Es fehlt aber nicht mehr viel, um den Verbau zu vollenden. Wie auf dem Foto gesehen werden kann. Das ihr Plan für Österreich ist. Für diesen Zukunftsplan wirbt die ÖVP. Für eine Regierung Kurz II oder, wie sie es recht lieber nennt – Veränderung II.
Es ist beeindruckend. Die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz hat versprochen, Österreich zu verändern. Und. Bereits innerhalb von siebzehn Monaten ist ihr das mit ihrem Sebastian Kurz gelungen.
Das Ergebnis dieser ersten Veränderung ist weithin sichtbar. So sieht Österreich verändert aus, schon nach siebzehn Monaten:
Es stehen die Aussichten schlecht, daß die Österreichische Nationalbank fortan gleich unter diesem Namen den Menschen einfallen wird, weil der Name „Ibizabank“ dermaßen sich verfestigt haben wird, in die Umgangssprache aufgenommen wurde, daß ein jeder Mensch sofort wissen wird, welche Bank gemeint ist, wenn von der Ibizabank gesprochen wird, nämlich die Österreichische Nationalbank —
Hingegen muß bei der Ibiza-SMS mit keiner Suche begonnen werden. Die Umsetzung liegt offen zutage. Verantwortlich dafür, kurz zusammengefaßt, der Mann, der jetzt durch Ibiza-Ibiza zum zurzeitigen Vizekanzler aufgestiegen ist.
Es gab eine Aufregung, doch ja, aber kurz nur. So ist es in Österreich.
Um den Versender zum Verschicken dieser SMS zu bewegen, mußte nichts getan werden. Es mußte keine Frau engagiert werden, es mußte keine Villa angemietet werden, es brauchte keinen Übersetzer, und schon gar nicht mußte das trachtenschöne Land verlassen werden. Kurz: „Fallen“ mußten nicht gestellt werden. Denn. Der Mann verschickte die SMS ganz alleine, nichts lenkte ihn ab, nichts und niemand mußte ihn dazu bewegen, die Essenz des Ibiza-Videos in eine SMS …
Dennoch enthält allein diese SMS bereits die Essenz des gesamten Ibiza-Videos, das nun zum Ende der schwarzidentitären Regierung führte.
Und es wäre auch nach dem 17. Mai 19 nichts geschehen, wenn die identitäre Partei sich verhalten hätte, wie die schwarze Partei ihr vorschrieb, sich verhalten zu müssen. Die schwarze Partei mit ihrem Sebastian Kurz hätte mit dieser identitären Partei weitergemacht, wäre der eine Minister, der der schwarzen Partei plötzlich als Minister untragbar sein wollte, aus der Regierung, nein, nicht aus der Regierung ausgeschieden, wäre dieser Minister bloß von einem Ministerstuhl, für den er für Sebastian Kurz nicht mehr akzeptabel, auf einen anderen Ministerstuhl, für den er dann für Sebastian Kurz doch akzeptabel wieder ist, gewechselt. So ist Kurz. Und so ist es in Österreich, das wäre wieder hingenommen worden. Eine weitere Aufregung nur, zum Platzenlassen wie einen Luftballon. Wie von der SMS bekannt, um nur diese beispielhaft zu nennen, die bereits das gesamte Ibiza-Video …
Sie fragen sich jetzt vielleicht, was stand in diesem Video als SMS …
„Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) verteidigte seine Entscheidung für den Montag als Termin der Sondersitzung in einem kurzen Pressestatement – ohne Fragemöglichkeit. Das Thema wäre nicht Europa, sondern die innenpolitische Situation gewesen. Und ‚es gebietet der Respekt vor den wahlwerbenden Parteien‘, ihnen in der Woche vor der EU-Wahl nicht ’noch weiteren Raum zu nehmen‘ in der Öffentlichkeit.“
Aber die Parteien, die eine Sondersitzung für den morgigen Mittwoch wollen, ist eine Sitzung im österreichischen Parlament über das, was eben in Österreich geschieht, wichtiger, als schwarzparteiliche Manöver. Ohne Taktik, ohne Strategie verlangen sie ehrlich vorgebracht, worüber sie in der „Öffentlichkeit“ sprechen wollen, also im Parlament, das für Kurzens Boten kein „Raum“ der Öffentlichkeit ist, eine Sondersitzung.
Hätten die Parteien schwarzparteiliche Taktik, schwarzparteiliche Strategie angewandt, dann hätten sie für den morgigen Mittwoch eine Sondersitzung zum Thema „Europa“ verlangt. Wie die Antwort des Kurzens Boten ausgefallen wäre? Nun, die kennen Sie. „Gaga“ ist keine Kunst, die hohe Anforderungen an die Interpretation stellt.
Kurzens Bote hätte eine von „wahlwerbenden Parteien“ geforderte Sondersitzung zum Thema „Europa“ am morgigen Mittwoch wohl folgendermaßen abgelehnt:
„Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) verteidigte seine Entscheidung [, keine Sondersitzung zum Thema Europa zuzulassen,] ohne Fragemöglichkeit. Das Thema wäre nicht Europa, sondern die innenpolitische Situation gewesen.“
Niemand tritt vor die Presse. Die Frage der Zulassung von Fragen stellt sich nicht.
Einstweilen wird es Mittag. Samstag.
Strache tritt vor die Presse. Ein Rücktritt. Aber Fragen sind nicht zugelassen.
Kurz tritt vor die Presse. Noch kein Rücktritt. Aber Fragen sind ebenfalls nicht zugelassen.
Der Bundespräsident tritt vor die Presse. Bei ihm stellt sich die Frage des Rücktritts selbstverständlich in keiner Weise. Aber Fragen sind weiter …
Der Bundespräsident tritt mit Sebastian Kurz vor die Presse. Noch kein Rücktritt von Kurz. Aber Fragen sind weiter …
„An dieser Stelle möchte ich auch auf die wesentliche Rolle hinweisen, die unabhängiger Journalismus in einer funktionierenden liberalen Demokratie spielt.“
Sagt der Bundespräsident in seiner Erklärung am 18. Mai 19, wie fein, daß er die Presse lobt, nur befragen soll sie auch ihn nicht. Von den anderen ist nichts anderes zu erwarten, für sie sind Journalisten und Journalistinnen ihre Boten, Meldegängerinnen, die verbreiten sollen, was sie ihnen auftragen …
Von dem derzeitigen Bundespräsidenten jedoch hätten wohl viele einen anderen Stil erwartet, besonders aufgrund seiner beruflichen Laufbahn, wie er sich gab, als er noch nicht Bundespräsident war. So muß es wohl, um eine längst vergangene Zeit als Beispiel herzunehmen, in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in Österreich gewesen sein. Vielleicht können Menschen, die das noch erlebten, einmal erzählen. Wie das war. Als die Herrschenden vor die Presse traten und verkündeten und verkündeten, was sie hinter verschlossenen Türen, das die Journalisten mitzustenographieren hatten, ohne Fragen zu stellen, oder es gab Fragen, ein Bundeskanzler, ein Bundespräsident, die nachfragten, ob eh alles ordentlich aufgeschrieben worden sei. Mit der väterlich gütigen Ermahnung, alles so brav zu drucken. Und dann verschwanden sie wieder hinter den gepolsterten Türen, um …
Sebastian Kurz tritt vor die Presse. Noch kein Rücktritt. Mittlerweile ist es Montag geworden. Aber Fragen sind weiter …
Es wäre also angebrachter, da sie, obgleich gewählt, auch dazu, Rede und Antwort zu stehen, ohnehin keine Fragen beantworten wollen, daß sie gar nicht selber mehr vor die Presse treten, sondern einfach diese Verkündigungen den Verbindungsoffizieren der Ministerien, des Präsidentschaftskanzlei, des Bundeskanzleramtes überließen. Wozu diese auch gar nicht persönlich vor der Presse erscheinen müßten, es könnte einfach durch Funk und Fernsehen übertragen werden, zu Beginn mit einer gewichtigen Musik als Signal, nun komme etwas Wichtiges, und dann:
Das Oberkommando der Verbindungsoffiziere gibt bekannt …
Wenn Sebastian Kurz, um einen Tag noch in dieser Woche zu nehmen, am Donnerstag vor die Presse tritt. Wer wird dann noch …
Es ist erstaunlich und auffällig, wie nun seitens der ÖVP die Zusammenarbeit, die guten Gespräche zwischen dem Bundespräsidenten und Sebastian Kurz hervorgehoben werden, beispielhaft in der gestrigen Nacht die Aussagen des Gernot Blümel im Fernsehen.
Aber es ist nicht unverständlich. Der Bundespräsident ist im Nu recht gut einsetzbar, als erster Werbeträger für Sebastian Kurz. Und der Bundespräsident tut auch alles dafür, erster Werbeträger für Sebastian Kurz zu sein, erster Reinwascher des Landes für Sebastian Kurz zu sein.
Der Bundespräsident präsentiert Sebastian Kurz als verantwortungsvollen Mann, mit dem er, der Bundespräsident, alles tun will, um das „Vertrauen wiederherzustellen“.
Das ist also gar nicht erstaunlich, daß die ÖVP nun die gute Zusammenarbeit, die guten Gespräche zwischen Sebastian Kurz und dem Bundespräsidenten derart herausstreicht.
Die Verantwortung, das darf nicht vergessen werden, für die Misere liegt bei Sebastian Kurz. Er hat schließlich mit Strache und seiner identitären Partei eine Koalition geschmiedet. Ohne Sebastian Kurz und seiner ihm hörigen ÖVP hätte es jetzt diese Misere, dieses Schlamassel, diesen Schaden, nicht gegeben. Ein solches Video von Strache, der nicht Vizekanzler ist, hätte nur eines, wenn es je dann veröffentlicht worden wäre, nur eines ausgelöst: Lacher, laute Lacher, sehr laute Lacher, Lacher über Lacher, die noch auf dem Mond zu hören gewesen wären, mehr aber nicht, sonst nichts.
Das darf aber nicht mißverstanden werden. Es ist in keiner Weise eine Aufforderung an den Bundespräsidenten, zu handeln, tätig zu werden. Das ist auch vorbei, sich von dem derzeitigen Bundespräsidenten Taten, Handlungen zu erwarten. Er soll bloß damit aufhören, Werbeträger für Sebastian Kurz und seine Partei zu sein.
Das Handeln ist jetzt nur noch von den Wählerinnen zu erwarten. Die Wähler haben nun in jeder kommenden Wahl mit ihrer Stimmabgabe ein mehr als deutliches Votum abzugeben, vor allem der schwarzen Partei eine klare Absage zu erteilen, kurz und bündig:
Das Sebastian-Kurz-Video dauert unwesentlich länger als das Gudenus-Strache-Video, wie es am 17. Mai veröffentlicht wurde, aber nicht in Österreich veröffentlicht wurde, nicht von österreichischen Medien veröffentlicht wurde, sondern von Medien in einem anderen Land, obgleich es nicht die Aufgabe von Medien in anderen Ländern ist, die Arbeit von österreichischen Medien zu erledigen, wenn es um ausschließlich innerösterreichische Affären handelt, und es ist diesen Medien in einem anderen Land der größte Dank auszusprechen, daß sie eigentliche Arbeit österreichischer Medien erledigen.
Das Sebastian-Kurz-Video beginnt mit der in Österreich recht beliebten Geschichtsklitterung, vor allem wenn es um die eigene Vergangenheit geht. Im Fall von Sebastian Kurz reicht die Vergangenheit nicht weit zurück, seine Geschichtsklitterung umfaßt lediglich den Zeitraum von September 17 bis Mai 19.
Das Sebastian-Kurz-Video wird fortgesetzt mit einem Leistungsbericht. Mit einem Bericht, was die schwarzidentitäre Regierung in den „letzten zwei Jahren“ geschafft habe, sie, die Regierung habe „inhaltlich genau das umgesetzt“, was die schwarze und die identitäre Partei im Wahlkampf versprochen hätten. Ein Kurz-Bericht, mehr nicht. Sebastian Kurz hat seinen eigenen Kalender, für alle anderen sind seit dem Dezember 17 noch keine zwei Jahre vergangen, sondern gerade einmal siebzehn Monate.
Übrigens, Wolfgang Schüssel brachte es wenigstens auf 19 Monate mit seiner blauen Regierung.
Eine Kurz-Leistung, mehr nicht. Sebastian Kurz spricht mit „großer Freude“ über die „inhaltliche Arbeit in den letzten zwei Jahren“. Er meint mit „Überzeugung“, die „inhaltliche Arbeit“ der schwarzidentitären Regierung sei eine Leistung im positiven Sinne gewesen. Es gibt zu allem Inhaltlichen Kurzens massive Einwände, Bedenken vielfältiger Natur. Und es kann, um ein Beispiel aus dem Kurz-Bericht herauszugreifen, ein jeder arbeitender Mensch selbst überprüfen, ob das für ihn zutrifft, was Sebastian Kurz sagt in diesem Video, in den „letzten zwei Jahren die Steuerlast für arbeitende Menschen deutlich zu senken“. Wer kann am 18. Mai 19 vortreten und sagen, ihm als arbeitender Mensch ist die „Steuerlast deutlich gesenkt“ worden?
Sebastian Kurz sagt in diesem Video, für seine „inhaltlichen Erfolge in den letzten zwei Jahren“ mußte er vieles in Kauf nehmen, also für seine Inhalte, die inhaltlich äußert zweifelhaft sind, hätte er vieles in Kauf nehmen müssen, also die Ibiza-Gang vom Wiener Gürtel. Die Menschen in Österreich sind noch einmal davon gekommen. Denn. Kurz: es ist vorbei.
Und dann geht das Video weiter mit dem, was Sebastian Kurz sich vorstellt, was er alles hätte tun können, wenn er sich es hätte leicht machen wollen. Er könnte Köpfe tauschen, er könnte einen fliegenden Wechsel zur Sozialdemokratie, er, er, nur er, als hätte in diesem Land niemand sonst noch etwas zu sagen … Larve befiehlt, und alle haben ihr zu folgen. Sebastian Kurz, der noch nicht entpuppte Diktator, Sebastian Kurz also, die Diktaturenlarve. So träumt sie in ihrem Kokon. Das ist aber in keiner Weise ein Heranziehen eines Vergleichs mit der Tierwelt, in keiner Weise eine Analogie mit Tieren, sondern ein vollständiges Verbleiben im Politischen der Menschheit, in der sich vieles erst später, vor allem in ihrer Politik, und oft viel zu spät, zum größten Schaden für die Menschen, als das entpuppt, was es in Wirklichkeit immer war, von Beginn an war.
Wenn es einen Erfolg gibt, der Sebastian Kurz zugeschrieben werden kann, dann ist es der, bei ihm nicht solche Methoden anwenden zu müssen, die ihn an Tal Silberstein erinnern, den er nicht kennen will, weil er am 18. Mai 2019 selbst sein Video veröffentlicht: „Genug ist genug!“
Es sei für ihn, der bis zum diesem Film als Kleindarsteller sich und seine Familie durchbrachte, eine aufregende Zeit gewesen, plötzlich als Hauptdarsteller für einen Film engagiert zu werden.
Es werde für ihn, so der Hauptdarsteller, aber der letzte Film gewesen sein, seine letzte Rolle. Es sei für ihn eine schöne Erfahrung gewesen. Nun aber gelte es, sich dem zu widmen, das im Leben das Wichtigste sei, der Familie.
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