Was Österreich ohne Ibizkaja immer noch hätte: eine Bundesregierung mit diesem Innenminister und seinem Kurz

„Herbert Kickl keinen Platz in einer Regierung haben sollte. Er hat sich als Innenminister in verschiedenen Bereichen durch sein Verhalten eigentlich schon disqualifiziert, er hat dann am Höhepunkt der Ibizakrise in einer sehr sensiblen Phase für die Regierung und auch für die Republik aus meiner Sicht nicht richtig reagiert und das führt dazu, daß er mein Vertrauen für eine Regierungsfunktion nicht hätte.“

„Ich habe keine guten Erfahrungen gemacht mit Herbert Kickl als Innenminister.“

Das sagt in der gestrigen Nacht im Fernsehen Sebastian Kurz. Am 30. Juli 19 zu Armin Wolf.

Das heißt, ohne Ibizkaja würde es diesen Innenminister immer noch geben, auch heute noch, am 31. Juli 19, und Sebastian Kurz wäre immer noch und weiter …

Was wäre Sebastian Kurz immer noch und weiter? Einer, der siebzehn Monate lang nicht handelt, nichts tut, bloß zusieht, obgleich er weiß, daß vor allem einer stellvertretend namentlich genannt in dieser Bundesregierung sich in diesen siebzehn Monaten „disqualifiziert“ hat …

Was heißt das, sich zu disqualifizieren? Manchmal ist es gut und wichtig und notwendig, die vielen Bedeutungen von einem Wort anzuführen – Disqualifikation: Untauglichkeit, sich einer Sache unwürdig erweisen, sich unmöglich machen

Er, Kurz, hat also siebzehn Monate gebraucht, um eines zu lernen, den Stoff wenigstens soweit zu begreifen, daß einer untauglich, unwürdig, unmöglich ist.

Es gibt eine alte Wahrheit, daß jeder Mensch seine eigene Zeit nach seinen eigenen Fähigkeiten braucht, um etwas zu lernen, etwas zu verstehen, etwas zu begreifen. Auch ihm, Kurz, ist diese Zeit zuzugestehen, aber nicht in solchen verantwortungsvollen Positionen, dafür sind die Risiken zu hoch, die negativen Auswirkungen auf Menschen nicht in Kauf zu nehmen.

Ohne Ibizkaja hätte es Sebastian Kurz im Fortbestehen dieser Koalition vielleicht auch noch gelernt, in zwei oder drei Jahren endlich den Stoff, aus dem die FPÖ ist, erfaßt, nämlich daß nicht nur einer aus dieser Partei untauglich, unwürdig … also in einem halben Regierungsjahrzehnt das begriffen, was sonst in Österreich seit Jahrzehnten gewußt wird: die Unwürdigkeit der identitären Parlamentspartei zum Regieren …

… und dafür ist er nicht zu schelten, ist er, Kurz, doch mit dieser Lernschwäche gesegnet, die er mit gar so vielen Wählern teilt, mit der Lernschwäche gesegnet, die gar so viele Wählerinnen seit Jahrzehnten bestimmt, immer wieder diese Partei zu wählen.

Ohne Ibizkaja also hätte Sebastian Kurz den Menschen in Österreich weiter einen Innenminister zugemutet, der untauglich, unwürdig, unmöglich …

Ohne Ibizkaja also hätte Sebastian Kurz noch auf Jahre hinaus, zumindest bis zur nächsten regulären Nationalratswahl, den Menschen in Österreich zugemutet, daß sie mit diesem Innenminister weiter „schlechte Erfahrungen“ machen, so wie er, Kurz, in diesen siebzehn Monaten schon „schlechte Erfahrungen“ gemacht hat, freilich, mit einem wesentlichen Unterschied, die „schlechten Erfahrungen“ hatten und haben auf ihn, Kurz, im Gegensatz zu allen Menschen in Österreich keine Auswirkungen, vor allem keine schlechten; er, Kurz, würde nur irgendwann das Büro im Bundeskanzleramt für immer verlassen müssen, vom geistigen Alter her mit einer sofortigen Pensionsantrittsberechtigung.

Und wer einmal damit begonnen hat, Menschen dem auszusetzen, mit ihm schlechte Erfahrungen zu machen, hört damit je nicht auf, im Gegenteil, er muß die Dosis erhöhen und erhöhen, die Auswirkungen auf die Menschen durch diesen Innenminister, hätte es Ibizkaja nicht gegeben, hätten nur die Steigerung auf diesem begonnenen Weg erfahren: schlecht, schlechter, schlechteste, total schlechteste …

Von Sebastian Kurz kann nicht von einem Wiederholungstäter gesprochen werden, denn das setzte voraus, daß er Taten setzt, handelt, und wer, wie Kurz, siebzehn Monate lang einen Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen gewähren und vorführen läßt, sich siebzehn Monate lang dem aussetzt, mit einem solchen Mann schlechte Erfahrungen zu machen, kann schwerlich, ist unmöglich ein Mensch der Tat zu nennen, oder eigentlich schlimmer noch, auf diesem sonderlichen Weg doch ein Wiederholungstäter, ein Wiederholungstäter der Untätigkeit.

Aber wer einmal diesen stellvertretend namentlich genannten Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen machen ließ, ihn recht gerne weitermachen gelassen hätte, wäre ihm, Kurz, nicht Ibizkaja in die Parade gefahren, kann von den Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen nie mehr lassen, und so ist keine Überraschung, daß er sich schon dem nächsten Innenminister zugewandt …

Es war in der gestrigen Nacht keine Überraschung, daß er, Kurz, ein weiteres Mal die Gültigkeit seines ihn einzig vollauf getroffenen Porträts bestätigte, vor allem mit seiner Antwort auf die Frage von Armin Wolf, was denn der Unterschied zwischen dem Disqualizierten und — „in den öffentlichen Stellungnahmen gibt’s keinen Unterschied“ …

„In den Gesprächen, die ich mit FPÖ-Vertretern gehabt hab, wo Sie bekanntermaßen nicht dabei waren. Nein, aber wir hatten ja Vier-Augen-Gespräche, wir hatten Telefonate. Ich glaub, das wissen Sie, daß Sie nicht dabei waren, glaub ich, daß ist keine Überraschung für Sie. Als das Ibiza-Video veröffentlicht worden ist, gab es natürlich einen Austausch […] einige Telefonate mit Norbert Hofer und da gab’s natürlich aus meiner Sicht unterschiedlichste Überlegungen und eine davon war, gemeinsam mit Norbert Hofer die Frage zu stellen […] die Koalition fortzusetzen.“

Armin Wolf wird in der gestrigen Nacht erleichtert das Studio verlassen haben, jetzt mit Sicherheit zu wissen, daß er, Wolf, „nicht dabei war“, als Kurz mit Hofer … Vielleicht war bei Armin Wolf ein wenig Überraschung dabei, von Sebastian Kurz zu erfahren, was er selbst wissen sollte, also wo er, Wolf, wann wo dabei und wann wo er, Wolf, nicht dabei …

Exposition

Nutzen Sie die Gelegenheit, das Kurz-Zimmer im Bundeskanzleramt am Ballhausplatz in Wien zu besichtigen, die Revue passieren zu lassen, was ihn ausmacht.

Sie werden überrascht sein, was alles in einem Büro sich ansammeln kann, schon nach kürzestem Betrieb.

Angesammeltes kann nicht einfach entsorgt werden, zum Beispiel deshalb, weil die Entsorgungsinsel wegen Überfüllung gesperrt.

So bleibt vieles einfach liegen, auch Akte von Partnerinnen, all das liegt zuhauf im Zimmer herum, Fallengelassenes von Verbündeten.

Wenn Sie sich aber mehr dafür interessieren, welche Mittel, Stoffe, Gerüche Menschen zur Inspiration nutzen, um beispielsweise Sozialprogramme zu schreiben, Wirtschaftspläne zu entwerfen, Ökologiekonzepte zu verfassen, Clouds zu digitalisieren, dann ist Ihnen ein Besuch des Kurz-Zimmers mit den Kunschak-Kartoffeln in der Schublade unbedingt zu empfehlen.

Aber auch für den kunstinteressierten Menschen ist der Besuch des Kurz-Zimmers mit Sicherheit ein Genuß. Es kann mit einer Sensation aufgewartet werden. Zum ersten Mal wird sein ultimatives Porträt öffentlich gezeigt. Zu danken ist das dem Kunstsammler Karl Pferdinger, der sich freundlicherweise dazu bereit erklärte, es als Leihgabe für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Selbstkritisch muß aber zu dieser Exposition angemerkt werden. Ein Manko gibt es allerdings. Auch wenn unverschuldet und dafür nicht verantwortlich, es nicht selbst verschlampt. Es ist keine Multimedia-Ausstellung.

Im Bewußtsein, daß erst das Multimediale in der heutigen Zeit eine Ausstellung zu einer modernen macht, kann dennoch mit gutem Gewissen die Besichtigung des Kurz-Zimmers im Bundeskanzleramt nur wärmstens empfohlen werden.

Und mit einem höflichen Rat zum Schluß. Warten Sie mit dem Besuch nicht mehr allzu lange. Kurz sind zwei Monate. Dann wird das Zimmer entrümpelt, einer neuen Nutzung zugeführt, nichts mehr wird dann je noch daran erinnern, was für ein Zimmer es war, für kurz … der letzte Besichtigungstag ist der 29. September 19. Nach den Plänen nämlich ist vorgesehen, bereits am 30. September 2019 mit dem völligen Umbau des Bundeskanzleramts am Ballhausplatz, mit seiner Gesamtsanierung, mit seiner absoluten Neugestaltung nach modernsten Standards der Gegenwart zu beginnen. Nostalgische Menschen werden es wohl bedauern, daß es dann das Kurz-Zimmer in seiner bisherigen dunklen Ausgestaltung, mit seiner erdrückenden Täfelung und mit seiner schweren Möblierung nicht mehr geben wird.

Doch nun es gibt das Bekenntnis zum überfällig landesweiten Umsetzen des Leitspruchs: „Das Alte hat dem Neuen zu weichen“.

Eine Besichtigung des Kurz-Zimmers im Bundeskanzleramt ist somit besonders für sentimentale Menschen auch eine letzte Möglichkeit der Verabschiedung von der bisherigen Tradition mit ihrem Leitsatz, für den das Kurz-Zimmer raumgewordenes Symbol wie kein anderes ist: „Das Alte hat dem Alten zu weichen.“

In the heat of sentiment

In der Hitze der Nacht und vor allem in der Hitze der Gesinnungsnacht ist es keine Seltenheit, daß Menschen recht meinen, besonders mit einem Blick in Archive Menschen „überführen“ zu können.

Auch diesmal muß die Hitze der Gesinnung recht die Buchstaben in den Archiven zum Flirren gebracht haben, in den Nachtstuben der gesinnungsgemäß zensurierten Website eine Fata Morgana …

Was es tatsächlich auf sich hat, mit der Zeitungsmeldung aus dem Sommer 1975, auf die sich die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei im Sommer 19 bezieht, das muß nicht gesondert ausgeführt werden.

Kurz zusammengefaßt: FPÖ unzensuriert überführt, wie bereits ein kurzer Blick in Archive bestätigt, damit nur UNZENSURIERT fpö.

Kurz noch. Nein, es muß gar nicht geforscht werden, zu welcher Quelle diesmal die gesinnungsgemäß zensurierte Website bergauf kraxelt, welchen Quellenhahn sie dafür öffnet, sich selbst wieder ein weiteres Mal zu „überführen“. Aus welch recht besonderen Quellen … das ist ohnehin zur Genüge bekannt.

„Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ wurde gelöscht.

Die nun im Zuge der Löschung von allen sogenannten Social-Media-Accounts eines beurlaubten türkisen Teammitglieds ebenfalls gelöschte Website „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ war eine, die mit in einem Bild absolut kenntlich macht, was Sebastian Kurz …

Das aber ist noch zu viel. Damit wurde, mußte eingestanden werden, ihm mit seiner Partei noch zu viel …

Darum jetzt die einzige richtige Entscheidung. Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei löschen zu lassen.

Nichts erzählt deutlicher von Sebastian Kurz mit seiner türkisgetupften schwarzen Partei als die Mitteilung zur Suche nach der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei: „Die Seite ist nicht erreichbar.“ Nichts kennzeichnet Sebastian Kurz deutlicher als die leere Sprechblase und die leere Denkblase

Sprechblasen und Denkblasen sind seit jeher Symbol für das inhaltsleere Sprechen und das inhaltsleere Denken. Leere Sprechblasen und leere Denkblasen aber sind absolute Zeichen vor allem für jene, die bereits daran scheitern, es bis zur ersten Stufe zu schaffen, zum Inhaltsleeren, unfähig also sogar dazu, eine Sprechblase, eine Denkblase zu füllen.

Bloße Leeren.

„Edelweiß, hart wie Gletschereis“

Es gibt Geschichten, zu denen ein Roman selbst zu Wort sich melden muß, um zu verweigern, dafür zu sorgen, daß diese nicht …

Sogar ein Wirklichkeitsroman will nicht, daß so eine Geschichte aus der Wirklichkeit in ihm vorkommt.

Der Wirklichkeitsroman verweigert, diese Geschichte aus der Wirklichkeit als Kapitel in sich aufzunehmen. Diese Geschichte, die er Kurzwitz nennt.

Es muß ihm zugestimmt werden, diese Geschichte aus der Wirklichkeit taugt nicht als Kapitel in einem Wirklichkeitsroman, darüber ist sie zu kurz, für ein ganzes Kapitel, so rasch wäre dieses fertig, wie eben ein Kurzwitz.

Es ist der Witz von einem Mann, am Berg daheim, der, um nicht erkannt zu werden, ganz in einen Umhang eingehüllt, auf dem in recht großen Ziffern seine Nummer eingestickt.

Als Witz erzählt lautete diese Geschichte einfach wie kurz: Ein Mann zum Wolf: Reiß mei Platt’n — —

So einen Kurzwitz nicht als Kapitel haben zu wollen, der Roman kann verstanden werden. Stattdessen aber, bietet der Roman an, noch ein weiteres Kapitel über einen Sänger, der sich, tourismussozialisiert wie er ist, mountain man ruft, auch einer mit Umhang, auch einer am Berg daheim …

Auch sehr lustig, nein, lustiger, meint jedenfalls der Roman. Der Umhangmann singt doch so recht ehrenreich vom „Edelweiß“, das er „schützt“, und ist dabei „hart wie Gletschereis“ …

Es könnte, meint der Roman, ein langes Kapitel werden, in dem von jenen erzählt werden könnte, die mit Edelweiß im Gebirge blieben und dabei auch meinten, hart zu sein – „hart wie Kruppstahl“ …

Weit her war es nicht, mit ihrem Hartsein. Das kleinste Feuer, in das sie kamen, die geringste Hitze bereits ließ ihre Härte gänzlich schmelzen. Wären sie klug gewesen, dann hätten sie sich dafür entschieden, hart wie Verträge zu sein, wie Verträge von Krupp etwa bis zum heutigen Tage, so geschmeidig, so glättbar, so papieren …

Klüger sind sie wohl immer noch nicht geworden. Nun wollen sie wieder hart sein – hart wie Gletsche-reis, wollen weiter nicht hart wie Verträge sein – hart wie Kruppverträge etwa.

Bald wird es keine Gletscher mehr geben, aber nicht geschmolzen durch ihre selbst entfachten Feuer, wird wieder ihre Härte schmelzen wie das Eis „am Berg“, ohne Feuer verschuldet diesmal aber von allen …

Darüber ein eigenes Kapitel? Der Roman will die Zweifel nicht verstehen. Es wird mit ihm um einen Kompromiß gerungen. Schließlich die Einigung darauf, zwar keine Kapitel mit Kurzwitz und Hartsein wie Gleitscher-reis, aber für wenigstens ein paar Notizen, um irgendwann daraus vielleicht doch …

Duelle in Österreich

Ja, es kann bestätigt werden. Es wird recht heftig duelliert in Österreich.

Also in der Umsonst.

Duelle gegen Zahlen.

Duelle gegen einfachste Sachverhalte.

Immer wieder ein Duell gegen Zahlen.

Duelle gegen Zahlen.

Es wird in der Österreich duelliert auf Wahrheit komm raus. Die Wahrheit kommt raus, aber nicht in der Österreich.

Und nun ein weiteres Duell. Das Duell gegen die wörtliche Wiedergabe.

Es erübrigt sich, genau auszuführen, daß Alfons Haider und Andreas Gabalier es nicht so sagten, wie es die Österreich zitiert. Zitieren, wie breitest gewußt wird, außer in der Österreich, heißt, es wörtlich genauso wiedergeben, wie es gesagt wurde.

Duelle über Duelle also in der Österreich. Es scheint aber in der Österreich ein Hauptduell zu geben, unabhängig von Themen und Anlässen, nämlich das Duell gegen die Bildung.

Der Sonntagspsalm des Prof. Dr. Jörg Meuthen auf Andreas Gabalier und Xavier Naidoo

Nun, nach einer endlich wieder durchgeschlafenen Nacht, von keinem Lärm zum Wachsein verdammt, setzt sich mehr und mehr die Meinung durch, es war bloß eine Phantasie, in der Starnacht am Wörthersee auch die Stimme von Prof. Dr. Jörg Meuthen durch die geschlossenen Fenster gehört zu haben, sein Loblied, seine profund positive Einschätzung des Liedes „A Meinung ham“ von Andreas Gabalier.

Es muß etwas durcheinandergekommen sein, hervorgerufen wohl durch den Lärm. Nervtötender Lärm kann vieles verursachen, vieles hervorrufen, auch Phantasien als Wirklichkeiten gebieren. Mit Phantasien, insbesondere Verschwörungsphantasien hat Xavier Naidoo wohl mehr Erfahrungen, wird darüber fundamental Auskunft geben können.

Ausgeruht, endlich wieder ausgeruht, unbelästigt von blecherndem Lärm, kann mit Bestimmtheit die Meinung vertreten werden, Prof. Dr. Jörg Meuthen von der Partei mit der Kurzbezeichnung AfD stimmte das Loblied nicht auf der Stadionbühne an, sondern auf der Plattform des Unternehmens Twitter, der Lärm und nicht die Wirklichkeit war es, der die zwei Plattformen miteinander verschränkte.

„Was für eine phantastische Kombination aus herrlicher Musik und so kraftvoller wie wichtiger Botschaft: Danke, Andreas Gabalier und Xavier Naidoo, für dieses wundervolle Lied!“

Dann wurde das auch nicht auf der Seenplattform gesehen, durch die geschlossenen Fenster, die Laufschrift von „Vaterlandsverräter“ und „ohne Fremdbestimmung“ – sondern auf der Plattform des Unternehmens …

Nun, nach einer Nacht, in der endlich wieder durchgeschlafen werden konnte, wird gedacht, setzt sich die Meinung durch, wie gut, keine zweite Nacht ohne Schlaf erlebt haben zu müssen. Wie leicht hätte es sich diese Phantasie, Meuthen auf der Seebühne mit Lob für Gabalier und Naidoo, als Wirklichkeit im Gehirn festsetzen können, und dann mit „felsenfester Meinung“ hinausgegangen, überall herumerzählt, das sei tatsächlich so passiert, auf der Bühne, am See bei Klagenfurt, in Kärnten. Wie recht hätte dann etwa Naidoo gegeben werden müssen, wenn dieser sagte, das sei eine Verschwörungstheorie, mit einer Einschränkung, mit Theorie haben Verschwörungen nichts zu tun, Verschwörungen sind keine Theorien, Verschwörungen sind nur Phantasien, Phantastereien, oft oder immer ausgelöst durch Kleinigkeiten, Nebensächlichkeiten, die stören, für eine Verschwörungsphantasie kann es schon reichen, eine Nacht nicht schlafen zu können, ein auch durch lärmdichte Fenster nicht gedämmter Lärm vom See her …

„A Meinung ham“

Es war nicht zu verhindern. Noch durch die geschlossenen Fenster waren die Musik und die Stimmen oder der Lärm zu hören. An diesem gestrigen Samstag, in Klagenfurt, beim See, in Kärnten.

War der Lärm der Stimmen von Alfons Haider und Andreas Gabalier deutlich zu hören. Der Schlaf soll nicht umsonst geraubt worden sein. Was für ein Lärm drang durch die geschlossenen Fenster? Vor allem, welcher Lärm schmerzte mehr? Es ist entschieden.

Der Gejammerlärm von Andreas Gabalier war zwar laut, aber schmerzlos, das üb(e)liche Getöse. Sein Gejammer über den „Gegenwind aus kleinen Randgruppierungen“ …

In das Gejammer hinein das Gerede der Moderatorin, deren Name nicht zu verstehen war, von der „gepanzerten Weste … schußsicher“, sie meint, Gabalier trage eine „gepanzerte Weste – schußsicher

Hingegen der Erwiderungslärm von Alfons Haider, das Schmerzvolle, in seiner vermeintlichen Ansicht, etwas Gutes darauf sagen zu müssen: „Aber, Andi, das stimmt schon. Aber das ist das Schöne an der Demokratie, daß auch die kleinsten Randgruppen noch Rechte haben.“

Und dann wieder Musik oder Lärm, Textlärm von Andreas Gabalier: „A Meinung ham“ …

Traurig. Recht traurig. Wie einer meint, er hätte eine Meinung, und hat in keiner Weise eine Meinung, sondern bloß das von „ham“ – daham

Und, so lärmt er groß, er will „dahinter stehn“ … nur vorne ist nichts, vor allem keine Meinung. Er redet nach, was alle reden, die „die Welt mit eigenen Augen sehn“ von daham … und „ollas glauben wos a poar so red’n … die Ollas sind zum Platzen gefüllt mit diesen hamigen Meinungen und damit sie nicht platzen, müssen aus diesen Ollas die Meinungen ständig von allen abgelassen werden …

Traurig. Recht traurig. „Dahinter stehn“ zu wollen. Hinter dem Nichts. Und es kann auch vorkommen, daß er etwas nachredet, auch diese Nachrede als seine Meinung erneut mißversteht, und nicht einmal weiß und nicht versteht, was er nachredet

Während das Gesagte deutlich zu verstehen war, ist es nicht gewiß, ob der Text des Liedes, zu dem, wird angenommen, ohne es von dem Schlafzimmerfenster aus sehen zu können, der gesamte Meinungschor auf der Bühne Aufstellung nahm, auch tatsächlich Wort für Wort so gesungen wurde, wie dieser mitgeschrieben wurde.

Ministro dell’identitario, il camerata degli gatti

Kurz noch, zu einer Frage, die sich ebenfalls stellt, nicht erst seit einer der Innenminister sein Herz verlor an …

Wie weit es wohl her ist, mit der Zuneigung zu Tieren, wenn keine Kameras dabei sind, oder nur die eigenen Kameras, zum ehrenstolzen Aufnehmen für den eigenen Gesinnungsbund?

Ebenso tief wohl, wie jene von Attila. Von den tiefen Neigungen Attilas gibt es keine sogenannten Selfies. Er hätte sie wohl gemacht, hätte es damals bereits sogenannte Smartphones gegeben. Einer seiner bürgerlichen Kameraden hätte davon mit Bestimmtheit ein sogenanntes Handyvideo gemacht und es gleich über SM verbreitet, wie Attila mit seinem Gürtel eine Katze festschnallt und sie, die Katze, dann umbringt, indem er gegen die festgeschnallte Katze rennt, mit seinem Schädel der Katze kleinen Körper zertrümmert, und sogleich mit katzenblutverschmiertem Schädel ein Gesinnungslied brüllt, in das seine bürgerlichen Kameradinnen in der Sekunde einstimmen und ihm, von ihnen zu ihrem Führer erkoren, dann folgen, gegen alle …

Und doch gibt es Aufnahmen davon, wie Attila mit seinem Schädel eine Katze mordet. In Novecento

Später, im Film, zertrümmert Attila noch einmal, aber nicht mit seinem Schädel eine Katze, sondern den Kopf eines Kindes, nachdem er und seine bürgerliche Lebenspartnerin das Kind für ihre sexuellen Ausschweifungen mißbrauchen, mordet er mit seiner bürgerlichen Gefährtin das von ihnen vergewaltigte Kind. Und eine Gesinnungskonstante gibt es über eine Ewigkeit, nicht erst seit der Entstehung dieses Films, und zwar die des Abschiebens der eigenen Schuld auf alle anderen. Attila und seine Bürgerliche schieben ihre Vergewaltigung und ihren Mord ab auf einen anderen, ein daran vollkommen unschuldiger Mann soll für ihr Verbrechen und für ihren Mord bestraft …

Neunzehnhundert, ein Film, der nicht zum ersten Mal einfällt, wenn es um diese Gesinnungsbündnisse geht, in der Gegenwart, und vor allem um, kurz zusammengefaßt, ihr Umfeld, das sich dieser zu bedienen meint zu müssen, um ihre wohl noch tieferen Neigungen auszuleben, ihre tiefen Interessen gegen alle durchzusetzen, am Ende aber nur ein Scherbenhaufen, alles zertrümmert …

NS Für Menschen in Österreich ein Übersetzungshinweis. „Gatti“ ist nicht österreichisch zu übersetzen, es geht nicht um Unterhosen, die auch sonntags nicht rein …

NNS In Italien wird eine kenntliche Bezeichnung für diesen Innenminister notwendig: Il ministro dell’identitario – ein Minister aus dem Internen der …