Revisionist Walter Marinovic mit Kornblumen in der freiheitlichen Zur Zeit: „Wacht endlich auf!“

Es ist nicht gut bestellt um den Staat Österreich, die Ideen- und Zukunftslosigkeit der soeben angelobten Regierung wird widergespiegelt von der Ideenlosigkeit der Wähler und Wählerinnen in diesem Land, die keine andere Alternative sehen wollen, als die freiheitliche Gemein-Schaft zu wählen, die freiheitliche Gemein-Schaft massiv zu stärken, gar zur zweit- oder schlimmer noch zur stärksten Partei machen zu wollen.

Und sollte dies der freiheitlichen Gemein-Schaft gelingen, dann wird es wieder einmal keine Leistung von dieser Lagerschaft sein, dann wird es wieder nicht das Gelingen der freiheitlichen Gemein-Schaft sein, sondern die Koalition von ÖVP, SPÖ und Wählerinnen und Wählern in diesem Land.

Erst vor wenigen Wochen haben sich freiheitliche Abgeordnete im österreichischen Parlament wieder einmal als Kornblumenträger und Kornblumenträgerinnen betätigt, und in der Ausgabe 47-2013 des freiheitlichen Zentralorgans versuchte Jan Ackermeier den Vorwurf, die Kornblume sei ein „Nazi-Symbol“, wegzuschreiben, er ging dafür bis zum Jahr 1800 zurück, um zu beweisen, wie er meint, die Kornblume sei kein „Nazi-Symbol“. Und wenn die Kornblume kein „Nazi-Symbol“ ist, dann ist, will Jan Ackermeier weißmachen (in diesem Fall kein Rechtschreibfehler, wenn weis mit ß geschrieben wird), alles gut …

Freiheitliche Zur Zeit - Kornblume und Wacht endlich auf

„Breivik, der uns aber als böser Rechtsextremist verkauft wird, und vieles andere mehr …“

Es ist aber damit nichts gut. Es ist ein Fehler, der in diesem Land sehr oft begangen wird, und zwar der Fehler, derart auf diese zeitlich gesehen lächerlichen zwölf Jahre der nationalistischen Massenmord-Diktatur des deutschen reiches zu starren und fixiert zu sein, und soher selbst der freiheitlichen Gemein-Schaft die Möglichkeiten zu schaffen, sich stets herausreden zu können. Während sich die freiheitliche Gemein-Schaft in Wahrheit nicht herausreden kann. Denn die Tradition, auf die sich die burschenschaftliche freiheitliche Gemein-Schaft beruft, ist der geschichtliche Abfahrtsbahnhof, von dem weg die Geleise nach Auschwitz verlegt wurden. Die Kornblume, stolz und treu von der freiheitlichen Spitzenschaft getragen, war schon der Schmuck jener, die lange vor der nationalistischen Massenmorddiktatur beispielsweise „Prämien für niedergemachte Juden“ verlangten.

Womit Georg von Schönerer angesprochen ist, mit seinem Einfluß auf Adolf Hitler und auf seine nationalistische Gemein-Schaft … Hätten die Massenmörder und Massenmörderinnen des deutschen reiches ihre Menschenverachtung und Menschenverhöhung noch weiter ins Unermeßliche steigern wollen, wären die Güterwaggons, mit denen sie die Menschen nach Auschwitz in die Vernichtung transportierten, wohl mit Kornblumen geschmückt worden.

Jan Ackermeier will die Kornblume als eine unschuldige verkaufen. Die Blume ist unschuldig, aber nicht die Gesinnung, für die diese Kornblume Symbol ist. Und das weiß Jan Ackermeier recht genau. In der aktuellen Ausgabe 50-2013 der freiheitlichen ZZ empfiehlt Jan Ackermeier ein Buch von Walter Marinovic mit dem Titel: „Kornblumen – Georgs Wanderschaft von Südtirol bis Schleswig-Holstein“:

„Und so ruft der Autor bereits in seinem Vorwort seinen umerzogenen Landsleuten zu: „Wacht endlich auf!“

Bei dieser Variante eines Verses wird es keine Debatte darüber geben, ob diesmal ein Beistrich fehlt oder nicht fehlt …

Als direkte Bezugsquelle für die Kornblumen wird von der freiheiltichen ZZ der Nation-und-Wissen-Versand angegeben, und dieser Verlag stellt seinen Autor Walter Marinovic als „Revisionisten“ vor. Zu den vordringlichen Aufgaben, die sich Revisionistinnen ehrtreu selbst erwählten, gehört u.v.a.m. den Holocaust zu leugnen. Ein in Österreich verurteilter Revisionist hat erst vor kurzem einen offenen Brief an den zurzeitigen III. Präsidenten NR Norbert Hofer geschrieben ….

Womit noch einmal der oben erwähnte Georg von Schönerer zu erwähnen ist. Es wird Walter Marinovic für seine Figur nicht zufällig der Vorname Georg eingefallen sein … Georg von Schönerer wollte bereits den Anschluß von Österreich an Deutschland, und hier ist Platz für einen Treppenwitz der Geschichte. Georg von Schönerer bewunderte Otto von Bismarck und ließ sich sogar in der Nähe von Otto von Bismarck begraben. Aber Otto von Bismarck wollte Österreich nicht als Teil von Deutschland. In „Stimmen über Österreich – Österreich wird blühen bis ans Ende der Tage“, 1961 veröffentlicht, ist ein Zitat von Otto von Bismarck abgedruckt, in dem er sich gegen einen Anschluß Österreichs ausspricht, sogar gegen die Bezeichnung „Deutsch-Österreich“ und er, Otto von Bismarck, würde sogar gegen alle in Österreich, die einen Anschluß wollten, einen Krieg beginnen.

Der Verlag von Walter Marinovic verkauft nicht nur Gesinnungsbücher von einem Revisionisten, sondern auch beispielsweise von dem in Österreich ebenfalls nicht unbekannten David Irving, aber auch Trinkbecher, Anstecknadeln …

Wenn sich in den nächsten fünf Jahren, sollte die eben angelobte Regierung sich tatsächlich so lange halten können, die Wählerinnen und Wähler ihre Wahlideenlosigkeit nicht aufgeben wollen, wird es mit dem Blühen weit vor dem Ende der Tage in Österreich vorbei sein, es welkt ohnehin schon mehr als es blüht, und mit dieser freiheitlichen Gesinnungsgemein-Schaft in einer Regierung ab 2018 ist das rapide Verwelken gewiß …

Citizen basher Schönborn: Kritik an Regierung ist Daumendrehen

Über Radio Vatikan wird die Mahnung von Christoph Schönborn verbreitet: „Lassen wir die Regierung arbeiten.“

citizen basher christoph schönbornDas ist nur allzu verständlich, daß pontiff of vintage sich dafür einsetzt, daß ÖVP und SPÖ, von ihm Regierung genannt, in Ruhe gelassen werden sollen, haben sie doch das Programm für die Kirche abzuarbeiten, und diese seine Arbeit möchte Christoph Schönborn nicht gefährdet sehen. Das ist konkret und verständlich. Alles weitere von ihm Vorgebrachte ist unkonkret und pauschalierend. Christoph Schönborn selbst also ist in höchstem Maße in seiner Unterstützung für ÖVP und SPÖ unkonkret und pauschalierend, obwohl er zugleich sagt, er habe kein „Verständnis für Pauschalkritik“. Und er finde „Politiker-Bashing genauso müßig wie das Kirchen-Bashing“, obwohl er zugleich selbst Bashing von allen Menschen betreibt, die

erstens, gegen seine Behauptung, keine Pauschalkritik vorbringen, sondern konkrete Kritik und konstruktive Vorschläge, Anregungen für eine Änderung des vorliegenden Programms von ÖVP und SPÖ,

zweitens, gegen seine Behauptung, kein „Politiker-Bashing“ betreiben, sondern konkrete und konstruktive Kritik an bestimmten parteipolitischen Funktionären und Funktionärinnen von ÖVP und SPÖ üben,

drittens, gegen seine Behauptung, sehr wohl Zeichen der Mitverantwortung setzen, indem sie konkret aufzeigen, woran es diesem Programm von ÖVP und SPÖ mangelt, was an diesem Programm konkret zu verbessern ist, aber auch, welche falschen Signale durch Schaffung respektive Abschaffung von Ministerien von ÖVP und SPÖ ausgesendet werden,

viertens, gegen seine Behauptung, sind die Menschen keine faulen Konsumenten und keine faulen Konsumentinnen, die „fußfrei kommentieren und dabei Daumen drehen“, sondern Menschen, die sich engagieren, die sich einbringen, die konkrete Lösungen vorlegen, während die von ihm verteidigte ÖVP und SPÖ bequem die Vergangenheit plündert für ein Gegenwarts- und Zukunftsjenseits, um noch einmal und wohl ein letztes Mal eine Regierung zu stellen. Aber mit diesem Programm für die Kirche betätigen sich ÖVP und SPÖ nicht als Upcycler, sondern als Downcycler.

Und es kommt wohl nicht von ungefähr, daß Christoph Schönborn „Politiker-Bashing“ und „Kirchen-Bashing“ in einem Satz verklammert; er wird wohl seine Organisation als Teil dieser Regierung oder diese Regierung als Teil seiner Organisation mit dem

Kirchenprogramm von ÖVP und SPÖ …

Das Kirchenprogramm von ÖVP und SPÖ

Beim Gelöbnis auf die Vergangenheit fehlte eigentlich nur pontiff of vintage Christoph Schönborn – aber das wäre eine zu offensichtliche Offenbarung gewesen -, um das Programm von ÖVP und SPÖ, welches beide Parteien unter den irreführenden Jahreszahlen 2013 bis 2018 kalendarisieren und irreführend mit „Regierungsprogramm“ etikettieren, zu weihen …

Kirchenprogramm ÖVP SPÖInsgeheim wird Christoph Schönborn dieses Programm für sich und seine Organisation wohl schon „Kirchenprogramm“ nennen, und es wird ihm ganz warm geworden sein, zu hören, daß der Landwirtschaftsminister und die Innenministerin Gott gelobten, der Landwirtschaftsminister in seiner späteren Erklärung seines Gottgelöbnisses „im Angesicht des heiligen Herzens Jesu Christi“ ganz Tirol zum „heiligen Herzen Jesu Christi“ erklärte und er deshalb als Vertreter von Tirol zurecht auf Gott und Herz Jesu Christi …

Es ist ein Kirchenprogramm,

weil es nun ein Familienministerium gibt, das goldene Kalb der Christenheit endlich einen Ort zum Anbeten …

Es ist ein Kirchenprogramm,

weil die Wissenschaft, beraubt eines eigenen Ministeriums, gedemütigt in die zweite Reihe verbannt wurde. Schon allein dafür wird Kreationist Christoph Schönborn Rosenkränze über Rosenkränze heiß gebetet haben, bis die Marienkügelchen in seinen Händen brannten …

Und mit dem Brennen ist der nächste Punkt angesprochen, weshalb es ein Kirchenprogramm ist: „Nation Brand Austria“. Wie schon in

Programm 2008-2018 von ÖVP und SPÖ: Alle benachteiligen Bereiche in einem Kapitel auf zwölf Seiten

Kunst- und Kulturschaffende Österreichs Brand

Kunst- und Kulturschaffende Österreichs Brand

angesprochen, wird unter dem Ziel „Kunst- und Kulturland Österreich international sichtbarer zu machen“ das Projekt „Nation Brand Austria“ angeführt. Aber an diesem Projekt haben keine Kunstschaffenden, keine Kulturschaffenden weder federführend noch überhaupt mitgeabeitet, und dennoch führen es ÖVP und SPÖ im Kapitel, wo es u.v.a.m. auch um Kunst geht, an. Wer auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft nach den Namen sucht, die daran federführend beteiligt waren, sucht die Namen vergebens, so wie bald die Wissenschaft vergebens gesucht werden wird. Mit dabei war Kreationist Christoph Schönborn, mit dabei war Elisabeth Gürtler, mit dabei war Gerhard Roiss, mit dabei Barbara Prammer und je ein Minister – Mitterlehner, Ostermayer … – und Staatssekretär von ÖVP und SPÖ. Im Programm von ÖVP und SPÖ aber wird es verkauft als das Ziel: „Kunst und Kulturland Österreich international sichtbarer zu machen“. Gebacken hat dieses Simon-Anholt-Projekt mit Kosten von 740.000 Euro eine Sacher-Hostie, die nun OMV-Tankstellen in ihr Sortiment …

Und weil Christoph Schönborn auch hier so fleißig war, wird seine Organisation auch von der steuerlichen Absetzbarkeit von Zuwendungen, wie im oben verlinkten Text bereits geschrieben, profitieren und mit Bestimmtheit darauf zählen können, daß diese auch kommen wird, während Künstler und Künstlerinnen lediglich darauf hoffen können, daß die steuerliche Absetzbarkeit von Kunstankäufen kommen wird, eines Tages nach einem anderen Tag eines Tages … Wer für Gott aber arbeitet, mahlt auch zuerst …

Bezeichnenderweise steht in diesem Kirchenprogramm im Kapitel „Staatsreform und Demokratie“ das Ziel mit Umsetzungstermin 2014:

„Zugleich soll ein nachhaltiges Bekenntnis zum Verbot der Tötung auf Verlangen abgegeben werden. Befassung einer parlamentarischen Enquete-Kommission sowie der Bioethik-Kommission mit der Möglichkeit der verfassungsrechtlichen Verankerung des Verbots der Tötung auf Verlangen und des Rechts, in Würde zu sterben. In der einfachgesetzlichen Ausgestaltung soll dieses Recht insbesondere dadurch weiter sichergestellt werden, dass der gleiche Zugang zur Palliativmedizin sowie zu den gegebenen Möglichkeiten der Sterbebegleitung  gewährleistet ist.“

Die Sterbebegleitung wird wohl mehr und mehr zum Kerngeschäft der römisch-katholischen Kirche werden, die Sterbe-Hospizen zu Kirchen mit stationär aufgenommenen Messgänger und Messgängerinnen. Wer für Gott arbeitet, mahlt eben zuerst … Die Bioethik-Kommission mit wohl vorwiegend getauften und zusätzlich professionell arbeitenden Christen besetzt, der auch ein Wolfgang Mazal angehört, dafür bekannt, verantwortlich für den Leopold-Kunschak-Preis …

Es wurde geschrieben, bezeichnenderweise steht dieses „Verbot der Tötung auf Verlangen“ im Kapitel „Staatsreform und Demokratie“. Denn wer dem Menschen das Recht auf Selbstbestimmung im Persönlichen nimmt, will auch nicht, daß der Mensch in der Gesellschaft bestimmt, an der Gesellschaft teilhat, sondern daß einige Wenige über alle bestimmen, einige Wenige stellvertretend für alle an der Gesellschaft und an der Politik teilhaben, und das paßt zum absolutistisch regierten Kleinststaat in einem Grätzel von Rom wie das Herz Jesu auf’s Auge vom Landwirtschaftsminister, aber nicht zu einem demokratischen Staat, dessen erste Verpflichtung es ist, sich weiter zu entwickeln, und nicht in von Weihrauch vernebelten Räumen an die Wände „Staatsreform und Demokratie“ zu schreiben, daß „Staatsreform und Demokratie“ vor lauter Weihrauchnebel nicht einmal gelesen werden kann, wobei sogar nicht einmal mit Bestimmtheit gesagt werden kann, ob „Staatsreform und Demokratie “ überhaupt geschrieben wurde …

Und daß es sich bei einem Kirchenprogramm um kein Zukunftsprogramm handeln kann und vor allem darf, das hat heute der Landwirtschaftsminister „im Angesicht des heiligen Herzens“ klar und deutlich vernehmbar gelobt …

Das Geschwefel, irgendwer sei zu jung für irgendwas

Oh, wie wird nach Deutschland sehnsüchtig geblickt, von Österreich aus, und geklagt, ach, in Österreich gibt es beispielsweise keine „Zeit“, denn das ist eine Zeitung, aber eben auch nur eine Zeitung, und wenn sie etwas über österreichische Politik veröffentlicht, dann ist es bloß noch eine Zeitung von einer Qualität, die es in Österreich zuhauf und beklagt gibt.

Der große Vorwurf, und damit ist die „Zeit“ nicht allein, Sebastian Kurz sei zu jung, um Außenminister sein zu können, und er könne in derart jungen Jahren nur Außenminister sein, weil Österreich in der internationalen Politik nicht relevant sei …

Was ist denn das für ein Argument! Niemand ist zu jung, niemand ist zu alt, für irgendeine Position.

Muß denn wirklich, ja es muß, es muß daran erinnert werden, daß Sebastian Kurz mit seinen 27 Jahren eigentlich im besten Alter ist für Höchstleistungen …

Ludwig Wittgenstein war 22 Jahre, als er mit seinem Traktatus begann, und er war 28 Jahre, als er mit seinem Traktatus fertig war. Georg Büchner verstarb mit 24 Jahren und hinterließ ein Werk von einer Größe, die er vielleicht mit 40 Jahren nicht mehr erreicht hätte, Albert Einstein legte mit 26 Jahren sogenannte nobelpreiswürdige Schriften vor. Étienne de La Boétie war keine 20 Jahre alt, als er „Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen“ schrieb, ein Werk gültig, so lange es Menschen gibt. Shelley wurde gerade einmal 30 Jahre alt und Keats nur 26 Jahre. Ihre Lyrik begleitet heute noch die Menschen. Arthur Rimbaud sah mit knapp 20 Jahren seine Arbeit als Dichter als beendet an. Mit 26 Jahren veröffentlichte Thomas Mann seinen Nobelpreisroman „Buddenbrooks“. Mit 25 Jahren schrieb Johann Wolfgang Goethe seinen Werther. Franz Schubert wurde nur 31 Jahre alt, mit 22 Jahren sein Forellenquintett … Mit 20 Jahren gründete Bill Gates das Unternehmen Microsoft. Mit 21 Jahren gründete Steve Jobs das Unternehmen Apple. Larry Page mit 25 Jahren das Unternehmen Google und Mark Zuckerberg mit 20 Jahren das Unternehmen Facebook …

Weitere Beispiele müssen nicht angeführt werden, um zu zeigen, wie haltlos es ist, mit dem Alter zu argumentieren.

Wer heute entschieden weltweit die Gesellschaft beeinflußt, verändert – ohne darüber jetzt ein positives oder negatives Urteil abgeben zu wollen, das sind, wie gerade der IT-Bereich zeigt, die jungen Menschen, und sie werden immer jünger, so daß gefragt werden kann, ob Sebastian Kurz eigentlich nicht schon zu alt ist, seinen Zenit bereits überschritten hat, den Zenit von Hietzing.

Und welch seltsamer Auffassung von Außenpolitik im besonderen und Politik im allgemeinen hängt Florian Gasser an, wenn er schreibt:

„Natürlich ist Sebastian Kurz zu jung, um dem diplomatischen Protokoll zu entsprechen.“

Ein Kniefall vor den alten Männern, ein Plädoyer dafür, alles soll bleiben, wie es war. Es ist hoch an der Zeit, das Protokoll zu ändern, und nicht weiter alte Männer internationale Politik …

„Und wäre Österreich eine relevante Größe in der internationalen Politik, wäre er eine glatte Fehlbesetzung. Aber spätestens seit dem EU-Beitritt 1995 ist die Außenpolitik nicht mehr als ein Stiefkind der jeweiligen Regierung. Zum Leidwesen der Beamten, die sich heute noch der Tradition der imperialen Diplomatie verpflichtet fühlen, auch wenn sie nicht mehr über die Geschicke des Kontinents mit entscheiden.“

Statt einer imperialen Beamtendiplomatie ist es wohl allemal besser und gesünder, gar keine Außenpolitik mehr zu betreiben …

„Ideen, wie sich ein Kleinstaat international einbringen kann, fehlen. Die vergangenen Außenminister gefielen sich in dezenter Zurückhaltung. In Erscheinung traten sie selten, ernstzunehmende Initiativen ließen sie vermissen. Die Messlatte für Kurz liegt demnach niedrig. Und die erfahrenen Diplomaten am Wiener Minoritenplatz sind schon froh, wenn ihnen ein Minister zuhört, dessen Englisch zumindest einem Abiturniveau nahe kommt.“

Froh zu sein, bedarf es heutzutage wenig, dafür reicht es schon zu wissen, daß den Ideen von Florian Gasser kein Gehör geschenkt wird, sofern es überhaupt Ideen genannt werden können, es sind ja mehr Sentimentalitäten, vielleicht hat Florian Gasser zu viele hübsche österreichische Heimatfilme über den tanzenden Wiener Kongreß gesehen … Möglicherweise hängt Florian Gasser auch zu viel in Diplomatierentenheimen mit pensionierten Beamtendiplomaten ab, sonst müßte er wissen, daß gerade in seiner Generation in Österreich ein Englisch gesprochen wird, daß weit über das Maturaniveau hinausgeht …

Sebastian Kurz - Geschwefel vom zu jung seinMenschgemäß ist die Bestellung von Sebastian Kurz zum Außenminister eine weitere Absage, Außenpolitik gestalten zu wollen. Das offenbart schon die Kombination Außenpolitik und Integration. Für die Außenpolitik müßte Sebastian Kurz in der Welt unterwegs sein, für die Integration müßte er im Land bleiben, das heißt halbe Kraft für Außenpolitik und halbe Kraft für Integration. Und halbe Kraft ist Nullkraft.

„Kurz wird wohl als Außenminister nicht in die Geschichtsbücher eingehen, aber er ist eine Hoffnung für die politische Klasse.“

Was ist denn das wieder für eine Auffassung! Außenpolitik verstanden als Eintritt eines einzelnen Menschen in die Geschichte … Bert Brecht hat es schon einmal so schön zusammengefaßt, Geschichte machen u.v.a.m. die Köche, die für jene alles auf- und zubereiten, deren Namen allein in Geschichtsbüchern stehen, und: alle zehn Jahre ein großer Mann, wer bezahlt die Spesen …

Sebastian Kurz sei, so Florian Gasser, eine Hoffnung für die politische Klasse … Die politische Klasse in Österreich ist also die ÖVP -, gibt es in der politischen Klasse nicht wenigstens noch die SPÖ?

„Doch wer die Kluft zwischen Wähler und Politikbetrieb beklagt und über die Anziehungskraft des Rattenfängers Strache jammert, muss um einen Sebastian Kurz froh sein.“

Das kann sich Florian Gasser nicht verkneifen, He.-Chr. Strache ins Spiel zu bringen. Und noch ein Fehl von Florian Gasser. Das soeben präsentierte Programm 2008 von ÖVP und SPÖ bestätigt ganz aktuell, wer für wen Stimmen fängt … Und wie Florian Gasser die Ideen fehlen für eine andere Außenpolitik, fehlt zu vielen Wählerinnen und Wählern in Österreich, die von SPÖ und ÖVP genug haben, die Idee, andere als die freiheitliche Gemein-Schaft zu wählen. Die Anziehungskraft von He.-Chr. Strache ist die Ideenlosigkeit der Wähler und Wählerinnen.

Und wenn es dazu kommen sollte, daß Florian Gasser einmal vor dem Herrn Außenminister seinen Hofknicks machen darf, wird er untertänig darauf verweisen, um etwa ein Interview zu erhalten oder gar ein paar freundliche Worte vom Jungspund, er habe ohnehin geschrieben, es müsse um einen Sebastian Kurz froh … Wer um einen Sebastian Kurz froh ist, für den besitzt sogar He.-Chr. Strache Qualitäten, etwa die, eines Rattenfängers … (Wird die Sage konkret bedacht, ist es auch an der Zeit, Rattenfänger nicht zu mehr verwenden. Weder sind Wählerinnen und Wähler Ratten noch sind sie Unmündige, die nicht wissen, was sie tun, wem sie folgen und für wen sie stimmen. Sie wollen alle taub sein und nicht nur ein Kind ist taub. Weder verlassen sie nach der Wahl das Land noch gehen sie in die Donau; das Wasser steht ihnen bloß bis zum Hals nach jedweder Wahl eines Stimmenbeschenkten … und: es wurde auch einem He.-Chr. Strache nichts angetan, auch er wurde nicht betrogen, daß er sich rächen müßte. Nur eines stimmt mit der Sage überein, prächtig verkleiden kann sich auch He.-Chr. Strache. Und noch etwas stimmt überein, dem Stimmenbeschenkten steht nie das Wasser bis zum Hals, für sich weiß sie stets, wie sie ihr Häbchen ins Trockene bringt.) Und froh ist, wer vergessen kann, daß Sebastian Kurz prominentes und entscheidendes Mitglied der Stimmenvertreiber und Stimmenhintreiberinnen ist …

Worüber aber nicht aufgehört werden kann zu wundern, ist, weshalb die „Zeit“ ihren guten Ruf ruinieren will, mit dem Veröffentlichen von lagerpolitischem Geschwefel aus Österreich, denn Florian Gasser ist aus dem Tirolerischen, auch wenn er versucht, sich zu maskieren, etwa dadurch, Abitur statt Matura zu schreiben, aber vielleicht hat das eine Korrektorin ausgebessert, falls die „Zeit“ noch Korrektoren angestellt hat, die kommen, wie bekannt, in Zeitungen kaum noch zum Einsatz, sehr zum qualitativen Nachteil der Zeitungen …

Programm 2008-2018 von ÖVP und SPÖ: Alle benachteiligten Bereiche in einem Kapitel auf zwölf Seiten

Werner Faymann und Michael Spindelegger haben in einer über einstündigen Spezialnachrichtensendung das Regierungsprogramm von ÖVP und SPÖ für die Jahre 2013 bis 2018 vorgestellt. Sie sprachen von schwierigen Verhandlungen, von den dafür n-fach eingesetzten Gruppen, davon, daß es unmöglich sei, immer alle zu überzeugen …

Damit es nicht wie den Bergziegen auf Lanzarote ergeht, die die über fünf Jahre anhaltenden Vulkanausbrüche im 18. Jahrhundert bald schon dazu brachten, wahnsinnig geworden, ihre Köpfe gegen die Felswände zu schlagen, wurde zur eigenen Sicherheit darauf verzichtet, das Regierungsprogramm 2008 mit dem Regierungsprogramm 2013 im Gesamten zu vergleichen. Es will gar nicht gewußt werden, was alles aus dem Regierungsprogramm 2008 mit copied past function in das Regierungsprogramm 2013 …. Es wird auch nicht besser, wenn es mit copied paste function – kopierte alte Pappe …

Mahlzeit kann da nur zu dem Regierungsprogramm 2013 bis 2018 gesagt werden …

Das Auffälligste an dem Regierungsprogramm 2013 ist bereits das seltsame Zusammenkleben von Themen zu einem Kapitel:

Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur, Frauen

In diesem Kapitel mit zwölf Seiten werden alle Bereiche zusammengefaßt, in denen es nach wie vor größte Benachteiligungen und soher größte Nachholbedarfe und größte Versäumnisse gibt, in denen die alte Regierung, das ist die, die jetzt ein Regierungsprogramm für 2013 bis 2018 vorlegte, bereits sträflich säumig war.

Ein Beispiel für das Arbeiten mit copied …:

„Steuerliche Absetzbarkeit für Zuwendungen (Spenden, Sponsoring) zur Erhaltung von unter Denkmalschutz stehenden, öffentlich zugänglichen Gebäuden, an öffentlich finanzierte Kunst- und Kultureinrichtungen und für Kunstankäufe von Werken lebender, zeitgenössischer Künstlerlnnen (mit Betragsbegrenzung)“

Und aus dem Regierungsprogramm 2008:

„Aus kunst- und kulturpolitischer Sicht sollen steuerliche Maßnahmen zur Belebung des Kunstmarktes und Kunstsponsorings geprüft werden.“

Aus dem Regierungsprogramm 2013:

„Herausforderung: Gesamtstrategie für geistiges Eigentum und Verbesserung der Einkommenssituation von KünstlerInnen“

Und dazu aus dem Regierungsprogramm 2008:

„Nach Vorliegen der Ergebnisse der Studie zur sozialen Lage der Künstlerinnen und Künstler in Österreich soll eine interministerielle Arbeitsgruppe ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Künstlerinnen und Künstler entwickeln.“

Nun, diese Arbeitsgruppe hat es gegeben … die zuständige Ministerin aber war fünf Jahre lang damit beschäftigt, nach dem passenden Wort zu suchen, mit dem sie sich kürzlich aus dem Amt verabschiedete …

Aus dem Regierungsprogramm 2013:

„Erarbeitung einer ‚Kulturland Österreich-Strategie‘ im Rahmen eines breiten Stakeholder-Prozesses und in Umsetzung des Projekts ‚Nation Brand Austria – Competitive Identity'“

Regierungsprogramm 2008 - 2018 ÖVP SPÖ

Regierungsprogramm 2008 bis 2018 von ÖVP und SPÖ

Das Projekt „Nation Brand Austria“ wird also unter dem Ziel „Kunst- und Kulturland Österreich international sichtbarer machen“ geführt. Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, kommt das Wort „Kunst“ in dem Bericht nicht einmal vor, das Wort „Kultur“ bringt es immerhin auf zwei Erwähnungen, eine davon ist vergangenheitsbezogen … Wenn es um Kunst ginge, könnte gedacht werden, daß Künstlerinnen und Künstler daran mitarbeiten sollten … Ein Künstler oder eine Künstlerin ist auf den Fotos in diesem Bericht nicht zu sehen, sehr wohl aber Christoph Schönborn … Und es ist wohl kein Zufall, daß in der oben zitierten Passage von der steuerlichen Absetzbarkeit an erster Stelle die Erhaltung von öffentlich zugänglichen Gebäuden steht; es wurde wohl eine Auflistung gebraucht, um es nicht zu auffällig zu machen, vielleicht auch, um Künstler und Künstlerinnen ein wenig zu beruhigen, mit der Karotte vor der Nase … Wenn daran gedacht wird, wie der Organisierte Glaube der römisch-katholischen Kirche jammert und klagt über die Erhaltung ihrer Filialen unter Denkmalschutz, weiß jetzt schon, wer mit Sicherheit von dieser steuerlichen Absetzbarkeit profitieren werden wird …

Und wenn das Nichtumgesetzte im Jahr 2018 wieder mit copied past function oder mit copied paste function als Herausforderungen für 2018 bis 2023, Künstler und Künstlerinnen brauchen sich darob nicht zu grämen, sie existieren wenigstens für ÖVP und SPÖ, im Gegensatz zu Literaten und Literatinnen, die kommen weder im Regierungsprogramm von 2008 noch im Regierungsprogramm von 2013 vor. Schriftsteller und Schriftstellerinnen müssen schon dafür dankbar sein, daß es den Begriff Literatur überhaupt noch gibt, wenigstens je einmal noch im Regierungsprogramm 2008 und im Regierungsprogramm 2013 … und im Regierungsprogramm 2018 vielleicht gar nicht mehr, das wohl nicht mehr von einer Regierung in dieser Zusammensetzung sein wird, Literatur ersetzt durch Heimatpsalmenwort …

Österreichischer Staatsspitzen-Nelson-Mandela-Plattler: „Holareidulijö! Zum Schwarzen Mann reisen – n’Ö!“

Von der freiheitlichen Homepage – einer ihrer Autoren ist Norbert Hofer, der zur Zeit formal an vierter Stelle der österreichischen Staatsspitze angehört – wurde nichts anderes erwartet, als eben, daß Freiheitliche raschest versuchen werden, etwas gegen Nelson Mandela vorzubringen. Geübt darin, Geschichte nach ihrer Gesinnung zu verdrehen, verstehen sie es auch, Gegenwart nach ihrer Gesinnung zu verfälschen, und so lassen die Freiheitlichen auf ihrer Homepage Christoph Blocher die Arbeit der Geschichts- und Gegenwartsverfälschung tun …

Und wie jede Geschichts- und Gegenwartsverfälschung voll von Abstrusitäten ist, zitieren die Freiheitlichen auf ihrer Homepage die abstruse Aussage von Christoph Blocher, er, Nelson Mandela, sei in das Gefängnis gegangen, was meistens ein Zeichen sei, etwas ernst zu nehmen … Nelson Mandela ging also, um jetzt Christoph Blocher beim Wort zu nehmen, zu dem Weißen Mann und sagte, er nehme die Apartheid ernst und möchte dafür 27 Jahre in das Gefägnis gehen, und der Weiße Mann in seiner unendlichen Großzügigkeit öffnete das Gefängnistor weit und bat Nelson Mandela mit formvollendeten Manieren und mit der denkbar größten Höflichkeit, in das Gefängnis einzutreten, um dann jahrzehntelang beim Steineklopfen blocherischen Ernst …

Holareidulijö - Zum schwarzen Mann reisen wir nÖWährend also die Gemein-Schaft des formal vierten Mannes an der österreichischen Staatsspitze versucht – sonst ganz beseelt von der Achtung vor den Toten -, Nelson Mandela weißen Schlatz in das Grab nachzuspucken, singt der andere Teil der österreichischen Staatsspitze den Plattler Holareidulijö! Zum schwarzen Mann reisen – n’Ö, in dem etwas von Terminkollissionen gejodelt wird und Heinz Fischer mit Fistelstimme das Solo gibt, hinter den Polsterbergen, jö, könnt‘ als Geburtshelfer die große Koalition, ohÖ, außahol’n – und dann wieder mit dem gesamten Staatsspitzenchor den zu jodelnden Refrain Holareidulijö! Zum schwarzen Mann reisen – n’Ö …

Wie viel hätte die österreichische Staatsspitze im Flugzeug nach Südafrika besprechen können, vor allem in bezug auf die neue Regierung, die es noch immer nicht gibt und nicht geben wird, also die neue Regierung. Vielleicht weiß aber die österreichische Staatsspitze aus Erfahrung, daß sie im Flugzeug nicht zum Reden kommt, zu aufgeregt, einmal in die große Welt hinauszukommen, na ja, sie kommt oft in die große Welt hinaus, aber für sie scheint es immer wie das erste Mal zu sein … Als sie vor wenigen Monaten gemeinsam in Rom waren – Fischer, Faymann, Spindelegger -, werden sie vor lauter Aufregung auch nicht miteinander gesprochen haben, nicht nur vor Aufregung, sondern auch vor Ergriffenheit, versunken im Gebet, gleich in der Masse vor dem weißen Hergott stehen zu dürfen … Und auf der Rückreise, ach, wieder jeder für sich, in gebetsdankbarer Erinnerung an die römischen Stunden der weißen Blendung …

Und Christoph Blocher – die Finger wollen immer Blocker statt Blocher schreiben -, der also für die Freiheitlichen auf ihrer Homepage die Arbeit des Gegenwartsverfälschers erledigt, sagt einen auch für österreichische Regierungsspiele nicht unwesentlichen Satz: „Wie das so ist: Wenn einer mal etwas gut gemacht hat, gilt alles, was er so macht, als gut.“ Diesen Satz bezieht Christoph Blocher auf Nelson Mandela, und auf die freiheitliche Gemein-Schaft gemünzt, damit stellen sich die Freiheitlichen selbst einen Regierungsuntauglichkeitsbescheid aus …

Und noch etwas findet Christoph Blocher von Nelson Mandela nicht gerade fein, Nelson Mandela habe nicht gerade in einer Wellblechhütte gewohnt … Der Weiße Mann hat Nelson Mandela halt zur sehr verwöhnt, 27 Jahre in einem Gefängnis, das auch nicht gerade eine Wellblechhütte war, war halt Nelson Mandela zu sehr von der Wellblechhütte entwöhnt, ach, was gab es dafür Annehmlichkeiten, was für einen Luxus, von wertvollen Steinen bis …

Vielleicht wollen aber Freiheitliche und Christoph Blocher keinen weißen Schlatz auf den Sarg von Nelson Mandela spucken, sondern es ist bloß Ausdruck ihrer Unbeholfenheit, mit Trauer umgehen zu können, mit der Trauer darüber, daß vor rund drei Jahren an einem Begräbnis in Südafrika nur die Treuesten waren, niemand aus der weiten Welt nach Südafrika reiste, um einem weißen Mann die letzte Ehre …

PS Vladimir Putin soll sich bereits größte Sorgen machen, daß die österreichische Staatsspitze auch nicht zu den Olympischen Spielen … Er solle schon damit gedroht haben, wenn die österreichische Staatsspitze nicht nach Sotschi komme, bleibe auch er fern, denn ohne die österreichische Staatsspitze wären die Olympischen Spiele keine Olympischen Spiele … Daß einer, wie etwa der deutsche Bundespräsident, der Anwesenheit respektive Nicht-Anwesenheit als symbolische Handlungen für und gegen etwas definiert, nicht nach Sotschi fährt, soll Vladimir Putin abgetan haben mit der Bemerkung, einer weniger, der seine Menschen-Rechte stört …

Auch wer die freiheitliche Gemein-Schaft wählt, würde nie einem vor 200 Jahren gebauten Auto zutrauen, nur einen Zentimeter noch zu fahren und also niemals der Idee verfallen, so etwas je zu kaufen …

… nur beim Wählen also verhält sich der Wähler und die Wählerin nicht einmal wie ein Konsument und eine Konsumentin, die lange ernsthaft eine größere Anschaffung sich überlegen, ehe sie einen Kauf tätigen, nur beim Wählen stimmen sie für alles, was ihnen nichts bringt, außer Ärger, Enttäuschung, Kosten und so weiter und so fort. Es wäre also schon viel, würden Menschen wenigstens wie sonst als Konsumenten und Konsumentinnen ernsthaft überlegen, ehe sie wählen, zu verlangen, daß sie politisch wählen, ist schon eine zu hohe Forderung, oder, eine Hoffnung, die aufzugeben ist …

In der aktuellen Ausgabe des Zentralorgans der freiheitlichen Gemein-Schaft, der ZZ, schreibt Jan Ackermeier über die Burschenschaft, die in Innsbruck auf der Straße die „Meinungsfreiheit erstreiten muß“ und zitiert ihre Botschaften: „Wir Burschenschafter für Meinungs- und Versammlungsfreiheit seit 1815“ …

„Seit 1815“ also sind Burschenschafter für „Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Aber sie schreiben nicht dazu, für welche „Meinungs- und Versammlungsfreiheit“ sie sind. Klug genug sind sie, das nicht zu tun. Denn wie ein 200 Jahre altes Auto heute keine Zulassung mehr erhalten würde, weil es nach 200 Jahren einfach fahruntüchtig, fahruntauglich ist – mit einem Wort: Schrott oder Wrack -, würde die burschenschaftliche „Meinungs- und Versammlungsfreiheit“ keine Zulassung mehr bekommen, weil es nach 200 Jahren einfach … Und nicht anders ist es mit der freiheitlichen Gemein-Schaft, die geschlossen hinter den Burschenschaften stehen, sie verteidigen, aus den Reihen das niedere und hohe freiheitliche Politpersonal in die gewählten Gremien dieses Landes marschieren.

Über burschenschaftliche freiheitiche Gemein-Schaft hat Heine schon alles geschriebenErinnern Sie noch an den letzten Wahlkampf der Freiheitlichen, zur Nationalratswahl am 29. September 2013? Die Freiheitlichen versuchten es mit der „Liebe“. Da gab es Wahlplakate mit der Liebe, da gab es ein He.-Chr.-Strache-Liebeslied und so weiter und so fort. Das Liebeslied gemäß freiheitlichen Könnens ein Plagiat, das nicht einmal mehr auf der Site von He.-Chr. Strache gespielt werden darf … Dieses Plagiat ist wenigstens nicht 200 Jahre alt, wie das freiheitliche Plagiat mit der „Liebe“.

Was aber davon gehalten werden kann, wenn Freiheitliche und Burschenschaften oder freiheitliche Burschenschaften oder burschenschaftliche Freiheitliche von „Liebe“ reden, das wußte Heinrich Heine schon zu genau, und hätte er vor bald 200 Jahren Autos zu überprüfen gehabt, sein Autoüberprüfungsbefund wäre kurz und knapp aber eindeutig ausgefallen: nicht fahrtauglich, aus dem Verkehr zu ziehen.

Ist es nicht erschreckend, daß für viele diese freiheitliche Gemein-Schaft immer noch wählbar erscheint, obgleich vor bald 200 Jahren Heinrich Heine alles sagte, was diese Gemein-Schaft zu einer unwählbaren macht? Heinrich Heine war kein Hellseher. Es ist nur so, diese Gemein-Schaft hat sich nie aus dieser Zeit, in der Heinrich Heine lebte, fortbewegt. Wie denn auch? Schrott fährt nicht.

Was Heinrich Heine wohl heute schreiben würde, über die Wähler und Wählerinnen, die ein Wrack wählen? Was er vor bald 200 Jahren schrieb, kann nachgelesen werden in: „Sämtliche Werke, Band 6, Viertes Buch, ab Seite 522:

„Der Geist der sich auf Hambach aussprach, ist grundverschieden von dem Geiste oder vielmehr von dem Gespenste das auf der Wartburg seinen Spuk trieb. Dort auf Hambach jubelte die moderne Zeit ihre Sonnenaufgangslieder und mit der ganzen Menschheit ward Brüderschaft getrunken, hier aber auf der Wartburg krächzte die Vergangenheit ihren obscuren Rabengesang und bei Fackellicht wurden Dummheiten gesagt und gethan, die des blödsinnigsten Mittelalters würdig waren. Auf Hambach hielt der französische Liberalismus seine trunkensten Bergpredigten und sprach man auch viel unvernünftiges, so ward doch die Vernunft selber anerkannt als jene höchste Autorität die da bindet und löset und den Gesetzen ihre Gesetze vorschreibt. Auf der Wartburg hingegen herrschte jener beschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anders war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu ersinnen wußte, als Bücher zu verbrennen. Ich sage Unwissenheit, denn in dieser Beziehung war jene frühere Opposition, die wir unter dem Namen die Altdeutschen kennen noch großartiger als die neuere Opposition, obgleich diese nicht gar besonders durch Gelehrsamkeit glänzt, üben derjenige welcher das Bücherverbrennen auf der Wartburg in Vorschlag brachte, war auch zugleich das unwissendste Geschöpf, das je auf Erden turnte und altdeutsche Lesarten herausgab, wahrhaftig dieses Subjekt hätte auch Bröder’s lateinische Grammatik in’s Feuer werfen sollen. Sonderbar trotz ihrer Unwissenheit hatten die sogenannten Altdeutschen von der deutschen Gelahrtheit einen gewissen Pedantismus, geborgt der ebenso widerwärtig wie lächerlich war. Mit welchem kleinseligen Silbenstechen und Auspünkteln diskutirten sie über die Kennzeichen deutscher Nationalität. wo fängt der Germane an? wo hört er auf? darf ein Deutscher Tabak rauchen? Nein behauptete die Mehrheit. Darf ein Deutscher Handschuhe tragen? Ja, jedoch von Büffelhaut. (Der schmutzige Maßmann wollte ganz sicher gehen und trug gar keine.) Aber Biertrinken darf ein Deutscher und er soll es als ächter Sohn Germanias. denn Taeitus spricht ganz bestimmt von deutscher Cerevisia. Im Bierkeller zu Göttingen mußte ich einst bewundern, mit welcher Gründlichkeit meine altdeutschen Freunde die Proskeriptionslisten anfertigten für den Tag, wo sie zur Herrschaft gelangen würden. Wer nur im siebenten Glied von einem Franzosen. Juden oder Slaven abstammte, ward zum Gril verurteilt. Wer nur im mindesten etwas gegen Jahn oder überhaupt gegen altdeutsche Lächerlichkeiten geschrieben hatte, konnte sich auf den Tod gefaßt machen und zwar auf den Tod durchs Beil, nicht durch die Guillotine, obgleich diese ursprünglich eine deutsche Erfindung und schon im Mittelalter bekannt war unter dem Namen die ‚welsche Falle‘. Ich erinnere mich bei dieser Gelegenheit, daß man ganz ernsthaft debattirte, ob man einen gewissen berliner Schriftsteller, der sich im ersten Bande seines Werkes gegen die Turnkunst ausgesprochen hatte, bereits auf die erwähnte Proseriptionsliste setzen dürfe, denn der letzte Band seines Buches sei noch nicht erschienen und in diesem letzten Bande könne der Autor vielleicht Dinge sagen, die den inkriminirten Aeußerungen des ersten Bandes eine ganz andere Bedeutung ertheilen. Sind diese dunklen Narren, die sogenannten Deutschthümler, ganz vom Schauplatz verschwunden! Nein Sie haben bloß ihre schwarzen Röcke, die Livree ihres Wahnsinns abgelegt. Die meisten entledigten sich sogar ihres weinerlich brutalen Jargons und vermummt in den Farben und Redensarten des Liberalismus. In der That, jene regenerirten Deutschthümler bildeten zwar die Minorität, aber ihr Fanatismus, welcher mehr religiöser Art, überflügelte leicht einen Fanatismus, den nur die Vernunft ausgebrütet hat, ferner stehen ihnen jene mächtigen Formeln zu Gebot, womit man den rohen Pöbel beschwört, die Worte ‚Vaterland, Deutschland, Glauben der Väter u.s.w.‘ elektrisiren die unklaren Volksmassen noch immer weit sicherer als die Worte: Menschheit, Weltbürgerthum, Vernunft der Söhne, Wahrheit. Ich will hiermit andeuten, daß jene Repräsentanten der Nationalität im deutschen Boden weit tiefer wurzeln als die Repräsentanten des Cosmopolitismus und daß letztere im Kampfe mit jenen wahrscheinlich den Kürzern ziehen, wenn sie ihnen nicht schleunigst zuvorkommen.“ (Fettierung B.K.)

Vielleicht ist Martin Pfeiffer, der in der aktuellen freiheitlichen ZZ von der „Verausländerung“ schreibt, darauf stolz, daß manche meinen werden, er habe ein neues Wort erfunden, aber auch dieses Wort ist seit rund 200 Jahren bekannt: aus einem der Grundsätze des Programmes, das nach dem Wartburgfest zusammengefaßt wurde: „Jeder Bursche muß aller […] Ausländerei […] abschwören.“

Und Norbert Hofer schreibt auch wieder in der freiheitlichen ZZ … „Auf Basis des freiheitlichen Handbuches“ … Und auf dem Titelblatt der aktuellen Ausgabe: „Im Zeichen der Kornblume – Freiheitlicher Frühling“ .. Im Zeichen der  …

Das Verfassungsdiktat des Nicht-einmal-ein-Viertel-Volkes gegen mannigfache Zusammenlebensformen

Die freiheitliche Homepage feiert das Referendum in Kroatien als „großen Sieg“. Und stellt ihrer Feier die Schlagzeile voran: „Zwei Drittel der Kroaten gegen Homo-Ehe“. Beim Tanz auf einer Feier passiert eines unweigerlich, die Genauigkeit kommt unter die Füße und wird zertreten.

„Die Bevölkerung“, wird auf der freiheitlichen Homepage geschrieben, konnte eine „Volksinitiative“ durchsetzen. Nun, „die Bevölkerung“, das klingt nach der Gesamtheit der Menschen, die in einem Staat leben, „Volksinitiative“, das klingt nach einer großen, einer ein ganzes sogenanntes Volk umfassende Bewegung.

Aber wie sieht es tatsächlich aus?

Nicht einmal ein Viertel ist das Volk

„Die katholische Bischofskonferenz rief „die Gläubigen und alle Menschen guten Willens“ dazu auf, das Referendum zu unterstützen. Orthodoxe, Evangelische, Muslime und Juden schlossen sich der Initiative an, die konservative Oppositionspartei HDZ unterstützt sie.“

Die „Volksinitiative“ ist der Zusammenschluß von Bürgern und Bürgerinnen zu einer „Bürgerinitiative“, die es in jedem Land zuhauf und zu mannigfachen Themen gibt. Wie auch aus Österreich bekannt ist. Es gibt ja bald keine Straße mehr, auch in Österreich, in der es nicht eine „Initiative“ gibt, die lautstark gegen etwas auftritt, die ihre persönlichen und zu oft egomanischen Interessen versucht durchzusetzen, da gegen ein Hoch, das zu hoch ist, dort gegen Kinder, die zu laut sind, hier dagegen, daß Autofahrer die Straße mit Radfahrerinnnen zu teilen haben, da wieder gegen Fußgänger, die eine Straße ohne Autoverkehr und so weiter und so fort …

Und diese „Initiative“ in Kroatien hatte eben das Anliegen, gegen Menschen zu sein, für die es mehr als nur die Ehe zwischen Frau und Mann gibt. Aber nicht jede „Initiaitve“ erhält eine derartige Unterstützung. Womit darauf eingegangen werden kann, was dieses Referendum in Kroatien erzählt.

Das Referendum in Kroatien erzählt von der Lüge der Unterschiedlichkeit der Organisierten Glauben. Denn, wenn es darum geht, gegen den Menschen sich zu positionieren, gegen den Menschen aufzutreten, auf den Menschen hinzutreten, ziehen alle Organisierten Glauben an einem Gott, an einem Strick, mit dem sie alle fesseln wollen, die das Leben vielfältiger sehen, die die Gesellschaft nicht als eine Monokultur begreifen:

„Es ist das erste Mal, dass es einer Bürgerinitiative in Kroatien gelang, einen Volksentscheid durchzusetzen. Die katholische Bischofskonferenz rief „die Gläubigen und alle Menschen guten Willens“ dazu auf, das Referendum zu unterstützen. Orthodoxe, Evangelische, Muslime und Juden schlossen sich der Initiative an, die konservative Oppositionspartei HDZ unterstützt sie.“

Das Referendum in Kroatien erzählt von der Wichtigkeit von Regelungen, ab wann eine sogenannte Volksabstimung bindend zu sein hat. In Kroatien haben sich nicht einmal die Hälfte der Menschen, die in Kroatien leben, an dem Referendum beteiligt. Es waren bloße 37 Prozent. Und von diesen mageren 37 Prozent haben sich 66 Prozent dafür entschieden, die natur- und menschgemäße Vielfalt der menschlichen Zusammenlebensformen zu leugnen. Sie können sich nun genau ausrechnen, wie viel in Wirklichkeit 66 Prozent von 37 Prozent tatsächlich sind.

Nicht einmal Viertel aller Menschen, die in Kroatien leben, haben für die Leugnung der menschgemäßen Vielfalt gestimmt.

Das Referendum in Kroatien erzählt von der Wichtigkeit, sich an sogenannten Volksabstimmungen zu beteiligen. Denn sonst kommt es stets dazu, daß eine Minderheit sich als einhundert Prozent gebärdet, und schlimmer, eine Minderheit das Leben von einhundert Prozent der Menschen in einem Land bestimmt, alle Menschen in einem Land an ihren weltanschaulichen Strick bindet.

Das Referendum in Kroatien, das von der freiheitlichen Homepage des freiheitlichen Spitzenpersonals gefeiert wird, erzählt also auch davon, was von dieser freiheitlichen Gemein-Schaft je zu erwarten ist, eine scholleanschauliche Strickpolitik, sonst nichts. Und es ist wieder einmal prototypisch, daß einer aus der Schreibstaffel anderen eine „brutale Diktatur“ unterstellt.

In Kroatien diktiert nun nicht einmal ein Viertel aller Menschen, die in Kroatien leben, ihre scholleanschauliche Lebensform, wie alle Menschen in Kroatien ihr Leben zu marschieren haben. Ihr Leben zu gestalten haben, davon kann in diesem Zusammenhang nicht gesprochen werden. Dieses Nicht-einmal-ein-Viertel hat für das Austreiben des Gestaltens gestimmt.

Freiheitliche „Zur Zeit“ sucht den „größten ungarischen Staatsmann“ und findet im 20. Jahrhundert dafür Miklós Horthy

Michael Spindelegger sagte im Interview, das er der Tageszeitung „Der Standard“ gab, veröffentlicht am 29. November 2013:

„Da muss ich Ihnen sagen, ich weiß es auch nicht, ob ich bleibe oder nicht. Ich weiß derzeit noch nicht, ob wir überhaupt in eine Regierungszusammenarbeit mit der SPÖ gehen.“

Das ist selbstverständlich parteipolitisch motiviertes Geschwefel, verhandlungstaktisches Geplänkel, selbstverständlich wird Michael Spindelegger bleiben, in der Parteipolitik, wohin soll jemand gehen, der vom Kanzler träumt? Zurück in die Bezirkshauptmannschaft Gmünd? Und zugleich ist es ein Offenbarungseid. Aussagen eines Menschen, der, wie Vizekanzler und Parteiobmann und Außenminister und Abgeordneter und Klubobmann und Michael Spindelegger vorgibt, ein ganzes Land entfesseln will, klingen nicht derart unentschieden, wankelhaft, einfallslos …

Ein wenig anders sieht es freilich mit der „Regierungszusammenarbeit“.  Einer, der vom Bundeskanzler träumt, wird kaum auf die harte Bank der Opposition sich setzen wollen. Und welche „Regierungszusammenarbeit“ käme dann noch in Frage, wenn nicht mit der SPÖ? Eine mit den Freiheitlichen … Eine Minderheitsregierung? Möglich, der Obmann der Neos hat ja schon signalisiert, eine christfreiheitlichschwarze Regierung unterstützen zu können. Vielleicht sogar eine Dreier-Koalition? Von der Unterstützung von Freiheitlichen in einer Regierung sind nicht viele Schritte notwendig, um mit Freiheitlichen in einer Regierung zu sitzen.

Und bis die Regierungsfrage in Österreich nicht geklärt ist, muß doch weiter hingewiesen werden, wer die Freiheitlichen in die Regierung holt, holt …

Auskunft darüber gibt im Grunde jede Ausgabe des freiheitlichen Gesinnungsverlautbarungsorganes …

Freiheitliche Zur Zeit und Miklos Horthy

Die Verkaufszeilen für Miklós Horthy von Erich Körner-Lakatos selbst auf Haltbarkeit zu vergleichen.

In der aktuellen Ausgabe (48/2013 vom 29. November 2013) wird von Erich Körner-Lakatos ein weiteres Mal versucht, Miklós Horthy als den „größten magyarischen Staatsmann im 20. Jahrhundert“ zu verkaufen. Nehmen Sie sich bitte selbst die Zeit, seine Verkaufszeilen mit den dazu geklebten Artikeln abzugleichen. Sie werden wohl kaum zu einem anderen Schluß kommen können, als zu dem, alles, was Erich Körner-Lakatos schreibt, hält nicht …

Es würde zu lange geraten, Zeile für Zeile hier durchzugehen, aber beispielhaft: Bereits die Unterüberschrift von Erich Körner-Lakatos hält nicht: „Linke Angriffe auf Miklós Horthy gehen weiter“ … Wie gelesen werden kann, wurde die Denkmaleinweihung auch von der ungarischen Regierungspartei Fidesz-MPSZ „scharf kritisiert“ – Fidesz eine linke Partei …

Wesentlich ist aber auch, welche Zeilen Erich Körner-Lakatos nicht schreibt, nämlich diese:

„Im Zusammenhang mit der Denkmalsenthüllung, ausgerichtet von der rechtsradikalen Parlamentspartei Jobbik und dem ihr nahe stehenden, für seine rechtsradikalen Ansichten bekannten reformierten Pfarrer Lorant Hegedüs jr. hat nun der zuständige Kirchenbezirk ein Disziplinarverfahren angestrengt. Zuvor hatte die MSZP den Bischof der Reformierte Kirche in Ungarn, Gusztav Bölcskei, aufgefordert, alles zu unternehmen, damit die Bronzebüste vor der Kirche entfernt wird.“

Und es ist auch nicht zum ersten Mal, daß Erich Körner-Lakatos in der freiheitlichen „ZZ“ versucht, aus der faschistischen Partei der Pfeilkreuzler eine sozialistische … Aber auch das muß nicht ausführlich und also noch einmal geschrieben werden, es kann nachgelesen werden:

Faschistische Partei ist für freiheitlichen ZZler eine sozialistische – Diesmal aber keine Satire von Erich Körner-Lakatos

„Die Presse“ wird für eines freiheitlichen ZZlers revisionistische Geschichtsschreibung

Freiheitliche rühmen in der Zeit des Gedenkens der Novemberpogrome Miklós Horthy

In den aktuellen Verkaufszeilen für Miklós Horthy wirft Erich Körner Lakatos dem Pianisten András Schifff vor: „ein seltener Unsinn“. Nun, was Erich Körner-Lakatos schreibt, ist kein Unsinn, denn es ist alles im Sinne einer Scholleanschauung, die von keiner Regierungsbank aus und in keiner Wahl zustimmungswürdig ist.

Ehe ein Hahn einmal kräht, hat He.-Chr. Strache dreimal verleugnet

Irgendwann in der verwichenen Woche wurde so ganz nebenher mitbekommen, es sei in der „Pressestunde“ vom 24. November 2013 auch um die freiheitliche „ZZ“ gegangen, und heute wurde doch der Neugier nachgegeben, zu erfahren, was über die „Zur Zeit“ …

Zur Zeit Ein Wochenmagazin ohne ...Als Antwort auf die Aussage von Claus Pándi, das sei das „Zentralorgan der FPÖ“, sagt der zurzeitige Obmann der freiheitlichen Gemein-Schaft:

„Sie wissen, daß das ein Wochenmagazin ist, das nicht Teil der FPÖ ist.“

Es muß möglicherweise anders gesehen werden. He.-Chr. Strache verleugnet also nicht, sondern der zurzeitige Obmann erwahrheitet sich traditionell freiheitlich eine Wirklichkeit, in der etwa die „ZZ“ nicht Teil der FPÖ ist …

Aber wenn die „ZZ“ nicht das zentrale Gesinnungsverlautbarungsorgan der freiheitlichen Spitzen ist, wohin gehören dann in Wirklichkeit all die freiheitlichen Mandatare und Mandatarinnen, die für die „ZZ“ schreiben, diese gründeten, herausgeben …

Herbert Fleissner - Zur Zeit - Erich Priebke

Herbert Fleissner: für die „ZZ“ ein „prominent konservativer Verleger“ …

Zu den Gründern gehörte neben Herbert Fleissner u.a. auch der freiheitliche Abgeordnete Johannes Hübner, der auch Gesellschafter der W3 VerlagsgesmbH ist; in der „ZZ“-Geschichtseigendarstellung ist er bloß ein in „Mediensachen engagierter Rechtsanwalt“ …

Zur Zeit Ein Wochenmagazin ohne FPÖ

He.-Chr. Strache: „Sie wissen, daß das ein Wochenmagazin ist, das nicht Teil der FPÖ ist.“ Konzerngeflechte bestätigen seine Erwahrheitung.

Zu den Herausgebern gehört auch Hilmar Kabas, Präsident des freiheitlichen Bildungsinstitutes. Und Andreas Mölzer, Kommanditist der W 3 VerlagsgesmbH., ein Mann der Transparenz, einer, für den seine Arbeit als freiheitlicher Abgeordneter nicht Teil seiner Arbeit als ZZ-Mann ist, weshalb es wohl, darf vermutet werden, in den Räumlichkeiten der „ZZ“ zwei strikt voneinander getrennte Arbeitsplätze gibt: einen für die freiheitliche Abgeordnetenarbeit und einen für die „ZZ“-Arbeit, zwischen denen mittels eines Bürodrehstuhls gependelt werden kann:

Andreas Mölzer und Bernhard Tomaschitz – Zurzytisten oder Abgeordneter und Assistent?

Der Geschäftsführer der „ZZ“ steigert aktuell seine Bekanntheit als Sprecher der Burschenschaften. Burschenschafter sind wohl auch nicht Angehörige der FPÖ, sie werden aus recht reiner Nächstenliebe nur von Freiheitlichen in Schutz genommen, burschenschaftlich ehrentreu verteidigt vor einer Welt, die keine Trachtenwelt sein will:

Freiheitlicher ZZler Walter Tributsch, Burschenschaftssprecher und Freund von Björn Clemens.

Wendelin Mölzer, freiheitlicher Abgeordneter: Gesellschafter Edition K3 und W 3, Journalist, Chef vom Dienst, leitender Redakteur bei der „ZZ“ …

Und wer aller aus dem freiheitlichen Lager für die „ZZ“ schreibt … Es ist bald einfacher zu sagen, wer von den freiheitlichen Mandatarinnen und Mandataren auf Bundes- Landtags-, Gemeinderatsebene und auch EU-Ebene hat noch nicht für die „ZZ“ geschrieben …

In der aktuellen Ausgabe Christian Höbert, freiheitlicher Nationalrat, und Andreas Mölzer, freiheitlicher EU-Abgeordneter …

In der vorletzten Ausgabe Barbara Rosenkranz, freiheitliche NR, und Andreas Mölzer …

In der vorvorletzten Ausgabe Mario Eustacchio, freiheitlicher Stadtrat in Graz, und Andreas Mölzer … Das ist übrigens die Ausgabe, die Claus Pándi dem zurzeitigen freiheitlichen Obmann vorhielt, und es He.-Chr. Strache nicht verstehen konnte, daß Formulierungen wie „Invasion der Warmen“ aufregen. Aber die „ZZ“ hat ja auch nichts mit dem Privaten zu tun, und Sexualität sei, so in etwa He.-Chr. Strache, etwas Privates, und weil es so etwas Privates ist, schreibt es die „ZZ“ öffentlich, weil das Private ist nicht Teil der Öffentlichkeit, oder die Öffentlichkeit ist nicht Teil des Privaten …

In der Ausgabe davor Johannes Hübner, freiheitlicher NR, und Andreas Mölzer … Auch eine besondere Ausgabe, die „ZZ“ weiß, „ganz Afrika will auswandern“. Daß das noch nicht passiert ist, liegt vermutlich daran, daß noch kein geeigneter Transporter gefunden wurde, um einen ganzen Kontinent …

In der Ausgabe davor Manfred Haimbuchner, freiheitliches Mitglied der Oberösterreichischen Landesregierung, und …

In der Ausgabe davor Gerhard Kurzmann, freiheitlicher Landesrat in der Steiermark, Johannes Hübner und …

In der Ausgabe davor Barbara Rosenkranz, Manfred Haimbuchner, Dietmar Holzfeind, freiheitlicher Kandidat auf der Liste FPÖ Kärnten, und … Dietmar Holzfeind dürfte es nicht geschafft haben, ist auch ohne Belang, ob er ein Mandat … Holzfeind schreibt ständig für die „ZZ“.

In der Ausgabe davor Gerhard Deimek, freiheitlicher NR, und …

In der Ausgabe davor Walter Rosenkranz, freiheitlicher NR, Harald Vilimsky, freiheitlicher NR, und …

In der Ausgabe davor Manfred Haimbuchner und …

Und so könnte das fortgesetzt und fortgesetzt werden …

Vielleicht ein paar Namen noch …

In der Ausgabe 39-40/2013 Harald Stefan, freiheitlicher NR, Heidemarie Unterreiner, freiheitliche NR, und … Und weil die „ZZ nicht Teil der FPÖ sei, wie He.-Chr. Strache sagt, schreiben nun Harald Stefan und Jan Ackermeier gemeinsam für die „ZZ“, der von Harald Stefan gefeuerte Jan Ackermeier, der nun ständig in der „ZZ“ …

Unerwähnt können nicht bleiben:

Norbert Hofer, freiheitlicher III. Präsident NR

Martin Graf, freiheitlicher ehemaliger III. Präsident NR

Genug umgesehen in der erwahrheiteten Wirklichkeit von He.-Chr. Strache … In dieser Wirklichkeit gibt es auch eine freiheitliche Homepage, zu der, darf vermutet werden, He.-Chr. Strache auch sagen würde, diese sei nicht Teil der FPÖ … Es folgt aber keine Aufzählung mehr, bloß ein Link noch:

Freiheitliche müssen so viel vor dem Bürger und der Bürgerin verstecken – Kaum noch ein Nachkommen.

NS Im aktuellen Impressum der „ZZ“ wird für EDV und Layoutentwurf/Layout Mag. G. Schneeweiß-Arnoldstein genannt. Alles tüchtige Leute, er schreibt auch für die „ZZ“ und betreibt eine Website, wie hier nachgelesen werden kann:

Für Joseph Goebbels ein Gottbegnadeter – Ein Herold für der Freiheitlichen „Zur Zeit“.