Halbe Wahrheit ist null Wahrheit

Wer die Protokolle des gestrigen Waschgangs im österreichischen Parlament auf der Website des österreichischen Parlaments durchsieht, wird Halle erwähnt finden, aber nicht Hanau

„[…] genau an dem Tag, an dem in Halle ein rechtsextremer Terroranschlag auf eine Synagoge verübt wurde.“

Das war 2019.

Und 2020 in Hanau?

In Hanau kein Anschlag auf eine Synagoge, die Ermordeten keine … Und so sind die ermordeten Menschen in Hanau in recht österreichischer Allparteientradition nicht anzuführen, nicht erwähnenswert, wie diese ermordeten Menschen weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart noch in der Zukunft so angemessen erwähnt werden, wie sie seit 1945 angemessen zu erwähnen wären, und auch erwähnt werden, aber nicht, kurz gesagt, in Österreich.

Was von diesen Menschen in Österreich sogar staatsrepräsentierend gerne gespielt wird, ist ihre Musik, wenngleich auch das nicht wirklich die Wahrheit ist, daß es nämlich ihre Musik ist, und wo diese Menschen gerne gesehen werden, ist in Österreich auf der Bühne, wenngleich auch das nicht wirklich die Wahrheit ist, daß es bei den Menschen auf der Bühne tatsächlich um diese Menschen handelt, sie werden gespielt von Schauspielern und Sängerinnen, wobei das allerdings kostengünstig ist, da sie sich keine Farbe ins Gesicht schmieren müssen, um diese darzustellen.

Beschlossen auch in diesem Jahr der Bau der „Namensmauer“ in Wien …

Wann wird es in Österreich einen Bundeskanzler wie Franz Vranitzy geben, der für diese Menschen das Wort ergreift, einbekennt die österreichische Schuld vor 1945, eingesteht das österreichische Schweigen und die österreichische Handlungslosigkeit nach 1945?

Den wird es in Österreich, in diesem, kurz gesagt, Portschyland nie geben, und es braucht nicht darauf gehofft zu werden, daß eine österreichische Bundeskanzlerin aus dieser Allparteientradition je ausscheren …

Manchmal ist eine Bescheidenheit einzumahnen, und es ist schlicht wie kurz zu sagen, es ist doch eine erfreuliche Entwicklung, wenn in Österreich nun mit der Namensmauer und mit dem Simon-Wiesenthal-Preis so vollständig die halbe Wahrheit Einzug hält, auch wenn halbe Wahrheit null Wahrheit ist, aber immerhin …

Und die Menschen, die in ganz Europa diffamiert, verfolgt, gejagt, getötet werden, auch noch Jahrzehnte nach 1945, können sich einstweilen weiter daran erfreuen, daß ihre Musik gespielt wird, auch wenn es nicht ihre Musik ist, daran erfreuen, sich auf den Bühnen und im Fernsehen zu sehen, auch wenn es nicht sie sind, die auf den Bühnen und im Fernsehen …

Waschgang in Österreich

„Engelberg zufolge gebührt vor allem dem ehemaligen Bundeskanzler Franz Vranitzky und auch dem gegenwärtigen Regierungschef Sebastian Kurz Dank dafür, dass sie den Kampf gegen Antisemitismus zu einem wichtigen Teil ihrer politischen Arbeit erklärt haben.“

Martin Engelberg hat sich an diesem 8. Juli ’20 mit einer recht besonderen Rede im österreichischen Parlament hervorgetan.

Für ihn selbst wird das nichts Besonders sein. Er selbst weiß es besser, wie recht besonders er sich immer hervortut.

In seiner gestrigen Fürrede im Parlament für einen „Simon-Wiesenthal-Preis“ fragt er, Engelberg, „wie wenig Geschichte kann man kennen, daß man so einen Antrag stellt“, der selbst gefragt werden kann: wie wenig Gegenwart könne gekannt werden, daß …

Engelberg spricht Friedrich Peter an, der nicht dritter Nationalratspräsident werden konnte, weil es damals einen Aufstand der Zivilgesellschaft gegeben habe.

Martin Engelberg, seinen Worten folgend, wird vor nicht einmal einem Jahr im Parlament genauso aufgestanden sein, um Norbert Hofer zum III. NR-Präsidenten …

„Gott sei Dank hat sich in den letzten 30 Jahren viel geändert in Österreich, sehr viel und Erfreuliches geändert. Ganz besonderer Respekt und Anerkennung gebührt dafür dem ehemaligen Bundeskanzler Franz Vranitzky, aber auch dem jetzigen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Sie haben die Aufarbeitung dieses dunkelsten Kapitels der österreichischen Geschichte zu einem wichtigen Teil ihrer politischen Arbeit gemacht. Große Anerkennung gebührt heute auch dem ersten Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka für den Einsatz zur Verwirklichung der Idee des Simon-Wiesenthal-Preises und seines Einsatz im gegen Antisemitismus insgesamt.“

Franz Vranitzky wird wohl spätestens nach dieser engelsbergischen Rede sich selbstkritisch fragen, ob er in seinem langen politischen Leben nicht noch mehr hätte tun können, im Angesicht des Umstandes, wie viel in den wenigen Jahren Sebastian Kurz schon nicht nur für die „Aufarbeitung“ getan hat, sondern insgesamt für die demokratische Entwicklung des Landes …

Wie wird doch Franz Vranitzky täglich Sebastian Kurz um seine klare Sprache beneiden, diese seine eindeutige und sich total abgrenzende Sprache von, einfach wie kurz gesagt, dem identitären Gerede.

Und wie wenig muß Franz Vranitzky seine Leistung ihm selbst vorkommen, im Angesicht von Wolfgang Sobotka, der unermüdlich bei Tag und bei Nacht, werk- wie feiertags, Menschen um sich schart, für seinen Kampf für …

Wolfgang Sobotka wird sich während der gestrigen engelbergischen Rede vielleicht gedacht haben, das hätte er schon auch sagen können, nicht um zu schmeicheln, aber doch als Beleg seines Kennens der Gegenwart, wie sehr er, Sobotka, immer schon den nach dem „österreichischen Streicher“ benannten Preis …

Engelberg wird bei seinem Hinweis auf das gar so erfreulich Geänderte vielleicht an seine Spaziergänge durch die Innenstadt der Bundeshauptstadt gedacht haben, in der so viele Plätze davon erzählen, von dem Erfreulichen, das …

Zum Schluß seiner gestrigen Rede im Parlament kommt er, Engelberg, auf die FPÖ und ihren Antrag, diesen Preis doch „Bruno-Kreisky-Preis“ zu nennen, zu sprechen, redet etwas von „Outcasts“ redet etwas davon, mit denen niemand mehr etwas zu tun haben möchte.

Und damit ist Martin Engelberg menschgewordenes Regierungsprogramm der derzeitigen Bundesregierung, in dem festgeschrieben ist, mit dem sich die ÖVP einen koalitionsfreien Raum gemauert hat, um bei Migration und Asyl im Parlament mit einer dritten Partei Mehrheiten bilden kann, selbstverständlich nicht mit der FPÖ, sondern, vielleicht mit der KPÖ.

PS Bis auf eine Partei im Parlament sprechen sich gestrig alle Parteien für die Benennung „Simon-Wiesenthal-Preis“ aus. Es ist aufgrund der Initiative eines schwarzen Mannes ein ÖVP-Waschgang, mehr aber noch, da auch die anderen mitmachen, ein österreichisches Waschprogramm zum Weißen der Gegenwart. Für die Richtigstellung ist Zeit, später dann, viel später dann, das ist die österreichische Zuversicht und die österreichische Furcht, wird es schon wieder einen Franz Vranitzky geben, der die richtigen Worte zur Vergangenheit finden wird.

PPS Ein weiterer Preis also, in der Qualität, einfach wie kurz zusammengefaßt, von Gedenkmessen.

Die Wahrheit der „65 Unwahrheiten“

Dieses Kapitel kann kurz gehalten werden.

Sie ziehen auch ein Kapitel aus dem Roman der Wirklichkeit heran, um gegen „Unwahrheiten“ aufzutreten, die, wie sie meinen, über sie verbreitet werden, wie in diesem Juli ’20 auf ihrer Website zu lesen ist.

Wer allein dieses Kapitel liest, wird leicht die Wahrheit der „65 Unwahrheiten über die IB“ von der IB feststellen können, allein bereits im Abgleich mit „#52/11.04.2019: Gegen Ende schreibt der Artikel der IBÖ einen Sticker mit der Aufschrift “Streetfight Experience since 1529 zu.“

Vor allem werden die Lesenden allein schon beim Lesen dieses Kapitels feststellen können, es geht nicht um sie, aber rührend wie Kinder – obgleich die Frage zu stellen ist, ob Kinder je so eitel sich gebärden – meinen sie, es geht nur um sie, alles dreht sich bloß um sie, während sie tatsächlich nicht mehr Bedeutung haben, als in Romanen Nebenfiguren eben Bedeutung haben können. Menschgemäß darf ihr Auftreten als Nebenfiguren nicht gescholten werden. Sie erzählen doch viel über die Hauptfiguren, über die Zustände in einem Land, zu oft alles …

Freilich ist gerade in einem Land wie Österreich kaum zu unterscheiden, wer sind die Nebenfiguren, wer sind die Hauptfiguren, zu oft scheinen Hauptfiguren aufgrund ihres geistigen Gewichts wie Nebenfiguren, das aber die Nebenfiguren, von denen in diesem Kapitel ein weiteres Mal erzählt wird, nicht zu Hauptfiguren macht. So ist dieser Roman, kurz gesagt, vielleicht der erste Roman ohne Hauptfiguren, der erste Roman bloß mit Nebenfiguren.

Die Antwort

„Und ich frage die Wirtschaftswissenschaftler, die Moralphilosophen, ob sie jemals berechnet haben, wie viele Menschen zu Armut, zu unverhältnismäßig harter Arbeit, zu sittlicher Verwahrlosung, zum Verlust der Kindheit, zu schändlicher Unwissenheit, zu unüberwindbarem Elend, zu absoluter Not verurteilt werden müssen, um einen Reichen hervorzubringen?“

Die Frage, von Almeida Garrett bereits im 19. Jahrhundert gestellt, ohne Antwort durch konkretes Handeln bis herauf in das 21. Jahrhundert.

Aber längst schon beantwortet.

Die Antwort:

Nach der Verursachungsgerechtigkeit, berühmter unter ihrem Synonym Kostenwahrheit als Fetisch gehandelt, sind die Kosten für das Produzieren eines „Reichen“ schlicht wie kurz viel zu hoch, unverantwortlich zu hoch, einfach wie kurz gesagt: absolut unrentabel.

Was noch fehlt, ist das Handeln danach. Die einzige Konsequenz daraus nun endlich prompt zu ziehen:

Die Produktion von Reichen ist umgehend für immer vollständig einzustellen.

We’re all Gates, aren’t we?

Wer eignete sich besser, um das konkret zu veranschaulichen, was mit „Wären wir nicht reich, wärst du arm“ knapp verdichtet gesagt sein will, als Bill Gates?

Zum einen deshalb, weil mit Bill Gates stellvertretend und beispielhaft konkret gezeigt werden kann, wie alle zusammen die Leistung sogar innerhalb kürzester Zeit erbringen, ihn, Bill Gates, zu einem der reichsten Männer in dieser Welt zu machen. Ohne das Produzieren für ihn, ohne das massenhafte Konsumieren der Produkte aus diesem Unternehmen, was wäre Bill Gates heute?

In keinem Fall das, wofür er heutzutage in der Welt bekannt ist.

Tatsächlich gehört auch er zu dem einen Prozent der Abhängigen, dem dessen Reichtum so schnell wieder genommen werden kann, wie dieser ihm gegeben.

Hierzu kann ein weiterer Mann des einen Prozents stellvertretend beispielhaft erwähnt werden, dem ebenfalls in kürzester Zeit ein schier hohes Vermögen gegeben, der aber mit aktuell hohen Verlusten konfrontiert, dessen Vermögen weiter und rasch schmelzen könnte, wenn die 99 Prozent der Unabhängigen sich dafür entscheiden, nicht mehr in seinem Unternehmen zu produzieren.

„Wären wir nicht reich, wärt ihr arm.“ Wie erzählt, geht diese Zeile auf das Gedicht eines Dichters zurück, der vor Jahrzehnten gestorben ist.

Von diesem Dichter gibt es auch das Gedicht mit den vielen Fragen eines lesenden Menschen, der nach den vielen Namen der Menschen fragt, die alles bauen, die alles produzieren, durch die Jahrhunderte, durch die Jahrtausende. Und auf das Heute bezogen, kann dieses Gedicht auf eine einzige Frage verdichtet werden …

So viele Berichte.
Und nur eine Frage.
So viel Reichtum –
Warum nur für ein Konto.

So many accounts.
And just a question.

So much wealth –
Why only for one account.

Zum weiteren deshalb, weil Bill Gates stellvertretend und beispielhaft dafür steht, ein großzügiger Spender zu sein. Aber seine Großzügigkeit gibt es nur durch die Großzügigkeit von allen, all das viele Geld auf sein Konto allein nur überweisen zu lassen, das er spenden kann, dafür Lob und Anerkennung erhält. Während er doch bloß weitergibt, was alle erwirtschaften.

Zum weiteren deshalb, weil Bill Gates stellvertretend und beispielhaft im Mittelpunkt von sogenannten Verschwörungstheorien steht, gerade so aktuell in diesen Zeiten von Corona. Statt aber Verschwörungen zu phantasieren, einzelnen Pläne gegen alle Menschen zu unterstellen, sich soher selbst zu einer Masse zu verkleinern, mit der gemacht werden könne, was mit ihr irgendwer zu machen gewillt ist, selbst allen das Bestimmungsrecht zu nehmen, selbst allen das Mitspracherecht abzusprechen, wäre es für alle nützlicher, sinnvoller, in den Mittelpunkt zu stellen, wann und wie es zur stillschweigenden, nie abgesprochenen Verschwörung von allen gegen alle selbst kam, den von allen erwirtschafteten Reichtum, das durch alle gemeinsam angehäufte Vermögen dem Konto von so wenigen gutzuschreiben, zu Lasten von allen. Und warum diese stillschweigende Zustimmung von allen, ohne daß alle selbst von der Existenz dieser Vereinbarung wissen, alle davon auch nicht wissen, stillschweigend zugestimmt zu haben, alle diese Vereinbarung immer noch und weiter einhalten. Noch dringlicher aber dabei, diesen Vertrag gegen alle, dessen Nutznießende uneingeschränkt nur ganz wenige sind, endlich in seinem Gesamten aufzukündigen.

Ein angenehmer Nebeneffekt davon wäre wohl auch das Verschwinden der sogenannten Verschwörungstheorien, denen dann jedwede Voraussetzung zum Ersinnen fehlte.

Zum weiteren deshalb, weil es keinen zweiten Namen als übersetztes Wort im übertragenen Sinn verwendet stellvertretend und beispielhaft gibt, der besser zum Ausdruck bringen kann, was alle zusammen sind, die diesen nicht haltbaren Weltzustand bejahen, aufrechterhalten …

„Da steh’n wir nun, wir armen Toren,
Und sind so klug wie nie zuvor.“

„And here, poor gates, we stand further more,
And smarter than we were before.“

Auch diese Zeilen ein Rückgriff auf Verse von einem Dichter, der in zwölf Jahren zweihundert Jahre tot sein wird.

Zum weiteren deshalb, weil es keinen zweiten Namen als übersetztes Wort stellvertretend und beispielhaft gibt, der im schlimmsten Fall für Beibehaltung und im besten Fall für Veränderung steht. Tore, zum Schließen und zum Öffnen.

Wären wir nicht reich, wärt ihr arm

Es gibt diese Verse eines Dichters, die auch heute noch gerne herangezogen werden, um über Verteilung des Vermögens zu sprechen.

Der Dichter ist seit Jahrzehnten tot.

Und nach wie vor geht es um Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit. Weiter um die Forderung einer gerechten Verteilung des Vermögens.

Um diese Forderung zu bekräftigen, werden gerne die zwei Männer des Dichters zu Auftritten eingeladen. Der eine, reich, der andere bleich und arm. Sie sehen einander an. Und der eine sagt: „Wäre ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

Und stets geht es dabei um Solidarität. Dabei, wer leugnet heute noch, nicht solidarisch zu sein? Solidarisch zu sein, behaupten heutzutage schon Menschen, die mit ihrem bildungsbürgerlicherinnen Hintergrund wissen müßten, was es heißt, solidarisch zu sein.

Freilich gibt es auch jene, von denen gemeint werden könnte, aufgrund ihrer beruflichen Stellung, sie müßten wissen müssen, was es heißt, solidarisch zu sein, die das Wort Solidarität selbst gar nicht kennen; wie auch? Ist doch ihr einziger Hintergrund die Styroporwand in Fernsehstudios.

Das Gedicht des toten Dichters hat schon seine Richtigkeit, wenn die einzelne Reiche und die Reiche so da stehen und einander ansehen. Da ist die einzelne Reiche wirklich arm, wenn sie auf ihren Kontoauszug schaut. Es bleibt ihr kein Geld, wenn Miete, Strom, Diesel und Raten gezahlt, es geht sich vielleicht aus, kein Minus am Monatsletzten zu haben, wenn beim Essen gespart.

Aber wenn alle Armen und ein reicher Mann da stehen, einander so ansehen, dann stimmt das Gedicht des toten Dichters nimmer mehr, stimmte sein Gedicht auch damals schon nicht, als er es schrieb.

Hätte der tote Dichter nicht in die Brieftasche, nicht auf das Bankkonto des armen bleichen Mannes gesehen, dann hätte er es vielleicht so geschrieben:

Reiche Menschen und
reicher Mann steh’n

da und sehn sich an.
Da sag’n die reichen
Menschen, und bleich
wird der reiche
Mann: Wären wir nicht
reich, wärst du arm.

Und vielleicht hätte er dann seinem Gedicht diesen Titel gegeben:

Ihr wißt gar nicht, wie reich ihr seid


Reception of a small advertiser

Konzerne haben für alle möglichen Risiken, denen sie irgendwann ausgesetzt sein könnten, wird erzählt, Notfallpläne in ihren Tresoren griff- und einsatzbereit.

Möglicherweise hat das Unternehmen Facebook einen seit langem fertig ausgearbeiteten Plan auch für den Fall, daß eines Tages die Werbeeinnahmen drastisch sinken könnten.

Und möglicherweise gibt es zu diesem Notfallplan für den dramatischen Fall eines enormen Einbruchs bei den Werbeeinnahmen auch einen Präventionsplan, in dem festgeschrieben sein könnte, schon bei Zeiten ist kleinen und kleinsten Werbetreibenden mit Aufmerksamkeit zu begegnen, sind kleine und kleinste Werbetreibende bei Laune zu halten, daß nicht auch noch auf deren Werbeeinnahmen verzichtet werden muß.

Und so kann es erklärlich werden, daß Mark Zuckerberg höchstpersönlich sich am 15. Februar 2020 um einen kleinen Werbetreibenden bemüht, mit diesem eine Diskussion freundlich erduldet.

Der kleine Werbetreibende dürfte davon recht angetan gewesen sein, wurde doch weiter für ihn Werbung geschaltet. Es ist nicht viel, vom März 2019 bis Juni 2020 gerade etwas mehr als 181 Tausend Euro.

Aber, wie es in der tirolerischen Bauernschaft heißt, viele Hühner legen auch genug Eier, um die Familie satt zu kriegen.

Die Tirolerischen kommen deshalb in den Sinn, weil der Empfang des kleinen Werbetreibenden durch Mark Zuckerberg in die Zeit fällt, als in Ibiza der Alpen von D. Covi heftig seine Abreise in die Welt gefeiert wurde. – unvergessliche Feste.

Ebenso unvergesslich wird für den kleinen Werbetreibenden sein Empfang bleiben, darf vermutet werden, schrieb er doch in sein mit Vögelchen verziertes Tagebuch zur Erinnerung an diesen seinen aufregenden Tag:

„Great to meet Mark Zuckerberg for a discussion on a broad range of topics – from combating hate speech online, to finding fair taxation mechanisms for large digital corporations, as well as latest trends & developments in the digital economy. Thank you for an insightful exchange!“

Mark Zuckerberg spricht mit dem kleinen Werbetreibenden über „faire Steuermechanismen“. So ein Tag muß doch in Erinnerung bleiben. Wer sonst spricht schon über „faire Steuermechanismen“? Gar mit einem kleinen Werbetreibenden? Gekannt wird sonst doch nur das harte Wort des Verweises auf die Steuergesetze etwa durch eine Bundeskanzlerin und vor allem durch einen Finanzminister …

Auch das muß ihm unvergesslich bleiben, Mark Zuckerberg teilt ihm mit, wie ihm doch die „Bekämpfung von hate speech“ zur Last falle … Aber auch für Zuckerberg wird der Empfang des kleinen Werbetreibenden vermutlich ein Gewinn gewesen sein. Zum einen die Gewißheit, einen kleinen Werbekunden an sein Haus weiter gebunden zu haben, zum anderen, vielleicht ein deutsches Wort gelernt zu haben. Zuckerberg wird möglicherweise gefragt haben, wie denn zu hate speech im Deutschen gesagt werde, und der kleine Werbetreibende es ein paar Mal wiederholen mußte, bis es Zuckerberg akkurat aussprechen konnte: „Hassreden“. Vielleicht bedankte sich Zuckerberg dafür mit einem deutschen „Danke“ und sprach dann über „trends & developments in the digital economy“, und der kleine Werbetreibende hätte gerne vielleicht noch die eine oder andere Frage beantwortet, wie dies oder das im Deutschen heiße, aber da war die Zeit schon wieder um …

Stop Hate for Parties

Es gibt nun diese Kampagne „Stop Hate for Profit“. Und bereits viele Unternehmen ziehen daraus ihre Konsequenzen, schalten also keine Werbung mehr auf Plattformen, beispielsweise von dem Unternehmen Facebook.

Wie sehr und wie lange schon müßten Parteien diese Konsequenz gezogen haben und keine Parteiwerbung auf solchen Plattformen … Und noch mehr Regierungen, die doch seit einer Internetewigkeit versuchen, bitten, betteln, die Plattformen mögen doch mehr und wenigstens etwas für das Eindämmen von Hetze, Verhetzung, Haß auf ihren Seiten unternehmen …

Möglicherweise ist es, und das wird nur nicht verstanden, kurz gesagt, von höchster politischer Raffinesse, auf diesen Plattformen Werbung um Werbung zu schalten, diesen Plattformen dadurch derart viel Geld zukommen zu lassen, bis der Haß, die Hetze, die Verhetzung, die Fake News im Geldmeer untergehen und ertrinken …

Es ist wohl noch zu wenig Geld auf diese Plattformen gepumpt worden, um das endgültige Absinken von Haß, von Hetze, von Verhetzung, von Fake News auf den Geldmeeresgrund zu bewirken, auf dem Haß, Hetze, Verhetzung und Fake News zerschellen, sich auflösen, für immer.

So kann den Regierungen, beispielsweise der Regierung in Österreich, die mit Hunderttausenden schon sehr engagiert dabei ist, nur zugerufen werden: Weiter so! Noch mehr Geld! Es ist ja genug Steuergeld da! Koste es, was wolle!

Hunderttausende Euro aus Steuergeld aus Österreich allein für Facebook

Während es mittlerweile einen umfassenden und weitreichenden Werbeboykott besonders gegen den Konzern Facebook gibt, schalten politische Parteien nach wie vor Werbung beispielsweise auf Facebook, in Österreich etwa die ÖVP für Sebastian Kurz mit 181.512,00 Euro und für Gernot Blümel mit 29.378,00 Euro …

Die Regierungspartei ÖVP füttert also den Konzern Facebook mit über zweihunderttausend Euro Steuergeld allein für ihr Bewerben von Sebastian Kurz und Gernot Blümel. Und daß dies Steuergeld weiter auch in Zeiten der Corona ist, kann nicht bezweifelt werden, aus der eigenen Tasche werden das weder Kurz noch Blümel bezahlen … Ja, sie spenden in Coronazeiten einen kleinen Teil ihres Gehalts, aber die gesamte Spende der Regierung in Österreich macht nicht einmal 200.000,00 Euro aus, sondern gerade einmal rund 162.000,00 Euro. Haben die Regierungsmitglieder seit der werbewirksamen Ankündigung im April 2020 bereits gespendet, und wenn ja, wofür und vor allem an wen?

Sie werden sagen, ja, aber das machen doch auch die anderen Parteien in Österreich, den Konzern Facebook mit Steuergeld zu versorgen. Das ist wahr, und sie geben ebenfalls nicht wenig Geld für Werbung auf der Plattform des Konzerns Facebook aus.

Sebastian Kurz und Gernot Blümel und deren Partei werden nicht deshalb namentlich genannt, um sie vorzuführen, sondern weil es gerade die ÖVP in Regierungsverantwortung ist, die sich in den letzten Jahren gar so hervorgetan hat, gegen „Haß“, gegen „Verhetzung“ im digitalen Raum aufzutreten, auch Sebastian Kurz höchstselbst …

Es hat dieses Kapitel keinen Neuigkeitswert. Denn vor Jahren wurde bereits ein Kapitel geschrieben, in dem es darum ging, daß Sebastian Kurz Facebook sponsert, die Plattform der Hetze und des Hasses …

Es erstaunt bloß, das trotz der jahrelangen intensiven Beschäftigung mit solchen Plattformen es nicht zur Erkenntnis reichte, daß solche Plattformen eine Kritik nicht ernst nehmen können, wenn sie zugleich reichlich mit Geld versorgt werden, und das Auftreten gegen diese etwas von Bittstellerei hat, die Plattformen mögen doch bitte so gnädig sein, doch ein wenig darauf zu achten, was auf ihren Seiten verbreitet werde …

Und es geht nicht nur um Hetze, Verhetzung und Haß, sondern auch die berüchtigten „Fake News“. Nun, was soll ein Unternehmen wie beispielsweise Facebook von der Kritik an seinem Umgang etwa mit „Fake News“ halten, wenn das Verbreitete der Kritisierenden ebendiese Qualität haben, wie die letzte „Regierungserklärung“ des Sebastian Kurz auf Facebook …

Ein Sommer in Cambridge

Der nächste Schritt, kündigt der Herr Präsident an, werde sein, er persönlich werde das Video „Ein Sommer in Cambridge“ in seiner gesamten Länge im Untersuchungsausschuß abspielen.

Wenn die Abgeordneten im österreichischen Parlament das erfahren werden, um welches Video es sich dabei handelt, werden sie sich darüber mehr als erleichtert zeigen. Denn. Kurz ist das Video. In seiner Gesamtheit weiter kürzer sogar als die bekannten Ausschnitte aus dem Video Ischgl des Mittelmeeres.

Er, der Herr Präsident, werde selbstverständlich eine rechtliche Einschätzung einholen, ob die Vorführung des Videos im Untersuchungsausschuß aus rechtlicher Sicht unbedenklich sei. Es werde ihm die Sauberkeit bestätigt.

Er selbst werde sich auch schon darauf freuen, das Video nicht nur den von ihm äußert hoch geschätzten Abgeordneten im Untersuchungsausschuss vorspielen zu dürfen, sondern es auch selbst wieder einmal sehen zu können. Es zeigt einen sehr sauberen jungen Mann in einer sehr sauberen Umgebung, der in einer Welt des Fleißes lebt,

„Bei den Unis, die ich im Ausland absolviert hab‘, da war immer ein relativ großer Anteil, bei der Uni in Cambridge zum Beispiel auch, von von asiatisch Studierenden, und ich war immer fasziniert davon, daß die sich keine Sekunde Freizeit gegönnt haben, die ganze Nacht oft durchgelernt haben.“

in der es nichts Wichtigeres gibt, als die Bildung, das Absolvieren von einer Universität nach der anderen, dem Nacht für Nacht es davon träumt, sich keine Freizeit zu gönnen, ganze Nächte durchzulernen …

In dem anderen Video, das er, der Herr Präsident, nach rechtlichen Bedenken nicht in den Untersuchungsausschuss bringen kann, soll der für zehn Jahre in Wien gewesene Sportstadtrat, so geht das Gerücht, ebenfalls sehr sentimental davon erzählen,

„Da ich zehn Jahre Sportstadtrat in Wien war, weiß ich, wovon ich spreche.“

wie er in Cambridge in Vorbereitung auf das Boat Race einen Sommerkurs absolvierte, das heißt, wie er diesen Sommerkurs absolvieren wollte und es dann doch nicht tat, aber bei seinem kurzen Aufenthalt doch einmal sogar im Schatten eines Baumes mit dem jungen Mann saß, der ihm seinen ihn so oft heimsuchenden großen Traum erzählte, ganze Nächte keine einzige Sekunde …

Verärgert äußert sich der ehemalige Sportstadtrat in diesem Video, so das Gerücht, noch Jahre später darüber, daß er unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Cambridge gelockt worden sei. Denn. Es stellte sich heraus, daß es bei dem Sommerkurs „Boat Race“ nicht um das ging, was er annahm, worum es bei „Boat Race“ nach seinen Vorstellungen nur gehen könne, sondern um die schnöde Vorbereitung auf eine Ruderregatta. Er sei, soll er im Video erzählen, sofort, als ihm das bitter klar wurde, aber stante pede aus Cambridge abgereist, ohne den Sommerkurs zu absolvieren.

Er soll auch, so das Gerücht, vor laufender Kamera seinen Übersetzer, der heute, so ein Gerücht, in Stanford Gebärdensprache lehren soll, ersucht haben, ihn daran zu erinnern, wenn sie aus Ischgl des Mittelmeeres wieder zurück sind, in Wien, den Laptop endlich wieder zu retournieren, seit Jahren vergesse er darauf, den Laptop dem zweiten jungen Mann, den er in Cambridge traf, zurückzubringen. Bei seiner überhasteten Abreise aus Cambridge habe er versehentlich beim kurzen Zusammentreffen in der Mensa, bei dem er bereits sein gesamtes Gepäck bei sich gehabt habe, in der Eile aus Versehen den Laptop des jungen Mannes, der ebenfalls zu dieser Zeit einen Sommerkurs – Painting by numbers – in Cambridge absolvierte, vom Tisch genommen und mitgenommen …