Heinz Fischer spielt Qualtinger an die Wand – Der Herr Karl auf dem Sotschi-Lueger-Platz

Menschen, die die Darstellung von Helmut Qualtinger noch kennen, sagen, der Herr Karl, wie ihn Heinz Fischer gibt, ist der tatsächlich echte, der authentische, der glaubwürdige, während der von Helmut Qualtinger gespielte bloß ein gespielter Herr Karl ist, so gut Helmut Qualtinger diesen Herrn Karl auch spielte, an diesen auf der Wirklichkeitsbühne agierenden Herrn Karl von Heinz Fischer kommt Helmut Qualtinger mit seinem Herrn Karl nicht einmal in seinen besten Momenten heran …

Jahrzehnte mußten vergehen, sagen Menschen, die Helmut Qualtinger in dieser Rolle noch erlebten, bis mit Heinz Fischer endlich einer gefunden werden konnte, der diesen Herrn Karl so vollkommen verkörpern kann, diesen so zum Leben erwecken kann, wie es selbst Helmut Qualtinger nicht vermochte, von dem doch gesagt wurde, niemand werde den Herrn Karl je besser verkörpern können, als eben Helmut Qualtinger …

Heinz Fischer spielt Helmut Qualtinger an die Wand, und das nicht nur in einer auf Gelingen ausgerichteten Premiere mit besonderen und zumeist eingeflogenen Gästen, sondern in jeder Vorstellung, vor jedem Publikum, es ist für Heinz Fischer menschgemäß, in jeder Vorstellung Helmut Qualtinger an die Wand zu spielen …

Heinz Fischer - Vladimir Putin

Heinz Fischer wirft Vladimir Putin rotweißrote Mittel und Argumente auf den Tisch.

Heinz Fischer ist also die Besetzung für den Herrn Karl, und das kann auch nicht anders sein. Denn Heinz Fischer muß  das reale Vorbild für den Herrn Karl sein, wie ein aufgefundenes Foto nahelegt, auf dem Helmut Qualtinger oder Carl Merz notierte: Während der ganzen Zeit des Schreibens von dem Herrn Karl hatten wir sein Portrait an der Wand picken, und immer, wenn wir stockten, brauchten wir nur ihn anzuschauen, und schon ging es weiter, drehte sich Herr Karl weiter …

Wie äußerst schade, daß nicht mehr Carl Merz und Helmut Qualtinger die Texte von Herrn Karl pointiert und literarisiert niederschreiben können, nun bloß die Aussagen von dem Herrn Karl, die Heinz Fischer spricht, wiedergegeben werden können.

Heinz Fischer - Olympia-BoykottWas für eine Fortsetzung hätten Helmut Qualtinger und Carl Merz geschrieben! – Vielleicht mit dem Zusatz:

Auf dem Sotschi-Lueger-Platz

Heinz Fischer hält nichts von einem Olympia-Boykott, denn:

 „Ich glaube, dass man mit anderen Mitteln und Argumenten dem Anliegen der Menschenrechte besser dienen kann“.

Es stellt sich die Frage, wann hat Heinz Fischer diese „anderen Mittel und Argumente“ je eingesetzt? Oder wann wird er sie je einsetzen? Vor den nächsten Gesetzesverschärfungen in Rußland, vielleicht dann doch? Nach den nächsten Gesetzesverschärfungen in Rußland, vielleicht wenigstens dann doch? Wird er sie je rechtzeitig einsetzen? Also ehe Gesetze verschärft werden?

Heinz Fischer - Lueger PlatzHeinz Fischer würde sich auch freuen, wie ihn ebenfalls die Tageszeitung „Die Presse“ vom 27. Dezember 2013 im selben Artikel zitiert:

„‚Sehr freuen‘ würde sich Fischer über die Umbennenung des Karl-Lueger-Platz in Nelson-Mandela-Platz: ‚Es wäre schön wenn es eine Entscheidung wäre, auf die keinerlei Schatten fällt, auch nicht der Schatten enttäuschter Lueger-Anhänger.'“

Heinz Fischer - Freiheitliches Lob für NichtreiseAntisemiten, ja, dürfen nicht enttäuscht werden, wer weiß, wozu diese noch dienlich sein könnten, und zugleich wird es jene freuen, die keine Antisemitinnen sind, würde der Lueger-Platz den Namen Nelson Mandela tatsächlich erhalten. Auch sie könnten, wer weiß wozu, einmal dienlich … Wenn kein Wind geht, bläst Heinz Fischer selbst seine Fahne in alle Richtungen; diese Leistung erbrachte Helmut Qualtinger bei seiner Darstellung von dem Herrn Karl nicht einmal ansatzweise …

Freiheitliche Unzensuriert Mandela LuegerEs könnte jetzt wer sagen, aber die freiheitliche Gemein-Schaft, die würde mit einem Nelson-Mandela-Platz keine Freude haben, ist für diese doch Nelson Mandela u.v.a.m. ein „Alt-Kommunist“, darüber hinaus, setzen sich gerade Freiheitliche sehr für Karl Lueger ein und stehen dabei in der ersten Reihe … Aber Freiheitliche haben Heinz Fischer schon dafür gelobt, nicht nach Südafrika gereist zu sein … Ganz wird Heinz Fischer den freiheitlichen Schatten damit nicht … Aber Heinz Fischer wird den Wind schon noch weiter … Damit alles im Schatten liegt, und wenn alles im Schatten liegt, wird Heinz Fischer sagen, es fällt, das freut ihn sehr, kein Schatten …

PS Damit es gar nicht mehr je zu der Frage kommen muß, ob beispielsweise eine Sportveranstaltung boykottiert werden soll oder nicht, und das betrifft menschgemäß nicht nur Heinz Fischer, nicht nur den Staat Österreich, ist es hoch an der Zeit, bereits mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Argumenten gegen Gesetze, die Menschenrechte und Rechte von Bürgerinnen und Bürgern aushebeln, aufzutreten, ehe diese in welchem Staat auch immer in Kraft treten.

Ein Flugzeug für Österreich, ein Flugzeug für eine Außenpolitik!

Im heutigen Morgenjournal wurde Heinz Fischer gefragt, weshalb er es nicht, wie der deutsche Bundespräsident, geschafft habe, sowohl nach Südafrika zu reisen als auch nach Deutschland … und der österreichische Bundespräsident antwortete:

„Weil der deutsche Bundespräsident ein Regierungsflugzeug hat, wo er die Abflugs- und Ankunftszeiten und alles selbst festlegen kann.“

Es fehlt für eine Außenpolitik also bloß ein Flugzeug …

So muß der Ruf jetzt durch das ganze Land erschallen:

Ein Flugzeug! Ein Flugzeug für eine Außenpolitik!

Freilich, es muß aber ein sehr stabiles Flugzeug sein, eines das Turbulenzen tatsächlich standhalten kann, und damit sind nicht nur Luftturbulenzen gemeint, sondern das Flugzeug muß, wenn etwa Heinz Fischer an Bord ein Interview gibt, wie beispielsweise das von heute morgen,  das Flugzeug muß den Redeturbulenzen auch eines Heinz Fischers standhalten, um nicht abzustürzen, ein zum Regierungsflugzeug umgebauter Eurofighter kommt dafür gar nicht in Frage …

Und in der Zwischenzeit, also bis das Außenpolitikflugzeug angeschafft ist, ist ein durchaus brauchbarer Behelf bei Terminkollissionen eine Videokamera, diese sind spottbillig und bedürfen soher bestimmt keiner aufwendigen Ausschreibungsprozedur.

In Lübeck schon wäre es wohl verstanden worden, wenn Heinz Fischer aus diesem einen trifftigen und nachvollziehbaren Grund nicht nach Lübeck gekommen wäre und seine Rede zum 100. Geburstag von Willy Brandt daher mittels Videoübertragung …

Heinz Fischer - Ausgelassener KniefallAufgenommen in Johannesburg, vielleicht sogar  – warum nicht, Heinz Fischer ist ja für seinen öffentlichen Körpereinsatz bekannt – mit einem Kniefall vor dem Sarg von Nelson Mandela als Schlußbild, mit einem Kniefall nicht vor dem Menschen Nelson Mandela, sondern vor dem Symbol, zu dem Nelson Mandela weltweit ein Symbol geworden ist, wie die gesamte Trauerfeier als Symbol zu sehen ist, und nicht nur als eine Verabschiedungszeremonie für einen Menschen, der soeben gestorben ist …

Vielleicht hebt Heinz Fischer seinen Kniefall sich für Sotschi auf – Vladimir Putin würde es freuen, darüber wurde aber schon …

Österreichischer Staatsspitzen-Nelson-Mandela-Plattler: „Holareidulliijo! Zum Schwarzen Mann reisen – n’Ö!“

Johanna Mikl-Leitner – Eine Hauptfigur für Eugen Freunds nächsten Krimi

In diesem Interview sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner,

niemand anderer auf der Welt nimmt so viele Flüchtlinge auf als Europa.

Wo Flüchtlinge wirklich sind - Johanna Mikl-LeitnerBereits diese Aussage allein, aber es ist nicht die einzige Aussage in diesem Interview, könnte zu einer unbeherrschten Reaktion verleiten und könnte eine Beschimpfung evozieren. Ein darob wütend gewordener Mensch würde unbeherrscht vielleicht „verlogene Sau“ hinschreiben. Und wer könnte es ihm verübeln? Aber es reicht eine Formulierung, die beschreibt, was zu sehen ist, wenn Johanna Mikl-Leitner am Bildschirm erstarrt: es wird eine Ministerin mit einer roboterartigen Sprechweise gehört. Es ist also eine Ministerin, die in einem Roman als lügenproduzierender Christenautomat beschrieben werden würde.

Das ist allerdings ein Roman, der noch nicht geschrieben wurde. Sollte Eugen Freund auf den Geschmack gekommen sein, nach dem Tod des Landeshauptmanns einen weiteren Krimi zu schreiben, der dann wirklich in der politischen Gegenwart spielt – die Sicherheitsministerin böte sich als Hauptfigur an. Es wäre auch eine Arbeitserleichterung. Eugen Freund müßte für den zweiten Krimi nicht „90 Prozent frei erfinden“, sondern nur „10 Prozent“ … Obwohl. Sehr angestrengt hat sich Eugen Freund bislang nicht beim Erfinden

Quelle: http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZIB-2/episodes/6873995-ZIB-2/6874001-Im-Studio–Innenministerin-Johanna-Mikl-Leitner

Die für Eva Menasse zu spät gehaltene Poetikvorlesung des Norbert Gstrein

Der Donnerstag vor einer Woche war ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch, zwanzig oder gar fünfundzwanzig Grad in der Nacht, Norbert Gstrein auf der Lesebühne, Moderatorengestottere, und da wurde noch nicht gewußt, daß Eva Menasse, die mit ihren Quasikristallen am nächsten Donnerstag  den Abend im Museumsquartier zubringen wird, als Heidi Klum zur Wiener Zeitung

Bilderbuchsommertag August 2013Die Ahnung will nicht weichen, daß mit Damals im Sommer in Jahrzehnten zu erzählen begonnen werden wird, wenn im 2013 datierten Bilderbuch geblättert werden und sich dabei alles vermischen – Wirklichkeit mit Phantasie, Ausgedachtes mit Passiertem – aber auch alles verwechselt werden wird, bis nicht mehr gesagt werden wird können, ob etwa ein gstreinsches Kapitel Ein Sommer wie damals oder die Spezi-Reklame Damals im Sommer … Es sollte jetzt schon notiert werden, um zu vermeiden, daß in Jahrzehnten die Zuhörerinnen und Zuhörer Falsches weitererzählen, und zwar deshalb, weil ihnen unzuverlässig über den einen Donnerstag im August 2013 …

Die Sorge allerdings gilt hier nicht der richtigen Kapitelüberschrift … viel mehr, es will vermieden werden, daß in Jahrzehnten verbreitet wird, Eva Menasse wäre tatsächlich in der Lesung von Norbert Gstrein im Museumsquartier gewesen – das kann nicht ausgeschlossen aber auch nicht bestätigt werden, weil es schlicht nicht gewußt wird, genauer, nicht nach ihr Ausschau gehalten wurde, sie möglicherweise auch gar nicht erkannt … Eines aber wird sicher gewußt, als Heidi Klum wurde sie nicht gesichtet, Heidi Klum wäre mit Bestimmtheit nicht zu …

Aber das Ausmalen, wie es Eva Menasse hätte ergehen können, wäre sie in der Poetikvorlesung von Norbert Gstrein gesessen, könnte die Zuhörer und Zuhö – es muß nicht gegendert werden, zu optimistisch auch, die Mehrzahl zu verwenden … Es wird eine Zuhörerin sein, eine Altenpflegerin, oder ein Zivildiener … Der Zivildiener könnte diese Phantasie als wahre Begebenheit auffassen, verursacht durch mißverständliches und umständliches und abschweifendes Erzählen, das die Altenpflegerin versucht, gedrängt auch von dem nahenden Dienstschluß – denn pünktlich um fünf Uhr verläßt sie seit Jahrzehnten die Station, worüber es schon lange nichts mehr zu diskutieren gibt, sie geht um fünf Uhr … Basta! -, dem Zivildiener in einen knappen und verständlichen Bericht zu bringen, den der Zivildiener seiner Germanistikprofessorin theatralisch zum Besten …

Norbert Gstrein würde, spielt der Zivildiener seiner Professorin vor, über einen einzigen Satz eine Poetikvorlesung halten wollen, über einen Satz von einem Autor, den er sonst schätze, aber dieser habe geschrieben, nicht einfach nur in einem Absatz Alfons stöhnte, er habe

Alfons stöhnte

als …  er habe Alfons stöhnte herausgestellt, derart unüberlesbar und dadurch sein Buch zu einem unkaufbaren … Ob so ein Satz heute noch geschrieben werden könne, darüber würde er eine ganze Poetikvorlesung … Wie unmöglich dieser Satz sei, schon eine kleine Probe beweise das: Alfons stöhnte Alfons Gruber stöhnte Dr. Alfons Gruber stöhnte

Nach der Lesung sei Norbert Gstrein auf Eva Menasse zugegangen, die als einzige sitzengeblieben, unbewegt, steinstarr, vollkommen blaß, und habe zu ihr, als hätte er ganz genau um den Grund gewußt, weshalb Eva Menasse nicht mehr aus ihrem Stuhl … Ah, nicht so schlimm, hätte Norbert Gstrein zu Eva Menasse gesprochen, Dein

Xane stöhnte

ist ja kein eigener Absatz, steht ohnehin gut verborgen unter anderen … schätze … Und im nächsten Augenblick mitten im Satz steht ein Mann vor Norbert Gstrein und fordert ihn in der Sekunde – das Buch dabei ihm direkt unter die Nase haltend und fuchtelnd, nicht ohne ihn vorher mit der Buchoberkante einen Nasenstüber … – hastig auf, ihm eine Widmung in die soeben von ihm teuer erworbene Ahnung zu schreiben: „Es war, stöhnte Alfons, ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch. Gstr…“ Und ohne die Höflichkeit aufzubringen, den Verehrer auch aussprechen zu lassen, ohne seinen ganzen Namen noch hören zu wollen, aus solch einem Mund, schlug Norbert Gstrein ihm das Buch schreiend aus der Hand, ob er denn wieder nicht nüchtern sei, er könne den Preis sich …

Von einem Donnerstag zum nächsten hat es abgekühlt, im Bilderbuch kann zu keinem Sommertag mehr umgeschlagen werden, Eva Menasse auf der Lesebühne, und da wird noch nicht gewußt, daß der Zivildiener ein paar Tage darauf, um neun Uhr, in der Kaffeepause der Altenpflegerin erzählen wird, wie seine Germanistikprofessorin diese Geschichte aus einer wiedergefundenen Zeit … Sie habe wohl gar nicht zugehört, denn sie antwortete auf eine Frage, die er, der Zivildiener, ihr gar nicht … In ihrer Kindheit, erzählt die Altenpflegerin am gleichen Abend im Beisein der Tochter ihrem Mann, der auf dem Dachboden das Tagebuch seines Vaters aus dessen stalinistischer Zeit versteckt hält – unauffindbar, wie er überzeugt ist -, habe sie, die Germanistikprofessorin, an nichts mehr als daran geglaubt, eine Große der Literatur, eine Unsterbliche … sie werde es vermissen, keine Tote zu sein, die sie einmal war …

Heidi Klum alias Eva Menasse gibt der Wiener Zeitung ein Interview

Das in der Ausgabe vom 13. August 2013, die als Schallplatte zugeschickt wurde, veröffentlicht ist … Jedoch mit dem ersten Abspielen mußte schon zur Kenntnis genommen werden, eine schadhafte übernommen zu haben, denn von den im Inhaltsverzeichnis angekündigten Artikeln konnte lediglich das Interview mit Heidi Klum … Gänzlich unhörbar aber beispielsweise die Beiträge zur Politik …

Eva Menasse gibt ein InterviewDer Ärger darüber, daß dieses Interview nur in Teilen hörbar ist, war ein geringer, geringer jedenfalls als der Ärger darüber, die Sendung als eine in Ordnung gehende Lieferung quittiert zu haben, ohne jedoch diese vor Übernahme auf mögliche Mängel …

Eine derart schadhafte Sprechplatte wäre nach einer sofort erfolgten Prüfung niemals übernommen und augenblicklich an die Absenderin retourniert worden … Der Ärger, nun eine kaputte bezahlen zu müssen, hätte also leicht vermieden werden können und dadurch auch der weit geringere Ärger darüber, nicht das gesamte Interview – allerdings, von einem tatsächlichen Ärger kann nicht wirklich gesprochen werden, denn die wenigen hörbaren Aussagen von Heidi Klum machten es leicht, den ärztlichen Rat zur vollständigen Genesung zu befolgen, in den nächsten zwei bis drei Wochen die Bauchmuskulatur zu schonen, zumindest, wenn es sich nicht vermeiden lassen sollte, nicht zu sehr zu beanspruchen …

Aber ich finde, Merkel ist eher „Frau Tante Deutschland“, weniger „Mutti“. Sie ist ja nicht sehr mütterlich, sondern eher kalt.

Wenn man zu jemanden wie Angela Merkel nicht mehr scherzhaft „Mutti“ sagen darf, dann sollten wir das Sprechen über Politik grundsätzlich einstellen.

Angela Merkel ist so etwas wie die deutsche Version von Wolfgang Schüssel.

Deutschland hat sich diese Führungsrolle nicht ausgesucht. Das Land kann sie aus historischen Gründen auch nicht annehmen.

Was man der Regierung Merkel vor allem vorwerfen muss: Sie ist nicht mutig genug, von den Deutschen Opfer zu verlangen.

Sitzen wir hier auf unseren Bankguthaben.

Was Peer Steinbrück betrifft, gibt es eine antidemokratische, gefährliche und zutiefst beunruhigende Medien-Konvergenz in Deutschland. Da wurde von Anfang an, wie Axel Hacke so schön geschrieben hat, das große Oratorium vom Fettnapf angestimmt. Das wird seither selbstverliebt wiederholt wie eine kaputte Schallplatte.

Die Medienberichterstattung über Politik ist total apolitisch geworden.

Eine Heidi-Kluminiserung der Politik.

Angela Merkel macht deshalb eine brillante Figur, weil sie gar keine Figur macht. Sie hält den Mund und gibt die Staatsfrau. Steinbrück hat von Anfang an gewusst, dass er genau dieses Bild konterkarieren muss. Denn seine größte Kompetenz ist, dass er im Gegensatz zu Merkel unglaublich redegewandt ist, schlagfertig, witzig.

Die Deutschen sind demokratiepolitisch bestens erzogen.

Mit der Wehrpflicht gerüstet gegen den Klimawandel

Zur vorgestrigen „Volksbefragung“ sprach in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ Umweltminister Nikolaus Berlakovich in das Micro:

Bei großen Katastrophen, wie Galtür oder Gars am Kamp, wo ich Mannstärken brauch‘, da müssen die abgerufen werden. Viele Menschen, die dafür dankbar waren, daß die Rekruten hingekommen sind, daß die Schaufeln in die Hand genommen haben, den Schlamm weggeschaufel haben und Sandsäcke geschoben haben. Und im Klimawandel wird das stärker, werden die Katastrophen stärker, da müssen wir gerüstet sein. Daher bin ich froh über dieses Ergebnis.

„Und im Klimawandel“, sagt der Umweltminister, „wird das stärker, da müssen wir“, sagt der Umweltminister, „gerüstet sein.“ Sagt der Umweltminister. „Daher bin ich“, sagt der Umweltminister, „froh über dieses Ergebnis.“

Es ist doch immer wieder beeindruckend, was für Visionen und welch gut ausgearbeitete Konzepte dazu Christschwarze sowohl zur Ökologie als auch zum Militär …

Christoph Schönborn löst ein Rätsel auf

Hat Gott einen diplomatinnenpaßtauglichen Namen?
Ja -, Christoph Schönborn

micro phonedy

Christoph Schönborn:

Ich stelle mir selbst die Frage. Aber Gott ist unendlich geduldig.

Quelle: Der Standard, 28. Mai 2012

Es hat sich eingebürgert, von sich selbst in der dritten Person zu reden, sich selbst beim eigenen Namen zu rufen, also Christoph Schönborn ruft sich selbst „Gott“ und zu, „geduldig“ zu sein -, vor kurzem erst sprach Michael Spindelegger von sich als „dem Führer“, als er sagte, da spreche er von sich, als „dem Führer der Volks…“.

Nebenbei beantwortete Gott durch seine Aussagen end-gültig auch die in diesem Interview zwar nicht gestellte aber oft zu hörende Frage, ob denn Gott allwissend und die Wahrheit sei … Reist Gott jetzt noch mit einem Diplomatenpaß lautend auf Christoph Schönborn, oder ist es bereits ein sogenannter gewöhnlicher Reisepaß, den Gott nun an Grenzen vorzeigen muß? „Der Standard“ ist höflich zu Gott, und zitiert nicht alles, was Gott sagte – jedoch es ist keine Angelegenheit der Höflichkeit, zu versuchen, den Menschen interessierende Fragen zu beantworten …

Nun, Gott ist nicht allwissend …

Gott:

“We are now a minority – the baptized Christians in Austria are 70 percent but practicing Catholics are 10 percent — but if these 10 percent are convincing and convinced, they can change the country, just as happened in the Roman Empire.”

Quelle: Catholic News Agency, Rome, Italy, May 26, 2012

Gott weiß also nicht, daß es in Österreich 2011 lediglich 64,1% waren, 70% ist lange her, 2005 waren es 68,5%, 2001 waren es es tatsächlich noch über 70%, nämlich 73,6% … Und wenn Gott etwas weiß, aber es nicht wissen will, ist die Antwort gegeben, daß Gott nicht die Wahrheit ist, und er etwas anderes verbreitet, deren Gründe mannigfach sein können … Vieleicht muß Gott, wenn er in Rom ist, für seinen absolutistischen Herrscher zum Beispiel Zahlen ein wenig frisieren …

Gott träumt davon, das Land zu ändern, wie einst das Römische Reich … Das Römische Reich ist untergegangen, will Gott auch Österreich in den Untergang treiben, Österreich auslöschen? Oder soll in Europa alles noch einmal einfach wiederholt werden, und wenn ja, womit soll die Weiterbetätigung furios …? Mit den Kreuzzügen, mit den Frauenverbrennungen,  mit der pandemischen Zurichtung von Kindern zu Sexualpuppen für den Spielbetrieb der erzieherischen Seelsorger und Seelsorgerinnen, mit dem Krieg von 1618 bis 1648 und den damit einhergehenden Hungersnöten … und so bitter weiter und so elendig fort …

Gott:

“To live in promiscuity is really inhuman and destructive for the person.

Für Gott ist promiscuus also unmenschlich, dash heißt, die vermischte, die gemeinschaftliche Gesellschaft …

Gott:

“Go to Mariazell, the national shrine, and this is also the shrine for the Hungarian and the Slavic peoples, and you will find what is the heart of the Austrian people – their love for Our Lady“.

Da weiß Gott nun etwas, das niemand außerhalb seines römischen Büros wird wissen … Daß nämlich einer Bürgerin namens Maria (Nachname unbekannt?) ein nationaler … Bisher wurde gedacht, im nationalen Behälter des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche steckte für die Menschen wie eine Ewigkeit vorkommende Zeit ganz Österreich … Mit der Aufzählung, für wen dieser Behälter in Mariazell … beschreibt Gott die seinerzeitigen Grenzen des habsburgisch absolutistisch regierten … Es wird ein wenig mehr verständlich, weshalb es so lange dauerte, daß eine Geschichtstafel von der Stephanskirche entfernt wurde, mit der suggeriert werden wollte, es hätte keine I. Republik gegeben, das göttliche Kaiserreich bis 1945 …

PS Die Nichtallwissenheit hat Gott übrigens auch letzten Freitag in der Umsonstzeitung „Heute“ bestätigt, als er schrieb, es hätte in Europa im 20. Jahrhundert

Die einzige wirklich große Hungerkatastrophe im 20. Jahrhundert in Europa war die von Stalin künstlich herbeigeführte Hungersnot in der Ukraine in den Zwischenkriegsjahren, der bis zu acht Millionen Menschen zum Opfer fielen.

eine einzige wirklich große Hungerkatastrophe … Entweder sind 800.000 Menschen, die an Hunger sterben, für Gott keine wirkliche große Hungerkatastrophe, oder 1914 bis 1918 gehört für Gott kalendermäßig nicht zum 20. Jahrhundert, oder Deutschland ist für Gott irgendwo, aber nicht in Europa … 22.000 Menschen in den Niederlanden im Winter 1944/1945 …Und die Hungersnot in Österreich in der I. Repbulik kann auch nicht Europa geographisch zugeordnet werden, war doch Österreich unbekannten Aufenthaltes, auf Reisen zum Anschluß …

PPS Gott will doch eine baldige Entscheidung, und so lüftet Gott das Geheimnis um die Unendlichkeit göttlicher Existenz. Gott gibt die Endlichkeit des Daseins zu, weil er um die Endlichkeit auch seiner beruflichen Existenz weiß, die es Gott nicht erlaubt, beispielsweise unendlich geduldig