So gesinnungsgemäß eben wie jetzt im September ’24 der „kleine Mann“ sagt, er kenne keine Rechtsextremen und kann soher auch keine Rechtsextremen sehen, wen er hingegen kennt, sind die Höckes, die Kubitscheks, die …
Und was ein wiedergängerischer Tänzer ist, der weiß auch seine Beine zu schwingen, auf der Straße auf dem Lande, etwa in Deutschkreutz,
Am 14.11.2021 fand beim Grenzübergang Deutschkreutz-Kohlbenhof eine rechtsextreme Kundgebung unter dem Motto „Gegen den Asylwahn“ statt. Als Organisatorin trat die „Freiheitliche Jugend Burgenland“ auf. Etwa 70 Personen nahmen daran teil. Von der FPÖ und deren Vorfeldorganisationen waren unter anderem der Wiener Landtagsabgeordnete Leo Kohlbauer, Maximilian Weinzierl, Landesjugendobmann der „Freiheitlichen Jugend Wien“, sowie das Landesvorstandsmitglied der „Freiheitlichen Jugend Salzburg“ Roman Möseneder anwesend. Zur Kundgebung hatten auch rechtsextreme „Identitäre“ aufgerufen. Fast ein Drittel der Teilnehmer*innen der Kundgebung kann dieser Gruppe bzw. deren Umfeld zugerechnet werden. Die „Identitären“ waren nicht nur als Teilnehmer*innen vor Ort, sondern unterstützten die „Freiheitliche Jugend Burgenland“ bei der Organisation der Kundgebung. Ein rechtsextremer „Identitärer“ hielt als Funktionär der „Freiheitlichen Jugend Wien“ eine Rede und gab sich als Unterstützer und Teilnehmer der rassistischen „Grenzgänger“-Kampagne der „Identitären“ zu erkennen. Auch eine Handvoll Rechtsextremer aus dem direkten Umfeld des Neonazis Gottfried Küssel nahm an der Kundgebung teil. Diese Rechtsextremen wurden bei deren Ankunft
Menschen auf Maschinen waren am 20. Juli auch zu Besuch in Wien, u. a. auf dem Stephansplatz, sie waren an diesem Tag zu Fuß in der Innenstadt unterwegs, wohl im Auftrag ihres HErrn, von denen noch zu erzählen sein wird, in einem weiteren Kapitel. Am letzten Augusttag waren wieder Menschen mit Maschinen in Wien, diesmal aber auf ihren Maschinen auf dem Stephansplatz, von einer anderen Gruppe, die ganz irdische Aufträge übernimmt: motorröhrendes letztes Geleit …
Ob Herrr Lugner vulgo Kohlbauer auch darein ein Wiedergänger sein wird, auf den zweiten Ball der „gehobenen Schichten“ einen Gast von recht hohem Ansehen zu laden, schon im nächsten Jahr?
Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt – bemühte sich doch die Kirche nach dem engen Verhältnis zu den Christlich-Sozialen der 1. Republik um Äquidistanz zu allen Parteien. Im Wahlkampf der FPÖ ist jetzt auch dieses Tabu gefallen. FPÖ-Chef […] postete auf Facebook stolz ein Video der rechten Plattform „unzensuriert“, das den Auftritt des Zisterzienser-Paters Justin Minkowitsch bei einer Wahlveranstaltung der FPÖ in St. Pölten zeigt.
„Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt“ schreibt „Österreich“ am 10. September 2024 —
Mit dem Gedächtnis ist es in Österreich nicht weit her, und kann es auch nicht sein, regiert doch das Vergessen Österreich.
Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab.
„Wahlkampfauftritt für FPÖ: Pater musste zum Rapport“, titelt „Österreich“. Sein Angestellter, Justin Minkowitsch, hat wohl einfach vergessen, mit wem wo zu welchem Anlaß er aufzutreten, sich fotographieren zu lassen hat.
[F[eierte Abt Pius am Annaberg die Festmesse anlässlich des Festes der hl. Anna. Hier ist ein Bild mit Abt Pius, Bürgermeisterin Claudia Kubelka und Pfarrer P. Justin Minkowitsch.
Claudia Kubelka ist nicht von der falschen Partei, sondern von der ÖVP —
„Im Wahlkampf der [falschen Partei] ist jetzt auch dieses Tabu gefallen“, ist in „Österreich“ zu lesen. So ist es in Österreich um Tabus bestellt, über sie soll nicht gesprochen, aber gebrochen werden. Der Angestellte vom Stifte Lilienfeld ist nicht der erste Angestelle dieses Organisierten Glaubens, der eine „Wahlempfehlung“ für eine Partei abgibt. Nur vergessen will es sein, ein Tabu will es sein in Österreich, daß etwa der hierarchisch weit über den lilienfelderischen Angestellten Stehende eine „Wahlempfehlung“ für diese Parlamentspartei und namentlich für deren Obmann
Zum „Rapport“ mußte Justin Minkowitsch, weil er vor der Kirche in Wilhelmsburg mit der falschen Partei eine Feldsturmheurigenmesse feierte, der Kardinal aber musste zu keinem Rapport, dieser höchste leitende Angestellte seines Organisierten Glaubens, und das ist kein Wunder, schließlich ging er mit einem Mann aus der für ihn als Gläubigen rechten Partei zu einer Feldmesse in die Stadthalle, um der Segnung des ….
Und „dass etwas geht“, erlebte der höchste leitende Angestellte in dieser Stadthallenfeldmesse, er wird wohl trunken vor Glauben mit seine Arme ausgestreckt, er wird wohl trunken vor Glauben freudig mit in das Gebet-denen-denen-Gegeben-wird bis zum „Amen“ …
Der stv. Kabinettschef vom christschwarzen Zurzeitigen schreibt nicht den Namen des Pfarrers, stellt sich unwissend, er will nicht einmal wissen, ob es ein Pfarrer oder ein Pater ist.
Dabei weiß sogar „Infodirekt“ den Namen und auch, daß er Pfarrer ist, das mit dem gleichen Bild wie Daniel Kosak darüber schreibt. Es ist „Justin Minkowitsch, Pfarrer von Annaberg“ …
Mitteilung des Abtes Das Stift Lilienfeld distanziert sich von der Teilnahme eines Paters an einer Parteiveranstaltung. Es handelt sich dabei um eine nicht abgesprochene Privathandlung eines Paters, der weder Pfarrer noch Kaplan ist. Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab. Das gilt natürlich auch für die Patres im Bereich des Stiftes Lilienfeld.
Diese Mitteilung ist nun, am 9. September 2024, auf der Website des Stiftes Lilienfeld zu lesen. Eine durchaus heitere Mitteilung, andere mögen diese Mitteilung anders benennen, als — Justin Minkowitsch sei also kein „Pfarrer“, läßt Abt Maurer, der sich erst vor kurzem über „Euer Wille geschehe“ erregte, mitteilen, und das ist doch heiter. Denn. Zugleich ist am 9. September 2024 auf verschiedenen Websites viel Pfarrliches zu Justin Minkowitsch zu finden: „Pfarrer in Annaberg, Mitterbach und Josefsberg“, „Pater Justin Minkowitsch, Pfarrkirche Annaberg“, „Priester-Elf mit Annaberger Pfarrer verlor gegen Italien“, „Ein dreifaches Halleluja auf den EM-Titel – Das österreichische Priesternationalteam bestreitet heute bei der Fußball-Halleneuropameisterschaft für Priester, die diese Woche in Temeswar (Rumänien) stattfindet, das Auftaktspiel gegen Topfavorit Polen. Mit dabei ist u.a. auch der Ordenspriester Justin Minkowitsch OCist aus dem Stift Lilienfeld“ —
Heiter ist doch auch, was Daniel Kosak schreibt. „Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ wäre es, wenn ein „Pfarrer/Pater“ [Pfarrer Justin Minkowitsch] bei einer FPÖ-Wahlkampfveranstaltung“ —
„Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ sei das also für des Zurzeitigen stellvertretenden Kabinettschef … Hingegen das Gebet den Regierenden Pflichterfüllung der Menschen —
„Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ sei das also für des Zurzeitigen stellvertrenden Kabinettschef, wie wahr er doch spricht, auch diesmal, wie kann eine Partei sich anmaßen, von seiner Partei, von der kosakschen Partei deren Leitglauben, deren Leittradition sich anzueignen, in den Spuren ihres „Volkskanzlers“ zu wandeln, an dessen Seite die Pfarrer, die Kaplane, die Priester,
Robert Misik schreibt am 6. September 2024 über das „Wirtschaftsprogramm“ der patriotischen Parlamentspartei, die weiter von sich als Regierungspartei träumt, und wieder, sollte sie dazu gemacht, aber nicht gewählt werden, wie alle Träume, kurz von Dauer nur …
Bemerkenswert ist, dass die FPÖ in ihrem Kickl-Programm den berühmten „kleinen Mann“ derart über die Klinge springen lässt. Eine solche klare Positionierung auf Seiten von „Big Money“ wird Herbert Kickl sicherlich nicht gerade helfen im Wahlkampf.
Eines aber wird diesem „kleinen Mann“ als Täter, wenn er seine Sache recht macht, erspart bleiben, je zu darben bei Kraut und Kartoffeln, wie von diesen Kreisen sonst für jedweden „kleinen Mann“ bestimmtes Leben, ihm wird,
mit seinem öffentlich zu leistenden Plakatschwur „Euer Wille geschehe“ hat er die Prüfung durch diese Kreise beinahe bestanden, aber erst mit seinem Kniefall vor diesem Kreis, dem er willig „Ihr seid der Chef“ eingesteht, wieder recht schön auf ein Plakat geschrieben, er ihr „Euer Werkzeug“, erst mit diesem seinem Kotau, mit dieser seiner Unterwerfung, „Euer Werkzeug“ sei er, fand er endgültige Gnade und Aufnahme …
Keine Reserveoffiziere! Ihr seid die Zukunft! Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei! Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei! Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
„Drei Minuten Gehör“ von Kurt Tucholsky, geschrieben vor einhundertundzwei Jahren, im Jahr des Herrn ’22, ein Aufruf von Oskar Werner, ja, von einem der „Lieblingsschauspieler“ von einem der „Lautsprecher“, dessen Name M. S.
Von euch, die ihr den Hammer schwingt, von euch, die ihr auf Krücken hinkt, von euch, die ihr die Feder führt, von euch, die ihr die Kessel schürt, von euch, den Jungen und den Alten –: Ihr sollt drei Minuten inne halten. Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern. Wir wollen uns einmal erinnern.
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei! Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
1965 verbrannten Gläubige nicht die Bücher von Kurt Tucholsky; vielleicht, weil er nicht mehr lebte, zu dieser Verbrennungszeit bereits dreißig Jahre tot war, aber Erich Kästner, der noch lebte, Erich Kästner verbrannten sie, wie nur drei Jahrzehnte zuvor die Bücher von Kurt Tucholsky und Erich Kästner gemeinsam schon einmal verbrannt wurden, im Jahr des Herrn ’33 —
Die Nationalsozialisten verbieten 1933 Die Weltbühne und der nationalsozialistische Bibliothekar Wolfgang Herrmann setzt Kurt Tucholsky auf die „Schwarze Liste“. Seine Bücher gehen 1933 auf den Scheiterhaufen der Bücherverbrennungen in Flammen auf. Gleichzeitig wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
Grundsätzlich friedlich geweiht, gesegnet, der Mord, mit 18 Buchstaben hat Kurt Tucholsky vor neun Jahrzehnten in der „Weltbühne“ dies zusammengefaßt: „Soldaten sind Mörder.“
Carl von Ossietzky als verantwortlicher Redakteur, angeklagt wegen Beleidigung der Reichswehr, wurde freigesprochen, vor neun Jahrzehnten,
„Euer Wille geschehe“, ein Vers von Kurt Tucholsky, in seinem Gedicht „Drei Minuten Gehör“. Kurt Tucholsky geht in seinem Gedicht weiter, er schreibt nicht nur „Euer Wille geschehe“, er schreibt auch: „Seid nicht mehr dabei!“
Und hier stehe das Bekenntnis, in das dieses Buch münden soll: Ja, wir lieben dieses Land. Und nun will ich euch mal etwas sagen: Es ist ja nicht wahr, dass jene, die sich ›national‹ nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da. Sie reißen den Mund auf und rufen: ‚Im Namen Deutschlands …!‘ Sie rufen: ‚Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es.‘ Es ist nicht wahr.
und sich von der Badenden abwendete … Ein Gedicht aus vor bald über einhundert Jahren aus „Deutschland, Deutschland über alles“ ist und nicht nur das zum Vortragen:
Deutsche Richter von 1940
Wir stehen hier im Vereine in diesem Lederflaus; wie die abgestochenen Schweine sehn wir aus. Wir fechten die Kreuz und die Quere mit Schlag und Hieb und Stoß; wir schlachten uns um die Ehre –! Auf die Mensur! Los!
Der deutsche Geist? Hier steht er. Wie unsere Tiefquart sitzt! Wir machen Hackepeter, daß die rote Suppe spritzt. Wir sind die Blüte der Arier und verachten kühl und grandios die verrohten Proletarier – Auf die Mensur! Gebunden! Los!
Ich habe keine Rechtsextremen gesehen. [S]elten so gehobene Schichten wie am Akademikerball. [W]o überhaupt nichts Unanständiges geschieht.
nicht geschrieben. Dennoch wird dies von ihm etwa ein halbes Jahr vor seinem Tod Geäußerte gar vielen in diesem Land ein sie bestärkendes Vermächtnis sein, die österreichische Leitkultur weiter aufrechtzuerhalten, das Zusehende nicht zu sehen.
Wer in die Hofburg zu, was für ein gar schön altes Wort für Eliten, Establishment, „gehobene[n] Schichten“ immer wieder eingeladen wurde, schuldet der Höflichkeit und Anständigkeit, ebenfalls eine Einladung zu hinterlassen,
diese ehrenreiche Einladung, eine Rede zu halten, hat der Präsident in Treue recht gerne angenommen, um zu bekennen, der Verstorbene sei ein „echter Österreicher“, sei ein „wahrer Österreicher“ gewesen; es werden ihm dabei wohl noch die ihn wärmenden Winterhofburgballworte in Erinnerung gewesen sein,
dieses Bekenntnis zum Nichtsehen, dieser Ausdruck der wohligen Geselligkeit im Kreise gehobener Schichten, in dem nichts Unanständiges geschieht, „in dem nichts Wildes erzählt wird“ – bloß „Burschenschafter, junge, nette Studenten und alte Herren“ unter sich, so ungezwungen frei, als wären sie auf ihren Buden der gesinnungsgehobenen Schichten, die sie zu ihrer Weltanschauung kleben, den Klebstoff dafür aus Hopfen, Spucke, Malz und Mehl —
Ebenfalls eingeladen in die Kathedrale, um eine Rede zu halten, der poysdorferische Präsident auf dem Lande, und dieser bekannte, heute verneige sich ganz Österreich ehrerbietend vor Richard Lugner. Wie recht er sprach, einem Mann mit einem derart ausgesprochenen Vermächtnis, nicht zu sehen, was zu sehen ist, kann nur Ehrerbietung bezeugt werden. Es sprach an diesem 31. August 2024 also ein Präsident, der dazu wohl von seinem heimatlichen Lande anreiste, und ein aus einer Kleinstadt stammender Präsident auf dem Lande, in dem die Parteien dieser Präsidenten bereits in einer Regierung gemeinsam sitzen.
PS Wenn nun der Grinzinger Friedhof die letzte Heimstätte, wie es gläubig so hoffnungsreich heißt, auch von Richard Lugner ist, dann ist dieser Friedhof wohl endgültig zum Friedhof der Lustigsten Österreichs geworden, und damit hat dann — Gläubige wissen mitleidend um das schmerzvolle Leben der Skelette und der Aschen in Einsamkeit — auch das lange Warten eines ebenso großen Unterhalters auf einen ebenbürtigen Unterhalter als Nachbarn ein Ende, nach fünfunddreißig Jahren.
Vor 65 Jahren trug Erich Kästner zu seinem 60. Geburtstag, der vor 125 Jahren geboren und vor 50 Jahren verstarb, in einer Rundfunksendung selbst sein Gedicht „Die Maulwürfe oder Euer Wille geschehe“ vor.
Erich Kästner trägt somit Jahrzehnte später zu einer Aufregung in Österreich bei, zu einer Aufregung, weil gemeint wird, die patriotische Parlamentspartei hätte nicht Erich Kästner zitiert, sondern die Bibel.
Die parlamentarische Festungspartei hat also Erich Kästner zitiert, ohne ihn zu nennen, ohne Anführungszeichen, damit ein Plagiat, einen Diebstahl als Werbung für sich plakatiert.
Und schon ist die perfekte Aufregung in Gang gesetzt, der Marschbefehl erteilt und befolgt.
Der Satz „Euer Wille geschehe“ spiele mit einem Zitat aus der Bibel, „und noch dazu mit dem wichtigsten Gebet, das Christinnen und Christen kennen“, sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, am Donnerstag im Interview mit Kathpress: „Leider kommt so etwas im wirtschaftlichen und politischen Marketing immer wieder vor. Wer das tut, dem muss bewusst sein, dass er mit etwas spielt, das Menschen heilig ist, und damit diesen Menschen nicht die Wertschätzung entgegenbringt, die sie verdienen.“
Noch schwerere Geschütze fuhr die Wiener Theologin Regina Polak in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Furche“ auf. Wenn die FPÖ Slogans in Anlehnung an das Vaterunser-Gebet plakatiert, sei das, so Polak, „die zynisch-spottende, nichts und niemanden ernst nehmende Ankündigung eines politischen Projektes zur Zerstörung der liberalen, menschenrechtsbasierten Demokratie und ihrer Institutionen“. Das Plakat sei deshalb nicht „nur“ Blasphemie, sondern Ausdruck einer „postmodernen Dämonie“. Blasphemie lästere zwar, anerkenne aber immer noch die Wirklichkeit Gottes. „Eine Dämonie anerkennt nur mehr irdische Macht und leugnet faktisch die Existenz Gottes, ungeachtet dessen, was öffentlich verkündet wird“, so die Leiterin des Instituts für Praktische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Postmodern sei sie zudem, „weil sie keinen wie immer gearteten Anspruch auf Wahrheit anerkennt und alles für Eigeninteressen interpretiert und benützt“.
Zulehner indes nahm den weiteren Plakat-Slogan „Dein Herz sagt Ja“ zum Anlass, nach dem Verstand zu fragen: „Es geht immer nur um Emotionen“ – dabei brauche Demokratie und eine reife Wahlentscheidung „politische Nachdenklichkeit“. Dass der FP-Obmann offenbar an einem „eigenen Kickl-Vaterunser“ arbeite, zeuge indes von einem „Missbrauch der Religion eigener Art“.
Für das Bündnis Demokratie und Respekt sind Christentum und Rechtsextremismus nicht vereinbar. Die FPÖ sei deshalb „unwählbar“, hieß es bei einem Medientermin am Donnerstag im Cafe Landtmann in Wien. Ökonom und Bündnissprecher Stephan Schulmeister sagte: „Beide Weltanschauungen widersprechen sich fundamental.“ Besorgt stimmte ihn die Verwendung christlicher Begriffe auf FPÖ-Plakaten. Parteichef Kickl habe sich zuletzt „verändert“, so Schulmeister. Schulmeister zitierte eine Erklärung der deutschen Bischofskonferenz, wonach völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar seien. Universelle Menschenrechte würden etwa von Rechten abgelehnt. Ähnliche Widersprüche erkennt das Bündnis auch bei der Haltung zur Klimakrise, zur EU und zu Frauenrechten. Die Kirche sei zwar „keine Vorfeldorganisation des Feminismus“, bemerkte Schulmeister, der Grundsatz der Gleichheit werde aber dennoch hochgehalten.
Heftige Kritik kam am auch von Abt Pius Maurer vom Stift Lilienfeld. Den zentralen Satz „Dein Wille geschehe“ aus dem Vater Unser leicht verändert („Euer Wille geschehe“) für politische Wahlwerbung zu nützen, halte er für „geschmacklos“, so Maurer. Die christliche Religion sei grundsätzlich friedlich, dennoch sollte sie sich nicht alles gefallen lassen müssen wie etwa „die taktlose Benützung eines Gebets- und Bibelzitates für Parteipropaganda“.
Die frühere evangelische Pfarrerin und Gründerin von „Omas gegen Rechts“, Monika Salzer, sprach von „Vernunft und Wahrung von Werten“ in den Kirchen. Kräfte wie die FPÖ würden hingegen den „gesellschaftlichen Frieden infrage stellen“. Salzer: „Kickl will die Verfassung aushebeln.“
Was der Festungskommandant für seine Machtträume an Verfassung braucht, hat er bereits mit dieser
Sehr nachdenklich zeigte sich der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, in einem Kommentar in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“: „Was macht man da als Christ? Soll man sich freuen, dass die Volkssouveränität mit einer verfremdeten Zeile aus dem Vaterunser gewürdigt wird? Oder soll man Diabolisches vermuten – weil der Teufel ja gerne die guten Dinge durch kleine Verschiebungen, die ganz unschuldig daherkommen, auf den Kopf stellt? Hier hätte er ja nur ein besitzanzeigendes Fürwort von der Einzahl in die Mehrzahl gehoben.“ Es gäbe da in der Tat viel Nachdenkstoff. Zum Beispiel auch, ob die FPÖ mit „Euch“ das Volk, die Mehrheit oder die frustrierte Masse ermächtigen wolle. „Oder ob das Vaterunser nicht irgendwie denkmalgeschützt sein sollte. Oder ob es doch irgendwie nett ist, dass die Partei, der doch die ganze Literaturgeschichte offengestanden wäre, gerade zum christlichen Erbe greift, noch dazu einmal ohne erkennbare Absicht, damit irgendjemandem anderen wehtun zu wollen.“
Und es zeigt sich auch hier wieder, das recht große christliche Herz, bereit, zu vergeben, bereit zu vergessen, für sie einzutreten, bereit sie aufzunehmen, jene die „nett gerade zum christlichen Erbe, noch dazu einmal ohne erkennbare Absicht, damit irgendjemandem anderen wehtun zu wollen“ …
Wie recht doch Michael Prüller hat, es wäre doch dieser Partei die ganze Literaturgeschichte offengestanden, für ein zu plakatierendes Zitat.
Bei Kästner, der doch noch sehr gegenwärtig ist, vertraute sie wohl darauf, daß die Menschen beim Lesen von „Euer Wille geschehe“ sogleich ausrufen: Kästner!
Vor bald 60 Jahren durfte Erich Kästner noch persönlich erleben, was in diesen letzten Augusttagen 2024 so heftig und aufgeregt beschworen wird: die „Unvereinbarkeit von Christentum und […]“
Für solch einen Erntedank werden auch rechte Materialien gebraucht, und es werden immer welche gefunden, so etwa wie 2016 für den Erntedankgottesdienst mit dem biblischen und koranischen „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“ …
Nun aber genug, von dieser Aufregung im Wettstreit um Wahrheit, Lüge und Propaganda. Es soll das Gedicht von Erich Kästner, das er vor 65 Jahren an seinem 60. Geburtstag rezitierte, als das Wesentliche dieses Kapitels zitiert sein.
Die Maulwürfe oder Euer Wille geschehe
I Als sie, krank von den letzten Kriegen, tief in die Erde hinunterstiegen, in die Kellerstädte, die drunten liegen, war noch keinem der Völker klar, daß es ein Abschied für immer war.
Sie stauten sich vor den Türen der Schächte mit Nähmaschinen und Akten und Vieh, daß man sie endlich nach unten brächte, hinab in die künstlichen Tage und Nächte. Und sie erbrachen, wenn einer schrie.
Ach, sie erschraken vor jeder Wolke! War´s Hexerei oder war´s noch Natur? Brachte sie Regen für Flüsse und Flur? Oder hing Gift überm wartenden Volke, das verstört in die Tiefe fuhr.
Sie flohen aus Gottes guter Stube. Sie ließen die Wiesen, die Häuser, das Wehr, den Hügelwind und den Wald und das Meer. Sie fuhren mit Fahrstühlen in die Grube. Und die Erde ward wüst und leer.
II Drunten in den versunkenen Städten, versunken, wie einst Vineta versank, lebten sie weiter, hörten Motetten, teilten Atome, lasen Gazetten, lagen in Betten und hielten die Bank.
Ihre Neue Welt glich gekachelten Träumen. Der Horizont war aus blauem Glas. Die Angst schlief ein. Und die Menschheit vergaß. Nur manchmal erzählten die Mütter von Bäumen und die Märchen vom Veilchen, vom Mond und vom Gras.
Himmel und Erde wurden zur Fabel. Das Gewesene klang wie ein altes Gedicht. Man wußte nichts mehr vom Turmbau zu Babel. man wußte nichts mehr von Kain und Abel. Und auf die Gräber schien Neonlicht.
Fachleute saßen an blanken, bequemen Geräten und trieben Spiegelmagie. An Periskopen hantierten sie und gaben acht, ob die anderen kämen. Aber die anderen kamen nie.
III Droben zerfielen inzwischen die Städte. Brücken und Bahnhöfe stürzten ein. Die Fabriken sahn aus wie verrenkte Skelette. Die Menschheit hatte die große Wette verloren, und Pan war wieder allein.
Der Wald rückte näher, überfiel die Ruinen, stieg durch die Fenster, zertrat die Maschinen, steckte sich Türme ins grüne Haar, griff Lokomotiven, spielte mit ihnen und holte Christus vom Hochaltar.
Nun galten wieder die ewigen Regeln. Die Gesetzestafeln zerbrach keiner mehr. Es gehorchten die Rose, der Schnee und der Bär. Der Himmel gehörte wieder den Vögeln und den kleinen und großen Fischen das Meer.
Nur einmal, im Frühling, durchquerten das Schweigen rollende Panzer, als ging´s in die Schlacht. Sie kehrten, beladen mit Kirschblütenzweigen, zurück, um sie drunten den Kindern zu zeigen. Dann schlossen sich wieder die Türen zum Schacht.
A vakondok avagy Legyen meg a ti akaratotok I Háborúktól tönkregyötörve jó ezer ölre szálltak a földbe, a városodukba, pincegödörbe, de senki se tudta azt, hogy ott minden időkre elbúcsúzott.
Tolongtak a tárnarácsot elérve, bőg a barom, masinák vasa kong, mind le szeretne jutni a mélybe, a mű-tüzü napba, a mü-ködü éjbe. S gyomruk kavarog, ha egy sikong.
Rémíti őket a kóbor felhő! Átok-e már avagy élet-e még? Fürdik a pázsit, a patak, a rét? Vagy szökevény tömegekre lepergő gyilkos mérgeket ont az ég?
Az Úr szép napját messzire hagyták. És messze a rétet, a rengeteget, a házat, a tengert, lenge szelet. És jártak a liftek, teltek az aknák. És a föld színe puszta lett.
II Lent, hol a mélyben városok álltak, mint állt rege-régen Vinéta alant, folyt a nagy élet, dalt muzsikáltak, tollal, atommal manipuláltak, az pénzt keresett, ez ágyba zuhant.
Föléjük az Új Haza gép-ege zárul. Kék horizontja csiszolt üveg. Szunnyad a félsz. Az elme feled. Csak néha meséltek anyák ibolyárul, s a fű, falevél, telehold mese lett.
Ég meg a föld csak lírai forma. Ódon verset idéz csak a régi idő. Ki tudja: mi volt Bábel csodatornya. A Káin, az Ábel kinek fia-bornya. S a síron a mécses: neoncső.
Lestek a mesterek szemvakulásig, hogy száz csodagépük mit dübörög. Nagy periszkópok tükre mögött ülve figyeltek: jön-e a másik. Ám az a másik az sose jött.
III Fent térdrerogyott paloták kőteste. Sín kiszakadt, leomolt a híd. Gyár suta csonkja meredt az égre keresztbe. A tétet az ember elvesztette, a néma magányba’ csak Pán dala sírt.
Beárad az erdő, rázúdul a romra, gépcserepen tör az ablakoromra, lokomotívokon átgázol, tornyokat tűzdel a zöld hajú lombba, s Krisztust ledönti az oltárról.
Újra parancs, ami ősjogu rend yolt. Nem törhetik el törvényköveit. Szavát medve, virág meg a hó követik. Az égi madáré újra a mennybolt, s nagy és kis halaké a víz, fenekig.
Évente, tavasszal, előkerekeztek a tankok, alattuk porzik az út. Cseresznyevirág-gallyakat szedegettek, hogy lent mutogassák a kisgyerekeknek. S ismét becsukódtak a tárnakapuk.
Daß 18 so schnell sich vom „Volkskanzler“ verabschiedete, ist vielleicht darauf zurückzuführen, daß 18 möglicherweise eines Tages erfuhr, woher der Begriff „Volkskanzler“ stammte, und als solcher sah sich 18 wohl ganz und gar nicht.
„Volkskanzler“, ein Begriff, der schon vor einhunderteinundneunzig Jahren in einer Erzählung Verwendung fand, also bereits 56 Jahre vor der Geburt von 18.
Es hätte ihm vielleicht zu wenig geschmeichelt, als er möglicherweise erfuhr, was des „Volkskanzlers“ Platz und Aufgabe … so wie es über „Die öffentlichen Schreiber in Venedig“ im November 1833 in „Echo“ zu lesen war, in der „Zeitschrift für Literatur, Kunst, Leben und Mode“ —
Porta della Carta heisst das grosse Thor des Dogenpallastes an S. Marcus, wo seit undenklichen Zeiten die öffentlichen Schreiber die Haus- und Herzensangelegenheiten des Venezianischen Volkes von Geschlecht auf Geschlecht dem Papier vertrauen. Haus-und Hofkanzler des Volkes, sitzen sie als wahre Helden der Feder vom Morgen bis zum Abend in ihren Kathedern und trotzen eben so fest der Schwüle der Hundstage, welche den Athem versetzt, als sie beherzt mit einer ärmlichen Koblenpfanne alle eisigen Stürme des Winters heraus fordern, welche von drey Seiten frey in den alten Pallast hinein und heraus fahren, und nach Lust und Laune durch die erhabenen Gewölbe toben. Was die alles schreiben mögen! Mehr als Einmal ist mir der Gedanke gekommen, hundertmal hat mich die Lust angewandelt, meine Kleider mit einem verschlossenen Wams zu vertauschen, das einen ernsten Blik auf den Gang der Zeit thun liesse, und eine entschiedene Abwechslung in der Wahl und Zusammenstellung der Knöpfe zeigte: darüber einen ehrwürdigen Radmantel, worauf alle Farben des Regenbogens spielten, und auf den Kopf einen Plüschhut, der hier und da den haltenden Pappendeckel hervorsehn liesse! In so stattlichem Aufzuge wäre ich für mein Leben gern einen Tag (versteht sich keinen Winter oder Hundstag) in so einer Catheder gesessen, das Schreibzeug vor mir, Papier und Feder zur Hand: um in dieser Art von Beichtstuhl die Geheimnisse manches schönen Kindes zu belauschen! » Ma! Es geht schlecht, schlecht, sehr schlecht! sagte eines Tages der alte Schreiber, an dessen Katheder ich eben stand, um einen Bekannten zu erwarten. Ja sonst, in den alten Zeiten, als im Dogenpallaste noch alle Regierungsbehörden sassen, ja da war es ein anderes Ding. Da waren wir es, die den Ignoranten die nicht lesen und schreiben konnten, alle die Suppliken und Memoriale aufsetzten! Auch später war noch ein Stück Brot zu verdienen, bis auf den Tag, wo alle die Aemter wegverlegt wurden. Jetzt sitzen wir auf dem Trockenen. Vor vierzig Jahren, als ich durch Verwendung und Protection zu diesem Platze kam, hätte ich meinen Verdienst nicht um einen Silber-Ducato des Tages losgeschlagen. Jetzt erwerbe ich kaum den nothdürftigen Unterhalt. Die Zeiten haben sich sehr verändert. Nicht die Suppliken und Bittschriften allein trugen sonst klingenden Vortheil das Lesen und Schreiben war überhaupt noch nicht so gemein geworden; kaum einer oder der andere verstand es. Da war keine zärtliche Mutter um Nachricht von dem fernen über See gegangenen Sohn besorgt, kein zärtliches Mädchen hatte etwas an ihren Geliebten zu berichten, ohne dass es durch uns ging. Wir mussten die Briefe schreiben, und die Antworten mussten wir lesen; und sehn Sie lieber Herr, das wurde bezahlt! Jetzt geht jedes Kind in die Schule, sogar die kleinen Mädchen lernen schon schreiben. Da ist es aus. Während ich den kunstreichen Schmuck an Jen Brunnen betrachtete, und den Mädchen und Frauen zusah, die kamer und gingen, um ihre Wassergefässe zu füllen, kamen mir die Worte meines venezianischen geheimen Volkssecretärs nicht aus dem Kopfe. War es doch eine so weise Vorsicht die Bureau’s aus dem Dogenpallaste zu entfernen, um dies ehrwürdige Denkmahl Venezianischer Hohheit vor der Gefahr des Feuers sicher zu stellen. Aber der Volkskanzler berechnete nur, wie viele Soldi, des Tages ihm dadurch entgingen. Und die Klagen über die Verbreitung des Unterrichtes! Nun die sind nichts so besonderes. Wie viele klagen im Stillen mit dem geheimen Secretär unter dem Papierthor des Dogenpallastes in Venedig! Wie mancher schlägt das Kreuz vor der steigenden Bildung des Volkes, von der er nichts Gutes für sich weissagt. Freylich so ein geheimer Secretär gewinnt wenig dabey; und auch der Pfarrer hatte offenbar recht, welcher die Ehelosigkeit so vieler Mädchen den arithmetischen Kenntnissen unserer jungen Leute zuschrieb. Die Bedürfnisse des schönen Geschlechtes wachsen von Jahr zu Jahr. Wer dieses ewige Subtrahiren mit den leider nicht in gleichen Verhältnisse steigenden Summen der Einkünfte zusammenhält, und sich auf die Arithmetik versteht: sieht leicht, dass dabey aus der Multiplication kein sonderlicher Gewinn erwachsen kann.
November 1918 wurde einer als „Volkskanzler“ bezeichnet, und das war nicht einer aus der 18er Partei, und das war noch lange nicht 18 selber, der, einfach wie kurz erzählt, im November 1918 auf dem Weg von einem Lazarett nach München war, in eine persönliche Zukunft, die wieder eine hätte werden können, wie seinerzeit in Wien: arbeitslos, obdachlos und sozial untergebracht in einem Männerheim …
Und trotz dieser Geschichte des Begriffes „Volkskanzler“ wird nach wie vor die Geschichte vom „NS-Begriff“ verbreitet, wie auch wieder am 27. August 2024 in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards, diesmal von Stefan Weiss.
Was [11] damit eigentlich sagt: Er, der „Volkskanzler“ (ein NS-Begriff) werden will, rede lieber hier in Hallein auf einer Straßenbühne zu den „einfachen Leut'“, als sich bei den Festspielen unter die vermeintlichen Eliten zu mischen.
Wenn ein Mensch etwas weiß, möchte er etwa sein Geschichtswissen nicht nur in digitaler Form zu lesen wissen, sondern es auch gedruckt sehen, und die Tageszeitung des österreichischen Medienstandards erfüllt es ihm schon drei Tage später, veröffentlicht es ihm in seiner Druckausgabe vom 30. August 2024 …
Wessen Wille soll dieser österreichischen Parlamentspartei geschehen? Auch das spart diese Partei bereits ein, den Namen zu nennen, dessen Willen sie will erfüllen. Denn sie, die Partei, kennt die Namen, und meint, das genügt, wenn sie allein die Namen kennt, deren Wille zu geschehen habe, Namen, die bereits durch „Euer Wille geschehe“ offenbart. Durchlauchten sind mit „Euer“ untertänigst anzusprechen, sie, die Partei, erbittet also von Hochherrschaftlichen mit geziemender Unterwürfigkeit, daß ihr Wille geschehe, der Wille auch von August von Hayek geschehe, in den himmlischen Bergen so in den erdigen Tälern.
Manche vor solch einem auf der Straße abgestellten „Euer Wille geschehe“-Plakat werden wohl ins Grübeln kommen und meinen, es sei etwas Religiöses dabei, und wahrlich, es ist, einfach wie kurz gesagt, etwas Religiöses dabei. Ein Jünger auf einer „bemerkenswerten Reise des Glaubens und der Einheit, in diesem Sommer an einer bedeutenden Pilgerreise durch die Vereinigten Staaten“ …
Diese Wallfahrt, die Teil des Nationalen Eucharistischen Kongresses 2024 ist, zielt darauf ab, das Land wieder Christus in der Eucharistie zu weihen. Die Pilger legen dabei Tausende Kilometer zurück, um das Allerheiligste in verschiedene Gemeinden zu bringen. [K. W.], der derzeit ein Studium in Washington, D.C. absolviert, verkörpert den Geist der Hingabe und Liebe zur Eucharistie: Er stammt aus Bayern — einer Region in Deutschland, die für ihre eucharistischen Prozessionen bekannt ist — und freut sich, dass diese Tradition in den USA Fuß fasst. „Es ist eine Freude zu sehen, wie sich dieses Konzept hier durchsetzt, wo es meiner Meinung nach viel nötiger ist“, sagte er gegenüber EWTN. Die Pilgerreise erstreckt sich über 10.000 Kilometer auf vier verschiedenen Routen, die auf den entgegengesetzten Seiten des Landes beginnen und in Indianapolis zum National Eucharistic Congress vom 17. bis 21. Juli zusammenkommen. [W.] geht die Marianische Route, die am Oberlauf des Mississippi in Minnesota beginnt und sich durch mehrere Staaten zieht. [K. W.], der von sich sagt, ein großer Liebhaber des Wanderns und Reisens zu sein, fand die Idee, ein dauerhafter Pilger zu werden, „von Anfang an ideal“. Besonders begeistert ist er vom Potenzial dieser Reise, die Menschen in einem umstrittenen und von Spaltung geprägten Wahljahr zu vereinen. „Jesus im Sakrament erwartet uns alle, unabhängig davon, welche Partei wir wählen oder woher wir kommen“, stellte er fest. „Diese Pilgerreise ist ein verbindender Moment, der dem Land Heilung bringen kann.“
Und wenn der Jünger Abkühlung meint zu brauchen, eine Heilung von der Hitze, wird er auf seiner dauerhaften Pilgergasse fern von seinem Swimming-Pool wohl zu seinem iPhone greifen, einen Apostel oder eine Jüngerin anrufen, um sich anzukündigen, er werde gleich vorbeikommen, um sich in dessen eigenen Swimming-Pool oder gar in deren Schwimmbad zu erfrischen, so wie es auf der Website des Hayek-Instituts am 27. August 2024 und wohl für alle Ewigkeit festgehalten, geschrieben von ihm selbst:
Ich weiß nicht wie es Ihnen dabei geht, aber ich fühle mich plötzlich ganz wohl in unserer Lage. Doch die Frage ist, wieso wir solche Katastrophen nicht mehr erleben – und aller Wahrscheinlichkeit nie wieder erleben werden? Wieso bringen unsere Hitzewellen, auch wenn mit negativen Folgen behaftet, nicht mehr solch extreme Konsequenzen mit sich? Natürlich war der Sommer 1540 schlimmer als alles, was wir in unserer Lebzeit durchgemacht haben, doch trotzdem ist es schwer vorstellbar, dass in der heutigen Zeit wieder eine Million Menschen wegen des Wetters sterben würden. Tatsächlich sterben – obwohl Klimatologen meinen, dass es zunehmend mehr Hitzewellen gibt – immer weniger Menschen aufgrund von warmen Temperaturen. Die Todesfälle aufgrund von Hitze in den USA sind seit 1960 dramatisch gefallen, von jährlich vierzig Menschen pro einer Million Menschen zu nur mehr zehn. Von einem Ausgehen des Wassers sind wir in der westlichen Welt weit entfernt – tatsächlich sind wir an einem Punkt, wo wir bei warmen Wetter einfach unseren Wasserkonsum erhöhen. Dass Wasserknappheit zu Essensknappheit führen könnte ist auch schon lange nicht mehr der Fall: die meisten unserer Energiequellen sind nicht mehr von Wasser abhängig und in einer globalen Weltwirtschaft können notfalls woanders die nötigen Lebensmittel eingekauft werden, sollten sie in der Heimat wirklich ausgehen. Der Grund dafür ist, ganz einfach, eben jener freie Markt und jenes kapitalistische Denken, das Handel vereinfacht und neue Technologien hervorbringt. Statt den rigiden Systemen des staatlichen Interventionismus, wo ein Ausscheren kaum möglich ist, kann auf dem freien Markt jeder Mann und jede Frau Innovationen hervorbringen, wenn er oder sie will und eine gute Idee hat. Der Unternehmer sieht eine Nachfrage für etwas und nutzt sodann seine Ressourcen, um die Lücke, die sonst niemand sieht, zu schließen und damit Profit zu machen. Dieser Prozess hat nicht nur immensen und niemals vorstellbaren Wohlstand hervorgebracht, sondern auch neue Technologien und die Möglichkeiten, sich ändernden Bedingungen anzupassen. Eine Hitzewelle lässt sich eben doch deutlich leichter leben, wenn man in einem klimatisierten Haus sitzt, Wasser im Supermarkt einkaufen (oder den Wasserhahn aufdrehen), sich per Uber Essen holen und für Strom (damals, anno 1540, noch nicht mal in Träumen vorstellbar) einfach die Steckdose verwenden kann. Mit seinem iPhone kann man derweil seine Bekannten anrufen und sich zusammen im Schwimmbad oder dem eigenen Swimming-Pool erfrischen. Und wenn man schon keine Klimaanlage hat, ist man zumindest für den Ventilator dankbar. Keine dieser Möglichkeiten stand den Menschen von 1540 zur Verfügung. Sich dies immer wieder bewusst zu machen – die Tatsache, dass es materiell gesehen noch nie eine Zeit in der Geschichte der Menschheit gab, wo das Leben besser und einfacher war – und sich auch immer wieder bewusst zu machen, wieso das der Fall ist, ist von essenzieller Bedeutung. Mit dem Aufstieg des Kapitalismus und der Industrialisierung vor etwas mehr als zwei Jahrhunderten begann dieser Prozess und hat sich seither stetig fortgesetzt. Selbst das Leben mit der Hitze hat dies zutiefst beeinflusst.
Und nach der Erfrischung im klimatisierten oder mit voll aufgedrehten Ventilatoren vollgestelltem Haus stets bei Wasser aus dem Supermarkt und Essen, das Uber bringt, vielleicht von einem anderen Kontinent, wenn die Lebensmittel doch auf dem Pilgerreisekontinent ausgegangen sein sollten, das Anstimmen der Lobgesänge auf Kapitalismus und Industrialisierung — selbst das Leben mit der Hitze zutiefst …
Was wohl in jener vergangenen Zeit Menschen ohne Swimming-Pools, ohne Ventilatoren, ohne Essen, ohne eigenen Wasserhahn und ohne eigene Steckdose in ihre Tagebücher über ihr Leben in diesen Tagen schrieben, wenn sie überhaupt noch Tagebücher besaßen, als wieder einmal Euer Wille geschah …
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