Wochenblickkanzler

Von manchem Menschen wird, um seinen Blick zu beschreiben, aus Erfindungsmangel Zuflucht bei einem Tiervergleich genommen, etwa gesagt, er habe einen Dackelblick. Bei dem zurzeitigen Vizekanzler in Österreich muß nicht – auch wenn sich das aufgrund der recht großen Tierliebe in dieser zu einer recht besonderen Gesinnungsschaft zugehörigen Familie  anböte – auf einen Tiervergleich zurückgegriffen werden, um seinen Blick zu beschreiben.

Der zurzeitige Vizekanzler in Österreich hat den Wochenblick.

Und was sieht der zurzeitige Vizekanzler mit seinem Wochenblick?

Der zurzeitige Vizekanzler, der von sich sagt, er sei „Kanzler“ halt mit einem „Vize“ davor, sieht mit seinem Wochenblick eine Studie, der Wochenblickkanzler sieht also eine Studie, die bereits rund neun Jahre alt ist, eine Studie,  die vor bald neun Jahren veröffentlicht wurde und also seit fast neun Jahren öffentlich bekannt ist.

Aber der Wochenblickkanzler braucht rund zehn Jahre, um auf eine Studie zu reagieren. Und gäbe es Wochenblick nicht, hätte er wohl nie so schnell, also schon nach neun Jahren von der Studie erfahren. Das hätte bedeutet, eine Peinlichkeit für das Land Österreich weniger. Andererseits, auf eine Peinlichkeit mehr der vielen Peinlichkeiten, die das Land Österreich fortwährend ausgesetzt ist, für die jene verantwortlich sind, die ihn zum Vizekanzler machten, kommt es auch nicht mehr an.

Aber es gibt Wochenblick. Und somit bleibt auch diese Peinlichkeit nicht erspart. Nun eine Peinlichkeit für das Land Österreich, vor neun Jahren wäre es nur eine für ihn und seine Partei, nein, da wäre es  – im Grunde wie jetzt auch – nichts gewesen, weil es Wochenblick noch nicht …

„Ohne Worte! Die bisher medial verschwiegene Studie von Migrations-Lobbyisten schockiert: Für die EU wurde berechnet, dass Österreich 75 Millionen und Deutschland sogar mehr als 274 Millionen (!) Menschen möglicherweise beherbergen könnten!

Man ist fassungslos über so einen dokumentierten relalitätsfremden Studien-Wahnsinn, welcher von der EU beauftragt und bezahlt wurde.

Ich empfehle auch jedem die Studie auf der Website der EU-Kommission
nachzulesen und allen Realitätsverweigerern zu schicken:
https://ec.europa.eu/…/final_report_relocation_of_refugees_…“

Es kann die Empfehlung des Wochenblickkanzlers vom 14.12.18 nur bekräftigt werden, diese Studie zu lesen, also wirklich zu lesen, um aus erster Hand zu erfahren, wie auch diesmal eine Studie gesinnungsgemäß mißbraucht, wie eine Studie gesinnungsgemäß absichtlich falsch und zum Teil wohl auch aus Auffassungsmangel gelesen und gesinnungsgemäß mißbräuchlich gedeutet, nicht nur vom Wochenblickkanzler, dem möglicherweise es schon genügt, was Wochenblick darüber schreibt, der mit größter Wahrscheinlichkeit darauf setzt, daß niemand die Studie, trotz seiner Empfehlung, tatsächlich je liest.

Eine rund neun Jahre alte Studie nach ihrem Veröffentlichungsdatum und nach ihrer Entstehungszeit eine rund zehn Jahre alte Studie , das heißt, eine aufgrund ihres Alters veraltete Studie wird vom Wochenblickkanzler zum gesinnungsgemäßen Mißbrauch mit rund zehnjähriger Verspätung — ein flottes Kerlchen dieses Väterchen …

Wochenblick fragt also mit neunjähriger Verspätung nach und bekommt zur Antwort, was ohnehin in der Studie seit ihrer Veröffentlichung vor neun Jahren steht, daß es nicht die „Meinung der EU-Kommission“ …

Wochenblick und Wochenblickkanzler sind wahrlich ebenbürtig. Soher kann es nicht überraschen, daß es nicht das erste Kapitel ist, in dem Wochenblick auch vorkommt …

Einen recht besonderen Wochenblick hat auch der für die zurzeitige identitäre Regierungspartei im Europäischen Parlament seinen Stuhl habenden Mann, dem der Wochenblickkanzler (und wer sonst noch vertraut?), wohl auch bei der Auswahl seiner Lektüre …

Der Wochenblickkanzler scheint auch weiter an seinen Erinnerungen zu arbeiten – das ist auch Arbeit, doch, doch –, wenn er sagt, er sei ja „Kanzler“, halt mit einem „…“ davor … in ein paar Jahren, wenn er längst nicht mehr „…“ und halt auch ohne „…“ davor sein wird, wird er wohl erzählen, er sei „…“ doch gewesen und ehe er das gewesen, sei er „zehn Jahre Sportstadtrat“ in Wien gewesen …

Zehn muß ihm magische Zahl sein. Zehnjährige Verspätung, um auf eine Studie zu reagieren, zehn Jahre etwas gewesen zu sein, das nur ihm seine Erinnerung erzählt — kurz: ein Mann der Realität ganz und gar.

hc strache - wochenblickkanzler mit wochenblick

„Wenn ich je begriffen hätte, daß ich bloß ein Faschhelfer bin, nie hätte ich zu schreiben begonnen.“

Das hat er nicht wörtlich gesagt, aber es könnte – es gibt die Momente der Schwäche im Schreiben eines Romans, in denen einer Figur nachgegeben wird, nur weil sie darauf beharrt, mit ihrem Abhauen aus dem Roman droht, wenn sie das nicht von sich geben kann, was sie von sich geben will, nicht ein Zitat erfinden kann, wie dieses:

„Wenn ich je begriffen hätte, daß ich bloß ein Faschhelfer bin, nie hätte ich zu schreiben begonnen.“

Diese Figur macht es dann doch leicht ihr nachzugeben. Oder sie legt für das Nachgeben einen besonders schmackhaften Köder aus. Immerhin erklärt sie ja das Zitat sogleich für erfunden und führt das auch aus.

Das hat er nicht wörtlich gesagt, aber es könnte  daraus abgeleitet werden, daß er sich ausgerechnet Walter Hallstein aussucht als seinen Kronzeugen für eine „europäische Republik“.

Walter Hallstein: „Immer Musterschüler.“ Das ist eine Schlagzeile vom „Spiegel“ über Walter Hallstein vom 27. März 1951. Immer Musterschüler, das heißt zuerst Musterschüler für Hitler, dann Musterschüler für Adenauer …

Mit Walter Hallstein also für eine europäische Republik einzutreten, heißt, jenen nur zu helfen, die behaupten, die Europäische Union sei ohnehin nichts anderes als …

Es will hier gar nicht ausgeführt werden, was alles gegen die Europäische Union vorgebracht wird, von Menschen unterschiedlichster politischer Orientierung, geeint aber in der Ablehnung der Europäischen Union, die einen gemeinsamen Kronzeugen für ihre Ablehnung der Europäischen Union und deren Weiterentwicklung aufrufen, nämlich den hitlerischen und adenauerischen Musterschüler von Robert Menasse, der auch ihm zum buchstäblichen, wenn auch nicht zum wörtlich zitierenden Kronzeugen …

Das Internet ist übervoll von den die Europäische Union und deren Weiterentwicklung Ablehnenden, die dafür ausgiebig über Walter Hallstein berichten, ihnen Walter Hallstein für ihre Ablehnung herzuhalten hat. Vieles davon, was von den Ablehnenden als Beweise vorgelegt wird, scheint äußerst fragwürdig, sehr zu hinterfragen zu sein. Die Technik dafür ist recht bekannt, alles so lange zu montieren, bis darüber geschrieben werden kann: „Das ist die Wahrheit.“

Robert Menasse und Ulrike Guérot schreiben in einem Artikel unter der Schlagzeile „Es lebe die europäische Republik!“ von den „Träumern“. Was, wenn Walter Hallstein nur weitergeträumt hat den Traum, den es auch für das das deutsche reich gab: vom „neuen Europa“, wie Joseph Goebbels beispielsweise, der einem seiner Artikel diese Schlagzeile gab?

Walter Hallstein soll im Juni 1938 in Rom gewesen, und dann war er wieder in Rom,  allerdings nicht mehr für das hitlerische Massenmordreich, sondern für …

Prädestiniert war der Musterschüler freilich, für alle seine Herren aufzutreten, mit seinen Erfahrungen. Nicht nur in Rom und wieder in Rom, sondern auch in Rostock, wie am 24. Jänner 1939 von einer Zeitung berichtet wird:

„Der Redner des Abends, der Ordinarius der Rechtswissenschaft, Professor Dr. Hallstein, der durch seine vergleichende Forschung in den europäischen rechtspolitischen Verhältnissen reichste Erfahrungen gesammelt hat, behandelte darauf die überaus aktuelle Frage der rechtspolitischen Eingliederung der Ostmark und des Sudentenlandes. Die tiefschürfenden Ausführungen von Professor Dr. Hallstein wurden mit lebhaftem Beifall belohnt. Ein geselliges Beisammensein schloß den Abend. Unter den Ehrengästen befanden sich außer dem Staatsminister u.a.: Oberbürgermeister Volgmann, der Standortälteste Oberst Lieb, Generalarbeitsführer Schroeder, ein Vertreter des Kreisleiters, Kreisorganisationsleiter Degner, SA-Oberführer Behnert, Polizeipräsident Dr. Sommer, Ministerialdirektor Dr. Bergholter, Oberstleutnant von Bleffingh, Warnemünde.“

Welche Bezeichnungen es noch für Walter Hallstein zu finden gibt, ist durchaus aufschlußreich: „Meister der Täuschung“, „Blut- und Ehrenanwalt“ …

Mit solch einer fragwürdigen Person, um es kurz zusammenzufassen, für eine „europäische Republik“ einzutreten, ist äußerst fragwürdig, ist sehr zu hinterfragen. Auf alle Fälle eines: kontraproduktiv. Möglicherweise ist der heutige Zustand der Europäischen Union, den so viele massiv kritisieren, auch darauf zurückzuführen, daß solche Männer wie Hallstein ihren Beginn …

Einmal muß doch noch Adenauer erwähnt werden. Adenauer wußte schon, wen er zu holen hatte. Viele Männer mit Erfahrungen waren um ihn, beispielsweise auch Globke, der gemeinsam mit Stuckart den Kommentar zu den Nürnberger

Wie wenig muß Robert Menasse wohl Vertrauen in seine Überzeugungskraft haben, daß er meint, eine solchen Führungsoffizier dafür zu brauchen, um die Idee einer europäischen Republik … oder er rechnet es sich einfach hoch an, dafür einen Mann ausgegraben zu haben, dessen Name heutzutage nicht mehr breit geläufig ist, außer in jenen Kreisen vor allem, die meinen, mit ihm das Argument schlechthin gegen die Europäische Union und deren Weiterentwicklung oder gar ihre Zerstörung schleudern zu können, um zu glänzen, wie tiefschürfend auch er …

Um zu einem Ende des ernsten Teils zu kommen. Wer sich auf Männer wie Hallstein beruft, ein anderer Schluß kann nicht gezogen werden, will keine europäische Republik.

Das Heitere.

„Guérot sagte WELT, ihr gehe es als Wissenschaftlerin durchaus um das exakte Zitieren. Zu dem damaligen nicht wissenschaftlichen Artikel hätten sie und Menasse Teile beigetragen – aber nicht die Korrektheit der Zulieferung des jeweils anderen überprüft. Sie habe damals ’nicht genug Autorität oder Souveränität gehabt, um dies anzumahnen‘. Im Nachhinein sei es ‚dumm gewesen, das nicht zu überprüfen‘.“

Es wird ihr Menasse wohl zu viel „Autorität“ besessen haben, eine „Souveränität“ ausgestrahlt haben, als stünde Hallstein selbst vor ihr …

Dabei, wie lange ist das schon bekannt, daß er mit Zitaten so seine ganz eigene … aber das muß nicht besonders ausgeführt werden. Es kann nachgelesen werden. In Zeitungen, in Büchern.

Auch das, was besonders erheiternd ist:

Robert Menasse klagte die FPÖ, weil sie von ihm ein Zitat verwendete. Das war 2005. Es kümmert ihn zwar nicht das Wörtliche, aber wenn etwas aus dem Zusammenhang gerissen wird, das bekümmert ihn doch dermaßen, daß er gleich zum Bezirksgericht läuft.

Wie viele Zusammenhänge hat er wohl selbst erst wegreißen müssen, damit er Hallstein endlich zu seinem …

So wirklich heiter aber will es nicht werden, wenn der Name Hallstein fällt. Es kommen mit dem Anfang der Europäischen Union weitere Männer, die für Adenauer ebenfalls fleißig waren, ins Spiel, etwa Abs … etliche Konzerne kommen ins Spiel, oder genauer, Konzerne, die weiter im Spiel bleiben, bis zum Heute. Soher berührt es eigentümlich, wenn ein Symposium zum einhundertsten Geburtstag von Hallstein, dessen Traum vielleicht doch vor allem der Markt war, im „Casino-Gebäude des I. G. Farben-Komplexes“ zu „Die Zukunft der Europäischen Union“ …

Genug nachgegeben, der Figur.

Schluß mit diesem Kapitel, entstanden nur aus einem Moment der Schwäche.

Dennoch kann daraus doch noch ein Nutzen gezogen werden, durch das Unterbringen eines Hinweises. Und durch diesen ist das Kapitel zu Ulrike Guérot doch nicht nur eines aus Furcht davor, eine Figur könnte weglaufen, das, ist zu hoffen, hiermit verhindert werden konnte, sondern auch eines, um ein weiteres Mal an die Tagesordnungen der Konzerne zu erinnern, durch einen Link auf das Kapitel, das von diesen handelt …

Von den Tagesordnungen, die weiter wie je abgearbeitet werden, und auf diesen wie je keine Punkte zum Wohl der Menschen …

Walter Hallstein - Robert Menasse - Ulrike Guérot

Galerie der nicht gelesenen Rezensionen

Nach der Lektüre von „Politik der Feindschaft“ stellt sich die vor langer Zeit getroffene Entscheidung erneut als eine richtig getroffene Entscheidung heraus.

Vor dem Kauf von „Politik der Feindschaft“ wurde keine einzige Rezension dieses Buches gelesen, und also auch nicht die von Klaus Nüchtern, die im letzten Winter, am 18. Dezember 2017, in der „Zeit“ veröffentlicht wurde. Das Nichtlesen dieser Rezension war kein Glück, sondern die Konsequenz aus der vor langer Zeit richtig getroffenen Entscheidung. Nämlich: keine Rezensionen von Klaus Nüchtern zu lesen, vor allem von Klaus Nüchtern. Ein Glück hingegen war es, vor langer Zeit diese Entscheidung getroffen zu haben, und bis zum heutigen Tage konsequent eingehalten zu haben.

Nun, nach der Lektüre von „Politik der Feindschaft“, beim kurzen Anlesen von nüchtern’schen Buchbetrachtungen, kann nur mit Erleichterung festgestellt werden, was für ein Leseglück diese vor langer Zeit getroffene Entscheidung bescherte. Was wäre das für eine Quälerei gewesen, die von Nüchtern positiv betrachteten Bücher zu lesen, was wäre das für ein Verlust gewesen, die von Nüchtern negativ betrachteten Bücher nicht zu lesen.

Wie aktuell das konkrete Beispiel des Buches von Achille Mbembe es eindrücklich aufzeigt.

Die Entscheidung des Nichtlesens von Rezensionen von gewissen Personen, also nicht nur, aber vor allem von Klaus Nüchtern, hat bei Klaus Nüchtern eine Ausweitung erfahren, nämlich auf seine Tätigkeit als Juror des Bachmann-Preises. Was er als Juror für preiswürdig befand, war stets, zwar nicht hauptverantwortlich, aber doch anteilig ausschlaggebend, diese Texte tatsächlich ignorieren zu können.

Wäre also je nach den Betrachtungen von Nüchtern der Kauf und der Nichtkauf von Büchern entschieden worden, es wäre nicht die „Politik der Feindschaft“ erstanden worden. Das wäre menschgemäß kein Unglück gewesen, aber es hätte ein Buch gefehlt, das beitragen kann zum Verständnis der gegenwärtigen Zeit und darüber hinaus vor allem zum Ändern des prekären Weltenlaufs, wie dieser sich gegenwärtig darstellt, nicht nur in Österreich.

Ludwig Wittgenstein schreibt in einem seiner Bücher, es sei als Leiter zu verstehen, auf die hinaufzusteigen sei, um sie dann, die Leiter, wegzuwerfen, wenn es verstanden wurde, Sätze darin auch als unsinnig …

Auch dieses Buch von Achille Mbembe kann als eine solche Leiter verstanden werden. Besser ist es wohl davon zu sprechen, daß es nicht eine Leiter ist, sondern eine solche Leiter aus vielen Sprossen besteht, und eine wichtige Sprosse ist das Buch von Mbembe, um endlich über eine solche Leiter mit diesen Sprossen hinaufzusteigen und über sie hinauszusteigen, hinter sich zu lassen, all das Alte und in Wahrheit lange schon Verweste, all das Denklos-nur-Wiederholte, ob geschrieben oder gesprochen, also auch das von Klaus Nüchtern.

Und zu was hat dieses Buch Klaus Nüchtern bewegt?

Zum Sitzenbleiben.

Zu was sonst? Ein schöngeistiger Stubenhocker kann nur in seinem Schöngeistigen, wie er mit seinem Können halt das Schöngeistige versteht, hocken bleiben, und schön gelangweilt urteilen und ausspeien, was er doch alles von der Welt wisse, oh, was Achille Mbembe schreibt, das hätte er, Nüchtern, ihm alles aus dem Effeff diktieren können, an einem einzigen Nachmittag in Klagenfurt im Café Perstinger, in einer einzigen Pause zwischen den Sitzungen …

Und er, Nüchtern, hätte nichts vergessen, so wie Mbembe: „den Gulag hat er womöglich einfach vergessen.“  Was für ein wesentlicher und berechtigter Einwand von Nüchtern, ganz auf der Höhe österreichischen Denkens, vor allem des in den elitär identitären Kreisen, in denen, fällt beispielsweise das Wort Rechtsextremismus, sofort Linksextremismus hinzugefügt und erhaben verkündet wird, gegen Linksextremismus und Rechtsextremismus zu sein, um dann weiter das eine zu …

Ach, schon der Titel. Nüchtern hätte einen anderen gefunden, keinen, der „eigentlich ein Pleonasmus“ … wie eben der von Mbembe gewählte „Politik der Feindschaft“. Könnte sich Nüchtern bewegen, würde er wenigstens über diese Sprosse hinaufsteigen können, käme er womöglich von der „Politik der Feindschaft“ zur Politik der Freundschaft, vielleicht genau das von Mbembe intendiert … und dann wäre es kein „Pleonasmus“ mehr … Seltsam mutet hierbei nur an, was für ein Gewicht Carl Schmitt in der Welt immer noch hat, sogar für Achille Mbembe, der ihn zitiert. Dafür aber hat Nüchtern kein kritisches Wort übrig, daß Mbembe ausgerechnet den hitlerischen Kronjuristen …

Womöglich wollte Nüchtern nur Mbembe belehren, daß einer von einem anderen Kontinent und mit einer anderen Hautfarbe Carl Schmitt nicht recht verstehen kann, wie beispielsweise einer aus dem schmitt’schen Herkunftskontinent, vor allem was die Frage vom Kern der „Politik“ mit seiner Unterscheidung von „Freund und Feind“ betrifft …

Es könnte noch einiges angeführt werden, einiges aus der nüchternen Betrachtung zitiert werden, damit kein Mensch das sich antun muß, die gesamte Rezension zu lesen, aber das nächste Buch von Mbembe liegt schon griffbereit, um es von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen.

Eines nur, doch noch.

Er, Nüchtern, hätte gerne gehabt: „[…] aber irgendwie würde man doch gerne zumindest einen Hinweis darauf erhalten, wie man wieder rauskommt aus dem ganzen Schlamassel, das da in einem […]“

Kurz zur Geschichte der Lager

Einen Ratgeber also hätte Nüchtern geliefert bekommen haben wollen. Von einem Historiker und einem politischen Philosophen … einen Ratgeber, also etwas Kurzes und schön Schlichtes … Kurzgeber gibt es aber bereits zur Genüge, und viele dieser Kurzgeberinnen sind auch in hoher und höchster politischer Verantwortung, aber die schreiben keine Bücher, von denen er, Nüchtern, dann wenigstens einen Hinweis erhalten würde wollen, mit welchen Handlungen, die zu ihren gegenwärtigen Taten vollkommen entgegengesetzte zu sein haben, sie herauskommen wollen aus dem …

Das Buch „Politik der Feindschaft“ ist kein Ratgeber, kein Kurzgeber, aber eine genaue Beschreibung des gegenwärtigen Menschen auf dem Kontinent mit Schmittuntergrund, und es überrascht nicht, daß die Rezensionen zu diesem ausfallen, wie sie, nüchtern betrachtet, ausfallend …

Nüchtern betrachtet - Galerie der nicht gelesenen Rezensionen

 

Europäische Erklärung

 

Europäische Erklärung 2018Es gibt nun diesen im März ’18 befohlenen Unterschriftenmarsch in Deutschland. Es will zu diesem nicht viel geschrieben werden. Es gibt dazu eine umfassende Berichterstattung, die alle Informationen liefert, wessen Geist die Vierkantschlüsselfinger bei der Abfassung der „Erklärung 2018“ auf die Tastatur einhämmern ließ.

Es ist tatsächlich befremdlich, wie Menschen mit hoher und höchster Bildung sich in dieser hohen Dichte einspannen lassen, von Menschen, die unter „Rechtsstaatlichkeit“ gewiß nicht Rechtsstaatlichkeit im langläufigen Sinn verstehen.

Es ist tatsächlich befremdlich, daß Menschen eine „Erklärung 2018“ unterzeichnen, nur weil es in dieser um Solidarisierung geht. Ohne zu hinterfragen, mit wem sie sich damit solidarisieren. Es geht bei dieser „Erklärung 2018“ nicht um Solidarität, genauer, es geht bei dieser ausschließlich um die Solidarisierung mit sich selbst, also mit sich und denjenigen, die in ihrem Sinne, in ihrem Verständnis von „Rechtsstaatlichkeit“ demonstrieren.

Europäische Erklärung 2018 und Gegenerklärung von Vera Lengsfeld Weissmann SteinBeispielsweise also Pegida. Soher ist es nur folgerichtig, daß etwa

„Das Institut für Staatspolitik, gegründet von den neurechten Publizisten Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek, legte Anfang des Jahrtausends den ideologischen Grundstein für Pegida und seine Ableger. Kubitschek und die Anhänger von Pegida eint die Ablehnung von Islam und Migration, das Festhalten an einem völkischen Deutschlandbild und der Glaube an die linke Dominanz in Politik und Medien.“

Karlheinz Weissmann ein Erstunterzeichner dieser „Erklärung 2018“ ist, wie hier nachgelesen werden kann. Ebenfalls nur folgerichtig, daß ein Mann wie Götz Kubitschek, ist zu lesen, über diese „Erklärung 2018“ recht erfreut …

Es ist doch tatsächlich befremdlich, daß Menschen mit ihrer Unterschrift ihre Solidarisierung bekunden, etwa mit jenen von Pegida mit ihrem Lutz Bachmann, allein dessen Lebenslauf Zeugnis gibt, wie störend ihm die Rechtsstaatlichkeit im langläufigen Sinn doch sein muß … ist er doch ein durch und durch kriminell serienehrlicher Mann …

Die „Erklärung 2018“ bezieht sich allein auf Deutschland. Und dieser befremdlichen „Erklärung 2018“ ist eine tatsächliche Europäische Erklärung vorzuhalten. Aber eine, die nicht auf Deutschland allein bezogen ist, sondern auf alle Staaten der Europäischen Union. Denn. Nicht nur in Deutschland sind solche Männer und Frauen am Werke, sondern auch in anderen Staaten der Europäischen Union. Und darüber hinaus sind diese Männern und Frauen mit ihrem befremdlichen Verständnis von „Rechtsstaatlichkeit“ und ihrer Solidarisierung mit sich selbst und ihresgleichen mit vielen Männern und Frauen ihrer Gesinnung in anderen Staaten recht vernetzt, wie allein das Beispiel Österreich zeigt, und in Österreich bis in die Regierung hinein, wofür als Beispiele die obengenannten Männer … aber auch Dieter Stein, ebenfalls ein Erstunterzeichner, mit dem gefragt werden kann, was wissen diese eigentlich von der Welt, wenn sie nicht einmal wissen, was im eigenen Haus vorgeht, gemacht, veröffentlicht wird.

Wo Sie sich mit Michael Klonovsky, auch mit ihm, ebenfalls ein Erstunterzeichner der Gegenerklärung 2018, sofort befinden, ist im Keller mit den Fragen nach Religion und Auschwitz … es muß nicht ausgeführt werden, welchen Schuß Logik er dazu abgibt …

In Anbetracht dessen, was zu dieser Gegenerklärung 2018 vulgo „Erklärung 2018“ alles noch gesagt werden könnte, war es kurz …

Nun aber zum Wesentlichen. Zur gemeinsamen Europäischen Erklärung.

Europäische Erklärung

Darum werden Sie hier dazu aufgerufen, die Europäische Erklärung für sich zu unterschreiben. Das ist keine Gegenerklärung zur „Erklärung 2018“, denn diese vom 15.03.2018 ist in Wahrheit die Gegenerklärung zu Rechtsstaatlichkeit und Solidarität.

Der Text der Europäischen Erklärung  vom Mittwoch, dem 15. März, ist so kurz gehalten wie jener der Gegenerklärung vom 15.03.2018, und damit bereits die entscheidende Korrektur der Gegenerklärung 2018.

„Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Europa beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die in den Staaten der Europäischen Union friedlich dafür wirken, dass die rechtsstaatliche Ordnung nicht zerstört wird.“

Gemeinsame Europäische Erklärung

 

Herbert bringt Kannibalismus ins Leben

Zigeunerräder

Es ist einfach und rasch erzählt, aber die Geschichte ist kompliziert.

Jemand schreibt an die Firma Kelly und erhält diese Antwort:

„Vielen Dank für Ihr Mail, bezugnehmend darauf möchten wir natürlich gerne Stellung nehmen.
Unser Produkt Zigeunerräder wurde bereits in den 50er Jahren erstmals verkauft.
Der Name und die Vermarktungsstrategie ergibt sich damals wie heute  aufgrund der feurigen Paprikawürzung. Über Jahrzehnte sind Zigeunerräder ein vom Konsumenten „gelerntes“ Produkt und eine Namensänderung hätte ganz sicher einen Kaufrückgang zur Folge. Der Kunde verbindet seit Jahren mit diesem Namen ein Kelly’s Produkt mit würzigem Paprikageschmack.
Nach wie vor wird im deutschen Sprachgebrauch und vor allem in der Küchensprache das Wort Zigeuner verwendet (z.B. Zigeunersauce, Zigeunerschnitzel usw.), auch da bedarf es keiner großen Erklärung, sondern der Konsument weiß sofort, dass es sich um ein Produkt mit einer gewissen Schärfe und Paprika handelt.
Nicht zu vergessen ist auch die Operette der Zigeunerbaron von Johann Strauss. Es wäre kaum vorstellbar, diese Operette umzutaufen.
Wir können Ihnen versichern, dass wir mit dem Produktnamen Zigeunerräder, weder einer Randgruppe zu nahe treten, noch jemanden beleidigen wollen oder politisch Stellung nehmen wollen. Uns liegt viel an der Tradition unseres Unternehmens und auch unserer Produkte, weshalb sie immer noch den Namen Kelly’s Zigeunerräder Paprikan Style tragen. Genau wie sie unsere Kunden kennen und lieben.“

So rasch und einfach ist es erzählt, wie es zu dieser Antwort aus der Firma Kelly kommt.

Und dann wird die Geschichte kompliziert.

„Zigeunerräder“ würden, schreibt die Firma Kelly, schon seit den 1950er Jahren … wie frisch muß damals noch der Schmerz gespürt worden sein, in Österreich, nicht nur den Krieg von 1939 bis 1945 verloren zu haben, sondern es auch nicht geschafft zu haben, alle Menschen, die mit dem Stempel „Zigeuner“ zur Vernichtung selektiert, zu ermorden.

Die Firma Kelly hätte auch Rast heißen können. Kelly klingt halt gar so amerikanisch, und es ist doch eine österreichische Firma. Es war ja auch ein Amerikaner beteiligt. Wie ehrlich, eben österreichisch. Kelly klingt doch recht unverfänglich, mehr noch, offen, weltläufig, so gar nicht nach engem Gebirgsland, dunklen Tälern, schweren Trachten, harten Kartoffeln. Kelly klingt auch gar so dynamisch. Werbetechnisch ein äußerst dankbarer Name. Wie fade hingegen klänge ein Werbespruch wie „Rast bringt Knabberspaß für jeden“ … oder „Herbert bringt K…

Herbert Rast, reifenschlitzender Unternehmer – das ist so ein Gschichtl aus den Gründungstagen, einfach, nicht kompliziert, eben eine über brutale Geschäftsmethoden, wie sie gang und gäbe waren und in verfeinerter Form sind …

„Zigeuner…“: ein „gelerntes Produkt“, schreibt die Firma Kelly vulgo Rast. Das könnte genannt werden: Vollkommener, vollendeter Rassismus … Das Kennzeichen eines vollendeten Rassismus ist, die Lehrenden wissen bewußt nicht mehr, daß sie Rassismus verkaufen, und die Lernenden wissen bewußt nicht mehr, daß sie Rassismus kaufen.

Soweit wäre es noch eine unkomplizierte Geschichte zu nennen.

„Nach wie vor wird im deutschen Sprachgebrauch und vor allem in der Küchensprache das Wort Zigeuner verwendet“, schreibt die Firma, die auch Herbert hätte heißen können, wäre der Firmengründer weniger einfallsreich gewesen.

Weshalb das Wort „Zigeuner“ gerade im „deutschen Sprachgebrauch“? Aus christlicher Tradition wohl auch … hat doch Martin Luther schon gewußt, soll einem Menschen etwas Schlechtes gewünscht werden, schreibe, es solle ihm wie den „Zigeunern“ ergehen …

Es ist im Grunde keine komplizierte Geschichte, sondern erschreckend einfach, einfach erschreckend.

Ein Mann aus Österreich, also Herbert Rast, erlebt den Krieg von 1939 bis 1945, bringt ein paar Jahre danach „Zigeunerräder“ in die Verkaufsregale, unbewußt wohl geprägt von der kollektiven Schande, nicht nur einen Krieg verloren zu haben, sondern auch die Vernichtung der zur vollkommenen Vernichtung selektierten Menschen trotz größtmöglicher Konzentration auf die Vernichtung nicht vollkommen geschafft zu haben.

Und was nicht geschafft wird, muß menschgemäß eine Wandlung erfahren. Der symbolische Kannibalismus wird seit einer Ewigkeit täglich in den christlichen Kirchen zelebriert. In dieser christlichen Tradition heißt das also nichts anders, als alle, die nicht mehr ermordet werden konnten und können, müssen verspeist werden. Und dann ausgeschieden … Um wenigstens symbolisch die kollektive Schande zu tilgen.

Das heißt aber nicht, daß sich alle mit dem symbolischen Kannibalismus begnügen …

Europa der Nacht

Plauen

Der Kannibalismusspeiseplan im „deutschen Sprachraum“ ist reichhaltig: „Zigeuner…“, „Neger…“, „Mohr …“

„Wir können Ihnen versichern, dass wir mit dem Produktnamen Zigeunerräder, weder einer Randgruppe zu nahe treten, noch jemanden beleidigen wollen oder politisch Stellung beziehen“. Schreibt die Firma Herbert.

Eine „Randgruppe“? Gemessen an der Zahl sind in Europa, um diesen furchtbaren Terminus von Herbert zu verwenden, im Vergleich Österreicherinnen und Österreicher eine „Randgruppe“, und nicht …

Herbert kann das tatsächlich geglaubt werden, nicht „beleidigen“ zu wollen, nicht „politisch Stellung“ beziehen zu wollen … Herbert liefert ja nur den „Knabberspaß“. Was wohl beispielsweise auf den Buden

Mädelschaften singen auch

so recht hungrig vertilgt wird, zwischen den spaßigen Strophen?

Herbert bringt KnabberspaßAch, wie treuherzig, wie ehrenvoll von Herbert, nicht beleidigen zu wollen … Zum Kannibalismus gibt es noch eine einfache und rasch erzählte Geschichte:

Er habe, erzählt Sarközi, vor vielen Jahren wegen der finanziellen Notlage des Kulturvereins versucht, einige der Unternehmen, die mit dem Wort ‚Zigeuner‘ werben, als Unterstützer zu gewinnen. Ohne Erfolg. ‚Man hat uns zum Fressen gern, aber wir sind ihnen nicht mal ein Blatt Papier wert.'“ 

Ob Sarközi auch Herbert gefragt hat, wird nicht gewußt, wurde nicht recherchiert. Vielleicht erklärt sich die Firma Kelly aber ungefragt bereit, als Unterstützerin … Allerdings könnte eine solche Unterstützung, das wäre keine unberechtigte Befürchtung im Hause Rast, für die Firma Kelly die gleiche unerfreuliche Wirkung haben, wie „eine Namensänderung hätte ganz sicher einen Kaufrückgang zur Folge.“ Da ist es unternehmerisch gedacht doch viel klüger, weiterhin die europäische „Randgruppe Österreich“ mit Knusprigem auf ihren Buden zu versorgen …

MarchfelderPS Ja, wie ehrenvoll, Herbert will nicht „beleidigen“, aber auch nicht loben, hervorheben. Dabei hat Rast doch Produkte, die könnten auch anders genannt werden als beispielsweise „Sunland Farm“. Von der Produktbeschreibung her – „Kartoffeln für Chips nur durch ehrliche Arbeit und die Hilfe von Mutter Natur. Österreichische Qualität“ –, was für Namen böten sich da an – Tiroler Erdäpfel, Kärntner Knollen, Marchfelder

PPS Ja, niemand beleidigt, niemand wird beleidigt, niemand bezieht politisch Stellung, und weil alles so heiter und fröhlich und unschuldig und ehrlich ist, muß auch niemand darüber berichten, darüber reden, erinnern und vor allem breit aktiv …

Österreich: „Antiziganismusbericht“ und „Antisemitismusbericht“

Und was, Alexander Van der Bellen, ist mit dem Antiziganismus?

Gedenkt der Staatsspitze in Österreich – Ohne Sinti und Roma, aber wer will schon neben ihr sitzen

 

Eintrag in Reisepässen: „Beim aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen.“

Eintrag Reisepass - Beim aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen - 01-08-2018

Eine Entgleisung von einer Behörde, die sich bereits vor einiger Zeit zutrug, ist erst jetzt bekanntgeworden.

Einer Österreicherin wurde von einer Beamtin in ihrem Reisepaß handschriftlich vermerkt: „Beim aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen.“

Sie sei, wie sie erzählt, mit der Eisenbahn von Linz aus zur solidarischen Bekundung der „Anliegen der Pegida“, die sie für berechtigt halte, angereist. Beim Ankommen habe sie bereits in der Bahnhofshalle und dann weiter vor der Bahnhofshalle beim Überqueren des Boulevards ohne Aggression, aber laut ihren Rechten gemäß vernehmlich ihren Unmut geäußert. Woraufhin sofort die Behörde eingeschritten sei und sofort die Aushändigung ihres Reisepasses verlangt habe, in den die Beamtin ohne Duldung einer Erklärung sofort handschriftlich eingetragen habe, sie sei beim „aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen“ worden. Sie wisse jetzt nicht mehr, wie sie sich verhalten solle, ob sie mit ihrem Reisepaß mit diesem handschriftlichen Vermerk je noch reisen könne, ja sie sich überhaupt noch in die Öffentlichkeit, sogar in die österreichische Öffentlichkeit wagen könne. Sie fühle sich an den Pranger gestellt. Schlimmer noch, an den Pranger, zu dem nun ihr Reisepaß durch diesen Vermerk geworden ist, gekettet.

Obgleich im Besitz einer gültigen Hin- und Rückfahrkarte sei sie nicht mit dem Zug gefahren, sondern sie sei zu Fuß nach Österreich auf Schleichwegen zurückgekehrt, sie sei, um etwaigen Kontrollen und dem schmachvollen Vorweisen ihres „Prangers“ zu entgehen, nur in der Nacht marschiert, tagsüber habe sie sich in Scheunen verborgen gehalten. Nur einmal, als der Hunger sie gar so sehr gequält habe, habe sie sich ein Herz gefaßt, und habe auf einem weit abgelegenen Bauernhof eilig drei Birnen erworben.

Zurück in Linz habe sie, als sie diesen handschriftlichen Eintrag ihrer Gesinnungskameraderie, mit deren Zuspruch und Verständnis sie stets rechnen könne, gezeigt habe, erfahren, sie sei bei weitem nicht die erste, aus deren Reisepaß ein Pranger gemacht worden sei, aber niemand könne und wolle darüber reden …

Daß darüber kein Mensch reden wolle, mit seiner Schmach alleingelassen werde in Ketten an seinem „Pranger, da habe sie sich noch einmal ein Herz gefaßt, und sie habe sich an Danijel Majic gewandt, der schließlich …