Es scheint das Theater mit den herunterhängenden Glocken einflußresistent, lernunwillig zu sein, denn, obgleich es viel, sehr viel später als das Theater ohne herunterhängende Glocken aufgesperrt wurde, gab es je keine Bereitschaft, sich umzusehen, ob die anderen Theater auch nur immer das eine und einzige Stück spielen, wie andere Theater ihre Spielpläne mit wie vielen Stück in einem Jahr gestalten, wie viele Stücke allein in einer Woche gespielt werden, wie Jahr für Jahr die Spielpläne sich ändern, Stücke aufgeführt werden, die in all den Jahrhunderten, Jahrtausenden nie zuvor gespielt wurden.
„Es ist sehr bedauerlich, daß hier anscheinend der Ausübung der Religion und massenwirksamerer Veranstaltungen eine größere Bedeutung beigemessen wird, als elitär bezeichneter Kunst, auf die die österreichische Politik ansonsten so stolz zu sein behauptet.“
Die Tageszeitung des österreichischen Standards hat, und das kann ihr gar nicht hoch genug angerechnet werden, an diesem zweiten Wochenende im zweiten Coronamärz einen aus dem Prolo-Reservat eingeladen.
Es ist ihm anzusehen, wie er sich freut, einmal außerhalb des Reservats umhergehen, sich und sein Malgebasteteltes übereifrig herzeigen zu dürfen, seine in der Reservatsabgeschiedenheit zu seiner Wirklichkeitssicherung errichtete Zeltwirklichkeit wortkicherreich …
Das Prolo-Reservat muß als ein einsamer Ort gedacht werden.
Durch seine Aufmachung und durch seine geistige Zugerichtetheit her übererfüllt der Letzte seiner Art diesen Auftrag, der auch ein zur obsessiven Wiederholung des im Zeltkreis Ausgedachten ist.
Nach den ersten vierzig Minuten nötigt die Aufführung zum Aufspringen vom Sitzplatz, zum Verlassen des Theatersaals mit dem lauten Ausruf:
„Tschechow! Pah! Was für ein schlechter Dramatiker!“
Das aber ist verwehrt, im zweiten Coronamärz. Erlaubt ist bloß, den Fernsehapparat auszuschalten. Der Ausruf jedoch ist dabei zu verkneifen. Dieser könnte die Nachbarschaften dazu veranlassen, von ihnen verdächtigt zu werden, eine sogenannte Corona-Party zu feiern, und sie aus ihrer Verdeckung heraus veranlassen, die Polizei zu rufen, in die Wohnung, in der vier Menschen leben, und dann gegen die Polizei nicht den Beweis erbringen zu können, daß es keine Versammlung …
Deshalb wird auf den Ausruf nicht verzichtet. Sondern stumm nur der Apparat ausgeschaltet.
Der Ausruf ist auch vollkommen falsch.
Anton Tschechow ist kein schlechter Dramatiker.
Wenn ein Ausruf zum Verlassen dieser Aufführung gerechtfertigt ist, dann der:
„Der Kirschgarten“ war das letzte Stück, das Anton Tschechow schrieb. Für Otto Schenk war es der letzte Auftritt. Wie nun im zweiten Coronamärz berichtet wird.
Am Freitag ist auf ORF III um 21.50 Uhr die Aufzeichnung von Amelie Niermeyers „Kirschgarten“-Inszenierung aus dem Theater in der Josefstadt zu sehen. […] Live-Auftritte von ihm werde es nicht mehr geben, sagt Schenk im neuen „News“: „Es war der Abschied.“
„Live-Auftritte“ – in einem Stück von Anton Tschechow, als wäre es eine Show von Peter Alexander oder Rudi …
„Der Kirschgarten“, das letzte Stück von Anton Tschechow, und der letzte „Live-Auftritt“ von —
Die Schirmmütze dürfte für Menschen, die in das sogenannte Ausland reisen, mehr als nur eine ihre Hauptbedeckung sein, nämlich eine Schutzmütze, die ihnen mehr als jede andere Bedeckung ein Gefühl der Sicherheit zu geben scheint, im sogenannten Ausland mit seinen Unwägbarkeiten, seinen Gefahren …
Es gibt viele Versuche, das Aussehen des „Aluhuts“ zutreffend darzustellen, den „Aluhut“ letztgültig passend zu bebildern, dafür das diesen kenntlichst machende Material zu verwenden. Dabei muß für den „Aluhut“, den Menschen nicht nur im sogenannten Ausland, sondern selbst, wie ihnen unterstellt wird, in Deutschland wie in Österreich wie anderswo auch tragen, gar keine neue Form ausgedacht werden, auch kein besonderer Stoff gesucht werden, es muß ihnen kein sonderangefertigter „Aluhut“ aufgesetzt werden …
Denn es reichen Stoff und Form der Schirmmütze völlig aus, die sie sich wirklich selbst aufsetzen, um sie mit ihrem Aluhut perfekt abzubilden,
An der Corona-Demonstration an diesem Samstag in Wien hat auch ein Mitglied der deutschen AfD teilgenommen. Der Mann hatte davor ein Video in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gedreht und darin Corona-Impfstoffe mit Zyklon-B verglichen, dem Gas, das die Nazis zur Tötung von Juden in Konzentrationslagern eingesetzt haben. Die AfD hat angekündigt, den Mann ausschließen zu wollen. Im Rahmen der Demo hat der Verfasser des Videos auch mit FPÖ-Klubobmann Kickl geredet. Kickl sagt, nicht gewußt zu haben, mit wem er sich unterhält.
„Kickl sagt, nicht gewußt zu haben, mit wem er sich unterhält.“ Stefan Bauer sagt, wofür er keine Beweise hat.
Stefan Bauer: Stefan Bauer. Kai Posmik: Okay. Stefan Bauer: Kennen sie den? Kai Posmik: Im Moment nicht. Aber jetzt ja. Bauer: Ja, genau. Und wir haben so ca. 60 Tausend Abonnenten. Und wir haben jetzt Regie geführt, Livestream, das heißt, wir sind von einer Demonstration zur anderen. Und. Ja, deswegen. Posmik: Worüber berichten Sie hier? Nur über Corona oder andere Sachen? Bauer: Eigentlich ist das Hauptthema Infokrieg. Ich bin der Meinung, daß wir einen Krieg haben, nämlich von den Mainstream-Medien, die hier Krieg machen gegen das Volk. Und da gehören halt hauptsächlich, also ARD, ZDF, RTL und so, die gehören alle dazu. Posmik: Was soll denn das für einen Sinn machen, Krieg gegen das Volk zu führen? Bauer: Der Krieg, der Sinn in dem Krieg ist, zum Beispiel, es könnte ja sein, das kann ich nicht belegen, aber, ich muß ja Vermutungen anstellen, meine Vermutung ist halt, so eine Drei-Klassen-Gesellschaft aufzuziehen, das heißt, die Klasse der Mächtigen, macht weiter, wo sie am besten sind, und dann gibt es eben die Klasse der Arbeiter, die soll vielleicht auf 500 Millionen reduziert werden, so wie es auf den Georgia Guidestones. Kennen Sie den Georgia Guidestone? Posmik: Nein. Bauer: Nein? Kennnen Sie nicht? Posmik: Nein. Bauer: Okay. Steht im Bundesstaat Georgia, wie der Name sagt. Elberton heißt die Stadt, und es ist seit 1982, steht drauf: Haltet die Weltbevölkerung unter 500 Millionen. Und das ist das Motiv da. Es ist die Strategie da. Posmik: Das ist gescheitert, wenn wir gerade knapp bei 7 Milliarden sind. Bauer: Das ist ja das Motiv. Da sollen wir hin. Das ist nicht gescheitert. Das ist quasi die Strategie. Posmik: Wer will dorthin? Sie haben gerade ein paar Thesen gesagt und sagen gleichzeitig, es ist eine Vermutung, ich kann das nicht belegen. Das ist ziemlich schwach, oder? Bauer: Ne, das ist nicht ziemlich schwach. So muß ein Kriminaler auch vorgehen. Posmik: Es muß ja mal ein Ergebnis geben oder einen Beweis. Bauer: Ja, man sieht ja gerade, wie es abläuft. Man sieht ja gerade, wie es abläuft. Posmik: Wie was abläuft? Bauer: Ja, wie der Infokrieg hier abläuft. Von Ihnen. Posmik: Sie haben mir Fragen gestellt. Bauer: Ja. Posmik: Und sagen mir Dinge, die Sie nicht belegen können. Ich frage einfach nur nach. Wo sind denn Ihre Belege? Bauer: Ja. Es gibt hier ein Motiv. Und es gibt, wie man hier sieht, eben auch gerade den, die Strategie, die am Ablaufen ist, zum Beispiel eben mit der Impfung, zum Beispiel mit dem Lockdown, in jedem Land, was geopolitisch. Posmik: Sie müssen doch eine Antwort haben. Was ist das Motiv? Ich vermute ja, Sie sagen, der Lockdown wurde gemacht, um irgendwas zu erreichen. Was soll denn damit erreicht werden? Bauer: Ja, wie man hier gerade sieht. Posmik: Ja. Bauer: Es. Ist es eingeschaltet? Posmik: Ja. Bauer: Wie man hier halt gerade sieht, findet das Ganze hier weltweit statt. Und in jeder, in jedem Land ist die Sterblichkeit unheimlich gering. Also, es ist, es kann also nicht damit zusammenhängen, daß hier wirklich irgendwo ein Virus da ist. Also muß man hier annehmen. Posmik: Es gibt das Virus nicht? Bauer: Es, ich, das hier, es ist, jedenfalls nicht stärker als wie 2017, da hatten wir mehr Tote. Also von daher kann man sagen, hier ist etwas dermaßen faul. Man muß natürlich einmal, man muß natürlich des annehmen, was am Negativsten ist, und das heißt neben Bevölkerungsreduktion, und das ist das Negativste. Das ist, natürlich, und ich traue ihnen das auch zu. Posmik: Aber ist das Ihr Ernst, daß es eine große Verschwörung gibt von Menschen, die sagen, wir wollen die Bevölkerung reduzieren? Bauer: Natürlich. Posmik: Und vor allem, warum? Warum soll die Bevölkerung reduziert werden? Was ist der Sinn dahinter? Bauer: Ja, wenns noch ausreicht, daß du, zum Beispiel Demokratie ist ja unheimlich aufwendig, ja, das heißt, wenn du die, den Aufwand auch reduzieren kannst, dann ist es doch viel praktischer. Posmik: Was ist das für ein Argument? Daß man die Bevölkerung reduziert, um den Demokratieaufwand zu reduzieren. Das ergibt doch keine Korrelation zwischen Aufwand für die Demokratie und Bevölkerung. Das kann mit einer Milliarde genauso klappen wie mit 7 Milliarden. Bauer: Ja. Aber man genauso gut alle Aufgaben erledigen auf diesem Planeten, das kann man doch wunderbar machen, auch mit 500 Millionen. Man braucht doch keine 7 Milliarden. Die Reichen und Mächtigen brauchen doch keine 7 Milliarden. Posmik: Wer will das alles? Wer hat sich, weltweit machen Länder Lockdown, eigentlich streiten sich alle Regierungen, aber es gibt die eine Einigung, Leute beschweren sich darüber, daß Demokratie nicht perfekt ist, weil es nie eine Lösung gibt, oder nur einen Kompromiß, und nun machen alle Länder auf einmal einen Lockdown. Soll das alles wegen einer Verschwörung sein, wegen einer Organisation? Bauer: Ja, natürlich. Posmik: So denken Sie, ja? Bauer: Natürlich. Ist ja nicht von der Hand zu weisen. Posmik: Wo sind Ihre Belege? Bauer: Meine Belege. Sie müßten umgekehrt, wie eben, ich schon vorher gesagt habe, die Belege. Posmik: Sie haben die Behauptung aufgestellt, daß die Bevölkerung auf 500 Millionen reduziert wird. Ich frage mich, wo sind Ihre Belege, wie wollen Sie das beweisen? Bauer: Ich hab. Posmik: Wer will das machen vor allem? Bauer: Ich hab die, ich hab keine Belege für die ganze Geschichte. Ich hab nur Hinweise darauf, weil es Leute gegeben hat, die es vor über zehn Jahren prophezeit haben, was hier alles ablaufen wird, und das ist eben sehr spannend, wenn man sieht, daß diese Prophezeiungen jetzt eintreffen. Posmik: Wer hat das gesagt vor zehn Jahren? Bauer: Zum Beispiel Alex Jones. Posmik: Von Infowar. Bauer: Richtig. Posmik: Verschwörungstheoretiker, der zum Beispiel behauptet, daß es das Attentat in der Sandy-Hook-Schule nie gegeben hat, wo zwanzig Kinder erschossen wurden. Bauer: Der hat natürlich auch mal Fehler gemacht. Das gebe ich auch zu. Posmik: Der hat daran verdient, daß er behauptet, daß Menschen ihre Kinder nicht verloren haben durch den Amoktäter, hat damit Geld gemacht usw. Ist vor Gericht aktuell, meines Wissens. Das ist kein Fehler. Das ist eine Verschwörung. Und damit macht er Geld. Bauer: Ja. Aber in vielen Sachen ist er dermaßen richtig gelegen. Ja, zum Beispiel, in dem, was hier am Ablaufen ist. Posmik: Wenn Sie ihn zitieren, was hat er denn. Bauer: 9/11 hat er auch schon vorhergesagt. 9/11 war, hat er direkt, Wochen vorher, gesagt, er könnte sich das vorstellen, daß jetzt das bald kommt. Und das ist dann abgelaufen. Dann hat er vorhergesagt, zum Beispiel, das war im Jahr 2011, daß der Ölpreis sinken wird, auf ein Drittel, drei Wochen später war das soweit. Das sind alles Sachen, die abgelaufen sind. Posmik: Weil Sie vorher sagen. Jeder hat gesagt, daß es irgendwann einen großen Terroranschlag geben wird in den USA. Das wissen Sie genauso wie ich. Bauer: Ne. Posmik: Aber das ist ja was anderes als zu behaupten, daß hier gerade versucht wird, mit dem konstruierten Virus die Weltbevölkerung zu dezimieren. Was soll das? Und wie soll es vor allem erreicht werden? Wie soll die Weltbevölkerung dezimiert werden? Wenn Sie selbst sagen, das Virus gibt es gar nicht. Bauer: Es ist doch so. Posmik: Sollen die erschossen werden, vergiftet werden? Glauben Sie auch an Chemtrails? Das ist dieselbe Argumentation. Bauer: Ich weiß nicht, was es sich mit Chemtrails auf sich hat. Ist nicht mein Thema. Aber das Thema ist bei mir, wie die Bevölkerung reduziert werden soll, zum Beispiel, entweder daß man das Virus im Labor erzeugt und hinterher die Menschheit damit infiziert oder daß man die Menschheit durch den Impfstoff vergiftet. Das ist ja beides möglich. Posmik: Aber wenn sie den Virus konstruieren, im Moment wird ja die Regierung kritisiert für ihre Maßnahmen, sie wollen ja mit den Maßnahmen genau verhindern, daß die Menschen am Virus sterben. Das hat ja irgendwie keinen Sinn. Bauer: Das behaupten Sie, ja. Posmik: Das ist für mich Logik einfach. Bauer: Ja, ja. Posmik: Sie kommen zu mir, Sie stellen mir Fragen, das ist Ihr gutes Recht, das können Sie. Ich versuche, diese zu beantworten. Aber Sie reden die ganze Zeit nur von Vermutung, Hinweisen, zitieren irgendwelche Verschwörungstheoretiker. Bauer: Nehmen wir doch Bill Gates. Nehmen wir doch Bill Gates selbst, der hat doch Sendezeit bekommen im deutschen Fernsehen, im englischen Fernsehen, überall, acht Minuten oder mehr, und hat dann gesagt, wir impfen, wir wollen jetzt 7 Milliarden Menschen impfen. Ja, also, ich meine, geht es noch perverser, noch deutlicher? Wir haben ja den Täter schon vor, direkt gesehen. Posmik: Und Sie denken, er will sie impfen und dann umbringen? Bauer: Also ich denke, daß es ein Verbrechen ist, was er da überhaupt tut, und ich finde es bestürzend, daß in unseren Mainstream-Medien da, kein Aufschrei da ist. Posmik: Was für ein Verbrechen ist das denn. Erklären Sie es mir, ich verstehe es nicht. Der Mann versucht, Krankheiten zu besiegen, der Mann versucht, Kindern, Erwachsenen in armen Ländern die Möglichkeit zu geben, Krankheiten zu überwinden, an denen sie sonst sterben würden. Was ist das für ein Verbrechen? Bauer: Das ist. Es. Ja. Genau. Wieso hat er zum Beispiel dann in Indien Einreiseverbot? Posmik: Weiß ich nicht. Wenn Sie das belegen können, gut, das werde ich recherchieren, keine Ahnung, ich glaube es nicht, ehrlich gesagt. Was ist so schlimm an Bill Gates? Was ist so schlimm daran, Menschen zu impfen gegen Krankheiten? Bauer: Er hat, es hat ja schon durch seine Impfungen Todesfälle gegeben, zum Beispiel auch in Indien. Posmik: Sie wissen genau, daß das weniger Todesfälle gewesen sind, im Gegensatz dazu steht, wie viele Menschen heute älter werden, in jedem Land der Erde. Bauer: Ja. Posmik: Und das steht auch Ihrer These entgegen, daß die Bevölkerung reduziert werden soll. Bauer: Hat ja Bill Gates auch schon gesagt, er möchte die Bevölkerung durch Impfungen um ca. 10 bis 15 % reduzieren. Posmik: Daß das verdrehte Tatsachen sind. Das wurde aus dem Zusammenhang gerissen, das wissen Sie auch. Das wurde mehrfach belegt, daß er das so nicht gemeint hat. Bauer: Natürlich hat er das so gemeint. Posmik: Er hat gemeint, daß er gerade Menschen in Entwicklungsländern die Möglichkeit geben will, nicht ganz viele Kinder zu bekommen, damit dann die Hälfte davon überlebt usw. Das war der Sinn, und das wissen Sie auch. Bauer: Ne. Posmik: Ich habe eine andere Frage. Hier wird immer von Corona-Regime gesprochen. Was ist denn für Sie ein Corona-Regime? Die Bundesregierung ist wahrscheinlich damit gemeint. Was meint Corona-Regime? Wissen Sie eine Antwort? Ich habe noch keine Antwort gefunden heute. Bauer: Ich weiß jetzt nicht, was Sie mit Corona-Regime meinen. Ich meine jetzt. Posmik: Das ist eine Frage an Sie. Bauer: Für mich ist das Corona-Regime das weltweite Regime, was hier durchgezogen werden soll. Posmik: Denken Sie tatsächlich, daß alle Regierungen der Welt irgendwie in einer Whatsapp-Gruppe oder in Telefonkonferenzen jeden Tag zusammenschließen und sagen, heute machen wir das, heute machen wir das? Bauer: Natürlich. Posmik: Das denken Sie? Bauer: Es ist ja so. Posmik: Das macht mich fassungslos, ehrlich gesagt. Wie soll das denn funktionieren? Iran, mit den USA, die sich immer streiten, jetzt auf einmal sich in einer Whatsapp-Gruppe zusammentun und das Corona-Regime installieren. Bauer: Die Whatsapp-Gruppe gibt es natürlich nicht. Aber es gibt die Bilderberg-Treffen. Posmik: Jetzt sind wir bei den Bilderbergern, die sich einmal im Jahr treffen und dann alle Geschicke der Welt steuern. Bauer: Wo unsere Mainstream-Medien dabei sind, aber nicht darüber berichten, wie bei jeder Mafia. Posmik: Wenn Sie eine Konferenz machen und sagen, keine Medien dürfen da rein. Wir berichten darüber natürlich. Wenn wir nicht reindürfen, was sollen wir dann machen? Wir können ja nicht durch das Fenster klettern. Bauer: Die Medien waren da ja eingeladen. Posmik: Waren eingeladen, aber nicht in den Sitzungen, die abgelaufen sind. Bauer: Natürlich waren die alle dabei. Posmik: Sie denken tatsächlich, daß sich Bilderberger einmal im Jahr treffen. Wie soll das funktionieren? Das habe ich immer noch nicht verstanden. Das müssen Sie mir einmal erklären.
Ein Zaungast des Interviews, der selbst das Interview filmt, mischt sich zur Unterstützung von Bauer ein und sagt etwas über Bundestag und Pressekonferenz im Zusammenhang mit Bilderberg.
Posmik: Demokratie, keine Lösung gefunden wird, daß es nur Kompromisse gibt usw. Sie kennen die Streits in Europa, die Streits in der EU, die EU streitet sich die ganze Zeit, die finden kaum eine Lösung. Wie soll es möglich sein, Bilderberger, die sich einmal im Jahr treffen, eine große Weltregierung zu installieren? Bauer: Ja. Posmik: Sie haben keine Antwort. Bauer: Natürlich habe ich eine Antwort. Posmik: Nein, Sie haben keine Antwort. Dann sagen Sie es mir. Bauer: Ob sie sich jetzt einmal im Jahr treffen oder ob sie dann permanent auch telefonieren oder so, das ist nicht so wichtig, wie oft sie sich treffen. Das hat doch damit nichts zu tun. Wichtig ist, daß es eine Mafia gibt, die im Hintergrund sich trifft, die das jahrzehntelang geheimgehalten hat und, wer alles geheimhält, da muß man natürlich auch einmal sein Licht draufscheinen lassen und es aufdecken. Aber das machen Mainstream-Journalisten nicht. Posmik: Nein. Ich kann mein Licht nicht auf irgendwas scheinen lassen, wo es nichts gibt. Ganz ehrlich. Das ist Quatsch. Bauer: Woher wollen Sie denn wissen, daß es da nix gibt. Also das ist, da haben sie keine Ehre als Journalist. Posmik: Sie behaupten was. Bauer: Sie haben keine Ehre als Journalist. Posmik: Sie behaupten was ohne Beleg und ich soll dann Ihre falsche Behauptung verifizieren. Das geht nicht. Bauer: Natürlich. Posmik: Ne. Bauer: Also für mich wär das. Posmik: Ne. Sie haben keinen Beleg und ich soll dann die Gegenargumente dafür finden. Nein. Bauer: Ne. Wenn ich Journalist wär. Posmik: Sie haben einen Beleg zu bringen. Sie erzählen die ganze Zeit von irgendwelchen Telefonkonferenzen usw. Denken Sie, daß Angela Merkel jeden Montag mit anderen Staatschefs telefoniert und sagt, heute machen wir das so? Bauer: Das ist doch gar nicht wichtig, ob es jeden Montag oder jeden Dienstag ist, es ist doch nur, es ist doch offensichtlich, daß hier sehr vieles schiefläuft. Man sieht ja, wie viele Billionen jede Wahlperiode durch Angela Merkel verbrannt werden. Sie macht hier Sabotage am Volk von vorne bis hinten. Posmik: Beispiel? Welche Billionen werden verbrannt? Millionen oder haben Sie Billionen? Bauer: Billionen, habe ich gesagt, ja Billionen. Posmik: Das Sozialprodukt von Deutschland ist 3 Billionen. Das ist eine ziemlich große Summe. Wo wird die dann verbrannt? Sagen Sie es mir. Bauer: Jetzt haben wir zum Beispiel die Corona-Maßnahme, da ging es um 870 Milliarden Euro, die da investiert, investiert in Anführungszeichen, werden sollen. Also das ist, das sind. Posmik: Die Kurzarbeit. Sie sagen, die Regierung führt Krieg gegen das Volk und gleichzeitig gibt sie denen Geld. Wie passt das zusammen? Bauer: Also. Vielen Dank für das Gespräch. Wir drehen uns die ganze Zeit im Kreis. Posmik: Das glaube ich auch. Bauer: Ja. Aber Sie machen mit Ihrer Sache weiter, ich mache mit meiner Sache weiter. Posmik: Ich werde das so machen. Bauer: Ja, genau. Posmik: Alles klar, danke. Bauer: Wo sind Sie nochmal dabei? Posmik: Von Stern TV, Stern TV. Bauer: Danke Ihnen. Posmik: Danke.
Es ist eine besondere Verlagsgruppe. In München. Mit FBV, Riva … Mit besonderen Autoren. Aber auch mit besonderen Autorinnen, wie eben Judith Grohmann, mit zwei verlegten Büchern. Von den Autoren sticht besonders hervor — Oliver Janich, ebenfalls mit zwei verlegten Büchern. Gegen ihn, Janich, verblassen andere verlegte, wie Th. S.
Es ist eine Weile her, daß Janich dem Finanzbuch-Verlag ein Buch zum Verlegen überließ. Das hat vielleicht etwas mit seinem Aufstieg zu tun. Er agiert nun international, Bücher von ihm werden in englischer Sprache verlegt. Und das ist ob seines Aufstiegs nur recht und billig, ob seiner Beförderung zum „Präsidenten von Deutschland“. His posting to the „President of Germany“.
Wer den Prolog der „offiziellen Biographie“ des grohmannschen Sebastian Kurz liest, wird lachen und lachen, von ihrer ersten Zeile weg lachen, immerzu lachen, immerzu, immerzu … Und es bedurfte keines Kabarettisten für einen wörtlichen Vortrag, der durch seine Betonung, durch seine gut gesetzten Pausen sein Publikum zum Lachen bringt.
Aber, wie schön wäre es, wieder gemeinsam lachen zu können, beispielsweise im Stadtsaal, wenn eine Kabarettistin in der Rolle der Judith Grohmann ihre wirklich geschriebenen Zeilen vorträgt. Es bräuchte dazu keine Kabarettistin vom Format eines Helmut Qualtinger. Eine Kabarettistin, die zum ersten Mal auf der Bühne geht, brächte es leichthin fertig, daß alle im Saal lachen und lachen, von der ersten grohmannschen Zeile weg, immerzu lachen.
Es ist zwar nicht der Grund dafür, daß auch die Kabarettbühnen nun schon so lange geschlossen zu bleiben haben, aber es wird für Grohmann & Kurz nicht unangenehm sein, daß dem so ist, ehe eine Kabarettistin noch auf die Idee kommt, die Biographie der Frau des Mannes, der kein Kulturverliebter ist, auf die Bühne zu bringen.
Bis auch die Kabarettbühnen wieder geöffnet haben werden, bleibt nur die Einladung, stumm die grohmannschen Zeilen zu lesen, laut dabei wird aber Ihr Lachen sein, von der ersten Zeile weg. Wenn sie es wagen, können Sie es im kleinen Kreis selbst vorlesen, in Ihrem Wohnzimmer, Ihr Wohnzimmer in eine Kabarettbühne verwandeln. Sie werden gewiß Komplimente dafür bekommen, Sie werden gewiß Sätze zu hören bekommen, wie: Du bist eine geborene Kabarettistin. Du gehörst unbedingt auf eine Bühne und so fort.
Prolog
Sonnenstrahlen bedeckten mein Gesicht, während ich hastig über das steinerne Pflaster auf dem Wiener Minoritenplatz huschte. In der Mitte dieses Platzes steht eine gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Wir schreiben den 30. November 2016. Die Vorweihnachtszeit hatte begonnen. Draußen waren es sechs Grad. Ich hatte meinen Wintermantel angezogen und fror trotzdem ein wenig. Noch ein paar Schritte, dann betrat ich die beheizte Empfangshalle an der Rückseite des Palais Niederösterreich. Es handelt sich um ein Gebäude, welches über 500 Jahre alt ist. Die Wiener Innenstadt kann nicht nur aus kultureller, sondern auch aus politischer Sicht einiges vorweisen und erzählen. Während der Sicherheitsbeamte meinen Presseausweis prüfte, wurde ich von seinem Kollegen im Kabinett angemeldet. Danach führte man mich in einen eleganten Warteraum mit einer Ledercouch. Dort nahm ich Platz. Vor mir stand ein Pult, dahinter saß ein Wächter. Er lächelte mir freundlich zu. Wenige Minuten später holte mich eine Mitarbeiterin aus einem Büro, welches ein Stockwerk höher lag, ab. Die junge Frau lächelte mich an und streckte mir ihre Hand zur Begrüßung entgegen. Dann stiegen wir gemeinsam über die geschwungenen barocken kalk sandsteinernen Treppen in den ersten Stock hinauf. Entlang der Mauern befand sich schöne Stuckatur aus einem anderen Jahrhundert. Oben angekommen, mussten wir zunächst zwei Sicherheitstüren durchqueren, bevor wir in einem schmalen, endlos langen und mehrere Meter hohen, weißen Korridor standen. Dieser Korridor war voller Türen. An einer dieser Türen lehnte ein Mann im dunkelgrauen Anzug, der nachdenklich mit seinem Zeigefinger über seine Lippe strich. Der Pressesprecher des Außenministeriums galt als Troubleshooter der Nation und war ein in der österreichischen Medienszene bestens vernetzter Mensch, der seinen Chef stets vor kritischen Journalisten verteidigte. Während er noch die gegenüberliegende Seite des Korridors mit seinem scharfen Blick fixierte, gingen wir langsam weiter. Irgendwann sah er neugierig zu uns herüber und lächelte mich an. Willkommen im Ministerium. Er führte mich in sein Arbeitszimmer. Es war nicht groß. Vor dem Fenster standen zwei riesige Holzschreibtische, die aneinandergestellt waren. Darauf thronten zwei Computer und zwei hellgraue Telefone. In einer Ecke, an der Wand, stand eine kleine schwarze Ledercouch. Ich nahm darauf Platz. Er setzte sich mir gegenüber. Aus den Augenwinkeln beobachtete er mich. Er schien neugierig zu sein auf das, was ich ihm erzählen würde. Zwei Espresso mit Milch und Zucker wurden serviert, bevor wir mit dem Hintergrundgespräch beginnen konnten. Er wollte sofort mehr über mich erfahren: Meine Karriere, meine Arbeitgeber und meine Kollegen interessierten ihn. Aber auch die Artikel, die ich schrieb. Ich schmunzelte innerlich und begann zu erzählen. Dazwischen tranken wir unseren Espresso.Ich sprach nicht gerne über mich selbst, denn als Journalist ist man zur Bescheidenheit erzogen. Doch dieser Termin war wichtig, denn ich wollte unbedingt rasch ein Interview mit seinem Chef haben. In Österreich ist der Aufbau eines Interviews mit einem internationalen Medium mit einem der Großen aus der Politik ähnlich dem Aufbau einer Geschäftsbeziehung zwischen zwei Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern. Zugegebenermaßen hat es fast schon etwas Komödiantisches an sich, wenn man als Journalist auf den Pressesprecher eines wichtigen Ministers trifft. Denn in Österreich beherrschen die Beamten in den Kabinetten ihrer Minister das freundschaftliche, wienerische Palavern mit Medienvertretern ausgezeichnet. Man spricht über alles und nichts, über Gott und die Welt. Und man schenkt sich gegenseitig Komplimente, genauso wie es soeben hier am Minoritenplatz gerade geschah. An einem der ältesten öffentlichen Plätze mitten in der Wiener Altstadt fand genau in diesem Augenblick ein Gespräch statt, das sich in etwa wie folgt anhörte: »Sie sind sehr jung Journalistin geworden, Bravo!«, »Sie sind im Kabinett des jüngsten Außenministers von Österreich, Bravo!« Diese Form der Konversation erschien auf den ersten Blick hin sehr unkonventionell. In Wahrheit war sie essenziell, um einen engeren Kontakt zum Sprecher des Ministers zu bekommen. Die Sympathie wurde sukzessive im Gespräch aufgebaut. In Momenten wie diesen versucht der Journalist sich in diplomatischer Art und Weise für die Tätigkeit seines Gegenübers zu interessieren. Die beiden Gesprächspartner testen sich gewissermaßen ab, bevor der Journalist zur Tat schreiten kann und ihm mit der Zeit gezielte Insiderinformationen anvertraut werden. Doch sobald man das Vertrauen seines Gegenübers gewonnen hat, wird man vorerst meist in kleine, unwichtige Details aus der Politik eingeweiht. Eines ist bei diesem Spiel die Bedingung: Man muss Österreichs politisches Umfeld zunächst über mehrere Stunden, meist mehrere Tage und Wochen in dieser Form kennenlernen, bevor gegenseitiges Vertrauen überhaupt entstehen kann und Informationen ausgetauscht werden können. Und eines war für mich an diesem Tag von Anfang an sonnenklar: Ohne diesen Termin gab es kein Interview.Das Gespräch dauerte eine ganze Stunde. Wir tauschten uns ein wenig über unseren beruflichen Alltag aus und verstanden uns sehr gut. In einer Pause beschloss ich, noch einen Schluck Kaffee zu trinken, bevor ich mich neugierig erkundigte: »Und wie geht es unserem Herrn Minister?«. Genau das schien eine wichtige Frage gewesen zu sein. Mir fiel auf, dass mein Gegenüber zwar antworten wollte, er aber stattdessen begann, die offene Türe, die sich gleich rechts neben uns befand, mit seinen Augen zu fixieren. ›Seltsam‹, dachte ich mir, denn ich war es gewohnt, dass man sich in Momenten wie diesem, eigentlich in die Augen sah und auf das gemeinsame Gespräch konzentrierte. Deshalb wunderte es mich, dass mein Gesprächspartner konzentriert in eine andere Richtung blickte. Vielleicht hatte er die Frage ja überhört, dachte ich mir und legte einfach noch eine Frage nach: »Ist unser Herr Außenminister gerade in Wien, oder ist er im Ausland unterwegs?« Doch der Pressesprecher schien mich zu ignorieren. Er starrte konzentriert zur offenen Türe. Ich war verwundert. Es ist in diplomatischen Kreisen gänzlich unüblich, dass ein wohlerzogener Gesprächspartner eine Frage seines Gegenübers einfach nicht zur Kenntnis nimmt. Und so war ich der festen Überzeugung, dass ich meiner journalistischen Neugierde freien Lauf lassen sollte und ergründen musste, was ihn von einer Antwort abhielt.Und so sah auch ich zur Türe hinüber. Doch mit einem Mal erklärte sich die Abwesenheit des Pressesprechers. Zunächst erblickte ich nur eine Silhouette. ›Ist er es wirklich?‹, dachte ich mir. Ich sah lediglich einen Teil eines Kopfes, doch der kam mir bekannt vor. Diese dunkelbraunen Haare, die streng nach hinten gekämmt waren, und die kleine, spitze Nase, die aus seinem Gesicht hervorlachte. Der Mann, der hier lässig an der Türe lehnte, war fast einen Meter neunzig groß und von merklich dünner Statur. Er wirkte wenig ministeriell. Er trug einen dunkelgrauen Anzug, dazu schwarze Socken, schwarze Schuhe und ein weißes Hemd mit einer dunklen Krawatte, die fest saß. Und völlig unerwartet trat er mit einem Mal durch die Tür. Er sah aus dem Fenster und blickte gedankenversunken in die Ferne. Ob er uns wahrgenommen hatte, war fraglich. Das helle Sonnenlicht leuchtete in den Raum hinein. Doch das störte ihn nicht. Die Herbstsonne blendete sein Gesicht. Er war vertieft und in Gedanken versunken. Er fokussierte, und das schien – wie ich später erfuhr – ein Markenzeichen von ihm zu sein. Ein paar Sekunden lang beobachteten wir ihn gemeinsam. Dann beschloss der Pressesprecher seinen Vorgesetzten anzusprechen. »Sebastian, kann ich etwas für dich tun? Brauchst du etwas von mir?« Keine Reaktion. Weder ein Augenzwinkern, noch ein Schmunzeln, noch eine abwehrende Handbewegung. Nichts. Der Minister starrte weiterhin ins Leere. Er schien mit seinen Gedanken weit entfernt von dem Ministerium zu sein, das er zu diesem Zeitpunkt leitete. Vielleicht dachte er ja über die aktuelle Politik in Österreich nach, über den Koalitionspartner oder über eine Bemerkung aus den eigenen Reihen, die er selber erst verdauen musste. Oder aber über einen wichtigen Schritt, den er als Politiker in den nächsten Tagen offiziell setzen wollte. Der junge Außenminister war konzentriert und überdachte eine Angelegenheit, die ihn offensichtlich stark beschäftigte, so viel war gewiss. Es war ein besonderer Augenblick für mich. Denn ich sah einen Politiker bei seiner täglichen Arbeit, versunken in Gedanken über die beste Strategie. Abseits von Kameras und Mikros. Für eine Journalistin ein besonderer Augenblick, kennt man doch Politiker meist nur von öffentlichen Auftritten und Medienterminen. So etwas passiert wirklich nicht jeden Tag. Schließlich atmete er tief durch. Also sprang ich auf und ging einen Schritt auf ihn zu: »Herr Minister, wollen Sie sich zu uns setzen?« Dabei machte ich eine einladende Handbewegung zum schwarzen Ledersofa. Doch der Mann, der an die Türe gelehnt stand, schüttelte nur sanft seinen Kopf, weiter in die Leere blickend. Noch einmal atmete er tief durch, dann sah er uns in die Augen und nickte uns zu, bevor er sich umdrehte und wortlos aus dem Raum verschwand. Diese Szene hatte nur wenige Minuten gedauert. Ich ging zurück zur schwarzen Couch und versuchte, das soeben Erlebte in meinem Kopf zu sortieren. Jener Mann, der gerade vor uns in der Türe gestanden hatte, war Sebastian Kurz. Zur damaligen Zeit, mit knapp 30 Jahren, Österreichs jüngster Außenminister. Er war danach der jüngste Bundeskanzler Österreichs, den es jemals gab. Welches politische Thema ihn in das Bürozimmer seines Pressesprechers geführt hatte, habe ich niemals erfahren. Doch dass er mit Sicherheit einer der interessantesten Politiker unserer Zeit ist, stand außer Zweifel. Er galt als Integrationsfigur für junge Menschen, die sich nach konservativen Werten sehnten, und stellte eine echte Alternative zu den alten Politikern dar. Dieser Sebastian Kurz ist heute – trotz seiner Jugend – einer der am längsten dienenden Politiker Österreichs. Er ist einer, der sich nicht vor den üblichen politischen Karren spannen lässt. Aber vor allem ist er ein beinharter Macher einer neuen, modernen, sensiblen Politik. Sebastian Kurz nahm eine Führungsposition ein, bei der er Integrität und Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit widerspiegeln wird. Das nennt man Leadership. Kurz macht jene Politik, die ihm von seiner Fahrtrichtung her richtig erscheint. Er erlaubt sich deshalb auch Dinge, die ihm in seinem politischen Leben und seiner Meinung nach wichtig erscheinen, in Ruhe mit politischer Gelassenheit über mehrere Tage zu überdenken. »Ich war ein Suchender und bin es immer noch, aber ich habe aufgehört, die Bücher zu fragen und die Sterne – und angefangen, auf die Lehren meiner Seele zu hören«, formulierte schon der persische Dichter des Mittelalters Dschalāl adDīn Muhammad Rūmī. Der Politiker Sebastian Kurz scheint ständig auf der Suche nach neuen Wegen in der Politik zu sein. Doch gehen wir wieder zurück in das Büro des Pressesprechers im Außenministerium. Der Pressesprecher griff sich instinktiv an den Haaransatz und sah verlegen zu mir herüber. Es war ihm nicht recht, dass eine Außenstehende seinen Minister so erlebt hatte, in einer Situation, die ein gänzlich neues Gesicht des jungen Ministers offenbarte. Nämlich die Nachdenklichkeit, das politische Grübeln. Doch es war schon geschehen, und so beschloss ich, mich schleunigst zu verabschieden. Als ich die Treppen am Minoritenplatz Nummer acht hinabstieg, dachte ich mir, dass das Erlebte kein Zufall sein konnte. Fast ein Jahr später kam es zu Neuwahlen in Österreich. Zu diesem Zeitpunkt erhoben sich mehrere bekannte Stimmen aus der österreichischen Unternehmerszene, um den jungen Minister bei der Wahl tatkräftig zu unterstützen. Einer unter ihnen war der österreichische Rennfahrer Niki Lauda. Lauda war in Österreich dafür bekannt, dass er immer offen sagte, was er sich dachte, auch wenn es für sein Gegenüber unangenehm war. Was Niki Lauda in einem Video vor den Wahlen im Jahr 2017 aussprach, wurde von vielen Menschen im In und Ausland gesehen und für richtig erkannt. Lauda sagte, er sei seit Jahren frustriert, weil in Österreich nichts weitergehe. Die Große Koalition zwischen Christdemokraten (ÖVP) und Sozialdemokraten (SPÖ) setze sich ständig mit Kleindetails auseinander, die den Österreichern nichts brächten. Das missfiel selbst einem Lauda. In Österreichs Politik, erklärte er, sei es zuletzt zu einem Stillstand gekommen. Aus diesem Grund sei er froh darum, dass es zu Neuwahlen kommen werde. Sebastian Kurz sehe er als Mann an, der, gerade aufgrund seiner Jugend und Dynamik, eine Änderung herbeiführen könne. Er gehe die Dinge anders an. »Er ist ein Mann, den man versteht, dem kann man zuhören. Er ist transparent und kompetent.« Seine Unterstützung gelte daher Kurz, auch weil dieser zur Modernisierung der ÖVP beigetragen habe. Die Partei sei wieder zurückgehkehrt ins Rampenlicht. »Der Anspruch des Bundeskanzlers ist, dass er das Land anständig vertritt und uns das Leben hier in Österreich besser gestalten kann. Mit allen Ups and Downs die man natürlich hat. Und gerade bei den Problemen ist er, glaube ich, der Richtige der sie richtig lösen kann.« Ein dermaßen spannender junger Politiker, der sogar alte Haudegen wie Niki Lauda als Fürsprecher gewinnen konnte, zog 2017 einen logischen Umkehrschluss mit sich, und dieser lautete: Wenn sich ein Niki Lauda hinter einen Sebastian Kurz stellte, dann konnte Sebastian Kurz kein Blender sein. Oder? Andererseits deutete vieles darauf hin, dass es einen großen Moment der Veränderung in der kleinen alpinen Republik im Herzen Europas mit einem Kanzler Sebastian Kurz im Jahr 2017 geben würde. Denn die Mehrzahl der Bürger war in den letzten Jahren sehr unzufrieden mit der Politik gewesen, die in verschiedene Richtungen zog und viel versprach, aber im Grunde genommen nichts zusammenbrachte. Es war immer öfter von politischem Stillstand die Rede. Die Mehrzahl der Menschen war aber auch unzufrieden damit, wie Demokratie funktionierte, und so wurde über die Jahre die Frustration über das demokratische System nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen EU Ländern noch größer. Es schien ganz so, als herrsche ein Mangel an politischer Führungsqualität in einer Zeit, in der man einen führungsstarken Politiker benötigte. Leadership war jedoch durchaus gefragt und erwünscht bei der Bevölkerung.Sollte es Österreich im Jahr 2017 mithilfe der Geschicke des jungen Bundeskanzlers gelingen, wieder zu einem angesehenen Entscheidungspartner in Europa zu werden – vielleicht sogar zum wichtigsten Entscheidungspartner in Europa – so wie es einst mit den Königen in der Habsburger Monarchie der Fall war, dann hätte Sebastian Kurz gewonnen.Und so geschah es, dass am 15. Oktober 2017 Sebastian Kurz mit seiner Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei nach einer Umfärbung des Parteilogos von Schwarz auf die hellere Farbe Türkis zur stimmenstärksten Partei gewählt wurde. Er ging als Wahlsieger mit den Freiheitlichen unter Heinz Christian Strache (FPÖ) eine Koalition ein. Diese Koalition war ein neuerliches Experiment für die Volkspartei: ähnlich wie bereits im Jahr 2000, als Wolfgang Schüssel die Wahl gewann und mit der FPÖ unter Jörg Haider koalierte.
Hier aber müssen Sie aufhören stumm zu lesen, nicht deshalb, weil des Lachens schon zu viel, nicht, weil Ihr Publikum Sie darum bittet, aufzuhören, da Ihren Zuhörenden das Lachen schon schmerzt, sondern Sie, auch wenn es Judith Grohmann schrieb, dennoch eine Geschichtsverfälschung verbreiten würden. Die Lüge, daß „Wolfgang Schüssel die Wahl gewann“. Es ist wohl keine Lüge, sondern eine türkis getupfte Wahrheit. „Ähnlich wie bereits im Jahr 2000, als Wolfgang Schüssel die Wahl gewann […]“ — — im Jahr 2000 gab es keine Nationalratswahl. Und eine Nationalratswahl, die es im Jahr 2000 nicht gab, kann Wolfgang Schüssel tatsächlich gewonnen haben.
Aber nicht nur deshalb reicht es vollkommen aus. Kurzens grohmannsche Biographie nur bis zur von Wolfgang Schüssel gewonnenen nicht stattgefundenen Nationalratswahl zu lesen, es langweilt doch recht bald, und, es gibt bessere und vor allem als Witze geschriebene Witze, über die gelacht werden kann.
Die gesinnungsgemäß zensurierte Website und mit ihr
FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker bezeichnete die Meldungen der beiden Journalisten in einer Aussendung als skandalös und meinte: Ich erwarte mir eine sofortige Entschuldigung der beiden Journalisten für ihre unglaublichen Entgleisungen und fordere gleichzeitig auch deren Chefredakteure auf, darüber nachzudenken, ob die beiden Hassposter noch in der Lage sind, mit der gebotenen Objektivität über die österreichische Innenpolitik zu berichten.
Was war da los im österreichischen Blätterwald, als das sogenannte Rattengedicht in Braunau auftauchte? Weil ein kleiner Funktionär der FPÖ in einer Kolumne in einer Gemeindezeitung sich selbst als Stadtratte und alle handelnden Personen im Gedicht ebenfalls als Ratten titulierte, gab es beinahe eine Regierungskrise.
Der Titel allein weist bereits aus, daß es nicht um „Ratten“ geht.
Die Sage heißt nicht „Die Ratten von Hameln“ …
Ginge es in dieser Sage tatsächlich um „Ratten“, wäre der „Rattenfänger“, je nach Sichtweise, ein Heilsbringer, der eine Stadt von einer „Rattenplage“ befreit, oder ein Mörder von „Ratten und Mäusen“.
Der „Rattenpfeifer pfiff und die Ratten und Mäuse liefen in Scharen hinter ihm drein, wie vordessen hinter dem Bischof, folgten ihm blindlings nach und ersoffen“. Das ist nur die Vorgeschichte. Zum Betrug, dessen Opfer der Rattenpfeifer ist.
Es geht um Kinder. Unmißverständlich spricht dies bereits der Titel aus:
„Die Kinder von Hameln“.
Was für eine Sicht von der gesinnungsgemäßen Website, von dem NR-Mediensprecher, von Settele und Daniel, Kinder mit Ratten und Mäusen zu vergleichen. Wenn an den Umgang mit Kindern in diesem Land gedacht wird, ist es wohl gar nicht so weit hergeholt, wenn die vier von Kindern sofort auf Ratten und Mäuse kommen …
Es geht tatsächlich um Kinder, die aus der Stadt verschwinden. Der um seinen Lohn betrogene Rattenpfeifer lockt mit seinem Gepfeife 130 Kinder aus der Stadt, die für immer verschwunden bleiben. Die Bürgerinnen der Stadt, einfach wie kurz gesagt, mißtrauen seiner Leistung. Sie fragen sich, „wie hat er es denn vollbracht? Mit einem Satanskunststück! Vielleicht gar nur ein Blendwerk, wenn er das Geld hat und fort ist, haben wir zuletzt unsere Ratten wieder.“ Der Rattenpfeifer nimmt das „halbe Geld im Zorne“. Und er kehrt wieder „in Tracht eines Jägers mit schrecklichen Angesicht“. Diesmal folgen seinem Pfeifen aber keine „Ratten und Mäuse“, sondern „Kinder, Knaben und Mädchen“ …
Nie kehren die Kinder zurück. „Noch geht die Sage, daß die Kinder von Hameln unter der Erde hinweg nach dem Lande Siebenbürgen geführt worden seien, wo sie wieder an das Tageslicht gekommen und dort, nachdem sie erwachsen, den sächsisch-deutschen Volksstamm begründet hätten.“
Damit es klar wird, daß es nicht um „Ratten und Mäuse“ geht, ist die Sage „Die Kinder von Hameln“, wie von Ludwig Bechstein aufgeschrieben, im Gesamten zu zitieren:
Es geschah im Jahre 1284, daß ein Mann von wunderlichem Aussehen und bunter Tracht gen Hameln kam, der war ein Rattenfänger und verhieß sich, gegen ein gewisses Geld die ganze Stadt von dem Ungeziefer der Ratten und Mäuse zu befreien. Das ward ihm denn von einem hohen Rate und der Bürgerschaft zugesichert, und darauf zog derselbe Mann ein Pfeifchen hervor, ging durch die Gassen und pfiff, wie heutzutage in manchen Städten Hirten und Nachtwächter pfeifen, weil das Blasen auf dem Kuhhorn nicht städtisch genug klingt, und siehe, da kamen die Ratten und Mäuse aus allen Häusern gesprungen und liefen in Scharen hinter ihm drein, wie vordessen hinter dem Bischof Hatto von Mainz her. Da nun der Rattenpfeifer durch alle Gassen gegangen war, so wandelte er mit seinem grauen Gefolge durchs Wesertor hinaus dem Strome zu, schürzte sein Gewand, trat in den Strom, Ratten und Mäuse folgten ihm blindlings nach und ersoffen wie Pharaos Heer im Roten Meere. Nun waren aber die Bürger zu Hameln damaliger Zeit gerade so erschrecklich klug wie viele Menschen noch heutzutage nicht nur zu Hameln, sondern allüberall, sie legten den Maßstab des Lohnes nicht an die Kunst und Wissenschaft, so einer innehatte, sondern an die Arbeit und Plage, die einer hat, um etwas zu vollbringen, und sprachen unter sich: Es ist doch ein sündliches Geld, was dieser Rattenfänger sich bedungen hat für so gar keine Mühe; ja wenn er Fallen gestellt und Gift gelegt hätte in jedem Hause, das ließe sich hören – aber so! Und ist es nicht heillos, daß er das Ungeziefer in die Weser gelockt hat, wo es nun die Fische fressen? Da mag ein anderer Weserfische essen, wir danken dafür. Und wie hat er es denn vollbracht? Mit einem Satanskunststück! Vielleicht gar nur ein Blendwerk; wenn er das Geld hat und fort ist, haben wir zuletzt unsere Ratten wieder. Wir wollen ihm nur das halbe Geld geben, und wenn ihm das nicht recht ist, so wollen wir ihn als einen Zauberer in den Turm werfen und abwarten, ob die Ratten und Mäuse nicht wiederkommen. – So sprachen erst unter sich die vorsichtigen und weisen, auch höchst sparsamen Bürger und Ratsherren zu Hameln, dann hielten sie das alles dem Rattenfänger vor und boten ihm das halbe Geld und drohten ihm mit dem Turme. Da nahm der Künstler das Geld und ging im Zorne. Darauf geschahe, daß am Tage Johannis und Pauli, der heiligen Martyrer, war der 26. Tag des Heumondes, als die Leute in der Kirche waren, derselbe Rattenfänger wieder in den Straßen zu Hameln gesehen wurde, aber in Tracht eines Jägers mit schrecklichem Angesicht und mit einem roten, verwunderlichen Hut, und pfiff durch alle Gassen. Da kamen aber keine Ratten und Mäuse aus den Häusern, denn die blieben vertrieben und aufgerieben, wohl aber die Kinder, Knaben und Mädchen vom vierten Jahre an, und liefen dem Rattenfänger nach, auch eine schon ziemlich große Tochter des Bürgermeisters, der am meisten den Künstler angeschnurrt und bedräuet hatte, und die Kinder folgten ihm mit großen Freuden, führten sich an den Händen und hatten ihre Lust, selbst ein blinder und ein stummer Knabe gingen die letzten mit im Zuge, und der Stumme führte den Blinden, und hinterdrein kam auch noch eine Kindsmagd, die ein Kind im Mantel trug, die wollte auch sehen, wo es denn hingehen sollte. Der Schwarm zog, den Jäger an der Spitze, die schmale Gasse zum Ostertore hinauf und dann hinaus nach dem Koppelberg zu, der tat sich auf, der Pfeifer ging voran, die Kinder folgten, nur der stumme Knabe, der sich mit dem Blinden führte, blieben draußen, weil der Blinde nicht so sehr eilen konnte, denn knapp vor ihnen tat sich der Berg mit einem Male wieder zu, und da wandte die Kindsmagd auch wieder um und brachte das Geschrei aus in der Stadt, daß die Kinder in den Koppelberg geführt worden. Welch ein großer Schrecken! Die Kirche wurde geschlossen, die Eltern eilten voll Angst hinaus zum Berge, kaum fanden sie noch eine schmale Schluft als Wahrzeichen. Einhundertunddreißig Kinder kamen so hinweg, und nimmer kamen sie wieder, und war in der ganzen Stadt nur ein herzzerreißendes Jammern und Wehklagen und aufs neue schmerzlich offenbar, daß der blödsinnige Geiz und die torheitvolle Sparsucht die Wurzeln allen Übels sind. Lange, lange trauerte Hameln um seine verlorenen Kinder – zwei steinerne Grabeskreuze wurden ihnen an der Stelle geweiht, wo der Berg sich hinter den Kindern zugetan – eines den Knaben und eines den Mägdlein. In der Straße, durch die der Zug zuletzt gegangen, durfte nie wieder Trommelschall und Musikgetöne lautbar werden, selbst der Brautzüge Musik mußte in ihr verstummen, deshalb wird sie auch bis heute die Bungen-(Trommel-) straße genannt, weil in ihr nicht darf getrommelt werden; lucus a non lucendo.
Der Unglückstag blieb schwarz angeschrieben in Hamelns Annalen; das Rathaus verewigte sein Andenken in diesen Zeilen einer Steinschrift:
Im jar 1284 na Christi gebort tho Hamel worden uthgevort hundert vnd driczig kinder, dosülvest geborn, dorch enen piper vnter den köppen verlorn.
An der neuen Pforte wurde die Kunde lateinisch in Stein geschrieben; im Jahr 1572 ließ der damalige Bürgermeister die Wundermär in der Glasmalerei der Kirchenfenster bildlich erneuern, die auch ohne das, vom Mund zu Munde gehend, unsterblich fortlebte. Noch geht die Sage, daß die Kinder von Hameln unter der Erde hinweg nach dem Lande Siebenbürgen geführt worden seien, wo sie wieder an das Tageslicht gekommen und dort, nachdem sie erwachsen, den sächsisch-deutschen Volksstamm begründet hätten. Den grausamen Rattenfänger und Teufelspfeifer hat niemand wiedergesehen, aber nach ihm haben hernachmals alle Ratten- und Mäusefänger des Heiligen Römischen Reichs Jägertracht angelegt und sich Kammerjäger genannt, wie es Kammerknechte, Kammerboten und andere Kammerbetitelte gab und noch gibt.
Jetzt ist ihnen etwas passiert bei diesen Unterlassungsbescheiden, die sie ausgestellt haben. Da ist ihnen ein verräterischer Satz hineingerutscht. Ich hätte gar nicht gedacht, daß sie blöd so sind. Aber es war offenbar das Landesamt für Verfassungschutz und Terrorismusbekämpfung, das zwischen zwei Pausen hinter dem Gurkenkobel und hinter der Obstabteilung, die diesen Satz formuliert hat, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Der Satz lautet: „Im Zusammenhang mit diesen Kundengebungen heute, angesprochen wird durch die Aufrufe“, also zu diesen Demosntrationen, die untersagt worden sind, „in erster Linie dieselbe Demoklientel, welche bereits auf den vergangenen Großdemos anwesend war.“ Ich sag‘ dazu, eine fürwahr erhellende Erkenntnis für Verfassungsschützer. Aber bitte. „Vorwiegend Personen aus der Szene der Corona-Maßnahmen-Gegner“, auch das ist tatsächlich überraschend, möchte man meinen, das kann nur das Ergebnis einer tiefgründigen Analyse sein, dann geht es weiter, „Corona-Leugner und deren Umfeld sowie“, und jetzt kommt’s, „Regierungskritiker“. Also Regierungskritiker darf man in diesem Land auch schon nicht mehr sein, um nicht in das Visier des eigenen Verfassungsschutzes zu kommen. Soweit haben wir es nach einem Jahr gebracht, in dem in diesem Land angeblich das Beste aus zwei Welten, aus der türkisen und aus der grünen, regiert. Das Paradies haben sie uns versprochen, für die Hölle bereiten sie uns gegenwärtig den Weg vor.
Verfassungschutz und Landespolizeidirektion stellen also gemeinsam Bescheide aus, erklärt ein Mann, der es wissen muß, schließlich war er Innenminister für kurz …
Den Beweis für die Existenz dieses Satzes mit „Regierungskritiker“ legt auch der für kurz gewesene Innenminister nicht vor, genauso, wie einen Tag zuvor „Unzensuriert“ keinen Beweis für diesen Satz mit „Regierungskritiker“ vorlegte.
Zugleich fehlt aber weiter die Aufklärung durch die Behörde. Weder die Landespolizeidirektion Wien noch das Bundesministerium für Inneres noch der seit etwas mehr als einem Jahr für Kurz seiende Innenminister haben bis jetzt diesen Satz mit „Regierungskritiker“ bestätigt oder zurückgewiesen, daß dieser Satz mit „Regierungskritiker“ in der Ablehnung der Demonstration genauso so formuliert wurde respektive so nicht vorkommt, obgleich sie darauf hingewiesen wurden, daß es einen dringenden Aufklärungsbedarf gibt.
Es wäre von der Polizei unter diesem Letztverantwortlichen eine ungehörige, eine unerhörte Gleichsetzung von „Corona-Leugnern“ mit Regierungskritikerinnen, die nicht hinnehmbar ist, die geradezu Demonstrationen von regierungskritischen Menschen massiv herausfordert, freilich unter Ausschluß der mit dem für kurz gewesenen Innenminister Marschierenden …
Heute, Freitag, am Vormittag gab die Landespolizeidirektion (LPD) Wien bekannt, dass die ordentlich angemeldete Demonstration unter dem Titel ‚Für die Freiheit‘ für morgen, Samstag, untersagt wird. In der Ablehnung findet man folgende bedenkliche Formulierung:
[…] vorwiegend Personen aus der Szene der Corona-Maßnahmen-Gegner, Corona-Leugner und deren Umfeld sowie Regierungskritiker. […]
Außerhalb von „Unzensuriert“ wurde diese Formulierung „Regierungskritiker“ in der „Ablehnung“ nicht gefunden. „Unzensuriert“ legt ihrem Zitat keine Kopie als Beweis bei. Der wirkliche Nachweis fehlt also, daß die Landespolizeidirektion Wien ihre Ablehnung der Demonstration tatsächlich auch damit begründet, weil „Regierungskritiker“ …
Bis aber „Unzensuriert“ und ihr für kurz gewesener Innenminister, den sie zweifellos recht wahrheitsgemäß zitiert haben wird,
„Nach der Absage zahlreicher weiterer für den 6. März angemeldeter Versammlungen ist diese Kundgebung zugleich Ausdruck der Solidarität mit der gesamten Protestbewegung“, sagte Kickl. „In einer Demokratie kann es nicht angehen, dass Regierungskritik unter Verweis auf fragwürdige Corona-Maßnahmen im Keim erstickt wird. Das ist eine äußerst gefährliche Entwicklung, gegen die wir morgen mit unserer Kundgebung ein lautes Zeichen setzen werden“, kündigte Kickl an.
nicht den eindeutigen und unmißverständlichen Nachweis erbringt, daß die Polizei die Ablehnung der Demonstration tatsächlich auch damit begründet, weil „Regierungskritiker“ ebenfalls auf der Demonstration zu erwarten sind, will angenommen werden, es handle es bei dem Zitat von „Unzensuriert“ um ein recht wahrheitselastisches Zitat, daß einem für kurz gewesenen Innenminister recht zupaß kommt für seine Formulierung: „In einer Demokratie kann es nicht angehen, dass Regierungskritik […]“
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