FPÖ-NR Deimek fragt bei dem „faschistischem System“ nach einem „faschistischen Habsburgerkaiser“ in Österreich

NR Dipl.-Ing. Gerhard Deimek sitzt im österreichischen Parlament, ist also ein Abgeordner des österreichischen Parlamentes und als solcher hat er keine Verpflichtung, die österreichische Geschichte zu kennen, wie diese sonst gekannt wird, die einzige Verpflichtung, die er hat, ist die Geschichte nach der Gesinnung seiner identitären Gemein-Schaft zu kennen. Soher ist es verständlich, daß ihm am 9. November 2014 auf die Feststellung

„Im Gegensatz zu Österreich kämpften die britischen Soldaten niemals für ein faschistisches System.“

gesinnungsgemäß nur die eine Frage

„Also sie meinen den faschistischen Habsburgerkaiser und das total liberale Churchill-System?“

Gerhard Deimek Tweet 9-11-2014einfallen kann … Das hat eine neue Qualität. Es wurde in Österreich sehr lange gebraucht, im Grunde wurden in Österreich Jahrzehnte benötigt, um das Opferkleid auszuziehen, eine Mitschuld an den Massenverbrechen und Massenmorden der faschistischen Totaldiktatur des deutschen reiches einzugestehen. Und nun fragt am 9. November 2014 ein Abgeordneter des österreichischen Parlamentes, ob RGoldmann mit seinem Hinweis auf das „faschistische System“ den „faschistischen Habsburgerkaiser“ meine. Es endet also für NR Deimek die Geschichte des Faschismus in Österreich – das bleibt unklar, weil Gerhard Deimek keinen Namen nennt – mit Karl Habsburg oder mit Franz Joseph Habsburg. Und was für NR Deimek danach kam – insbesondere in der Zeit von 1938 bis 1945, denn um diese Zeit geht es eindeutig in diesen Postings, die NR Deimek am 9. November 2014 mit seiner Feststellung

„London: Remembrance Day. Alle ehren die Gefallenen der Kriege. Österreich errichtet ein Deserteursdenkmal.Zum Kotzen!“

FPÖ NR Gerhard Deimek Deserteursbeton 9-11-2014eröffnete, was also für NR Deimek in der Zeit von 1938 bis 1945 in Österreich für ein „System“ herrschte oder wer herrschte, dazu äußert er sich nicht. Wie er die herrschende Partei in dieser Zeit einstuft, darüber gibt er keine Auskunft. Es könnten darüber Vermutungen angestellt werden. Aber es soll nicht spekuliert werden. Gesichert jedenfalls ist eines, für NR Deimek gab es zwischen 1938 bis 1945 kein „faschistisches System“, denn sonst könnte ihm eine derartige Frage gar nicht einfallen. Wenn es um das Denkmal für Verfolgte der NS-Militärjustiz geht. Und um dieses ist es in diesen Postings vom 9. November 2014 gegangen. Das Denkmal, das von NR Deimek „Deserteursbeton“ genannt wird, und zu diesem Denkmal fällt NR Deimek gleich noch eine Frage ein: „Wann wird bei uns der Deserteursbeton weggeräumt?“

Deserteursdenkmal - Zum Kotzen - Gerhard Deimek NR FPÖEs könnten nun manche meinen, diese in eine Frage gekleidete Geschichtsdarstellung könnte durchaus Behörden in Österreich nach dem einschlägig bekannten Gesetz beschäftigen, aber die einzigen Menschen, die sich tatsächlich damit beschäftigen sollten, auch mit diesem Aspekt der identitären Gemein-Schaft, sind alle Wählerinnen und Wähler und dann entsprechend wählen, das heißt im Fall der identitären Gemeinschaft: diese nicht zu wählen.

PS Es wurde zwar gestern schon darüber geschrieben. Aber die Erweiterung heute soll auch davon berichten, daß nicht nur sein NR-Kamerad Christian Höbart von gesinnungsgemäßer christlicher Nächstenliebe durchdrungen ist, sondern auch NR Deimek, dem sonst auch noch sehr viel einfällt respektive nicht einfällt:

Was NR Deimek zu „Vierteilen“ einfällt – „Staatsgage“

Blauer Skandal um NR Gerhard Deimek -Er deckt seine Fakten und Daten auf

November-Pogrome 1938 – Hoffentlich keine falschen Erinnerungen durch Lichtstrahlen in der Leopoldstadt

„Zum Gedenken an die Ereignisse der Pogromnacht 1938 erinnern in der ‚Nacht der erhellten Synagogen‘ Lichtinstallationen und Mahnwachen an die Zerstörung durch die Nationalsozialisten. Dazu wird auf einigen jener Plätze im zweiten Wiener Gemeindebezirk, an denen vor ihrer Zerstörung durch die Nazis während der Pogromnacht (‚Reichskristallnacht‘) Synagogen oder Bethäuser standen, ein Lichtstrahl den Himmel erhellen und an die brennenden Synagogen erinnern.“ (Religion.orf.at)

Schrift der Gemütlichkeit und Schrift der Gewalt

Auch im Jahr 2014: Schrift der Gewalt und Schrift der Gemütlichkeit.

„Ein Lichtstrahl wird den Himmel“ am 9. November 2014 über einigen Plätzen in der Leopoldstadt erhellen … Wer immer auf die Idee gekommen ist, Lichtdome als geeignet zu befinden, um an die „brennenden Synagogen zu erinnern“, ist zu wünschen, daß es dadurch zu keinen falschen Erinnerungen kommt. Damit will in keiner Weise gesagt werden, es darf nicht mehr verwendet werden, was Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen verwendeten. Das wäre nicht nur, das ist töricht. Aber in diesem besonderen Fall scheint es doch heikel zu sein, gerade mit einem sehr prominenten und wirksamen nazistischen Propagandamittel an die mörderischen Verbrechen der nationalistischen Massenmorddiktatur des deutschen reiches in ebendieser Nacht erinnern zu wollen. Vor allem in dieser gegenwärtigen Zeit, in der Wien wieder mehr und mehr zu einer Trachtenstadt verkommt, in einem Wien, das von der identitären Gemein-Schaft, die zu keinem geringen Teil gewählt wird, als „deutsche“ Stadt bezeichnet wird, in einem Wien, in dem Menschen in Tracht auf ein Oktoberfest gehen, gelockt im Schriftzug ebendieser Zeit

Lichtdom - Albert Speer

Albert Speer: „Ich nehme an, mit diesem ‚Lichtdom‘ wurde die erste Lichtarchitektur dieser Art geschaffen, und für mich bleibt es nicht nur meine schönste, sondern sondern auch die einzige Raumschöpfung, die, auf ihre Weise, die Zeit überdauert hat.“

In ebendieser Stadt mit Lichstrahlen den Himmel am 9. November 2014 erhellen zu wollen, ist also ein gewagtes Unterfangen, diesen zu erhellen, wie er auch 1938 in Nürnberg den Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten erhellt war. Und wohl gerade für dieses Erinnern nicht die beste Lösung, auch dadurch, daß auf die stolze Entwicklung des Elektrikmeisters des Massenmorddiktators zurückgegriffen wird, mit der dieser nach 1945 ein Schlupfloch in die Kunst zu finden suchte, um vergessen zu machen, wofür seine Lichtstrahlen …

Für die von NR Mölzer geführte ZZ ist Deserteursdenkmal auf dem Ballhausplatz ein „Kameradenverräterdenkmal“

In der aktuellen Ausgabe der ZZ der identitären Gemein-Schaft setzt Rudolf Moser die Gesinnungslinie gegen das Deserteursdenkmal¹ auf dem Ballhausplatz fort. Dabei erzählt auch Rudolf Moser wieder einmal recht viel darüber, wie in diesem Medium Wahrheit in identitäre Wahrheit umgeschrieben wird. Er schreibt:

„Ein anderer Türkenbezwinger, Prinz Eugen von Savoyen, bekommt auf dem Wiener Heldenplatz neue Nachbarn – das Kameradenverräterdenkmal. Wenn solche Leute gegen die Türken 1664 gekämpft hätten, wäre das Abendland längst islamisch, aber angeblich drehen die Türken ihre militärischen Niederlagen demographisch noch um[.]“

„Diese Leute“, die nun ein Denkmal auf dem Ballhausplatz in Wien bekommen, waren in der Wehrmacht der nationalistischen Massenmorddiktatur des deutschen reiches und wurden beispielsweise sogar nach Kriegsende noch von der NS-Justiz wegen Desertion ermordet, wie hier bereits berichtet wurde, weil sie nach der Kapitulation nicht mehr kämpfen wollten und damit eigentlich befehlsmäßig ebenfalls kapitulierten. Aber das ist für Rudolf Moser belanglos. Denn Menschen, die nicht mehr bereit waren, für eine totalitäre Massenmorddiktatur zu morden und zu sterben, sind für ihn nach wie vor „Kameradenverräter“ …

FPÖ - Zur Zeit Kameradenverräterdenkmal

„Niederlagen und angeblichen Untaten“

Aber so großartige und siegreiche Soldaten waren die Kameraden der Wehrmacht, die, so Moser, von „solchen Leuten“ … Zum Glück, zum Glück muß gesagt werden. Zum Glück. Denn sonst wäre Deutschland, wäre Österreich, wären weite Teile Europas heute noch unter der brutalen und grausamen Herrschaft der nationalistischen Massenmord- und Massenverbrechensdiktatur des deutschen reiches … So haben zum Glück die moserischen „verratenen Kameraden“ keinen Endsieg, sondern den Untergang dieses totalitären Regimes erkämpft. Fraglich, ob die von Rudolf Moser verteidigten Kameraden 1664 es geschafft hätten, das „christliche Abendland“ erfolgreich zu verteidigen. Weshalb hätte es ihnen 1664 nicht ebenfalls gelingen sollen, was ihnen 1945 gelang? Besiegt zu werden, kapitulieren zu müssen, unterzugehen. Zum Glück, gelang den moserischen Kameraden nichts anderes als der Untergang.

Schon der erste Absatz von Rudolf Moser zeigt, woher der Wind gesinnungsgemäß weht, aus den revisionistischen kalten Kellern …

„Demutsvoll und reumütig gedachten wir auch im Jahre 2014 all unserer historischen Niederlagen und angeblichen Untaten.“

Ironiefreie Welt von Krone und Zur Zeit

Ironiefreie Scholle von „Zur Zeit“ und „Kronen Zeitung“.

„Und angeblichen Untaten“ … Welche „Untaten“ für Rudolf Moser wohl bloß „angebliche“ sind? Er wird gesinnungsgemäß nicht an jene der nationalistischen Massenmorddiktatur als „angebliche“ gedacht haben, wahrscheinlich wird er an Prinz Eugen² gedacht haben, und es als ungeheuerlich empfinden, daß diesem „Türkenbezwinger“ Untaten nachgesagt werden, er es nicht verstehen wird können, daß eine solche Geschichtsverfälschung mit Prinz Eugen getrieben wird, wo es doch die eine identitäre Geschichtsschreibung gibt, eine Art Weißbuch, beginnend mit Prinz Eugen bis herauf zu …

Prinz Eugen - Rudolf Moser

„Meldet der versierte Schlächter über das Gemetzel“

PS Das gewählte Personal der identitären Gemeinschaft ist auch in der aktuellen Ausgabe 41 vom 10. Oktober 2014 wieder zahlreich vertreten, NR Wendelin Mölzer, Manfred Haimbuchner, NR Mario Kunasek, HJennewein³ umkränzen den Beitrag von Rudolf Moser, Major der Reserve …

¹ Zur Zeit: Deserteursdenkmal: „Schandmal – Proletarisches Gedankengut übelster Sorte“

² Prinz Eugen und Johann Gudenus

³ Verbotsgesetz und Wahlen – Parallelwahlschaft der freiheitlichen Gemein-Schaft in Österreich

Eisenstadt und Klagenfurt – Ein Vergleich zu Lasten Kärntens

Ein Spaziergang durch Eisenstadt, bei einer Rast vor dem Landhaus, brachte wieder die Erinnerung an die Tafeln in Klagenfurt, genauer, die Erinnerung daran, daß es wieder eine ganze Weile her ist, die Nachricht vom Landeshauptmann von Kärnten erhalten zu haben, er habe es an den Landtagspräsidenten weitergeleitet – zur Erledigung? Also zum Tätigwerden? Endlich die unseligen Tafeln im Kärntner Landhaus entfernen zu lassen?

Ein Vergleich zu Lasten KärntensEs ist bald wieder ein Jahr her, die Nachricht vom Landeshauptmann erhalten zu haben. Ohne in Klagenfurt gewesen zu sein, darf angenommen werden, die zwei Tafeln wurden nach wie vor nicht entfernt. Sollte es in diesem Jahr dennoch passiert sein, wäre das sehr positiv. Aber, wer Kärnten kennt, weiß, so schnell ändert sich dort nichts. Deswegen darf, auf bloßen Verdacht hin, geschrieben werden, die Tafeln hängen wohl immer noch schwer …

Landhäuser Eisenstadt - KlagenfurtWie anders hingegen ist es in Eisenstadt, im Burgenland. Dort sind im Landhaus gänzlich entgegengesetzte Tafeln angebracht.

Eisenstadt - KlagenfurtEs müssen im kärntnerischen Landhaus, um es nicht mißzuverstehen, als Ersatz keine anderen Tafeln angebracht werden, beispielsweise, wie in Eisenstadt, zum Gedenken an die Opfer der nationalistischen Massenmorddiktatur des deutschen reiches, an die Widerstandskämpfer gegen Faschismus. Sondern bloß Tafeln aus dem kärntnerischen Landhaus entfernt werden. Nur Tafeln entfernt werden, Tafeln mit Worten, die die Gesinnung und Weltanschauung der Täter und der Täterinnen dieses totalitären Regimes weiter an prominenter Stelle schmeicheln und verkünden.

Landhaus Eisenstadt - Landhaus KlagenfurtIn ein paar Tagen ist es ein halbes Jahrzehnt her, daß über diese unseligen Tafeln im Landhaus zum ersten Mal geschrieben wurde. Aber nicht nur das. Bereits damals und immer wieder wurden auch Verantwortliche deswegen direkt angeschrieben. Freilich wurde für keine Sekunde erwartet, daß die damaligen Verantwortlichen aus der identitären Gemein-Schaft die Tafeln abhängen würden. Wer dessen Gesinnung kennt, hätte von ihnen noch mehr Tafeln dieser Art …

Inzwischen sind in Kärnten andere politisch hauptverantwortlich. Aber die Tafeln … Aber Kärnten …

… Lyrik aus der Verherrlichung eines Führers schmückt das Kärntner Landhaus

… Von 2014 wünscht sich das Kärntner Landhaus: Befreit mich endlich von diesen unselig schweren Tafeln

… Für eine neue Zeit sind in Kärnten

… Aber Mares Rossmann spricht, was sie an Nationalgeist einsaugt

PS Die Ehrenbürgerschaft von Oskar Potiorek in Klagenfurt trägt auch nicht dazu bei, den Vergleich zu Gunsten von Kärnten noch …

Einen ostmärkischen NS-Kriegsverbecher läßt NR Mölzer in seiner geführten ZZ verteidigen

Es ist gesinnungsgemäß recht stimmig, wenn, wie in der aktuellen Ausgabe 40, wieder einmal Richard-„Bin ein Ostmärker“-Melisch¹ einen Artikel schreibt, für die ZZ der identitären Gemein-Schaft, in der über das „Wiederbeleben des Faschismus“² nachgedacht wird, und auch über Kooperationen mit den „rechten Kräften Österreichs“. Diesmal schreibt von dem identitären Spitzenpersonal für die ZZ, die ohne dessen Beiträge nicht die „Zur Zeit“ wäre, Landesrat Gerhard Kurzmann und NR Wendelin Mölzer …

Um deren Beiträge soll es hier aber nicht gehen, sondern um einen über jenen „Ostmärker“, dessen Taten heute noch mit einer Gedenktafel gewürdigt werden.

Neben den Beiträgen des identitären Spitzenpersonals³ findet sich in der aktuellen Ausgabe eine Verteidigung von einem Kriegsverbrecher, nämlich von Alexander Löhr, verfaßt von Martin Pfeiffer, Schriftleiter der „Aula“. Eigentlich verwunderlich, daß NR Mölzer sich nicht ebenfalls Schriftleiter nennt, sondern nach wie vor Chefredakteur … Aber vielleicht kommt es zu einer Umbennung, wenn die Zeit dafür wieder unreif geworden sein wird.

Alexander Löhr - Martin Pfeiffer - NR MölzerEs ist gesinnungsgemäß recht stimmig, daß NR Mölzer einen Kriegsverbrecher verteidigen läßt. Als Chefredakteur ist er hauptverantwortlich dafür, wer beispielsweise verteidigt wird, wer nicht verteidigt wird, und als Abgeordneter im Parlament eines demokratischen Staates wiegt seine Verantwortung als Chefredakteur eines Magazins umso schwerer, was er, wie in der Ausgabe 3. Oktober 2014, verteidigen respektive nicht verteidigen läßt. Und es kommt hierbei auch noch entschieden auf das Wie an. Und dieses Wie des Schriftleiters ist eine gröbliche Verharmlosung der Geschichte. Es ist gesinnungsgemäß recht stimmig und entspricht ganz der gängigen identitären Praxis, einen Täter, im konkreten Fall einen Kriegsverbrecher, zum Opfer … Wobei die Frage zu stellen ist, wovon wurde Alexander Löhr ein Opfer? Ein Opfer seiner Taten, seiner Verbrechen?

Die gröbliche Verharmlosung der Geschichte kann mit einem Zitat aus der pfeifferischen Verteidigung belegt werden:

„Dabei schreckten sie nicht davor zurück, den General der österreichischen und deutschen Luftwaffe als ‚NS-Massenmörder‘ und ‚Kriegsverbrecher‘ zu diffamieren und ihm die verschiedensten Untaten in die Schuhe zu schieben. In einer in holpristem Deutsch verfaßten Presseaussendung des Grünen Klubs im Parlament behaupteten sie u.a., Löhr sei ‚an der Ermorderungen (sic!) von Partisanen am Balkan beteiligt‘ gewesen. Daß dieses Gesindel völkerrechtswidrig kämpfende Elemente waren und damit keinen Kombattantenstatus hatten, ist der Oberlehrerpartei wohl genauso unbekannt oder gleichgültig wie die Tatsache, daß Löhr von Titos Kommunistenbande abgeurteilt und getötet wurde.“

Ein rechtes Wort für Alexander Löhr in der ZZ von NR MölzerFür seine krude Verharmlosung der Geschichte muß Martin Pfeiffer mit größten Auslassungen arbeiten, er muß beispielsweise unerwähnt lassen die völkerrechtswidrige Bombardierung von Belgrad, oder, auch von Warschau … Ohne diese Auslassungen ist aber keine Ehrenrettung von Alexander Löhr zu haben … Vielleicht sind die Menschen, die etwa in Belgrad lebten und ermordet wurden, für den Schriftleiter auch bloßes …

Welcher Gesinnung die identitäre Gemein-Schaft seit Jahrzehnten treu ergeben ist, dafür findet sich in der pfeifferischen Löhr-Verteidigung auch ein Hinweis:

„Nun entdeckten giftgrüne Tugendwächter in der Wiener Stiftskirche eine Gedenktafel für Fliegergeneral Alexander Löhr. Diese war 1985 – in der Zeit der ersten freiheitlichen Regierungsbeteiligung unter Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager – in der Stiftskaserne angebracht worden.“

Friedhelm-SS-Sturmbannführer-Major-Walter-Reder-Hand-Frischenschlager war es also, der die Gedenktafel …

Wendelin Mölzer - Pfeiffer LöhrEs möchte gar nicht darüber nachgedacht werden, sollte die identitäre Gemeinschaft je wieder in Regierungsverantwortung kommen, in welcher „Manier“ eines untergegangenen Deutschlands welche Denkmäler*, welche „Traditionspflege“, welche „Gedenktafeln“, welcher „Wahnsinn“, welch „geistige[r] Müll“ … Wähler und Wählerinnen sollten jedoch dringend darüber nachdenken, ehe sie wieder der identitären Gemein-Schaft ihr Stimmen … Was von dieser zu erwarten ist, auch darüber gibt Martin Pfeiffer mit seinen Unterstellungen und seiner Projektion recht offen Auskunft, wenn er schreibt:

„Daß Grüne nichts für Traditionspflege und das Andenken an die Gefallenen unseres Volkes übrig haben, ist hinlänglich bekannt. Sie betreiben lieber einseitige Vergangenheitsbewältigung mit dem Ziel, aus der eigenen Geschichte ein Verbrecheralbum zu machen und der autochthonen Bevölkerung den aufrechten Gang in gebückter Haltung zu verordnen. Am liebsten würden sie in DDR-Manier die Innenstädte mit Antifa-Gedenktafeln vollpflastern, wie das jahrelang in Graz der Fall war, bis FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio diesem Wahnsinn ein Ende gemacht und die Abbruchverfügung für diesen geistigen Müll erlassen hat.“

¹ „Bin ein Ostmärker“

² „Wiederbeleben des Faschismus“

³ Die ZZ des identitären NR Wendelin Mölzer

* Deserteursdenkmal: „Schandmal – Proletarisches Gedankengut übelster Sorte“

He.-Chr. Strache fleht Innenministerin verzweifelt an, an seiner Statt konsequent durchzugreifen

He.-Chr. Strache dürfte gar keinen Einfluß auf das freiheitliche Medium haben. Anders kann es gar nicht verstanden werden, wenn er am 10. September 2014 die Innenministerin flehend fragt, wann werde sie endlich konsequent durchgreifen. Und konsequentes Durchgreifen, das ist auch dem hilflosen He.-Chr. Strache klar, ist notwendig, wenn es im freiheitlichen Medium solche Drohungen gibt, als wären sie das Amen zu den unzensurierten Kommentaren:

„Man muss den beteiligten korrupten ‚Politikern‘ klarmachen, dass in nicht allzu ferner Zukunft der Laternenorden am Hanfband auf sie warten wird, wenn sie ihre verbrecherische Tätigkeit fortsetzen …“

He-Chr Strache - Unzensuriert - Hilfreruf nach EingreifenDas wurde am 9. September 2014 geschrieben, und bleibt im freiheitlichen Medium veröffentlicht, erhält Zustimmung. Und am 10. September 2014 verlinkt He-Chr. Strache zu diesem freiheitlichen Kommentar mit seinem verzweifelt fragenden Hilferuf an die Innenministerin.

Erfolglos allerdings. Denn die mörderische Drohung wurde vom freiheitlichen Medium nicht gelöscht. Im Gegenteil. Am 10. September 2014 kam noch die mörderische Sorge hinzu:

„Gibts überhaupt so viele Laternen“.

Auch das bleibt – Ordnung und Gründlichkeit müssen schließlich sein – bleibt veröffentlicht, und erhält Zustimmung.

Gesinnungsgemäß hat He.Chr. Strache die Innenministerin nicht wegen dieser Kommentare hilflos fragend angefleht, sondern wegen des Hauptkommentars vom 9. September 2014 in diesem freiheitlichen Medium unter der Überschrift „Hassprediger ruft in Wiener Moschee zum Dschihad auf“. Wegen der morddrohenden Begleitkommentare die Innenministerin anzurufen, wäre auch einigermaßen absurd. Darüber müßte ein Obmann mit seinen gemein-schaftlichen Kameraden von der „Unzensuriert“ endlich klar und deutlich reden, oder seine Kameradin im Parlament, die einmal Bundespräsidentin in Österreich werden wollte und jetzt „Unzensuriert“-Kolumnistin ist, endlich ersuchen, sich darum zu kümmern, daß solche Kommentare nicht mehr veröffentlicht werden und veröffentlicht bleiben.

Aber es scheint freiheitlichen Funktionären und Mandatarinnen kein Anliegen zu sein, gegen dieses Herbeischreiben einer von Mord und Totschlag beherrschten Gesellschaft aufzutreten, wie auch die ebenso aktuelle und ebenso ignorierende Reaktion eines weiteren freiheitlichen Mandatars auf den Kommentar „Umlegen dieses Buben“ zeigt.

Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft

Hamed Abdel-Samad: „Und wie immer ist es einfacher, den Grund für dieses Scheitern nicht bei sich selbst zu suchen, sondern einem ominösen Feind zuzuschieben.“

Sonderbar daran ist allerdings eines, daß die freiheitliche Gemein-Schaft, von He.-Chr. Strache aufwärts, derart gegen ihre Brüder und Schwestern im Geiste Sturm laufen. Einen weltanschaulichen Unterschied festzustellen, fällt doch recht schwer, werden freiheitliche weltanschauliche Positionen, um dafür ein aktuelles Beispiel zu bringen, mit den negativen Gebeten des in die Wüste geflüchteten und von der österreichischen gutter press zum „Rockstar“ hochgeschriebenen jungen Erwachsenen aus der Donaustadt verglichen … Der Unterschied scheint bloß der Name des Führers zu sein – für die einen heißt er Gott, für die anderen Allah. Jedoch, Führer können gewechselt werden. Wie aus der Vergangenheit bitter erinnerlich, die gerade den Kameraden und Kameradinnen der freiheitlichen Gemein-Schaft allzu gut bekannt ist, auf die sie mit recht verklärtem Blick … Gott und Allah können zu einem Führer verschmelzen und dann wird, wie aus der Vergangenheit bekannt, unter einer gemeinsamen Fahne des verschmolzenen Führers wieder mörderisch marschiert. Wird an die Zukunft gedacht, ist das eine äußerst gruselige Vorstellung. Und dagegen gilt es aufzutreten, gegen diese Weltanschauungen derer, die ihren Führer Gott nennen, gegen diese Gesinnungen derer, die ihren Führer Allah nennen.

Freiheitliche Gemein-Schaft: Politischer Kampf und Gesinnungsleben für die „Braunen“ von Südtirol

Freiheitliche Gedenkschrift für TerroristenWerner Neubauer, freiheitlicher NR, hat, berichtet das freiheitliche Medium, eine Gedenkschrift verfaßt, für einen „Freiheitskämpfer“, eine Broschüre über die „bewegten Jahre des Freiheitskampfes der sechziger Jahre“ in Südtirol. Eine Gedenkschrift für einen Bauern, „der sich als einer der verdientesten Freiheitskämpfer ausgezeichnet …“

Südtirol - Eines der steuergeldfinanzierten freiheitlichen SteckenpferdeWie lange müssen Steuerzahler und Steuerzahlerinnen in Österreich noch für freiheitliche Steckenpferde zahlen? Es mag ja sein, daß Werner Neubauer diese verklärende Gedenkschrift in seiner Freizeit geschrieben hat und nicht in den Sitzungen des österreichischen Parlaments. Zugleich aber ist es eine Tatsache, daß die freiheitliche Gemein-Schaft für ihre Steckenpferde Steuergeld verschwendet, ihre Steckenpferde in ihrer steuergeldfinanzierten Zeit reitet, etwa durch parlamentarische Anfragen, wie sie auch Werner Neubauer mit seinen Kameraden zu diesem „Freiheitskämpfer“ und dessen Ermordung einbrachte. Es mag auch sein, daß Martin Graf in seiner Freizeit nach Südtirol fuhr – seinerzeit in seiner Zeit, aber er trat, denn ein Inhaber von einem der höchsten Ämter des Staates bleibt das auch in einer seiner Freizeit, als III. Präsident NR auf, um einem Attentäter die Ehre zu erweisen, weil er für ihn auch ein „Freiheitskämpfer“ war, wie nachgelesen werden kann in Dr. Martin Graf fährt nach Südtirol, um einem verurteilten Attentäter zu gedenken.

Neubauer - Kerschbaumer - SüdtirolGegen diese freiheitliche Verklärung wird beispielsweise empfohlen zu lesen, was Claus Gatterer 1964 in „Die Zeit“ schrieb unter dem Titel: „Die ‚Braunen‘ von Südtirol – Hinter den Bombenlegern stehen neonazistische Gruppen“. Aber es ist nicht nur etwas über die Terroristen zu erfahren, sondern auch sehr viel über die freiheitliche Gemein-Schaft.

Burger - Südtirol - StracheUnd wenn Ihnen der in diesem Artikel oft genannte Norbert Burger noch irgend etwas sagen sollte, irgendwie in Erinnerung sein sollte, dann wissen Sie, daß dieser Artikel auch davon erzählt, daß es in der freiheitlichen Gemein-Schaft seit damals im Grunde nichts bewegt hat, wofür auch He.-Chr. Strache exemplarisch steht, mit seinem Südtirol-Steckenpferd, mit seinem einst „familiären Verhältnis zum Vater seiner damaligen Verlobten, Norbert Burger, dem Gründer der österreichischen Nationaldemokratischen Partei (NDP), die 1988 wegen NS-Wiederbetätigung verboten worden war.“ Aber in diesem Artikel werden Sie auch von der Burschenschaft Olympia lesen, ja, das ist jene, die mit Martin Graf enorme mediale Aufmerksamkeit … Ein paar Stellen aus diesem Artikel wurden in die Collage aufgenommen, aber auch das Zitat über das „familiäre Verhältnis“ von He.-Chr. Strache zu Norbert Burger. Zitiert allerdings aus „Metapedia“, weil „Wikipedia“ gar so „deutschfeindlich“, wie nachgelesen werden kann in: Extremismus-Experte der freiheitlichen ZZ: „Antirassistische Gymnasiasten KZ-Leiter von morgen“

Ein Denkmal im Schloß Belvedere für die ermordeten Tiere des Top-Killers Franz Ferdinand Habsburg

Wie in der Collage

Christoph Schönborn über die Liebesheirat des Top-Killers Franz-Ferdinand Habsburg mit seinen über 270.000 Kugelejakulationen

gelesen werden kann, hat Günter Traxler sich bereits kurz, also mehr als angemessen mit dem schönbornschen Schreibgang vom Bibelacker zur Liebesheirat beschäftigt – hinzuzufügen ist vielleicht noch die Frage, ob bald mit einem Roman von Christoph Schönborn gerechnet werden darf, der ihn weihen wird zur Rosamunde Pilcher der Kardinäle …

Mehr als 270 Tausend Kugelergüße des Top-Killers Franz Ferdinand Habsburg

Christoph Schönborn über die Liebesheirat des Top-Killers Franz-Ferdinand Habsburg mit seinen über 270.000 Kugelejakulationen

Und auch noch, wer die schönbornsche Ergebenheit und Dankbarkeit gegenüber dem Haus Habsburg kennt, wird darüber nicht überrascht sein, zu lesen, mit wie viel Wärme er über Franz Ferdinand Habsburg zu schreiben versteht …

Aber das soll heute nicht Inhalt sein. Sondern das hunderttausendfache „sinnlose Blutvergießen“ des Franz Ferdinand Habsburg.

Gerede und Geschreibe von Christoph Schönborn

Von Christoph Schönborn: Requiem für Franz Ferdinand Habsburg, Top-Killer; Schweigen für Tiere

Gänzlich kann dabei Christoph Schönborn nicht ignoriert werden. Denn sein Gerede und sein Geschreibe zum Krieg von 1914 bis 1918, über das „sinnlose Blutvergießen“, über die – geradewegs, als wäre es ein namenlosen Verbrechen gewesen – „Urkatastrophe“, sein Requiem für Franz Ferdinand Habsburg, seine Einladung an die anderen leitenden Angestellten seines Organisierten Glaubens, an den „Kriegerdenkmälern, die es in allen Städten und Dörfern gibt, der Opfer des 1. Weltkriegs zu gedenken“, haben in Verbindung mit dem Artikel über die „Flachland-Wilderer in der Lobau“ die Idee geboren, es ist Zeit, ein Denkmal für die Opfer des „Top-Killers, wie ihn Peter A. Krobath in seinem Ausstellungsbericht tituliert, zu errichten, im Schloß Belvedere, also dort, wo Franz Ferdinand Habsburg irgendwo sein Büro hatte.

Es ist schon zu hören, ja, von heute aus gesehen, aber damals … Nein, auch damals wurde gewußt, was Jagd heißt. Franz Ferdinand Habsburg wußte also, was er tat. Er litt nicht Hunger, er mußte nicht in Notzeiten in die Lobau zum Wildern. Er tötete aus Vergnügen, aus Obsession, aus Sadismus, aus Herzenskälte, zur Lobpreisung Gottes, im Auftrage der Vorsehung, die Jagd sein Fetisch – aus einer giftigen Mischung aus alledem … einerlei, was ihn dazu trieb, die psychologischen Gründe für sein Blutvergießen interessieren nicht. Tatsache ist, daß er mit seinen über 270 Tausend ermordeten Tieren ein Massenmörder war. Er war ein Jäger, und deshalb kann er als Jäger in den Worten von Wilhelm Dietler, einem deutschen Philosphieprofessor und Autor aus dem 19. Jahrhundert, erschöpfend beschrieben werden:

„Es gibt nämlich viele Jagdliebhaber, die wirklich zum Morden und Bösen abgehärtet sind – abscheuliche Ungeheuer, lechzend nach Blut, gewohnt an Jammergewinsel, denen es nie gefällt, als unter lärmenden, berauschenden Lustbarkeiten. Andere haben durch das Rohe ihrer Erziehung und Lebensart Geschmack an der Jagd bekommen, und zwar nicht nur Jäger von Profession, sondern manche Landjunker und andere dergleichen, welche – ohne eine vernünftige, menschliche Beschäftigung gelernt zu haben, ohne Nachdenken – ihre Zeit nicht anders zu töten wissen, als durch Jagd.“

Franz Ferdinand Habsburg war ein Jagdliebhaber. Jäger sind nach Blut lechzende Ungeheuer. Franz Ferdinand Habsburg war ein nach Blut lechzendes Ungeheuer.

Es könnten noch viele Zitate angeführt werden, um zu zeigen, wie sehr die Jagd, das Morden von Tieren durch die Jahrhunderte scharf verurteilt wurde, und wenn Franz Ferdinand Habsburg kein gänzlich Bildungsferner gewesen war, wird ihm das bekannt gewesen sein, und wer dann mit diesem Wissen noch weiter auf die Jagd geht, weiter Tiere mordet, noch dazu in dieser wahnsinnig zu nennenden Dimension, wie es Franz Ferdinand Habsburg tat, ist – vor so viel Irrsinn kapituliert der Formulierungswille …

Einige Zitate aber doch, um zu zeigen, daß es keine Diskussion der Gegenwart über die Verwerflichkeit der Jagd ist, sondern eine, die es gibt seit …

„Die Jagdwütigen, denen nichts über die Tierhetze geht und die ein unglaubliches Vergnügen zu empfinden meinen, sooft sie den widerwärtigen Schall der Jagdhörner und das Gebell der Meute hören. Fast möchte ich annehmen, dass sie den Hundekot wie Zimtgeruch empfinden! … Wenn sie dann ein Stückchen von dem Fleisch des Wildes kosten, kommen sie sich vollends fast geadelt vor. Während diese Menschen bei ständiger Jagd und Fresserei im Grunde nur ihre eigene Entartung erreichen, meinen sie doch ein königliches Leben zu führen.“
Erasmus v. Rotterdam, niederl. Humanist, Schriftsteller (1465-1536)

„Die Jagd ist nicht die eines denkenden Wesens würdige Beschäftigung. Es steht zu befürchten, dass die Menschen, die sie ausüben, ebenso unmenschlich gegen Menschen werden, wie sie es gegen Tiere sind, oder dass die grausame Sitte, mit Gleichgültigkeit Schmerzen zu verursachen, ihr Mitgefühl für das Unglück ihrer Nebenmenschen abstumpft.“
Friedrich der Große, König von Preußen (1740-86)

„Wenn der Mensch den Tiger umbringen will, nennt man das Sport. Wenn der Tiger den Menschen umbringen will, nennt man das Bestialität.“
Georg Bernhard Shaw, irischer Dramatiker (1856-1950)

„Was immer ein Mensch den Tieren antut, wird ihm mit gleicher Münze zurückgezahlt.“
Pythagoras, griechischer Philosoph und Mathematiker (6. Jh. v. Chr.)

Nun, das müßte einmal an Zitaten genügen …

Denkmal für die ermordeten Tiere des Franz Ferdinand Habsburg - Eine Vorlage

Eine Anregung für ein Denkmal im Schloß Belvedere für die von Franz Ferdinand Habsburg ermordeten Tiere

Wie könnte ein derartiges Denkmal aussehen?

Eine Möglichkeit wäre ein lebensgroßer Franz Ferdinand Habsburg mit einem von ihm erschossenen lebensgroßen Elefanten, aber Franz Ferdinand Habsburg mit aufgesetzter Kaiserkrone und sonst gänzlich nackt, der unentwegt Kugeln ejakuliert … Fehlen darf dem Denkmal nicht eine permanente multimediale Ausstellung, die auf das Elend der Tiere nicht nur durch die Jagd eindringlich aufmerksam macht, ausführlich informiert … Eines der Video etwa, vielleicht mit dem Titel „Franz Ferdinand Habsburg – Schutzpatron der Ungeheuer“, könnte seine hunderttausendfachen Morde dokumentieren …

Krieg – Eine globale Kollaboration

Gerade die Tage der mannigfachen Erinnerungen an den Beginn des von Monarchien herrschaftlich befohlenen und ausgelösten Krieges von 1914 bis 1918, die vielfach als Mahnungen an das Heute formuliert sind, sind dem Zeitpunkt wieder günstig, über eine weitere Absurdität zu sprechen, über einen Trugschluß, über die falsche Sicherheit, es sei ein Krieg unvorstellbar, gerade in Europa, je dichter etwa die wirtschaftlichen Verflechtungen sind. In diese falsche Sicherheit flüchteten nicht wenige auch vor dem Krieg von 1914 bis 1918, wie es beispielsweise aktuell Christopher Clark in seiner Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele kurz ansprach, als er sagte:

„Viele Zeitgenossen wogen sich in Sicherheit: der große Krieg, also ein Krieg zwischen den Großmächten sei unmöglich geworden. Dafür wäre die moderne Welt zu eng durch Handelsbeziehungen und finanzielle Abhängigkeitsverhältnisse transnational vernetzt.“
Was für ein Trugschluß das bereits damals war, vor einhundert Jahren.
Was für ein Trugschluß, was für eine falsche Sicherheit das erst recht heute ist, in einer Zeit, in der das wirtschaftliche und finanzielle, ja sogar das politische Netz transnational noch dichter geflochten ist.
Krieg - Globale KollaborationDie Absurdität des Krieges besteht darin, daß der Krieg als das Trennende zwischen Menschen, die verschiedenen Nationen angehören, erscheint und wahrgenommen wird, und dabei bestätigt der Krieg doch die globale Kollaboration der Menschen … Während auf den Schlachtfeldern jedwedes Krieges die Menschen sich gegenseitig abschlachten, arbeiten alle Menschen auf dieser Erde zusammen und gemeinsam in weltweiten Kooperationen, um all das herzustellen, was der eine Soldat benötigt, um zu morden, was die eine Soldatin benötigt, um ermordet zu werden, was alle Menschen weltweit, die nicht an den Fronten mit dem Morden und dem Ermordet-werden beschäftigt sind, also nicht benötigen, aber gemeinsam schaffen, um als sogenannte Zivilpersonen in jedwedem Krieg ebenfalls geschlachtet zu werden.
Knapper, anschaulicher und eindringlicher wurde über den Krieg als globale Kollaboration bei keinem anderen als Blaise Cendrars noch gelesen. Über die Ausrüstung eines Soldaten. Er schrieb es in seiner Erzählung „Ich tötete“. In einer Erzählung über das Morden im Krieg von 1914 bis 1918.
„Ich bitte um die Ehre, ein Klappmesser zu bekommen. Man verteilt zehn Stück und ein paar grosse Melinitbomben. Darin also gipfelt diese immense Kriegsmaschine. Frauen verrecken in Fabriken. Eine Horde von Arbeitern rackert in den Minen. Wissenschaftler, Erfinder zermartern sich das Hirn. Das ganze wunderbare Wirken der Menschen leistet Tribut. Die Fülle eines ganzen Jahrhunderts Arbeit. Die Erfahrung mehrerer Zivilisationen. Auf der ganzen Welt müht man sich nur für mich. Die Mineralien kommen aus Chile, die Konserven aus Australien, das Leder aus Afrika. Amerika schickt uns Werkzeugmaschinen. China Arbeitskräfte. Das Pferd der Feldküche wurde in den Pampas Argentiniens geboren. Ich rauche einen arabischen Tabak. Im Beutel trage ich Schokolade aus Batavia. Männerhände und Frauenhände haben all das fabriziert, was ich auf mir trage. Die Kollaboration aller Rassen, aller Regionen, aller Religionen. Die ältesten Traditionen und die modernsten Verfahren. Alles aufgewühlt: die Eingeweide des Globus und alle Sitten und Bräuche; man hat jungfräuliche Landstriche geplündert und friedliebenden Geschöpfen ein schändliches Handwerk beigebracht. Ganze Länder wurden in einem Tag umgepflügt. Das Wasser, die Luft, das Feuer, Elektrizität und Röntgenstrahlen, die Akustik, Ballistik, Mathematik, Metallurige und Mode, die Kunst, der Aberglaube, die Lampe, die Reisen, der Tisch, die Familie, die Universalgeschichte, all das ist in jene Uniform, die ich trage, eingewoben. Frachter überwinden die Ozeane. Unterseeboote tauchen. Züge rollen. Lastwagenkolonnen donnern. Fabriken explodieren. Die Menschenmenge der Metropolen stürzt in die Kinos und reisst sich um Zeitungen. In der Tiefe der Felder säen und ernten die Bauern. Seelen beten. Chirurgen operieren. Financiers raffen. Patentanten schreiben Briefe. Tausend Millionen Individuen haben mir ihr ganzes Geschäft eines Tages gewidmet, ihre Kraft, ihr Talent, ihr Wissen, ihre Intelligenz, ihre Gewohnheiten, ihre Gefühle, ihr Herz.“

Christopher Clark in Salzburg – Eine typische österreichische Besetzung

Allmählich wird begriffen, weshalb Christopher Clark vor allem in gewissen Kreisen einen recht bevorzugten Ruf mittlerweile genießt, er offensichtlich auch schlafwandlerisch als Festredner der heurigen Salzburger Festspiele gefunden und verpflichtet wurde, von dafür verantwortlichen Menschen, die eine österreichische Vergangenheit träumen, die ihnen als Wirklichkeit …

Gavrilo Princip - Stirbt 1918 in Theresienstadt an Tuberkolose und Misshandlung

„Gavrilo Princip starb am 28 April 1918 in Theresienstadt an den Folgen von Tuberkulose und Mißhandlung. Er wog gerade noch 40 Kilogramm.“

Christopher Clark blendet in seiner Festrede alles aus, was unangenehm sein könnte, für Österreich, als wäre er ein Österreicher des Jahres 1945, als ginge es noch einmal darum, die österreichische Unabhängigkeitserklärung in der Blaimschein-Villa zu schreiben, die Österreich bestätigt, für nichts verantwortlich je gewesen und zu sein, nichts gewußt zu haben und je nichts zu wissen …

Von daher freilich war Christopher Clark am letzten Sonntag die idealtypische Besetzung, sonst aber eine Fehlbesetzung. Es wurde auch die falsche Vortragsform gewählt. Statt dem Publikum, unter dem sich die sogenannten hohen und höchsten Spitzen des Staates befanden, eine Rede hören zu lassen, hätte dem Publikum beispielsweise ein Comic gezeigt werden können, menschgemäß nicht von Christopher Clark, sondern die illustrierte Geschichte über Gavrilo Princip von Henrik Rehr.

Aus dieser illustrierten Geschichte hätte das Publikum das erfahren können, was Christopher Clark in seiner Festrede verschwieg, mehr, beschönigte, noch mehr, die Schuld abwälzte, die Schuld abwälzt auf die jungen Männer und

„diese sieben jungen Männer – das waren sehr junge Männer: die alle enthaltsam in ihrem Lebenswandel waren, reich an Idealen und arm an Erfahrung, geprägt von jener naiven Ernsthaftigkeit, die den idealen Nährstoff für alle terroristischen Bewegungen bildet. Radikalisiert wurden diese Männer durch ein irredentistisches Milieu, welches durch einen regelrechten Todeskult gekennzeichnet war, durch eine quasi religiöse Verherrlichung der Selbstaufopferung, der Rache und des Attentats.“

Gavrilo Princip war 1908 gerade einmal vierzehn Jahre alt – von diesem einen Jugendlichen prägenden Vorlauf kein Wort in der festlichen Rede des Christopher Clark -, als Franz Joseph Habsburg sich terroristisch Bosnien-Herzegowina zu seinem sechzigjährigen Amtsjubiläum schenkte. In welchem Milieu wurde etwa ein Franz Joseph Habsburg, ein Oskar Potiorek, ein Franz-Conrad von Hötzendorf radikalisiert, mit deren Verherrlichung der Fremdopferung, der Rache und des Attentats, radikalisiert durch ein Milieu, welches durch einen regelrechten Todeskult gekennzeichnet war, dessen Hohepriester mit Garantie für ihr Leben und für ihre kriegsunversehrten Körper in prachtvollen Schlössern mit übervollen Speisekammern sie waren

„Alle enthaltsam in ihrem Lebenswandel“, so Christopher Clark; wie „enthaltsam“ Gavrilo Princip tatsächlich war, kann heute nicht mehr seriös und redlich beantwortet werden, denn Jelena Milisic kann nicht mehr über ihre Beziehung zu ihm befragt werden …

Diese Festrede bestätigt eindrücklich die Aussage von Gerd Krumeich über Christopher Clark in dieser konkreten Angelegenheit:

„Ich schätze ihn sehr. Er ist ein exzellenter Historiker, aber sein Buch ist eine riesige Entschuldigungsgeschichte für Deutschland und Österreich. Für Clark sind die Serben, die Russen und die Franzosen viel mehr Bösewichte als die Deutschen, für die er sehr viel Verständnis und viele – allzu viele – Entschuldigungen hat. Clark unterschätzt den österreichischen Entschluss, mit Serbien Krieg zu führen, und die deutsche Bereitschaft, die Krise zum Test auf den Kriegswillen Russlands zu nutzen, vollkommen. Deshalb hat er ja so einen Erfolg in Deutschland. Endlich ist jemand gekommen und hat die Deutschen von der Kriegsschuld freigesprochen – so sehen die Reaktionen der Medien und des Publikums leider häufig aus.“

In dieser konkreten geschichtlichen Angelegenheit tritt Christopher Clark nicht nur wie ein Österreicher des Jahres 1945 auf, sondern auch wie ein Geschichtsschreiberlakai der Potioreks, der Hötzendorfs, der Habsburger, mit einem Wort, dieses gesamten Milieus, das den idealen Nährstoff für alle Weltkatastrophen bildet …

Für alle Menscheitskatastrophen, die aber nicht wie eine Naturgewalt über die Welt kommen, sondern von ebensolchen Milieus, damals wie heute, vorbereitet, vorangetrieben werden, von solchen Potioreks, Hötzendorfs und Konsorten also, damals wie heute, und sie finden immer einen Clark, der sich selbst anstellt, um ihre Geschichte zu schreiben, wie sie ihnen angenehm ist …

In seiner Festrede erscheint der Krieg von 1914 bis 1918 aber wie eine unabwendbare Naturkatastrophe, wenn er von der „Urplötzlichkeit“

„Und wir dürfen schließlich auch die Urplötzlichkeit dieses Krieges nicht vergessen. Viele Zeitgenossen wogen sich in Sicherheit: der große Krieg, also ein Krieg zwischen den Großmächten sei unmöglich geworden. Dafür wäre die moderne Welt zu eng durch Handelsbeziehungen und finanzielle Abhängigkeitsverhältnisse transnational vernetzt. ‚Für uns‘ schrieb der Budapester Graphiker Béla Zombory-Moldován, der im Sommer 1914 eingezogen wurde, ‚war der Krieg ein Anachronismus. Bis er uns unmittelbar bevorstand, betrachteten wir ihn als eine Absurdität.’“

„dieses Krieges“ redet und dafür sich einen Zeugen findet. Aber er hätte auch wen anders als Zeugen aufrufen können. Zum Beispiel Viktor Matejka, der einmal davon sprach, als Zeitzeuge, wer genau hinschaute, genau hinhörte, in Österreich, konnte schon das Jahr 1900 als den Beginn der Vorbereitungen auf diesen Krieg von 1914 bis 1918 ausmachen. Freilich, die clarksche Entschuldigungsoffensive wäre damit nicht in Gang zu bringen gewesen …

Um abschließend einen Eindruck zu vermitteln, was am letzten Sonntag dem Publikum in Salzburg entgangen ist, ein paar Bilder noch aus der illustrierten Geschichte von Henrik Rehr, die in diesem Jahr in Belgien erschienen ist. Eine deutschsprachige Ausgabe liegt noch nicht vor. Aber vielleicht findet sich ein Verlag in Deutschland, eher noch als in Österreich, der diese illustrierte Geschichte in deutscher Sprache herausbringt …

Franz Josef Habsburg braucht keinen Beweis

„Ich habe keinen Beweis nötig, nur eine Entschuldigung.“

 

Franz Josef Habsurg schekt sich Bosnien-Herzegowina

„Sarajevo, 7 Oktober 1908. Österreich hat Bosnien-Herzegowina annektiert. Die Österreicher sind schamlos gierig nach Macht und Land. Auf die Straßen!“

Jelena Milisic

„Jelena Milisic überlebte den Weltkrieg und wurde Lehrerin an einem Gymnasium in Sarajevo. Sie sprach selten über ihre Beziehung zu Gavrilo Princip.“

 

Gavrilo Princip und Franz Ferdinand Habsburg werden geboren

„Erzherzog Franz Ferdinand von Habsburg wird am 18 December 1863 als ältester Sohn von Karl Ludwig, dem Bruder des Kaisers, geboren. Der 13. Juli 1894 war der Tag des heiligen Gabriel. Deshalb wurde der Junge Gavrilo genannt.“

 

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Christopher Clark in Salzburg

Henrik Rehr - Krieg 1914-1918

„15.000.000 Menschen starben in dem großen Krieg, von denen waren 1.260.000 Serben oder 28% der serbischen Bevölkerung.“

PS Nach einer heute, 30. Juli 2014, zugegangenen Information, scheint eine deutsche Ausgabe bereits in Vorbereitung zu sein, die ab September 2014 lieferbar sein soll, wie der PPM-Medienvertrieb auf seiner Webpage schreibt: „Wie jemand zum Attentäter wird. Die Welt des Gravilo Princip“.