Ursula Stenzel hat zwar erst am 22. September Geburtstag, aber besonders zwei Tage in der letzten Woche müssen ihr wie erste Geburtstagfeiern vorgekommen sein,
Vielleicht konnte sie am letzten Wochenende gar nicht so recht einschlafen, vor Aufregung ob der Qual, zu entscheiden, welches weitsichtigeGeschenk ihr denn nun das größere ist, das von Norbert oder das von Götz, und vielleicht schlief sie friedlich im Wissen erst ein, eine salomonische Entscheidung getroffen zu haben, beide Geschenke sind ihr gleich weitsichtig, beide Geschenke sind ihr gleichrangig, für sie beide groß und herzenslieb…
Glücklich über die weitsichtigen Geschenke erwacht, in Vorfreude darauf, welche Geschenke sie sich bis zum 22. September noch machen wird, ist es ihr eine Herzensangelegenheit, auch anderen etwas zu wünschen, auch wenn sie nicht Geburtstag haben, auch anderen etwas zu geben, genauer, zurückzugeben, auch wenn sie nicht Geburtstag haben, und wenn sie es ihrem Präsidenten erzählt würd‘, stellt sie sich vielleicht vor, wird er stolz auf sie sein und vielleicht sagen: So sind die Herzen, deren Präsident …
Doch bevor es an das Wünschen und an das Zurückgeben ging, legte sie vielleicht eine recht gut erhaltene Platte von Heino auf: „Treue Bergvagabunden“, sang mit und sang es mit dem neuen Refrain von Heino: „Deutschland braucht einen Trump.“ Und ganz erfüllt von diesem gar neuen heinoischen Refrain singt sie ihn schreibend in die Welt hinaus, am 13. September ’24 …
Am 15. September ’24 hält sie schriftlich fest:
Und Leo Kohlbauer-jetzt Lugner, den ich als sehr durchsetzungsstarken Gemeinderat kennengelernt habe, führt derzeit einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Warum nicht? Wünsche ihm viel Glück.
Es müssen für Ursula Stenzel die letzten Tage aufregender gewesen sein, als es der Tag ihres Geburtstages am 22. September je noch werden könnte, zuerst Hofer, dann am nächsten Tag schon Kubitschek, dann noch Heino mit einem neuen Bergerefrain, da kann es schon passieren, etwas ungenau zu sein, aber wer würde sie deswegen schelten wollen, bei so vielen Aufregungen … Das „Mitteleuropaforum“ sei, so die Grande Dame des Präsidenten ihres Herzens, „eine parteiübergreifende Veranstaltung m Haus der Industrie.„
Wolfgang Baumann, Gemeinderat in Kleinzell für die übergreifende Partei der Unabhängigen, Wolfgang Baumann, Bezirksspitzenkandidat für die Landtagswahl der übergreifenden Partei der Unabhängiginnen, und so unabhängig übergreifend ist es folglich nur recht, dass ein Unabhängiger eröffnet, das Eröffnungsreferat und dann
Dieser Freitag ist ein regnerischer Tag, und soher die Regenschirmmitnahme durchaus verständlich. Gleich wie das Wetter ist, diese Menschen sind nie ohne Schirm unterwegs, als wären ihnen die Schirme ihre
Wo sonst auch als in der Wehrgasse könnte sich diese „gehobene Schicht“ treffen, ein Gassenname, als wäre er ihr Schicksal, ihr gesamtes Programm, titelgebend Die Wehr … In der Wehr treffen sie sich also, beschützt hinter ihren Festungsschirmmauern erreichen sie die Wehr, um in der sala terrana ihr Treffen, so verbunden mit dem Boden ist die „gehobene Schicht“,
daß sie ihr Treffen nicht im ersten Stock, nein, ganz und gar volksverbundenzu ebener Erd‘ —
In der Wehr zu ebener Erd‘ muß an diesem Freitag die Journalistin in Rente sogleich Heimat atmen, trifft sich doch hier auch die „Runde der Chefredakteure“ der Medien der „gehobenen Schichten“, die für sie wohl auch alternativlos,
die Grande Dame aus der „gehobenen Schicht“, wird im Ferdinandihof zu ebener Erd‘ sich ganz in der Heimat gefühlt haben können, wenn die „Runde“
der reichlich Redlichen je tatsächlich in der Wehr waren, je den Saal zur ebenen Erde gefunden haben, schrieben sie doch im April ’24 in die Einladung: „Runde der Chefredakteure im Ferdinandihof IV“ …
„IV“, darf angenommen werden, steht für den Bezirk, also für den vierten Bezirk, aber der Ferdinandihof, die Wehrgasse 30 ist im Bezirk V, also im fünften Bezirk. Sie werden wohl trotzdem hingefunden haben, weil sie wissen, es ist im fünften Bezirk, und die „IV“ hat für sie eine andere Bedeutung, eine von der Vorsehung ihnen gegebene, Verheißung des Reiches IV, der „Ferdinandihof IV“ Rückkehr in ihr Zuhause, in der ihnen jede Runde, jedes Treffen eine Runde in ihrem vierten …
So gesinnungsgemäß eben wie jetzt im September ’24 der „kleine Mann“ sagt, er kenne keine Rechtsextremen und kann soher auch keine Rechtsextremen sehen, wen er hingegen kennt, sind die Höckes, die Kubitscheks, die …
Und was ein wiedergängerischer Tänzer ist, der weiß auch seine Beine zu schwingen, auf der Straße auf dem Lande, etwa in Deutschkreutz,
Am 14.11.2021 fand beim Grenzübergang Deutschkreutz-Kohlbenhof eine rechtsextreme Kundgebung unter dem Motto „Gegen den Asylwahn“ statt. Als Organisatorin trat die „Freiheitliche Jugend Burgenland“ auf. Etwa 70 Personen nahmen daran teil. Von der FPÖ und deren Vorfeldorganisationen waren unter anderem der Wiener Landtagsabgeordnete Leo Kohlbauer, Maximilian Weinzierl, Landesjugendobmann der „Freiheitlichen Jugend Wien“, sowie das Landesvorstandsmitglied der „Freiheitlichen Jugend Salzburg“ Roman Möseneder anwesend. Zur Kundgebung hatten auch rechtsextreme „Identitäre“ aufgerufen. Fast ein Drittel der Teilnehmer*innen der Kundgebung kann dieser Gruppe bzw. deren Umfeld zugerechnet werden. Die „Identitären“ waren nicht nur als Teilnehmer*innen vor Ort, sondern unterstützten die „Freiheitliche Jugend Burgenland“ bei der Organisation der Kundgebung. Ein rechtsextremer „Identitärer“ hielt als Funktionär der „Freiheitlichen Jugend Wien“ eine Rede und gab sich als Unterstützer und Teilnehmer der rassistischen „Grenzgänger“-Kampagne der „Identitären“ zu erkennen. Auch eine Handvoll Rechtsextremer aus dem direkten Umfeld des Neonazis Gottfried Küssel nahm an der Kundgebung teil. Diese Rechtsextremen wurden bei deren Ankunft
Menschen auf Maschinen waren am 20. Juli auch zu Besuch in Wien, u. a. auf dem Stephansplatz, sie waren an diesem Tag zu Fuß in der Innenstadt unterwegs, wohl im Auftrag ihres HErrn, von denen noch zu erzählen sein wird, in einem weiteren Kapitel. Am letzten Augusttag waren wieder Menschen mit Maschinen in Wien, diesmal aber auf ihren Maschinen auf dem Stephansplatz, von einer anderen Gruppe, die ganz irdische Aufträge übernimmt: motorröhrendes letztes Geleit …
Ob Herrr Lugner vulgo Kohlbauer auch darein ein Wiedergänger sein wird, auf den zweiten Ball der „gehobenen Schichten“ einen Gast von recht hohem Ansehen zu laden, schon im nächsten Jahr?
Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt – bemühte sich doch die Kirche nach dem engen Verhältnis zu den Christlich-Sozialen der 1. Republik um Äquidistanz zu allen Parteien. Im Wahlkampf der FPÖ ist jetzt auch dieses Tabu gefallen. FPÖ-Chef […] postete auf Facebook stolz ein Video der rechten Plattform „unzensuriert“, das den Auftritt des Zisterzienser-Paters Justin Minkowitsch bei einer Wahlveranstaltung der FPÖ in St. Pölten zeigt.
„Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt“ schreibt „Österreich“ am 10. September 2024 —
Mit dem Gedächtnis ist es in Österreich nicht weit her, und kann es auch nicht sein, regiert doch das Vergessen Österreich.
Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab.
„Wahlkampfauftritt für FPÖ: Pater musste zum Rapport“, titelt „Österreich“. Sein Angestellter, Justin Minkowitsch, hat wohl einfach vergessen, mit wem wo zu welchem Anlaß er aufzutreten, sich fotographieren zu lassen hat.
[F[eierte Abt Pius am Annaberg die Festmesse anlässlich des Festes der hl. Anna. Hier ist ein Bild mit Abt Pius, Bürgermeisterin Claudia Kubelka und Pfarrer P. Justin Minkowitsch.
Claudia Kubelka ist nicht von der falschen Partei, sondern von der ÖVP —
„Im Wahlkampf der [falschen Partei] ist jetzt auch dieses Tabu gefallen“, ist in „Österreich“ zu lesen. So ist es in Österreich um Tabus bestellt, über sie soll nicht gesprochen, aber gebrochen werden. Der Angestellte vom Stifte Lilienfeld ist nicht der erste Angestelle dieses Organisierten Glaubens, der eine „Wahlempfehlung“ für eine Partei abgibt. Nur vergessen will es sein, ein Tabu will es sein in Österreich, daß etwa der hierarchisch weit über den lilienfelderischen Angestellten Stehende eine „Wahlempfehlung“ für diese Parlamentspartei und namentlich für deren Obmann
Zum „Rapport“ mußte Justin Minkowitsch, weil er vor der Kirche in Wilhelmsburg mit der falschen Partei eine Feldsturmheurigenmesse feierte, der Kardinal aber musste zu keinem Rapport, dieser höchste leitende Angestellte seines Organisierten Glaubens, und das ist kein Wunder, schließlich ging er mit einem Mann aus der für ihn als Gläubigen rechten Partei zu einer Feldmesse in die Stadthalle, um der Segnung des ….
Und „dass etwas geht“, erlebte der höchste leitende Angestellte in dieser Stadthallenfeldmesse, er wird wohl trunken vor Glauben mit seine Arme ausgestreckt, er wird wohl trunken vor Glauben freudig mit in das Gebet-denen-denen-Gegeben-wird bis zum „Amen“ …
Der stv. Kabinettschef vom christschwarzen Zurzeitigen schreibt nicht den Namen des Pfarrers, stellt sich unwissend, er will nicht einmal wissen, ob es ein Pfarrer oder ein Pater ist.
Dabei weiß sogar „Infodirekt“ den Namen und auch, daß er Pfarrer ist, das mit dem gleichen Bild wie Daniel Kosak darüber schreibt. Es ist „Justin Minkowitsch, Pfarrer von Annaberg“ …
Mitteilung des Abtes Das Stift Lilienfeld distanziert sich von der Teilnahme eines Paters an einer Parteiveranstaltung. Es handelt sich dabei um eine nicht abgesprochene Privathandlung eines Paters, der weder Pfarrer noch Kaplan ist. Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab. Das gilt natürlich auch für die Patres im Bereich des Stiftes Lilienfeld.
Diese Mitteilung ist nun, am 9. September 2024, auf der Website des Stiftes Lilienfeld zu lesen. Eine durchaus heitere Mitteilung, andere mögen diese Mitteilung anders benennen, als — Justin Minkowitsch sei also kein „Pfarrer“, läßt Abt Maurer, der sich erst vor kurzem über „Euer Wille geschehe“ erregte, mitteilen, und das ist doch heiter. Denn. Zugleich ist am 9. September 2024 auf verschiedenen Websites viel Pfarrliches zu Justin Minkowitsch zu finden: „Pfarrer in Annaberg, Mitterbach und Josefsberg“, „Pater Justin Minkowitsch, Pfarrkirche Annaberg“, „Priester-Elf mit Annaberger Pfarrer verlor gegen Italien“, „Ein dreifaches Halleluja auf den EM-Titel – Das österreichische Priesternationalteam bestreitet heute bei der Fußball-Halleneuropameisterschaft für Priester, die diese Woche in Temeswar (Rumänien) stattfindet, das Auftaktspiel gegen Topfavorit Polen. Mit dabei ist u.a. auch der Ordenspriester Justin Minkowitsch OCist aus dem Stift Lilienfeld“ —
Heiter ist doch auch, was Daniel Kosak schreibt. „Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ wäre es, wenn ein „Pfarrer/Pater“ [Pfarrer Justin Minkowitsch] bei einer FPÖ-Wahlkampfveranstaltung“ —
„Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ sei das also für des Zurzeitigen stellvertretenden Kabinettschef … Hingegen das Gebet den Regierenden Pflichterfüllung der Menschen —
„Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ sei das also für des Zurzeitigen stellvertrenden Kabinettschef, wie wahr er doch spricht, auch diesmal, wie kann eine Partei sich anmaßen, von seiner Partei, von der kosakschen Partei deren Leitglauben, deren Leittradition sich anzueignen, in den Spuren ihres „Volkskanzlers“ zu wandeln, an dessen Seite die Pfarrer, die Kaplane, die Priester,
Robert Misik schreibt am 6. September 2024 über das „Wirtschaftsprogramm“ der patriotischen Parlamentspartei, die weiter von sich als Regierungspartei träumt, und wieder, sollte sie dazu gemacht, aber nicht gewählt werden, wie alle Träume, kurz von Dauer nur …
Bemerkenswert ist, dass die FPÖ in ihrem Kickl-Programm den berühmten „kleinen Mann“ derart über die Klinge springen lässt. Eine solche klare Positionierung auf Seiten von „Big Money“ wird Herbert Kickl sicherlich nicht gerade helfen im Wahlkampf.
Eines aber wird diesem „kleinen Mann“ als Täter, wenn er seine Sache recht macht, erspart bleiben, je zu darben bei Kraut und Kartoffeln, wie von diesen Kreisen sonst für jedweden „kleinen Mann“ bestimmtes Leben, ihm wird,
mit seinem öffentlich zu leistenden Plakatschwur „Euer Wille geschehe“ hat er die Prüfung durch diese Kreise beinahe bestanden, aber erst mit seinem Kniefall vor diesem Kreis, dem er willig „Ihr seid der Chef“ eingesteht, wieder recht schön auf ein Plakat geschrieben, er ihr „Euer Werkzeug“, erst mit diesem seinem Kotau, mit dieser seiner Unterwerfung, „Euer Werkzeug“ sei er, fand er endgültige Gnade und Aufnahme …
Keine Reserveoffiziere! Ihr seid die Zukunft! Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei! Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei! Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
„Drei Minuten Gehör“ von Kurt Tucholsky, geschrieben vor einhundertundzwei Jahren, im Jahr des Herrn ’22, ein Aufruf von Oskar Werner, ja, von einem der „Lieblingsschauspieler“ von einem der „Lautsprecher“, dessen Name M. S.
Von euch, die ihr den Hammer schwingt, von euch, die ihr auf Krücken hinkt, von euch, die ihr die Feder führt, von euch, die ihr die Kessel schürt, von euch, den Jungen und den Alten –: Ihr sollt drei Minuten inne halten. Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern. Wir wollen uns einmal erinnern.
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei! Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
1965 verbrannten Gläubige nicht die Bücher von Kurt Tucholsky; vielleicht, weil er nicht mehr lebte, zu dieser Verbrennungszeit bereits dreißig Jahre tot war, aber Erich Kästner, der noch lebte, Erich Kästner verbrannten sie, wie nur drei Jahrzehnte zuvor die Bücher von Kurt Tucholsky und Erich Kästner gemeinsam schon einmal verbrannt wurden, im Jahr des Herrn ’33 —
Die Nationalsozialisten verbieten 1933 Die Weltbühne und der nationalsozialistische Bibliothekar Wolfgang Herrmann setzt Kurt Tucholsky auf die „Schwarze Liste“. Seine Bücher gehen 1933 auf den Scheiterhaufen der Bücherverbrennungen in Flammen auf. Gleichzeitig wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
Grundsätzlich friedlich geweiht, gesegnet, der Mord, mit 18 Buchstaben hat Kurt Tucholsky vor neun Jahrzehnten in der „Weltbühne“ dies zusammengefaßt: „Soldaten sind Mörder.“
Carl von Ossietzky als verantwortlicher Redakteur, angeklagt wegen Beleidigung der Reichswehr, wurde freigesprochen, vor neun Jahrzehnten,
„Euer Wille geschehe“, ein Vers von Kurt Tucholsky, in seinem Gedicht „Drei Minuten Gehör“. Kurt Tucholsky geht in seinem Gedicht weiter, er schreibt nicht nur „Euer Wille geschehe“, er schreibt auch: „Seid nicht mehr dabei!“
Und hier stehe das Bekenntnis, in das dieses Buch münden soll: Ja, wir lieben dieses Land. Und nun will ich euch mal etwas sagen: Es ist ja nicht wahr, dass jene, die sich ›national‹ nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da. Sie reißen den Mund auf und rufen: ‚Im Namen Deutschlands …!‘ Sie rufen: ‚Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es.‘ Es ist nicht wahr.
und sich von der Badenden abwendete … Ein Gedicht aus vor bald über einhundert Jahren aus „Deutschland, Deutschland über alles“ ist und nicht nur das zum Vortragen:
Deutsche Richter von 1940
Wir stehen hier im Vereine in diesem Lederflaus; wie die abgestochenen Schweine sehn wir aus. Wir fechten die Kreuz und die Quere mit Schlag und Hieb und Stoß; wir schlachten uns um die Ehre –! Auf die Mensur! Los!
Der deutsche Geist? Hier steht er. Wie unsere Tiefquart sitzt! Wir machen Hackepeter, daß die rote Suppe spritzt. Wir sind die Blüte der Arier und verachten kühl und grandios die verrohten Proletarier – Auf die Mensur! Gebunden! Los!
Ich habe keine Rechtsextremen gesehen. [S]elten so gehobene Schichten wie am Akademikerball. [W]o überhaupt nichts Unanständiges geschieht.
nicht geschrieben. Dennoch wird dies von ihm etwa ein halbes Jahr vor seinem Tod Geäußerte gar vielen in diesem Land ein sie bestärkendes Vermächtnis sein, die österreichische Leitkultur weiter aufrechtzuerhalten, das Zusehende nicht zu sehen.
Wer in die Hofburg zu, was für ein gar schön altes Wort für Eliten, Establishment, „gehobene[n] Schichten“ immer wieder eingeladen wurde, schuldet der Höflichkeit und Anständigkeit, ebenfalls eine Einladung zu hinterlassen,
diese ehrenreiche Einladung, eine Rede zu halten, hat der Präsident in Treue recht gerne angenommen, um zu bekennen, der Verstorbene sei ein „echter Österreicher“, sei ein „wahrer Österreicher“ gewesen; es werden ihm dabei wohl noch die ihn wärmenden Winterhofburgballworte in Erinnerung gewesen sein,
dieses Bekenntnis zum Nichtsehen, dieser Ausdruck der wohligen Geselligkeit im Kreise gehobener Schichten, in dem nichts Unanständiges geschieht, „in dem nichts Wildes erzählt wird“ – bloß „Burschenschafter, junge, nette Studenten und alte Herren“ unter sich, so ungezwungen frei, als wären sie auf ihren Buden der gesinnungsgehobenen Schichten, die sie zu ihrer Weltanschauung kleben, den Klebstoff dafür aus Hopfen, Spucke, Malz und Mehl —
Ebenfalls eingeladen in die Kathedrale, um eine Rede zu halten, der poysdorferische Präsident auf dem Lande, und dieser bekannte, heute verneige sich ganz Österreich ehrerbietend vor Richard Lugner. Wie recht er sprach, einem Mann mit einem derart ausgesprochenen Vermächtnis, nicht zu sehen, was zu sehen ist, kann nur Ehrerbietung bezeugt werden. Es sprach an diesem 31. August 2024 also ein Präsident, der dazu wohl von seinem heimatlichen Lande anreiste, und ein aus einer Kleinstadt stammender Präsident auf dem Lande, in dem die Parteien dieser Präsidenten bereits in einer Regierung gemeinsam sitzen.
PS Wenn nun der Grinzinger Friedhof die letzte Heimstätte, wie es gläubig so hoffnungsreich heißt, auch von Richard Lugner ist, dann ist dieser Friedhof wohl endgültig zum Friedhof der Lustigsten Österreichs geworden, und damit hat dann — Gläubige wissen mitleidend um das schmerzvolle Leben der Skelette und der Aschen in Einsamkeit — auch das lange Warten eines ebenso großen Unterhalters auf einen ebenbürtigen Unterhalter als Nachbarn ein Ende, nach fünfunddreißig Jahren.
Vor 65 Jahren trug Erich Kästner zu seinem 60. Geburtstag, der vor 125 Jahren geboren und vor 50 Jahren verstarb, in einer Rundfunksendung selbst sein Gedicht „Die Maulwürfe oder Euer Wille geschehe“ vor.
Erich Kästner trägt somit Jahrzehnte später zu einer Aufregung in Österreich bei, zu einer Aufregung, weil gemeint wird, die patriotische Parlamentspartei hätte nicht Erich Kästner zitiert, sondern die Bibel.
Die parlamentarische Festungspartei hat also Erich Kästner zitiert, ohne ihn zu nennen, ohne Anführungszeichen, damit ein Plagiat, einen Diebstahl als Werbung für sich plakatiert.
Und schon ist die perfekte Aufregung in Gang gesetzt, der Marschbefehl erteilt und befolgt.
Der Satz „Euer Wille geschehe“ spiele mit einem Zitat aus der Bibel, „und noch dazu mit dem wichtigsten Gebet, das Christinnen und Christen kennen“, sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, am Donnerstag im Interview mit Kathpress: „Leider kommt so etwas im wirtschaftlichen und politischen Marketing immer wieder vor. Wer das tut, dem muss bewusst sein, dass er mit etwas spielt, das Menschen heilig ist, und damit diesen Menschen nicht die Wertschätzung entgegenbringt, die sie verdienen.“
Noch schwerere Geschütze fuhr die Wiener Theologin Regina Polak in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Furche“ auf. Wenn die FPÖ Slogans in Anlehnung an das Vaterunser-Gebet plakatiert, sei das, so Polak, „die zynisch-spottende, nichts und niemanden ernst nehmende Ankündigung eines politischen Projektes zur Zerstörung der liberalen, menschenrechtsbasierten Demokratie und ihrer Institutionen“. Das Plakat sei deshalb nicht „nur“ Blasphemie, sondern Ausdruck einer „postmodernen Dämonie“. Blasphemie lästere zwar, anerkenne aber immer noch die Wirklichkeit Gottes. „Eine Dämonie anerkennt nur mehr irdische Macht und leugnet faktisch die Existenz Gottes, ungeachtet dessen, was öffentlich verkündet wird“, so die Leiterin des Instituts für Praktische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Postmodern sei sie zudem, „weil sie keinen wie immer gearteten Anspruch auf Wahrheit anerkennt und alles für Eigeninteressen interpretiert und benützt“.
Zulehner indes nahm den weiteren Plakat-Slogan „Dein Herz sagt Ja“ zum Anlass, nach dem Verstand zu fragen: „Es geht immer nur um Emotionen“ – dabei brauche Demokratie und eine reife Wahlentscheidung „politische Nachdenklichkeit“. Dass der FP-Obmann offenbar an einem „eigenen Kickl-Vaterunser“ arbeite, zeuge indes von einem „Missbrauch der Religion eigener Art“.
Für das Bündnis Demokratie und Respekt sind Christentum und Rechtsextremismus nicht vereinbar. Die FPÖ sei deshalb „unwählbar“, hieß es bei einem Medientermin am Donnerstag im Cafe Landtmann in Wien. Ökonom und Bündnissprecher Stephan Schulmeister sagte: „Beide Weltanschauungen widersprechen sich fundamental.“ Besorgt stimmte ihn die Verwendung christlicher Begriffe auf FPÖ-Plakaten. Parteichef Kickl habe sich zuletzt „verändert“, so Schulmeister. Schulmeister zitierte eine Erklärung der deutschen Bischofskonferenz, wonach völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar seien. Universelle Menschenrechte würden etwa von Rechten abgelehnt. Ähnliche Widersprüche erkennt das Bündnis auch bei der Haltung zur Klimakrise, zur EU und zu Frauenrechten. Die Kirche sei zwar „keine Vorfeldorganisation des Feminismus“, bemerkte Schulmeister, der Grundsatz der Gleichheit werde aber dennoch hochgehalten.
Heftige Kritik kam am auch von Abt Pius Maurer vom Stift Lilienfeld. Den zentralen Satz „Dein Wille geschehe“ aus dem Vater Unser leicht verändert („Euer Wille geschehe“) für politische Wahlwerbung zu nützen, halte er für „geschmacklos“, so Maurer. Die christliche Religion sei grundsätzlich friedlich, dennoch sollte sie sich nicht alles gefallen lassen müssen wie etwa „die taktlose Benützung eines Gebets- und Bibelzitates für Parteipropaganda“.
Die frühere evangelische Pfarrerin und Gründerin von „Omas gegen Rechts“, Monika Salzer, sprach von „Vernunft und Wahrung von Werten“ in den Kirchen. Kräfte wie die FPÖ würden hingegen den „gesellschaftlichen Frieden infrage stellen“. Salzer: „Kickl will die Verfassung aushebeln.“
Was der Festungskommandant für seine Machtträume an Verfassung braucht, hat er bereits mit dieser
Sehr nachdenklich zeigte sich der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, in einem Kommentar in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“: „Was macht man da als Christ? Soll man sich freuen, dass die Volkssouveränität mit einer verfremdeten Zeile aus dem Vaterunser gewürdigt wird? Oder soll man Diabolisches vermuten – weil der Teufel ja gerne die guten Dinge durch kleine Verschiebungen, die ganz unschuldig daherkommen, auf den Kopf stellt? Hier hätte er ja nur ein besitzanzeigendes Fürwort von der Einzahl in die Mehrzahl gehoben.“ Es gäbe da in der Tat viel Nachdenkstoff. Zum Beispiel auch, ob die FPÖ mit „Euch“ das Volk, die Mehrheit oder die frustrierte Masse ermächtigen wolle. „Oder ob das Vaterunser nicht irgendwie denkmalgeschützt sein sollte. Oder ob es doch irgendwie nett ist, dass die Partei, der doch die ganze Literaturgeschichte offengestanden wäre, gerade zum christlichen Erbe greift, noch dazu einmal ohne erkennbare Absicht, damit irgendjemandem anderen wehtun zu wollen.“
Und es zeigt sich auch hier wieder, das recht große christliche Herz, bereit, zu vergeben, bereit zu vergessen, für sie einzutreten, bereit sie aufzunehmen, jene die „nett gerade zum christlichen Erbe, noch dazu einmal ohne erkennbare Absicht, damit irgendjemandem anderen wehtun zu wollen“ …
Wie recht doch Michael Prüller hat, es wäre doch dieser Partei die ganze Literaturgeschichte offengestanden, für ein zu plakatierendes Zitat.
Bei Kästner, der doch noch sehr gegenwärtig ist, vertraute sie wohl darauf, daß die Menschen beim Lesen von „Euer Wille geschehe“ sogleich ausrufen: Kästner!
Vor bald 60 Jahren durfte Erich Kästner noch persönlich erleben, was in diesen letzten Augusttagen 2024 so heftig und aufgeregt beschworen wird: die „Unvereinbarkeit von Christentum und […]“
Für solch einen Erntedank werden auch rechte Materialien gebraucht, und es werden immer welche gefunden, so etwa wie 2016 für den Erntedankgottesdienst mit dem biblischen und koranischen „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“ …
Nun aber genug, von dieser Aufregung im Wettstreit um Wahrheit, Lüge und Propaganda. Es soll das Gedicht von Erich Kästner, das er vor 65 Jahren an seinem 60. Geburtstag rezitierte, als das Wesentliche dieses Kapitels zitiert sein.
Die Maulwürfe oder Euer Wille geschehe
I Als sie, krank von den letzten Kriegen, tief in die Erde hinunterstiegen, in die Kellerstädte, die drunten liegen, war noch keinem der Völker klar, daß es ein Abschied für immer war.
Sie stauten sich vor den Türen der Schächte mit Nähmaschinen und Akten und Vieh, daß man sie endlich nach unten brächte, hinab in die künstlichen Tage und Nächte. Und sie erbrachen, wenn einer schrie.
Ach, sie erschraken vor jeder Wolke! War´s Hexerei oder war´s noch Natur? Brachte sie Regen für Flüsse und Flur? Oder hing Gift überm wartenden Volke, das verstört in die Tiefe fuhr.
Sie flohen aus Gottes guter Stube. Sie ließen die Wiesen, die Häuser, das Wehr, den Hügelwind und den Wald und das Meer. Sie fuhren mit Fahrstühlen in die Grube. Und die Erde ward wüst und leer.
II Drunten in den versunkenen Städten, versunken, wie einst Vineta versank, lebten sie weiter, hörten Motetten, teilten Atome, lasen Gazetten, lagen in Betten und hielten die Bank.
Ihre Neue Welt glich gekachelten Träumen. Der Horizont war aus blauem Glas. Die Angst schlief ein. Und die Menschheit vergaß. Nur manchmal erzählten die Mütter von Bäumen und die Märchen vom Veilchen, vom Mond und vom Gras.
Himmel und Erde wurden zur Fabel. Das Gewesene klang wie ein altes Gedicht. Man wußte nichts mehr vom Turmbau zu Babel. man wußte nichts mehr von Kain und Abel. Und auf die Gräber schien Neonlicht.
Fachleute saßen an blanken, bequemen Geräten und trieben Spiegelmagie. An Periskopen hantierten sie und gaben acht, ob die anderen kämen. Aber die anderen kamen nie.
III Droben zerfielen inzwischen die Städte. Brücken und Bahnhöfe stürzten ein. Die Fabriken sahn aus wie verrenkte Skelette. Die Menschheit hatte die große Wette verloren, und Pan war wieder allein.
Der Wald rückte näher, überfiel die Ruinen, stieg durch die Fenster, zertrat die Maschinen, steckte sich Türme ins grüne Haar, griff Lokomotiven, spielte mit ihnen und holte Christus vom Hochaltar.
Nun galten wieder die ewigen Regeln. Die Gesetzestafeln zerbrach keiner mehr. Es gehorchten die Rose, der Schnee und der Bär. Der Himmel gehörte wieder den Vögeln und den kleinen und großen Fischen das Meer.
Nur einmal, im Frühling, durchquerten das Schweigen rollende Panzer, als ging´s in die Schlacht. Sie kehrten, beladen mit Kirschblütenzweigen, zurück, um sie drunten den Kindern zu zeigen. Dann schlossen sich wieder die Türen zum Schacht.
A vakondok avagy Legyen meg a ti akaratotok I Háborúktól tönkregyötörve jó ezer ölre szálltak a földbe, a városodukba, pincegödörbe, de senki se tudta azt, hogy ott minden időkre elbúcsúzott.
Tolongtak a tárnarácsot elérve, bőg a barom, masinák vasa kong, mind le szeretne jutni a mélybe, a mű-tüzü napba, a mü-ködü éjbe. S gyomruk kavarog, ha egy sikong.
Rémíti őket a kóbor felhő! Átok-e már avagy élet-e még? Fürdik a pázsit, a patak, a rét? Vagy szökevény tömegekre lepergő gyilkos mérgeket ont az ég?
Az Úr szép napját messzire hagyták. És messze a rétet, a rengeteget, a házat, a tengert, lenge szelet. És jártak a liftek, teltek az aknák. És a föld színe puszta lett.
II Lent, hol a mélyben városok álltak, mint állt rege-régen Vinéta alant, folyt a nagy élet, dalt muzsikáltak, tollal, atommal manipuláltak, az pénzt keresett, ez ágyba zuhant.
Föléjük az Új Haza gép-ege zárul. Kék horizontja csiszolt üveg. Szunnyad a félsz. Az elme feled. Csak néha meséltek anyák ibolyárul, s a fű, falevél, telehold mese lett.
Ég meg a föld csak lírai forma. Ódon verset idéz csak a régi idő. Ki tudja: mi volt Bábel csodatornya. A Káin, az Ábel kinek fia-bornya. S a síron a mécses: neoncső.
Lestek a mesterek szemvakulásig, hogy száz csodagépük mit dübörög. Nagy periszkópok tükre mögött ülve figyeltek: jön-e a másik. Ám az a másik az sose jött.
III Fent térdrerogyott paloták kőteste. Sín kiszakadt, leomolt a híd. Gyár suta csonkja meredt az égre keresztbe. A tétet az ember elvesztette, a néma magányba’ csak Pán dala sírt.
Beárad az erdő, rázúdul a romra, gépcserepen tör az ablakoromra, lokomotívokon átgázol, tornyokat tűzdel a zöld hajú lombba, s Krisztust ledönti az oltárról.
Újra parancs, ami ősjogu rend yolt. Nem törhetik el törvényköveit. Szavát medve, virág meg a hó követik. Az égi madáré újra a mennybolt, s nagy és kis halaké a víz, fenekig.
Évente, tavasszal, előkerekeztek a tankok, alattuk porzik az út. Cseresznyevirág-gallyakat szedegettek, hogy lent mutogassák a kisgyerekeknek. S ismét becsukódtak a tárnakapuk.
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