ÖVP mit Sebastian Kurz wirbt für Veränderung II

Es konnte, wirbt die ÖVP, schon viel an dem Hause Österreich verbaut werden. Der Regierung Kurz I oder – wie sie es recht gern nennt – der Veränderung I ist es bereits gelungen, recht viel zu verbauen. Die Zeit aber war zu kurz, um mit dem Verbauen ganz fertig zu werden. Das ist, so die ÖVP, aber nicht ihr anzulasten. Einzig nur der Zeit.

Es fehlt aber nicht mehr viel, um den Verbau zu vollenden. Wie auf dem Foto gesehen werden kann. Das ihr Plan für Österreich ist. Für diesen Zukunftsplan wirbt die ÖVP. Für eine Regierung Kurz II oder, wie sie es recht lieber nennt – Veränderung II.

Sie, die ÖVP, kann garantieren, Österreich wird nach einer Regierung Veränderung II genauso aussehen, wie auf der Symbolzeichnung, die die ÖVP für Österreich erstellt.

Bei dieser Gelegenheit möchte sich die ÖVP bei ihrem talentierten Zeichner recht bedanken, der für sie diesen Plan zeichnet. Und noch eines kann die ÖVP garantieren, welche Koalition es geben wird, die die Regierung Veränderung II bilden wird. Ihr, der ÖVP, talentierter Zeichner wird als Bundeskanzler mit ihr eine Koalition eingehen.

Sie, die ÖVP, mit ihrem talentierten Zeichner versprechen heute schon, nach der Regierung Veränderung II wird Österreich vollständig verbaut sein, und eine Regierung Veränderung III wird es dann nicht mehr brauchen, wird Österreich dann doch so verbaut sein wie auf dem Symbolfoto, daß nichts mehr …

ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz haben Österreich umgebaut – Veränderung I

Es ist beeindruckend. Die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz hat versprochen, Österreich zu verändern. Und. Bereits innerhalb von siebzehn Monaten ist ihr das mit ihrem Sebastian Kurz gelungen.

Das Ergebnis dieser ersten Veränderung ist weithin sichtbar. So sieht Österreich verändert aus, schon nach siebzehn Monaten:

Das ist aber noch nicht alles. Das will ihr noch nicht alles gewesen sein. Sie, die ÖVP, ist noch nicht fertig mit Österreich. Sie hat noch einen Plan. Ihr Code dafür: Veränderung II: Österreich am Ende …

Ibizabank

Es stehen die Aussichten schlecht, daß die Österreichische Nationalbank fortan gleich unter diesem Namen den Menschen einfallen wird, weil der Name „Ibizabank“ dermaßen sich verfestigt haben wird, in die Umgangssprache aufgenommen wurde, daß ein jeder Mensch sofort wissen wird, welche Bank gemeint ist, wenn von der Ibizabank gesprochen wird, nämlich die Österreichische Nationalbank —

Das Gedankengut, das der gewesene Vizekanzler in diesem Video frank und frei von sich gibt, ist ebenso frank und frei bereits in seiner SMS vom November 18, in der es konkret um die Nationalbank …

Nun wird mit der Suche begonnen, ob etwas von dem, was der gewesene Vizekanzler in dem Ibizavideo von sich gibt, konkretisiert …

Hingegen muß bei der Ibiza-SMS mit keiner Suche begonnen werden. Die Umsetzung liegt offen zutage. Verantwortlich dafür, kurz zusammengefaßt, der Mann, der jetzt durch Ibiza-Ibiza zum zurzeitigen Vizekanzler aufgestiegen ist.

In dem Ibiza-Video spricht der gewesene Vizekanzler auch frei von der Leber weg über Spenden. In der Ibizabank sitzt nun eine Frau, die erst vor kurzem wegen Spenden ins Gerede …

Und wenn von Gedankengut gesprochen wird, ist auch das die Partei des gewesenen Vizekanzlers seit Jahrzehnten prägende Gedankengut ebenfalls auf dem Weg in die Ibizabank, durch ihren Gouverneur, weithin sichtbar, falls sich dieser dazu entschließt, seine Odin-Wiesinger-Medaille als stolze Zierde auf seinem Ibizabankschreibtisch zu platzieren …

Kurz gesagt, das Ibiza-Video in seiner Essenz schon als SMS im November 18

Es gab eine Aufregung, doch ja, aber kurz nur. So ist es in Österreich.

Um den Versender zum Verschicken dieser SMS zu bewegen, mußte nichts getan werden. Es mußte keine Frau engagiert werden, es mußte keine Villa angemietet werden, es brauchte keinen Übersetzer, und schon gar nicht mußte das trachtenschöne Land verlassen werden. Kurz: „Fallen“ mußten nicht gestellt werden. Denn. Der Mann verschickte die SMS ganz alleine, nichts lenkte ihn ab, nichts und niemand mußte ihn dazu bewegen, die Essenz des Ibiza-Videos in eine SMS …

Dennoch enthält allein diese SMS bereits die Essenz des gesamten Ibiza-Videos, das nun zum Ende der schwarzidentitären Regierung führte.

Aber es gibt keine Konsequenzen. Im November 18. Nichts passiert. Kurz: Stillstand. Keine Forderungen nach Ablösung. Keine Entlassung. So ist es in Österreich. Die Menschen freuen sich, fühlen sich sicher, wenn es nur eine Regierung gibt, egal was diese tut, wenn sie nur nicht streitet wie eine österreichische Familie. Alles stabil ist. Der Macht Stabilität, das ist das höchste Gut in Österreich. Die Proporzmacht. Um die ist zu feilen. Sonst gibt es in Österreich nichts zu tun. Alles funktioniert. Auch ohne Regierung. Was soll da eine Regierung tun? Etwas muß die Regierung aber tun, sonst bekommt sie eine Krise. Was für ein Glück, Posten sind zu verteilen. Sie hat doch etwas zu tun. So ist es in Österreich. Ohne Regierung fühlten sich die Menschen ausgesetzt, führungslos, verlassen, für eine Führung ist kein Preis zu hoch. So ist es in Österreich. Eine Führung zu haben, dafür ist alles in Kauf zu nehmen, alles zu schlucken, das sind die höchsten Werte in Österreich: Schlucken, Schlucken, Schlucken …

Und es wäre auch nach dem 17. Mai 19 nichts geschehen, wenn die identitäre Partei sich verhalten hätte, wie die schwarze Partei ihr vorschrieb, sich verhalten zu müssen. Die schwarze Partei mit ihrem Sebastian Kurz hätte mit dieser identitären Partei weitergemacht, wäre der eine Minister, der der schwarzen Partei plötzlich als Minister untragbar sein wollte, aus der Regierung, nein, nicht aus der Regierung ausgeschieden, wäre dieser Minister bloß von einem Ministerstuhl, für den er für Sebastian Kurz nicht mehr akzeptabel, auf einen anderen Ministerstuhl, für den er dann für Sebastian Kurz doch akzeptabel wieder ist, gewechselt. So ist Kurz. Und so ist es in Österreich, das wäre wieder hingenommen worden. Eine weitere Aufregung nur, zum Platzenlassen wie einen Luftballon. Wie von der SMS bekannt, um nur diese beispielhaft zu nennen, die bereits das gesamte Ibiza-Video …

Sie fragen sich jetzt vielleicht, was stand in diesem Video als SMS …

„Unsere Macht zuerst“ – Schäden und Schulden allen sofort

Darum ging es. Kurz zusammengefaßt: „Unsere Macht“.

Damit das nicht vergessen wird, gerade im Hinblick auf die vielen kommenden Wahlen, ist es keine unerfüllbare, weil technisch leicht umzusetzende Idee, diese SMS „Unsere Macht“ beim Ansehen von Auftritten der schwarzen Partei mit ihrem Sebastian Kurz immer als Video einzublenden …

Österreich im Mai 19: Zeugung einer Diktatur

„Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) verteidigte seine Entscheidung für den Montag als Termin der Sondersitzung in einem kurzen Pressestatement – ohne Fragemöglichkeit. Das Thema wäre nicht Europa, sondern die innenpolitische Situation gewesen. Und ‚es gebietet der Respekt vor den wahlwerbenden Parteien‘, ihnen in der Woche vor der EU-Wahl nicht ’noch weiteren Raum zu nehmen‘ in der Öffentlichkeit.“

Wäre die Verteidigung der Verhinderung einer Sitzung im Parlament von Wolfgang Sobotka ein literarischer Text, würde dieser eingereiht werden in die Gattung „Dada“; milde belächelt, weil ein Jahrhundert zu spät, also vollständig überholt, strenger geurteilt: nur noch „Gaga“ … aber wer weiß, vielleicht wird einst darüber anders geurteilt: „Gaga“ als wichtigster österreichischer Beitrag zum 21. Jahrhundert …

Aber es ist kein literarischer Text. Es ist die Aussage des zurzeitigen Nationalratspräsidenten in Österreich. Wo sonst als im Parlament sollte das, was seit dem 17. Mai 19 in Österreich vor sich geht, raschest behandelt werden?

Sobotka, Kurzens Bote, der die Presse als Botin mißbraucht. Auch bei ihm waren keine Fragen zugelassen, das Oberkommando verkündet, diktiert, nehmet die Hostie aus meinem Munde und gehet hin zu verkünden meines Herrn …

Seit dem 18. Mai 19 erleben die Menschen in Österreich, kurz gesagt: die Gesichter der Diktatur, die Fratzen heruntergerissen.

Vielleicht hätte Kurzens Bote den Parteien am morgigen Mittwoch im Parlament eine Sondersitzung erlaubt, hätten sie ihm nur versprochen, Stocker in das Parlament einzuladen, Dvorak sprechen zu lassen, der von Europa so viel versteht, wie eben Identitäre von Europa verstehen wollen, dann hätte Kurzens Bote vielleicht sogar zusagen können, es werde sein Diktierer selbst kommen, da dieser sich doch immer freue, über Europa mit sich auszutauschen, und mit ihm Gleichwertigen, und wer ist ihm gleichwertiger als …

Aber die Parteien, die eine Sondersitzung für den morgigen Mittwoch wollen, ist eine Sitzung im österreichischen Parlament über das, was eben in Österreich geschieht, wichtiger, als schwarzparteiliche Manöver. Ohne Taktik, ohne Strategie verlangen sie ehrlich vorgebracht, worüber sie in der „Öffentlichkeit“ sprechen wollen, also im Parlament, das für Kurzens Boten kein „Raum“ der Öffentlichkeit ist, eine Sondersitzung.

Hätten die Parteien schwarzparteiliche Taktik, schwarzparteiliche Strategie angewandt, dann hätten sie für den morgigen Mittwoch eine Sondersitzung zum Thema „Europa“ verlangt. Wie die Antwort des Kurzens Boten ausgefallen wäre? Nun, die kennen Sie. „Gaga“ ist keine Kunst, die hohe Anforderungen an die Interpretation stellt.

Kurzens Bote hätte eine von „wahlwerbenden Parteien“ geforderte Sondersitzung zum Thema „Europa“ am morgigen Mittwoch wohl folgendermaßen abgelehnt:

„Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) verteidigte seine Entscheidung [, keine Sondersitzung zum Thema Europa zuzulassen,] ohne Fragemöglichkeit. Das Thema wäre nicht Europa, sondern die innenpolitische Situation gewesen.“

Um zu einem Ende zu kommen, in diesem unerfreulichen Kapitel. Was zu einer Zeugung einer Diktatur immer dazu gehört, sind die an entscheidenden Stellen in einem Staat Sitzenden, die sich verführen lassen …

Aber es ist erst das Rammeln, das zur Zeugung einer Diktatur führen soll. Aber gezeugt wird nichts werden. Da kann noch so bis Sonntag gerammelt werden. Denn es kommt nicht auf die Rammler an, nicht auf deren Boten, auch nicht auf die Verführten an entscheidenden Stellen, sondern allein auf die Menschen, die wählen, bereits am kommenden Sonntag und in jeder danach kommenden Wahl können die Menschen durch ihre Stimmabgabe diese aufklären, der schwarze Samen befruchtet nichts, die paar schwarzen Spritzer gehen in das reißfeste Kondom der Marke Demokratie und vielleicht noch ein oder zwei schwarze Spritzer in die türkise Hose …

Noch sitzt ihr da oben: Kurz zu einem Gedicht, das sich erfüllt, in Österreich, von Tag zu Tag im Mai 19.

Das Gedicht, das auch von dem nunmehrigen „einfachen Mitglied“ der nunmehr gewesenen Regierungspartei recht geliebt wird, hat sich für seine Partei bereits erfüllt.

Aber es hat sich das Gedicht noch nicht ganz erfüllt.

Ehe diese Woche zu Ende ist, wird sich das Gedicht ganz erfüllt haben.

Und ebenfalls nicht mehr oben sitzen wird jener, am Ende der Woche, der für kurze Zeit in Österreich für Veränderung eintrat, alles eintrat, was er für sich nur einzutreten sah, aber nur für eine Veränderung, so wird es in Erinnerung bleiben, für die Veränderung des Namens für das „einfache Mitglied“. Das „einfache Mitglied“ nun, im Mai 19, heißt nicht Jörg Haider, sondern …

Das ist die kurze Zusammenfassung, die bereits und zum Glück nach gerade einmal siebzehn Monaten gemacht werden kann: die gesamte versprochene Veränderung ist nur ein Name für ein weiteres „einfaches Mitglied“ – Schall und Rauch, wie es so treffend heißt in bezug auf Namen.

Mehr an Veränderung ist mit einer identitären Partei nicht zu haben, mehr Veränderung ist von einer Partei, die mit einer solchen regieren will, nicht zu haben, als der Austausch von Namen …

Das Gedicht aber wird sich ganz erfüllt haben, wenn die Wählerinnen und Wähler schon beginnend mit der Wahl am kommenden Sonntag und weiter in jedweder kommenden Wahl deutlich dafür stimmen, für das ein Gedicht erst geschrieben werden muß.

Jetzt sitzt ihr da oben …

So kann das neue Gedicht beginnen, das dann davon erzählt, wer und vor allem was deutlich gewählt wurde. Kurz ein paar Stichworte hierfür, Begriffe, die jenen, die bis zur Ende dieser Woche noch oben sitzen, Fremdwörter sind: Ehrlichkeit, Verantwortungsbewußtsein … Oh, es könnten noch viele Begriffe angeführt werden, die aus dem Regierungswörterbuch in den letzten siebzehn Monaten gegen die Menschen gestrichen wurden.

Aber die Wähler und Wählerinnen wissen diese ohnehin alle, und, das Gedicht muß gar geschrieben werden, es muß nur nach diesem Gedicht gewählt werden, und die Ergebnisse jedweder kommenden Wahl werden dieses Gedicht „Jetzt sitzt ihr für uns da oben“ sein.

Das Oberkommando der Verbindungsoffiziere gibt bekannt …

In Österreich, seit dem 17. Mai 19:

Niemand tritt vor die Presse. Die Frage der Zulassung von Fragen stellt sich nicht.

Einstweilen wird es Mittag. Samstag.

Strache tritt vor die Presse. Ein Rücktritt. Aber Fragen sind nicht zugelassen.

Kurz tritt vor die Presse. Noch kein Rücktritt. Aber Fragen sind ebenfalls nicht zugelassen.

Der Bundespräsident tritt vor die Presse. Bei ihm stellt sich die Frage des Rücktritts selbstverständlich in keiner Weise. Aber Fragen sind weiter …

Der Bundespräsident tritt mit Sebastian Kurz vor die Presse. Noch kein Rücktritt von Kurz. Aber Fragen sind weiter …

„An dieser Stelle möchte ich auch auf die wesentliche Rolle hinweisen, die unabhängiger Journalismus in einer funktionierenden liberalen Demokratie spielt.“

Sagt der Bundespräsident in seiner Erklärung am 18. Mai 19, wie fein, daß er die Presse lobt, nur befragen soll sie auch ihn nicht. Von den anderen ist nichts anderes zu erwarten, für sie sind Journalisten und Journalistinnen ihre Boten, Meldegängerinnen, die verbreiten sollen, was sie ihnen auftragen …

Von dem derzeitigen Bundespräsidenten jedoch hätten wohl viele einen anderen Stil erwartet, besonders aufgrund seiner beruflichen Laufbahn, wie er sich gab, als er noch nicht Bundespräsident war. So muß es wohl, um eine längst vergangene Zeit als Beispiel herzunehmen, in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in Österreich gewesen sein. Vielleicht können Menschen, die das noch erlebten, einmal erzählen. Wie das war. Als die Herrschenden vor die Presse traten und verkündeten und verkündeten, was sie hinter verschlossenen Türen, das die Journalisten mitzustenographieren hatten, ohne Fragen zu stellen, oder es gab Fragen, ein Bundeskanzler, ein Bundespräsident, die nachfragten, ob eh alles ordentlich aufgeschrieben worden sei. Mit der väterlich gütigen Ermahnung, alles so brav zu drucken. Und dann verschwanden sie wieder hinter den gepolsterten Türen, um …

Sebastian Kurz tritt vor die Presse. Noch kein Rücktritt. Mittlerweile ist es Montag geworden. Aber Fragen sind weiter …

Es wäre also angebrachter, da sie, obgleich gewählt, auch dazu, Rede und Antwort zu stehen, ohnehin keine Fragen beantworten wollen, daß sie gar nicht selber mehr vor die Presse treten, sondern einfach diese Verkündigungen den Verbindungsoffizieren der Ministerien, des Präsidentschaftskanzlei, des Bundeskanzleramtes überließen. Wozu diese auch gar nicht persönlich vor der Presse erscheinen müßten, es könnte einfach durch Funk und Fernsehen übertragen werden, zu Beginn mit einer gewichtigen Musik als Signal, nun komme etwas Wichtiges, und dann:

Das Oberkommando der Verbindungsoffiziere gibt bekannt …

Wenn Sebastian Kurz, um einen Tag noch in dieser Woche zu nehmen, am Donnerstag vor die Presse tritt. Wer wird dann noch …

Alexander Van der Bellen entläßt Sebastian Kurz nicht aus seinem Amt, dafür aber aus seiner Verantwortung und wird dabei auch noch zum ersten Kurz-Werbeträger

Es ist erstaunlich und auffällig, wie nun seitens der ÖVP die Zusammenarbeit, die guten Gespräche zwischen dem Bundespräsidenten und Sebastian Kurz hervorgehoben werden, beispielhaft in der gestrigen Nacht die Aussagen des Gernot Blümel im Fernsehen.

Aber es ist nicht unverständlich. Der Bundespräsident ist im Nu recht gut einsetzbar, als erster Werbeträger für Sebastian Kurz. Und der Bundespräsident tut auch alles dafür, erster Werbeträger für Sebastian Kurz zu sein, erster Reinwascher des Landes für Sebastian Kurz zu sein.

Der Bundespräsident präsentiert Sebastian Kurz als verantwortungsvollen Mann, mit dem er, der Bundespräsident, alles tun will, um das „Vertrauen wiederherzustellen“.

Das soll, wird der Bundespräsident sich wohl fragen lassen müssen, vertrauensbildend sein, mit einem Sebastian Kurz einen „Neubeginn“ machen zu wollen, mit einem also, der erst vor siebzehn Monaten einen „Neubeginn“ versprach, und nicht einmal zwei Jahre später steht das Land wieder davor, einen „Neubeginn“ zu brauchen. Das war wohl von Sebastian Kurz gemeint, wenn er von „Veränderungen“ sprach. Die Veränderung von einem Neubeginn zum nächsten Neubeginn, und diesmal wirklich die große Veränderung, mit dem Bundespräsidenten als Werbeträger.

Das ist also gar nicht erstaunlich, daß die ÖVP nun die gute Zusammenarbeit, die guten Gespräche zwischen Sebastian Kurz und dem Bundespräsidenten derart herausstreicht.

Die Verantwortung, das darf nicht vergessen werden, für die Misere liegt bei Sebastian Kurz. Er hat schließlich mit Strache und seiner identitären Partei eine Koalition geschmiedet. Ohne Sebastian Kurz und seiner ihm hörigen ÖVP hätte es jetzt diese Misere, dieses Schlamassel, diesen Schaden, nicht gegeben. Ein solches Video von Strache, der nicht Vizekanzler ist, hätte nur eines, wenn es je dann veröffentlicht worden wäre, nur eines ausgelöst: Lacher, laute Lacher, sehr laute Lacher, Lacher über Lacher, die noch auf dem Mond zu hören gewesen wären, mehr aber nicht, sonst nichts.

Sebastian Kurz, der so gerne Chef spielt, ist aber kein Chef. Denn als Chef hätte er die Konsequenz ziehen müssen, und verantwortungsbewußt abtreten müssen. Aber er duckt sich weg, wie ein kleiner Angestellter und hofft darauf, es werde seine Verfehlung nicht entdeckt werden. Beinahe kann es verstanden werden, daß gleichzeitig der Bundespräsident sich an Sebastian Kurz hängt, ihn nicht entläßt, er müßte sich sonst wohl eingestehen, selbst gefehlt zu haben, mit seiner Akzeptanz dieser schwarzidentitären Regierung, zu schwach gewesen zu sein, zu wenig Einsatz gezeigt zu haben, um eine andere Regierungszusammensetzung in Österreich zu etablieren, mit der es nicht zu dieser jetzigen Misere, zu diesem Schlamassel, zu diesem Schaden gekommen wäre, die nicht, kurz zusammengefaßt, diesen jetzigen Schaden angerichtet hätte.

Diese Versäumnisse des Bundespräsidenten sind nicht mehr aus der Welt zu bringen. Vielleicht ist dem Bundespräsidenten jetzt wenigstens das noch möglich, sich nicht weiter als Kurz-Werbeträger verwenden zu lassen, sich nicht davon verführen zu lassen, daß Kurz und seine Gesellinnen ihm jetzt so schön tun, ihm derart schmeicheln. Der Bundespräsident sich jetzt an seine eigenen Worte für seine kommenden Auftritte erinnert, die er im Jahr 18 an die Jugend richtete, an die Jugend appellierte, sich nicht verführen zu lassen.

Das darf aber nicht mißverstanden werden. Es ist in keiner Weise eine Aufforderung an den Bundespräsidenten, zu handeln, tätig zu werden. Das ist auch vorbei, sich von dem derzeitigen Bundespräsidenten Taten, Handlungen zu erwarten. Er soll bloß damit aufhören, Werbeträger für Sebastian Kurz und seine Partei zu sein.

Das Handeln ist jetzt nur noch von den Wählerinnen zu erwarten. Die Wähler haben nun in jeder kommenden Wahl mit ihrer Stimmabgabe ein mehr als deutliches Votum abzugeben, vor allem der schwarzen Partei eine klare Absage zu erteilen, kurz und bündig:

Es ist vorbei!

Genug ist genug!

Genug ist genug!

Das Sebastian-Kurz-Video dauert unwesentlich länger als das Gudenus-Strache-Video, wie es am 17. Mai veröffentlicht wurde, aber nicht in Österreich veröffentlicht wurde, nicht von österreichischen Medien veröffentlicht wurde, sondern von Medien in einem anderen Land, obgleich es nicht die Aufgabe von Medien in anderen Ländern ist, die Arbeit von österreichischen Medien zu erledigen, wenn es um ausschließlich innerösterreichische Affären handelt, und es ist diesen Medien in einem anderen Land der größte Dank auszusprechen, daß sie eigentliche Arbeit österreichischer Medien erledigen.

Nach der Veröffentlichung des Videos von zwei österreichischen Amtsrechtsträgern am 17. Mai 19 ist am darauffolgenden Tag ein weiteres Video veröffentlicht worden, eines von Sebastian Kurz.

Das Sebastian-Kurz-Video beginnt mit der in Österreich recht beliebten Geschichtsklitterung, vor allem wenn es um die eigene Vergangenheit geht. Im Fall von Sebastian Kurz reicht die Vergangenheit nicht weit zurück, seine Geschichtsklitterung umfaßt lediglich den Zeitraum von September 17 bis Mai 19.

Das Sebastian-Kurz-Video wird fortgesetzt mit einem Leistungsbericht. Mit einem Bericht, was die schwarzidentitäre Regierung in den „letzten zwei Jahren“ geschafft habe, sie, die Regierung habe „inhaltlich genau das umgesetzt“, was die schwarze und die identitäre Partei im Wahlkampf versprochen hätten. Ein Kurz-Bericht, mehr nicht. Sebastian Kurz hat seinen eigenen Kalender, für alle anderen sind seit dem Dezember 17 noch keine zwei Jahre vergangen, sondern gerade einmal siebzehn Monate.

Übrigens, Wolfgang Schüssel brachte es wenigstens auf 19 Monate mit seiner blauen Regierung.

Eine Kurz-Leistung, mehr nicht. Sebastian Kurz spricht mit „großer Freude“ über die „inhaltliche Arbeit in den letzten zwei Jahren“. Er meint mit „Überzeugung“, die „inhaltliche Arbeit“ der schwarzidentitären Regierung sei eine Leistung im positiven Sinne gewesen. Es gibt zu allem Inhaltlichen Kurzens massive Einwände, Bedenken vielfältiger Natur. Und es kann, um ein Beispiel aus dem Kurz-Bericht herauszugreifen, ein jeder arbeitender Mensch selbst überprüfen, ob das für ihn zutrifft, was Sebastian Kurz sagt in diesem Video, in den „letzten zwei Jahren die Steuerlast für arbeitende Menschen deutlich zu senken“. Wer kann am 18. Mai 19 vortreten und sagen, ihm als arbeitender Mensch ist die „Steuerlast deutlich gesenkt“ worden?

Dafür, so geht es im Video weiter, mußte er, Sebastian Kurz, ach, „vieles aushalten“, vieles „in Kauf zu nehmen“, vieles „runterschlucken“ – für seine „inhaltliche Erfolge“. Das Opfer als Bundeskanzler. Leidgeprüft, wie Mutter Teresa, in Anlehnung an diese kann gesagt werden, Sebastian Kurz stellt sich in diesem Video als die vielgeprüfte Maid Sebastania dar. Sie zählt auf, was sie alles dafür schlucken mußte, gerade so, als hätte sie etwas schlucken müssen, was in Österreich nicht seit Jahrzehnten von dieser Partei alles schon geschluckt werden mußte. Wo lebte sie in den Jahrzehnten vor dem 18. Dezember 17? Auf Ibiza, und nur der russischen Sprache mächtig, angewiesen darauf, das Deutsche sich von Gudenus stammelnd, aber gestenreich übersetzen lassen zu müssen? Und wie sich Mutter Teresa ein Leben lang anders präsentierte, als sie tatsächlich war, präsentiert sich Maid Sebastania …

Sebastian Kurz sagt in diesem Video, für seine „inhaltlichen Erfolge in den letzten zwei Jahren“ mußte er vieles in Kauf nehmen, also für seine Inhalte, die inhaltlich äußert zweifelhaft sind, hätte er vieles in Kauf nehmen müssen, also die Ibiza-Gang vom Wiener Gürtel. Die Menschen in Österreich sind noch einmal davon gekommen. Denn. Kurz: es ist vorbei.

Sebastian Kurz nahm bereits vieles in Kauf. Sagt er im Video. Daran anschließend ist die Frage berechtigt, was würde er noch alles in Kauf nehmen, für seine „Inhalte“, die inhaltlich äußert zweifelhaft sind? Und weil in Österreich mit seiner Vernarrtheit in den Nationalsozialismus kein anderer Name in einer solchen Frage vorkommen kann, wird die Frage mit diesem Namen gestellt. Was würde Sebastian Kurz noch in Kauf nehmen, einen Adolf Hitler als seinen Vizekanzler?

Aber es muß bei einem, der dem Diktatorischen zugetan ist, nicht mit der Vergangenheit aufgewartet werden, er selbst wartet in der Gegenwart mit seiner Zuneigung zu jenen auf, deren inhaltlichen Erfolge die Diktatur sind.

Und dann geht das Video weiter mit dem, was Sebastian Kurz sich vorstellt, was er alles hätte tun können, wenn er sich es hätte leicht machen wollen. Er könnte Köpfe tauschen, er könnte einen fliegenden Wechsel zur Sozialdemokratie, er, er, nur er, als hätte in diesem Land niemand sonst noch etwas zu sagen … Larve befiehlt, und alle haben ihr zu folgen. Sebastian Kurz, der noch nicht entpuppte Diktator, Sebastian Kurz also, die Diktaturenlarve. So träumt sie in ihrem Kokon. Das ist aber in keiner Weise ein Heranziehen eines Vergleichs mit der Tierwelt, in keiner Weise eine Analogie mit Tieren, sondern ein vollständiges Verbleiben im Politischen der Menschheit, in der sich vieles erst später, vor allem in ihrer Politik, und oft viel zu spät, zum größten Schaden für die Menschen, als das entpuppt, was es in Wirklichkeit immer war, von Beginn an war.

Was in diesem Video Sebastian Kurz auch preisgibt, ist sein freiheitlich respektive identitär geschulter Sprech, wenn er von „System“ etwa redet, wenn er im Zusammenhang mit dem Video „Wiener Gürtel auf Ibiza“ von „Methoden“ redet, die ihn an „Tal Silberstein erinnern“, die für ihn „verachtenswert“ sind … Und dazu kann erinnert werden an das Kapitel: Als Sebastian Kurz Silberstein so gar nicht kennen wollte

„Verachtenswert“ ist für Sebastian Kurz also, wie es zu diesem Video „Wiener Gürtel auf Ibiza“ kam. Das kann verstanden werden. Ohne dieses Video hätte Sebastian Kurz einen schönen und leichten Sonntag 19. Mai 19 gehabt, er wäre aufgewacht mit seiner Ibiza-Gang an seiner Seite, weiterhin als Regierungsamtsrechtsträgergang, keine Neuwahlen, er hätte weiter seinem Vizekanzler zunicken können, wenn dieser beispielsweise sagt, der zurzeitige Innenminister der beste Innenminister, ohne Frage … weil die Frage hat ja der Innenminister …

Gegen Ende des Videos stellt Sebastian Kurz fest, „die FPÖ kann es nicht“. Es sollte Sebastian Kurz eingeladen werden, er geht ohnehin recht gerne auf Gedenkveranstaltungen, die ihm leicht zu tun sind, zu den Feierlichkeiten: FPÖ – 20 Jahre Regierungsunfähigkeit, Regierungsunwürdigkeit seit 20 Jahren: FPÖ …

Sebastian Kurz will mit seinem „Kurs“. Regieren. Er will mit seinem „Kurs“ regieren, „aber mit Unterstützung der Bevölkerung“. Wer kennt das nicht aus Vergangenheit und Gegenwart in Ländern, mit denen Sebastian Kurz … Larve befiehlt, Volk ist zu seinem Jubel da. Mit anderen Parteien, so Sebastian Kurz, „mit niemanden möglich ist“. „Die FPÖ kann es nicht.“ „Die Sozialdemokratie teilt nicht …“ Die Sozialdemokratie will ihm, Kurz, einfach nicht folgen, einfach nicht die ihr von ihm erteilten Befehle …

Ohne das Video „Wiener Gürtel auf Ibiza“ wäre die identitäre Partei immer noch und weiter die Rechtliebpartei der schwarzen Partei. Es mußte zu solch einer Methode gegriffen werden, um das zu beenden, was „verachtenswert“ ist, für Kurz aber lediglich die Methode. Die Cheffälle hätte die ÖVP weiter nicht gekümmert, bloß etwas zum Schlucken, für ihren Chef. Und ihr Chef kann Mengen schlucken, daß es eine Freude, ein Wunder ist. Und diese hätten nicht aufgehört, sie werden auch nicht aufhören, tritt doch nun mit Norbert Hofer der Garant dafür an.

Wenn es einen Erfolg gibt, der Sebastian Kurz zugeschrieben werden kann, dann ist es der, bei ihm nicht solche Methoden anwenden zu müssen, die ihn an Tal Silberstein erinnern, den er nicht kennen will, weil er am 18. Mai 2019 selbst sein Video veröffentlicht: „Genug ist genug!“

Ja, genug ist genug.

„Wiener Gürtel auf Ibiza“ – Sebastian Kurz in seiner letzten Rolle

Es sei für ihn, der bis zum diesem Film als Kleindarsteller sich und seine Familie durchbrachte, eine aufregende Zeit gewesen, plötzlich als Hauptdarsteller für einen Film engagiert zu werden.

Es sei eine lange, anstrengende, aber spannende Drehzeit gewesen. Immerhin dauerte die Filmfertigstellung vom 18. Dezember 17 bis 17. Mai 19 …

Es werde für ihn, so der Hauptdarsteller, aber der letzte Film gewesen sein, seine letzte Rolle. Es sei für ihn eine schöne Erfahrung gewesen. Nun aber gelte es, sich dem zu widmen, das im Leben das Wichtigste sei, der Familie.

Besonders freue er sich auch noch auf seinen letzten Auftritt anläßlich der Premiere von „Wiener Gürtel auf Ibiza“. Denn das werde ihm die Gelegenheit geben, sich ganz recht herzlich bei der Hofburg Film zu bedanken, die ihm zutraute, eine derart große Rolle spielen zu können.