlosch ihr licht! der hauptmann stark vor verwesung rollten, den eigenen tod ist, was sie wollten für die wölfe war die jagt nun aus, so gingen sie in frieden in den wald in ihr zu haus. so gingen sie in den wald in ihr zu haus was bleibt ist der graus, der menschendreck entfernt friede kehrt ein noch lange nicht, blutdurst herrscht zur stunde. so wie eis, den menschen vertrauen, hatte seinen preis! der mensch feierte wohl bald! der hauptmann trank ihr blut zum sieg, der wald er schrie vor trauer! alles zertrampelt menschendreck, so errichteten sie eine mauer. sie litt, sie starb, sie heulte vor todesqualen. schon, sein fluch wird ihn zermalmen. der tod wünscht sich schon sehnlichst her, die gnade, bekommt er nicht. ein feuer, ewig heil gebrannt, erloschen durch feige menschenhand. der altar aus stein zerbrach wie eis, den menschen vertrauen, hatte seinen preis! wie geht es nun weiter zerstört dieser hain, das nennt ihr für gott wie dumm muss man sein. es ist nicht nur unser sondern auch euer heim!
Das ist ein Kapitel, das endlich sich anbietet, auch einmal schreiben zu können: Und die Moral von der Geschichte — na ja, Geschichte — Die Moral von dem Kapitel ist: „Das ist ein Bandlogo.“
Dem Kant zur Vorhaltung macht, daß er das N-Wort verwendet hat. Das ist halt eine andere Zeit, ein anderer Konnex gewesen, also i man, do würd i aufpassen […]
Jedoch, das ist nicht von Belang, heute von Belang ist, weshalb jene, die recht rassistisch unterwegs sind, nicht von Kant das lernen wollen, wofür Kant ihnen ein Wegweiser sein kann, nämlich sich weiterentwickeln zu können, also von einer rassistischen Gesinnung hin zu einer unrassistischen … Und von Belang ist, heute, nicht was Kant, einfach wie kurz gesagt, rassenkundlerisch und rassenhierarchisch schrieb, sondern, welcher Kant für wen heute ein sogenanntes Vorbild ist, welcher Kant auf wen Einfluß, heute Einfluß nimmt; es ist kaum bis gar nicht vorstellbar, daß etwa ein Vladimir Putin den Kant, der sich weiterentwickelte, weg vom, einfach wie kurz gesagt, Rassistischen entwickelte, verehrt —
ja, hat er eine Wahl noch der ondern gwonnen, also man könnt ja amol davon ausgehen, daß irgenda Problem, das de in die Hond nehmen, irgendwie einen realen Kern hot und irgendwo gesellschoftlich relevant is.
ist auf dem Umschlag zu lesen, damit wäre alles vom Buch von Konrad Paul Liessmann gesagt, fiele dazu nicht eine weitere tiefdenkende Persönlichkeit und eine ebenso große kennende der Tierwelt ein, nämlich Markus Krall …
Die Brücke ist eine Sache des Menschen. Die Natur kennt keine Brücken. Tiere folgen vielleicht ihren Bahnen, aber sie legen keine Wege an, noch weniger Brücken.
Lauter lügen, auf Seite 242 ist das zu lesen, geschrieben von Paul Konrad Liessmann, und er zitiert hier zu seinem Beistand Georg Simmel, der wußte, was Konrad Paul Liessmann noch weiß: „Der Wegebau ist eine spezifisch menschliche Leistung; auch das Tier überwindet fortwährend und oft in der geschicktesten und schwierigsten Weise einen Abstand, aber dessen Anfang und Ende bleiben unverbunden, es bewirkt nicht das Wunder des Weges. Im Bau der Brücke gewinnt diese Leistung ihren Höhepunkt.“ Und auch Friedrich Nietzsche hat zur Brücke etwas zu sagen, das zitiert ebenfalls wissend Konrad Paul Liessmann, und er, Liessmann, folgert: „Der Mensch benützt nicht Brücken, sondern er selbst wird zur Brücke, auf der andere an ein anderes Ufer gelangen werden. Was es aber bedeuten mag, den Menschen selbst als Brücke zu nehmen, hat niemand so eindringlich in Worte gefasst wie Franz Kafka“
Aber, Ameisen bauen ebenfalls Brücken, auch eine Ameise wird selbst zur Brücke, auf der andere Ameisen an das andere Ufer gelangen —
[U]nd wie sagte doch Jean-Claude Juncker, der sich gerne als moralische Instanz gab: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Haben wir das schon vergessen? Und als es darum ging, gute Stimmung für Flüchtlinge zu erzeugen, scheuten auch sogenannte Qualitätsmedien nicht davor zurück, jenseits der Fakten von […]
Konrad Paul Liessmann, auf Seite 18; zwei Jahre davor hat Jean-Claude Juncker auf Nachfrage auch dieses Zitat erklärt. Wer dieses Zitat von Jean-Claude Juncker sonst noch recht verbreitet, sind jene auch aus der Gesinnungsschaft, denen es wohl eine rechte Ehre war, ihn, Liessmann, als Mitunterzeichner des „Briefes der 800“ zu haben, mit dem sie gegen das Gendern unterschrieben,
Lauter lügen, Konrad Paul Liessmann, Paul Zsolnay Verlag, 1. Auflage 2023 …
Wirklich konsequent vertraten lediglich Augustinus und Immanuel Kant die Auffassung, dass es unter keinen Umständen erlaubt sein könne, zu lügen, da damit der menschlichen Kommunikation, die auf Vertrauen beruht, der Boden unter den Füßen weggezogen würde.
Die „Kritik der reinen Vernunft“ als nicht mehr zeitgemäß zu verdammen, weil sich in Immanuel Kants vorkritischen Schriften Formulierungen finden, die heute den Tatbestand der rassistischen Äußerung erfüllten, mag ein Beispiel dafür sein, wie sehr ein moralischer Anachronismus blind machen kann gegenüber jenen Erkenntnisssen und Einsichten aus vergangenen Tagen, die sich alles andere als überlebt haben.
Lauter lügen, Seite 92. 2020 erhielt Dr. Susanne Schröter, zu der Konrad Paul Liessmann
Das kann nur bedeuten, dass das Andere der Freiheit, der Zwang, die Unterwerfung, als beglückende Norm empfunden wird. Zum Störenfried des Common Sense wird, wer sich dieser Norm nicht einmal widersetzt, sondern darauf verweist, dass es in diesen und ähnlichen Fragen unterschiedliche Zugangsweisen gibt, die jeder für sich entscheiden und verantworten könne. Das Anliegen des Studenten passt ins Bild. Nur ein Beispiel: Im Jahr 2019 forderten selbsternannte Antirassisten, dass ein Symposium an der Universität Frankfurt, das von der renommierten Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter organisiert worden war, abgesagt und die Professorin entlassen werden sollte, da unter anderem auch die Islamkritikerin Necla Kelek eingeladen war. Der Vorwurf des antiislamischen Rassismus war in diesem Zusammenhang zwar vollkommen unzutreffend, er zeigt aber, dass die Denunziation, die sich als Empörung tarnt, mittlerweile in bestimmten Kreisen zum Common Sense geworden ist.
auf Seite 146 schreibt, den „Immanuel-Kant-Preis“ der „Initiative Aufbruch 2016“ … nun, zu Susanne Schröter könnte viel geschrieben werden, aber es muß nicht, denn, in der heutigen Zeit ist es leicht, sich selbst zu informieren. Ein Wort, das allenthalben vorkommt, im Zusammenhang mit Susanne Schröter, ist: Kontroverse. In Österreich vielleicht von Interesse, das soll erwähnt sein, sie folgte 2018 einer Einladung des kleinen Gebirgsjägers zu einer „nicht öffentlichen Konferenz ‚Europäische Werte, Rechtsstaat, Sicherheit‘ unter Leitung des damaligen österreichischen Innenministers“, der sich dafür ihr gegenüber dankbar … Nicht alle folgten der Einladung des kleinen Gebirgsjägers, aber wenn ein scheinbar mächtiger ruft, sind Willfährige stets bereit. Wer im Gesinnungsbund des kleinen Gebirgsjägers tatsächlich willkommen ist, davon erzählen die Eingeladenen von derartigen Zusammenkünften, mögen diese Konferenz oder anders genannt werden, nicht immer so hochtrabend,
manchmal schlicht wie kurz „Podiumsdiskussion“ … Dr. Susanne Schröter erhielt den „Immanuel-Kant-Preis“ und gleich dazu das „neue Buch des Aufbruch-Mitgründers Alexander Mitsch“ … Was zu lesen vorgesetzt wird, wenn nach Alexander Mitsch gesucht wird, u. a. m. seine Forderungen: „Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe“, „Einschränkung der „Frühsexualisierung in Bildungseinrichtungen“, „deutliche Reduzierung von Abtreibungen“, mit Roland Tichy in der „Stiftung Meinung & Freiheit im Vorstand“ …
Alexander Mitsch und die „Werteunion“ — auch so eine Geschichte, und mit der „Werteunion“ noch einmal bei Markus Krall angelangt, noch so eine Geschichte mit der „Werteunion“ … eine weitere Geschichte „Werteunion“ und „AfD“, all das braucht hier nicht erzählt zu werden, es ist leicht, all dem selbst nachzugehen — Übrigens, 2022 erhielt den „Immanuel-Kant-Preis“ Birgit Kelle, in österreichischen Fernsehanstalten recht beliebt … am 7. März 2024 war es wieder einmal so weit —
Auf Seite 147 fällt ein Name auf – Richard David Precht … Konrad Paul Liessmann hebt an mit einem Bericht über eine „Utopie-Konferenz, die auf Initative von Richard David Precht im Jahre 2018 an der Universität Lüneburg stattfand, um dann über seine Lieblingsmeinung Bildung … Der „ewige Schwätzer“, wie ihn Jürge Kaube nennt, hat seine Professur in Lüneburg aufgegeben, nach seiner Äußerung bei Markus Lanz …
Man fragt sich allerdings, warum dafür wieder einmal die Sprache geschunden werden muss. Wäre es nicht einfacher, schon den Grundschülern den Unterschied zwischen grammatischem und natürlichem Geschlecht klarzumachen, und sie zu einer stilvollen und sensiblen Verwendung des generischen Maskulinums zu ermuntern, die ohne HIntergedanken auskommt und im Bürger natürlich das Mitglied einer politischen Gemeinschaft erkennt, ohne Abstufung und ungeachtet seines sexuellen Selbstverständnisses?
Lauter lügen, Seite 60.
Was Hänschen gelernt, mehr braucht Hans zu lernen nimmermehr. Über das „generische Maskulinum“ hat Konrad Paul Liessmann wohl alles für ein ganzes Leben in seiner Grundschulzeit gelernt. Und das in einer Zeit, in der das „generische Maskulinum“ …
des Schutzumschlags ist zu lesen, damit ist alles, was im Buch …
Lauter lügen … Nicht unzitiert aber kann gelassen werden, das ist wirklich das Letzte, das doch noch zu zitieren ist, was auf Seite 36 Konrad Paul Liessmann schreibt:
Einer der verhängnisvollsten Gemeinplätze der Gegenwart besagt, dass Sprache Wirklchkeit schafft. Dieser schrängen Vorstellung verdanken wir das Binnen-I, die Gendersternchen und die Säuberung der Sprache von Begriffen, die als verletztend empfunden werden. Sprachpolizeiliche Maßnahmen lassen die Realität allerdings ungeschoren und fungieren deshalb eher als Gesinnungsnachweis und Feigenblatt für Machtansprüche aller Art. Zu diesen Strategien gehören aber auch standardisierte Formulierungen, die durchaus wohlmeinend eine Wirklichkeit suggerieren, die es nicht gibt. Dazu zählt die Aufforderung, dass Menschen auf Augenhöhe kommunizieren sollten, um Dominanzansprüche zu vermeiden und ein diskriminierungsfreies Zusammenleben ermöglichen.
Lauter lügen, ein ganzes Buch; es wurde jetzt immer von einem Buch gesprochen, aber es sind Zeitungsartikel, nur Zeitungsartikel, bloße Zeitungsartikel zu einem Buch gebunden. Das ist nichts Ungewöhnliches, Zeitungsartikel zu binden, das wird wohl jede Redaktion auch heute noch machen, ihre Artikel binden, zwischen zwei Deckeln, für den Archivkeller … Zeitungsartikel, nach dem Motto, das ein Schriftsteller einst als Buchtitel nahm: „Was der Tag mir zuträgt“, im Dialekt gesprochen: „Was der Dag …“
PS Die in Schutzpapier eingewickelten Zeitungsartikel wurden in einem Waggon auf der Reise von Wien nach Villach von einer Reisenden vergessen; das wurde aber zu spät bemerkt, um sie, die in Wöllersdorf ausstieg, noch darauf aufmerksam machen zu können, sie habe vergessen, ihre Lektüre wie ihre Heute und ihre Jause wieder in ihren Rucksack zu packen. Es wird wohl auch so etwas wie ein freudsches Vergessen geben, aber es ist müßig, spekulieren zu wollen, weshalb sie lauter lügen vergessen …
Wer in Österreich Staatsbürgerin werden will, muß einem „Staatsbürgerschaftstest“ sich unterwerfen, wer in Österreich Staatsbürger werden will, hat je nach Bundesland unterschiedliche Fragen, die sich auch auf das jeweilige Bundesland, in dem die um die „Staatsbürgerschaft“ Bemühenden ihren Wohnsitz haben, beziehen, zu beantworten.
„Wie viele Blasen macht ein Stück Seife?“ Diese Frage wird in keinem Bundeslandtest gestellt. Es ist aber eine Frage, die in einem Land einst gestellt wurde, jedoch nicht um eine „Staatsbürgerschaft“ zu erlangen, sondern das Recht, zu wählen. Und diese Frage, wie viele Blasen mache ein Stück Seife, fällt beim Lesen der Fragen zur Erlangung der österreichischen „Staatsbürgerschaft“ unweigerlich ein, hängt doch mit der „Staatsbürgerschaft“ untrennbar zusammen das Recht, zu wählen. Über die Testfragen also zur Erlangung der „Staatsbürgerschaft“ zum Wahlrecht, das ist der Weg, um in Österreich das Recht verliehen zu bekommen, zu wählen. Wenn u. a. m. die Prüfung bestanden wird, mit Fragen, die an die Frage zum Erlangen des Wahlrechts, wie viele Blasen mache ein Stück Seife, an die Frage zur Wahlzulassung, wie viele Blasen mache ein Stück Seife …
„Mit welcher Bahn würden Sie von Wien nach Wr. Neustadt fahren?“ Das wird in Niederösterreich gefragt. „Südbahn“ ist eine unter vier Antworten vorgegebene Antwort zum Ankreuzen; es sind stets vier Antworten vorgegeben, aus denen die „richtigen Antworten“ auszuwählen sind. Wer würde schon sagen, „mit der Südbahn“, die meisten würden sagen, mit der Schnellbahn; manche pedantische Person würde vielleicht hinzufügen, sie fahre mit der S-Bahn von Wien nach Wiener Neustadt, die auf der Südbahn verkehrt …
„Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges endet auch die Monarchie. 1918 wird die Republik Österreich ausgerufen. Wer wurde der erste Staatskanzler? Johann Schober – Sebastian Kurz – Josef Klaus – Karl Renner“ … Das wird in Wien gefragt. Ein sozialdemokratischer Mann und drei christlichsoziale Männer werden als Antworten zum Raten vorgegeben. Einer davon, Sebastian Kurz – nicht nur Fragen, auch Antworten erinnern an die einstige Frage, wie viele Blasen … Johannes Schober, an den erinnert bloß noch die Forderung von Karl Kraus:
„Wie heißt der derzeitige Bundeskanzler bzw. die derzeitige Bundeskanzlerin? Sebastian Kurz – Brigitte Bierlein – Christian Kern – Karl Nehammer“, das wird auch in Salzburg gefragt, und wieder als eine der Antworten Seb. Kurz —
„Welche Familie regierte ab dem Jahr 1273 Österreich“ Die „Familie von und zu Guttenberg“ aus Deutschland als eine der Antworten vielleicht deshalb, weil ein Mitglied aus dieser eine österreichische Privatstiftung seit 2009 und ein Mitglied aus dieser erst vor kurzem im aschermittwöchlichen Klagenfurt in 2024 aufgetreten ist und vom Bundeskanzler in seiner Rede immer wieder direkt angesprochen wird, er ihn dabei stets bei seinem Vornamen aufruft, als säße im Saal vor dem um Applaus bittend redenden Bundeskanzler einzig „Karl-Theodor“ …
„Von wem wurde Niederösterreich 1529, 1532 und 1683 schwer angegriffen?“ „Von wem wurde Niederösterreich 1529 und 1683 schwer angegriffen?“ Fragen —
„Wie viele Blasen macht ein Stück Seife?“
„Wie lange dauerte die Römerzeit?“ Eine Frage in Salzburg. „Was ist das Budget?“ Eine weitere … „Was ist ein Diktator?“ Eine Frage in Tirol. „Zu welcher Besatzungszone gehörte Osttirol?“ Eine weitere …
„Wie viele Blasen …“
In Oberösterreich. „Auf welche Zeit gehen die ältesten Hinweise auf menschliches Leben im Raum des heutigen Oberösterreich zurück? Völkerwanderung – Römerzeit – Altsteinzeit – Bronzezeit“ …“In Kremsmünster, Engelhartszell (Engelszell), St. Florian, Aigen-Schlägl, Wilhering, Lambach, Schlierbach und Reichersberg befinden sich Einrichtungen des religiösen Lebens. Um welche Einrichtungen handelt es sich? Fabriken – Schulen – Klöster – Fahrschulen“ …
„… Blasen …“
Das also sind die Fragen mit ihren vorgegebenen Ankreuzungen in den Bundesländern, den schon genannten und den weiteren Bundesländern Burgenland, Oberösterreich, Vorarlberg, Steiermark …
„Nach dem Aussterben der Babenberger wurde Otakar II. Premysl in Österreich Landesfürst. In welchem Land war er schon vorher König?“ „Wodurch endete die Römerzeit?“ „Welcher Fluss bildete in der Römerzeit die Grenze zum Römischen Reich?“ “Seit wann ist das ‚Dachsteinlied‘ die offizielle Landeshymne?“
„How many bubbles in a bar of soap?“
“Wann wurden im Burgenland politische Gegner, Juden, Sinti und Roma besonders verfolgt? Nach dem Ersten Weltkrieg – In den sechziger Jahren – Vor und während des Zweiten Weltkrieges – Vor dem Ersten Weltkrieg“ …
Wie viele Blasen macht ein Stück Seife? Am 11. August 1956 erklärte Gouverneur James P. Coleman von Mississippi, daß die Neger in seinem Staate das volle Wahlrecht genießen. Die Präsidentschaftswahlen im folgenden November zeigten indes ein ganz anderes Bild: Als die Neger ihre Bürgerrechte wahrnehmen wollten, wurden sie in fast jedem der 82 Landkreise von Mississippi daran gehindert, wurden eingeschüchtert und sogar bedroht. Gouverneur Coleman selbst hatte 1954 als Generalstaatsanwalt von Mississippi eine Statistik über die Beteiligung der Neger an den Wahlen zusammengestellt. Sie zeigte, daß sich in 13 Landkreisen überhaupt kein Neger, in neun Landkreisen nur sechs und in 29 Landkreisen weniger als hundert Neger in die Wahllisten hatten eintragen lassen. Zweifellos wußte der Gouverneur auch, warum sich in Mississippi – wie in anderen Südstaaten der USA – so wenige Neger in die Wahllisten eintragen. Nehmen wir das Beispiel des Landkreises Lowndes. Dort gibt es 9200 wahlberechtigte Neger, aber nur 52 ließen sich bei den Wahlen registrieren. Die Neger erhielten anonyme Briefe wie etwa den, der einen Mann namens Caleb Lide erreichte: »Letzte Warnung. Wenn Du lebensmüde bist, dann wähle und stirb.« Im Landkreis Forrest – dort trugen sich 16 von 13 000 Neger-Wählern in die Listen ein – verschwand plötzlich der Registrierbeamte, als sich Neger für die Wahl anmelden wollten. Als sie ihn schließlich aufgetrieben hatten, hieß es, sie sollten später wiederkommen; dann sagte man ihnen, die Wahllisten für Neger stünden gerade jetzt nicht zur Verfügung; ein anderes Mal rief man ihnen ein glattes »Nein!« entgegen. Oder man prüfte die staatsbürgerliche Reife eines schwarzen Wählers mit der Frage: »Wie viele Blasen macht ein Stück Seife?« Einige Neger in diesem Landkreis zahlen ihre Wahlsteuer seit mehr als 30 Jahren in der verzweifelten Hoffnung, eines Tages wählen zu dürfen. Im Landkreis Humphreys durften die Neger bis 1953 nicht einmal die Wahlsteuer zahlen, die den Neger in den Südstaaten zur Eintragung in die Wahllisten berechtigt. Als 17 Neger schließlich den Sheriff des Landkreises verklagten, verbot ein Bundesgericht diese Praktiken. 1953 durften 485 Neger ihre Wählsteuer bezahlen. Aber gegen diese 485 begann bald eine harte Einschüchterungs-Kampagne, so daß sich nur 200 von ihnen registrieren ließen. Ein Jahr später waren es nur noch 126. Unmittelbar vor den Gouverneurswahlen im Jahre 1955 gab es noch 92 Neger-Wähler. Sie hielten jedem Druck stand, bis die Gegenseite zum Revolver griff. Am 7. Mai 1955 wurde einer der Negerführer des Landkreises Humphreys, Pfarrer George W. Lee, aus einem fahrenden Auto heraus erschossen. Seine Mörder wurden niemals gefaßt. Der Sheriff behauptete, Lee habe wahrscheinlich einen Herzanfall erlitten und sei kurz darauf gestorben; bei den Bleikugeln im Gesicht des Lee handele es sich möglicherweise um Plomben aus seinem Gebiß. Mit dieser Erklärung war der Fall erledigt. Dann trat der »Weiße Bürgerrat« (eine Art Nachfolgeorganisation des Ku Klux Klans) auf den Plan. Er kontaktierte den Neger-Führer Gus Courts und erklärte ihm: »Wir werden nicht erlauben, daß Neger in unserem Landkreis wählen. Sie aber versuchen, die Neger für die Wahl zu mobilisieren. Wir werden Ihnen das Handwerk legen.« Und sie taten es. Am 25. November 1955 wurde Gus Courts in seinem Kolonialwarenladen angeschossen und schwerverletzt; auch in diesem Fall wurden die Schüsse aus einem fahrenden Auto abgegeben. Gus Courts überlegte nicht lange. Er packte seine Sachen und verließ Mississippi. Gelingt es aber den Negern, ihren Stimmzettel abzugeben, so wird er oft ignoriert. Das zeigt das Beispiel der sogenannten Vorwahlen (Primaries). Bei den Vorwahlen von 1955 wies der Vorsitzende der Demokratischen Partei von Mississippi, Tom Tubb, die Parteileitungen in den Landkreisen an, die Neger -Stimmen nicht mitzurechnen**. Er begründete: Die Neger hielten ohnehin nichts von den politischen Grundsätzen der Demokratischen Partei Mississippis und seien daher nicht geeignet, an den Vorwahlen teilzunehmen. Zu diesen politischen Grundsätzen zählte Tubb die Rassentrennung, die Wahlsteuer, die Gesetze gegen rassische Mischehen und »die Traditionen des Südens«. Die Neger waren auf diese Weise nachträglich von den demokratischen Vorwahlen ausgeschlossen worden – den einzigen Wahlen, die in Mississippi von Bedeutung sind. Im Landkreis Bolivar gibt es das Städtchen Mound Bayou, das ausschließlich von Negern bewohnt wird. Ihre Stimmzettel sind noch nie gezählt worden. (Neger-)Bürgermeister Ben Green sagt: »Sie können ja unsere Stimmzettel in den Papierkorb werfen, aber es ist unser gutes Recht, wenigstens den Stimmzettel abzugeben. Wir werden weiterwählen.« Von den 700 Neger-Wählern des Städtchens zahlen 295 ihre Wahlsteuer und wählen, obwohl sie wissen, daß es nur eine leere Geste ist. Im Sommer des letzten Jahres überprüfte die Bundeskriminalpolizei (FBI) eine Reihe von Klagen, die von Negern aus Mississippi und anderen Südstaaten stammten. Am 24. Oktober 1956 veröffentlichte der stellvertretende (Bundes-) Justizminister Warren Olney, Leiter der Kriminalabteilung im Washingtoner Justizministerium, einen Zwischenbericht über die Untersuchungen des FBI. Da die Präsidentschaftswahlen bevorstanden, warnte Olney: »Wir werden jeden Fall gerichtlich verfolgen lassen, bei dem feststeht, daß einem Bürger wegen seiner Hautfarbe das Wahlrecht verwehrt wurde.« Entrüstet wandte sich der Gouverneur von Mississippi gegen die Erklärung Olneys. »Kein Bürger aus Mississippi hat jemals die Verfassung verletzt«, wetterte er. »Wer eine solche Beschuldigung erhebt, begeht Massendiffamierung. Wir werden persönlich vor jedem Bundesgericht erscheinen, wo Menschen aus Mississippi wegen dieser aufgebauschten Behauptungen angeklagt werden. Und wir werden die Bürgerrechte jedes Menschen aus Mississippi vor einem Schwurgericht, das mit Mississippi-Bürgern besetzt ist, wahren.« Der letzte Teil dieser Erklärung hatte freilich für die Neger einen faden Beigeschmack. Denn ihnen erscheint es überaus unwahrscheinlich, daß jemals ein Geschworenengericht des Staates Mississippi einen weißen Wahlbeamten, einen Sheriff, einen demokratischen Politiker oder einen Führer des »Weißen Bürgerrates« verurteilen wird, nur weil er sich ein so leichtes Vergehen, wie die Verletzung des Wahlrechts der Neger zuschulden kommen ließ. *Aus der amerikanischen Zeitschrift »The Reporter«. ** Die Vorwahlen sind Abstimmungen innerhalb einer Partei, in denen die Kandidaten für öffentliche Ämter nominiert werden. Zu den Vorwahlen sind auch Bürger zugelassen, die keine Parteimitglieder sind. Werden die Negerstimmen nicht mitgerechnet, so wird praktisch nur mit weißen Stimmen entschieden, wer als Vertreter seiner Partei für ein Amt kandidieren darf. Edward Gamarekian
Vor fünfundachtzig Jahren starb Sigmund Freud, von dem seit einhundertundfünfundzwanzig Jahren wieder und wieder variantenreich vorgetragen wird, der Mensch sei nicht Herr im eigenen Haus, der Mensch sei nicht Herr seiner selbst, das Ich sei nicht Herr im eigenen Haus, und nun, fünfundachtzig Jahre nach seiner Lebensaufgabe, einhundertfünfundzwanzig Jahre nach seiner zum Evergreen gewordenen Proposition schickt der Algorithmus, wenn es denn ein Ich gibt, sich an, so jedenfalls scheint es, Herr im Haus, im eigenen Haus des Menschen Herr, das Ich zu sein.
Wie anders kann es denn verstanden werden, wenn der Algorithmus vorschlägt, wem zu folgen wäre, was gefallen könnte, etwa fpö nein, weil vorschlägt, es könnte fpö nein, weil „Harald Vilimsky“ und „Gerald Grosz“ und „FPÖ_TV“ und „Heimo Lepuschitz“ gefallen, der Algorithmus vorschlägt, fpö nein, weil sollte „Björn Höcke“ und „Harald Vilimsky“ und „Gerald Grosz“ folgen, all das kann der Algorithmus doch nur vorschlagen, wenn er, der Algorithmus, mehr über fpö nein, weil weiß, als fpö nein, weil selbst über sich weiß, wenn der Algorithmus der Herr, das Ich im Haus von fpö nein, weil … Denn. Es muß dem Algorithmus doch bekannt sein, daß fpö nein, weil weder Gerald Grosz noch Harald Vilimsky noch FPÖ_TV noch Björn Höcke weder je gefällt noch je bereit ist, diesen zu folgen. Und dennoch schlägt der Algorithmus diese unentwegt, unbeirrbar vor.
Es kann doch auch anders verstanden werden. Der Algorithmus, auch kein Herr seiner selbst, wird verwendet, um das Geschäft von diesen zu besorgen, also auch denen einzureden, es könnte ihnen, um bei diesen Beispielen zu bleiben, ein „Gerald Grosz„, ein „Harald Vilimsky„, ein „Björn Höcke“, das „FPÖ_TV“ gefallen, die bislang davor gefeit waren, an ihnen Gefallen zu finden, die bislang davor gefeit waren, ihnen zu folgen.
Dirk Stermann, Christoph Grissemann: Meine Damen und Herren! Ein großer Applaus für Paulus Manker!
Grissemann: Lieber Paulus! Paulus Manker! Lieber Paulus!
Grissemann: Dieses Buch hat Paulus Manker herausgebracht. Alma-Mahler-Album. Es ist wirklich ein prachtvoller Bildband. Weihnachten steht mehr oder weniger vor der Tür. Ist ein tolles Geschenk, oder, kann man sagen.
Grissemann: Du gilst natürlich, ich habe das vorher schon angedeutet, als schwierig, als einer, der mit seinen Schauspielern auch nicht immer nobel umgeht. Wieso hat Dich eigentlich der Woke-Wahnsinn und die Cancel-Culture-Diktatur noch nicht niedergestreckt?
Paulus Manker: Ich gehe phantastisch mit meinen Schauspielern um.
Grissemann: Man hört, Du schreist herum, schlägst Leuten, die zu Besuch sind, Handys aus der Hand, weil sie nicht telefonieren sollen.
Manker: Das Publikum behandle ich schlecht.
Grissemann: Du bist ein interessanter Tyrann.
Manker: Das stimmt. Da muß man eingreifen, wenn die Leute während der Vorstellung ihre Aufnahmen machen oder dazwischen reden oder es kommt auch Nacktheit vor und sie machen blöde Bemerkungen, gibt’s ein paar auf die Finger.
Grissemann: Genau, gewalttätig.
Manker: Wie in amerikanischen Filmen die Brille aus dem Gesicht reißen und draufsteigen.
Grissemann: Wurde der Spiegel schon einmal aufmerksam auf diese Zustände am Set? Du bist geliefert jetzt.
Manker: Dein Bruder, sein Bruder, der behauptet, daß er Kulturchef vom Profil ist, traut sich nicht über Ulrich Seidl kritisch zu schreiben, weil er mit ihm seit Jahren verbandelt ist. Jetzt bist Du dran!
Grissemann: Ich gebe Dir hier das Forum, etwas Kritisches über Ulrich Seidl zu sagen. Was hat er sich denn zu Schulden kommen lassen?
Manker: Es ist ein zweischneidiges Schwert.
Manker: Ich habe auch einmal mit ihm eine Theaterproduktion abgebrochen.
Grissemann: Was kann man ihm vorwerfen, dem Sparta-Dreh?
Manker: Ich weiß es nicht.
Grissemann: Ich weiß es nicht. Interessante Antwort. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Manker.
Manker: Ich war nicht in Rumänien, ich kann jetzt weder was Schlechtes noch was Gutes sagen. Die haben eine große Besonderheit und Qualität, die Filme vom Seidl.
Grissemann: Das habe ich nicht gefragt. Ich habe gefragt, welche Vorwürfe.
Manker: Er ist schon in der österreichischen Filmlandschaft ein ganz Besonderer. Man muß ihn nicht mögen, aber der internationale Success und die Bedeutung, die er für unser Land bringt, ist beachtlich.
Grissemann: Das waren also die Vorwürfe gegen Ulrich Seidl, während des Sparta-Drehs.
Manker: Ich habe Seidl nichts vorzuwerfen, er ist kontroversiell, der Künstler hat kontroversiell zu sein.
Stermann: Du bist selber kontroversiell. Ich wollte Dich was fragen. Ich bin seit 35 Jahren in Wien, ich weiß nicht wie oft ich gelesen habe, daß Dun ein Enfant terrible bist.
Manker: Irgendein blöder Journalist hat das erfunden, alle anderen haben es abgeschrieben, weil sie zu blöd sind, sich was Neues auszudenken.
Das sind Zitate aus dem Geplänkel Grissemann-Stermann-Manker vom 13. September 2022. Willkommen Österreich. Daß es hierbei nicht nur, einfach wie kurz gesagt, um „Gags, Gags, Gags“ geht, offenbart vor allem der Teil über den Bruder des einen Moderators. Es wird ernst, wenn es um Verwandschaftliches, wenn es um Verbandelungen geht. Wenn das angesprochen wird, was in Schweigen, Österreich nicht anzusprechen ist, vor allem dann, wenn dabei Verbandelungen, Verwandschaftliches … Es darf lustig zugehen, wenn es gegen Dritte geht, was für ein „Gag“, er gehe phantastisch mit seinen Schauspielern um, nur das Publikum behandle er schlecht …
Gegen das Schweigen – Machtmissbrauch bei Theater und Film: Paulus Manker scherzt öffentlich unverhohlen über seinen Umgang mit Schauspielenden.
Grissemann: 60 ist er vor kurzem geworden. Hier ist der phantastische Paulus Manker.
Grissemann: Du bist eigentlich ein sehr liebenswerter Mensch, wie wir vorher erwähnt haben.
Grissemann: Und die Schauspieler, die mit Dir gearbeitet haben, berichten davon, daß es phantastisch war, daß Du natürlich ein Besessener bist, daß es auch viele blaue Flecken gibt. Du verlangst den Schauspielerinnen
Manker: Nur auf der Seele.
Grissemann: Na, auch an den Armen.
Stermann: Ist das weniger schlimm?
Manker: MeToo ist an mir spurlos vorübergegangen.
Grissemann: Ja, das hat mich auch gewundert, daß Dein Name nie auftaucht.
Manker: Nicht der Funke eines Verdachts.
Stermann: Warst du enttäuscht oder warst Du
Manker: Bissel schon. Ich habe mir schon etwas erhofft, daß man
Grissemann: Ja.
Stermann: Aber Du hast zum Beispiel mit der
Manker: Aber ich habe sehr viel Geld und habe das natürlich so erledigt.
Gegen das Schweigen – Machtmissbrauch bei Theater und Film: Am Ende lehnt Paulus Manker ein Interview erneut ab. Wir senden Paulus Manker daher per Mail Fragen und eine Liste mit allen Vorwürfen. Daraufhin antwortet sein Anwalt. Selbstverständlich werde sich seine Mandantschaft zu unseren entbehrlichen und völlig unangemessenen Fragestellungen nicht äußern. Und er schreibt: Ich ersuche um Verständnis, daß meine Mandantschaft kein Interesse daran hat, offensichtlich provokative Anfragen zu beantworten. Er kündigt stattdessen eine Rufschädigungsklage an.
Am 20. Februar 2024 dankt Gerald Grosz auf oe24.tv Moderator Fellner für sein Entgelt:
Gerald Grosz: Ich muß ehrlicherweise sagen, selbst wir in diesem Zwetschkensender haben mehr Marktanteil als der Herr Böhmermann im Öffentlich-Rechtlichen. Das mußt auch einmal zusammenbringen. Nur der Herr Böhmermann verdient Millionen. Wir, wie gesagt, Zwetschken – Danke, Niki!
Als was könnte die Arbeit mit fester Arbeitszeit, die von dieser Anstalt wie von jeder Fernsehanstalt durch ihre Programmsendeleiste vorgegeben sein wird, wie in einem Dienstverhältnis er es sich also nicht frei einteilen wird können, wann er zur Arbeit aufbricht, wann er mit seiner Arbeit aufhört, von ihm und den weiteren bei den Fellners bezeichnet werden? Als Stellenbeschreibung kann die Bezeichnung „Kommentator“, mit der heute, am 28. Februar 2024, Karl Wendl Peter Westenthaler vorstellt, genommen werden, und auch eine weitere, die von Peter Westenthaler ebenfalls unwidersprochene von Karl Wendl mehrmals vorgebrachte Bezeichnung: „Kolumnist“ —
Karl Wendl: Auf dem Ticket der FPÖ am Küniglberg künftig tätig sein. Ehrenamtlich. Peter Westenthaler ist unser erfolgreicher Kolumnist hier bei uns oe24.tv und jetzt das Engagement beim ORF. Peter Westenthaler: Zunächst ist mir einmal wichtig, alle Seher von oe24.tv zu beruhigen, ich bleibe euch erhalten, also die Sendung ist davon nicht berührt. Mittwoch Fellner-Live Cap-Westenthaler, Donnerstag Wahlbarometer, das geht so weiter. Es ergänzt sich sogar ganz gut, weil dann kann ich immer gleich aus den Sitzungen des Stiftungsrates berichten.
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