Unterwerfung von Michel Houellebecq – Ein europäischer Universitätsroman

Es gibt in diesem Roman Sätze, die werden noch handschriftlich in ein Notizheft zu übertragen sein. Welche Sätze das sind, das wird nicht verraten, nur so viel, es sind, wie sie mit Bestimmtheit genannt werden, nicht die pornographischen Stellen …

Eine Passage aber muß hier notiert werden, eine, die nicht in das Notizheft kommt, denn sie würde die anderen entwerten, durch ihre Schilderung der gegenwärtigen Situation, in der hyperventiliert wird …

Das sei ein Roman über eine islamistische Machtübernahme, aber durch demokratische Wahlen. Das kann menschgemäß, gerade in Europa, mit seiner Geschichte, nicht beruhigen. Das muß gerade gegenwärtig zur höchsten Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Widerrede führen. Es wird auf die Passagen gestarrt, die vom Islam handeln. Nun, beim ersten Lesen der Unterwerfung drängt sich ein anderes Bild auf. Es ist ein Universitätsroman, der von Schwächen erzählt, von Rückgratlosigkeit, von Verlockungen, von der Hiflosigkeit des Mannes mit seinem Starren auf sein Gehänge, von der generellen Anfälligkeit für das Autoritäre, gerade unter den Gebildeten. Es ist die Vorführung des Menschen, besonders des Mannes, und darauf kann der Mensch, besonders der Mann, nicht stolz sein. Nichts mehr, das er sich hoch anrechnen kann. Erbärmlich, klein und bereit, sich allem zu unterwerfen, was seiner Karriere förderlich erscheint, allen sich anzudienen, die für seine Karriere dienlich sein könnten …

Es ist ein Universitätsroman, der in Frankreich angesiedelt ist, aber ebenso könnte dieser auch – ja – in Österreich spielen. Erst vor ein paar Tagen mußte in einer Veranstaltung in einer österreichischen Kleinstadt das Gejammer angehört werden, es würde für ihre Forschungsarbeiten zu wenig Geld fließen, dabei sei doch gerade ihre Forschungsarbeit zum Thema Rechtsextremismus … die Aussichten auf Karrieren sehr gering …

Unterwerfung - Mischung aus beidemUnd eben erst der Beitrag im österreichischen fernsehen über diesen Roman – Kulturmontag, Martin Traxl: lange schon eine Wegschaltgarantie –, doch heute, wollte doch gesehen werden, wie darüber berichtet wird. Selbstverständlich so vorhersehbar wie nichtssagend. Wenn dieser Roman vor Fertigung dieses Berichts überhaupt gelesen wurde, wurde dieser so gelesen, wie er zu lesen vorgegeben ist … mit dem Starren auf die islamistische Machtübernahme … Das Wort „Identitäre“ kommt in diesem Bericht nicht einmal vor, dabei spielen sie in diesem Roman eine äußerst wichtige Rolle. Von Beginn an. Es dauert sehr, sehr lange bis im Roman das angesprochen wird, was so viele hyperventilieren läßt.

Aber in Österreich über Identitäre zu sprechen, heißt, über die FPÖ sprechen zu müssen, auch in Österreich über Identitäre zu sprechen, heißt, über Organisierte Glauben anders sprechen zu müssen, als gesprochen wird, in Österreich über Identitäre zu sprechen, heißt auch, über Pegida anders sprechen zu müssen, eigentlich über alles, das heißt, politisch vor allem über Sozio-Ökonomie zu reden … mehr als nur zu reden, endlich anders zu wählen, anders zu handeln …

Damit scheinen viele, zu viele zu sehr gefordert zu sein. Vielleicht mischt sich auch schon die Sorge um den Erhalt des erworbenen kleinen eigenen Glücks darin, vielleicht auch schon eine Vorleistung und dadurch Hoffnung auf die doch noch ganz große Karriere … wer kann schließlich heute schon wissen, wer morgen in Österreich regiert … Es ist ja nie ganz verkehrt, beispielsweise bei der Gestaltung von Berichten Meinungsumfragen nicht ganz unberücksichtigt zu lassen. Und es kann auch verstanden werden, was wäre das noch für ein Leben, sich plötzlich das Grillen nicht mehr leisten zu können, oder, zu einer Grillparty in die Hinterhofgartenvilla des Herrn – falls dann nicht auf eine ältere Amtsbezeichnung zurückgegriffen wird – Informationsministers nicht eingeladen zu werden …

Wie leicht mit diesem einen Zitat es schon nachvollziehbar wird:

„[A]ber der ganze Artikel war ein einziger Aufruf an seine früheren traditionalistischen und identitären Freunde. Es sei tragisch, bekundete er leidenschaftlich, dass eine irrationale Feindseligkeit gegenüber dem Islam sie daran hindere, die folgende Gewissheit nicht zu erkennen: Sie seien in den wesentlichen Punkten im völligen Einklang mit den Moslems. Was die Ablehnung von Atheismus und Humanismus angehe, die notwendige Unterwerfung der Frau und die Rückkehr des Patriachats: Ihr Kampf sei in jeder Hinsicht derselbe. Und dieser Kampf, der für den Beginn der neuen Etappe einer organischen Kultur notwendig sei, sei heute nicht mehr im Namen des Christentums zu führen; es sei der Islam, die jüngere, einfachere und wahrhaftigere Schwesternreligion (weshalb sei denn beispielsweise Guénon sonst zum Islam konvertiert […]. Die Homo-Ehe, der Schwangerschaftsabbruch oder die Frauenarbeit seien unmissverständlich und entschieden abzulehnen.

Abgesehen davon waren wir weder Rassisten noch Faschisten – nun ja, im Grunde schon, um ganz ehrlich zu sein, einige Identitäre waren zumindest nicht weit davon entfernt, aber ich auf keinen Fall, niemals. Die Faschismen erschienen mir schon immer als ein gespenstischer, albtraumartiger und falscher Versuch, toten Nationen wieder Leben einzuhauchen[.]“

Das steht in einem Roman, der in Frankreich spielt, und ein Jugendlicher aus Österreich, der statt bei der FPÖ sich zu engagieren, eine weite Reise ohne Aussicht auf Karriere sich antut, sagt, denkt und schreibt über sich sein Portrait als ein identitärer Moslem … Wie hier gelesen werden kann, ist aber Firas Houidi keine Romanfigur, und auch Andreas Laun ist keine Romanfigur, weiter auch die Zur Zeit ist kein erfundenes Magazin von Michel Houellebecq, sondern eines von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments geführtes …

Es bleibt nur zu hoffen, dieser Roman bringt Identitäre nicht dazu, den Moslem in sich zu entdecken, und Moslems nicht dazu, den partei-organisierten Identitären in sich … und beide zusammen nicht dazu, ein Wahlbündnis … Denn dann, dann würde es tatsächlich ganz gefährlich eng in Europa werden, für jene, die weder islamische Identitäre noch identitäre Moslems sind, würde das Europa, wie es noch gekannt wird, nicht mehr erkennen zu sein. Aber noch gibt es Möglichkeiten, diese so viele zum Hyperventilierenden bringende Fiktion nicht Wirklichkeit werden lassen, so wirklich werden zu lassen, wie beispielsweise den Opportunismus der Identitären, die so leicht zwischen Parteien zu wechseln bereit sind, Parteien zu gründen imstande sind, aus persönlicher Gier nach …

PS Die Danksagung am Ende des Buches weist im Grunde schon darauf hin, daß es ein Universitätsroman ist:

„Ich habe an keiner Universität studiert, und alle Informationen über diese Institutionen stammen von […]. Sollten meine Beschreibungen einigermaßen glaubwürdig erscheinen, so habe ich das ausschließlich ihr zu verdanken.“

Es wird also nicht gedankt für Informationen über den Islam, sondern …

PPS Ein Zitat, fällt jetzt gerade noch ein,  aus diesem Roman wurde bereits vor einigen Tagen gebracht, eines über einen im Buch öfters angesprochenen Schriftsteller, der von dem derzeitigen Papst, der auch keine Romanfigur ist, zitiert wird – herzwärmend

„Marke Österreich“ – Mit Budgetnot Gott austreiben

Wie die Tageszeitung „Der Standard“ heute berichtet, muß die Neupositionierung der „Marke Österreich“ wegen Budgetrestriktionen verschoben werden – und es ist zu hoffen, für immer. Denn dieses Projekt unter der Führerschaft von dem mittlerweile zum christschwarzen Obmann und Vizekanzler aufgefahrenen Reinhold Mitterlehner ist eines der verlogendsten Projekte, die von den Regierungsparteien sozialdemokratischer und christschwarzer Provinz …

Weshalb es eines der verlogendsten Projekte ist, wurde bereits ausgeführt, und kann hier nachgelesen werden:

Das Kirchenprogramm von ÖVP und SPÖ

Nation Brand Austria - Budgetnot treibt den Herrgott ausEin Projekt also das zum Ziel gehabt haben sollte, das „Kunst- und Kulturland Österreich sichtbarer“ zu machen, aber ohne Beteiligung von Kunstschaffenden ist nicht nur verlogen, sondern zeigt auch den heutigen Stellenwert von Kunstschaffenden in diesem Land auf, genauer, den Nichtstellenwert. Der Kunstbegriff kann sehr weit gefaßt werden, und dann ist auch ein Christoph Schönborn als Künstler zu sehen, ein reproduzierender Künstler, der alte Geschichten nacherzählt, dafür in alte Gewänder schlüpft, dem Altäre die Bühnenbretter sind, auf denen er mit seinem Freund Harvey Herrgott gerne einen lüpft … Jedoch, wenn der Kunstbegriff der derzeitigen österreichischen Regierung derart eng gefaßt ist, reduziert auf die Nacherzählkunst, ist es gut, daß die Budgetnot dieses Projekt zum Scheitern bringt. In diesem Fall ist die Budgetnot positiv zu sehen, denn sie treibt den Hergott aus, und zugleich ist es erbärmlich für einen Staat, der endlich ein tatsächlich säkularer Staat sein sollte, daß Gott nur mit Budgetnot ausgetrieben werden kann. Erbärmliche Regierungspropaganda ist es aber auch, daß die Tageszeitung „Der Standard“ es noch als positiv hinstellen will, daß für die Vorarbeiten nicht die veranschlagten 740.000,00 Euro ausgegeben worden sind, sondern lediglich 586.668,50 Euro, also – anders kann es nicht bezeichnet werden –  hinausgeschmissen worden sind, für nichts, oder dafür, daß Christoph Schönborn mit seinem Freund Harvey noch weitere Auftrittsmöglichkeiten – also noch einmal für nichts und wieder nichts …

PS In diesem Zusammenhang muß wohl auch an die aktuellen Mehrwertsteuerpläne erinnert werden: Höhere Steuer auf Bücher – Das trifft keinen Pröll

Stefan George wäre über Robert Misik wohl mehr als erstaunt

„Politisiert Euch!“ … Eine Überschrift, die dazu verleitet, den Artikel zu lesen, auch dann, wenn er von Robert Misik ist. Bereits aber beim zweiten Satz, beim Lesen des Namens Stefan George kann es nur eine Reaktion geben, mit dem Weiterlesen aufzuhören, Robert Misik zu empfehlen, mindestens einhundertmal sich selber vorzusagen, wegen der Merkbarkeit noch besser, gleich tausendmal für sich aufzuschreiben: „Ich muß mich informieren.“ Vielleicht ist sein gesamter Artikel bloß ein versteckter Hilferuf, aber um ihm helfen zu können, hätte er wenigstens die richtige Schlagzeile schreiben müssen: „Informiert mich“.

Stefan George als Typus für einen „vollends unpolitischen Autor“ … Es ist Gabenzeit, vielleicht findet sich ein Mensch aus seinem Kreis, der Robert Misik beispielsweise schenkt: „Stefan George und die Nachwelt. Dokumente zur Wirkungsgeschichte, Band 2, herausgegeben von Ralph-Rainer Wuthenow, Klett-Cotta.“

Ein Zitat aus diesem Buch zeigt bereits wie Robert Misik „vollends“ …

„[B]ei einem Manne, der allein nicht auch politische Verse geschrieben hat, sondern, zielgerichtet, auch „Zeitgedichte“, der dazu nach seinem Verstummen als Lyriker dezidiert in seinen überlieferten Gesprächen politisch-pädagogisch zu wirken bemüht war …“

Robert Misik - Ein InformationsdilemmaHätte er, Robert Misik, die große weite Welt außen vorgelassen, nicht Schriftsteller aus Deutschland, Frankreich genannt – na ja, viel größer ist die Welt ihm ohnehin nicht -, sondern das „Dilemma“ in dem wienerischen Grätzel, wo er aufgewachsen ist, erkundet, wäre es erspart geblieben, hierzu sich äußern zu müssen. Für sein Grätzel wird es wohl stimmen, was er erkundet hat, in der Welt draußen, sieht es freilich anders aus, werden etwa allein nur die führenden politischen Rollen von zumeist männlichen Schriftstellern bedacht, gerade in gesellschaftlichen Umbrüchen.

Dabei ist sogar fraglich, ob er sich in Wien so richtig auskennt.

Es hat aber auch sein Gutes, daß Robert Misik diesen Artikel geschrieben hat. Denn es kann gleich die Gelegenheit genutzt werden, eine Information nachzureichen, die vor Monaten direkt von der Polizei übermittelt wurde, um genau zu sein, am 26. Juni 2014 per E-Mail erhalten wurde. Hiermit kann auch gleich ein Übungsvorschlag an Robert Misik verbunden werden, Informationen einzuholen, nämlich darüber, ob es wegen des unten angesprochenen Folders noch Ermittlungen gab oder nicht.

Presseaussendung 15-6-2014Robert Misik war so freundlich einen Ratschlag als wissender Journalist und beeindruckender Denker, wie in der Collage gelesen werden kann, zu zwitschern. Wie aus der Antwort der Polizei hervorgeht, ebenfalls in der Collage zu lesen, werden „Nachtragsaussendungen“ an „verschiedene Redaktionen und Journalisten“ versandt. Womit klar ist, daß der Ratschlag … Wesentlich an der Sache aber ist einzig, ob es noch Ermittlungen gab, vor allem, wenn ja, mit welchen Ergebnissen:

Polizeibegleitschutzmarsch für die Austragung eines Folders mit „nationalsozialistischem Inhalt“

Moravagine aber trat auf das Antlitz Gottes

Es gibt eine Stelle im Roman über das Leben von Moravagine, die gefällt, im Moment, weil sie auch eine Erklärung sein kann, für heute, sie es verstehbar macht, für den Augenblick oder für ein Immer, weshalb der Mensch sich kein Bild von den monotheistischen Göttern machen soll …

Einmal nur sprach er den Namen Gottes aus, der ihm gar nicht geläufig schien. Und zwar auf dem Trottoir, vor einem Pissior. Moravagine trat in Unrat. Er erbleichte und klammerte sich an meinen Arm: „Merde“, sagte er, „ich trat gerade auf das Antlitz Gottes!“ Und er stampfte mit dem Fuß, um auch nicht das kleinste Partikelchen mit sich fortzutragen.

Moravagine sah das Antlitz GottesMoravagine trat also auf das Antlitz – in die Scheiße. In das Antlitz Allahs vulgo Gottes – in Hundescheiße? Menschenscheiße? Wie verstehbar es dadurch wird, wie erklärlich, das Gebot, sich kein Bild von Gott vulgo Allah zu machen. Wer könnte je noch vor abgebildeter Scheiße beten? An einen Gott, an einen Allah glauben? Andererseits, wird bedacht, woran alles geglaubt wird, ist es sehr gut vorstellbar, daß auch Scheiße zur Allmächtigen, zur Schöpferin von Himmel und Erde … Auch dann, sogar ohne Bildverbot der absolute Glaube an Scheiße, das Einhalten des absoluten Gebotes, Scheiße gehorsam zu sein und widerspruchslos zu folgen …

Moravagine tritt in das Antlitz GottesWie in diesem Falle wohl die heiligen Schriften geschrieben worden wären, hätte Allah vulgo Gott einen anderen Namen bekommen? Nämlich einen Namen nach seinem Antlitz, wie es Moravagine offenbart ward. Und worüber würden etwa Predigerinnen und Imame beim Übertragen heiliger Schriften beispielsweise in die deutsche Sprache uneinig sein? Für eine Übersetzerin hieße vielleicht eine berühmte Stelle: Im Anfang war das Wort und das Wort ward in der Scheiße. Ein Übersetzer würde möglicherweise bevorzugen: Im Anfang war das Wort und das Wort ward Scheiße. Eine andere vielleicht entgegenhalten: Im Anfang war das Wort und das Wort ward Dreck. Und so weiter und so fort.

Moravagine trat in das Antlitz GottesEs würde Organisierten Gläubigen wohl auch ganz menschgemäß und glaubensvernünftig vorkommen, beispielsweise die Serie Passion Christi sich anzusehen, auch dann, sogar dann, wenn die Lebenswegbildchen das Antlitz zeigten, in das Moravagine trat …

Auf das Leben von Moravagine wird, vielleicht, irgendwann noch einmal eingegangen werden. Wenn, vielleicht, einmal darüber nachgedacht werden will, weshalb ein französisch-schweizerischer Schriftsteller Moravagine ausgerechnet in Ungarn auf die Welt kommen läßt. Diesem Frauenmörder, diesem Monster eine ungarisch-österreichische Identität verpaßt, der aber „fliehen wollte, König- und Kaiserreich verlassen, fern von der Politik der Doppelmonarchie leben, woanders, anonym, in der Menge verloren, in einem unbekannten Land, in der Fremde.“ Der schon im Alter von zehn Jahren nicht und nicht nach Wien wollte, stattdessen lieber versuchte zu fliehen, alles unternahm, um Wien zu entkommen, nicht nach Wien zu müssen, Stallungen in Brand setzte …Was für einen schrecklichen Ruf muß Wien damals gehabt haben, als Blaise Cendrars …

Noch eine Anzeige, Michael Köhlmeier, und Andreas Mölzer wird zum Bundespräsidenten gewählt

Freiheitliche StrukturleistungenEs war vorauszusehen, daß die Anzeige gegen Andreas Mölzer zu keiner Verurteilung führen wird, sondern ganz im Gegenteil, zu einem Triumph für Andreas Mölzer und auch für den Mitangezeigten „H***C***S“. Womit wieder einmal bewiesen wurde, das Gericht ist nicht der geeignete Ort für die Auseinandersetzung, um Menschen davon abzuhalten, die freiheitliche Gemein-Schaft zu wählen, Menschen argumentativ klar und deutlich zu vermitteln, weshalb es bei der freiheitlichen Gemein-Schaft um eine gänzlich unwählbare …

Andreas Mölzer Verfahrenseinstellung

Begründung der Staatsanwaltschaft, kein Verfahren einzuleiten.

Es ist menschgemäß polemisch, Michael Köhlmeier zu schreiben, eine Anzeige noch und Andreas Mölzer wird zum nächsten Bundespräsidenten gewählt. Aber Postings in österreichischen Tageszeitungen zur Bekanntgabe der Verfahrenseinstellung liefern den realen Stoff für diese Polemik. Denn nicht wenige Leser und Leserinnen gaben zu den Berichten Kommentare ab, in denen der Wunsch geäußert wurde, Andreas Mölzer möge der nächste Bundespräsident …

Was lieben Hofer und StracheEs mag Michael Köhlmeier und den Tausenden von Menschen, die sich seiner Anzeige anschlossen, hoch angerechnet werden, erschüttert zu sein über die mölzerische Wortwahl, aber zugleich muß allen diesen angelastet werden, politisch war und ist das nicht. Es ist sogar bedenklich, wie leichtfertig und unhinterfragt Tausende Menschen sich Michael Köhlmeier angeschlossen haben, um eine Handlung zu setzen, die keine förderliche war und je sein wird, sondern bloße Beihilfe für die freiheitliche Gemein-Schaft. Denn es ist klar, daß jedwede Bestätigung einer Verfahrenseinstellung eine Urkunde für die freiheitliche Gemein-Schaft ist. Eine Urkunde, mit der die freiheitliche Gemein-Schaft erfolgreich hausieren gehen kann, jedwede Kritik an ihr abschmettern kann, mit dem Hinweis darauf, daß die Vorwürfe gegen sie gerichtlich nicht halten, sie vor dem Gesetz weißer als weiß … Wie leicht es der freiheitlichen Gemein-Schaft gemacht wird, beispielsweise ihre Hetze in eine Hetze gegen sie zu verdrehen …

Eigentlich ist nicht Michael Köhlmeier erster Adressat, sondern es muß  jener Mensch sein, der die erste Anzeige vor ihm einbrachte, nämlich „M***B***“, wie er in der Einstellungsbegründung der Staatsanwaltschaft Wien anonymisiert genannt wird. Aber dem unbekannten M***B*** sind nicht Tausende von Menschen als Prominzenzgehorsame gefolgt, sondern ihnen, deshalb aber bleiben Sie nicht erster Adressat, sondern aufgrund Ihres Berufes eines Schriftstellers.

Dem Volk abgepresste PalästeMit Ihrer Anzeige hinkten Sie also M***B*** hinterher. Der Schriftsteller hinkt hinterher. Ist das das gültige und alles aussagende Bild über den gegenwärtigen Stand der Literaten und Literatinnen in Österreich? Ist das der heutige Zustand der Literatur in Österreich? Wie dieser breit medial vermittelt wird durch das breite Auftretenlassen eben genau dieser uninformierten und unpolitischen Schriftsteller? Schriftstellerinnen müssen gar nicht sonderlich erwähnt werden, denn es sind doch in der Hauptsache die Männer, die auftreten und auftreten dürfen, die auch dieses Bild öffentlich malen. Der als Intellektueller abgedankte Literat, der als ein politisch Kopfloser medial vorgeführt wird und sich öffentlich vorführen läßt.

Unpolitisch hinterherhinken.

Eingespannt in Netzwerke, die sie so leicht Vorwürfen aussetzen. Unbeabsichtigt Beihilfe leistend gerade jenen, gegen die sie auftreten, gegen die sie meinen aufzutreten. Diese Anzeige zeigt doch wieder einmal deutlich, das Gericht ist kein Ort der Politik, kein Ort der Kritik. Auch diese Anzeige zeigt wieder einmal deutlich ein unverantwortliches Agieren auf. Denn eine diffuse Anzeige wegen Verhetzung und Wiederbetätigung kann nur zu einer Verfahrenseinstellung führen und somit zu einer unfreiwilligen Unterstützung von denen, die …

Und, Verhetzung braucht eine Adresse, an der sie willig aufgenommen und in Wahlen mit Stimmen belohnt wird. Es kann Verhetzung zwar zu Verurteilungen nach dem Strafgesetz führen, aber kein Gericht kann die Stimmenbelohnung der Hetzer und Hetzerinnen durch Wähler und Wählerinnen stoppen, oder, gar eindämmen, verhindern. Und was ist Wiederbetätigung ohne Stimmbelohnung in Wahlen? Eine Lächerlichkeit. Eine Armseligkeit. Ein hilfloses Umsichschlagen und eine bedauernswerte Vorführung von mannigfachen und mannigfaltigen Unzulänglichkeiten und Unfähigkeiten. Und was ist eine ungehörte und nicht angenommene Verhetzung? Eine Lächerlichkeit. Eine Armseligkeit. Ein hilfloses …

Identitäre Gemein-SchaftUnd hat diese Anzeige irgend etwas gebracht? Nichts. Zum einen hat Andreas Mölzer nicht deshalb seine Kandidatur abgegeben, zum anderen ist mit Harald Vilimsky … Es können gar nicht so viele angezeigt werden, wie die freiheitliche Gemein-Schaft Anzeigbare, besser und genauer, Unwählbare gebiert. Für diese ihre Gesinnungsnachkommengebärleistungen hätte in anderen schrecklichen Zeiten ein eigener Orden erfunden werden müssen, um sie auszeichnen zu können.

Uninformiert hinterherhinken.

UNach Mölzer nach Vilimsky nachnd wenn Informationen schon einmal eingeholt werden, kann es gemeingefährlich werden, wenn es öffentlich passiert. Ob Michael Köhlmeier sich noch erinnert, wie viele Fragen er an Udo Ulfkotte noch gehabt hätte, wäre die Sendezeit … Einen Informanten vom Kaliber eines Udo Ulfkotte anzuzeigen, das allerdings … Vielleicht hätte auch wer voranschreiten …

Wenn gewisse Wörter und mit denen zusammengesetzte Wörter bitter aufstoßen, wie beispielsweise „Neger“ und „Negerschwärze“, können Sie Ihre nächste Anzeige, jetzt, wo sie schon mit dem Bezirksgericht zwar keine heitere, aber doch Erfahrungen gemacht haben, einbringen, nämlich gegen den Verlag „Suhrkamp“, der heuer „Die Elf“ von Pierre Michon in deutscher Sprache herausbrachte, in dem von „Neger“ und „Negerschwärze“ … Um die Anzeige ebenso handfest abzustützen, könnte ein weiterer, älterer Suhrkamp-Titel herangezogen werden – „Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene“ von Bohumil Hrabal: „[…] die Neger […] glauben nur an das Freßbare und brüllen und hüpfen, ihr König sitzt nackt auf dem Thron und hält eine Mitgabel in der Hand, ihre Königin hat bloß einen Lappen umgewickelt, damit sich die Fliegen nicht auf ihre Kokosnuß setzen, und wenn denen einer wegstirbt, dann begraben sie die eine Hälfte und verschnabulieren die andere […]“. Das wäre wahlmäßig wenigstens ungefährlich …

Auch wenn viele von den Abscheulichkeiten, über die hier, auch hier, schon geschrieben wurde – ein paar Abbildungen erzählen davon – nach wie vor etwa auf „Unzensuriert“ zu lesen sind, auch bald nach einem Jahr, etwa die „Kindermordphantasien“, anzeigetauglich wäre, davon soll aber nicht Gebrauch gemacht werden, und es stellt sich die Frage, ob überhaupt noch darüber geschrieben werden soll, über all die Abscheulichkeiten. Auch das bringt nichts. Der Stimmenzuwachs für die freiheitliche Gemein-Schaft, auch nach aktuellen Meinungsumfragen, ist ungebrochen. Die Frage ist, ob nicht auch mit solchen Berichten das bittere Gegenteil bewirkt wird. Das Schweigen darüber die richtige Antwort wäre. Die Attraktivität des Grauslichen also zu wenig berücksichtigt, bedacht wurde. Auch das also wirkungslos ist, aufzuzeigen, wie grauslich … Das Einzige, was diesen Berichten angerechnet werden könnte – was für ein erbärmlich geringer Posten auf der Habenseite -, ist, als Freibriefe können sie von der freiheitlichen Gemein-Schaft nicht mißbraucht werden, wie sie nach Anzeigen die Mitteilungen der Verfahrenseinstellungen mißbrauchen können und sich als eine Gemein-Schaft von „Unbescholtenen“ …, wobei sie sich lediglich als eine „unbescholtene“ Gemein-Schaft nach dem Gesetz verstehen dürfen, in jedweder anderen Hinsicht ist sie es nicht.

Udo UlfkotteUnd wenn Anzeigen, obgleich hier vieles angeführt wurde, was gegen Anzeigen spricht, dann müssen es haltbare Anzeigen sein, fundierte Anzeigen, klare Anzeigen, Anzeigen von einer derartigen Wasserdichte, daß nicht nur eine Verfahrenseinstellung unmöglich ist, sondern tatsächlich zu rechtskräftigen Verurteilungen führen müssen.

„Der Neid des geschlechtslosen Akif Pirinçci auf die Türme der Windräder“ – Aus einem Roman von Paula Paulsson

Es wurde ihr abgeraten, in ihrem Roman mit dem geplanten Titel „Reise durch das heutige Deutschland“ in einem Abschnitt Akif Pirinçci zu behandeln. Auch wenn ihre Idee dazu verlockend klingt, zu zeigen, wie einfach es ist, vulgär zu schreiben, wie unangestrengt einfach es ist, diese seine Vulgarität zu übertreffen. Sie würde ihren Roman dadurch billig machen, war der Einwand gegen ihr Vorhaben, über Akif Pirinçci vulgärer zu schreiben als Akif Pirinçci es je zusammenbrächte, vulgär zu schreiben. Sie weiß das. Aber. Wenn das Vulgäre derart mit Erfolg belohnt wird, muß dem Käufer und der Käuferin solcher Bücher vor Augen geführt werden, was sie kaufen, nämlich nichts als Vulgäres, das noch dazu als Vulgäres keine Qualität …

Windunion - Windräder im WaldEs wurden ihr, um sie doch noch davon abzubringen, auch die – zu dieser Zeit ist es ihr nicht mehr möglich, selbst zu lesen – Sachen

Akif Pirinçci: „Erneuerbare Energie – Mist“

Akif Pirinçci: „Ich habe eben ein bißchen gelogen“

Akif Pirinçci gibt der Zur Zeit der freiheitlichen Gemein-Schaft ein Interview

vorgelesen, in denen bereits auf das eingegangen worden war, auf das auch sie eingehen wollte, wie sie es bereits in ihren diktierten – zu dieser Zeit ist es ihr nicht mehr möglich, selbst zu schreiben – Notizen festgehalten hatte. Nicht auf alles, sondern nur auf sein Wettern gegen Windräder. Es müßten für die Gewinnung erneuerbarer Energie Deutschlands Wälder abgeholzt werden. Sie weiß, daß darauf reagiert wurde. Sie weiß aber auch, es interessieren sachliche Einwände nicht. Das Schreiende wird breit gehört. Das Schreiende wird nachgeschrien. Deshalb müsse noch schreiender zurückgeschrien werden.

Es wird nicht mehr dazu kommen, je überprüfen zu können, wessen Argumente die – Paula Paulsson ist letzten Donnerstag verstorben. Nach langer und schwerer Krankheit. Ihren Roman konnte sie nicht beenden. Es ist zu hoffen, daß sie den Menschen, den sie mit der Verwaltung ihres Nachlasses betraute, verstehen wird, und ihm verzeihen wird, daß er sich um keine Veröffentlichung bemühen wird, da es unverantwortlich wäre, einen nicht abgeschlossenen Roman zu veröffentlichen.

Alleingelassen. Von ihr zurückgelassen. Zu einem Zeitpunkt von ihr verlassen, als das erste Mal es die Aussicht gab, sie werde auch einen Rat annehmen, und also die Idee aufgeben, vulgärer als Akif Pirinçci schreiben zu wollen, wenn auch nur für die Länge eines Abschnitts – mehr Beachtung wollte sie ihm ohnehin nicht schenken. Von ihr verlassen, auf die stets ganz und gar gehört wurde, deren Korrekturen der Texte stets uneingeschränkt übernommen wurden. Korrekturen, die tief in Inhalt und Form schnitten. Oft den Inhalt entscheidend veränderten, öfters noch dem Inhalt eine ganz neue Form gaben. Das Schreiende, das Vulgäre verbannte sie so lange aus den Texten, bis schließlich das Vulgär-Schreiende von selbst gar nicht mehr geschrieben wurde, weil es ohnehin nur geschrieben werden würde, um vor ihr nicht bestehen zu können, von Paula Paulsson radikal zusammengestrichen, skrupellos gelöscht … Nur ab und an noch, bloß um sie zu necken, das eine oder andere vulgäre Wort, etwas Schreiendes. Aber sie ließ es unausgesprochen durchgehen, stehen, und darüber die unbestätigte Freude, von ihr geneckt …

Ohne sie, alleingelassen mit der nicht zu Ende gebrachten Diskussion darüber, ob vulgärer, ob schreiender reagiert werden müsse, wird ein Ausweg gesucht – einen Ausweg gäbe es, aber einen, der kein Weiterweg ist. Um einen solchen zu finden, wird für zu einer für Zurückgelassene typischen Panikhandlung … in der Hoffnung, es findet es sich wer, um diese Diskussion weiterführen …

Um diesen Menschen aber finden zu können, muß dieser von ihr diktierte Abschnitt aus ihrem Roman veröffentlicht werden, auch auf die Gefahr hin, daß über Paula Paulsson aufgrund dieses Abschnitts hinkünftig abwertend geurteilt werden wird, sie habe abscheulich vulgär geschrieben, billig und oberflächlich … Darum wird eindringlich gebeten, wenn Sie diesen Abschnitt lesen, nicht zu vergessen, was Paula Paulsson mit diesem Abschnitt beweisen wollte, nämlich wie einfach es ist, vulgär und gemein und billig zu schreiben, ebenso vulgär und billig und gemein wie – nein, billiger, vulgärer, haltloser …

„Der Neid des geschlechtslosen Akif Pirinçci auf die Türme der Windräder

Ansichtskarte Das Sinnen des Akif Pirincci in den Wäldern von DeutschlandEine Reise durch das heutige Deutschland führt unweigerlich an Windrädern vorbei. An Windrädern, die vereinzelt in dichten Wäldern stehen, an Windrädern, die auf Feldern stehen, aber auch zu Dutzenden in Windparks. Weit in den Himmel ragen die Türme der Windräder: stark, mächtig, dick. Die Türme werden nicht müde, machen nicht schlapp. Sie sind Dauerständer. Dauerständer, von denen Männer träumen, die Männer ängstigen, schauen sie an sich hinunter, und sehen keine Türme, nur die Nässe in ihren Unterhosen sind ihnen ein sicherer, wenn auch unangenehmer Beweis, da unten, wenn schon keinen Turm, so doch einen Schwanz zu haben, der, als er noch stand, ab und an wenigstens noch steht, aber niemals eine Lineallänge in den Himmel je ragt, nicht stark und nicht mächtig und nicht dick, aber wenigstens so viel nach vorne steht, unsicher und gekrümmt, verkrümmt, daß die Frauen, die äußerst genügsamen unter ihnen und die Frauen, die sich längst schon damit abgefunden haben, daß auch die höchste Abfindung als Entschädigung dafür nicht ausreichte, womit sie sich abzufinden haben, wenigstens so viel dünnhart nach vorne, daß Frauen ihn bemerken, mehr ihn erahnen, er ihnen ein schwaches Gefühl vermittelt, begehrt zu werden, auch wenn es für sie ein unbefriedigendes Begehren ist. Aber das hindert die Frauen nicht daran, dennoch ihren Männern das Gefühl zu geben, sie seien, wie es früher hieß, Hengste, und nun wird zum Vergleich Zuflucht gesucht, sie hätten einen Windradturm in der Hose. Sie wahren damit den häuslichen Frieden und die Frauen wissen ohnehin, wie sie dann, im Geheimen, wenn die Dünnharten sie nicht mehr anstupsen, das Schlaffe auch noch frühzeitig erschlafft ist, wie sie sich selbst die Befriedigung verschaffen können, für die sie eigentlich ihre Männer in das Bett holen.

Akif Pirincci Wälder und Windräder nicht auf Facebook

Das Bild von Akif Pirinçci auf seiner Seite des Unternehmens Facebook zeigt keine Wälder, keine Windmühlen, sondern auf Foto gebannte Feuchtträume.

Vorbei an den Windrädern in den Wäldern denke ich, während ich meinem Fahrer zuhöre, wie kann ein Mann bloß über Männer derart abschätzig reden, während ich von der Autobahn aus im Vorbeifahren Wälder fotografiere und dabei meinem Fahrer weiter zuhöre und über das von ihm Gesagte zugleich nachdenke, erinnere ich mich an die vielen Male, als ich mir wünschte, in einem Park von Dünnharten zu sein, einen Dünnhartenpark zur Verfügung zu haben, um mich nicht immer selbst befriedigen zu müssen, im Anschluß an die stets großen Versprechen, es mir zu besorgen, wie es mir noch nie, ja, nie. Meinem Fahrer fällt der Witz von dem Mann ein, dessen Schwanz, wenn sein Schwanz um einen Millimeter kleiner wäre, dann hätte er ein Loch. Akif Pirinçci hat nicht mal diesen Millimeter, deshalb hat er auch keine Fut, er hat vorne gar nichts, weder Schwanz noch Fotze. Von daher sein Unbehagen, sein Wettern gegen Windräder. Die Türme der Windräder ficken ihm die Gewißheit in seine aufgefickten Eingeweide, selbst nicht ficken zu können, die Windrädertürme rammen sich durch seine Arschfotze hinauf bis in sein Gehirn, zerfetzen ihm die Synapsen, und die Synapsenschleimfetzen rotzt er unaufhörlich aus und verklebt sie zu Texten, in denen er sich einen Schwanz erschreibt, ein Mannsein imaginiert, während er in Wahrheit weder Mann noch Frau ist, sondern ein geschlechtsloses Wesen, das von Windrädertürmen in den Arsch gefickt wird, während es hilflos mit Texten um sich schlägt, als wären sie die Geburtsurkunde, auf der doch ein männlicher Vorname vermerkt ist, als müßte Akif Pirinçci sich mit jedem Text eine Geburtsurkunde selbst immer wieder ausstellen, um zu beweisen, daß der Vorname Akif keine Lüge ist. Vielleicht gab es bei der Geburt dieses Wesens schwächste äußere Anzeichen, aus ihm werde ein Mann werden. Deshalb wurde ein männlicher Vorname gewählt, der Eltern Hoffnung währt eine Ewigkeit und drei Tag‘. Aber mit den Jahren verschwand dieses äußert schwache Anzeichen gänzlich, es bildete sich auch nichts anderes. Nur noch glatte Haut, wo andere Wesen ihr Geschlecht, sei es ein männliches, sei es ein weibliches, haben, glatte Haut, ein wenig mit Haaren überdeckt. Schütteres Haar ohne Geschlecht. Das schüttere Haar dort, wo es ein Geschlecht bekränzen sollte, schmerzt, schmerzt umso mehr in den bitteren Momenten, wenn Akif Pirinçci nackt in einem Wald vor einem mächtigen und dicken und schönen Windradturm steht, diesen anfleht, er möge doch Akif aus dem schütteren Haar heraus wachsen, wozu wäre sonst der männliche Vorname recht und gut.

Vor lauter Windmühlen sieht Akif Pirincci keine Wälder mehr

Vor lauter Windmühlen sieht Akif Pirinçci keine Wälder mehr.

Und wüchse Akif wenigstens noch ein Dünnharter, es wäre zu spät, alt und grau und faltig geblieben, treibt Akif die Gewißheit an, weiter Synapsenschleimfetzen zu rotzen, denn es hätte auch ein Turm in der Hose aus Akif keinen Mann der Frauen gemacht, sieht Akif sich selbst ins Gesicht, es ist kein schönes Gesicht, es ist ein Gesicht, vor dem geflohen wird, vor dem geflohen wurde, seit der Ausstellung der Geburtsurkunde, und den seit jeher vor diesem Gesicht mit der darunter angehängten Gestalt Fliehenden keucht rotzend Akif hinterher, Akif, ein Name, der von hinten nach vorne gelesen auch ein lesbares Wort ergibt, einen zutreffenderen Namen: Fika. Das Gefickte. Und dagegen kämpft Das Gefickte an, kämpft gegen „Windmühlen“. Das wenigstens weiß Das Gefickte, uneingestanden zwar, aber es weiß das, es kann gegen das Wesen, das es ist, nur anrennen, aber nicht ändern, nicht mehr ändern, zu verlockend auch ist die Aufmerksamkeit, der ökonomische Aspekt, die Häßlichkeit in Nebensächlichkeit verwandelnde Prominenz geworden. Deshalb wettert es nicht gegen Wälder, gegen Bäume, obgleich die dicken und kräftigen und mächtigen Baumstämme ebenfalls die Geschlechtslosigkeit drastisch vor Augen führten, aber das Unbewußte ist grausam genau, wählt zielsicher aus, was es das Bewußte sagen läßt, aber auch gütig, es legt dem Bewußten eine Fährte.

Wie es mir eine Fährte legte, mit dem Arbeitstitel „Reise durch das heutige Deutschland“. Bald nach dem ersten Kapitel war klar, daß ich niemals einen Roman über Landschaften schreiben wollte, keinen menschenleeren Roman, sondern immer schon einen, der von Menschen handelt, die mir zu Landschaften, zu Bauten auf meiner Reise durch das heutige Deutschland einfallen, oder meinem Fahrer, den ich im neunten Kapitel in das Auto zu mir setzte, zu mir, die im sechsten Kapitel beschloss, auch im Auto zu sitzen, selbst also im Roman vorzukommen, als jenes namenlose Ich aufzutreten, das erzählt, ohne noch, nach wie vor noch nicht, wirklich festgelegt zu haben, welches Geschlecht das Ich haben soll und schlußendlich haben wird, ob der Fahrer tatsächlich ein Fahrer bleiben wird, oder doch eine Fahrerin wird. In welches Kapitel dieser Windradturmabschnitt kommen soll, ist noch ganz ungewiß. Stimmig wäre dieser Abschnitt als Fußnote im Kapitel über das Leben der Menschen mit uneingeschränkter Sicht auf Atommeiler.“

Profil - Pirinci - Furor bei FrauenthemenDas ist der Abschnitt aus ihrem Roman, für den kein Verlag je aktiv gesucht werden wird, für dessen Druck es niemals eine Zustimmung geben wird, der also niemals in seiner unabgeschlossenen Ganzheit gedruckt werden wird. Ob alles richtig verstanden wurde, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden. Sie sprach doch schon schwer. Ob sie es schaffte, vulgärer als Akif Pirinçci zu schreiben, kann ebenfalls nicht gesagt. Es kann kein Urteil darüber abgegeben werden, es wäre doch nur eines aus Befangenheit. Es kann ja beispielsweise mit dem von ihm erst kürzlich auf der Plattform des Unternehmens Facebook veröffentlichten Erregungstext über einen Artikel im Magazin „Profil“ verglichen werden: „Gender-Debatte: Woher kommt der Furor, wenn es um Frauenthemen geht?“ von Christa Zöchling und Eva Linsinger, oder mit der Seite 270 seines aus „Synapsenschleimfetzen verklebten Text[es]“, aus dem das Zitat ist, das von dem österreichischen Wochenmagazin, wie er sich erregt, nicht richtig …

„Offener Brief zum Thema ‚Sprachliche Gleichbehandlung'“

Titelbild Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-SchreibungEs wurden die neun Aufzüge zwar einzeln in einer Serie bereits veröffentlicht. Um aber alle Aspekte zu diesem Thema, die in Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Eine Komödie in Fortsetzung angesprochen werden, auf einen Blick vor sich zu haben – dafür ist die Zusammenfassung in einer Datei gedacht, die mit einem Klick auf das Titelbild geöffnet werden kann; aber auch zum leichteren Ausdrucken und zur Weitergabe mit einem einzigen Klick  …

Aber es ist keine starre Zusammenfassung. Es wurde also nicht einfach stur ein Gesamttext von dem erstellt, was geschrieben wurde. Das eine und andere wurde einer Korrektur unterzogen, Ergänzungen wurden vorgenommen. So etwa wird nun zum ersten Mal in der Zusammenfassung der Name Arthur Brühlmeier erwähnt, einer der drei im Brief der 800 angeführten … „Sprachfeminismus in der Sackgasse“ veröffentlichte er in der „Deutschen Sprachwelt“. Arthur Brühlmeier hatte für seine „Sackgasse“ auch schon andere Titel, zum Beispiel: „Wider die Abschaffung des allgemeinen Menschen in der deutschen Sprache“ … Wen wird es dann noch verwundern können, daß dies – auch – eine Zeitschrift, deren Chefredakteur etwa …

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 9 der Komödie in Fortsetzung

Während des Schreibens der einzelnen Teile dieser Komödie in Fortsetzung wollte sich immer wieder die Idee aufdrängen, doch zu versuchen, das Sprachregelwerk aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, und auch der Gedanke, in Österreich schreiben sich die Possen ohnehin von selbst, und, es wird nicht noch zusätzlich ein Sprachregelwerk, das eine Komödie …

Das Sprachregelwerk interessiert nicht. Es interessiert derart nicht, daß nicht einmal hinzugefügt werden kann: mehr. Es wurde vor Jahren oder schon vor Jahrzehnten irgendwo liegengelassen, einfach vergessen, vielleicht bereits mit seiner Fertigstellung. Weil möglicherweise das Wissen darum bereits genügte, ein Werk geschaffen zu haben, das – auch davor – bewahren wird, je der Binnen-I-Schreibung den Vorzug …

Dieses Werk aus dem Gedächtnis also noch einmal schreiben zu wollen, hieße bloß, der Angst nachzugeben, nicht genügend Werke vorweisen zu können. Aber wozu? Särge sind ohnehin nicht räumig genug, um zum Leichnam auch noch Dutzende von Werken …

Aber diese Angst, nicht genügend Werke geschaffen zu haben, gibt es nicht. Wie auch. Ohne Ich. Mehr noch. Auch ohne Nicht-Ich. Die Entwicklung ist weitergegangen. Das biologische Geschlecht, erzählt die Erinnerung, das vor Jahrzehnten in diesem Sprachregelwerk keine Berücksichtigung mehr fand, deren Entfernung aus der Sprache eine Regel war, um ganz zu einer Sprache zu kommen, die also ohne das biologische Geschlecht …

Es will nicht einmal mehr berichtet werden, was die Erinnerung über dieses Sprachregelwerk zu erzählen weiß. Wozu auch? Es soll schlicht vergessen bleiben. Auch deswegen, weil die Kritik an dem Sprachregelwerk nach wie vor berechtigt ist. Denn das Sprachregelwerk hätte eine Wirklichkeit vorgetäuscht, die es vor Jahrzehnten kaum gab, und die es heute nicht gänzlich gibt, wenn auch um einiges mehr als vor Jahrzehnten. Und dieses Sprachregelwerk wird sich von selbst schreiben, wird Wirklichkeit werden, wenn in der Wirklichkeit das Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau gänzlich nicht mehr besteht. Und bis dahin ist es gut, die holprige und humpelnde Binnen-I-Schreibung einzusetzen, denn diese mit ihrem großen I inmitten von Wörtern als Stopper und Stachel poltert lautstark von dem Ungleichgewicht …

Das dem Sprachregelwerk vorangestellte Motto aber, mit dem soll von der Bühne abgegangen, wurde nie vergessen. Es soll auf die Fahne der Gegenwart gesprüht werden, es soll die in die Fahne, unter der heute vorwiegend marschiert wird, eingewebten Losungen „Einfach. Bequem. Schlicht. Stillstand. Gefällig.“ überdecken: Die Regeln für den Gebrauch des Geschlechts in der Sprache müssen so kompliziert sein, wie die Verhältnisse zwischen Mann und Frau, wie die Romane von Frau und Mann es sind, um in der Sprache es authentisch ausdrücken zu können.

Die geforderte Kompliziertheit ist es, die verhinderte, das Motto je vergessen haben zu können … Wie schrecklich hingegen das Gerede von der Authentizität.

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 8 der Komödie in Fortsetzung

Die Komödie in Fortsetzung hätte mit Teil 7 enden können, aber eines ist an dem Brief der 800 doch derart auffällig, daß darüber nicht geschwiegen werden kann und vor allem nicht geschwiegen werden darf, weil diese Auffälligkeit der eigentliche Mittelpunkt jedweder Debatte sein muß.

Es ist die Auffälligkeit, die erschreckende und äußerst bedenkliche Auffälligkeit, wie viele aus dem Bildungsbereich diesen Brief mit unterzeichnet haben, wie viele Menschen, die unterrichten, diesen Brief mit unterzeichnet haben. Lehrer und Lehrerinnen u.a.m. von Volksschulen, Berufsschulen, Gymnasien, Universitäten … Diese Auffälligkeit kann nicht übergangen werden. Es stellen sich dazu besorgte Fragen ein. Was für ein dichtes Netzwerk besteht hier zwischen Bildungsbereich und den Verfassern und Verfasserinnen dieses Briefes, um derart viele aus dem pädagogischen Bereich für eine Mitunterzeichnung gewinnen zu können? Was sagt das über das vergangene und gegenwärtige Bildungsniveau in Österreich aus? Und vor allem, was bedeutet das für die Zukunft? Es verheißt, im schlimmsten Fall, nichts Gutes. Es verheißt, in einem weniger schlimmen Fall – und das wäre schon schlimm genug -, keine Verbesserung …

Der im Abschnitt 6 dieser Komödie in Fortsetzung bereits erwähnte Hauptunterzeichner Thomas Kubelik ist ein Gymnasiallehrer, der für sein im Selbstbezahlverlag verlegtes Buch „Genug gegendert“ von Mitunterzeichner Andreas Unterberger zum „Sprachexperten“ erhoben wird, der „in besonders brillanter …“

Nun, von Andreas Unterberger gerühmt zu … Eigentlich wollte Andreas Unterberger nicht mehr erwähnt werden, aber es ist in diesem Zusammenhang – es ist zu hoffen, zum letzten Mal – doch eine Ausnahme zu machen … Verantwortlich dafür sind die in diesem Brief angeführten Umfragen, nach denen „lehnen 85 – 90 % der Bevölkerung die gegenwärtige Praxis der Textgestaltung im öffentlichen Bereich ab.“ Natürlich werden keine Quellen für diese Umfragen genannt, und das erinnert an die unterbergersche Redlichkeit – auch – im Umgang mit Umfragen, wie nachgelesen werden kann …

Wie in der Collage zu lesen, wird Andreas Unterberger nicht müde, zu beweisen, wie redlich er … „800 Persönlichkeiten“, schreibt Andreas Unterberger, „insbesondere des akademischen Lebens haben sich jetzt öffentlich gegen den ‚Wildwuchs durch das sprachliche Gendern‘ gewandt.“ „800 Persönlichkeiten“, „darunter führende Philosophen, Juristen und Schauspieler Österreichs“, „300 Frauen […] genauso gegen die Diktatur der Genderisten wenden.“

Es ist eigentlich schön zu lesen, daß für Andreas Unterberger mitunterzeichnende „Hausfrauen“, „Pensionisten und Pensionistinnen“, „Studenten und Studentinnen“, „Angestellte“, „Tischler“ u.a.m. „Persönlichkeiten“ sind, er nicht zur sonst üblichen und gängigen Formulierung für diese Menschen griff und schrieb, zum Beispiel, auch viele aus der Bevölkerung haben diesen Brief … Weshalb alle für Andreas Unterberger zu „Persönlichkeiten“ werden mußten, ist offensichtlich, muß also nicht besonders ausgeführt werden. Das hat Gewicht. Das ist Propaganda, die weiß, es wird nicht nachgesehen, wer die „Persönlichkeiten“ – das ist unterbergersche Redlichkeit, so funktioniert aber auch journalistische Schreibe  …

Und die Propaganda funktioniert.

Wie viele Medien in Österreich – wer kann diese noch zählen – schreiben im Zusammenhang mit diesem Brief, 800 Sprachkritiker … In Österreich sind also Pensionisten, Studentinnen, Hausfrauen u.a.m. Sprachkritiker – und alle so brillant wie Hauptunterzeichner Thomas Kubelik, dessen Selbstbezahlbuch leicht beschrieben werden kann. Es ist ein Buch, in das alles hineingestopft wurde, was nur hineingestopft werden kann, alles wird vermischt; ein Auszug als Beispiel wurde in die Collage aufgenommen. Autoren und Autorinnen der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie pflegen mit Vorliebe diesen Stil der inhaltlichen Unkonzentriertheit, der Überwucherung, der Vermischung …

Es wird nicht gewußt, wer diesen Brief tatsächlich schrieb. Möglicherweise haben alle, die das Schreiben hauptunterzeichneten, Formulierungen beigesteuert, und vielleicht hat der unterbergerische Sprachexperte das Satz-Beispiel geliefert, der gleich auf der ersten Seite des Briefes steht:

„Die Verpflichtung zur generellen getrenntgeschlechtlichen Formulierung führt darüber hinaus dazu, dass manche Aussagen nun schlichtweg nicht mehr ‚politisch korrekt‘ formulierbar sind, z. B. Sätze wie ‚Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer‘. Das Beispiel zeigt klar auf: Die verordneten Vorschriften widersprechen zum Teil den Grundregeln unserer Sprache.“

Brief der 800 unterbergerischen Persönlichkeiten

Brief der 800 unterbergerschen „Persönlichkeiten“

Wie leicht dieser Beispiel-Satz anders formuliert werden kann: Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen. Wer es genauer sagen will, könnte schreiben: Im Gegensatz zu Männern sind Frauen eben doch die besseren Zuhörerinnen. Oder: Im Vergleich mit Männern sind Frauen eben doch die besseren Zuhörerinnen. Oder: Frauen können eben doch besser zuhören als Männer. Kurz, klar, verständlich, lesbar … Im Grunde sogar klarer, eindeutiger, unaufwendiger, denn der Satz „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer“ läßt offen, im Vergleich zu wem sind „Frauen die besseren Zuhörer“. Es wird von den Lesenden verlangt, den Vergleich selbst herzustellen zu müssen. Mit diesen Satz-Varianten wird aber ganz und gar nicht an eine „politisch korrekte“ Schreibweise gedacht, sondern nur daran, wie kann eine Information klar, verständlich, unmißverständlich formuliert werden.

„Führende Philosophen“ … Das kann und darf und wird von diesem Brief der 800 bleiben – wer hinkünftig nach der Profession von dem Mitunterzeichner Konrad Paul Liessmann frägt, soll zur Antwort bekommen:

Konrad Paul Liessmann, pensionierter Student.

Wer mag, kann auch andere Berufsbezeichnungen von Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichner, die für Andreas Unterberger „Persönlichkeiten“ und für so viele Medien „Sprachkritiker“ sind, für ihn, auch ihn …

Fortsetzung folgt.

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 7 der Komödie in Fortsetzung

Wie das im sechsten Teil der Komödie in Fortsetzung angesprochene Gutachten von Heinz Mayer zeigt, kann nicht gesagt werden, Heinz Mayer weiß nicht, wie Schriften einzuordnen sind, wie einschlägig bekannte Organisationen und Medien zu bewerten sind …

Der Brief der 800 hat bereits in seinem ersten Absatz ein Signalwort: „Revision“ …

Revision … Einen, vor allem einen, der sich sogar als Gutachter mit gewissen Schriften auseinandersetzte, hätte die Verwendung des Begriffes Revision bereits stutzig werden lassen müssen, mehr noch, vor allem im Hinblick darauf, von wem dieser Brief auch hauptunterzeichnet wurde … Der Begriff Revision schon im ersten Absatz ist das Bekenntnis von jenen, die diesen Brief schrieben, zu welcher Gesinnung, zu welcher Schollenanschauung sie sich bekennen …

Der Begriff Revision verrät bereits, erklärt vollständig, zu welcher „Normalität“, die gleich nicht von ungefähr im nächsten Satz angesprochen wird, zurückgekehrt

Heinz Mayer scheint vor lauter differenzieren das Gesamte nicht mehr fassen zu können.

Denn.

Zum Vergleich Kubelik und Kashofer

Welchen Schluß zöge Heinz Mayer wohl in einem Gutachten über Aussagen von Gender Mainstreaming im Vergleich von „erfolgreicher Feldzug“ (Thomas Kubelik) und „Zweiter Weltkrieg mit effektiveren Waffen“ (Brigitte Kashofer)?

Dieser revisionistische Brief darf nicht isoliert werden betrachtet werden. Der Brief für sich allein genommen, könnte durchaus dazu verleiten, diesen mit zu unterzeichnen, aber, zusätzlich zum dem bereits Gesagten, nur dann, wenn noch nie etwas von jenen gehört und gelesen wurde, die für dieses Schreiben hauptverantwortlich sind, aber nur dann, wenn nicht, wenn tatsächlich nicht gewußt wird, was mit deren Auftreten gegen die Binnen-I-Schreibung es tatsächlich auf sich hat. Es ist ganz und gar nicht die Sorge um die Lesbarkeit der Sprache. Es ist nicht Sprachkritik.

Es ist Gesinnungspropaganda.

Es geht um mehr als um die bloße Binnen-I-Schreibung. Die geforderte Abschaffung der Binnen-I-Schreibung ist nur Teil eines Gesamtprogramms, ist ihnen nur eine weitere Möglichkeit, die genutzt wird, um breiteste mediale und öffentliche Aufmerksamkeit für ihre Gesinnung zu bekommen, und vor allem, ihre Schollenanschauung weiter breit in der Gesellschaft zu verankern, Unterstützer und Unterstützerinnen zu finden, die nicht ihrem Lager zugeordnet werden, die also, wie es von der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie bevorzugt formuliert wird, von „Unverdächtigen“ vertreten wird. Diese „Unverdächtigen“ sind ihnen hilfreiche Marionetten, um ihre Gesinnung breitest in die Gesellschaft zu befördern. Die Gesellschaft nach ihrer Schollenanschauung …

Es geht nicht um die Binnen-I-Schreibung. Es geht um alles. Es geht, das ist nicht zu hoch gegriffen, um die Demokratie. Exemplarisch dafür ist der Mitunterzeichner Wolfgang Caspart zu nennen, über dessen Vorstellungen zum Umbau der bestehenden Demokratie in „Freiheitlicher Traum von einem elitären Reich“ bereits geschrieben wurde.

Es wäre durchaus interessant, von Mitunterzeichner Heinz Mayer ein Gutachten beispielsweise über den Mitunterzeichner Wolfgang-„Gender-Mainstreaming-Perversionen“- Caspart zu lesen, zu welchen Schlüssen er wohl kommen würde …

Heinz Mayer bestätigt Gender Mainstreaming - Eine Komödie

Fortsetzung folgt.

Für ein derartiges Gutachten fände Heinz Mayer genügend Material, auch unter:

Auf dem WKR-Ball bloß die feine Gesellschaft mit ihren Programmen aus ihrem Geist …