Die Helfer der Organisierten Glauben – Teil 1

Die Helfer der Organisierten Glauben I

Berichte als Beispiele allein aus der Woche 8. bis 12. April 2013: Rußland, Israel …

Ab 15. April 2013 gibt es in Österreich die Möglichkeit, ein Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu unterschreiben, und, es ist wohl nicht unrichtig mit Blick auf die mediale Berichterstattung und Kommentare wenige Tage davor von dem Eindruck schreiben zu können, es werden die Reihen geschlossen, die Helfer der Organisierten Glauben abkommandiert und kommandieren sich selbst ab, für die Organisierten Glauben in die Tasten zu hauen, den Organisierten Glauben beizustehen, als wären Organisierte Glauben Bedrängte, der Schutzlosigkeit und der Willkür machtlos und ohnmächtig Ausgelieferte …

Jedoch die Helfer der Organisierten Glauben (da dies aber vorwiegend Männer sind, kann oder muß sogar darauf verzichtet werden, von Helferinnen zu schreiben) können ihren ihnen gegebenen und selbst befohlenen Auftrag zum Beistand der Organisierten Glauben nur erfüllen, indem sie in die Theorie ausweichen, von der rechtlich abgestützten Praxis aber schweigen, wobei ihnen allerdings auch die Theorie zum Irrtum gerinnt, sie können dabei darauf vertrauen, das werde ihnen nachgesehen werden, weil es eben um das sogenannte Höchste geht, um Transzendenz, um Spiritualität, deren Samen und Eizelle – ohne daß dies den Menschen in seiner paradoxalen Verfaßtheit stören würde – der Irrtum ist …

Jedoch die Helfer der Organisierten Glauben können ihre Mission des Beistandes der Organisierten Glauben vollends nur dann erfüllen, wenn sie nicht nur in die Theorie flüchten, sondern zusätzlich – eigentlich die Hauptvoraussetzung dafür – die rechtlich abgestützte Praxis der Organiserten Glauben in der Welt ausblenden …

Um aber nicht im allgemeinen zu verbleiben, sollen exemplarisch zwei Veröffentlichungen konkret angesprochen werden: einmal jene von Josef Christian Aigner vom 1. April 2013, einmal jene von Rudolf Langthaler vom 10. April 2013 …

Bereits mit seiner Überschrift „Wissenschaft statt oder als Religion?“ will Josef Christian Aigner nicht dazu beitragen, die Fronten aufzulösen, die Krieger arbeitslos zu machen, sondern ganz im Gegenteil, er will die blutige Fahne mit  der uralten Parole „Glaube oder Unglaube“ wieder kräftig wehen lassen, er will sie voran tragen, ohne dabei erkennen zu wollen, daß seine Fragestellung die falscheste ist, die es nur geben kann, ohne dabei sehen zu wollen, daß es in der Menschheitsgeschichte eine Entwicklung gab, die diese Gegenstellung längst schon obsolet machte …

Aber gegen wen trägt Josef Christian Aigner diese Fahne bereitwillig tatsächlich voran ins Feld? Es sind die Organisierten Glauben selbst. Denn alles, was er vermeint gegen die „Wissenschaft“ vorzubringen, bringt Josef Christian Aigner tatsächlich gegen die Organisierten Glauben vor … Im Vergleich von Wissenschaft und Religion in bezug auf Praxis, auf gesellschaftliche Gegegenheiten und rechtliche Bedingungen zeigt es sich, wie sehr die Kritik von Josef Christian Aigner in Wirklichkeit nicht eine an der Wissenschaft ist, sondern eine an den Organisierten Glauben selbst, für die er meint das helfende Wort …

… Die Meinung einer einzelnen Naturwissenschafterin dient Josef Christian Aigner für seine Kritik an der gesamten Wissenschaft, geradeso, als ob eine einzelne Naturwissenschafterin  die gesamte Wissenschaft zu vertreten befugt wäre, als ob eine einzelne Naturwissenschafterin Stimme wäre für die gesamte Wissenschaft, als wäre ihre Haltung zur Religion die Haltung der gesamten Wissenschaft zur Religion. Damit aber beschreibt Josef Christian Aigner tatsächlich nur die gängige Praxis von Angestellten der Organisierten Glauben.

… Es mag sein, daß diese eine Naturwissenschafterin, wie es ihr Josef Christian Aigner vorhält, ihren eigenen fachlichen Wahrheits- und Wirklichkeitszugang absolut setzt und andere Haltungen und Zugänge, die nicht auf ihrer Logik basieren einfach als Unsinn diffamiert. Das aber kann menschemäß erstens jedem Menschen unabhängig von seinem Beruf im Grunde vorgehalten werden, zweitens ist diese ihr unterstellte Absolutsetzung eine individuelle und nicht im Namen der gesamten Wissenschaft. Damit beschriebt Josef Christian Aigner aber tatsächlich nur die gängige Praxis von Angestellten der Organisierten Glauben.

… „Gebildeterweise“ möchte Josef Christian Aigner „eher mit Schaudern darüber nachdenken, wie oft auch die exakten Wissenschaften sich schon geirrt haben und was alles mit ihnen angerichtet werden kann, wenn sie sich als oberste Urteilsinstanz über Wert- und Normensysteme gerieren, die niemals verifizierbar oder messbar sein können.“ Damit beschreibt Josef Christian Aigner aber tatsächlich die Organisierten Glauben. Allerdings muß hier zur Verdeutlichung die aignerische Aussage ein wenig korrigiert werden. Mit Schaudern kann nachgelesen werden, nicht was mit Organisierten Glauben angerichtet werden kann, sondern was Organisierte Glauben aktiv angerichtet haben und anrichten. Im Gegensatz zu Organisierten Glauben prüfen und erkennen Wissenschaften selbst, wann sie sich geirrt haben, und berichtigen ihre Irrtümer, beharren nicht darauf im Irrtum zu bleiben.

… Schmähungen der Religion wie die der Naturwissenchafterin findet Josef Christian Aigner indiskutabel. Damit formuliert er tatsächlich eine Aufforderung an die Organisierten Glauben, deren gängige Praxis es nicht ist, apersonal und theoretisch zu schmähen, sondern praktisch ganz direkt und konkret Menschen, die nicht nach ihren Vorstellungen bereit sind das Leben zu führen, nicht dazu bereit sind, von ihnen sich ihr Leben führen zu lassen.

… Kaum eine Schrift von Freud ist für Josef Christian Aigner so von Brüchen und Widersprüchen getragen wie jene zur Religionskritik. Eine exakte Bescheibung – allerdings von allen Schriften der Organisierten Glauben.

… „Von exklusiven Wahrheitsansprüchen aber, die zudem von vielen Menschen als herabwürdigend empfunden werden, sollten Wissenschafter/-innen besser Abstand nehmen“, schreibt Josef Christian Aigner abschließend. Eine weitere Aufforderung an die Organisierten Glauben, eine weitere Beschreibung der gängigen Praxis der Organisierten Glauben.

Um den ersten Teil zusammenfassend abzuschließen:

… Während es für Wissenschaften gesetzliche Auflagen gibt, an die sie sich zu halten haben, die ihnen Beschränkungen auferlegen, gibt es zum Vorteil von Organisierten Glauben Sondergesetze, denen alle in einem Staat Lebenden unterworfen sind. Als ein Beispiel dafür können die Versanstaltungsgesetze genannt werden.

… Während Förderungen für wissenschaftliche Publikationen gestrichen werden, werden gleichzeitig Organisierte Glauben qua Steuerabsetzbarkeit massiv gefördert.

… Während von Wissenschaften keine Forderungen nach Gesetzen bekannt sind, etwa Kritik an ihnen unter Strafe zu stellen, oder das Leben gehorsam nach den „Werten, Normen“, die von Wissenschaften absolut als wahr und unumstößlich gesetzt werden, fordern Organisierte Glauben permanent ebensolche Gesetze ein.

… Während Wissenschaften weder mit einem demokratischen noch mit einem undemokratischen Staat einen Vertrag abgeschlossen haben, der den Staat verpflichtet, in seinen Schulen ihre Logos aufzuhängen, hat beispielsweise die demokratische Republik Österreich eben eine solche Vereinbarung mit dem absolutistisch regierten Kleinststaat in einem Grätzel von Rom.

Um einen Vorgriff auf den zweiten Teil zu machen, in dem es um die Verfügbarkeit von Zitaten anhand des Artikels von Rudolf Langthaler gehen wird, will schon einmal gefragt werden, welcher Wissenschafter oder welche Wissenschafterin verlangt, was ein „moderner Agitator“ verlangt, wie jener in „Gottes Eifer“ zitierte:

Der Gläubige soll schlaflos sein, solange er in einem nicht-islamischen politischen System lebt, sein Leben findet nur Sinn, wenn es der Abschaffung der fremden Vormacht geweiht ist. Wer in diesem Kampf fällt, hat seinen Platz im Paradies sicher; Ungläubie hingegen, die im ungerechten Streit mit Muslimen ums Leben kommen, fahren ohne Zwischenhalt in die Hölle.

Peter Sloterdijk zitiert dies nicht aus einer Schrift, die vor Jahrhunderten geschrieben wurde, sondern aus einem in Karlsruhe veröffentlichten Buch aus 1995: „Als Muslim leben“.

Bei Freiheitlichen als Arbeitnehmer aber ein armes Schwein

Die Freiheitlichen haben also das Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitnehmer mit sofortiger Wirkung aufgelöst, weil dieser Sprüche verbreitet haben soll, die …

Als Arbeitnehmer bei den Freiheitlichen ein armes Schwein

Aber Hans-Jörg Jenewein ist ein Mandatar … Aber Johann Gudenus ist ein –

Dazu muß wieder einmal festgestellt werden, daß bei den Freiheitlichen die Arbeitnehmer die politische Verantwortung zu übernehmen haben, und nicht, wie politgemäß sonst gesagt wird, die gewählten freiheitlichen Funktionäre und Funktionärinnen … Es ist daher äußerst unklug, für die Freiheitlichen zu arbeiten. Wer also meint, mit seiner oder ihrer Gesinnung bei den Freiheitlichen am besten aufgehoben zu sein, sollte bei den Freiheitlichen nicht als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin anheuern, sondern ausschließlich als Funktionär und Funktionärin, die, dann einmal in den Nationalrat, in den Bundesrat, in das EU-Parlament, in die Landtage, in die Gemeinderäte gewählt, den besten Schutz genießen, davor sicher sein können, je politische Verantwortung übernehmen zu müssen, je Konsequenzen etwa durch Rücktritte ziehen zu müssen …

Es ist aber nicht so, daß die Last der Verantwortung allein von den gewählten Freiheitlichen ihrer Belegschaft aufgebürdet wird, sondern es wird auch von anderen, die keine freiheitlichen Mandatare und Mandatarinnen sind, geradezu erwartet,  daß die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen allein die politische Verantwortung übernehmen, während von Mandatarinnen und Mandataren nur eines erwartet wird, ihre Angestellten dafür zu kündigen, wofür sie selbst nicht …

NS Wie auf der carte postale¹ zu lesen ist, hat Hans-Jörg Jenewein sich zu dieser aktuellen Auflösung eines Beschäftigungsverhältnisses geäußert -, Hans-Jörg Jenewein ist Mandatar …

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Zur Nachlese:

O ehrenreich’ Obrigkeit, was habet Ihr nur schlimm’ Mitarbeiter

Was unterscheidet Harald Stefan von Jan Ackermeier

Die Website des III. Präsidenten NR der Rebublik Österreich

Barbara Prammer fordert Entfernung des Angestellten, der für Martin Graf politisch verantwortlich ist

Johann Gudenus schreibt einen treuen Brief

Welche Quellen nutzen Abgeordnete

Heinz-Christian Strache schenkt Andreas Mölzer einen Odin Wiesinger

Statt Exkursionen nach Mauthausen sollte Beatrix Karl welche in ihr Justizministerinbüro veranlassen

¹ Quellen: Profil, 30. September 2010. OTS-Aussendung FP, 10. April 2013. Der Standard Online 14. Jänner 2009.

Der befleckte Schoß ist fruchtbar noch – Jesus Christus als König, Abgeordnete hinter Mauern

Es wollte eigentlich übergangen werden, was für eine absonderliche Idee ein Anhänger eines Organisierten Glaubens auch heute noch gebieren kann, konkret ist Lech Walesa damit gemeint, der im polnischen Parlament Abgeordnete hinter eine Mauer sperren will, und, es wollte eigentlich nicht noch einmal angesprochen werden, daß es in Polen Abgeordnete und eine christliche Bewegung gibt, die noch heute Jesus Christus zum polnischen König ausrufen wollen …

Der befleckte Schoß ist fruchtbar noch - Abgeordnete hinter Mauern

„Jesus Christus ist König des Universums. Bürger, die Pflicht haben, Christus öffentlich zu ehren und ihm Gehorsam zu leisten.“ Grundsätze der ethischen Lehre von Josef Spindelböck?

Doch das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien in Österreich, das mit 15. April 2013 zum Unterzeichnen aufliegt, und vor allem die damit verbundenen Diskussionen lassen es nicht zu, diese Ideen von Menschen eines Organisierten Glaubens, in diesem Fall des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche, in Polen zu übergehen, denn zum einen sind Polen und Österreich durch die Europäische Union miteinander verbunden, zum anderen sind auch in Österreich Menschen mit Ideen und Ansprüchen professionell am Werk, die wohl kaum, um ein derzeit aktuell berüchtigtes Schlagwort zu verwenden, mit „direkter Demokratie“ in Einklang zu bringen sind, im Grunde mit keiner wie auch immer verfaßten Demokratie …

Konkret soll damit Josef Spindelböck angesprochen werden, römisch-katholischer Geistlicher, katholischer Theologe und Professor für Moraltheologie und Dozent für Ethik …

Ethik … Fand Josef Spindelböck keine geeigneten Schriften, sah er sich deshalb genötigt, um in St. Pölten Ethik zu lehren, eigene Skripten zu erstellen? Wie 2005 die Enzyklika „Quas primas“ von Papst Pius XI. –, ein Text, für den zu schreiben der Antrieb gewesen sein muß, so oft wie möglich das Wort König in unterschiedlichen Variationen und Verbindungen verwenden zu können. Auf gerade einmal siebzehn Seiten kann König sechsundsiebzig Male gelesen werden …

Ist das die Ethik, die Josef Spindelböck lehrt?

Christus soll also herrschen über den Verstand des Menschen, der in vollkommener Unterwerfung seiner selbst den geoffenbarten Wahrheiten, den Lehren Christi fest und beständig beipflichten muß; herrschen soll Christus über den Willen, der den göttlichen Gesetzen und Vorschriften folgen muß; herrschen soll er über das Herz, das die natürlichen Gefühle zurückdrängen und Gott über alles lieben und ihm allein anhangen muß; herrschen soll er im Leibe und in seinen Gliedern, die als Werkzeuge oder, um mit dem Apostel Paulus zu reden, als Waffen der Gerechtigkeit für Gott [41] zur inneren Heiligung der Seele dienen sollen.

Gebe Gott, Ehrwürdige Brüder, daß auch die Fernstehenden zu ihrem Heile nach dem sanften Joch Christi verlangen und es auf sich nehmen, und daß wir alle, die wir durch Gottes barmherzigen Ratschluß seine Hausgenossen sind, dieses Joch nicht mit Widerwillen, sondern mit Hingabe, mit Liebe und in heiliger Ehrfurcht tragen. Dann werden wir durch ein Leben, das ganz den Gesetzen des Gottesreiches entspricht, eine reiche Ernte guter Früchte einheimsen und, einst von Christus als gute und treue Diener befunden, in seinem himmlischen Reiche der ewigen Seligkeit und Herrlichkeit teilhaftig werden.

41 Für die Staaten aber wird die alljährliche Feier dieses Festes eine Mahnung sein, daß die Staatenlenker und Behörden, so gut wie die einfachen Bürger, die Pflicht haben, Christus öffentlich zu ehren und ihm Gehorsam zu leisten. Sie wird stets den Gedanken an jenes Jüngste Gericht in ihnen wachhalten, bei dem Christus, der aus dem öffentlichen Leben verbannt und aus Verachtung vernachlässigt und übergangen wurde, unerbittlich streng solch schmähliche Mißhandlung rächen wird. Es ist eine Forderung seiner göttlichen Würde, daß die ganze menschliche Gesellschaft sich nach den göttlichen Gesetzen und den christlichen Grundsätzen sichte, sowohl in der Gesetzgebung und in der Rechtsprechung, wie auch in der Heranbildung der Jugend zu gesunder Lehre und zu sittlicher Unbescholtenheit.

Papst Pius XI., der für Josef Spindelböck noch heutzutage ein erster Ideenbringer zu sein scheint, wenn er sogar seine Enzyklika, aus der die obigen Zitate entnommen sind, als HTLM-Format erstellt und verbreitet, Papst Pius XI. war der absolutistische Herrscher des Kleinststaates in einem Grätzel von Rom zur Zeit, als zwischen Österreich und ebendiesem Grätzelstaat das Konkordat, der Vertrag also zwischen einem absolutistischen Herrscher und einem Diktator …

Bringt Josef Spindelböck in der niederöstereichischen Ethikkommission, deren Mitglied er ist, Zitate beispielsweise aus dieser Enzyklika als Wortspende ein?

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Organisierte Glauben

Werner Faymann ist dafür, die Gier des Stuhls in der Verfassung auch noch zu verankern

Pussy riot – The Unnamables for the russian orthodox church

Schluß mit den Sondergesetzen für Organisierte Glauben

Der von Oskar Deutsch angekündigte Mißbrauch des Gesetzes gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung

Kuwait ist, freuen Sie sich, Martin Mosebach, bald das Tor zum Paradies für absolut große Kunst

Eine Reliquie von Karl Habsburg beim österreichischen Bundesheer zum Anbeten

Christoph Schönborn löst ein Rätsel auf

Headquarters with terror camp of Religions at Vienna?

Verpflichtendes Kindergartenjahr für Christoph Schönborn

A Letter from Saudi Arabia – Where Dialogue Center is simply and democratically called: Secret Police

Abdullah-Center – The King and Spindelegger

„Koran“, „Bibel“ für jeden Haushalt – „Mein Kampf“ auch noch?

Klamauk: die Eintrittskarte in den ORF

Wer Kirchenbeitrag zahlt, fördert vor allem ihre Rechtezertrümmerer

Evangelum – Weisung zur Nichtbefolgung staatlicher Vorschriften

Die gedrehte Wahrheit von Christoph Schönborn

Organisierte Glauben

Léon Bloy, Jorge Mario Bergoglio, Andreas Laun und die freiheitliche ZZ – Zwischenstände der Umfragen

Vor kurzem wurde geschrieben, es werde wieder einmal Zeit, die Zwischenstände der beiden Umfragen bekanntzugeben. An den Werten von Dr. Martin Graf hat sich nichts geändert: unverändert schlecht. Auch die Abgeordneten, die ihn zu ihrem III. Präsidenten NR wählten, können nach wie vor nicht überzeugen, daß ihre Wahl eine Wahl war, die deren Verbleib im Parlament mehrheitsfähig rechtfertigte …

Zwischenergebnisse Umfrage Freiheitliche 7-4-2013Es könnten diese zwei Umfragen beendet werden, da, wie zu lesen war, Dr. Martin Graf kein weiteres Mal für diese Position kandidieren werde, aber es werde für diese Position Norbert Hofer kandidieren wollen, wenn die Freiheitlichen in der nächsten Nationalratswahl wieder drittstärkste Partei werden sollte … Und Norbert Hofer würde sogar die erste Nationalratspräsidenten Mag. Barbara Prammer wählen wollen -, ausständig ist noch ihre Erklärung des Unterschieds zwischen Martin Graf und Norbert Hofer, zwischen einem Freiheitlichen und einem Freiheitlichen … Soher sind diese zwei Umfragen noch nicht zu beenden, sind Sie weiter herzlich dazu eingeladen, sich an diesen zwei Umfragen zu beteiligen, aber denken Sie dabei nicht nur an Martin Graf, dessen Name in diesen zwei Umfragen im Grunde nur exemplarisch steht, exemplarisch für Freiheitliche, auch konkret exemplarisch, beispielsweise für Ing. Norbert Hofer

So weit, so fad …

Damit das Veröffentlichen der Zwischenstände, also des Unveränderten, nicht allzu fad ist, auch Ihnen als Leser und Leserin dabei nicht das Gähnen kommen muß, wurde ein wenig in der aktuellen Ausgabe der freiheitlichen ZZ geblättert, durchaus zu Erheiterung, ebenso zur Erhellung der Widersprüchlichkeit, auch zur Klärung der Frage, was an Léon Bloy findet die freiheitliche ZZ derart faszinierend, daß sie ihn für überschriftentauglich hält … Papst Franziskus denkt bei Léon Bloy an den „Teufel“ und G. Schneeweiss-Arnoldstein wird an den „Antisemiten“, wie er vom argentinischen Dichter Jorge Luis Borges genannt wurde, denken, darf vermutet werden, wird beispielsweise berücksichtigt, welche Website dieser für die freiheitliche ZZ Schreibende betreibt

Erheiternd und widersprüchlich daran ist, daß Freiheitliche zwar einen Kampf gegen Bettler und Bettlerinnen führen, zugleich aber den Bettler Léon Bloy prominent in ihrer ZZ platzieren. Andererseits erkennen sich möglicherweise Freiheitliche, was das Widersprüchliche und das Erheitende aufheben würde, in Léon Bloy beschrieben, wie etwa von Raoul Vaneigem in „Léon Bloy über das Grab von Huysmans“:

Im Unterschied zu Zola, den er verabscheut, hat Bloy das Verdienst, die Arbeit und ihren Stumpfsinn nicht zu verherrlichen. Um die Vorzüge der Bettelei besser rühmen zu können, entwirft er stattdessen mit großer Präzision einen Überlebensplan. Die Glut seiner Freundschaften und die Heftigkeit der Brüche, die nach kurzer Zeit erfolgen, passen zur Ausübung einer Kunst der Lobpreisung und der Verfluchung, die von seinem Geldbedarf, den Kompensationen des Renomees und dem Gesetz des Meistbietenden gesteuert wird. Die Beziehung zu Paul Bourget bildet in diesem Sinne die Grundlage des Modells der Freundschaft, wie Léon Bloy sie versteht. Als der Autor des „Disciple“ von ihm die Rückzahlung einer bestimmten Geldsumme verlangt, die er ihm vorgestreckt hat, antwortet Bloy sogleich: „Trauriger Bourget, ich hatte gehofft, dass Sie mir einen interessanten Brief schreiben und Sie schreiben mir einen lächerlichen Brief …“.

Geboren 1846, konvertiert 1869, gestoren 1917, hat Bloy einen besonderen Starrsinn an den Tag gelegt, um den Weg zu verfolgen, der von der Verachtung seiner selbst zur Verachtung der ganzen Welt führt.

Ob Jorge Mario Bergoglio mit dem nunmehrigen Pseudonym Franziskus oder G. Schneeweiss-Arnoldstein  beispielsweise auch die folgenden Zeilen von Léon Bloy je öffentlich zitieren werden?

Ich möchte einen Krieg, den noch nie da gewesenen Krieg, den apokalyptischen Krieg, der von Hello vorausgesagt und erwartet wurde, der hier ist und der aus seinem moralischen und körperlichen Leben ein einziges und andauerndes Geheul macht (…) Ich sage, dass ich den Krieg möchte, weil jede andere Existenz für mich offensichtlich unmöglich ist. Das Kloster will mich nicht, die feine Gesellschaft stößt mich zurück, der Journalismus kotzt mich an, meine Freunde sind machtlos, und der Rest der Schöpfung passt nicht zu mir.

Und Andreas Laun sieht die „dringende Notwendigkeit einer Neuevangelisierung“. Es will gar nicht gewußt werden, was Andreas Laun möchte, der der Politik unhaltbar projektiv unterstellt, sie sei froh, wenn Christen zurückgedrängt oder sogar ausgerottet … Derart diffus kann nur reden -, schlagen Sie nach bei E. M. Cioran, nicht nur dieser Schriftsteller hat alles gesagt, was zu sagen ist, von Paulus bis …

PS Der im Zitat von Léon Bloy angesprochene Hello war ein französischer Schriftsteller und Philosoph, „dessen Denken vom Katholizismus und einer nahezu mystischen Frömmigkeit geprägt war“.

R. K. Höfer und sein unzulänglicher Versuch der Diffamierung des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien

Es gibt keinen hinterhältigeren, es gibt keinen widerwärtigeren Versuch, das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu verunglimpfen, als den von Rudolf K. Höfer in der Tageszeitung „Die Presse“ vom 5. April 2013. Und zugleich ist es auch der Unzulänglichste. Denn eine Debatte über die Organisierten Glauben damit diffamieren zu wollen, es wären hier „NS-Nachläufer“ dabei, die sich „NS-Gedankengänge zu eigen machen“ und „Festhalten an NS-Gedankengut“, ist in dieser Schäbigkeit nicht zu überbieten …

Rudolf K Höfer - Unzulänglicher VersuchEs muß soher dem Historiker Rudolf K. Höfer deutlich gesagt werden, Geschichte ist mehr und Geschichte ist vor allem nicht eingegrenzt auf die madigen zwölf Jahre der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des Deutschen Reiches, und mehr noch, die Geschichte der Organisierten Glauben ist nicht vorbei, die Organisierten Glauben sind  unter stolzer Berufung auf ihre Geschichte weiter tätig …

Und es muß der Historiker Rudolf K. Höfer deutlich aufgefordert werden, nicht dazu, Geschichte zu lernen – die wird er wohl gelernt haben –, sondern dazu, Geschichte in ihrer Gesamtheit zu sehen, das Starren auf die madigen zwölf Jahre der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des Deutschen Reiches endlich aufzugeben, um beispielsweise die Geschichte der Organisierten Glauben in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, und hier vor allem die Weigerung der Organisierten Glauben zu berücksichtigen, mit ihrer Geschichte glaubwürdig brechen zu wollen …

(Einen glaubwürdigen Bruch mit ihrer Geschichte aber können Organisierte Glauben nur durch deren eigene Auflösungen vollziehen und durch deren Neugründungen, die keinen Zweifel daran lassen, daß sie noch das Geringste mit dieser geschichtlich am längsten währenden Grausamkeit zu tun haben, weder mit ihren Handlungen noch mit ihren weltanschaulichen Ausrichtungen …)

Und es muß dem Historiker Rudolf K. Höfer auch deutlich gesagt werden, um Organisierte Glauben in ihrer Gesamtheit in ihrem heutigen Wirken zu beurteilen, darf Österreich nicht als Maß für die Welt genommen werden, obgleich sogar in Österreich Angestellte und Mitglieder der Organisierten Glauben auftreten im Anspruchswahn der Allmacht, deren verbale Hartherzigkeit, deren verbale Unerbittlichkeit gegen den Menschen, deren Auslöschungsphantasien …

PS Die Unzulänglichkeit des höferischen Versuches beginnt bereits mit dem ersten Absatz, in dem er von der „außergewöhnlichen Optik“ aufgrund der „zeitlichen Nähe der Eintragungswoche zum Gedenken des vor 75 Jahren erfolgten Einmarsches der deutschen Wehrmacht in Österreich“ schreibt und zu suggerieren versucht, die Eintragungswoche sei von der „Gruppe“, die die Diskussion um die Kirchenprivilegien startete, festgelegt worden … Ein Volksbegehren kann aber von einer Initiative nur zur Durchführung beantragt werden, ob und vor allem wann es jedoch stattfindet, wird von der Behörde festgelegt. Nicht einmal die „zeitliche Nähe zum Gedenken“ an den Anschluß vor 75 Jahren kann soher dieser Initiative angelastet werden, für diese „außergewöhnliche Optik“ ist also der Staat verantwortlich zu machen, wobei hinzugefügt werden muß, diese „zeitliche Nähe“ begründet keinen Vorwurf.

PPS Es ist nicht unpikant, daß gerade die „Presse“ diesen geschichtlich unzulänglichen höferischen Versuch der Diffamierung veröffentlicht, eine Tagszeitung also, die allenthalben versucht, den Freiheitlichen ein freundliches und somit wählbares Gesicht zu erschreiben …

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Wessen Leiber hinzugeben, wessen Blut zu vergießen

Der steueretatbelastete Klassentagesausflug zu Robert Mugabe nach Rom, Grätzel Vatikan

Organisierte Glauben – Mannigfaltiger Kindesmißbrauch

Franziskus – Papst der Kadavergehorsamen

75 Jahre nach dem Anschluß an Nazi-Deutschland – Täglicher Heldenplatz ist aber heute noch immer der Petersplatz in Rom

Allzu irdische Weiterbetätiger

A letter from Saudi Arabia

Vom Wirklichkeitsriß der Gottesanbeter

Der Allmachtswahn und die Blutrünstigkeit der Organisierten Glauben

Aber die Presse läßt die Freiheitlichen nicht verkommen

Verbrennt solche Gestalten, wie …

Geschichtstafel auf dem Stephanplatz wurde entfernt

Statt Exkursionen nach Mauthausen sollte Beatrix Karl welche in ihr Justizministerinbüro veranlassen

Und unter dem Bild des mit einem gütigen Blick gemalten Opachens Leopold Kunschak

Das fällt vor allem zu dem Satz im Beantwortungsschreiben von Beatrix Karl

2013 finden erstmals Exkursionen zur Gedenkstätte Mauthausen statt, an denen jeweils bis zu 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen teilnehmen.

Kunschak Beatrix Karlein, nach denen übrigens in der parlamentarischen Anfrage nicht gefragt wurde. Was gefragt wurde, was und wie beantwortet wurde, kann zum Vergleich unter Stoppt die Rechten aufgerufen werden: „Straches Cartoon: Antisemitismus nicht relevant?“

Denn Exkursionen in die Gegenwart trügen mehr zum tatsächlich lebendigen Verstehen der Vergangenheit bei, auch mehr zum angewandten Gedenken. Über die technischen Aspekte – mehr bietet eine Exkursion in ein Konzentrationslager nicht an und mehr kann eine derartige Exkursion nicht leisten –  hinaus erschlösse sich Geschichte umfassend, machte auch Geschichte verstehbarer, etwa beim Zuhören von Beatrix Karl, wenn sie diese Beantwortung mündlich vortrüge unter dem Bild von Leopold Kunschak … Und nach einem Referat eines Historikers oder einer Historikerin die lebendige Ausseinandersetzung unter Einbeziehung des Radau-Antisemitismus von Leopold Kunschak bis hin zur Klärung des Verhältnisses von Beatrix Karl zu diesem „österreichischen Streicher“

Kreuz Christi: Lanzenscheide

Für den Puls der Organisierten Glauben ist nicht das Herz das existenznotwendige Organ, sondern die Lanze. Aber wie das Herz ohne Öffnen des Brustkorbs nicht sichtbar ist, wollen Organisierte Glauben nicht zeigen, was in ihrem Inneren schlägt, es ist die Lanze. Was für einen Aufwand betreibt heutzutage gerade der Organisierte Glaube der römisch-katholischen Kirche, um den Kern ihrer Weltanschauung zu verbergen. Und doch offenbart kein Symbol eines Organisierten Glaubens genauer das Wesen der Organisierten Glauben als jenes der römisch-katholischen Kirche – das Kreuz Christi: die Scheide der Lanze …

Kreuz Christi - LanzenscheideDie Lanzenscheide, zu sehen in der Schatzkammer in Wien als Reichskreuz,  wird in Schlachten nicht mehr vorangetragen … Die Technik des Krieges, wenigstens die Technik  hat sich geändert … Drohnen müssen nicht motiviert werden, in das Schwert, das wohl nicht ohne Grund die Form des Kreuzes erhalten hat,  sich freiwillig zu stürzen, aber in ihren Reden müssen auch heute noch die Kriegsherren, wie beispielsweise die Präsidenten der Vereinigten Staaten, Gott mit sich führen, um ihr Schlachten …

PS Jorge Mario Bergoglio mit dem nunmehrigen Pseudonym Franziskus sagte am gestrigen Freitag, die Antwort Gottes sei das Kreuz Christi: „ein Wort, das Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung ausdrücke“ … Würde heute E. M. Cioran eine Aussage von Papst Franziskus vorgelegt werden, etwa jene über die die „Berliner Morgenpost“ berichtet, mit der Frage, was er denn davon halte, wie würde seine Antwort ausfallen? Würde Cioran nicht einfach schweigend seinen Text über Paulus in „Dasein als Versuchung“ aufschlagen, um einen, beispielsweise diesen Satz von Jorge Mario Bergoglio …

Es gebe einen „blinden Laizismus, der im Namen einer vermeintlichen Verteidigung des Menschen die Werte des Glaubens und der Moral erstickt“.

Wessen Leiber hinzugeben, wessen Blut zu vergießen

Last supper is the opening supper

Nehmet den Leib und gebet ihn hin, den Euren und den der Anderen. Lasset das Blut fließen, das Eure und das der Anderen.

 

 

 

 

 

 

 

Wer kennt nicht die Einleitungsworte, wer war nicht dazu verdammt, diese hören zu müssen, wieder und wieder, und wer war nicht versucht, dabei abzuschweifen, darüber nachzudenken, wie es wohl gekommen wäre, wozu es nie kommen hätte müssen, wären diese Einleitungsworte, die von einem vielleicht so gesprochen wurden, möglicherweise aber von diesem auch gar nicht gesprochen wurden, sondern von anderen erfunden wurden, dazu bestimmt, alle zu richten, wären diese Einleitungsworte so gesprochen, so erfunden worden, wie im Rückblick auf zweitausend Jahre diese nicht symbolisch, sondern realistisch offenbaren, was in ihnen angelegt ist, hätten diese Einleitungsworte den Menschen klar und unmißverständlich dargelegt, was von ihnen gefordert wird, ihren Leib hingeben zu müssen, was ihnen abverlangt wird, ihr Blut vergießen müssen, wie viele hätten diesen aber nicht nur diesen Organisierten Glauben keine Aufmerksamkeit geschenkt, diese abgetan als für den Menschen nicht gangbare Wege, ihre Schriften und Reden im Archiv der Absurditäten und potentiellen Grausamkeiten abgelegt zur Erheiterung aber auch zur Warnung, je nicht wirklich werden zu lassen,  was blutigste Wirklichkeit …

Aber wie falsch wäre es nun zu sagen, es gehe hier wieder um Kritik an dem Organisierten Glauben der römisch-katholischen Kirche, an den Organisierten Glauben. Darum geht es nicht. Der Organisierte Glauben der römisch-katholischen Kirche hat sich selbst gerichtet, die Organisierten Glauben richten sich selbst, deren Geschichte und deren Weiterbetätigung erwirken keine Freisprüche …

Es geht, wenn es noch um etwas geht, um das Zuhören, um das Hinhören, darum, nichts auszublenden …

Und Jesus Christus ist dafür ein Beispielgeber, einer aber nicht zwingend der einzige für Organisierte Glauben, es will bis zum heutigen Tage heraus nicht gehört werden, was er auch sagte, ihm sagen gelassen wird, seine Reden über die Schwerter, die zu kaufen sind, sein Wille, die Welt in Brand zu setzen, bis sein Reich komme, keinen Frieden zu bringen, Zwistigkeit zu säen, wo fünf beieinander sind, sollen, so sein Wille, drei gegen zwei sein …

Ebenso falsch wäre es nun zu sagen, es gehe hier wieder allein nur um die Organisierten Glauben, aber in ihren Reihen stehen so viele Beispielgeber, denen unverständlicherweise Beachtung geschenkt wird, deren Reden und Schriften einzig zu ihrem Vorteil selektiv wahrgenommen werden … Nach Jesus kam Paulus, und mit ihm die Befreiung, selbst das formulieren zu müssen, was beispielsweise E. M. Cioran

Niemals genug werden wir ihm vorwerfen, daß er aus dem Christentum eine unvornehme Religion gemacht hat, er hat es zu den verabscheuungswürdigsten Traditionen des Alten Testaments zurückgeführt: Intoleranz, Brutalität, Provinzialismus. Seine Betrachtungen über die Jungfräulichkeit, die Enthaltsamkeit und die Ehe sind einfach widerwärtig. Für unsere Vorurteile in Religion und Moral ist er verantwortlich, er hat die Normen der Stupidität festgelegt und die Beschränkungen vervielfacht, die immer noch unsere Instinkte lähmen. Am heftigsten interessieren ihn die Sitten. Kaum spricht er davon, schon zittert er vor Bosheit. Man braucht nur einmal die berühmten Briefe näher zu betrachten: In ihnen wird man keine Anwandlung von Entspanntheit und Feingefühl, keinen Moment innerer Sammlung und Vornehmheit wahrnehmen können, da gibt es nichts als keuchende Wut, Hysterie gemeiner Art. Überall nur Mittelspersonen, Verwandschaftsbande, Familiengesinnung: Vater, Mutter, Sohn, Engel, Heilige, keine Spur von Intellektualität, kein genau bestimmter Begriff, niemand, der begreifen möchte. Sünden, Belohnungen, Buchführung der Laster und der Tugenden. Eine Religion ohne Wißbegier: eine Orgie des Anthropormorphismus.

Und nach Paulus kam …

Und nun mit Papst Franziskus die Weiterführung dessen, was Cioran über Paulus und damit nicht nur über Paulus … Jorge Mario Bergoglio warnt vor dem Teufel, und damit, ohne es zu wollen oder zu verstehen, auch vor Gott, denn der Teufel könnte, das fragte sich bereits vor Jahrhunderten Martin Luther, schließlich auch Gott sein … Was für ein erster Beweis der Logik von Papst Franziskus, wer nicht zu Gott bete, bete zu … Gott, freilich zu einem gemäß Kirchentradition mit einem Pseudonym …

Der Freiheitliche, der kein Engel sein kann

Jorge Luis Borges würde diesen Vers nicht akzeptieren, oder er würde ihn zumindest nicht verstehen, weil er die Freiheitlichen nicht kennt, vielleicht würde er nachsichtig fragen, wie kann aus seinem Vers vom Bettler, der ein Engel sein kann, eine Schlagzeile, in der die Freiheitliche kein Engel sein kann, abgeleitet werden, und es müßte ihm sehr lange erzählt werden, wer die Freiheitlichen sind, und möglicherweise würde er es erst verstehen können, daß Freiheitliche keine Engel sein können, wenn ihm gesagt werden würde, wer aus Deutschland und Österreich vor Jahrzehnten auf Schleichwegen in Argentinien einreisten …

Ein Freiheitlicher kann kein Engel seinEs ist ein Elend, immer wieder in die Vergangenheit gehen zu müssen, um über Freiheitliche überhaupt sprechen zu können, aber es ist eben der Ort, an dem sie leben, die Freiheitlichen, der Ort, an dem sie sich von Menschen freie Zonen wünschen, ach, wären es nur Wünsche – denn Wünsche müssen nicht erfüllt werden –, aber sie fordern menschenfreie Zonen aggressiv ein, und es ist ein Elend, daß Christschwarze und Sozialdemokratinnen dieser freiheitlichen Vergangenheit den Weg in die Gegenwart bahnen …

Nichts aus der Vergangenheit wird von den Freiheitlichen ausgelassen, um ihre aggressiven Forderungen über den tiefen Graben hinüber in die Gegenwart zu schreien – die falschen Zahlen, die Unterstellungen, diese von ihnen denunzierten Menschen würden Krankheiten „einschleppen“ und so weiter und so fort …

Es ist ein Elend, daß diese Vergangenheit nicht nur in Östereich christschwarzliche und sozialdemokratische Zuarbeiter und Zuarbeiterinnen rekrutieren kann, sondern auch außerhalb von Österreich die Zeit gegenwartsfrei machen will, wie etwa in Ungarn, auf das Freiheitliche mit Hoffnung und Verteidungsreden schauen …

NS Es sollte mit diesem gemeinsamen Auftritt, über den die Tageszeitung „Der Standard“ am 26. März 2013 berichtet, wohl der Eindruck vermittelt werden, die Freiheitlichen stünden den Kaufleuten bei, die Kaufleute wenden sich hilfesuchend an die Freiheitlichen. Tatsächlich aber traten einfach zwei Freiheitliche auf:

Wiens FP-Klubchef Johann Gudenus lässt an den Bettlern in der Bundeshauptstadt kein gutes Haar. In den Einkaufsstraßen schreckten sie die Kundschaft ab, vor Schulen und in öffentlichen Verkehrsmitteln böten sie „ein Bild des Grauens“, sagte er Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Obmann des Vereins der Kaufleute der Mariahilfer Straße, Walter Bachofner.

Walter Bachofner ist –, das kann hier nachgelesen werden … Was das Bild tatsächlich zeigt, ist ein mit Grausbirnen übermaltes Stilleben des freiheitlichen Umgangs mit Wahrheit …

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Und zur weiteren Nachlese:

Wer Gesetze absichtlich nicht versteht, ist unwählbar

In der freiheitlichen Zur Zeit hält Gerhard Kurzmann seine Bettlerschale hin

Mit den Bettelverboten auf dem Weg in die Vernichtungslager?

Menschen verbieten – der Freiheitlichen einzige und ihnen bestmögliche Antwort, schlicht auf alles

„Bevölkerung wird ausgebeutet von …“

Wer Gesetze absichtlich nicht versteht, ist unwählbar

Es funktionierte nicht einmal in einem Witz die Pointe, Freiheitliche kennen das Verbotsgesetz respektive das Wiederbetätigungsgesetz nicht, und dennoch versucht es wieder ein Schreiber der freiheitlichen ZZ, einen derartigen Witz zu erfinden, wenn Martin Pfeiffer schreibt:

Knapp an der Wiederbetätigung, meine Herren von der Linzer Johannes Kepler Universität, die Ihr diese seltsame Studie verbrochen habt!

Freiheitlicher ZZler versteht Gesetze nichtAber die Freiheitlichen, die gemäß ihrem von Ing. Norbert Hofer federführend erstellten Parteiprogramm derart treu für die deutsche Sprache, die deutsche Geschichte, die deutsche Kultur marschieren, sind zu verstehen, daß eine solche Studie, die ihre Deutschen nicht als anständig und fleißig verklären, für sie nur ein Verbrechen sein kann …

Daß Martin Pfeiffer nicht noch den Paragaphen 130 des Strafgesetzbuches gegen Volksverhetzung anführte, gegen die Herren der Johannes-Kepler-Universität, hängt möglicherweise damit zusammen, daß er selbst zu knapp an diesen Paragraphen anstreift, wenn Martin Pfeiffer schreibt:

[D]er Staat die ganze Sippe aushalten muß. [W]obei ab 2014 mit einem Zigeuner-Massenansturm zu rechnen ist.

NS Auch 2013 bleibt die freiheitliche ZZ weiter den Autoren treu -, wieder einmal wird Rudolf Hans Bartsch zur Wiederlesung von Helge Morgengrauen ehrenreich empfohlen …