Morija

Ehe darauf eingegangen wird, was es mit Drohung oder Anwendung von Gewalt auf sich hat, soll eine alte Geschichte in Erinnerung gerufen werden, die sich in Moria zutrug.

„Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija, und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar. Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, holte seine beiden Jungknechte und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Opfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte. Als Abraham am dritten Tag aufblickte, sah er den Ort von weitem. Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten: Bleibt mit dem Esel hier! Ich will mit dem Knaben hingehen und anbeten; dann kommen wir zu euch zurück. Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen beide miteinander. Nach einer Weile sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: Vater! Er antwortete: Ja, mein Sohn! Dann sagte Isaak: Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer? Abraham entgegnete: Gott wird sich das Opferlamm aussuchen, mein Sohn. Und beide gingen miteinander weiter. Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham den Altar, schichtete das Holz auf, fesselte seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Jener sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, daß du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten. Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.“

Welche Funktion den Herrn mit dem Familiennamen Gott ermächtigte, Abraham auf die Probe zu stellen, kann nicht gesagt werden, vielleicht war der Herr, dessen Nachname auch sein Vorname war, möglicherweise also war Gott Gott ein Gutsbesitzer und als solcher Dienstgeber von Abraham, der sein Verwalter. Vielleicht hieß einer der Jungknechte, die Abraham Abraham begleiteten, Engel. Und als Engel sah, welche Wahnsinnstat sein Vorgesetzter im Begriffe ist zu begehen, erhob er seine Stimme derart kraftvoll, daß es Abraham schien, sie töne von allen Seiten und sogar vom Himmel her, sie erschreckte ihn dermaßen, daß er davon abließ, das Kind zu morden, und zu verbrennen. Abraham hörte auf die Stimme von Engel. Das hat sich seit damals nicht geändert, daß auf Stimmen gehört wird. Angestellte Vorgesetzte sogar auf ihre Unterstellten hören. Jetzt sind es die Stimmen, auf die die Verwalter hören, von einem Nepp, von einem Mölzer, von einem Strache, von …

Und es gibt Stimmen von Menschen, auf die nicht zum ersten Mal nicht gehört werden, die es sogar mit Briefen schon versucht haben, weil sie vielleicht dachten, die hören müssen, seien taub, wie beispielsweise der für kurz gewesene Innenminister …

An diese alte Geschichte aus Morija mußte gedacht werden, beim Ansehen des Videos von André Heller, weil er eine alte Geschichte aufwärmt, jene vom Zeloten, dem Widerständler oder Freiheitskämpfer gegen das römische Reich, mit seinem Appell,

„und Herr Bundeskanzler, lassen wir die aus allen Gnaden gefallenen Kinder von Moria nicht im Stich, nehmen wir sie auf in unser Herz und unser Land, es wird uns nicht schaden, sondern es wird uns ein Qualitätsgeschenk sein, das wir uns selbst machen. Danke, daß Sie mir zugehört haben. Und das möchte ich Ihnen noch zeigen: # 144 ?!? COURAGE“ …

Mit dem Zeigen der Tafel „# 144 ?!? COURAGE“ endet das Appellvideo von André Heller. Was die Zahl „144“ bedeutet? Was die Zahl „144“ ist? Das ist kein großes Rätsel, das André Heller mit dieser aufgibt. Es ist die Zahl eines Paragraphen im österreichischen Strafgesetzbuch.

„Erpressung
§ 144.
(1) Wer jemanden mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, die diesen oder einen anderen am Vermögen schädigt, ist, wenn er mit dem Vorsatz gehandelt hat, durch das Verhalten des Genötigten sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
(2) Die Tat ist nicht rechtswidrig, wenn die Anwendung der Gewalt oder Drohung als Mittel zu dem angestrebten Zweck nicht den guten Sitten widerstreitet.“

Den ersten Absatz dieses Paragraphen wird André Heller wohl nicht im Sinn gehabt haben, als er die die Zahl „144“ in die Kamera hielt, sondern den zweiten Absatz, daß eine Tat nicht rechtswidrig ist, wenn die Anwendung der Gewalt oder Drohung als Mittel zu dem angestrebten Zweck nicht den guten Sitten widerstreitet. Und es wäre in seinem Sinne doch ein den guten Sitten gemäßer Fürstreit, die Kinder von Moria aufzunehmen, diesen Zweck zu erreichen, auch mit den Mitteln der Gewalt oder Drohung …

Offen bleibt dabei nur eines, aber durch die zwei Fragezeichen ist es für ihn selbst wohl auch noch offen, ist es bereits seine persönliche Drohung gegen den Bundeskanzler in Österreich zur Zeit, erst die Überlegung der möglichen Anwendung von Gewalt oder Drohung, doch schon unter Hinweis auf die Rechtsmäßigkeit und somit auf Straffreiheit der Aufruf an alle im Land, zu den Mitteln Gewalt und Drohung zu greifen, um den angestrebten Zweck, der den guten Sitten vollkommen entspricht, zu erreichen, oder erst die Überlegung des Aufrufes an alle …

Die Tafel aber des Herrn Heller hat nichts mit dem österreichischen Strafgesetzbuch zu tun, an dieses dachte er nicht, als er die Tafel in die Kamera hielt, nicht an den Paragraphen 144, nicht an den Absatz 1, schon gar nicht an den Absatz 2, sondern lediglich an die Initiative „# 144 Courage – Mut zur Menschlichkeit“, mit dem bescheiden vorgebrachten Zweck als Bitte, „144 sichere Plätze in Österreich zu schaffen“, „144 nachhaltig sichere Plätze zu schaffen, um Menschen aus den Lagern bei uns aufzunehmen und hier erfolgreich zu integrieren“ …

Es bleibt nichts offen, es ist, was die Zahl „144“ betrifft, alles gelöst, der Mut quantifiziert — —

Donald Trump and the fire chief’s daughter

Thomas Bernhard, dessen „Mittagstisch“ heute, am 17. September 2020, wieder einmal im Burgtheater Premiere hat, diesmal von Claus Peymann an der neuen Burg inszeniert, hat regierungsunfähige Figuren geschaffen, die heute in der Welt regieren, aber es sind Figuren, die ohne Thomas Bernhard ihre Monologe sich kritzeln, bösartiger und genauer als Thomas Bernhard sie je hat sprechen lassen, beispielsweise über Österreich.

Wie harmlos, wenn auch lustig, etwa die Rede einer bernhardschen Figur, kaum bei Tisch an der Eiche sitzend, fände sie „einen Nazi in der Suppe, und statt der guten alten Nudelsuppe bekommen wir jeden Tag die Nazisuppe auf den Tisch, lauter Nazis statt Nudeln“ …

Wie genau und bösartig erfaßt hingegen die sich verselbständigte bernhardsche Figur mit ihrem sich selbst gegebenen Bühnenfigurennamen Donald Trump Österreich

In Österreich leben die Menschen im Wald
und die Gefahr von explosiven Bäumen
in ihren Waldstädten die nirgends auf der Welt
so brandgefährlich sind wie in Österreich
dämmen sie mit verdünntem Brennstoff ein

Im „Theatermacher“ läßt Thomas Bernhard seine Figur sagen: „Wo ein Wald war, ist eine Schottergrube, wo eine Wiese war, ist ein Zementwerk, wo ein Mensch war, ist ein Nazi.“ Auch in diesem Stück wird Suppe serviert, die Frittatensuppe, in Gaspoltshofen, in Utzbach wie in Butzbach — Frittatensuppe, die „Existenzsuppe“ mit „ihren Riesenfettaugen“ und ihren Frittaten, den falschen Nudeln …

Im „Theatermacher“ wird von einem Feuerwehrhauptmann gesprochen, der selbst nicht auftreten darf, dem Herrn über das Notlicht. Die Tochter des Feuerwehrhauptmannes, die nun in rechter Not als bernhardsche Figur selbst auf die Bühne eilt, hintritt für ihre Welt „in reality …

Austria is a country situated in the heart of Europe where people do not live in the forest but rather with the forest and in a close sustainable relationship with the natural environment Trees cover almost half of our nation’s territory The sustainable management and protection of our forests makes us world-famous among experts People love travelling to Austria but not only for its slopes or for visiting the birthplace of Mozart We are proud that people visit Austria because we offer our guests intact natural landscapes forests, hiking trails and fields To clarify No, we don’t have any exploding trees in Austria Even though Austria is densely populated we have found a way to give our trees the space they need as well as a sustainable future while still making use of what they produce And yes when President Trump mentions that our forests have been ‚tidied up‘ he is right In order to create a beautiful safe and biodiverse environment you have to look after it All kinds of pests, especially bark beetles have the capacity to destroy the hard work of generations of foresters and forest farmers while at the same time increasing the risk of wildfires massively“

Wie die Feuerwehrhauptmannstochter recht weiß, daß Borkenkäufer

Und vor allem ihr Blick auf Österreich wie genau und ….

Wo eine Schottergrube war
ist Nachhaltigkeit
wo ein Zementwerk war
Intakte

Naturlandschaften
Wälder

Wanderwege
Felder
Wo ein Nazi war
ist ein Mensch

Am Ende des „Theatermachers“ rennen alle aus dem Saal, in dem das „Rad der Geschichte“ gegeben wird, weil der „Pfarrhof brennt“ … offenbar die Gefahr von Pfarrhöfen zu gering geschätzt, um in diesen ebenfalls den Brennstoff …

Donald Trump und die Feuerwehrhauptmannstochter, deren Aufführung in der neuen Burg heute nicht beigewohnt werden muß …

Rheingold Barbarossas Walhalla

Gesinnungsgemäß ist in der Schreibe der gesinnungsgemäß zensurierten Website der für kurz gewesenen Regierungspartei nicht von „Kärnten“ die Rede, sondern allein von „Neuseeland“ …

„Vor den Parlamentswahlen in Neuseeland entbrennt jetzt ein Streit um eine Umbenennung des Landes. Die Maori Party, die Partei der Ureinwohner Neuseelands, wollen den Inselstaat in ‚Aotearoa‘, übersetzt ‚Land der langen, weißen Wolken‘ umbenennen. Bei den Ureinwohnern des Landes ist Aotearoa die traditionelle Bezeichnung für Neuseeland. Damit nicht genug, soll die bisherige neuseeländische Hauptstadt Wellington künftig Te Whanganui-a-Tara heißen. Und die Stadt Christchurch soll in Otautahi umbenannt werden. Gleichzeitig soll auch die Sprache der Maori künftig mit der Amtssprache Englisch vollständig gleichberechtigt und vermehrt eingesetzt werden. Nur drei Prozen verwenden Ureinwohner-Sprache Offiziell ist die ursprüngliche Einwohnersprache Te Reo Maori mit englisch auf dem Papier gleichberechtigt. Es sprechen aber nur drei Prozent der Bewohner Neuseelands diese Sprache. Dies ist für den Spitzenkandidaten der Maori-Partei, Rawiri Waititi, inakzeptabel. Während die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern eine Unterstützung dieser weitreichenden Forderungen der Ureinwohner kurz vor den Parlamentswahlen offen lässt, aber Sympathien dafür äußert, ist ihr Koalitionspartner Winston Peters von der nationalkonservativen Partei New Zealand First strikt gegen die Umbenennung des Inselstaates.“

So die gesinnungsgemäß zensurierte Website der für kurz gewesenen Regierungspartei am 15. September ’20. Was für eine Anmaßung der „Ureinwohner“ also, als würde auch für sie das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ gelten. Wissen denn die „Maori“ nicht, daß sie kein „Volk“ sind, sondern „Ureinwohner“, „Kolonisierte“ bis in die Ewigkeit und drei Tage?

Ein solches „Aufbegehren“ ist gesinnungsgemäß entschieden zurückzuweisen. Und die „Partei New Zealand First ist, was für eine Erleichterung muß das gesinnungsgemäß für diese Website sein, „strikt gegen“ … Noch dazu „sprechen nur drei Prozent der Bewohner Neuseelands diese Sprache“.

„Nur drei Prozen verwenden Ureinwohner-Sprache“ … Zu dieser Prozentangabe passt recht die Presseaussendung vom 11. September ’20, aus Kärnten:

„Zur Klarstellung für diejenigen, die in Kärnten Unfrieden säen wollen: Es gibt die deutschsprachige Mehrheitsbevölkerung und die slowenischsprachige Minderheit. Aus dieser slowenischsprachigen Minderheit kann man die Volksgruppe der Slowenen in Kärnten ableiten, die ungefähr 2% bis 3% der Gesamtbevölkerung ausmacht (eine Volksgruppenerhebung haben nationalslowenische Agitatoren bis jetzt aus gutem Grunde zu verhindern gewußt). Zu beachten gilt es natürlich, daß zu diesen 3% auch die Windischen gezählt werden, die sich selbst aber immer wieder von den Nationalslowenen distanzieren.“

Sie werden es vielleicht nicht glauben wollen, aber diese Presseaussendung ist tatsächlich von der Partei „BZÖ“ – ein nicht zu widerlegender Beweis dafür, daß Jörg Haider tatsächlich ein Erbe hinterlassen hat.

Was für ein Glück in Kärnten für die „slowenischsprachige Minderheit“ und ihre Rechte, die „ungefähr 2% bis 3% der Gesamtbevölkerung ausmacht“, keine „Ureinwohner“ zu sein … Mit dem Erbe Haiders ein Aufbegehren in Kärnten, das Rad der Gesinnung wieder in Schwung zu bringen, in Kärnten Menschen zu „Ureinwohnern“ zu machen, ohne Rechte? Wie würden wohl die Erblassenden Haiders Kärnten umtaufen wollen: Rheingold Barbarossas Walhalla?

NS Es soll auch eine Stadt in Neuseeland, das für die zensurierte Website der für kurz gewesenen Regierungspartei wohl recht eine ungeheuerliche Anmaßung sein muss, umbenannt werden, die Stadt, in der ein Mann mit seiner runenverzierten Waffe mordete, nachdem er auch in Kärnten Stätten der Gesinnungsverfestigung besuchte.

Kahlenberg-Gedenken

Das Gedenken an die Präsentation der Bundesregierung durch Heinz-Christian Strache und Sebastian Kurz am Kahlenberg im Jahre 2017 wurde in diesem Jahr mit einem Aufmarsch am letzten Samstag eingeleitet. Das sei, so die „Kahlenberg-Allianz“ als Veranstalterin, „bereits zum vierten Mal in Folge“, daß „ein Fackelmarsch zum Gedenken“ …

Das Gedenken fand am darauffolgenden Sonntag, dem 13. September ’20, seine würdige Fortsetzung durch eine Kranzniederlegung.

Von der Zeitzeugin, der in diesem Jahr die hohe Ehre zuteil wurde, einen Kranz zum Gedenken niederzulegen, ist nicht gemeldet worden, ob sie anläßlich ihrer Erfüllung dieser doch recht stolzen Aufgabe der Kranzlegung, ihre Erinnerungen preisgab, wie sie persönlich damals die Präsentation der Bundesregierung am Kahlenberg erlebte.

Mit dabei an diesem letzten Sonntag war, wie berichtet wird, ein recht besonderer Zeitzeuge. Ein Zeitzeuge, der damals auf dem Kahlenberg als Mitglied der Bundesregierung vorgestellt wurde, der für kurz gewesene Kanzleramtsminister …

Es wollen Zaungäste, wird erzählt, von dieser sonntäglichen Kranzgedenkniederlegung gehört haben, wie er, der für kurz gewesene Kanzleramtsminister, der kranzniederlegenden Zeitzeugin die Idee schmackhaft machen wollte, sie sollten gemeinsam in die Schulen gehen, um als „Zeitzeugen“ zu erinnern, wie es damals war, als am Kahlenberg eine „starke und stabile Regierung …

Kahlenberg-Gedenken und Demonstration „Moria“ am 12. September 2020 in Wien

Das Aufgebot der Polizei bei der Demonstration „Moria“ am 12. September 2020, die mit Reden am Hauptbahnhof begann und mit Reden im Resselpark vor der Karlskirche endete, kann nicht besser zusammengefaßt werden, wie es bereits auf der Plattform des Unternehmens Twitter zusammengefaßt wurde:

„Wow, bei der friedlichen #Moria Demo in Wien gingen auf beiden Seiten der Demo alle 2 Meter Riot Cops, Hubschrauber, Polizeiautos usw.“

Bei dem „Kahlenberg-Gedenken“ gab es auch ein Aufgebot der Polizei. Allerdings. Das von der „Tagesstimme“ verbreitete Video zeigt keinen einzigen Polizisten, hingegen eine Söldnertruppe im Dienste dieses Bündnisses, der das Gedenken am Kahlenberg zu verdanken, das Gedenken an die Präsentation einer „starken und stabilen Regierung“ durch Strache und Kurz.

Und die „Kaiserjäger“ spielten dazu auf, auch, wie zu lesen ist, auch mit dem „Marsche petite salope“, der gesinnungsgemäß doch so hervorragend paßt zur Ordner-Division … Ach, welche Kapelle sonst, als eine „Kaiser“-Kapelle, in einem Land, in dem so mancher Sehnsucht nach einem Kaiser hat, und an diesem Tage nicht auf den Kahlenberg durfte … Manch einer im Trachtenrockerl, der gottglücklich am Kahlenberg mit dabei sein durfte, wird wohl zu den Märschen gewippt

Bei dem „Kahlenberg-Gedenken“ an die Regierungspräsentation durch Kurz und Strache, das von diesem Bündnis gesinnungsgemäß anders bezeichnet wird, aber es sollte das „Kahlenberg-Gedenken“ fortan immer ein Gedenken an Kurzens Regierung sein, gab es auch ein Aufgebot der Polizei. Fotos der Anwesenheit der Polizei bei dieser Kundgebung lassen allerdings an ein anderes Aufgebot denken, an ein Hochzeitsaufgebot. Sie scheint auch ganz konzentriert auf die Bündnisvermählung zu sein, um noch Energie aufbringen zu können, sich auch noch um Vorfälle kümmern zu können, von denen berichtet wird, die sonst in ihre Kompetenz fallen, ohne sie darauf erst hinweisen zu müssen …

Da aber wendet sich die Herde ab

I

Die Vertreterin soll die Herde ihres Herrn auf seinem eingegrenzten Wüstenstrich, der von ihm Türkysan getauft, hüten. So nennt ihr Herr sie: Herde. Eines Tages, als sie die Herde im Auftrage ihres Herrn wieder und weiter in die Wüste hinein treiben soll, geschieht es, daß die Herde sich von ihr nicht weiter in die Wüste treiben lassen will.

Da befiehlt ihr rasch wie kurz ihr Herr: »Dornbusch muß sprechen!«

Da sie nicht sogleich versteht, flüstert zornig ihr ihr Herr: »Dornbusch gab ich steinerne Tafeln und Gesetze und Gebote, die ich geschrieben habe, die Dornbusch sie lehren soll!«

Da versteht sie und sie wendet sich sogleich an die Herde, die ihr wie ihrem Herrn eine Herde: »Dornbusch darf euch verlesen, das ihm unser Herr gegeben, so werden wir hören, uns Wissen gegeben, was wir zu tun!«

Die Herde aber antwortet mit einer Stimme: »Was Dornbusch gegeben, ist des Dornbuschs allein!«

II

Es hat sich eingebürgert, alte Stoffe zu bearbeiten, mit Gegenwart zu verbrämen. Wie es jetzt bald in Wien, am Burgtheater, mit der Antigone … Bei diesem bildungsbürgerlichen Theater fällt dann der Befund für die Gegenwart nicht positiv aus. Wie es jetzt an der Burg sein wird, mit der aufgepeppten Antigone und den Toten, die an die Tore Wiens angeschwemmt werden im antiken Griechenland. Eine kritisch gestylte Antigone, ganz aus der Sicht des weißen Europas. Wo bleiben die alten Stoffe beispielsweise aus Afrika, die herangezogen werden in Europa, um die Gegenwart zu verhandeln?

Alte Stoffe, mit denen die Gegenwart verhandelt werden will, lassen die Gegenwart in keinem positiven Licht erscheinen. Alte Stoffe, so die Verteidigung der Verwendung alter Stoffe, seien gar so aktuell. Sie sind nicht aktuell, es gab bloß keinen Fortschritt. Oder, das macht es nicht besser, die Aktualität der Menschheit der Gegenwart ist 2.442 Jahre alt …

Konsequent ist das nicht. Werden Sie sagen. Sie nehmen selbst einen alten Stoff, verbrämen diesen mit der Gegenwart, diese seltsamen und wunderlichen Geschichten von dem brennenden Dornbusch, von den zwei bekritzelten Tafeln, von dem alten Mann, dem zugemutet wird, die zwei Tafeln zu schleppen, aber er hatte einen Diener dabei, der wird sie wohl für den Gebrechlichen und Schwerhörigen geschleppt haben, zum Volke

Es ist inkonsequent. Aber schelten Sie es nicht. Weil mit diesem alten Stoff etwas Positives erzählt werden kann, von einem Fortschritt vielleicht sogar. Die Vertreterin des Herrn will, daß der Diener des Herrn einer unabhängigen Kommission die Erklärung des Herrn verliest, weil dieser, der Herr, wohl meint, diese werde dann tun, was der Herr sagt, darauf hören, ganz, wie es in den alten Stoff eingewebt:

„Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volks. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.

Aber diese alte Geschichte geht in der Gegenwart gänzlich anders aus:

„Als sich alle wieder versammeln, erklärt die Vertretung des Bundeskanzleramts, dass eine Erklärung von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP vorliege. Man würde nun gerne den Kabinettschef von Kurz dazuholen, weil der die Erklärung verlesen möchte. Einer der beiden Kommissionsleiter spricht sich dagegen aus. Lasse man das jetzt zu, würden auch andere Politiker ein Rederecht einfordern. Das sei nicht möglich. Die Kommissionsmitglieder einigen sich darauf, dass man ohne politischen Einfluss arbeiten können muss – ansonsten brauche es die Kommission nicht mehr, wird argumentiert. Das Thema ist damit vom Tisch.“

Wegen dieses gänzlich anderen Ausganges als jener Ausgang der Geschichten im überlieferten alten und sich hartnäckig haltenden Stoff wird der Vorwurf der Inkonsequenz gerne angenommen werden, einmal etwas Positives über die Gegenwart durch Rückgriff auf alte Stoffe erzählen zu können.

Gedenken am Kahlenberg

„Bereits zum vierten Mal in Folge findet diesen Samstag, also heute am 12. September, am Kahlenberg bei Wien ein feierlicher Fackelmarsch zum Gedenken an den Sieg über die Osmanen im Jahr 1683 statt. Ein Bündnis aus verschiedenen deutschen Staaten, Polen und dem Kirchenstaat konnte damals den Türkensturm aufhalten und somit die Islamisierung Europas verhindern.“

In diesem Jahr ist es nicht der zurzeitige Bundeskanzler mit seinem Sportstadtrat von Ibiza, die auf dem Kahlenberg ihre Regierung präsentieren, sondern „ein Bündnis aus verschiedenen deutschen Staaten“, wie die zensurierte Website der für kurz gewesenen Regierungspartei an diesem 12. September ’20 wirbt, wird einen „Marsch“ auf dem Kahlenberg

Wie viele „deutsche Staaten“ kennen Sie? Bestimmt nicht so viele, wie die Mannen und Frauen von diesem Bündnis, die Ihnen alle „deutsche Staaten“ im Schlaf aufzählen können. Was nicht verwundern kann, gehören dem Bündnis doch hochgeistige Menschen etwa vom „Wiener Akademikerbund“, vom „Verein Okzident“ mit seinem Hauptkopf I. N. …, vom „Verein Pro Vita“ … ein Bündnis geeint durch ihre Passion für Märsche, auf denen auch Krucken-Flyer …

Zusammenschluss konservativer Gruppen Die Veranstaltung wird von der Kahlenberg-Allianz, einem Bündnis patriotischer bzw. konservativer Gruppen organisiert. Der Allianz gehören der Wiener Akademikerbund, der Verein Okzident, der Verein Pro Vita und die Plattform Gedenken 1683 an.“

Und die Reden in diesem Jahr ’20 auf dem Kahlenberg werden wohl so hochgeistig sein, wie jene damals, als der zurzeitige Bundeskanzler mit seinem Sportstadtrat von Ibiza ihr Regierung aufmarschieren ließen, werden doch „internationale Experten“ sprechen, wie Ján Čarnogurský, der in Wien weithin bekannte Marsch-Experte

Es wird an diesem Samstag im September ’20 gesinnungsgemäß recht viel über die Vergangenheit gesprochen werden, aber in diesem Jahr werden die Kahlenbergmarschierenden wohl nicht umhin kommen, auch wenn es ihrer Gesinnung gemäß zuwider sein muß, über die Gegenwart zu sprechen, und es darf angenommen werden, es wird ihnen Corona zur Gegenwartsklage … Es würde nicht überraschen, griffen sie dabei auf Vergleiche zurück, die ihnen gesinnungsgemäß geläufig, zu warnen davor, daß Corona verwendet werde, um aus Österreich „a Dictatorship“ and „Concentration Camp Austria“ …

Welche Lieder wohl in diesem Jahr auf dem Kahlenberg gesungen werden, identitär umgedichtet … Im September des Jahres, in dem der zurzeitige Bundeskanzler mit seinem Sportstadtrat von Ibiza auf dem Kahlenberg eine „stabile und starke Regierung“ präsentierten, wurde das identitär umgedichtete Lied der „Arbeiter von Wien“ …

Das Burgtheater, die Josefstadt

Nun hat also, wie zu lesen ist, die Staatssekretärin für Kunst und Kultur in ihrer sonderlichen Funktion als Aufpasserin des Ministers für Kunst und Kultur, der ihrer Partei angehört, also für eine Staatssekretärin in einer österreichischen Bundesregierung vollkommen unüblichen Rolle, weil Staatssekretärinnen sonst stets Ministerinnen von der jeweils anderen Regierungspartei als Aufpasser beigestellt sind, den Aufsichtsrat für das Burgtheater bestellt, mit Personen, die in einem illustren Alter sind, in dem menschgemäß vom Balkon aus murmelnd auf die zur Guckkastengröße geschrumpften Welt …

Es sind nun in den Aufsichtsrat Personen berufen, denen menschgemäß das Theater eine Liebhaberei ist, die seit Jahrzehnten wohl auch unerschütterliche Theaterabo-Besitzerinnnen sind und wohl auch etwa gern gesehene Zuschauerinnen in ihren hübschen Kostümen und Blusen mit Volantkragen in der Josefstadt, die nun, spätestens seit den ihres Direktors Auftritte in Zeiten der Corona, gänzlich das Burgtheater geworden ist, in dem nun sogar der ehemalige Burgtheaterdirektor einen Thomas Bernhard inszeniert, wohl in der festen Überzeugung, er inszeniere wieder im Burgtheater, das die Mitglieder des Aufsichtsrates, wenn sie als bestimmendes Publikum in den Balkonlogen, davon überzeugt, in der Josefstadt zu sitzen, wobei es ihnen nicht so ergeht wie einer Figur von Thomas Bernhard in ihrer Passion, auf der Mariahilfer Straße zu sein, die Mariahilfer Straße zu suchen, und die Mariahilfer Straße nicht zu finden, sie sind in der Josefstadt, sie suchten die Josefstadt, und ihnen wurde die Josefstadt …

Deutscher Forscher als Afrikaner ausgegeben

Die zensurierte Website der für kurz gewesenen Regierungspartei kann es sich gesinnungsgemäß nicht entgehen lassen, einen Kommentar zur Amerikanerin, die ihre familiäre Herkunft „zugunsten mehrerer schwarzer Identitäten verschleiert“ habe …

Gesinnungsgemäß ist dies für diese Website ein Beleg für „die

Stimmung gegen Weiße führt sogar dazu, dass sich Weiße über Jahre als Afroamerikaner ausgeben.“

Gesinnungsgemäß ist es von dieser Website kein Lob für die Amerikanerin, dafür, ihre Identität selbst bestimmt zu haben. Dabei. Müßte es für sie gerade von dieser webseitigen Gesinnung her Beifall für ihre Selbstbestimmung geben, hat sie doch das im Individuellen erfüllt, was eben doch diese Gemeinschaft stets fordert, zwar nicht für die Einzelne, aber für die Völker – das Selbstbestimmungsrecht

„Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN hatte Krug vor ihren Studenten das Wort „Neger“, wenn es in Texten vorkam, laut ausgesprochen – ein Tabu in den USA, dessen Bruch nur Schwarzen zugestanden wird. – Eine weiße Wissenschaftlerin gab sich als Schwarze aus und verwendete Wörter, die nur Schwarze aussprechen dürfen.“

So berichtet darüber auch eine Tageszeitung in Österreich.

Wenn nur „Schwarzen“ der „Bruch“ des Tabus, „Neger“ zu sagen, „zugestanden wird“, wenn in Österreich „Wörter“ verwendet werden, die „nur Schwarze aussprechen dürfen“, liegt der Schluß nahe, Österreich ist ein Land der „Schwarzen“, wenn allein bedacht wird, wer in Österreich „Wörter verwendet, die „nur Schwarze aussprechen dürfen“.

Andererseits könnte es auch sein, weist ein Land menschgemäß doch viele, viele Identitäten auf, daß die Stimmung gegen Schwarze sogar dazu führe, daß Schwarze über Jahre

Aber Österreich ist als Land doch viel zu klein, für viele, viele Identitäten, kaum, daß es für eine Identität in diesem Land Platz gibt, eine zweite schon muß in die eine erste kaum Platz habende eingesprenkelt … so wird die zensurierte Website der für kurz gewesenen Regierungspartei mit ihrer Annahme, daß die Stimmung gegen Weiße sogar dazu führe, also auch in Österreich, daß Deutsche über ein Jahrhundert als Afrikaner ausgegeben werden müssen, wie beispielsweise der arme weißdeutsche Forscher …

„Vorkommnisse rund um die ‚Wehrhaft pennale Burschenschaft Tigurina zu Feldkirchen'“ und die dem Parlament in Österreich unbeantworteten Fragen

„Ebenfalls ist es vollkommen unerheblich, wieviele Teufel tatsächlich vergast wurden. Ob es nun 0,6 Millionen oder 6 Millionen oder auch 60 Millionen waren, spielt für uns Deutsche keinerlei Rolle.“

Als der junge Herr mit dem Zitieren seines Herzenssatzes vom „Crypto-Juden“ fertig ist, äußert sein alter Begleiter seine Zufriedenheit darüber, daß dem österreichischen Parlament eine Menge Fragen zur „Tigurina“ nicht beantwortet worden seien, jedenfalls fände sich keine derartige Beantwortung auf der Website des österreichischen Parlaments. Der Justizminister, dem er dafür heute noch dafür Hochachtung zolle, Jabloner habe elegant darauf verwiesen, diese würden in den „Wirkungsbereich des Herrn Bundesminister für Inneres fallen“. Und der Innenminister, Peschorn, habe äußerst, so der junge Herr, recht klug gehandelt, diese Fragen nicht dem österreichischen Parlament zu beantworten. Warum auch? Schließlich seien diese nicht ihm gestellt worden, sondern dem dafür unzuständigen Justizminister, der wahrscheinlich, was von ihm ebenfalls äußerst klug gewesen wäre, gar nicht an den Innenminister weitergeleitet habe. Warum auch? Waren doch diese Fragen, so wieder der alte Begleiter, gar nicht an den Innenminister gerichtet, soher im Grunde an keine Person in der österreichischen Regierung …

Und schließlich, so der junge Herr, was für ungehörige Fragen, die nur eines verdienen, unbeantwortet zu bleiben, für immer. Schon öffnet sein alter Begleiter die Website des österreichischen Parlaments und beginnt sofort zum Beweis, so der alte Herr, der Ungehörigkeit mit dem Vorlesen der Fragen …

„6. Wurde die Burschenschaft Tigurina in der Vergangenheit bereits von ihrem Ressort beobachtet, durch welche Organisationseinheit ihres Ressorts erfolgte dies und welche Erkenntnisse wurden dadurch zutage gefördert?
7. Wenn die Burschenschaft Tigurina von keiner Organisationseinheit ihres Ressorts beobachtet wurde, warum nicht?
8. Wenn die Burschenschaft Tigurina von keiner Organisationseinheit ihres Ressorts beobachtet wurde, ist es von Seiten des Justizministeriums geplant, in Zukunft den Fokus stärker auf potenziell rechtsextreme Organisationen und deren Beobachtung zu legen?
9. Welche Organisationseinheit ihres Ressorts ist für die Beobachtung verfassungsfeindlicher Gruppierungen des rechtsextremen Rands zuständig?
10. Wie viele Vollzeitäquivalente stehen dieser Organisationseinheit(en) insgesamt für die Erfüllung dieser Aufgabe zur Verfügung?
11. Wurde durch diese Organisationseinheit(en) um personelle Aufstockung ersucht und wurde dieser stattgegeben?
12. Wenn nein, warum nicht?“

Ungehörig und lästig, ergänzt sein junger Begleiter. Freilich habe es auch eine Anfrage an den Innenminister gegeben, noch an Herbert Kickl, aber dann sei Corona, nein, Ibiza gekommen und die Beantwortung der ungehörigen und lästigen Fragen habe dann Peschorn erledigen müssen. Aber in dieser Hinsicht funktioniere die österreichische Wertegemeinschaft noch so formidabel wie in den alten Zeiten, Kickl hätte auch nicht anders als Peschorn unbeantwortet geantwortet …

Zeit zu gehen, mit einer höflichen Entschuldigung, noch einen Termin zu haben, die zwei Herren am Tisch alleinlassend, und schon beim Verlassen des Kaffeehauses der Vorsatz, jetzt lange nicht mehr dieses Kaffeehaus aufzusuchen, jedenfalls so lange, bis es sicher ist, daß kein Mensch mehr von seinem letzten Urlaub erzählt, besonders von jenen in Kärnten.