Bürgermeister Siegfried Nagl bekennt sich auf seinem Meldezettel zur Unbildung

Wie die Tageszeitung „Der Standard“ berichtet, verlangt der grazerische christschwarze Bürgermeister, daß auf dem Meldezettel wieder das Religionsbekenntnis … Beim Lesen solcher Forderungen explodiert der Kopf …

Warum?

Allerdings hat Siegfried Nagl sein Bürgermeisteramt zu verlieren

Meldezettel: „Religionsbekenntnis“.

Bürgermeister Siegfried Nagl fordert, was in Österreich ohnehin gesetzlich geregelt ist.

Und das ist ein Bürgermeister von einer Stadt; er ist also nicht Nebenerwerbsbürgermeister von einer Ortschaft im Hochgebirge …

In dem Artikel wird ein Grund für die naglsche Forderung, die im Meldegesetz festgeschrieben ist, angeführt:

„Man wisse zwar über die Zahl der Katholiken aufgrund der Kirchenbeitragspflicht recht genau Bescheid, bei den anderen Religionen müsse man sich aber auf Angaben der Religionsgemeinschaften selbst verlassen. Um Integrationsangebote, interreligiöse und interkulturelle Dialoge oder Veranstaltungen entwickeln zu können, sei es notwendig zu wissen, für wie viele Menschen das geschehen müsse.“

Nach dem geltendem Gesetz müssen sich die Religionsgemeinschaften auf die Angaben der „Bürgermeister“ verlassen. Im Fall von Siegfried Nagl kann das nur heißen, sie sind verlassen:

„Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.“

Das nun wieder hysterische Gerede im Angesicht der Morde von Paris über Bildung hat doch einen wahren Kern. Es müssen Bildungsnachweise verlangt werden, nämlich von politischen Verantwortungsträgern und Verantwortungsträgerinnen. Und diesen Bildungsnachweis hat Siegfried Nagl schon morgen um 9.00 Uhr vorzulegen. Bei Nichtvorlage hat er sofort das Bürgermeisteramt zu verlieren, den Bürgermeisterausweis abzugeben. Nach einem erbrachten Nachweis, eine entsprechende Bildung erworben zu haben, steht es ihm frei, sich wieder als Kandidat für ein Bürgermeisteramt …

PS Wenigstens ist die naglische Forderung von etwas, das bereits gesetzlich geregelt ist (mit einer Kann-Bestimmung in bezug auf Angabe  des Religionsbekenntnisses, die von Meldepflichtigen, davon kann ausgegangen werden, aber als Muß-Bestimmung verstanden werden muß, und einer Verpflichtung der Bürgermeister …) nicht mit einer finanziellen Forderung in dreistelliger Millionenhöhe verbunden, wie jene von seiner christschwarzen SM Johanna Mikl-Leitner -, welche Gesetze wohl ihr unbekannt sind?

PPS Und es bleibt aus noch einem Grund die Spucke weg. Daß die Tageszeitung „Der Standard“ so etwas überhaupt veröffentlicht … Es bewahrheitet sich immer mehr, daß es tatsächlich nur ein Gerücht ist, „Der Standard“ soll eine Qualitätszeitung sein.

Kardinal Heinz Fischer und Bundespräsident Christoph Schönborn gegen Schließung des Abdullah-Zentrums

Bundespräsident und Kardinal - Was Abdullah gnädig gibt soll der Mensch dankbar nehmen

Bundespräsident (links hinten) und Kardinal (rechts vorne): Was aber Abdullah der Erhabene gnädig gibt, soll der Mensch auf Knien in Dankbarkeit empfangen.

Es wurde hier schon zu viel zu diesem Abdullah-Zentrum geschrieben. Es fällt dazu nichts mehr ein. Eine Schlagzeile will aber noch geschrieben sein, die die Verhältnisse in Österreich auf den Punkt … Am verwichenen Sonntag noch las Kardinal Fischer auf dem Ballhausplatz die Messe von der Weltoffenheit und Bundespräsident Schönborn sprach fromm das Gebet von der Blasphemie … Daß Vladimir Putin dabei ministriert habe, ist allerdings nur ein Gerücht

Seit Jahren wird allenthalben überlegt, ob der Statthalter des Herrn auf den Brief aus Saudi-Arabien je geantwortet hat. Und wenn ja, was könnte die Antwort des Kardinals Fischer gewesen sein? Schrieb er den besorgten Mann aus Saudi-Arabien, er solle sich in Demut üben, auf Gott und Österreich vertrauen, denn es werden in Wien Brücken gebaut, über die auch er schreiten werde können, wenn er Wien besuche? Er solle sich in Geduld üben, denn unerforschlich sind die Wege des Herrn? Und antwortete auch Bundespräsident Schönborn, der ebenfalls, wie hier gelesen werden kann, den Brief erhielt?

Abdullah-Zentrum - Brücke von Anti-Terror-Gesetz zu Anti-Terror-Gesetz

Kardinal Fischer baut Brücken zwischen den „Anti-Terror-Gesetzen“.

Was Kardinal Fischer nun mit seiner Begründung meint, wenn er salbungsvoll von den „Brücken“ spricht? Meint er, es sei eine Brücke noch zu bauen von „Anti-Terror-Gesetz“ zu „Anti-Terror-Gesetz“? Was für eine Leistung und was für eine Wirkung des Abdullah-Zentrums! Kaum eröffnet und schon hat Saudi-Arabien ein „Anti-Terror-Gesetz“, das … Aber auch dieses „Anti-Terror-Gesetz“ wurde hier schon angesprochen, als Vorbild für Österreich, das die Welt offen

PS Wie lange ist eigentlich Heinz Fischer noch Statthalter des Herrn in der Hofburg? Es ist zu hoffen, die Geschichte und vor allem die Wähler und Wählerinnen sind ihm gnädig, und er muß keine neue Bundesregierung mehr angeloben, in der die Mannen der ZZ

Welt offen für scharfe Gesetze – Die Antwort der SM Johanna Mikl-Leitner im Waffenrock

Kaum sind die massigen Bekenntnischöre der Weltoffenheit verstummt, ist klar zu hören, auch in Österreich, was mit weltoffen tatsächlich gemeint war und ist, nämlich die Welt offen für weitere Gesetze … Die Welt offen zu machen für weitere Gesetze, die wieder nichts mit weltoffen zu tun haben werden …

SM Johanna Mikl-Leitner singt im Waffenrock das Solo von der Sicherheitsoffensive, was jetzt alles gebraucht werden wird, größere Flugzeuge, größere Hubschrauber, gepanzerte Fahrzeuge, Vorratsdatenspeicherung, dreistelliger Millionenbetrag … Und der Chor summt dazu Fluggastdatenaustausch, Grenzkontrollen, Entzug der Staatsbürgerschaft (also Menschen verantwortungslos zu Staatenlosen zu machen), Bildung

Johanna Mikl-Leitner verkündet ihre Sicherheitsoffensive

Johanna Mikl-Leitner verkündet ihre Sicherheitsoffensive.

Ein dreistelliger Millionenbetrag, das klingt nach nicht viel – dreistellig … das soll Steuerzahler und Steuerzahlerinnen nicht schrecken … Ein dreistelliger Millionenbetrag beginnt mit 100 Millionen und geht bis zu 999 Millionen … Wie hoch dieser dreistellige Millionenbetrag ausfallen wird, ist einerlei, es wird in alter österreichischer Währung auf jeden Fall einer in Milliardenhöhe sein. So schnell und leicht also kann ein Milliardenbetrag bereitgestellt werden …

Die Umrechnung in die alte Währung zeigt nicht nur die finanzielle Dimension noch deutlicher auf, die alte Währung paßt auch inhaltlich punktgenau zum inhaltlichen Niveau, wie wieder einmal reagiert werden will, nämlich mit alter Denke, mit Erfahrungsverweigerung, mit Bildungsrestizenz …

Bildung, wenden Sie ein, soll es ja doch auch geben. Das ist wahr, aber wer soll gebildet werden? Gebildet sollen jene werden, die als potentielle Täter und Täterinnen angesehen und verdächtigt werden, damit sie keine …

Keine Bildung aber ist vorgesehen für politische Verantwortungsträger und Verantwortungsträgerinnen. Und gerade bei diesen besteht ein dringender und höchster Nachholbedarf. Denn sie scheinen gänzlich unwissend beispielsweise in bezug auf sozio-ökonomische Ursachen von Gewalt zu sein, wie daraus geschlossen werden darf, daß davon wieder einmal öffentlich breit keine Rede ist, bloß von Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit – als ob ein Panzerhubschrauber schon einen Sommer machte …

Menschgemäß ist das eine äußerst dumme Polemik, politischen Verantwortungsträgern und Verantwortungsträgerinnen zu unterstellen, sie seien Bildungsferne … Das sind sie selbstverständlich nicht, bloß, deren Verlautbarungen sind weit entfernt von einer gebildeten Debatte darüber, was die Ursachen für den Terror sind. Eine derart seriöse und fundierte Debatte müßte aber mit dem Eingeständnis einmal eröffnet werden, daß Sicherheitsmaßnahmen als Antworten keine tatsächlichen und also brauchbaren Antworten sind, mit – wieder einmal – einer Sicherheitsoffensive antworten zu wollen, einmal mehr eine zum Scheitern verurteilte Antwort ist.

Johanna Mikl-Leitner dreht den Ursachen den Rücken zu

Johanne Mikl-Leitner kehrt den mannigfachen Ursachen von Gewalt und Terror den Rücken zu.

Menschgemäß ist das eine äußerst dumme Polemik, politischen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträgern zu unterstellen, sie seien Bildungsferne … Aber eines sind sie mit Bestimmtheit: erfahrungsresistente Bildungsnahe. Denn mit der Antwort Sicherheit gibt es nun seit Jahrzehnten kein Weiterkommen, keinen Fortschritt, keine Eindämmung, nicht einmal den Anschein einer Eindämmung von Gewalt. Ganz im Gegenteil. Ganz im Gegenteil. Sicherheitsoffensiven konnten und werden je keine Morde verhindern. Jede Sicherheitsoffensive bisher gebar bloß neue Gewalt. Kein Schoß trägt mehr Gewalt aus als Sicherheitsoffensiven. Sicherheitsoffensiven sind der absolute Stillstand der Bekämpfung von Gewalt. Und das ist auch nicht überraschend. Denn. Das Problem ist nicht, das es zu wenig Sicherheitsvorkehrungen gibt, das es zu wenige Gesetze gibt, um gegen Gewalt rechtsstaatlich vorgehen zu können. Die tatsächlichen Probleme werden nicht angesprochen und vor allem nicht gelöst.

Menschgemäß ist das eine äußerst dumme Polemik, ihnen zu unterstellen, sie seien Bildungsferne … Und es ist wohl auch eine Unterstellung, sie wüßten nicht um die tatsächlichen Ursachen für den Terror, sie wüßten nicht andere Antworten, die zu einer tatsächlichen Eindämmung der Gewalt führen könnten … Aber sie, die politischen Verantwortungsträger und Verantwortungsträgerinnen, sind massiv zu fragen, weshalb sie diese Antworten nicht geben, weshalb sie breitest vorgaukeln, alles sei bloß eine Frage der Sicherheit, es bedarf bloß der Sicherheit, Sicherheitsoffensiven seien die einzigen Antworten.

Möglicherweise bedarf es doch der Bildung der politischen Verantwortungsträger und Verantwortungsträgerinnen, nämlich der politischen Bildung, damit sie lernen, wie politisch zu agieren ist, und sich nicht weiter gebärden, als wären sie Türsteher und Türsteherinnen vor Lokalen, die unhinterfragte Direktiven von Großklubbesitzern befolgen, wer hinein …

Wenn weiterhin mit diesen alten und unnützen Antworten auf Gewalt reagiert wird, werden – aber in der neuen Währung – noch Milliarden ausgegeben werden können, ohne aber die geringste Aussicht, damit den Terror je eindämmen zu können, wenigstens eindämmen zu können …

Links:

Mit einer Weltanschauung in Österreich schutzlos und vogelfrei – wie in einem Gottesstaat

Zwei Tage nach den massigen Bekenntnissen – auch in Österreich – zur Weltoffenheit wird es immer klarer, was mit weltoffen tatsächlich gemeint war und ist, nämlich die Welt offen für weitere Gesetze … Die Welt offen zu machen für weitere Gesetze, die wieder nichts mit weltoffen zu tun haben werden. Schon gibt es beispielsweise in Deutschland aus dem christschwarzen Hergottswinkel Vorstöße, jetzt den sogenannten Blasphemie-Paragraphen verschärfen zu wollen …

Und ebendiese sogenannten Blasphemie-Paragraphen erlauben es im Vergleich von Deutschland und Österreich pointiert davon zu sprechen, daß Österreich ein Gottesstaat ist, in dem ein Mensch mit einer Weltanschauung  ohne Schutz und vogelfrei ist, ein Mensch einer Religion hingegen aber eine bevorzugte und beschützte Stellung genießt …

Deutschland, Strafgesetzbuch, § 166 und § 167

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

(1) Wer

1. den Gottesdienst oder eine gottesdienstliche Handlung einer im Inland bestehenden Kirche oder anderen Religionsgesellschaft absichtlich und in grober Weise stört oder

2. an einem Ort, der dem Gottesdienst einer solchen Religionsgesellschaft gewidmet ist, beschimpfenden Unfug verübt,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Dem Gottesdienst stehen entsprechende Feiern einer im Inland bestehenden Weltanschauungsvereinigung gleich.

Österreich, Strafgesetzbuch, § 188

Wer öffentlich eine Person oder eine Sache, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, oder eine Glaubenslehre, einen gesetzlich zulässigen Brauch oder eine gesetzlich zulässige Einrichtung einer solchen Kirche oder Religionsgesellschaft unter Umständen herabwürdigt oder verspottet, unter denen sein Verhalten geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

Mit einer Weltanschauung im Gottesstaat Österreich vogelfrei und schutzlosBemerkenswert an dem österreichischen Paragraphen ist die Zeit seiner Inkraftsetzung. Das war 1975. Also in der Zeit einer sozialistischen Alleinregierung. Es ist ein sonderliches Land, dieses Österreich, in dem eine sozialistische Partei katholischer als eine katholische Partei … Oder wähnte die sozialistische Partei, wie sich die sozialdemokratische Partei damals noch nannte, ihre Weltanschauung als eine Religion? Und erschien es ihr deshalb als nicht notwendig, auch Weltanschauungen einen gesetzlichen Schutz …? Genau müßte es heißen, auch andere Weltanschauungen gesetzlich zu schützen, da Religionen ja nichts anderes sind als Weltanschauungen …

Mit dem Aufzeigen der Schutzlosigkeit und der Vogelfreiheit von Menschen mit Weltanschauungen in Österreich ist aber nicht die Forderung verbunden, nicht einmal die Überlegung ist damit verbunden, in Österreich soll das Gesetz gemäß der deutschen Regelung verändert werden. Ganz im Gegenteil. Das Gesetz in Österreich ist gänzlich zu streichen. Aber auch das Gesetz in Deutschland ist in dieser Form nicht zu halten, zum einen aus dem Grund der Meinungs- und Pressefreiheit, zum anderen aufgrund der Sonderstellung von Religion, da die Religion als Weltanschauung ohnehin bereits im Begriff Weltanschauung inkludiert und soher redundant … Wie generell, um es wieder einmal zu betonen, die rechtlichen Verankerungen der Sonderstellungen von Religion aus allen Gesetzen bis hin aus den Menschenrechten zu entfernen sind.

Diese Bevorzugung von Religionen, diese Einräumung von Sonderrechten an Organisierte Glauben gebiert immer wieder und weiter Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen, wie das Beispiel Österreich zeigt. Auch heute noch, 2015. Ungleichbehandlung, Diskriminierungen und Diffamierungen durch Gesetze, aber nicht nur von anderen Weltanschauungen, sondern auch von anderen Organisierten Glauben. In Österreich soll dieser Tage ein Islamgesetz beschlossen werden, das alle Kriterien der Diskriminierung, Diffamierung und Ungleichbehandlung erfüllen wird. Wenn oben pointiert geschrieben wurde, Österreich ist ein Gottesstaat, muß das noch präzisiert werden, es ist ein römisch-katholischer Gottesstaat, wie das vor der Beschlußfassung stehende Islamgesetz belegt. Aber auch das wurde bereits ausgeführt.

Verbote und Zensur nach Kurt Seinitz der beste und größte Schutz vor Mord und Gewalt

Ach, hätten die gesetzgebenden Kräfte in Frankreich bloß auf Kurt Seinitz gehört, die ermordeten Menschen von dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“ könnten heute noch am Leben sein. Ihre Mörder, die ein „gottgefälliges Leben“ führten, hätten keinen Grund gehabt, sie zu ermorden …

„Frankreich hat also sehr wohl Meinungsdelikte, wenn es will. Es hätte ‚Charlie Hebdo‘ (vor sich selbst) schützen können, schützen sollen.“

Kurt Seinitz - Schutz des Lebens durch Verbote und ZensurDas schreibt Kurt Seinitz heute in der „Kronen-Zeitung“. Er wird dabei vielleicht an die entsprechenden Gesetze in Österreich gedacht haben, bei diesen Anleihe genommen haben. Was für ein guter und gottgefälliger Staat Österreich doch ist, schützt seine Journalisten und Journalistinnen davor, „Charlie“ zu werden, sich umbringen lassen zu wollen. Nur Törichte können Verbote und Zensur als Knebelung des freien Menschen verstehen, es sind bloß die größten und besten Schutzmaßnahmen des besorgten und guten Väterchen Staat um das Wohlergehen seiner Menschen, er möchte bloß vermeiden, daß seine Menschen sich umbringen lassen wollen.

Wenn die Veranstaltung am gestrigen Sonntag am Ballhausplatz im Namen von Pressefreiheit, Demokratie und Weltoffenheit für etwas gut war, dann doch vor allem dafür, heute bereits durch Kurt Seinitz bestätigt zu bekommen, wie in Österreich Weltoffenheit, Demokratie und Pressefreiheit verstanden wird. Aber nicht durch ihn allein, auch Wolfgang Fellner von der Umsonst schreibt bereits heute: Und jetzt schärfere Gesetze

In der Familie Schönborn leben zwei namens Gott, aber der schwarze Schafbock wird geleugnet

Gestern trat Christoph Schönborn, leitender Angestellter des Organisierten Glaubens der römischen katholischen Kirche, auch auf dem Ballhausplatz hin, nahm an einer Veranstaltung also teil, in der es um, wie es heißt, Freiheit, Demokratie und Weltoffenheit gegangen sein soll. Und mit welchem Wort trat er auf? Mit dem Wort „Blasphemie“, also mit dem Wort der Mörderinnen und Henker von Organisierten Glauben durch die Jahrhunderte, mit dem Wort, das auch heute noch Rechtfertigung für Morde ist, wie bitter gewußt wird, und es also auch Christoph Schönborn wissen müßte, oder wenigstens spätestens durch seine Teilnahme an der gestrigen Gedenkveranstaltung hätte erfahren müssen.

Er weiß es selbstverständlich. Aber er hat einen Auftrag. Eine Mission. Das Ansehen seines Gottes zu retten. Und deshalb tritt er mit dem Wort Blasphemie raffiniert auf, indem er sagt:

„Gewalt im Namen Gottes ist für Gläubige gleich welcher Religion die größte Blasphemie.“ Das betonte Kardinal Christoph Schönborn im Blick auf die Pariser Terror-Opfer und die täglichen Schreckensmeldungen über die vom IS-Terror betroffenen Menschen des Nahen Ostens. Man könne als Staatsbürger und Christ nur dankbar dafür sein, dass es in Österreich eine breite Allianz „Gemeinsam gegen den Terror“ gebe, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz unter Verweis auf die Gedenkveranstaltung am Ballhausplatz am Sonntagnachmittag. „Die Überwindung von Terror und Gewalt kann nur dann gelingen, wenn sich alle Menschen guten Willens für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden sowie bedingungslos für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen“, sagte der Kardinal gegenüber „Kathpress“ und sprach dabei von einem „Dauerauftrag für Politik, Kirchen, Religionen und die ganze Gesellschaft“.

„Gewalt im Namen Gottes“ sei die größte Blasphemie. Es müssen in seiner Familie, also in seinem Organisierten Glauben, wie sonst wäre das zu erklären, zwei namens Gott leben. Einer (und es soll hier nicht lästerlich gesprochen werden, also keine weibliche Person namens Gott angeführt werden) der zwei männlichen Personen namens Gott ist zum Herzeigen, weil herzensgut und lieb und für Frieden und gegen Gewalt und gegen Terror. Und dann gibt es noch den anderen Mann, den schwarzen Schafbock, den Christoph Schönborn als treues Familienmitglied jetzt nicht mehr kennen will, von dem auch er nicht sprechen will, den auch er zu verleugnen hat. Den grausamen Gott, den barbarischen Gott, den rächenden Gott, den blutrünstigen Gott, den Massenmorde befehlenden Gott …

Christoph Schöborn will den schwarzen Schafbock nicht kennenEs wäre aber Blaugläubigkeit, zu meinen, Christoph Schönborn kenne diesen zweiten oder diesen ersten namens Gott nicht. Er wird die Schriften nicht nur seines Organisierten Glaubens kennen; schließlich waren diese Schriften Bücher seines Studiums. Aber als treues Mitglied seiner Familie verleugnet er den schwarzen Schafbock. Das ist nicht einmal ein Vorwurf an ihn. Er kann verstanden werden. Welches Familienmitglied welcher Familie, die als ehrbar gelten will, erzählt schon gerne von ihren schwarzen Schafen – freiwillig schon gar nicht. Ganz uneigennützig ist es selbstverständlich nicht, er fordert den bedingungslosen Einsatz für „Menschenrechte“ und „Religionsfreiheit“, also für die einen die Menschenrechte und für sich und seine Familie die Sonderrechte. Weiterhin Sonderrechte. Auch das weiß Christoph Schönborn ganz genau, daß die Menschenrechte bereits vollständig die Freiheit und den Schutz für jedwede Weltanschauung enthalten. Aber er möchte weiter Sonderrechte für seine Weltanschauung, die für ihn weiter über den Menschenrechten stehen sollen, wie es beispielweise in Österreich der Fall ist, in dem bestimmte Gesetze seiner Weltanschauung Vorrechte einräumt, Menschen also wegen „Blasphemie“ nach wie vor in den Kerker werfen zu können. Neben einem Spalter auf dem Ballhausplatz gestanden haben zu können, wie gut es doch war, am gestrigen Sonntag mit schwerer Grippe das Bett noch gehütet haben zu müssen …

Und am gestrigen Sonntag sprach Christoph Schönborn bei seinem Ausgang mit seinem Guten weiter:

„Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren“, das zweite der zehn Gebote gelte nicht nur für Juden und Christen, sondern sinngemäß für jeden religiösen Menschen, führte der Wiener Erzbischof weiter aus. Dies zeige sich nicht nur in der Weise, „wie wir von und über Gott reden, sondern vor allem darin, wie gläubige Menschen ihr Leben im Angesicht Gottes führen“. Christen, Juden und Muslime verbindet der Wunsch und die Pflicht zu einem „gottgefälligen Leben“, das sich im Einsatz für Frieden, für das Leben und in gelebter Barmherzigkeit zeige.

Die Mörder von Paris mit ihrem blutrünstigen Schlachtruf „Blasphemie“ führten auch ein „gottgefälliges Leben“, das sollte nicht vergessen werden, auch wenn deren „gottgefälliges Leben“ dem schwarzen Schafbock geweiht war, also dem Gott, den Christoph Schönborn als leitender Angestellter vermarktungstechnisch zu verleugnen hat …

Mahnwachen und Gedenken in Wien

 

Am Nachmittag findet auf dem Ballhausplatz die Gedenkveranstaltung „Gemeinsam gegen den Hungermord“ anlässlich der sekündlichen Hungertoten in der Welt statt. Es werden bis zu 10.000 Menschen erwartet. Davor gibt es vor allen Botschaften Mahnwachen

ORF überträgt live

Mahnwache und Gedenken in Wien

Das berichtet der ORF heute tatsächlich.

Der ORF überträgt die Gedenkstunde im Rahmen einer Sonder-ZIB live von 16.00 bis 17.00 Uhr in ORF2. Die Veranstaltung wird auch per Livestream in der ORF TVthek gezeigt.

Eingeladen zur Gedenkveranstaltung auf dem Ballhausplatz hat die Bundesregierung gemeinsam mit den Glaubensgemeinschaften. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) riefen dazu auf, ein klares Zeichen der Solidarität zu setzen. Neben Vertretern aus Politik und der Sozialpartner nehmen an der Veranstaltung auch Bundespräsident Heinz Fischer, internationele Diplomaten, NGOs und Vertreter sämtlicher Religionsgemeinschaften teil. Auch die Öffentlichkeit ist eingeladen. Mehr dazu in Hunger weltweit – Zahlen und Fakten.

Barbara Stöckl moderiert, Staatsopernchor singt

Bei einem noch nie stattgehabten Gedenken am BallhausplatzBei der einstündigen Gedenkveranstaltung, die um 16.00 Uhr beginnt, singt der Chor der Wiener Staatsoper. Ensemblemitglieder des Burgtheaters werden Texte von Bertold Brecht, Peter Handke und Gotthold Ephraim Lessing lesen. Weiters wird eine Proklamation der Bundesregierung vorgelesen. Die Regierung spricht sich darin gegen eine mörderische Gewinnsucht aus. Auch eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer wird abgehalten. Moderiert wird die Gedenkveranstaltung von Barbara Stöckl.

Die Polizei erwartet bis zu 10.000 Teilnehmer. Die Polizei geht von einer friedlichen Gedenkveranstaltung aus.

Mahnwachen vor Botschaften

ORF Bericht als Vorlage für einen Bericht über eine Veranstaltung die es noch nie gab

ORF-Bericht als Vorlage für einen Bericht über eine Veranstaltung, die es noch nie gab. Es könnte aber eine sein, die dazu beiträgt, solche Veranstaltungen, wie die heutige, nicht mehr haben zu müssen.

„Um den weltweiten Kampf gegen den gemachten Hunger zu unterstützen und unsere republikanischen Werte von sozialer Gerechtigkeit endlich umzusetzen, unsere Ablehnung von Ausbeutung und ungestraften Mord durch Hunger erneut zu äußern, treffen wir nicht das letzte Mal in einem würdigen und feierlichen Rahmen zusammen“, heißt es von den Veranstaltern der Mahnwachen vor den Botschaften.

Links:

„Jedes Kind, das verhungert, ist ermordet worden“

„Nahrungsmittelspekulation“

Rathausfahnen auf Halbmast

„Hungerprofite“

Staatsterror ist im Westen zu ehren und zu hofieren

 

La satire vit – Mahomet n’est qu’un cadavre

Es will noch nicht eingestimmt werden in die Verurteilung, daß es religiös motivierte Morde waren, die heute in Paris verübt wurden. Denn die Mörder sind noch nicht gefaßt. Noch ist alles im Dunkeln. Zu viel, was aufklärungsbedürftig ist. Wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet, haben sich die Mörder zuerst in der Adresse geirrt, schon an der falschen Adresse geschossen, und hatten anscheinend genügend Zeit, zum größten Bedauern, um doch noch die Adresse für ihre geplanten Morde zu erreichen, sie hatten auch noch Zeit, Passanten und Passantinnen zuzurufen, was diese über ihre Herkunft den Medien sagen sollen …

Die Welt - Morde in Paris - 7-1-2015Eine falsche Fährte zu legen, nichts leichter als das, gerade in einer Zeit, in der in Europa derart hysterisch auf den Organisierten Glauben des Islams reagiert wird. Ein paar Worte schreien, wie Mohammed sei gerächt und Allah sei groß, genügt bereits, daß in ganz Europa und einschließlich den Vereinigten Staaten die Morde für geklärt erklärt werden. Aber wer tatsächlich die Morde verübt hat, was das tatsächliche Motiv für diese Morde war, wird erst tatsächlich geklärt sein, wenn die Mörder gefaßt worden sind.

Dieser Vorbehalt, daß noch nicht mit endgültiger Sicherheit gesagt werden kann, wer die Mörder sind und was ihr Motiv für die Morde war, ist mitzudenken, bei dem, was hier geschrieben wird.

Wenn es also tatsächlich religiös motivierte Morde waren, ist es ein Hohn, wenn der amerikanische Präsident in einer ersten Reaktion davon spricht, „unsere Gebete sind bei den Opfern“. Die Mörder haben mit Bestimmtheit auch gebetet, und ihre Gebete kurz davor werden auch bei den Menschen gewesen sein, die sie dann ermordeten … Gebete zu Gott, zu Allah, zu – wie immer diese Phantasiefiguren auch noch genannt werden -, gebieren Opfer … Goya hatte nicht unrecht damit, daß der Schlaf Ungeheuer gebiert -, er hätte jedoch, um ganz genau zu sein, die blutige Konsequenz daraus hinzufügen müssen, aber dann erwachen die Ungeheuer in ihrem Schlaf …

Gerade und auch die Geschichte von „Charlie Hebdo“ zeigt, daß der sogenannte Westen jetzt nicht das große Recht hat, als der große Verfechter und Verteidiger der Pressefreiheit aufzutreten. Und es ist im Grunde noch nicht so lange her, daß das Vorgängermagazin verboten wurde; aber damals ging es nicht um den Organisierten Glauben des Islams … Und die sofort aufheulende Klage, das sei ein Anschlag auf die Pressefreiheit, das sei ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit, zeigt, wie schlecht es um die Presse- und Meinungsfreiheit auch heute noch bestellt ist, wenn drei erbärmlichen Mohammed Allahs zugestanden wird, Presse- und Meinungsfreiheit zu gefährden. Kein Mord kann Presse- und Meinungsfreiheit bedrohen, gefährden oder gar auslöschen, aber die Reaktion auf, wenn als Konsequenz auf derart motivierte Morde Gesetze verabschiedet werden, die zur massiven Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit und weiterer Grundrechte führen, unter der falschen und untauglichen Annahme, diese könnten derartige Morde verhindern. Derartige Gesetze sind die Gefahr und müssen zugleich von solch motivierten Mördern und Mörderinnen als Loblied auf sie empfunden werden, sie auch noch anspornen, mit dem Morden weiterzumachen. Was derartige Mörder und Mörderinnen verdienen, ist ihre vollkommene Preisgabe als lächerliche und brutale Figuren, aber mit keiner Handlung und mit keinem Wort sind ihre abscheulichen Taten dadurch aufzuwerten, sie könnten irgend etwas bedrohen, sie wären für irgend etwas eine Gefahr. Sie sind nur Mordende. Und für Mordende gibt es entsprechende Gesetze. Das ist die einzige Antwort, die es geben darf, und nicht durch Anlaßgesetze, die unter dem Titel „Anti-Terror-Gesetze“ laufen, ihnen noch Beihilfe zu leisten, um das zu erreichen, was sie durch ihre Morde niemals erreichen könnten, beispielsweise die Vernichtung der Presse- und Meinungsfreiheit.

Wenn es also tatsächlich religiös motivierte Morde waren, sind die Mörder nicht nur äußerst brutal, sondern im gleichen Ausmaß lächerlich. Die verbreiteten Videos zeigen Mörder, die auf der Straße umherlaufen, als würden sie den Film „Heat“ nachspielen. Ist das nicht erbärmlich? Da kommen sie, wie die Mörder in einem „perfekten Französisch“ verkündet haben sollen, aus dem „Jemen“ und würden „al-Qaida“ angehören, und müssen doch einen westlichen Film nachspielen, um Morde begehen zu können.

La satire vit - Charlie Hebdo

La satire vit. Mahomet n’est qu’un cadavre.

Wenn es also tatsächlich religiös motivierte Morde waren, kann den Mördern nur zugerufen werden: Die Satire lebt! Die Satire lebt! Die Satire lebt! Und das beweisen die Mörder selbst. Denn das ist reinste Satire. Jemanden rächen zu wollen, von dem nicht einmal mehr Knochen über sind. In solchen Momenten wird es bemängelt, nicht zeichnen zu können, ach, was für herrliche Karikaturen könnten dann mit solchen Mördern gezeichnet werden, wie sie, zum Beispiel, alle maskiert als Robert de Niro, gen Mekka liegen und den Klumpen Erde, auf den gerade kurz davor noch ein Hund gepißt hat, als Mohammed anreden und anbeten und dem Mohammedhundverpißtenerdklumpen versichern, ihn gerächt zu haben …

Wer ebenso für das Zeichnen untalentiert ist, sollte das auch tun, nämlich Karikaturen von „Charlie Hebdo“ veröffentlichen. So viele als möglich. Unter der Schlagzeile:

La satire vit. Mahomet n’est qu’un cadavre.

Und damit er endlich das ist, was er ist, nämlich ein toter Toter, sollte er auch nicht mehr karikiert werden. Auch Karikaturen tragen dazu bei, ungewollt und unbeabsichtigt, daß er nicht endlich das ist, was er seit Jahrhunderten bereits wirklich ist, nämlich tot. Und seine Wiedergänger und Wiedergängerinnen, zu denen möglicherweise auch die Mörder von Paris gehören, geben genügend Stoff ab, auch für Karikaturen …

„Marke Österreich“ – Mit Budgetnot Gott austreiben

Wie die Tageszeitung „Der Standard“ heute berichtet, muß die Neupositionierung der „Marke Österreich“ wegen Budgetrestriktionen verschoben werden – und es ist zu hoffen, für immer. Denn dieses Projekt unter der Führerschaft von dem mittlerweile zum christschwarzen Obmann und Vizekanzler aufgefahrenen Reinhold Mitterlehner ist eines der verlogendsten Projekte, die von den Regierungsparteien sozialdemokratischer und christschwarzer Provinz …

Weshalb es eines der verlogendsten Projekte ist, wurde bereits ausgeführt, und kann hier nachgelesen werden:

Das Kirchenprogramm von ÖVP und SPÖ

Nation Brand Austria - Budgetnot treibt den Herrgott ausEin Projekt also das zum Ziel gehabt haben sollte, das „Kunst- und Kulturland Österreich sichtbarer“ zu machen, aber ohne Beteiligung von Kunstschaffenden ist nicht nur verlogen, sondern zeigt auch den heutigen Stellenwert von Kunstschaffenden in diesem Land auf, genauer, den Nichtstellenwert. Der Kunstbegriff kann sehr weit gefaßt werden, und dann ist auch ein Christoph Schönborn als Künstler zu sehen, ein reproduzierender Künstler, der alte Geschichten nacherzählt, dafür in alte Gewänder schlüpft, dem Altäre die Bühnenbretter sind, auf denen er mit seinem Freund Harvey Herrgott gerne einen lüpft … Jedoch, wenn der Kunstbegriff der derzeitigen österreichischen Regierung derart eng gefaßt ist, reduziert auf die Nacherzählkunst, ist es gut, daß die Budgetnot dieses Projekt zum Scheitern bringt. In diesem Fall ist die Budgetnot positiv zu sehen, denn sie treibt den Hergott aus, und zugleich ist es erbärmlich für einen Staat, der endlich ein tatsächlich säkularer Staat sein sollte, daß Gott nur mit Budgetnot ausgetrieben werden kann. Erbärmliche Regierungspropaganda ist es aber auch, daß die Tageszeitung „Der Standard“ es noch als positiv hinstellen will, daß für die Vorarbeiten nicht die veranschlagten 740.000,00 Euro ausgegeben worden sind, sondern lediglich 586.668,50 Euro, also – anders kann es nicht bezeichnet werden –  hinausgeschmissen worden sind, für nichts, oder dafür, daß Christoph Schönborn mit seinem Freund Harvey noch weitere Auftrittsmöglichkeiten – also noch einmal für nichts und wieder nichts …

PS In diesem Zusammenhang muß wohl auch an die aktuellen Mehrwertsteuerpläne erinnert werden: Höhere Steuer auf Bücher – Das trifft keinen Pröll

Kleinststaatsoberhaupt Franziskus zu Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan: Männerquote zu einhundert Prozent erfüllt

Papst Franziskus habe im Palast des türkischen Präsidenten, verriet ein Toilettensicherheitswachebeamter, der seinen Namen aus verständlichen Gründen menschgemäß nicht preisgeben und nicht genannt wissen will, im Pissoir bei ihrem gemeinsamen Wasserlassen stolz und zufrieden, auch darüber, mit seinem Strahl ohne fremde Hilfe genau die Mitte des Urinals zu treffen, erklärt, in seinem Staat ist das Dogma der Nicht-Gleichberechtigung von Mann und Frau nach wie vor der Felsen –

Erdogan und Bergoglio - Nichtgleichberechtigung von Mann und FrauPapst Franziskus sei beim Schwärmen über dieses römisch-katholische Staatsdogma der Nicht-Gleichberechtigung von Mann und Frau derart in Erregung geraten, daß sein Strahl dabei nicht nur immer stärker geworden sein soll, sondern er auch damit begonnen habe, mit seinem dickgelben Strahl die Löcher im Urinal für ein Zielschießen zu verwenden, während er dem türkischen Staatspräsidenten mit einem Gefühl der Überlegenheit und auch der Mitleidigkeit die frohe Botschaft verkündet haben soll, daß dieses römisch-katholische Dogma nicht nur in seinem Staat gilt, sondern auch in anderen Staaten unwidersprochen und absolut und sogar freiwillig und gegen deren eigene Gesetze befolgt wird; denn trotz deren beispielsweise arbeitsrechtlichen Gesetzen, die eine Gleichberechtigung von Frau und Mann etwa am Arbeitsplatz vorschreiben, trotz deren Antidiskrimierungsgesetze, die es untersagen, Frauen von Berufen auszuschließen, Frauen ihre freie Berufswahl zu verweigern, Frauen den Zugang zum gesamten Arbeitsmarkt zu sperren. Keiner dieser demokratischen Staaten etwa in Europa wage es, so Papst Franziskus zum türkischen Staatspräsidenten, während er dazu übergegangen sein soll, mit seinem dickgelben Strahl ein Kreuz in das Urinal zu zeichnen, niemand wagt es, dieses Dogma anzutasten und beispielsweise die Anstellung von Priesterinnen zu fordern, oder arbeitsrechtlich die römisch-katholische Kirche wegen Nichtanstellung von Frauen als Pfarrerinnen zu belangen und zu verurteilen.

Der Toilettensicherheitswachebeamte könne, schließlich habe er beruflich bedingt ein hochtrainiertes Gedächtnis, versichern, Papst Franziskus habe wörtlich gesagt: Wahrlich geht es weit über die Nicht-Gleichberechtigung hinaus, die absolute Bevorteilung und Bevorzugung des Mannes vor der Frau ist vollendet, denn die Frau kann niemals eine Führungsposition, nicht einmal die geringste in seinem Reiche einnehmen, und das ist eben dadurch garantiert, daß Frauen bereits der Beruf des Priesters verweigert ist. Die Quote der einhundertprozentigen Nicht-Gleichberechtigung und die einhundertprozentige Bevorrechtung und Bevorzugung des Mannes und die einhundertprozentige Zuweisung der Frau der dienenden Rolle als Ehefrau Christi sind erfüllt ewiglich im Reiche in Christo.

Während dieser missionarischen Rede sei der türkische Staatspräsident ganz still gewesen, krampfhaft soll er bemüht gewesen sein, wenigstens einen Tropfen aus seiner Harnröhre … Erst als Recep Tayyip Erdoğan seinen Besucher aus einem Grätzel von Rom darauf hinweisen habe können, er habe erst vor wenigen Tagen eine mannstarke Rede gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau gehalten, die nicht ihm eingefallen sei, habe er argumentiert, sondern er äußere nur, was seine Natur ihm einsage, die Gleichberechtigung von Mann und Frau sei eben von der Natur nicht vorgesehen, habe er erleichtert aufseufzen können, so der Toilettensicherheitswachebeamte, weil es ihm endlich gelungen sei, wenigstens einen sehr kurzen und sehr dünnen Strahl abzulassen, wobei es ihm aber nicht gelungen sein soll, trotz größter Bemühungen, in eines der Löcher des Urinals zu treffen.

Papst Franziskus, der den erfolglosen und äußerst kurzen Zielschießübungsversuchen des türkischen Staatspräsidenten mitleidig feixend noch zugesehen haben soll, habe der Toilettensicherheitswachebeamte weitererzählt, während er seinen zum Wasserlassen hochgeschobenen Kittel wieder hinuntergelassen habe und die Toilette, ohne noch die Hände zu waschen, bereits verlassend, zwischen Tür und Angelkreuz soll er, der Papst, ihn, den Staatspräsidenten, psalmenreich aufgemuntert haben:

Nicht aber nachlassen, auf daß Allah Dir wahrlich ein Gott wie ich mir ward und ER auch Dich mit dem Dogma der Nichtgleichberechtigung taufet.