Recht patriotisch gute Worte für den nationalsozialistischen Karl-Lueger-Eisenwehrmann Josef Müllner

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Österreich erfüllt immer wieder seine patriotische Bildungsauftragspflicht, Woche für Woche, Jahr für Jahr,

auch mit der hohen Sendung „Erbe Österreich“, so eben am 24. Juli 2023.

Aufmerkenswert, was in dieser Sendung zu Josef Müllner gesagt wird, aber ohne Josef Müllner zu nennen, nur von seinem Holzgeschöpf wird erzählt, wieder mal ein „Gustohappen“ …

Erzählerin: Anfang 1915 zeichnete sich schon ab, daß der Krieg länger dauern würde. Die Zahl der gefallenen Soldaten stieg genauso rasant wie die Not ihrer Hinterbliebenen. Deshalb bekam Feldmarschall Schwarzenberg einen hölzernen Nachbarn. Für eine bemerkenswerte Charity-Aktion.

Karl Hohenlohe: Das ist der sogenannte Wehrmann in Eisen, der seine Rüstung der Spendenbereitschaft der Wiener und Wienerinnen für die Witwen und Waisen des ersten weltkrieges verdankt. Man konnte gegen eine kleine Spende einen Nagel einschlagen. Man hat auf der einen Seite etwas Gutes getan, auf der anderen Seite konnte man auch so seine patriotische Gesinnung zum Ausdruck bringen. Fast eine halbe Million Nägel steckt hier in der Skulptur. Für besonders betuchte, reiche Spender gab es sogar Goldnägel. Ich habe sie gesucht, ich habe sie nicht gefunden. Vielleicht schon vor mir jemand anderer.

Was Karl Hohenlohe nicht sucht, weil eben in Österreich nicht gesucht wird, was in Österreich nicht gefunden werden will, sind der Holzkriegsgeschöpfschnitzer und der Holzkriegsgeschöpflyriker

Was wäre das auch für ein Dienst für das Ansehen Österreichs, von diesen zu berichten, was von ihnen zu berichten ist, haben sie doch, nicht nur mit ihrem Holzgeschöpf Gutes und Patriotisches für Witwen und Waisen geschaffen, gerade jetzt, als beschlossen,

den Schnitzer, der sich auf dem KL-Platz selbst mit verewigte, zu säubern, ihn herauszuputzen —

Karl Hohenlohe, der Rundfunkmoderator, aus der Familie mit dem dazu passenden Wahlspruch „Aus Flammen erhebe ich mich“, erzählt etwas später in dieser Sendung noch etwas Aufmerkenswertes.

Erzählerin: Nach drei Wochen waren mehr als vierzigtausend Soldaten tot, und Wien war in der Hand der roten armee, und die brauchte nicht lange, um ihrer Macht mit einem monumentalen Denkmal Ausdruck zu verleihen. Vier Monate nach dem Ende der Kämpfe stand der stolze Sowjetsoldat auf seinem Sockel.

Karl Hohenlohe: Das ging natürlich nicht ohne Kriegsgefangene und langfristige Planung. Man muß sich das vorstellen, als die rote armee noch in Budapest gekämpft hat, da war man schon am Planen dieses Denkmals, und das Ganze ist nicht nur so eine Art Mahmal für gefallene Soldaten, nein, das ist in Stein gemeißelte Siegesgewißheit. Daß die Sowjets ihre sichtbaren Herrschaftszeichen gerade hier am Schwarzenbergplatz platzierten, hat zwei Gründe. Zum einen erkannten auch sie die Vorzüge barocker Sichtachsen, und der andere Grund, eigentlich ganz banal, der Platz war einfach frei. Das wäre er ohne den latenten Antisemitismus in der Zwischenkriegszeit nicht gewesen. Man hat hier ein großes Denkmal für Gustav Mahler geplant, aber die Stimmung war dagegen, man hat vom Judendenkmal gesprochen, und es wurde nie errichtet.

Es ist dem latent identitären Idealismus in Österreichs Gegenwart zu verrechnen, daß die ökumenische Stimmung zwar für die Badende, aber nicht …

Das „große Denkmal für Gustav Mahler“ gibt es nach wie vor nicht.

Zwei Plätze böten sich weiterhin dafür an.

Der KL-Platz: Gustav Mahler statt dem Nationalsozialisten mit seinem kleinen Bürgermeister.

Der Schwarzenbergplatz: Gustav Mahler statt dem sowjetischen Ungetüm.

Und noch ein dritter Platz böte sich an.

Die Mölker Bastei. Gustav Mahler statt der badenden …

Herrn Stocker schreibt Bundespräsident

Geehrter Herr Stocker !
Sie nehmen mit Recht an, dass ich, nachdem die erstmaligen Wahlen vollzogen sind, für die volle Freiheit der Parteibildung bin, und wünsche , dass auf solche Weise alles, was in unserem Volke gedacht und gewollt, offen zum Ausdruck und in allen öffentlichen Angelegenheiten zur Geltung gelangt. Aus diesem Grunde werde ich auch die Neubildung Ihrer Partei begrüssen, obwohl ich persönlich, als Staatsbürger, in vielen Dingen einer anderen und abweichenden Auffassung bin. Als Bundespräsident bin ich allerdings gehalten, den Parteimann auszuziehen und weder für noch gegen eine Partei amtlich Stellung zu nehmen.

Ich kann Ihnen versichern, dass ich bei allen Gelegenheiten, die sich mir bieten, meinen Einfluss dahin geltend machen werde, dass die Freiheit der Parteibildung – im Rahmen der Republikanischen Staatsform und des wahrhaften Bekenntnisses zur Unabhängigkeit Österreichs – praktisch zum Durchbruch kommt. Hochachtungsvoll Renner

Dr. Karl Renner, der im Gegensatz zu Otto Hofmann-Wellenhof der schwarzen Christfraktion tatsächlich Bundespräsident in Österreich und nicht ein von dem stockerischen Verlag zum Bundespräsidenten Erhobener zur Eigenerhebung war, am 7. Jänner 1946,

wie auf der Website des Verlages am 26. Juli 2023 zu lesen ist,

und die Veröffentlichung des Schreibens des Bundespräsidenten soll wohl dazu dienen, die stockerischen Aktivitäten als hehre Aktivitäten darzustellen,

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Stocker noch einmal mit dem Versuch politisch aktiv, dem dritten Lager mit der „Verfassungstreuen Vereinigung“ eine Wahlplattform zu schaffen. Dabei wurde er von Bundespräsident Dr. Karl Renner unterstützt (siehe Brief links).

Univ.Prof. Dr. Lothar Höbelt
hat diese Aktivitäten, die Stocker sogar einige Monate Untersuchungshaft einbrachten, bis sich die gegen ihn erhoben Vorwürfe als haltlos herausstellten, in seinem Werk „Geschichte des VdU“ ausführlich geschildert

wohl wert, von einer Bundespräsidentin unterstützt zu werden. Aber Bundespräsident Karl Renner hat in diesem seinem Brief deutlich, zwar äußerst höflich, aber doch unmißverständlich seine Ablehnung zum Ausdruck gebracht; was er aber in seiner Rolle als Bundespräsident zum Ausdruck bringt, nun, das ist die amtssonderliche Auffassung der österreichischen Bundespräsidentinnen, womit auch die Männer mit gemeint sind, und es waren nur Männer, die bisher in diesem Amt saßen, bis herauf in die Gegenwart und wohl weiter, bis hinein in die fernste Zukunft …

Ob Dr. Karl Renner damit vor Salomon bestehen kann, sie ihn gar rehabilitiert, ihn von der Forderung einer Schiefstellung nun ausnimmt, zeigt er doch als Bundespräsident Bereitschaft,

dem Führer der idealistischen Familie beizustehen, für die ihr Präsident aus der schwarzen Christfraktion

das größte Wohlwollen aufbringt, ihr werbend —

NS Zur graphischen Darstellung des Firmengeflechts des recht idealistischen Leopold-Stocker-Verlags ist nicht mehr zu schreiben, was schon geschrieben wurde, es ist bekannt,

was zu „Barbarossa Vermögens-, Verwaltungs- und BeteiligungsGmbH“ gehört, „Ares“, „Sammler“ —

auch zu Barbarossa

Ein Tippfehler unter dem Firmengeflecht

Gemäß den Erfordernissen unserer Zeit operieren eigenständige GmbHs unter dem Dach einer Muttergesellschaft. Diese ist nach einem der bedeutendsten römisch-deutschen Kaiser des Mittelalters, dem Hohenstaufen Friedrich I. benannt, und bekennt so die europäisch-christliche Ausrichtung der Verlagsgruppe. Unter Friedrich Barbarossa erlebte die deutsche Kultur des Hochmittelalters ihren Höhepunk.

läßt augenblicklich die Übersetzungen für das englische Wort „Punk“ …

Die Gesellschaft des Josef Weinheber in heutiger Zeit

Es ist eine ehrenreiche Gesellschaft, in der Josef Weinheber bewegt wird, es sind zu viele, es würden zu viele zu vergessen sein, die genannt werden wollten, so sollen stellvertretend nur genannt sein. Da ist einmal der Bundespräsident, der im Parlament launig von Josef Weinheber erzählt, wenn er nicht gerade beim Schreiben eines Persilscheins ist.

Und da ist ein weiterer Präsident, der nämlich die Gesellschaft anführt, dem sein Amt aber genügend Zeit läßt, Fragen zu stellen, ob „deutsche Dichter als Opfer des Traditionsbruches im 20. Jahrhundert“ …

Und wo stellt er, der Präsident, seine Fragen? In der „Neuen Ordnung“. Diese Zeitschrift heißt inzwischen, genauer, seit 2020, „Abendland“ … Abendland, genausogut hätte diese auf „Alte Ordnung“ umbenannt werden können, so alt und überholt und verbraucht ist das Abendland

Der Präsident der Gesellschaft des Josef Weinheber, ist am 25. Juli 2023 auf der Website zu lesen, heißt nach wie vor Dr. Christoph Fackelmann.

Der Gesellschaft des Josef Weinheber ist ein Krieg Anlaß, im März 2023 an Wilhelm Franke zu erinnern: „Heute tobt wieder ein Krieg in der Ukraine. Aus diesem aktuellen Anlaß stellt der Vortrag das eindrucksvolle“ — Nein, sie erinnert nicht an den Lehrer Wilhelm Franke, sondern an den dichtenden „Dorfschullehrer“

Wilhelm Franke (1901–1979) wurde mit den Gedichtbüchern „Wanderer im Waldland“ (Julius Reich-Preis 1937) und „In dunklen Wäldern, auf silbernen Straßen“ (1939) bekannt. Als moderner Regionalist verschrieb er seine Lyrik fast ausschließlich dem niederösterreichischen Waldviertel, in dem er als Dorfschullehrer lebte. Josef Weinheber wurde früh auf ihn aufmerksam und trat nachdrücklich für ihn ein: „Wilhelm Frankes Gedichte haben die eingeborene, schlichte Größe und Herbheit des Landes, das sie besingen […]“. Von Oktober 1942 bis zum Zusammenbruch im Mai 1945 gehörte Franke als Gefreiter einer Wachkompanie der Wehrmacht an. Entlang des Dnjepr in der Ukraine, später in Rumänien, Ungarn und der Slowakei war sein Trupp im unmittelbaren Hinterland der Front mit der Bewachung von Kraftwerken und Brücken, dem Schutz von Fähren und Zügen und der Sicherung von Pässen betraut. Während dieser Zeit führte er ein Tagebuch, in dem sich poetische Schilderungen der östlichen Landschaften mit nüchternen Berichten über den Alltag des Krieges, das entbehrungsvolle Ausharren auf einsamen, versprengten Posten und das Elend von Flucht und Zerstörung verbinden. Zugleich dokumentiert er das eigene Ringen um das seelische Überstehen auf dieser vom Grauen überschatteten soldatischen Wanderschaft, die auch für sein Künstlertum zur großen Erschütterung wird: „Schwarze Gedanken nisten im Herzen. Gnadenarm huschen die Tage hin.“

Wilhelm Franke im Niederösterreichischen …

Und die neue ordnung feiert ihre Umbenennung mit Friedrich Hölderlin: „Was bleibt, stiften die Dichter“

Was wird der Anstifter, dem Hölderlin ein Vorbild, noch stiften gehen, zu was noch anstiften?

Bleibende Verse werden es nicht sein, obgleich er sich auch darin versucht, aber an diese sich zu erinnern, ohne sie je zu zitieren, ist eine Tugend, wenn in der Wahlkabine die Hand bei seiner Partei — sie, auch sie, bewahren davor, ein Kreuz gegen sich selbst zu schlagen.

An Frau Dr. Ilse Dvorak-Stocker schreibt Bundespräsident

„Das Bild, wie ich glaube: das wirklich wahre Bild Ihres Vaters, verehrte gnädige Frau, steht
so lebhaft nach einem runden halben Jahrhundert vor mir, daß daneben jedes Zerrbild völlig
verblaßt. Eine tröstliche Erkenntnis, da sie uns zeigt, daß Charakterstärke, Mut und
mitmenschliches Verständnis allemal spekulativen Opportunismus, hämische Mißgunst und
oberflächliche Mißgunst überdauern …“

Otto Hofmann-Wellenhof (ÖVP), das ist der österreichische Bundespräsident, der im österreichischen Parlament launig von Josef Weinheber erzählt, der Bundespräsident, der im Parlament mit Josef Weinheber fordert, den österreichischen Rundfunk „in Ruah lassen“, das ist der Bundespräsident, der in Österreich nie Bundespräsident war,

aber Otto Hofmann-Wellenhof der schwarzen Christfraktion ist, kann am 24. Juli 2023 auf der Website gelesen werden, für den Leopold-Stocker-Verlag ein Bundespräsident, wohl deshalb, weil für diesen Verlag nur der höchste Mann der Staatsspitze in Frage kommt, der Verlagsmutter

einen Persilschein für ihren Vater

aber Otto Hofmann-Wellenhof, der Bundesrat, ist dem Leopold-Stocker-Verlag ein Bundespräsident, wohl auch deshalb, um endlich aus seinen Reihen einen Bundespräsidenten zu haben wenn es schon in Wahlen nicht gelingt, seinen einen gesinnungsgemäßen Mann, seine eine gesinnungsgemäße Frau in das höchste Amt in Österreich zu bringen —

auch der Letzte aus der Schreibstaffel dieses Verlages, um es aktuell zu halten, hat es nicht geschafft, zum Bundespräsidenten gewählt zu werden, und wenn in Wahlen die eigene gesinnungsgemäße Wirklichkeit nicht und nicht bestätigt wird, dann muß eben die Wirklichkeit so beschrieben werden, daß sie gesinnungsgemäß zur eigenen Wirklichkeit paßt, und in dieser ist eben ein Bundesrat ein Bundespräsident

Dabei, einer aus dieser Schreibstaffel hätte es wohl geschafft, zum Bundespräsidenten gewählt zu werden, mit dem dieser Verlag dann stolz und zu seiner Ehre geworben hätte,

und in dieser Hinsicht wird es diesem Verlag wohl dauern, daß in Österreich nicht mehr die Verfassung von 1920 gültig ist, nach der wäre die Bundespräsidentin im Parlament gewählt worden, und,

so wie erfahrungsgemäß im Parlament gewählt wird,

wäre wohl dieser aus dem Schreibstall dieses Verlages zum Bundespräsidenten gewählt worden, und nicht der derzeitige österreichische Bundespräsident,

und allein in dieser Hinsicht ist die gültige österreichische Verfassung von 1930 tatsächlich schön und elegant zu nennen, sie ersparte den Menschen in Österreich einen Bundespräsidenten …

Nein, die Wählenden außerhalb des österreichischen Parlaments ersparten sich einen Bundespräsidenten aus dem Schreibstall …

Die österreichische Bundesverfassung von 1930 wird den derzeitigen österreichischen Bundespräsidenten wohl zurecht als undankbar empfinden, spricht er doch stets bloß von der Verfassung von 1920, die ihn im Einklang mit den innerparlamentarischen Wählenden wohl nicht, außer es wäre ein Wunder wie die jungfräuliche Mutterschaft geschehen, in das höchste Staatsamt

Das Österreich ist schief.

Ist es legitim, die Geschäfte der „Reichen“ mit Farbe zu besprühen und den Straßenverkehr lahmzulegen, um für Klimaschutz zu „werben“? Muss man, um auf problematische geschichtliche Figuren hinzuweisen, Denkmäler beschmieren und mit Holzgestellen verzieren?

Martina Salomon im Einsatz als Kurierin der ihr Schutzbefohlenen …

Das Lueger-Denkmal in der Wiener City ist jetzt auch noch mit türkiser Farbe überschüttet. Die Christlichsozialen sollen quasi als das Böse schlechthin – und zwar seit mehr als 100 Jahren – dargestellt werden. Dass das Rathaus das stillschweigend akzeptiert, ist freundlich ausgedrückt nicht besonders elegant. Demnächst soll die Statue gekippt werden, die Attacken darauf werden wohl weitergehen.

Dies alles aus dem „Leitartikel“ der Martina Salomon, erschienen in der sonntäglichen Ausgabe am 16. Juli 2023, die Leitkultur der Martina Salomon in einen Leitartikel gepreßt. Ihre Leitartikel, eine Leitkultur, ihre Leitkultur, die Leitartikel, die Leitkulturartikel ihrer Schutzbefohlenen.

Gegen ihre Schutzbefohlenen gehen also die ein und dieselben vor, es sind ein und dieselben, die die Geschäfte besprühen, die den Straßenverkehr lahmlegen, die Denkmäler beschmieren, die mit Holzgestellen verzieren, diesen ein und denelben gehören, so in der salomonischen Zusammenfassung, an, auch schon eine Stadträtin, auch schon ein Bezirksvorsteher, die wohl nächtens mit Holzlatten sich aufmachen zur Verzierung … und auch schon das Rathaus, dem bei diesen Attacken in moderner Attackenteilung die wichtige Arbeit zu erledigen hat, die Überschüttung zu belassen, gehört diesen ein und denselben an.

Wie ungeduldig Martina Salomon ist, und das mit dem Rathaus, das genau weiß, wie in Österreich zu agieren ist, wem in Österreich anzugehören ist, nicht nur einer Gruppe, und mögen diese Gruppen noch zu so gegensätzlich sein; so ist schon beschlossen, im kommenden Jahr das Denkmal vollkommen zu säubern, den nationalsozialistischen Baumeister,

der sich selbst als Denkmalfigur verewigt, herauszuputzen, auch ihn von allen ihn kennzeichnenden Farben zu befreien, weiß wie die Unschuld strahlen zu lassen.

Dabei war der ehemalige Wiener Bürgermeister innovativ und äußerst populär. Er entwickelte Wien zu einer modernen Großstadt, ließ wichtige Sozialeinrichtungen und Infrastruktur wie die Hochquellenwasserleitung […]

Auch sie bemüht die „Hochquellenwasserleitung“ – für ihren Schutzbefohlenen, wieder einmal muß die Hochquellenwasserleitung herhalten, sich vereinnahmen lassen …

Müsste man dann nicht gleich alle Denkmäler schief stellen.

Zum Beispiel jene von Karl Renner […] Wer mit Bilderstürmerei beginnt, findet so schnell kein Ende: Müssen nicht auch die Kriegsherrn Prinz

Eugen und Kaiser Franz Joseph aus dem öffentlichen Leben getilt werden? Ist Maria Theresia (Vertreibung der Juden aus Böhmen) unumstritten?

Wie wird doch Martina Salomon ihrem Namen gerecht, scheint ihr ihr Name Pflicht zu sein, auch sie eine Königin der Sprüche, eine Königin der weisen Gerechtigkeit, salomonisch sollten doch alle Denkmäler schief gestellt werden. Ein Spruch ist ihr aber noch nicht eingefallen, vielleicht, weil es ihr so ergeht wie den Menschen, die vor dem Kaiser stehen und nicht sehen, daß er nackt ist, der Spruch nämlich: In Österreich ist alles schief gestellt.

Das Österreich ist schief.

Und daraus hätte unweigerlich zu folgen, ein zweiter Spruch, aber das wäre ein Spruch, der in einem anderen Land denkbar, in Österreich undenkbar:

Zeit, alles gerade zu stellen.

Nein, so schaut Fortschritt nicht aus.

Zeit, alles gerade zu stellen. Wie recht Martina Salomon doch hat. So sieht Fortschritt in Österreich wahrlich nicht aus.

Die Klimakleber und Denkmalschmierer drehen gefährlich an der Eskalationsschraube. Sie spalten die Gesellschaft und radikalisieren. Am Ende solcher – scheinbar – gut gemeinter Aktionen steht Gewalt. Das braucht wirklich niemand. Wehret den Anfängen.

Und auch ihrem tapferen „Wehret den Anfängen“ kann und muß uneingeschränkt zugestimmt werden, es ist jenen, ihr ist vollkommen zuzustimmen, entgegenzutreten, die, ihnen voran ihr Vorsteher,

mit vor sich hertragenden gekreuzten Latten Prä und Post …

Wie gut, wie beruhigend, daß sie, die Königin der weisen Gerechtigkeit, in ihrem Kampfe nicht allein, ihr schon zur Seite steht, ein Mann, dem schutzbefohlen Unternehmerinnen, der weiß, was von der Zukunft fernen allzu nah …

Kirchstetten, am 29. September, ein weltberühmter Dichter stirbt

Bald werden es, am 29. September 2023, fünfzig Jahre her sein, daß der weltberühmte Dichter verstorben ist. Die Marktgemeinde Kirchstetten im Niederösterreichischen, in der er seine Sommer verbrachte, auf deren Friedhof er begraben ist, wird ihm wohl zu diesem Anlaß, der Wiederkehr seines fünfzigsten Todestages am 29. September 1973, recht groß feiern, von überall her werden sie wohl nach Kirchstetten eilen, um seiner zu gedenken, die Männer und Frauen,

voran wohl die Frauen und Mannen der niederösterreichischen Macht des Normaldenkenden,

an seinem Grabe, ihn zu ehren, werden sie zusammenführen, was zusammengehört, in seinem Sinne vereinen das Prä und das Post —

An diesen fünfzigsten Todestag muß gedacht werden. Als wieder einmal, in diesem Juli 2023, in einem Buch, das nicht in Niederösterreich, das nicht in Österreich geschrieben wurde, sein Name gelesen wurde, diesmal in „Der Schatten im Exil“ von Norman Manea, einem Schriftsteller aus Rumänien, den Normaldenkende mit einer Kindheit in einem Lager in der Ukraine beschenkten; ein recht größeres Geschenk kann einem Kind wohl nicht gemacht werden, als sich, befreit von äußeren Einflüssen, ganz auf seinen zukünftigen Beruf eines Schriftstellers konzentrieren zu dürfen.

Wie oft in all den letzten Jahrzehnten wurde sein Name, wurden Verweise auf ihn, wurden Zitate von ihm in Büchern gelesen, die allesamt weder in Niederösterreich noch in Österreich geschrieben wurden, in wie viel gesehenen Filmen wurden von ihm Gedichte rezitiert, die allesamt nicht in Niederösterreich noch in Österreich produziert wurden, daß es tatsächlich die Wahrheit ist, er, der in Kirchstetten Begrabene, ist weltberühmt, nicht nur in der Sprachwelt seiner Herkunft, sondern gänzlich unabhängig von Sprache und Land, wer immer zu lesen und zu schreiben vermag, gleich in welcher Sprache, gleich wo auf dieser Welt, ist der in Kirchstetten begrabene Dichter nach wie vor ein Dichter, auf den zu beziehen, auch fünfzig Jahre, nach seinem Tod kein Fehl ist, so meinen es jene, die weltweit —

So viele Bücher in denen
sein Name steht und
von ihm keines
im Regal — rätselhaft
wie ein Gedicht enträtselbar

Es heißt, er habe sich vom Preisgeld das Haus in Kirchstetten gekauft, vom Geld des Preises nach einem Künstler, den Jahrzehnte später ein Schriftsteller auf dem Lande, dem Häuser zu erwerben eine Leidenschaft war, ablehnte; müßig zu spekulieren, ob er Jahrzehnte zuvor den Preis aus den Mordhänden der „üble[n] Verführer“ abgelehnt hätte, er sich ebenfalls hätte, wie es im Gedicht des Weltberühmten heißt, das heute noch auf der Website der Gemeinde Kirchstetten zu lesen ist, einwickeln lassen, durch das Anbot, damit auf dem Lande Haus um Haus …

Eines ist gewiß, der „Begnadete“ hat den Preis nach einem Tonkünstler nicht abgelehnt, er hat, heißt es, sich auch ein Haus in Kirchstetten gekauft, wo er eingegraben wurde. They buried you like a loved old family dog. Dich wie einen geübten alten Familienhund begrub. In dieser Übertragung steht es auf der Website des Dorfes Kirchstetten. Es gibt dafür auch eine andere, und für den „Begnadeten“ wohl zutreffendere Übersetzung, von Johannes W. Paul: Wie den geliebten alten Hofhund eingrub.

Mit diesem Gedicht ist der Weltberühmte in kirchstetterischer Nachbarschaft seines Grabes in die niederösterreichische und also in die österreichische Falle gegangen, es wurde ihm in Kirchstetten und um Kirchstetten herum erzählt, was alle in Kirchstetten und um Kirchstetten herum und also in ganz Österreich vom „geliebten Hofhund“ nur erzählt werden wollte, nur das, was alle nur hören wollten, nur das, worauf sich alle verständigten, was vom „Hofhund“ nur zu erzählen ist. Und sie werden den Weltberühmten vielleicht auch mit Literatur über den „Hofhund“ versorgt haben, die er dann für dieses Gedicht auch verwenden konnte, mit dem heute noch Kirchstetten hausieren gehen kann. Take you in, who to Goebbels‘ offer of culture countered – in Ruah lossen?

Und gerade im Angesicht der kürzlichen Verweigerung der Annahme der „ORF-Petition“ durch die ÖVP kann auf die Anekdote aus dem Bundesrat vom 22. Juli 1966 nicht verzichtet werden, diese wiederzugeben:

Von der Presse will der Rundfunk nichts anderes als sachlich fundierte Information ihrer Leser und natürlich auch objektive Kritik. Vom Staat und von den Parteien wünschen wir uns die Erfüllung einer Bitte. Es ist heute hier so viel von Alleinherrschaft und Diktatur gesprochen worden; ich darf also zu einer echten Diktatur hinüberwechseln: Es war etwa im Jahre 1938 oder 1939, da wurde der heute schon einmal zitierte unsterbliche Josef Weinheber nach Weimar zu einem Dichtertreffen befohlen. Weinheber – nomen omen: ein Freund des guten Weines – war schon in sehr beschwingter Stimmung. Er war immer ein mutiger und bekenntnisfreudiger Mann von allergrößter Zivilcourage. Er wurde vom allmächtigen Kulturpapst Goebbels angesprochen, und das Gespräch ist als authentisch überliefert: „Was könnte man tun, Herr Weinheber, um die Dichtung in der Ostmark“ – sozusagen – „auf Trab zu bringen ?“ Und Weinheber – das ist ein Männerstolz vor Königsthronen – hat ihn aus verschwimmenden Augen angeschaut und hat dann gesagt: „Herr Minister, in Ruah lassen, in Ruah lassen!“ (Allgemeine Heiterkeit.) Ich möchte auch diese Bitte also an Regierung, an Politik und Parteien richten: Den Rundfunk „in Ruah lassen, in Ruah lassen“, dann wird er schon ein Instrument sein, das uns allen nützt und dem Staat auch im Ausland nur Ehre machen wird.

Woher Bundesrat Hofmann-Wellenhof von der Volkspartei dieses „authentisch überliefert[e Gespräch]“ hatte? Vielleicht aus „Bekenntnis zu Josef Weinheber“, jedenfalls klingt es ganz nach dem Buch von Heinrich Zillich, in dem mit Heiterem

Als Goebbels bei einem Bankett sprach, hörte ihn Weinheber, die Hand unterm Kinn, aufmerksam, obschon vom Weine beschwingt, an. Gefiel ihm ein Satz, rief er wohlwollend: »Bravo, Josef!,« rief es immer wieder […]. Plötzlich aber trat ein großes Erstaunen in Weinhebers Gesicht, von einer Erleuchtung heimgesucht, hob er das Haupt, blickte herrscherlich rundum und verkündete laut: »Ja, aber – der Josef, der bin ja i!«

vom „Hofhund“ der Vergangenheit Verklärung ganz nach österreichischem Geschmacke …  

Spätestens mit der zitierten Rede des Bundesrates der ÖVP ist es unmißverständlich: der Weltberühmte in diesem Kapitel ist nicht Josef Weinheber, der auf seinem Grund, irgendwo im Garten, vor oder hinterm Haus, eingegraben ist —

der Weltberühmte ist Wystan Hugh Auden

Zwei Prozent mal zwei Prozent ist gleich einhundertundzwei Prozent

Wolfgang Fellner selbst war am 5. Juni 2023 äußerst belustigt, er hat sich, wie es österreichisch heißt, abgehaut, als der Fehler der Auszählung der Wahl am Parteitag bekannt wurde, sein Moderator leitete „Fellner live spezial“ mit „SPÖ-Supergau“ ein, und Wolfgang Fellner: „Aber auch elf Container kann man im Kopf doch zusammenrechnen …

Dabei müßte gerade Wolfgang Fellner mit seinem Prozentrechnungsexperten Werner Beutelmeyer wissen, wie schwer es fällt, gar nur sechs Zahlen im Kopf —

Für Prozentrechnungsexperten Werner Beutelmeyer und Wolfgang Fellner sind einhundert Prozent schon mal einhundertundzwei, dann wieder mal einhundertundein Prozent, wie zwei Stichproben allein nur aus dem erst kurz dauernden Jahr 2023 belegen.

Es will gar nicht weiter geprüft werden, zu welchen Ergebnissen die Prozentrechnungsexperten Fellner und Beutelmeyer noch im Laufe ihrer allwöchentlichen Umfrageverkündigungen gekommen sind, und bei deren Kompetenzen kann davon ausgegangen werden, noch kommen werden.

Zwei mal zwei sind fünf, rechnen manchmal, und das äußerst selten, Kinder, die zum ersten Mal in ihrem Leben versuchen, zu multiplizieren; für Wolfgang Fellner und Werner Beutelmeyer sind einhundert Prozent einhundertundeins Prozent oder einhundertundzwei Prozent oder …

Ja, es kann verstanden werden, daß dieses Lied über das Lesen und das Schreiben in Österreich gar so recht beliebt, die wahre Hymne Österreichs

Umfragen, ach, Umfragen, die zwei Prozentrechnungsexperten, wobei Wolfgang Fellner nicht nur ein Prozentrechnungsgenie, sondern ein Mathematikgenie überhaupt ist, rücken auch wieder einmal den Wert, die Bedeutung und die Wichtigkeit von Umfragen eindrücklich zurecht …

Um welche Umfrage geht es hierbei konkret? Mit dem Ergebnis, daß einhundert Prozent einhundertzwei und einhunderteins und …

Es geht dabei konkret um die Frage, wen würden Sie, wenn das ginge, in einer Direktwahl zur Bundeskanzlerin wählen. Gefragt wird allerdings lediglich, wen würden Sie in einer Direktwahl „zum Bundeskanzler“ wählen. Das hat in Österreich durchaus seine normativ fundamentale Tradition, daß lediglich danach gefragt wird, wen würden Sie „zum Bundeskanzler“ wählen; wenn es um das sogenannte Höchste im Staat geht, kann es auf dem Lande Österreichs bloß ein Mann sein, ob „Bundeskanzer“, ob „Bundespräsident“, ob …

Darüber hinaus wird es, um fellnerisch zu sprechen, zu einem „Duell“ zwischen zwei Männern stilisiert, zwischen Karl Nehammer und Herbert Kickl … Ob nun die Kopfrechensumme von sechs Prozentzahlen 101 Prozent oder 102 Prozent oder … eine Konstante gibt es, weder Herbert Kickl noch Karl Nehammer bekommen je eine derart hohe prozentuale Zustimmung wie Ihre Favoritin.

Ihre Favoritin würden Sie zur Bundeskanzlerin wählen, aber nicht Karl Nehammer, aber nicht Herbert Kickl

In mancher Woche erreicht Karl Nehammer, und das muß für ihn eine äußerst gute Woche sein, gerade einmal die Hälfte der Stimmen von Ihrer Favoritin, die Sie wählen würden, gerade einmal die Hälfte der Stimmen von „Andere/Keine/Weiß nicht“.

In mancher Woche erreicht Herbert Kickl, und das muß für ihn eine äußerst gute Woche sein, gerade einmal die Hälfte der Stimmen von Ihrer Favoritin, die Sie wählen würden, gerade einmal die Hälfte der Stimmen von „Andere/Keine/Weiß nicht“.

In mancher Woche erreichen Karl-Herbert Nehammer-Kickl, und das muß für sie eine äußerst gute Woche sein, gerade einmal zusammen so viele Stimmen wie Ihre Favoritin überragend allein, die Sie wählen würden, gerade einmal zusammen die Stimmen von „Andere/Keine/Weiß nicht“.

Diagnose Mariahilf

Karl Mahrer von der schwarzen Christfraktion ist nicht umsonst der beste Obmann, den die Landpartei der Stadt je hatte; mit einem Blick erfaßt er eine Situation total, kann er allein aus einem kurzen Hinsehen in der Sekunde die unumstößlich rechte Diagnose stellen:

Dabei ist uns auch der oben am Bild abgebildete Mann aufgefallen. Ich bin daraufhin zu ihm gegangen und konnte sehen, dass eine Atmung vorhanden war – also keine Lebensgefahr bestanden hat.

Wer atmet, ist nicht in Lebensgefahr.

Seine Diagnosekompetenz als Vorbild für das österreichische Gesundheitssystem genommen könnte das österreichische Gesundheitssystem, das oft als zu teuer beklagt wird, mit einem Schlag zum günstigsten Gesundheitssystem der Welt machen, mehr noch, zum einzigen Gesundheitssystem der Welt zum Nulltarif für Staat und Mensch. Autounfallopfer etwa, bis dahin mit als absolut lebensbedrohlichen Verletzungen an Ort und Stelle des Unfalls diagnostiziert, müßten nicht mehr von herbeigerufenen teuren Rettungskräften untersucht werden, müßten nicht mehr per teurem Hubschrauber in ein teures Krankenhaus zu einer teuren lebensrettenden Operation geflogen werden, es reichte ein kurzes Hinsehen von einem Passanten, von einer zufällig vorbeikommenden Passantin auf der Mariahilfer Straße, die die Mariahilfer Straße sucht, und sie nicht findet, daher Zeit findet, zum Unfallopfer hinzugehen, das Unfallopfer sich kurz anzusehen, um zum zum Unfallopfer das für das Unfallopfer Erlösende zu sagen: Wahrlich, ich sage Ihnen, Sie atmen. Stehen Sie auf und gehen Sie nach Hause.

Karl Mahrer ist aber nicht nur ein Mann mit der höchsten Diagnosekompetenz, mit dieser ein Vorbild, ein Präidol für die Revolutionierung des österreichischen Gesundheitswesens, sondern auch darin ein Präidol der Offenherzigkeit, der sich nicht darum kümmert, der sich nicht davor fürchtet, seine Ideen, seine Pläne könnten ihm andere stehlen, könnten andere vor ihm mit seiner schwarzen Christfraktion in die Tat umsetzen, wie etwa diese, von ihm in dieser zweiten Juli-Woche 2023 entweder nach seiner Mariahilf-Diagnose oder vor seinem Aufsuchen der Mariahilfer Straße offen verkündete:

Wir stehen am Anfang […] Bald könnten Unternehmer entführt werden, um Klimaziele zu erpressen.

Klaus Mahrer ist darüber hinaus auch noch ein Mann der tiefsten Erkenntnis, der die Stunde der Zeit erkennt — es braucht zum Erreichen der „Klimaziele“ Taten, die nicht alltäglich sind, noch „stehen [wir] am Anfang“, aber: „Bald …“

Die gesamte schwarze Christfraktion ist eine Partei der tiefsten Erkenntnis, und so ist es nur recht und billig, oder, wie es modern heißt, authentisch, daß einer Präidole Karl Mahrer ist, mit ihm unter dem Kreuze vereint, bereit, die „Klimaziele“ zu …

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reich sich von seinem Reicher trennt

Letztendlich werde sich die FPÖ von Kickl trennen müssen, wenn sie in Regierungsverantwortung kommen wolle. Denn Kickl sei […] beteuerte der Kanzler.

Es wird also, wenn nun die volksparteilichen Beteuerungen zu ertragen sind, auf eine Koalition mit der identitären Partei hingearbeitet; freilich ohne Herbert Kickl, und das heißt, die ÖVP will wieder im Jahr 2000 ankommen, als es das schon gab, eine Koalition der ÖVP mit der FPÖ, freilich schon damals ohne den identitären Anführer in der Regierung,

die ÖVP will also das Land dreiundzwanzig Jahre zurückwerfen; immerhin eine längere Zeit als die sieben Jahre, wenn auch in die Vergangenheit, die Karl Nehammer, von dem es heißt, er soll Bundeskanzler sein, bemüht versuchte voraus in die Zukunft —

Warum sollte die identitäre Partei von ihrem zurzeitigen Anführer sich trennen? Der doch aus Sicht dieser Partei so erfolgreich wie noch kein Anführer, im Angesicht der Umfragen, so erfolgreich wie noch keine Anführerin dieser Partei …

War je ein Obmann, eine Obfrau dieser Partei in der sogenannten Kanzlerumfrage an erster Stelle, noch dazu schon über eine so lange Zeit? Nicht mal jener Anführer, der vor dreiundzwanzig Jahren nicht in die Regierung durfte, als mit Trickserei eine volksparteilich blaue Regierung installiert wurde, soweit erinnerlich, hat dies geschafft.

Er hätte es wohl ebenso geschafft, so wie Herbert Kickl nu mit Leichtigkeit und ohne Zutun es schafft, wenn er als Mitbewerber den Derzeitigen gehabt hätte, aber es war damals nicht der Derzeitige, dem Herbert Kickl dafür,

ohne daß ihm dabei ein Ziegel aus der Festung fiele,

nur danken kann, in Umfragen zur Direktwahl einer Kanzlerin an erster Stelle zu sein

wer aus dieser Partei aber wäre nicht an erster Stelle mit einem Nebenbewerber Karl Nehammer …

Früher, als das Wünschen oder das Glauben, also das Christen, das auf Tricksen sich zwar nicht schön, aber doch reimt, noch geholfen hat, wäre dazu mit der Hand auf der Bibel oder auf dem Koran gesagt worden: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reich sich von seinem Reicher trennt.

Heutzutage aber schlicht wie kurz gesagt: Früher trennt die ÖVP sich von Karl Nehammer,

als die identitäre Partei von Herbert Kickl

Von Krieg zu Krieg

Lueger und die Kontextualisierung

Je mehr der Krieg sich verschärft, desto schwieriger wird der Frieden, aber desto dringender ist er nötig.

Edgar Morin. De gueere en guerre. De 1940 à l’Ukraine. Von Krieg zu Krieg. Von 1940 bis zur Invasion der Ukraine. Turia + Kant. Februar 2023.

Sie werden sich fragen, wie das zusammengeht, Lueger und die Kriege, bis hin zum letzten um die Ukraine unter den vielen gegenwärtigen.

Es geht zusammen. Denn. Es geht um Kontextualisierung. Die Kontextualisierung ist in Österreich angekommen — als Modeerscheinung.

Das KL-Denkmal auf dem KL-Platz in Wien steht hierfür beispielhaft, wie in Österreich Kontextualisierung verstanden wird. Und so beispielhaft wie die Denkmalkontextualisierung wird nun in Österreich auch die Kontextualisierung des letzten unter den vielen gegenwärtigen Kriegen gegen die Ukraine —

Was wäre das für ein Buch geworden, hätte Edgar Morin sich an diesem LK-Denkmal ein Beispiel genommen, genauer, an dem beschlossenen Plan der Kontextualisierung des JM-Denkmals?

Es wäre ein Buch mit rein weißen Blättern geworden, ein Buch mit leeren, dafür aber um dreikommafünf Grad schiefen Seiten

Vielleicht, daß auf einer sonst vollkommen weißen Seite die Überschrift „Die Kontextualisierung“ einzig zum Verdeutlichen, es geht um Kontextualisierung, wie die wienerische Schieflage behauptet, es gehe um Kontextualisierung

Es ist kein Buch nach österreichischer Kontextualisierung geworden; wer von diesem Buch nach seiner Lektüre weggeht, geht von diesem Buch nicht ohne Wissen, wie weggegangen werden wird

von dem KL-Denkmal ab dem nächsten Jahr, weg, dieses Buch, das ein Buch der Einladung zum komplexen Denken ist, über das im Vorwort „Wer den Frieden will, muss die Komplexität von Krieg und Frieden begreifen – Zur Warnschrift von Edgar Morin“ von Werner Wintersteiner und Wilfried Graf zu lesen ist:

Im Alter von über 101 Jahren hat der französische Philosoph und Soziologe Edgar Morin diese Warnschrift verfasst, in der er seine erlebten und reflektierten Erfahrungen mit dem Zweiten Weltkrieg und all den Kriegen und Konflikten, die er in seinem langen Leben studiert hat, verdichtet. Dies führt ihn zu der Kernaussage: „Jeder Krieg bringt Verbrechen mit sich, Manichäismus, einseitige Propaganda, Kriegshysterie, Spionage, Lügen, die Herstellung immer tödlicherer Waffen, Irrtümer und Illusionen, Unerwartetes und Überraschendes … Der Krieg in der Ukraine entgeht dieser Logik eines jeden Krieges nicht, der zwischen entschlossenen und erbitterten Gegnern geführt wird.“

Morin [Edgar Nahoum] benennt Widersprüche, die andere zu glätten versuchen, er zeigt die Ambivalenz der amerikanischen Demokrtie und die zwei Seiten des russischen Despotismus. So kommt er auch zu dieser komplexen Einschätzung des Krieges: „Es gibt drei Kriege in einem: die Fortsetzung des internen Krieges zwischen der ukrainischen Regierung und den separatistischen Provinzen, den russisch-ukrainischen Krieg und einen internationalisierten antirussischen politisch-wirtschaftlichen Krieg des Wetens, der von den USA angeführt wird.“ Dabei bleibt es aber nicht, denn das komplexe Wechselspiel dieser Kriege treibt die Eskalation immer weiter voran.

Während diese Warnschrift gelesen wird, während dieses Kapitel geschrieben wird, es ist Juli 2023, ist zu erfahren, daß die USA Streubomben an die Ukraine liefern will, Streubomben, das heißt letztendlich auch, Streubomben gegen die Menschen in der Ukraine selbst, Streubomben, die, mag den sogenannten heutigen Waffen noch so viel Eigenintelligenz nachgesagt werden, mögen diese Waffen noch so ob ihrer Intelligenz beworben werden, in ihrer mörderischen Wirkung nicht unterscheiden werden, zwischen Menschen aus der Ukraine und Putins willfährigen Kohorten —

Die Lehre, die er daraus gezogen hat, und die ein Grundgedanke des vorliegenden Buches ist: „Auch der Krieg des Guten birgt das Böse in sich. Es geht darum, dass uns bewusst wird, dass jeder Krieg nicht nur physisches Unheil bringt, sondern auch intellektuelles Unheil, das den Geist blind macht; das uns bewusst wird, dass jede Radikalisierung in einem Krieg sich desaströs auswirkt.“ Edgar Morin in einem Brief an die Herausgeber, Februar 2023. So deutlich sich Morin gegen die Invasion durch Putins Armee ausspricht, so leidenschaftlich plädert er daher gleichzeitig für diplomatische Auswege. „Es ist überraschend, dass es in Europa so wenig Bewusstsein und so wenig Bereitschaft gibt, sich zunächst überhaupt einmal eine Vorstellung von Friedenspolitik zu machen und diese dann durchzuführen.“

Doch er hat sich bereits 2014, anlässlich der Besetzung der Krim durch Putin, wenig Illussionen über die europäische Politikfähigkeit gemacht. „Leider ist die Ohnmacht des Westens, was Europa betrifft, nicht nur militärischer Natur, sie ist nicht nur ein Mangel an Willenskraft. Es ist eine Frage des politischen Denkens, es ist eine Frage des Denkens überhaupt.“

— „Es ist eine Frage des Denkens überhaupt.“ —

Sobald man versucht, sich auch nur ansatzweise der Notwendigkeit zu stellen, die komplexen Hintergründe und die Vorgeschichte dieses Krieges zu durchleuchten, wird das bereits als Rechtfertigung der russischen Invasion betrachtet. Auch Edgar Morin ist es mit dieser Schrift nicht anders ergangen. Er hat dazu in einem Tweet sehr treffend festgestellt: „Eine sehr verbreitete intellektuelle Schwäche besteht darin, anzunehmen, dass eine Erklärung auch eine Rechtfertigung ist.“

Morin stellt diesen Krieg in den Kontext der Menschheitsaufgaben, die heute anstehen, ein Argument mehr für friedliche Lösungen: „Der Krieg verdunkelt die lebenswichtigen Probleme, denen wir uns stellen müssen: die ökologische Zerstörung des Planeten, die globale Erwärmung, die unkontrollierte Entfesselung des Profits, die die ökologische Krise bestimmt und die allgemeine Krise der Demokratie in der Welt verschärft, die durch die nicht gezähmte Pandemie, die erneut ausbrechen könnte, noch verschlimmert wird.“

Mit dem aus dem Buch hier Zitierten erschließt es sich bereits, daß es ein Buch ist, das zur Gänze zu lesen ist, es braucht dazu wohl kaum mehr Zeit, als etwa ein Spaziergang vom dritten Bezirk zum KL-Denkmal mit einem kurzen Verweilen vor dem Denkmal, bei dem allerdings nichts zu erfahren ist, nur das Geschmiere erinnert wird, nicht das Geschmiere auf dem Denkmal, sondern das Geschmiere über die Kontextualisierung des Mals, und dem Rückgang in den dritten Bezirk

Etwas soll aus dem Buch doch noch zitiert werden. Dabei geht es um das, was die Ukraine mit Österreich gemeinsam hat, und das ist der Umgang mit Straßennamen, das heißt,

das Benennen, das Umbenennen, genauer, das Nicht-Umbenennen von Plätzen, Straßen, Gassen …

Der Maidan war ein demokratisches Erwachen, aber der Banderismus wurde dort verherrlicht. Das ruft auch Arno Klarsfeld in Erinnerung: „Eine der ersten Maßnahmen der Kiewer Stadtverwaltung nach der Revolution von 2014 war die Umbennung der langen Allee, die zum Babi-Jar-Gelände führt und den Namen Moskauer Allee trug, in Bandera-Allee, dessen Anhänger die Nazis bei der Vernichtung von mehr als 30.000 Juden, Männern, Frauen und Kindern, in der Babi-Jar-Schlucht am 29. und 30. September 1941 unterstützten, als die deutschen Truppen in Begleitung der Einsatzgruppen in Kiew einmarschierten. Das Bezirksverwaltungsgericht Kiew hatte die Stadtverwaltung angewiesen, die Umbenennung von zwei Hauptstraßen nach Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch, der ebenfalls ein Judenmörder war und nach dem in der Großstadt Ternopil ein Stadion benannt wurde, rückgängig zu machen. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, legte jedoch Berufung gegen die Entscheidung ein und das Berufungsgericht gab ihm Recht.

In Lwiw (Lemberg) marschierten noch vor zwei Jahren Hunderte von Männern in SS-Uniformen ukrainischer Kollaborateure bei einer von der Stadt genehmigten Veranstaltung. In den letzten Jahren enthüllten mindestens drei ukrainische Gemeinden Statuen für Banderas Stellvertreter Jaroslaw Stezko, der während des Holocaust die ‚Ausrottung der Juden‘ guthieß.“ Hinzu kommt, dass es immer noch eine aktive Minderheit ukrainischer Nationalsozialisten gibt, darunter das Kommando des Asow-Regiments, das sich im Bürgerkrieg im Donbass und später bei der dramatischen Verteidigung von Asowstal in Mariupol hervorgetan hat. Die ukrainische Führung feuert als allen Rohren und nutzt in ihrem Krieg die Dienste dieser erbitterten Feinde Russlands, kann aber nicht mit ihnen identifiziert werden. Was allerdings bleibt, ist eine Nachsichtigkeit gegenüber dem Banderismus und vor allem eine antirussische hypernationalistische Hysterie, die die russische Sprache, Literatur und Musik verboten hat — der Hass auf die Kulztur der feindlichen Völker war auch ein Merkmal der Kriegshysterie Deutschlands.

Vitali Klitschko legte gegen die Umbenennung Berufung ein, jener Klitschko, mit dem auch ein österreichischer Bundeskanzler telefoniert, dessen Bruder ein österreichischer Bundeskanzler freundschaftlich oder, was unter Männern wohl dasselbe ist, mitten im Krieg kameradschaftlich boxt —

Vor dem Mal eines antisemitischen Nationalratspräsidenten drängt es sich menschgemäß auf, den Konflikt zu erwähnen, den Edgar Morin in seinem Buch ebenfalls anspricht. Denn.

Es zeigt sich auch an diesem die fehlende Kontextualisierung in Österreich, in der eine gegenwärtige Bundesregierung den sogenannten Antizionismus mit dem Antisemitismus unterschiedslos gleichsetzt

Es wird in Österreich recht gern unter Wegwischen des Kontextes ein „importierter Antisemitismus“ bemüht, um Menschen, die nach Österreich kommen, den landeseigenen Antisemitismus, der tatsächlich ein Antisemitismus ist, anzuhängen, sich frei von Antisemitismus darzustellen, während es für die aus diesem geographischen Raum nach Österreich kommenden ein Konflikt ist, der tatsächliche Ursachen hat, die mit dem österreicheigenen Antisemitismus nichts zu tun haben.

Schließlich muss man auch auf den israelisch-palästinensischen Konflikt eingehen. Dieser begann eindeutig mit der Gründung und Entwicklung einer zionistischen Kolonie auf arabischem Gebiet; nach der Teilung Palästinas durch die UNO und der Gründung des Staates Israel versuchte eine Koalition der arabischen Staaten, dieses neue Land in einem Krieg zu beseitigen, der mit dem Sieg Israels endete.

Der Sechstagekrieg ermöglichte es Israel, ganz Palästina in Besitz zu nehmen, was zu den Infifadas, d. h. Aufständen und Unterdrückungen führte.

Trotz der extremen Radikalisierung hätte der israelisch-palästnensische Konflikt unter dem Druck der USA eine Lösung finden können, als Präsident Clinton Rabin und Arafat dazu brachte, sich in Washington die Hände zu schütteln, da das Oslo-Abkommen von 1993 die Bildung eines palästinensischen Staates nach einem fünfjährigen Prozess vorsah. Doch die Ermordung Rabins durch einen israelischen Fanatiker im November 1995, die darauf folgende verstärkte israelische Besiedlung des Westjordanlandes, die Unterdrückung der Palästinenser*innen, die Aufstände und Anschläge der Palästinser*innen und die Abkehr von der palästensischen Sache vonseiten der arabischen Staaten führten zur vollständigen Eingliederung des Westjordanlandes in Israel und zum Verlust aller palästinensischen Hoffnungen auf Unabhängigkeit. Es gab jedoch zwei Lösungen: Die erste, die eines gemeinsamen demokratischen Staates, wurde durch die Ausrufung Israels zum jüdischen Staat hinweggefegt; die zweite, die zweier assoziierter Nationen, wird derzeit beseitigt. Von 1948 bis 2022 hat die Radikalisierung eines siebzigjährigen Konflikts Israel zu einem hypernationalistischen und kolonialen Staat gemacht, der einen Teil der Palästinser*innen in Lager im Libanon und in Jordanien verstreut hat und die Palästinser*innen im Westjordanland auf das Schicksal eines kolonisierten Volkes reduziert, dessen Regierung mit der Besatzungsmacht zusammenarbeitet.


Westjordanland, wieder einmal, während dieses Buch gelesen wird, dieses Kapitel geschrieben wird, im frühen Sommer 2023, im Mittelpunkt der Berichterstattung, derart aktuell im Mittelpunkt, daß darauf verzichtet werden kann, anzuführen, was berichtet wird, was wieder berichtet werden muß —

All diese Beispiele zeigen, warum ich eine Radikalisierung des Krieges in der Ukraine befürchte, deren globalen Folgen, die bereits jetzt beträchtlich sind, horrend werden und sich sogar zu einem neuen Weltkrieg ausweiten können.

Denn die Radikalisierung nimmt in diesem Krieg ständig zu. Die Entfesselung des Hasses des Aggressors gegen den Widerstand leistenden Angegriffenen und des Hasses des Angegriffenen auf den Aggressor hat bereits den großrussischen Nationalismus angeheizt, Putins Despotismus verschärft und in der Ukraine die Ablehnung der russischen Sprache, die ja auch von den Ukrainer*innen gesprochen wird, aber vor allem der gesamten russischen Kultur hervorgerufen.

Im September 2022 definierte Putin diesen Krieg neu als Krieg gegen den Westen, Selenskyj sprach die absolute Weigerung aus, mit Putin zu verhandeln, während die USA nicht nur die Befreiung der Ukraine, sondern auch die dauerhafte Schwächung Russlands anstreben.

Unsere Medien weisen nur auf einen Imperalismus hin, den russischen, der versucht, Großrussland wiederherzustellen; sie schweigen über den anderen Imperalismus, der überall auf dem Globus interveniert und dabei oft, wie Russland in der Ukraine, gegen internationale Konventionen verstößt.