Karl Hohenlohe: Das ist der sogenannte Wehrmann in Eisen, der seine Rüstung der Spendenbereitschaft der Wiener und Wienerinnen für die Witwen und Waisen des ersten weltkrieges verdankt. Man konnte gegen eine kleine Spende einen Nagel einschlagen. Man hat auf der einen Seite etwas Gutes getan, auf der anderen Seite konnte man auch so seine patriotische Gesinnung zum Ausdruck bringen. Fast eine halbe Million Nägel steckt hier in der Skulptur. Für besonders betuchte, reiche Spender gab es sogar Goldnägel. Ich habe sie gesucht, ich habe sie nicht gefunden. Vielleicht schon vor mir jemand anderer.
Karl Hohenlohe, der Rundfunkmoderator, aus der Familie mit dem dazu passenden Wahlspruch „Aus Flammen erhebe ich mich“, erzählt etwas später in dieser Sendung noch etwas Aufmerkenswertes.
Erzählerin: Nach drei Wochen waren mehr als vierzigtausend Soldaten tot, und Wien war in der Hand der roten armee, und die brauchte nicht lange, um ihrer Macht mit einem monumentalen Denkmal Ausdruck zu verleihen. Vier Monate nach dem Ende der Kämpfe stand der stolze Sowjetsoldat auf seinem Sockel.
Karl Hohenlohe: Das ging natürlich nicht ohne Kriegsgefangene und langfristige Planung. Man muß sich das vorstellen, als die rote armee noch in Budapest gekämpft hat, da war man schon am Planen dieses Denkmals, und das Ganze ist nicht nur so eine Art Mahmal für gefallene Soldaten, nein, das ist in Stein gemeißelte Siegesgewißheit. Daß die Sowjets ihre sichtbaren Herrschaftszeichen gerade hier am Schwarzenbergplatz platzierten, hat zwei Gründe. Zum einen erkannten auch sie die Vorzüge barocker Sichtachsen, und der andere Grund, eigentlich ganz banal, der Platz war einfach frei. Das wäre er ohne den latenten Antisemitismus in der Zwischenkriegszeit nicht gewesen. Man hat hier ein großes Denkmal für Gustav Mahler geplant, aber die Stimmung war dagegen, man hat vom Judendenkmalgesprochen, und es wurde nie errichtet.
Geehrter Herr Stocker ! Sie nehmen mit Recht an, dass ich, nachdem die erstmaligen Wahlen vollzogen sind, für die volle Freiheit der Parteibildung bin, und wünsche , dass auf solche Weise alles, was in unserem Volke gedacht und gewollt, offen zum Ausdruck und in allen öffentlichen Angelegenheiten zur Geltung gelangt. Aus diesem Grunde werde ich auch die Neubildung Ihrer Partei begrüssen, obwohl ich persönlich, als Staatsbürger, in vielen Dingen einer anderen und abweichenden Auffassung bin. Als Bundespräsident bin ich allerdings gehalten, den Parteimann auszuziehen und weder für noch gegen eine Partei amtlich Stellung zu nehmen.
Ich kann Ihnen versichern, dass ich bei allen Gelegenheiten, die sich mir bieten, meinen Einfluss dahin geltend machen werde, dass die Freiheit der Parteibildung – im Rahmen der Republikanischen Staatsform und des wahrhaften Bekenntnisses zur Unabhängigkeit Österreichs – praktisch zum Durchbruch kommt. Hochachtungsvoll Renner
Univ.Prof. Dr. Lothar Höbelt hat diese Aktivitäten, die Stocker sogar einige Monate Untersuchungshaft einbrachten, bis sich die gegen ihn erhoben Vorwürfe als haltlos herausstellten, in seinem Werk „Geschichte des VdU“ ausführlich geschildert
Gemäß den Erfordernissen unserer Zeit operieren eigenständige GmbHs unter dem Dach einer Muttergesellschaft. Diese ist nach einem der bedeutendsten römisch-deutschen Kaiser des Mittelalters, dem Hohenstaufen Friedrich I. benannt, und bekennt so die europäisch-christliche Ausrichtung der Verlagsgruppe. Unter Friedrich Barbarossa erlebte die deutsche Kultur des Hochmittelalters ihren Höhepunk.
läßt augenblicklich die Übersetzungen für das englische Wort „Punk“ …
Und da ist ein weiterer Präsident, der nämlich die Gesellschaft anführt, dem sein Amt aber genügend Zeit läßt, Fragen zu stellen, ob „deutsche Dichter als Opfer des Traditionsbruches im 20. Jahrhundert“ …
Und wo stellt er, der Präsident, seine Fragen? In der „Neuen Ordnung“. Diese Zeitschrift heißt inzwischen, genauer, seit 2020, „Abendland“ … Abendland, genausogut hätte diese auf „Alte Ordnung“ umbenannt werden können, so alt und überholt und verbraucht ist das Abendland …
Wilhelm Franke (1901–1979) wurde mit den Gedichtbüchern „Wanderer im Waldland“ (Julius Reich-Preis 1937) und „In dunklen Wäldern, auf silbernen Straßen“ (1939) bekannt. Als moderner Regionalist verschrieb er seine Lyrik fast ausschließlich dem niederösterreichischen Waldviertel, in dem er als Dorfschullehrer lebte. Josef Weinheber wurde früh auf ihn aufmerksam und trat nachdrücklich für ihn ein: „Wilhelm Frankes Gedichte haben die eingeborene, schlichte Größe und Herbheit des Landes, das sie besingen […]“.Von Oktober 1942 bis zum Zusammenbruch im Mai 1945 gehörte Franke als Gefreiter einer Wachkompanie der Wehrmacht an. Entlang des Dnjepr in der Ukraine, später in Rumänien, Ungarn und der Slowakei war sein Trupp im unmittelbaren Hinterland der Front mit der Bewachung von Kraftwerken und Brücken, dem Schutz von Fähren und Zügen und der Sicherung von Pässen betraut. Während dieser Zeit führte er ein Tagebuch, in dem sich poetische Schilderungen der östlichen Landschaften mit nüchternen Berichten über den Alltag des Krieges, das entbehrungsvolle Ausharren auf einsamen, versprengten Posten und das Elend von Flucht und Zerstörung verbinden. Zugleich dokumentiert er das eigene Ringen um das seelische Überstehen auf dieser vom Grauen überschatteten soldatischen Wanderschaft, die auch für sein Künstlertum zur großen Erschütterung wird: „Schwarze Gedanken nisten im Herzen. Gnadenarm huschen die Tage hin.“
„Das Bild, wie ich glaube: das wirklich wahre Bild Ihres Vaters, verehrte gnädige Frau, steht so lebhaft nach einem runden halben Jahrhundert vor mir, daß daneben jedes Zerrbild völlig verblaßt. Eine tröstliche Erkenntnis, da sie uns zeigt, daß Charakterstärke, Mut und mitmenschliches Verständnis allemal spekulativen Opportunismus, hämische Mißgunst und oberflächliche Mißgunst überdauern …“
Ist es legitim, die Geschäfte der „Reichen“ mit Farbe zu besprühen und den Straßenverkehr lahmzulegen, um für Klimaschutz zu „werben“? Muss man, um auf problematische geschichtliche Figuren hinzuweisen, Denkmäler beschmieren und mit Holzgestellen verzieren?
Dies alles aus dem „Leitartikel“ der Martina Salomon, erschienen in der sonntäglichen Ausgabe am 16. Juli 2023, die Leitkultur der Martina Salomon in einen Leitartikel gepreßt. Ihre Leitartikel, eine Leitkultur, ihre Leitkultur, die Leitartikel, die Leitkulturartikel ihrer Schutzbefohlenen.
Gegen ihre Schutzbefohlenen gehen also die ein und dieselben vor, es sind ein und dieselben, die die Geschäfte besprühen, die den Straßenverkehr lahmlegen, die Denkmäler beschmieren, die mit Holzgestellen verzieren, diesen ein und denelben gehören, so in der salomonischen Zusammenfassung, an, auch schon eine Stadträtin, auch schon ein Bezirksvorsteher, die wohl nächtens mit Holzlatten sich aufmachen zur Verzierung … und auch schon das Rathaus, dem bei diesen Attacken in moderner Attackenteilung die wichtige Arbeit zu erledigen hat, die Überschüttung zu belassen, gehört diesen ein und denselben an.
Dabei war der ehemalige Wiener Bürgermeister innovativ und äußerst populär. Er entwickelte Wien zu einer modernen Großstadt, ließ wichtige Sozialeinrichtungen und Infrastruktur wie die Hochquellenwasserleitung […]
Und daraus hätte unweigerlich zu folgen, ein zweiter Spruch, aber das wäre ein Spruch, der in einem anderen Land denkbar, in Österreich undenkbar:
Zeit, alles gerade zu stellen.
Nein, so schaut Fortschritt nicht aus.
Zeit, alles gerade zu stellen. Wie recht Martina Salomon doch hat. So sieht Fortschritt in Österreich wahrlich nicht aus.
Die Klimakleber und Denkmalschmierer drehen gefährlich an der Eskalationsschraube. Sie spalten die Gesellschaft und radikalisieren. Am Ende solcher – scheinbar – gut gemeinter Aktionen steht Gewalt. Das braucht wirklich niemand. Wehret den Anfängen.
Bald werden es, am 29. September 2023, fünfzig Jahre her sein, daß der weltberühmte Dichter verstorben ist. Die Marktgemeinde Kirchstetten im Niederösterreichischen, in der er seine Sommer verbrachte, auf deren Friedhof er begraben ist, wird ihm wohl zu diesem Anlaß, der Wiederkehr seines fünfzigsten Todestages am 29. September 1973, recht groß feiern, von überall her werden sie wohl nach Kirchstetten eilen, um seiner zu gedenken, die Männer und Frauen,
Wie oft in all den letzten Jahrzehnten wurde sein Name, wurden Verweise auf ihn, wurden Zitate von ihm in Büchern gelesen, die allesamt weder in Niederösterreich noch in Österreich geschrieben wurden, in wie viel gesehenen Filmen wurden von ihm Gedichte rezitiert, die allesamt nicht in Niederösterreich noch in Österreich produziert wurden, daß es tatsächlich die Wahrheit ist, er, der in Kirchstetten Begrabene, ist weltberühmt, nicht nur in der Sprachwelt seiner Herkunft, sondern gänzlich unabhängig von Sprache und Land, wer immer zu lesen und zu schreiben vermag, gleich in welcher Sprache, gleich wo auf dieser Welt, ist der in Kirchstetten begrabene Dichter nach wie vor ein Dichter, auf den zu beziehen, auch fünfzig Jahre, nach seinem Tod kein Fehl ist, so meinen es jene, die weltweit —
So viele Bücher in denen sein Name steht und von ihm keines im Regal — rätselhaft wie ein Gedicht enträtselbar
Es heißt, er habe sich vom Preisgeld das Haus in Kirchstetten gekauft, vom Geld des Preises nach einem Künstler, den Jahrzehnte später ein Schriftsteller auf dem Lande, dem Häuser zu erwerben eine Leidenschaft war, ablehnte; müßig zu spekulieren, ob er Jahrzehnte zuvor den Preis aus den Mordhänden der „üble[n] Verführer“ abgelehnt hätte, er sich ebenfalls hätte, wie es im Gedicht des Weltberühmten heißt, das heute noch auf der Website der Gemeinde Kirchstetten zu lesen ist, einwickeln lassen, durch das Anbot, damit auf dem Lande Haus um Haus …
Mit diesem Gedicht ist der Weltberühmte in kirchstetterischer Nachbarschaft seines Grabes in die niederösterreichische und also in die österreichische Falle gegangen, es wurde ihm in Kirchstetten und um Kirchstetten herum erzählt, was alle in Kirchstetten und um Kirchstetten herum und also in ganz Österreich vom „geliebten Hofhund“ nur erzählt werden wollte, nur das, was alle nur hören wollten, nur das, worauf sich alle verständigten, was vom „Hofhund“ nur zu erzählen ist. Und sie werden den Weltberühmten vielleicht auch mit Literatur über den „Hofhund“ versorgt haben, die er dann für dieses Gedicht auch verwenden konnte, mit dem heute noch Kirchstetten hausieren gehen kann. Take you in, who to Goebbels‘ offer of culture countered – in Ruah lossen?
Von der Presse will der Rundfunk nichts anderes als sachlich fundierte Information ihrer Leser und natürlich auch objektive Kritik. Vom Staat und von den Parteien wünschen wir uns die Erfüllung einer Bitte. Es ist heute hier so viel von Alleinherrschaft und Diktatur gesprochen worden; ich darf also zu einer echten Diktatur hinüberwechseln: Es war etwa im Jahre 1938 oder 1939, da wurde der heute schon einmal zitierte unsterbliche Josef Weinheber nach Weimar zu einem Dichtertreffen befohlen. Weinheber – nomen omen: ein Freund des guten Weines – war schon in sehr beschwingter Stimmung. Er war immer ein mutiger und bekenntnisfreudiger Mann von allergrößter Zivilcourage. Er wurde vom allmächtigen Kulturpapst Goebbels angesprochen, und das Gespräch ist als authentisch überliefert: „Was könnte man tun, Herr Weinheber, um die Dichtung in der Ostmark“ – sozusagen – „auf Trab zu bringen ?“ Und Weinheber – das ist ein Männerstolz vor Königsthronen – hat ihn aus verschwimmenden Augen angeschaut und hat dann gesagt: „Herr Minister, in Ruah lassen, in Ruah lassen!“ (Allgemeine Heiterkeit.) Ich möchte auch diese Bitte also an Regierung, an Politik und Parteien richten: Den Rundfunk „in Ruah lassen, in Ruah lassen“, dann wird er schon ein Instrument sein, das uns allen nützt und dem Staat auch im Ausland nur Ehre machen wird.
Als Goebbels bei einem Bankett sprach, hörte ihn Weinheber, die Hand unterm Kinn, aufmerksam, obschon vom Weine beschwingt, an. Gefiel ihm ein Satz, rief er wohlwollend: »Bravo, Josef!,« rief es immer wieder […]. Plötzlich aber trat ein großes Erstaunen in Weinhebers Gesicht, von einer Erleuchtung heimgesucht, hob er das Haupt, blickte herrscherlich rundum und verkündete laut: »Ja, aber – der Josef, der bin ja i!«
vom „Hofhund“ der Vergangenheit Verklärung ganz nach österreichischem Geschmacke …
Spätestens mit der zitierten Rede des Bundesrates der ÖVP ist es unmißverständlich: der Weltberühmte in diesem Kapitel ist nicht Josef Weinheber, der auf seinem Grund, irgendwo im Garten, vor oder hinterm Haus, eingegraben ist —
Wolfgang Fellner selbst war am 5. Juni 2023 äußerst belustigt, er hat sich, wie es österreichisch heißt, abgehaut, als der Fehler der Auszählung der Wahl am Parteitag bekannt wurde, sein Moderator leitete „Fellner live spezial“ mit „SPÖ-Supergau“ ein, und Wolfgang Fellner: „Aber auch elf Container kann man im Kopf doch zusammenrechnen …
Dabei müßte gerade Wolfgang Fellner mit seinem Prozentrechnungsexperten Werner Beutelmeyer wissen, wie schwer es fällt, gar nur sechs Zahlen im Kopf —
Für Prozentrechnungsexperten Werner Beutelmeyer und Wolfgang Fellner sind einhundert Prozent schon mal einhundertundzwei, dann wieder mal einhundertundein Prozent, wie zwei Stichproben allein nur aus dem erst kurz dauernden Jahr 2023 belegen.
Es will gar nicht weiter geprüft werden, zu welchen Ergebnissen die Prozentrechnungsexperten Fellner und Beutelmeyer noch im Laufe ihrer allwöchentlichen Umfrageverkündigungen gekommen sind, und bei deren Kompetenzen kann davon ausgegangen werden, noch kommen werden.
Um welche Umfrage geht es hierbei konkret? Mit dem Ergebnis, daß einhundert Prozent einhundertzwei und einhunderteins und …
Es geht dabei konkret um die Frage, wen würden Sie, wenn das ginge, in einer Direktwahl zur Bundeskanzlerin wählen. Gefragt wird allerdings lediglich, wen würden Sie in einer Direktwahl „zum Bundeskanzler“ wählen. Das hat in Österreich durchaus seine normativ fundamentale Tradition, daß lediglich danach gefragt wird, wen würden Sie „zum Bundeskanzler“ wählen; wenn es um das sogenannte Höchste im Staat geht, kann es auf dem Lande Österreichs bloß ein Mann sein, ob „Bundeskanzer“, ob „Bundespräsident“, ob …
Darüber hinaus wird es, um fellnerisch zu sprechen, zu einem „Duell“ zwischen zwei Männern stilisiert, zwischen Karl Nehammer und Herbert Kickl … Ob nun die Kopfrechensumme von sechs Prozentzahlen 101 Prozent oder 102 Prozent oder … eine Konstante gibt es, weder Herbert Kickl noch Karl Nehammer bekommen je eine derart hohe prozentuale Zustimmung wie Ihre Favoritin.
Karl Mahrer von der schwarzen Christfraktion ist nicht umsonst der beste Obmann, den die Landpartei der Stadt je hatte; mit einem Blick erfaßt er eine Situation total, kann er allein aus einem kurzen Hinsehen in der Sekunde die unumstößlich rechte Diagnose stellen:
Dabei ist uns auch der oben am Bild abgebildete Mann aufgefallen. Ich bin daraufhin zu ihm gegangen und konnte sehen, dass eine Atmung vorhanden war – also keine Lebensgefahr bestanden hat.
Wer atmet, ist nicht in Lebensgefahr.
Seine Diagnosekompetenz als Vorbild für das österreichische Gesundheitssystem genommen könnte das österreichische Gesundheitssystem, das oft als zu teuer beklagt wird, mit einem Schlag zum günstigsten Gesundheitssystem der Welt machen, mehr noch, zum einzigen Gesundheitssystem der Welt zum Nulltarif für Staat und Mensch. Autounfallopfer etwa, bis dahin mit als absolut lebensbedrohlichen Verletzungen an Ort und Stelle des Unfalls diagnostiziert, müßten nicht mehr von herbeigerufenen teuren Rettungskräften untersucht werden, müßten nicht mehr per teurem Hubschrauber in ein teures Krankenhaus zu einer teuren lebensrettenden Operation geflogen werden, es reichte ein kurzes Hinsehen von einem Passanten, von einer zufällig vorbeikommenden Passantin auf der Mariahilfer Straße, die die Mariahilfer Straße sucht, und sie nicht findet, daher Zeit findet, zum Unfallopfer hinzugehen, das Unfallopfer sich kurz anzusehen, um zum zum Unfallopfer das für das Unfallopfer Erlösende zu sagen: Wahrlich, ich sage Ihnen, Sie atmen. Stehen Sie auf und gehen Sie nach Hause.
Warum sollte die identitäre Partei von ihrem zurzeitigen Anführer sich trennen? Der doch aus Sicht dieser Partei so erfolgreich wie noch kein Anführer, im Angesicht der Umfragen, so erfolgreich wie noch keine Anführerin dieser Partei …
Er hätte es wohl ebenso geschafft, so wie Herbert Kickl nu mit Leichtigkeit und ohne Zutun es schafft, wenn er als Mitbewerber den Derzeitigen gehabt hätte, aber es war damals nicht der Derzeitige, dem Herbert Kickl dafür,
Vielleicht, daß auf einer sonst vollkommen weißen Seite die Überschrift „Die Kontextualisierung“ einzig zum Verdeutlichen, es geht um Kontextualisierung, wie die wienerische Schieflage behauptet, es gehe um Kontextualisierung …
Es ist kein Buch nach österreichischer Kontextualisierung geworden; wer von diesem Buch nach seiner Lektüre weggeht, geht von diesem Buch nicht ohne Wissen, wie weggegangen werden wird
von dem KL-Denkmal ab dem nächsten Jahr, weg, dieses Buch, das ein Buch der Einladung zum komplexen Denken ist, über das im Vorwort „Wer den Frieden will, muss die Komplexität von Krieg und Frieden begreifen – Zur Warnschrift von Edgar Morin“ von Werner Wintersteiner und Wilfried Graf zu lesen ist:
Im Alter von über 101 Jahren hat der französische Philosoph und Soziologe Edgar Morin diese Warnschrift verfasst, in der er seine erlebten und reflektierten Erfahrungen mit dem Zweiten Weltkrieg und all den Kriegen und Konflikten, die er in seinem langen Leben studiert hat, verdichtet. Dies führt ihn zu der Kernaussage: „Jeder Krieg bringt Verbrechen mit sich, Manichäismus, einseitige Propaganda, Kriegshysterie, Spionage, Lügen, die Herstellung immer tödlicherer Waffen, Irrtümer und Illusionen, Unerwartetes und Überraschendes … Der Krieg in der Ukraine entgeht dieser Logik eines jeden Krieges nicht, der zwischen entschlossenen und erbitterten Gegnern geführt wird.“
Morin [Edgar Nahoum] benennt Widersprüche, die andere zu glätten versuchen, er zeigt die Ambivalenz der amerikanischen Demokrtie und die zwei Seiten des russischen Despotismus. So kommt er auch zu dieser komplexen Einschätzung des Krieges: „Es gibt drei Kriege in einem: die Fortsetzung des internen Krieges zwischen der ukrainischen Regierung und den separatistischen Provinzen, den russisch-ukrainischen Krieg und einen internationalisierten antirussischen politisch-wirtschaftlichen Krieg des Wetens, der von den USA angeführt wird.“ Dabei bleibt es aber nicht, denn das komplexe Wechselspiel dieser Kriege treibt die Eskalation immer weiter voran.
Die Lehre, die er daraus gezogen hat, und die ein Grundgedanke des vorliegenden Buches ist: „Auch der Krieg des Guten birgt das Böse in sich. Es geht darum, dass uns bewusst wird, dass jeder Krieg nicht nur physisches Unheil bringt, sondern auch intellektuelles Unheil, das den Geist blind macht; das uns bewusst wird, dass jede Radikalisierung in einem Krieg sich desaströs auswirkt.“ Edgar Morin in einem Brief an die Herausgeber, Februar 2023. So deutlich sich Morin gegen die Invasion durch Putins Armee ausspricht, so leidenschaftlich plädert er daher gleichzeitig für diplomatische Auswege. „Es ist überraschend, dass es in Europa so wenig Bewusstsein und so wenig Bereitschaft gibt, sich zunächst überhaupt einmal eine Vorstellung von Friedenspolitik zu machen und diese dann durchzuführen.“
Doch er hat sich bereits 2014, anlässlich der Besetzung der Krim durch Putin, wenig Illussionen über die europäische Politikfähigkeit gemacht. „Leider ist die Ohnmacht des Westens, was Europa betrifft, nicht nur militärischer Natur, sie ist nicht nur ein Mangel an Willenskraft. Es ist eine Frage des politischen Denkens, es ist eine Frage des Denkens überhaupt.“
— „Es ist eine Frage des Denkens überhaupt.“ —
Sobald man versucht, sich auch nur ansatzweise der Notwendigkeit zu stellen, die komplexen Hintergründe und die Vorgeschichte dieses Krieges zu durchleuchten, wird das bereits als Rechtfertigung der russischen Invasion betrachtet. Auch Edgar Morin ist es mit dieser Schrift nicht anders ergangen. Er hat dazu in einem Tweet sehr treffend festgestellt: „Eine sehr verbreitete intellektuelle Schwäche besteht darin, anzunehmen, dass eine Erklärung auch eine Rechtfertigung ist.“
Morin stellt diesen Krieg in den Kontext der Menschheitsaufgaben, die heute anstehen, ein Argument mehr für friedliche Lösungen: „Der Krieg verdunkelt die lebenswichtigen Probleme, denen wir uns stellen müssen: die ökologische Zerstörung des Planeten, die globale Erwärmung, die unkontrollierte Entfesselung des Profits, die die ökologische Krise bestimmt und die allgemeine Krise der Demokratie in der Welt verschärft, die durch die nicht gezähmte Pandemie, die erneut ausbrechen könnte, noch verschlimmert wird.“
Etwas soll aus dem Buch doch noch zitiert werden. Dabei geht es um das, was die Ukraine mit Österreich gemeinsam hat, und das ist der Umgang mit Straßennamen, das heißt,
Der Maidan war ein demokratisches Erwachen, aber der Banderismus wurde dort verherrlicht. Das ruft auch Arno Klarsfeld in Erinnerung: „Eine der ersten Maßnahmen der Kiewer Stadtverwaltung nach der Revolution von 2014 war die Umbennung der langen Allee, die zum Babi-Jar-Gelände führt und den Namen Moskauer Allee trug, in Bandera-Allee, dessen Anhänger die Nazis bei der Vernichtung von mehr als 30.000 Juden, Männern, Frauen und Kindern, in der Babi-Jar-Schlucht am 29. und 30. September 1941 unterstützten, als die deutschen Truppen in Begleitung der Einsatzgruppen in Kiew einmarschierten. Das Bezirksverwaltungsgericht Kiew hatte die Stadtverwaltung angewiesen, die Umbenennung von zwei Hauptstraßen nach Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch, der ebenfalls ein Judenmörder war und nach dem in der Großstadt Ternopil ein Stadion benannt wurde, rückgängig zu machen. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, legte jedoch Berufung gegen die Entscheidung ein und das Berufungsgericht gab ihm Recht.
In Lwiw (Lemberg) marschierten noch vor zwei Jahren Hunderte von Männern in SS-Uniformen ukrainischer Kollaborateure bei einer von der Stadt genehmigten Veranstaltung. In den letzten Jahren enthüllten mindestens drei ukrainische Gemeinden Statuen für Banderas Stellvertreter Jaroslaw Stezko, der während des Holocaust die ‚Ausrottung der Juden‘ guthieß.“ Hinzu kommt, dass es immer noch eine aktive Minderheit ukrainischer Nationalsozialisten gibt, darunter das Kommando des Asow-Regiments, das sich im Bürgerkrieg im Donbass und später bei der dramatischen Verteidigung von Asowstal in Mariupol hervorgetan hat. Die ukrainische Führung feuert als allen Rohren und nutzt in ihrem Krieg die Dienste dieser erbitterten Feinde Russlands, kann aber nicht mit ihnen identifiziert werden. Was allerdings bleibt, ist eine Nachsichtigkeit gegenüber dem Banderismus und vor allem eine antirussische hypernationalistische Hysterie, die die russische Sprache, Literatur und Musik verboten hat — der Hass auf die Kulztur der feindlichen Völker war auch ein Merkmal der Kriegshysterie Deutschlands.
Schließlich muss man auch auf den israelisch-palästinensischen Konflikt eingehen. Dieser begann eindeutig mit der Gründung und Entwicklung einer zionistischen Kolonie auf arabischem Gebiet; nach der Teilung Palästinas durch die UNO und der Gründung des Staates Israel versuchte eine Koalition der arabischen Staaten, dieses neue Land in einem Krieg zu beseitigen, der mit dem Sieg Israels endete.
Der Sechstagekrieg ermöglichte es Israel, ganz Palästina in Besitz zu nehmen, was zu den Infifadas, d. h. Aufständen und Unterdrückungen führte.
Trotz der extremen Radikalisierung hätte der israelisch-palästnensische Konflikt unter dem Druck der USA eine Lösung finden können, als Präsident Clinton Rabin und Arafat dazu brachte, sich in Washington die Hände zu schütteln, da das Oslo-Abkommen von 1993 die Bildung eines palästinensischen Staates nach einem fünfjährigen Prozess vorsah. Doch die Ermordung Rabins durch einen israelischen Fanatiker im November 1995, die darauf folgende verstärkte israelische Besiedlung des Westjordanlandes, die Unterdrückung der Palästinenser*innen, die Aufstände und Anschläge der Palästinser*innen und die Abkehr von der palästensischen Sache vonseiten der arabischen Staaten führten zur vollständigen Eingliederung des Westjordanlandes in Israel und zum Verlust aller palästinensischen Hoffnungen auf Unabhängigkeit. Es gab jedoch zwei Lösungen: Die erste, die eines gemeinsamen demokratischen Staates, wurde durch die Ausrufung Israels zum jüdischen Staat hinweggefegt; die zweite, die zweier assoziierter Nationen, wird derzeit beseitigt. Von 1948 bis 2022 hat die Radikalisierung eines siebzigjährigen Konflikts Israel zu einem hypernationalistischen und kolonialen Staat gemacht, der einen Teil der Palästinser*innen in Lager im Libanon und in Jordanien verstreut hat und die Palästinser*innen im Westjordanland auf das Schicksal eines kolonisierten Volkes reduziert, dessen Regierung mit der Besatzungsmacht zusammenarbeitet.
Westjordanland, wieder einmal, während dieses Buch gelesen wird, dieses Kapitel geschrieben wird, im frühen Sommer 2023, im Mittelpunkt der Berichterstattung, derart aktuell im Mittelpunkt, daß darauf verzichtet werden kann, anzuführen, was berichtet wird, was wieder berichtet werden muß —
All diese Beispiele zeigen, warum ich eine Radikalisierung des Krieges in der Ukraine befürchte, deren globalen Folgen, die bereits jetzt beträchtlich sind, horrend werden und sich sogar zu einem neuen Weltkrieg ausweiten können.
Denn die Radikalisierung nimmt in diesem Krieg ständig zu. Die Entfesselung des Hasses des Aggressors gegen den Widerstand leistenden Angegriffenen und des Hasses des Angegriffenen auf den Aggressor hat bereits den großrussischen Nationalismus angeheizt, Putins Despotismus verschärft und in der Ukraine die Ablehnung der russischen Sprache, die ja auch von den Ukrainer*innen gesprochen wird, aber vor allem der gesamten russischen Kultur hervorgerufen.
Im September 2022 definierte Putin diesen Krieg neu als Krieg gegen den Westen, Selenskyj sprach die absolute Weigerung aus, mit Putin zu verhandeln, während die USA nicht nur die Befreiung der Ukraine, sondern auch die dauerhafte Schwächung Russlands anstreben.
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