Die gestrige Sendung von Jan Böhmermann ist nur dann als eine Satire einzustufen, wenn die Sendung über ein Land gewesen wäre, das es gar nicht gibt, aber dieses Land gibt es, und es heißt Österreich.
In Deutschland kann die gestrige Sendung über die Zustände in Österreich nach wie vor als Satire gesehen werden, aber in Österreich diese gestrige Sendung als Satire zu sehen, ist unmöglich. Denn es ist, einfach wie kurz gesagt, die österreichische Wirklichkeit, in der gestrigen Sendung von Jan Böhmermann kurz zusammenfaßt …
Erschreckend daran ist, wie diese Wirklichkeit hingenommen wird, in Österreich, wie zu beneiden hingegen sind die Menschen in Deutschland, die solche Zustände als bloße Satire nun genießen können, gemütlich vor den Fernsehapparaten, während in Österreich die Menschen in einer Satire leben, dabei in der selbstgewählten Unwissenheit, nicht in eine Satire hineingezogen zu sein.
Satire ist aber für Österreich zu hoch gegriffen, und das dürfte auch Jan Böhmermann wissen, dessen gestrige Sendung wie ein Comic ablief. In ihrer selbstgewählten Unwissenheit, daß ihr Land kein Comicland ist, leben die Menschen in Österreich mehr und mehr in einem Comic, vor allem seit diese Figur zum ersten Mal zum Bu…
Übrigens, hätte Jan Böhmermann die Frage gestellt, weshalb Sebastian Kurz an Gernot Blümel festhält, wäre das eine klassische satirische Frage,
Entziehe mich nun wieder der Böhmermann-Debatte mit der Frage, weshalb @sebastiankurz an @Gernot_Bluemel festhält? Unabhängig von Vorgängen und Vorwürfen überzeugt der Finanzminister einfach fachlich und inhaltlich nicht, um es zurückhaltend zu formulieren
aber diese Frage stellt an diesem 8. Mai 2021 Claus Pándi, weshalb also Sebastian Kurz an Gernot Blümel festhält, ebenso hätte er, Pándi, fragen können, warum die symbiotischen Zwilingsbrüder mit denselben Träumen aneinander festhalten, Fix an Foxi oder Foxi an Fix …
Katja Wagner Ich habe natürlich auch meine Recherchen dann versucht mitzuteilen, Kollegen, und da kam eigentlich durchwegs die Antwort: Na ja, was ist jetzt die Geschichte dran? Das wissen wir doch eh alle. Und das hat mich dann doch recht erstaunt, daß das so die einhellige Meinung ist: Na ja, das wissen wir alle in der Branche, das brauchen wir gar nicht berichten.
Sie werden jetzt vielleicht fragen wollen, was hat dieser Medienmanager mit dem Flakturm zu tun, genauer, mit dem Text, der nun als
„Smashed to pieces“-Projektion startet: Wien hat seinen Weiner wieder … hat es zuletzt eine Einigung zwischen dem Bundesdenkmalamt und der Wiener Sammlerin Franziska Hausmaninger über die Projektion des Lawrence-Weiner-Werkes „Smashed to pieces (in the still of the night)“ auf den Schwanzer-Trakt der Angewandten gegeben. Unklar war bisher, wann sie beginnen kann. Die Universität für angewandte Kunst teilte nun mit, dass die Aktion diesen Mittwoch um 20.45 Uhr starten soll. Für Rektor Gerald Bast sind heute in „Zeiten gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche mit zunehmenden sozialen Spaltungstendenzen und Zeichen des Zerbrechens eines ohnedies fragilen gesellschaftlichen Zusammenhalts auch ganz andere Lesarten der Arbeit von Lawrence Weiner denkbar“, heißt es per Aussendung.
Was ist jetzt die Geschichte daran?
Es wissen doch ohnehin alle, daß dieser Text „Smashed to pieces“ seit langem auf dem Flakturm im Arenbergpark steht, weithin sichtbar.
Das braucht doch gar nicht berichtet zu werden, nur weil es auf dem Schwanzer-Trakt ein weiteres Mal …
Seit langem auf einem Flakturm, nur halt nicht mehr auf dem Flakturm im Esterházypark. Und eigentlich unter Einbeziehung der Geschichte immer noch auf einem Flakturm in einem von einem Esterházy angelegten Park …
Es war also immer öffentlich. Gesehen wurde es nur nicht. Nun ist es zweimal öffentlich. Für die Verdoppelung seiner Öffentlichkeit bemüht eine Zeitung gar eine goethesche Paraphrase: „Es werde Licht!“ Vielleicht war „Mehr Licht!“ nicht Goethes letzter Satz.
Am Licht aber mangelt es nicht. Es wurde und wird bei Tageslicht nicht gesehen, was öffentlich war und ist, auch im Arenbergpark, und es wird bei eingeschaltetem Licht nicht gesehen werden, was auf dem Schwanzer-Trakt, soll es doch zur nachtschlafenden Zeit projiziert werden.
So viel Öffentlichkeit, so viel Licht, und so viel Dunkelheit.
Vielleicht war Goethes letzter Satz: Mehr nicht!
Nein, die Zeitung bemüht nicht Goethe, sondern zitiert wortgetreu die biblische Hauptfigur: „Es werde Licht.“ Das Unglück aber nicht nur für diese Figur ist es, daß der Hauptfigur, die nichts als Finsternis sieht, nie gesagt ward, Licht gibt es mehr als genug.
Übrigens, für den Fall, daß einmal eine Geschichte gesucht werden soll, die dann tatsächlich nicht allen ohnehin bekannt ist:
Es gibt noch einen Text auf diesem Flakturm im esterházysch angelegten Arenbergpark, darunter auf der anderen Seite:
„historysteria WA(R)S YOU tie(d) world“.
Oder wenn, weil gedacht wird, ein Text ist nicht öffentlich, wieder für eine Projektion ein Text gesucht wird, um einem Text eine verdoppelte Öffentlichkeit großzügig zu bescheren, dann ist dieser Text von der Künstlerin Marianne Maderna dafür geeignet, wie kaum ein zweiter Text.
Menschen, die einen Roman lesen, fragen oft schon beim ersten Auftreten einer Figur, was wird wohl aus dieser werden.
Sie lesen im Roman weiter, oft nur, um zu erfahren, wie es mit dieser einen sie interessierenden Figur in der Geschichte weitergeht.
Aber mit manchen Figuren geht es, einfach wie kurz gesagt, nicht weiter.
Sie treten in einem einzigen Kapitel auf, und dann, nie wieder.
So sollen die Menschen, die wegen dieser einen einzigen sie interessierenden Figur zur weiteren Lektüre des Romans sich verleiten haben lassen und nun seit Hunderten von Kapiteln auf das neuerliche Auftreten ihrer sie einzig interessierenden Figur mit diesem Kapitel eine Entschädigung erhalten.
Diese sie einzig interessierende Figur tritt zwar in diesem Kapitel nicht mit Neuem auf.
Denn es gibt von ihr nichts mehr zu erzählen, außer, daß sie gestorben ist.
Sie ist tot, das ist, einfach wie kurz gesagt, aus ihr geworden.
Die Todesmeldung ist die Entschädigung für die Lesenden, die so lange darauf warteten, geduldig oder nicht, wieder etwas von ihrer sie einzig interessierenden Figur zu lesen.
Die Todesmeldung hätte, vielleicht, in einen schöneren Satz gebracht werden können. Es gibt Beispiele aus Romanen, die für diese genommen hätten werden können, die zu dieser Figur passend hergerichtet hätten werden können:
Die Zeitungen meldeten noch am Abend Ludwigs Tod, der eine Weltnachricht geworden war, die aber niemand erschütterte.
Oder diesen Beispielsatz, der in Österreich wohl zum Sieger gekürt werden würde:
Und noch desselben Tages empfing eine respektvoll erschütterte Welt die Nachricht von ihrem Tode.
Dabei muß eingestanden werden, nicht zu wissen, ob die Medien noch am selben Abend ihren Tod meldeten, ob die Nachricht von ihrem Tode also noch desselben Tages verbreitet wurde.
Der Tod eines Menschen ist stets eine letzte Gelegenheit, etwas nachzuholen, das verabsäumt wurde, das also zu erzählen, was noch nicht erzählt wurde, das Kapitel
endlich zu vervollständigen, in dem diese Figur das erste Mal auftrat.
Der Tod eines Menschen ist auch die Stunde, in der über ihn nichts Schlechtes mehr gesagt werden soll, die Stunde, in der zu ihm nichts Gutes mehr gesagt werden kann. Er allein soll das Wort noch haben, und mit ihm jene, mit denen er sprach, um zu verstehen, weniger wie er war, mehr wie die Menschen sind in dem Land, in dem er lebte – in seinem Fall in Österreich …
Karl Löbl sagt, dies sei die interessanteste Diskussion in dieser Sendung seit Jahren. Es geht in dieser darum, ob der Mensch vom seinem Werk getrennt werden könne.
Christa Ludwig ist für die Trennung von Mensch und Werk. Weil für sie sei die „Musik das Wichtigste“, die Musik von Richard Wagner, die so „schön“ sei. Sie, Ludwig, sagt auch, es seien „alle in der Partei“ gewesen, sie seien aber „nicht alle Nazis“ gewesen. Gottfried Wagner weist auf die wagnerische Gesinnung in seinem Werk hin, wie er seine Gesinnung in seiner Musik verankerte. Und Karl Löbl fragt, ob er, Wagner, das „wissentlich“ getan habe, ob er, Wagner, dies mit dem „Kopf oder mit dem Bauch“ … Heinz Sichrovsky fragt, wo denn das Problem sei, wenn einer als schirch, bucklig und geldgierig von Wagner dargestellt werde, und er, Sichrovsky, sei gerne in der Wagner-Welt …
Dabei ist die zentrale Frage in dieser Diskussion, die Karl Löbl als die interessanteste in dieser Sendung seit Jahren findet, ob der Mensch von seinem Werk getrennt werden könne, ob Richard Wagner seine Gesinnung in sein Werk einarbeitete, bereits beantwortet, ehe die Diskussion darüber begann, durch Heinz Sichrovsky in derselben Sendung, in der er sich im unmittelbar davor gebrachten Beitrag zu seinem Buch interviewen läßt, wenn er sagt:
Rudyard Kipling hat in seinem gesamten Werken ununterbrochen freimaurerische Subtexte verborgen … Das Gedicht „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius, eines der schönsten Gedichte deutscher Sprache, später mit „Abendlied“ betitelt, ist der Anhang an einen freimaurerischen Text des Bruders Matthias Claudius in seinen sämtlichen Werken und man kann sehr genau eine Art freimaurerisches Leben rekonstruieren.
Es erzählt aber wieder einmal auch einiges über dieses von dieser Runde exemplarisch repräsentiertem Land, in dem es ganz ohne Diskussion klar ist, daß ein Mensch, der ein „Freimaurer“ ist, nicht von seinem Werk zu trennen ist, daß ein Mensch, der ein „Freimaurer“ ist, selbstverständlich in sein Werk ununterbrochen freimaurerische – also seine Gesinnung in sein Werk einbringt, während bei einem Richard Wagner, wie von dieser Heinz Sichrovsky bedienten Runde, schon zu fragen ist, ob er in sein Werk überhaupt seine Gesinnung, ob sein Werk nicht nur Musik ist, nichts als herrliche, wunderbare, schöne Musik frei von jedweder Gesinnung, jedweder Weltanschauung, sozusagen reineMusik, die Adolf Hitler etwa bis in sein Geschlecht hinein …
Seinen „Kulturauftrag“ serviert Heinz Sichrovsky gleich zu Beginn der Sendung, „den ich mir selbst schon im zarten Stehplatzalter erteilt habe, verantwortlich dafür war Richard Wagner, der mich mit bis heute ungemilderten Folgen hypnotisch überwältigt hat“, sehen auch Mannen und Frauen der identitären Parlamentspartei, die für kurz auch Regierungspartei wieder einmal war, für sich als Pflicht an, der ihnen ebenfalls ein Wagnerauftrag ist, so wie dieser für Christa Ludwig ein Auftrag ist, Wagner von seinem Werk zu trennen, ist dieser jenen von der identitären Parlamentspartei der Auftrag, zu verkünden, Wagners Zeilen seien antisemitismusfrei …
„Hinterher“, sagt Christa Ludwig, „ja da ist gut reden, hinterher“ … Was wohl Friedelind Wagner ihr, Ludwig, geantwortet hätte, die nicht hinterher ja gut reden wollte, sondern …
Es wird nicht gewußt, welcher Spruch auf dem Grabstein von Karl Löbl steht. Wie passend es doch wäre, stünde auf seinem Grabstein: „Etwas ganz Aktuelles.“
Das sagt Karl Löbl in dieser Sendung mit dem moderierenden Kellner. Und dann erzählt er, Löbl, etwas ganz Aktuelles, von Leonard Bernstein und Helmut Wobisch, also daß Wobisch für Bernstein sein „Lieblings-Nazi“ gewesen sei.
Das löblische Aktuelle muß also zum Zeitpunkt der Sendungsausstrahlung, 14. Mai 2013, an die fünfzig Jahre her …
Es gab einen Vorstand der Wiener Philharmoniker namens Helmut Wobisch, der war SS-Mann, war trotzdem Vorstand der Philharmoniker. Über den hat Lenny Bernstein gesagt, wie ich ihn gefragt habe, wissen sie das: „Das ist in dem Orchester mein Lieblings-Nazi.“ … Ist das ein Satz, den sie verstehen und tolerieren oder eher verurteilen?
… und ein halbes Jahrhundert später noch stolz darauf, mit Leonard Bernstein ganz allein ein Geheimnis im Zusammenhang mit dem lange gewesenen Orchestergeschäftsführer zu teilen, das aber wohl ganz Wien mit Wobisch und Bernstein geteilt hat, nach weiteren Berichten über diese Aussage von Bernstein, getätigt vor einem halben Jahrhundert.
Menschen, die sterben, kommen in ein Grab mit einem Grabstein, oder in eine Gruft mit einer Platte oder in eine Urne, die dann hinter einer Tafel … Nicht selten kommt zum Namen, zum Geburtsdatum und zum Sterbedatum darunter ein Spruch noch hinzu. Was könnte, stürbe Österreich, und bekäme Österreich einen Grabstein oder eine Gruftplatte oder eine Urnentafel, für ein Spruch auf seine Tafel oder auf seinen Stein oder auf seine Platte … es gäbe keinen besseren als diesen von Karl Löbl, mit dem er etwas Aktuelles vor einem halben Jahrhundert zum ganz Aktuellen ein halbes Jahrhundert …
„Alles, was da an Me-Too-Märchen folgt, ist frei erfunden“, bestreitet Fellner die Vorwürfe … Auch habe er sie nie „Nutte“ genannt. Das widerlegt ein Audio-Mitschnitt, den Scharfs Anwalt Michael Rami als Transkript überraschend vorlegte. „Mit dem Wort ‚Nutte‘ habe ich mich nur über ihre Kleider geäußert“, entgegnete Fellner dann doch. Und, sich keines Unrechts bewusst: „Warum soll das eine sexuelle Belästigung sein, wenn ich über die Kleider rede? Da ist keine einzige sexistische Aussage, die sich auf die Figur bezieht.“ Wegen des Tonband-Beweises erklärte Fellner auch, was er gemeint habe, als er Scharf sagte, ihre Vorwürfe gegen ihn seien „lebensgefährlich“. „Ich habe rufschädigend gemeint und es aufs Berufliche bezogen.“
Es ist doch bloßes Berufliches. Bei ihm. So macht er, Wolfgang Fellner, Fernsehen. Für Österreich. Es muß ihm das jetzt wohl recht unverständlich vorkommen, für sein Berufliches vor Gericht …
Wolfgang Fellner Je später der Abend, desto schöner die Gäste. Willkommen … willkommen … jedem Österreicher bekannt als Tierchen von … Aber wenn ich schon ein sexy Betthupferl für Sie heute aufbieten darf, dann ist … eines der besten, daß man in Österreich zu bieten hat …
Ein pikantes Geheimnis hat. Denn die … ist schwanger. Und zwar, was man ihr nicht ansehen würde, mit dem dritten Kind bereits …
Und plötzlich schlägt der Storch ein. Und jetzt fragt man sich, wer ist der Storch. Denn das Interessante ist ja, daß die … sozusagen das Lieblingstierchen oder die Lieblingsbegleitung des … ist, mit ihm gerade auch sehr intim auf den Mal. war … Ist der … mit seinen was weiß ich wie viel Jahren wirklich der Vater von diesem …baby …
Ist er nicht? Hat es einen Vaterschaftstest gegeben? Von nix kommt nix.
Sondern, der Vater ist wer?
Das ist der Serienproduzent, der bereits die Tochter produziert, den Sohn und jetzt ein drittes Baby … Bevorzugter Samenspender …
Ja, klar … Es gibt Mütter: drei Kinder drei Väter, drei Kinder zwei Väter, manche auch drei Kinder vier Väter, soll es alles geben, bei dir wäre eigentlich das naheliegende Modell: drei Kinder vier Väter, weil noch der … dazukommt. Und ich mein, wenn ich dein Mann wär, ich hätte dich längst hinausgehaut. Weil welcher Mann, welcher Samenspender, welcher Produktionsmeister dieser Qualität wie dein … läßt sich das gefallen, daß du permanent mit dem … beieinander bist …
Du bist in der … angestellt. Was machst du dort, außer daß du eine wunderschöne Erscheinung bist … Also für dich würden schon viele in die … gehen, für diesen Anblick. Aber was ist dein Job?
Hey, das ist aber geil, das heißt, wenn man in die … reingeht, begegnet man als erstes der … Von wie viel bis wie viel Uhr?
Und dann gibt es Tage, dann bist du mit … auf Urlaub? Das gehört zum Job dazu oder ist privat? Das ist im Gehalt nicht inbegriffen? Es hätte ja sein können, daß man sagt, zu deinem Job gehört dazu, daß du mit … auch auf Urlaub fährst. Der Job ist, du sitzt im Infopoint in der … Teilweise aber nicht, weil du bevorzugt mit … auf Urlaub fährst. Der … muß ja mörderisch verknallt in dich sein, der nimmt dich ja überall hin mit.
Das würde mich eh interessieren, euer Verhältnis. Weil ein normaler Österreicher kann sich das ja nicht ganz vorstellen. Seit was weiß ich wie viele Jahren … Wir nähern uns dem 10-Jahres-Jubiläum … Zehn Jahre … liebt … oder … liebt eher …, würde ich sagen, wie es sich darstellt.
Zehn Jahre kennt ihr euch jetzt. Und jetzt ist natürlich die Frage … jeder Zuschauer würde sagen, der ist deppert, wenn ich die Frage nicht stelle. In all den zehn Jahren kein einziges Mal Sex?
In zehn Jahren kein einziges Mal Sex. Das heißt, ihr schläft zwar im selben Bett, weil auf den Mal. gibt es ja nur ein Bett, wie wir wissen, in diesen … Hotels, aber kein Sex, oder schläft ihr nicht im selben Bett und muß er am Fußboden schlafen?
Und dann wart ihr im selben Bett, unter derselben Decke? Aber keusch. Von nix kommt nix. Auf den Mal. wart ihr jetzt auch eine Woche lang im selben Bett oder hat er am Strand geschlafen?
Seit zehn Jahren … was ist das eigentlich, ein Lebensmensch, ein Verehrer oder ein Verrückter, der auf dich geil ist?
Er führt Schmäh oder er erklärt dir intelligente Dinge, erklärt dir die Politik, oder erklärt dir den Sex, was tut er denn eigentlich die ganze Zeit?
Ich weiß nicht, ob sofort jede Mutter mit zwei Kindern mit dem … auf die Mal. fliegen würde.
Und was sagt der … dazu, der ist ja der Vater von den zwei Kindern? Ist der eigentlich die große Liebe oder nur der Samenspender? Was ist der eigentlich in dem ganzen Spiel, in dieser Dreiecksgeschichte?
Lebt ihr zusammen, der … und du?
Gelegentlich kommt der … vorbei, für die Bedürfnisse, die du mit dem … nicht stillen kannst. Schon offenbar, weil von nix kommt nix. Ihr habt wahrscheinlich auch Sex miteinander offenbar, weil ohne Sex wurde noch kein Baby gezeugt, zumindest in Österreich noch nicht. Also der … kommt vorbei, wenn du Sex willst?
Also eine richtige Beziehung, ja, was ein Österreicher oder auch ich unter einer richtigen Beziehung verstehe, da bin ich vielleicht ein bisserl neben den Gleisen aus deiner Warte gesehen, aber wenn ich eine richtige Beziehung mit dir hätte, würde ich dir nie erlauben, mit dem … auf die Mal. zu fahren, da würde ich sagen, liebe …, tschau mit au.
Jetzt warts ihr aber eine ganze Woche in den Mal. Zwei Wochen sogar, um Gottes Willen bitte, da weiß ich gar nicht, ob ich das mit einer wirklichen Beziehungsfrau aushalten würde … Ist ja auch der … zu bewundern, nicht nur du. Jetzt wart ihr zwei Wochen auf den Mal.
Trotzdem ist in den zwei Wochen nichts passiert? Das kann ich mir nicht vorstellen. Also ich kenne den … und weiß, er eine gewisse Affinität für Frauen hat, der hat nie versucht, mit dir Sex zu haben, das gibt es ja gar nicht, wenn ich dich so anschau, das ist ja unmöglich. Kompliment auf jeden Fall. Das kann ich mir gar nicht vorstellen, daß der zwei Wochen es neben dir aushält, ohne sich Sex mit dir zu wünschen. Also der hat definitiv nicht versucht, mit dir Sex zu haben?
Von Wolfgang Fellner ausgefragte Frau: Ich glaube, er war ja sogar einmal da, nach dem Interview. Habts ihr ihn nicht gefragt?
Wolfgang Fellner: Aber du mußt es ja wissen, ob Sex … Und er hats nie versucht? Er hat dich nie begrapscht oder sonstwas, nix? Echt wahr? Ist dir überhaupt schon einmal ein Mann passiert, der keinen Sex mit dir haben wollte? Das ist ja schwer vorstellbar.
Bist du eigentlich gern in der Zeitung? Taugt dir das, wenn du sie aufschlagst und dich siehst? Ist das etwas, was dir was gibt?
Jetzt hast du einen Mann, der ist sozusagen deine körperliche Liebe, richtige Liebe oder nur körperliche Liebe?
In der Umgebung von … bist du nicht wohlgelitten, bei der … muß man nur … sagen, dann verdreht es ihr die Augen, dann den Magen und dann sagt sie, sie hat den Namen noch nie gehört …
Sowohl die Tochter als die Ex-Frau von … lieben dich nicht wie der …
Vielleicht mit gewissen Figurelementen, die du hast, schwer zurechtkommt, oder? Könnte ich mir vorstellen, wenn man da so rüber schaut bei dir, die Fernsehzuschauer, könnte ich mir vorstellen, daß die Fernsehzuschauer erahnen, warum die … mit dir ein Problem hat. Es könnte der Ausschnitt sein zum Beispiel, der Busen.
Und der … liebt dich?
Hat er dir das schon einmal gezeigt, daß er dich liebt?
Du, und das bleibt jetzt so? Ein Baby und zwei Väter praktisch? Der … und der … und du dazwischen.
Meine Damen und Herren, das war, glaube ich, wirklich lustig. Danke … Ich mag diese Interviews mit dir wirklich gern, weil sie sexy sind, weil sie lustig sind, weil sie eigentlich zeigen, daß die … schon ein sehr symphatischer Mensch ist und auch sonst noch andere Qualitäten hat, wie Sie sich ja überzeugen können, in diesem Sinn wünsche ich Ihnen jetzt eine gute Nacht mit der … als Betthupferl.
Alles dies aus einer einzigen, gerade einmal knapp zweiundzwanzig Minuten dauernden Sendung, aufgenommen genau auf dem Platz, wo sonst Woche für Woche Männer hocken, manche zu Stammgästen an der fellnerischen Theke zu …
Die fellnerische Anstalt nennt sich „oe24“. Es wurde stets gerätselt, wofür die Zahl „24“ steht; vielleicht ist die Zahl „24“ das, was für andere Männer ihr pferdeherdenstarker Sportwagen mit schier langgezogenem …
Wegen der steigenden Armut sei hier Missbrauch moralisch verwerflich und unsolidarisch, erklärte Nehammer, und: Der Staat sei „kein Selbstbedienungsladen, und Sozialbetrug ist kein Kavaliersdelikt“.
Jährlich entgehen den EU-Staaten laut EU-Kommission 130 Milliarden Euro an Steuereinnahmen durch Steuerflucht, Steuerhinterziehung und Steueroptimierung. Allein für Österreich beläuft sich der Entgang auf 9 bis 13 Prozent der Körperschaftssteuer; gut eine Milliarde Euro.
Allein also der jährliche Entgang durch Steuerflucht, Steuerhinterziehung und Steueroptimierung bei der Körperschaftssteuer von einer Milliarde Euro …
Es braucht mehr Wirtschaftsbildung, insbesondere zum Prinzip der Opportunitätskosten. Wenn ich mein Erspartes zu 2% Zinsen anlege, während ich bei selbem Risiko woanders bis zu 5% kriegen könnte, mache ich nicht 2% Gewinn, sondern 3% Verlust. Analoges gilt halt auch für Firmen.
Diese Rechnung stellt Ulrich Berger auf der Plattform des Unternehmens Twitter an. Am 17. April 2021. Ein Wirtschaftswissenschaftler aus Steyr.
Nach dieser Rechnung von dem „Wirtschaftsforscher“ aus Steyr, die Armin Thurnher eine „Milchbubenrechnung“ nennt,
Weil in der Pandemie immer mehr Menschen in Not geraten, gelte es bei Missbrauch nun noch genauer hinzusehen. Die Erfahrung zeige: Je mehr kontrolliert werde, desto mehr Anzeigen hagle es auch, deswegen will der Innenminister nun etwa auch auf Bezirksebene und in Zusammenarbeit mit den Pensionsversicherungen die Kontrollen intensivieren.
darf analog gerechnet werden: Wenn ich, also Karl Nehammer, die Kontrollen intensiviere, und dabei rund 20 Millionen heraushole, während ich bei selber Klientel allein eine gute Milliarde Körperschaftssteuer liegenlasse, von einer Milliarde also nur zwei Prozent herausbekomme, beschere ich, Karl Nehammer, dem Staat Österreich einen Verlust von 98 Prozent.
Eine Nebengeschichte soll nicht verschwiegen werden. Zu passend erscheint diese zu den „Opportunitätskosten“, von denen Ulrich Berger schreibt.
Im Zusammenhang mit der „Milchbubenrechnung“ von dem Mann aus Steyr berichtet Armin Thurnher, wie in der Ausgabe der Wochenzeitung „Falter“ vom 21. April 2021 zu lesen ist:
Arbeitsminister Martin Kocher, ein zertifizierter Ökonom, stimmte per Like zu.
Martin Kocher stimmte also Ulrich Berger zu. Inzwischen hat Martin Kocher sein „Gefällt“ zurückgenommen. Jedenfalls ist sein „Gefällt“ in der Liste nicht mehr angeführt. Hingegen hat beispielsweise Susanne Leiter, Pressesprecherin von Beate Meinl-Reisinger, Neos-Vorsitzende und Klubobfrau, ihr „Gefällt“ nicht zurückgezogen, wie der „Gefällt“-Liste am 23. April 2021 zu entnehmen ist; in ihrer Weltanschauungsrechnung werden keine opportunistischen Kosten zum Abzug gebracht …
Wie recht doch Ulrich Berger hat, um noch einmal auf die Wichtigkeit der Bildung zu sprechen zu kommen, denn es kann nicht oft genug davon gesprochen werden, wie viel an Bildung noch gebraucht wird, nicht allein an „Wirtschaftsbildung“, sondern generell, um es einfach wie kurz zu sagen, an sogenannter, um ein heutzutage gar beliebtes Eigenschaftswort zu verwenden, ganzheitlicher Bildung.
Der Mann aus Steyr macht in seiner „Milchbubenrechnung“ auch diesen beliebten Rechtschreibfehler, also zwischen der Zahl und dem Prozentzeichen keinen Leerraum zu setzen, in einem Text überhaupt das Prozentzeichen zu verwenden, während es doch angebracht ist, in einem Fließtext es auszuschreiben, also zwei Prozent, fünf Prozent, achtundneunzig Prozent …
Rechtschreibfehler sind auch ein Merkmal für fehlende ganzheitliche …
Allerletzt noch dies:
Die vom Mann aus Steyr angesprochenen „Opportunitätskosten“ laden zu einem Kalauer ein, zwingen regelrecht zu einem einfachen wie kurzen:
Es ist die Opportunität des Opportunismus, die dem Staat die ihn ruinierenden Kosten bescheren.
Nationalsozialistisch belastet sei so manches Wort, daher hinaus mit diesem Schuft aus der deutschen Sprache, nationalsozialistisch belastet sei so mancher Begriff, daher hinaus mit diesem Schuft aus der deutschen Sprache, aus der deutschen Sprache, die dennoch nicht zur Gänze aufgegeben werden will, auch von jenen, die schreien: Hinaus mit dem Schuft!
Es werde wohl gesagt werden wollen, zwischen sogenannten „ns-belasteten“ Wörtern, zwischen sogenannten „ns-belasteten“ Begriffen und Kunstwerken bestehe ein enormer Unterschied. Die nationalsozialistisch geraubten Kunstwerke seien nicht „ns-belastet“, die nationalsozialistisch geraubten Kunstwerke seien, wie es gerne gesagt wird, über jeden Verdacht erhaben …
Aber stellen Sie sich vor, es hätte sich die Meinung durchgesetzt, die Kunstwerke, die von Nationalsozialstinnen geraubt wurden, müssen für die Nationalsozialisten doch einen rechten Wert gehabt haben, sonst hätten sie diese nicht gestohlen, und daher können diese Kunstwerke fortan für keinen Menschen mehr einen Wert haben. Wie viele Kunstwerke wären dann der Zerstörung anheimgegeben worden, ebenso zur Auslöschung verurteilt worden, die für sogenannte „ns-belastete“ Wörter und Begriffe gefordert wird. Eine massenhafte Zerstörung wäre die Folge gewesen. Oder, wenn nicht zerstört, so doch beispielsweise übermalt, in dem Sinne, wie gefordert wird, nationalsozialistisch doch nur geraubte Wörter und Begriffe umzudeuten, und erst, wenn eine Umdeutung nicht zu gelingen scheint, diese aus der Sprache zu eliminieren. Wie würde sich nach einer Umdeutung etwa „Damenbildnis mit goldenem Hintergrund“ heute präsentieren? Vielleicht so? Ein Versuch.
So könnte gesagt werden, Gustav Klimt und seine Kunstwerke seien „ns-belastet“, seine Werke sind ebenso zu zerstören, auszulöschen wie „ns-belasteten“ Wörter und Begriffe. Gustav Klimt selber aber starb bereits 1918. Er schuf seine Werke lange vor dem Nationalsozialismus, genauso wie Wörter und Begriffe lange vor dem Nationalsozialismus geschaffen wurden.
Etwas aber wurde ausgelöscht, von einer Sache will im Zusammenhang mit Gustav Klimt und seinen Werken, obgleich es über ihn eine umfangreiche Literatur gibt, nicht gerne gesprochen, geschrieben werden, besonders in Österreich, daß er auch für die Nationalsozialisten ebenso bedeutend war, sonst hätten Nationalsozialistinnen ihm wohl nicht noch 1943, inmitten dieses grausamen Krieges, inmitten der grausamsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit, eine Retrospektive …
Es gibt wieder einmal eine Debatte um einen Begriff. Nun in Österreich. Es ist sogar ein Wettbewerb ausgelobt, um für „Kulturschaffende“ einen anderen Begriff zu finden. Um nicht mehr „Kulturschaffende“ zu verwenden, weil „Kulturschaffende“ auch von Nationalsozialisten verwendet wurde.
1 Die Argumentation, ein Wort nicht mehr zu verwenden, weil es auch von Nationalsozialistinnen verwendet wurde, müßte in letzter Konsequenz dazu führen, die gesamte deutsche Sprache nicht mehr zu sprechen.
1.2 Diese letzte Konsequenz wird aber nicht gezogen.
1.3 So wird bloß in der Sprache herumgepickt. Wörter und Bergriffe aufgepickt. Als wären diese von einer Bäuerin ausgestreute Körner. Und manche werden halt herausgepickt. Wie eben auch aktuell wieder einmal „Kulturschaffende“.
1.5 Wörterpicker verstehen sich dabei auch als Wörterwächter.
1.6. Begriffswärterinnen überwachen. Sie patroullieren. Sie gehen die Textblöcke ab. Sie drehen ihre täglichen Runden in den Absätzen. Sie haben ihre Ohren sperrangelweit offen. Damit ihnen ja nichts entgeht. Und wenn ein von ihnen herausgepicktes und von ihnen ausgeschiedenes Wort irgendwo entdeckt, irgendwann gehört wird, dann erfüllen sie willkürlich ihre Pflicht, es zur Anzeige zu bringen.
1.7 Sie picken aber bei weitem nicht jedes Wort zum Ausscheiden auf. Oh, wie viele Wörter gäbe es, die nicht mehr verwendet werden dürften, weil diese vom Nationalsozialismus verwendet wurden.
2 Was ihnen aber vor lauter Aufpicken und vor lauter Ausscheiden entgeht, ist, daß sie dem Nationalsozialismus weiter Macht und Besitz bestätigen. Sie anerkennen, nationalsozialistische Eigentumsrechte an Wörtern, nationalsozialistische Eigentumsrechte an Begriffen. Denn. Wenn ihre aufgepickten und ihre ausgeschiedenen Wörter und Begriffe niemand sonst, so ihr Welthofanspruch, mehr verwenden darf, heißt das, es bleibt das Eigentum der Nationalsozialisten. Sie sind die Hüterinnen des Eigentums der Nationalsozialistinnen. Sie sind die Wahrer nationalsozialistische Eigentumsrechte.
2.1 Aber auch im Fall der Sprache hat der Nationalsozialismus nicht durch eigene Arbeit, hat der Nationalsozialismus nicht durch eigene Leistung (noch so ein Beispielbegriff, der nicht aufgepickt und nicht ausgeschieden) Eigentum geschaffen.
2.2 Auch im Fall der Wörter und Begriffe war es bloßer nationalsozialistischer Raub.
3 Was kann es also für eine Konsequenz dann tatsächlich noch geben? Wenn selbst die Wörterwarte nicht auf die deutsche Sprache in ihrer Gesamtheit, das die einzige tatsächliche letzte Konsequenz nach deren eigener Argumentation wäre, zu verzichten bereit sind, wenn selbst die Begriffspickerinnen gegen ihre eigene Argumentation weiter die deutsche Sprache sprechen und sprechen wollen, keine Bereitschaft zeigen, die gesamte deutsche Sprache durch eine andere Sprache gänzlich zu ersetzen.
3.1 Eine Konsequenz: Damit endlich aufzuhören, vor dem Nationalsozialismus derart auf dem Bauch zu liegen, als wäre dieser seit 1933 immer noch an der Macht, als dauerte seine Diktatur seit 88 Jahren ununterbrochen an, während es doch nur madige zwölf Jahre waren, und in Österreich waren es noch madigere sieben Jahre.
3.2 Eine weitere Konsequenz: Den nationalsozialistischen Sprachraub genauso so zu behandeln wie den nationalsozialistischen Kunstraub.
3.3 Das heißt, den nationalsozialistischen Raub nicht nachträglich noch als nationalsozialistischen Besitz zu bestätigen, nicht weiter nationalsozialistisches Raubgut als nationalsozialistisches Eigentum zu legitimieren.
3.4 Mit einem Wort, auch im Fall der Sprache: Restitution.
3.5 Die Rückgabe der Wörter und Begriffe ist die einzige Konsequenz, die aus dem nationalsozialistischen Sprachraub noch gezogen werden kann. Das nationalsozialistische Raubgut an Wörtern und Begriffen ist einfach an die Sprache zurückzugeben.
3.6 Es müssen für diktatorisch gestohlene Wörter keine alternativen Wörter erfunden werden. Es müssen gleich welcher Gesinnung diktatorisch gestohlene Begriffe nicht umgedeutet werden.
3.7 Es muß also auch das von einem Bauer ausgestreute „Kulturschaffende“ einfach der Sprache zurückgegeben werden. Ob es sich in der Sprache behaupten wird können, ob es sich in der Sprache als Wort, als Begriff halten wird können, hängt nicht davon ab, daß „Kulturschaffende“ kurz geraubt war für eine Diktatur, es ist die Entwicklung der Sprache, die darüber entscheidet, ob ein Wort, ob ein Begriff sprachlich fortbesteht oder nicht.
Die hier gezeigte Glückwunschkarte hat es so nicht gegeben, sie ist aus zwei Karten zusammengesetzt, aus einer Schmuckkarte mit dem Spruch „Es gibt nur einen Adel, den Adel der Arbeit“ aus dem deutschen reich von 1933 bis 1945, und aus einer zweiten Karte mit dem Kreuz zum Andenken.
Beim Anblick von Andreas Mölzer, Robert Misik ihm gegenüber, in der Mitte Wolfgang Fellner, muß an das Relief mit dem Arbeitsadelspruch in der Faulmann gedacht werden, und Andreas Mölzer erscheint wie ein Relief, ein bewegtes Relief, aus dem zwar nicht sein Name entfernt ist, aber seine Vergangenheit, soweit diese seine Vergangenheit ihm selbst je vergangen ist …
Sie werden fragen, was aber hat Andreas Mölzer mit dem Arbeitsadelspruch zu tun.
Nun, in Österreich, wo die Vergangenheit Gegenwart ist, aber so getan wird, als wäre diese vergangene Vergangenheit, an die nicht zu erinnern ist, die nicht aufzufallen hat, ist es unweigerlich, beispielsweise von der Faulmanngasse loszugehen, das nicht überraschen kann, und nur vor auch Andreas Mölzer zu stehen zu kommen.
Es gab einen Künstler. Georg Sluyterman von Langeweyde. Er war Maler, Grafiker, Liedermacher. Und auch das war ihm eine Ehre und wohl Pflicht, den Adelsarbeitsspruch künstlerisch zu gestalten.
Seine Lieder – dies aber nur nebenher – wird berichtet, im Stil von Hermann Löns, von einem Dichter, dem das Magazin der Mölzer die Treue … Sluyterman von Langeweyde bekam von dem „rechtsextremen Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes“ seinen „Goldenen Ehrenring“. Das war 1970.
Das Kulturwerk, 1950 gegründet, um ehemalige Rechthochrangige der NS-Diktatur zu fördern. Es verstand sich als Gegenpol zur „Gruppe 47“. Um den NS-Reichsfachschaftsleiter für Lyrik, Herbert Böhme, scharten sich NS-Belastete, wie Blunck, Grimm, Kolbenheyer und weitere, viele weitere. Allein diese drei als Beispielgeber hier Genannten sind Schriftsteller, die dem Magazin der Mölzer recht teuer …
Gesinnungsgemäß kommt es in solchen nach dieser Gesinnung zugerichteten Organisationen zu Brüchen, zu Verwerfungen. Aus der „Deutschen Kulturgemeinschaft Österreich“, die eine Abspaltung des „Deutschen Kulturwerks Europäischen Geistes“, ging hervor das „Deutsche Kulturwerk Österreich“, dessen Vorsitzender Otto Scrinzi war. In Sirnitz veranstaltete das „Deutsche Kulturwerk Österreich“ „Kärntner Kulturtage“, eine Veranstaltung, auf der auch ein Andreas Mölzer Referate hielt – auch dort …
Wenn vom „Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes“ gesprochen wird, ist es unvermeidlich, auch den Namen Herbert Schweiger zu nennen, einer der Mannen und Frauen, die beispielsweise Gerd Honsik in seinen Stand rief, um Zeugnis zu legen, für seine Holocaust-Leugnung. Und ebenfalls nicht zu vermeiden ist die Nennung der Huttenbriefefrau Lisbeth Grilitsch. So unermüdlich, heißt es im Nachruf auf sie,wie sie arbeitete für … so wie so vom nordischen Leistungsmenschen sprach, diese Frau mit der recht allerliebsten Großmutterstrahlung, darf vermutet werden, daß der Arbeitsadelspruch auch ihr ein Leibspruch …
Das „Deutsche Kulturwerk Europäischen Geistes“ verstand sich, wie bereits oben erwähnt, als „Gegenpol zur Gruppe 47“. Und bei Nennung der Gruppe 47 darf Heinrich Böll nicht unerwähnt bleiben. Mit dem die Heinrich-Böll-Stiftung zu nennen ist, und ein weiteres Mal Andreas Mölzer, als gäbe es kein Entrinnen von ihm. Nur. In Deutschland kommt er anders vor als in Österreich, in Deutschland kann er sich nicht gemütlich beispielsweise zur fellnerischen Theke hocken.
Der Artikel auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung ist nicht, wie es gerne formuliert wird, aus grauer Vorzeit, sondern vom 11. November 2020, in dem Andreas Mölzer mit seinem Magazin vorkommt, und auch Lisbeth Grilitsch …
Beim Anblick vom an der fellnerischen Theke hockenden Andreas Mölzer fällt zu viel ein, so viel auf, daß die Kapitelüberschrift, eigentlich geändert werden müßte, denn es ist zu viel der Ehre, allein ihn in der Überschrift zu nennen, wenn in ihr zu nennen doch so viele weitere …
Wie beneidenswert der Mensch doch ist, der den Furz unter seiner Kontrolle hat, und nicht, wie üblich, der Furz den Menschen unter seiner totalen Kontrolle hat, er also furzen kann, wann immer und wo immer er will, und nicht dann gefurzt werden muß, wenn der Furz furzen will.
Jedenfalls stellt es sich so dar, in den Berichten über den Mann, der von der österreichischen Polizei zu einer Geldstrafe von fünfhundert Euro verdonnert wurde, wegen eines Furzes, vor ihnen. Die Polizisten, vielleicht waren auch Polizistinnen dabei, unterstellten ihm, mit Absicht gefurzt zu haben, aber erst nachträglich unterstellten sie es ihm, wie es den Berichten ebenfalls zu entnehmen ist.
Bei dem Mann, der zu einer Strafe von 500 Euro verdonnert wurde, hat es wohl keinen Sinn, das bewußte, das absichtliche Furzen lernen zu wollen, sagt er doch, er habe nicht absichtlich gefurzt. Er also nur ein Mensch ist, der, wie üblich, vom Furz zum Furzen mißbraucht wird, wann immer und wo immer der Furz gerade furzen will.
Um das bewußte Furzen zu lernen, gibt es nur eine Möglichkeit, sich an die Polizistinnen, vielleicht waren auch Polizisten dabei, zu halten, die bei dieser Amtshandlung anwesend waren, denn diese wissen offensichtlich zu genau, daß ein absichtliches Furzen möglich ist, es wohl nur geübt werden muß, sie dürften es selbst beherrschen, also furzen zu können, wann immer und wo immer sie gerade furzen wollen, sie den Furz beherrschen, und nicht der Furz sie total beherrscht.
Und warum sollte das absichtliche, das bewußte Furzen in einem Seminar gelernt werden?
Es ist aber eine sehr alte Aufforderung, die Winde loszulassen, nachgerade eine weltliterarische Aufforderung, die Winde loszulassen, einst nur an das höchste Wesen ergangen, auf den Fluren die Winde loszulassen, und jetzt, da es kaum noch Fluren gibt, es auch nicht mehr auf das eine windelassende Wesen ankommt, sondern auf alle in allen Straßen, ist der Vers zu erneuern:
Was für eine passende Handlungsform für künftige Demonstrationen.
Was einst für ein Wesen als Aufforderung recht und billig war, Winde loszulassen, kann heute für alle nur recht und billig sein, Winde loszulassen, und dabei doch zu wissen, für die Winde sich ebenso wenig schämen zu müssen, wie das Wesen von einst, das – jedenfalls für jene, die die Botschaft von seinem Ableben noch nicht erreichte – bis heute seine Winde losläßt, freilich ohne je zu wissen, wofür, wogegen …
Wie sehr nahe müssen die Polizisten, vielleicht waren auch Polizistinnen dabei, zu dem Mann gestanden haben, bei dieser Amtshandlung im Juni 2020, als lange schon ein behördlicher Abstand zwischen Personen eingehalten werden mußte, um den Furz überhaupt zu hören? Wenn sie doch von „Lärmerregung“ …
Was muß das für ein Furz gewesen sein, sollten sie den verordneten Abstand eingehalten haben, ein Furz wie ein Donner … Oder doch nur ein Furz so üblich leise, aber sie so nah, so abstandslos wie …
Das fanden die Beamten nicht sonderlich lustig und belangten den Wiener wegen „Anstandsverletzung und Lärmerregung“ und einer Strafe in der Höhe von 500 Euro. Der Mann bestritt die Absicht – das ließ die Polizei aber nicht gelten: „Natürlich wird niemand angezeigt, wenn einmal versehentlich ‚einer auskommt‘. Der Angezeigte verhielt sich jedoch während der gesamten vorangegangenen Amtshandlung bereits provokant und unkooperativ“, hieß es.
Der Wiener legte Beschwerde ein, der Fall wanderte zum Verwaltungsgericht: Das stellte sich auf die Seite der Polizei. Ein Furz habe keinen „kommunikativen Inhalt“ und sei deshalb keine Meinungsäußerung und dementsprechend nicht vom Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt, bestätigte das Gericht einen dementsprechenden Bericht mehrerer Medien gegenüber dem ORF.
Wiener will vor Verfassungsgerichts ziehen
Selbst wenn es sich um eine Form der Kommunikation handelte, überschreite ein Furz die Grenzen des Erlaubten, „da diese Handlungsform geeignet erscheint, jedwede staatliche Ordnung völlig zu untergraben und der Lächerlichkeit preiszugeben“, wie es in der Entscheidung heißt. Allerdings milderte das Gericht den Strafrahmen – der Wiener muss jetzt nur noch 100 Euro zahlen.
Für das Verwaltungsgericht habe also „ein Furz keinen ‚kommunikativen Inhalt‘ und sei deshalb keine Meinungsäußerung und dementsprechend nicht vom Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt, und, „selbst wenn es sich um eine Form der Kommunikation handelte, überschreite ein Furz die Grenzen des Erlaubten, ‚da diese Handlungsform geeignet erscheint, jedwede staatliche Ordnung völlig zu untergraben und der Lächerlichkeit preiszugeben‘, wie es in der Entscheidung heißt.“
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