„Scheiß“-Wort von Salvini, Kein-Wort vom Kandidaten

Wenn Matteo Salvini die Lieblingsbezeichnung eines österreichischen Rentnernotars gegen Menschen verwendet, diesen Menschen droht, mit „dem Bagger“ zu kommen, und das ausgerechnet, aber gesinnungsgenau um den 2. August, wenn also Salvini wieder einmal beweist, die Auferstehung eines burgenländischen Landeshauptmannes zu sein, kann es nicht ausbleiben, den Blick über die Grenze nach Österreich zu richten, besonders auf einen Kandidaten der kurz bevorstehenden Wahl in Österreich, dem es ein recht besonderes Begehr ist, Seite an Seite mit Salvini …

Um den 2. August also das „Scheiß“-Wort in Verbindung mit der Lieblingsbezeichnung für Menschen des Rentners, der für die letzte Regierung in Österreich die Ehre hatte, ihr Paragraphen zu schreiben, von Salvini, und am und um den 2. August kein Wort von dem badengegangenen Kandidaten.

Oh, es gibt schon Worte von dem Kandidaten, auch um den 2. August, nicht am 2. August, kurz davor recht besondere:

„Bei meinem Besuch bei #Facebook haben wir über die Eindämmung von #Hasspostings & #FakeNews gesprochen. Das ist ein großes Problem, gegen das wir als Gesetzgeber in Zusammenarbeit mit den sozialen Medien ankämpfen müssen.“

Erinnern Sie sich noch an die Worte dieses Kandidaten in 18 über die besondere Verantwortung, die gerade Österreich gegenüber Menschen hätte, die …

Das ist Wahrnehmung höchster Verantwortung, in Österreich: Kein-Wort, auch und vor allem am 2. August.

Bei seinem Besuch habe der Kandidat also über „Eindämmung von Hasspostings & FakeNews“ gesprochen und wähnt sich dabei auch noch majestätisch, „Gesetzgeber“ zu sein. Oh, welch ein Kandidat! Was für ein Kandidat, der das Versagen des letzten Bundeskanzlers in Österreich so recht auf den Punkt zu bringen vermag, eines letzten Bundeskanzlers, der die „Eindämmung von Hasspostings“ durch Belohnung mit höchsten Regierungsämtern vollbrachte

Oh, was für ein Kandidat! Ein Kandidat, dem das niemals passieren würde, wie einem anderen Kandidaten, sich zu verzählen, ein Kandidat, der nicht um den Gott der Gegenwart tanzt und diesen fake news gerufenen anbetet.

Österreichs Saga

Jon Törklánsson schreibt das, auf die Rückseite von „Jons Saga“, er schreibt es aber nicht unleserlich. Veröffentlicht ’18, Innsbruck, Tirol, Österreich.

Beinahe der Verlockung erlegen. Diesen leserlichen Absatz umzuschreiben, auf Österreich hin zu schreiben.

Österreich, verstrickt in ein Wirklichkeitsgewebe, unleserlich, bestimmt.

Österreich, unleserlich.

Unleserlich im Sinne, von Langeweile, es langweilt, ein einziger Absatz gleich auf der ersten Seite Österreichs genügt, um zu wissen, nicht weiterlesen, unlesbar, höchstens ermüdend, das Ewiggleiche, stets Altes Altem hinzugefügt, leserlich, aber unlesbar, schon nach einem einzigen Absatz gleich auf seiner ersten Seite oder, wenn von hinten aufgeschlagen, auf seiner letzten Seite für immer augenblicklich wegzulegen, Vorkehrung aber dafür zu treffen, es nie mehr in die Hand zu bekommen, sofort in den Reißwolf …

Das gesamte unleserliche Buch die wirkliche Landkarte Österreichs in seiner Gesamtheit, daraus eine unleserliche Seite die wirkliche Flagge Österreichs in seiner Unverwechselbarkeit.

Verstrickt aber derart in dieses Wirklichkeitsgewebe gibt es kein Entkommen, keinen Ausweg, die Fäden, derart verfilzt, lösen sich nicht auf, kein Ende von seinem Erzählen. Nur Momente bleiben, der Zuflucht zu seinen heiteren Stellen.

Auch die Geschichte dieser Sage hat seine heiteren Stellen.

Die mit „Jons Saga“ überschriebene, also unleserlich beschriebene Sage jedoch ist leserlich, an vielen Stellen, durch die Jahrhunderte leserlich geblieben, kaum überraschend, auch in den madigen zwölf Jahren des deutschen reiches als Kinder- und Jugendliteratur empfohlen.

„Gísla saga Súrssonar“ heißt die von Jon Törklánsson unleserlich beschriebene Sage, in deutscher Übersetzung: „Gisli, der Geächtete“. Es trägt sich zu — auf einer Insel

Das Heitere daran. Metapedia informiert ausführlich über „Gisli, der Geächtete“. Metapedia schreibt ausführlich über Wikipedia.

Kurz zusammengefaßt das Urteil von Mediapedia: Wikipedia ist zu meiden.

Was aber Metapedia über „Gisli, der Geächtete“ so ausführlich schreibt, ist ausführlich Wort für Wort von Wikipedia abgeschrieben, von der ersten bis zur letzten Zeile.

Es kann aber auch umgekehrt sein, auf Metapedia die letzte Bearbeitung, wie angegeben wird, 15. September 08, auf Wikipedia die letzte Aktualisierung, wie angegeben wird, am 29. April 2019. Wer nun wirklich die Abschreiberin ist, so oder so, heiter bleibt es allemal. Oder es schreibt wer zugleich für Metapedia und für Wikipedia dasselbe – auch sehr heiter.

Es gibt keinen Ausweg. Wenigstens für Momente Zuflucht beim Heiteren.

Der Teller ist leer.

Michel Onfray hat es weit gebracht. Nun genügt bereits ein Bild, um ihn zu widerlegen. Er schreibt, Greta Thunberg, eine, die nie lacht. Wie das Bild in der Collage aber zeigt. Sie kann nicht nur lächeln, Greta Thunberg lacht auch. Wie Maschinen und Macht niemals lachen.

Oh, und wie viele Fotos erst gibt es von ihr im Internet, die eine Jugendliche zeigen, mit allen für dieses Alter typischen Gesichtern: ernst, neugierig, lächelnd, nachdenklich, lachend …

Damit wäre bereits alles gesagt, was zur Schreibe gegen Greta Thunberg von Michel Onfray zu sagen ist. Sein gesamter Text gegen Thunberg mit einem Bild somit widerlegt. Onfray damit erledigt.

Eines aber ist an seiner Schreibe, das aufgenommen werden kann. Es ist sein Geschwefel von „Cyborg“. Freilich ist Greta Thunberg für seine Anwürfe die falsche Adressatin.

„Cyborg“ ist das Umfeld, der Umgang mit Greta Thunberg. Wie sie überallhin eingeladen wird, in Parlamente, zu Konferenzen, hofiert wird von Staatspräsidenten, von Kanzlerinnen … Wann ist je so schnell ein einzelner Demonstrant, wann vor allem ist je eine jugendliche Demonstrantin mit so viel Aufmerksamkeit bedacht worden, wann sind je einer jugendlichen Demonstrantin so schnell und überhaupt die Tore zu den Staatskanzleien geöffnet worden? Die sogenannte Macht hat gelernt. Es geht, das hat die sogenannte Macht gelernt, nur noch so, und ohne finstre Verliese viel besser, zu umarmen, zu instrumentalisieren, sich aus Eigenerhalt anzubiedern, aus Eigennutz so zu tun also, als wären die Anliegen etwa einer jungen Demonstrantin ganz und gar die eigenen Anliegen, auch die uneingeschränkten Anliegen der sogenannten Macht.

Tatsächlich aber präsentiert sich die sogenannte Macht damit nur als „Cyborg“, deren Engagement, in diesem Fall für den Klimaschutz, nichts als Künstlichkeit ist.

Greta Thunberg ist der sogenannten Macht ein Eindämmungsfaktor, eine Protesteinfanggarantie. Durch das mannigfache Einladen sendet die sogenannte Macht an alle die Botschaft aus, Proteste gegen die sogenannte Macht sind nicht mehr notwendig, alle sollen in ihren Häusern, in ihren Wohnungen bleiben, das Ziel des Protestes ist erreicht, eine Protestierende sitzt für alle stellvertretend am Tisch der sogenannten Macht, eingeladen, hofiert von der sogenannten Macht. Und zugleich ist es das Herunterziehen des Protestes auf die Ebene der sogenannten Macht, der Protest, also Greta Thunberg, kann jetzt auch reden, reden, reden, auf Konferenzen, in Parlamenten, wie es die sogenannte Macht stets macht: reden, reden, reden, statt etwas zu tun, jahrelang, jahrzehntelang über eine Sache reden, während handeln not, und auch Greta Thunberg dient der sogenannten Macht zur Beruhigung, zum Verwechseln von Tun und Reden, die Rede als Tat der Tat höchst einzige Tat, sie ist der sogenannten Macht nützlich für ihre Behauptung, etwas zu tun, in diesem Fall gegen den Klimawandel, sie redet freundlich, das heißt, maschinell mit Greta Thunberg, sie nimmt den Protest ernst, das heißt, maschinell, sie verarbeitet den Protest maschinell, zerredet den Protest, zermalmt den Protest, löst den Protest wie Tabletten in Wasser auf, zum leichten Schlucken für alle, und die Wirkung des aufgelösten Protestes zum Medikament ist, die sogenannte Macht kann Weitermachen wie je.

Und sie macht weiter wie je, bloß eine Demonstrantin muß jetzt an ihrem Tisch geduldet werden, aber es ist ja Platz genug, und sie, die Demonstrantin ißt ja nichts weg, nimmt der sogenannten Macht ja nichts weg, dafür ist gesorgt, ihr Teller bleibt leer, nein, ihr ist nicht einmal ein Teller hingestellt, der sogenannten Macht Teller aber sind weiter übervoll, nur auf den Bildern, die die sogenannte Macht in die Welt hinausschickt, hat die Demonstrantin einen vollen Teller vor sich, und das ist der Erfolg der sogenannten Macht, niemand draußen in der Welt sagt: Der Teller ist leer.

Aber alle fühlen sich mehr als gesättigt, von den Bildern, die ihnen davon so reichlich auf ihre smartphones geklatscht …

Die sogenannte Macht jedoch sitzt selber nur an einem Tisch, der im Hinterzimmer der sogenannten Macht steht, und an diesem Hinterzimmertisch hat die sogenannte Macht selber keinen Teller, das ist der Tisch von jenen, die den Protest notwendig machen, das ist der Tisch von jenen, für die die sogenannte Macht alles zu unternehmen beauftragt ist, den Protest abzubauen. Einzig für den Protest-Emissionsabbau wird das Reden zugunsten des Handelns, des Tuns stets aufgegeben. Für den Protest-Emissionsabbau einzig gilt ihnen im Hinterzimmer die absolute Parole: Schweigend handeln.

Menschgemäß setzt die sogenannte Macht gleichzeitig zusätzlich darauf, daß gegen, um bei Greta Thunberg als Beispielgeberin dafür zu bleiben, Greta Thunberg sich dermaßen viel anhäuft, es gegen sie derart viele Anwürfe gibt, derart viele Anschuldigungen, derart viele Herabsetzungen, derart viele Gemeinheiten, bis sie die Unglaubwürdige ist, ihr kein Mensch mehr zuhört, sie wieder vergessen ist, die sogenannte Macht ihre Türen nicht nur für und vor Greta Thunberg fest wieder verschließen kann.

Und mit seinen Anwürfen gegen Thunberg ist Michel Onfray nun einer der Knechte, eine der Mägde, die das Geschäft von „Cyborg“ freiwillig und geifernd betreiben.

„Cyborg“ ist die Macht und die Maschinerie der Macht, die sich niemals zeigt und nie lacht.

Ach, weit hat es Michel Onfray gebracht. Er ist ein alter Mann geworden. Attraktiv geworden nur noch für vor allem alte Männer und alte Frauen gleich welchen Lebensalters, wie jenen von der gesinnungsgemäß zensurierten Website der österreichischen identitären Parlamentspartei.

Es reicht zwar, wie oben ausgeführt, inzwischen bereits ein Bild, um Onfray zu widerlegen. Aber eines aus seiner Schreibe soll doch noch erwähnt werden. Onfray schreibt, was Greta Thunberg lese, sei nicht von einem Mädchen ihres Alters geschrieben, sondern … Und dann erzählt er sentimental, er, Onfray, habe mit siebzehn Jahren Rimbaud gelesen. Wer damals Rimbaud wohl seine Gedichte schrieb, die er, Rimbaud, mehr oder weniger genau in diesem Alter von Thunberg …

Für Michel Onfray kommt jetzt wohl unausweichlich die Zeit, in der er sich dringend daran erinnern sollte, daß Rimbaud bald darauf für immer aufgehört hat zu schreiben. Wenn ihm Greta Thunberg kein Beispiel sein kann, so sollte er geschwind Rimbaud nacheifern, es ist nie zu spät, aufzuhören.

NS Weil es doch einen Bezug zum Österreichischen hat. In Österreich gibt es auch einen, der sich nun, eine Wahl steht kurz bevor, auch in bezug auf Klimaschutz als Cyborgchen mehr und mehr outet, nachdem er kurz davor noch meinte, als er sich als Teil von Cyborg wähnte, „hatten die Klimakrise“ …

NNS Mit ihrem Applaus für Michel Onfray „überführt“ sich die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei, mit der es Cyborgchen nach der nächsten Wahl wieder machen will, ein weiteres Mal, auch beim Thema Klima.

Was Österreich ohne Ibizkaja immer noch hätte: eine Bundesregierung mit diesem Innenminister und seinem Kurz

„Herbert Kickl keinen Platz in einer Regierung haben sollte. Er hat sich als Innenminister in verschiedenen Bereichen durch sein Verhalten eigentlich schon disqualifiziert, er hat dann am Höhepunkt der Ibizakrise in einer sehr sensiblen Phase für die Regierung und auch für die Republik aus meiner Sicht nicht richtig reagiert und das führt dazu, daß er mein Vertrauen für eine Regierungsfunktion nicht hätte.“

„Ich habe keine guten Erfahrungen gemacht mit Herbert Kickl als Innenminister.“

Das sagt in der gestrigen Nacht im Fernsehen Sebastian Kurz. Am 30. Juli 19 zu Armin Wolf.

Das heißt, ohne Ibizkaja würde es diesen Innenminister immer noch geben, auch heute noch, am 31. Juli 19, und Sebastian Kurz wäre immer noch und weiter …

Was wäre Sebastian Kurz immer noch und weiter? Einer, der siebzehn Monate lang nicht handelt, nichts tut, bloß zusieht, obgleich er weiß, daß vor allem einer stellvertretend namentlich genannt in dieser Bundesregierung sich in diesen siebzehn Monaten „disqualifiziert“ hat …

Was heißt das, sich zu disqualifizieren? Manchmal ist es gut und wichtig und notwendig, die vielen Bedeutungen von einem Wort anzuführen – Disqualifikation: Untauglichkeit, sich einer Sache unwürdig erweisen, sich unmöglich machen

Er, Kurz, hat also siebzehn Monate gebraucht, um eines zu lernen, den Stoff wenigstens soweit zu begreifen, daß einer untauglich, unwürdig, unmöglich ist.

Es gibt eine alte Wahrheit, daß jeder Mensch seine eigene Zeit nach seinen eigenen Fähigkeiten braucht, um etwas zu lernen, etwas zu verstehen, etwas zu begreifen. Auch ihm, Kurz, ist diese Zeit zuzugestehen, aber nicht in solchen verantwortungsvollen Positionen, dafür sind die Risiken zu hoch, die negativen Auswirkungen auf Menschen nicht in Kauf zu nehmen.

Ohne Ibizkaja hätte es Sebastian Kurz im Fortbestehen dieser Koalition vielleicht auch noch gelernt, in zwei oder drei Jahren endlich den Stoff, aus dem die FPÖ ist, erfaßt, nämlich daß nicht nur einer aus dieser Partei untauglich, unwürdig … also in einem halben Regierungsjahrzehnt das begriffen, was sonst in Österreich seit Jahrzehnten gewußt wird: die Unwürdigkeit der identitären Parlamentspartei zum Regieren …

… und dafür ist er nicht zu schelten, ist er, Kurz, doch mit dieser Lernschwäche gesegnet, die er mit gar so vielen Wählern teilt, mit der Lernschwäche gesegnet, die gar so viele Wählerinnen seit Jahrzehnten bestimmt, immer wieder diese Partei zu wählen.

Ohne Ibizkaja also hätte Sebastian Kurz den Menschen in Österreich weiter einen Innenminister zugemutet, der untauglich, unwürdig, unmöglich …

Ohne Ibizkaja also hätte Sebastian Kurz noch auf Jahre hinaus, zumindest bis zur nächsten regulären Nationalratswahl, den Menschen in Österreich zugemutet, daß sie mit diesem Innenminister weiter „schlechte Erfahrungen“ machen, so wie er, Kurz, in diesen siebzehn Monaten schon „schlechte Erfahrungen“ gemacht hat, freilich, mit einem wesentlichen Unterschied, die „schlechten Erfahrungen“ hatten und haben auf ihn, Kurz, im Gegensatz zu allen Menschen in Österreich keine Auswirkungen, vor allem keine schlechten; er, Kurz, würde nur irgendwann das Büro im Bundeskanzleramt für immer verlassen müssen, vom geistigen Alter her mit einer sofortigen Pensionsantrittsberechtigung.

Und wer einmal damit begonnen hat, Menschen dem auszusetzen, mit ihm schlechte Erfahrungen zu machen, hört damit je nicht auf, im Gegenteil, er muß die Dosis erhöhen und erhöhen, die Auswirkungen auf die Menschen durch diesen Innenminister, hätte es Ibizkaja nicht gegeben, hätten nur die Steigerung auf diesem begonnenen Weg erfahren: schlecht, schlechter, schlechteste, total schlechteste …

Von Sebastian Kurz kann nicht von einem Wiederholungstäter gesprochen werden, denn das setzte voraus, daß er Taten setzt, handelt, und wer, wie Kurz, siebzehn Monate lang einen Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen gewähren und vorführen läßt, sich siebzehn Monate lang dem aussetzt, mit einem solchen Mann schlechte Erfahrungen zu machen, kann schwerlich, ist unmöglich ein Mensch der Tat zu nennen, oder eigentlich schlimmer noch, auf diesem sonderlichen Weg doch ein Wiederholungstäter, ein Wiederholungstäter der Untätigkeit.

Aber wer einmal diesen stellvertretend namentlich genannten Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen machen ließ, ihn recht gerne weitermachen gelassen hätte, wäre ihm, Kurz, nicht Ibizkaja in die Parade gefahren, kann von den Untauglichen, Unwürdigen, Unmöglichen nie mehr lassen, und so ist keine Überraschung, daß er sich schon dem nächsten Innenminister zugewandt …

Es war in der gestrigen Nacht keine Überraschung, daß er, Kurz, ein weiteres Mal die Gültigkeit seines ihn einzig vollauf getroffenen Porträts bestätigte, vor allem mit seiner Antwort auf die Frage von Armin Wolf, was denn der Unterschied zwischen dem Disqualizierten und — „in den öffentlichen Stellungnahmen gibt’s keinen Unterschied“ …

„In den Gesprächen, die ich mit FPÖ-Vertretern gehabt hab, wo Sie bekanntermaßen nicht dabei waren. Nein, aber wir hatten ja Vier-Augen-Gespräche, wir hatten Telefonate. Ich glaub, das wissen Sie, daß Sie nicht dabei waren, glaub ich, daß ist keine Überraschung für Sie. Als das Ibiza-Video veröffentlicht worden ist, gab es natürlich einen Austausch […] einige Telefonate mit Norbert Hofer und da gab’s natürlich aus meiner Sicht unterschiedlichste Überlegungen und eine davon war, gemeinsam mit Norbert Hofer die Frage zu stellen […] die Koalition fortzusetzen.“

Armin Wolf wird in der gestrigen Nacht erleichtert das Studio verlassen haben, jetzt mit Sicherheit zu wissen, daß er, Wolf, „nicht dabei war“, als Kurz mit Hofer … Vielleicht war bei Armin Wolf ein wenig Überraschung dabei, von Sebastian Kurz zu erfahren, was er selbst wissen sollte, also wo er, Wolf, wann wo dabei und wann wo er, Wolf, nicht dabei …

Exposition

Nutzen Sie die Gelegenheit, das Kurz-Zimmer im Bundeskanzleramt am Ballhausplatz in Wien zu besichtigen, die Revue passieren zu lassen, was ihn ausmacht.

Sie werden überrascht sein, was alles in einem Büro sich ansammeln kann, schon nach kürzestem Betrieb.

Angesammeltes kann nicht einfach entsorgt werden, zum Beispiel deshalb, weil die Entsorgungsinsel wegen Überfüllung gesperrt.

So bleibt vieles einfach liegen, auch Akte von Partnerinnen, all das liegt zuhauf im Zimmer herum, Fallengelassenes von Verbündeten.

Wenn Sie sich aber mehr dafür interessieren, welche Mittel, Stoffe, Gerüche Menschen zur Inspiration nutzen, um beispielsweise Sozialprogramme zu schreiben, Wirtschaftspläne zu entwerfen, Ökologiekonzepte zu verfassen, Clouds zu digitalisieren, dann ist Ihnen ein Besuch des Kurz-Zimmers mit den Kunschak-Kartoffeln in der Schublade unbedingt zu empfehlen.

Aber auch für den kunstinteressierten Menschen ist der Besuch des Kurz-Zimmers mit Sicherheit ein Genuß. Es kann mit einer Sensation aufgewartet werden. Zum ersten Mal wird sein ultimatives Porträt öffentlich gezeigt. Zu danken ist das dem Kunstsammler Karl Pferdinger, der sich freundlicherweise dazu bereit erklärte, es als Leihgabe für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Selbstkritisch muß aber zu dieser Exposition angemerkt werden. Ein Manko gibt es allerdings. Auch wenn unverschuldet und dafür nicht verantwortlich, es nicht selbst verschlampt. Es ist keine Multimedia-Ausstellung.

Im Bewußtsein, daß erst das Multimediale in der heutigen Zeit eine Ausstellung zu einer modernen macht, kann dennoch mit gutem Gewissen die Besichtigung des Kurz-Zimmers im Bundeskanzleramt nur wärmstens empfohlen werden.

Und mit einem höflichen Rat zum Schluß. Warten Sie mit dem Besuch nicht mehr allzu lange. Kurz sind zwei Monate. Dann wird das Zimmer entrümpelt, einer neuen Nutzung zugeführt, nichts mehr wird dann je noch daran erinnern, was für ein Zimmer es war, für kurz … der letzte Besichtigungstag ist der 29. September 19. Nach den Plänen nämlich ist vorgesehen, bereits am 30. September 2019 mit dem völligen Umbau des Bundeskanzleramts am Ballhausplatz, mit seiner Gesamtsanierung, mit seiner absoluten Neugestaltung nach modernsten Standards der Gegenwart zu beginnen. Nostalgische Menschen werden es wohl bedauern, daß es dann das Kurz-Zimmer in seiner bisherigen dunklen Ausgestaltung, mit seiner erdrückenden Täfelung und mit seiner schweren Möblierung nicht mehr geben wird.

Doch nun es gibt das Bekenntnis zum überfällig landesweiten Umsetzen des Leitspruchs: „Das Alte hat dem Neuen zu weichen“.

Eine Besichtigung des Kurz-Zimmers im Bundeskanzleramt ist somit besonders für sentimentale Menschen auch eine letzte Möglichkeit der Verabschiedung von der bisherigen Tradition mit ihrem Leitsatz, für den das Kurz-Zimmer raumgewordenes Symbol wie kein anderes ist: „Das Alte hat dem Alten zu weichen.“

In the heat of sentiment

In der Hitze der Nacht und vor allem in der Hitze der Gesinnungsnacht ist es keine Seltenheit, daß Menschen recht meinen, besonders mit einem Blick in Archive Menschen „überführen“ zu können.

Auch diesmal muß die Hitze der Gesinnung recht die Buchstaben in den Archiven zum Flirren gebracht haben, in den Nachtstuben der gesinnungsgemäß zensurierten Website eine Fata Morgana …

Was es tatsächlich auf sich hat, mit der Zeitungsmeldung aus dem Sommer 1975, auf die sich die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei im Sommer 19 bezieht, das muß nicht gesondert ausgeführt werden.

Kurz zusammengefaßt: FPÖ unzensuriert überführt, wie bereits ein kurzer Blick in Archive bestätigt, damit nur UNZENSURIERT fpö.

Kurz noch. Nein, es muß gar nicht geforscht werden, zu welcher Quelle diesmal die gesinnungsgemäß zensurierte Website bergauf kraxelt, welchen Quellenhahn sie dafür öffnet, sich selbst wieder ein weiteres Mal zu „überführen“. Aus welch recht besonderen Quellen … das ist ohnehin zur Genüge bekannt.

„Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ wurde gelöscht.

Die nun im Zuge der Löschung von allen sogenannten Social-Media-Accounts eines beurlaubten türkisen Teammitglieds ebenfalls gelöschte Website „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ war eine, die mit in einem Bild absolut kenntlich macht, was Sebastian Kurz …

Das aber ist noch zu viel. Damit wurde, mußte eingestanden werden, ihm mit seiner Partei noch zu viel …

Darum jetzt die einzige richtige Entscheidung. Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei löschen zu lassen.

Nichts erzählt deutlicher von Sebastian Kurz mit seiner türkisgetupften schwarzen Partei als die Mitteilung zur Suche nach der Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei: „Die Seite ist nicht erreichbar.“ Nichts kennzeichnet Sebastian Kurz deutlicher als die leere Sprechblase und die leere Denkblase

Sprechblasen und Denkblasen sind seit jeher Symbol für das inhaltsleere Sprechen und das inhaltsleere Denken. Leere Sprechblasen und leere Denkblasen aber sind absolute Zeichen vor allem für jene, die bereits daran scheitern, es bis zur ersten Stufe zu schaffen, zum Inhaltsleeren, unfähig also sogar dazu, eine Sprechblase, eine Denkblase zu füllen.

Bloße Leeren.

„Edelweiß, hart wie Gletschereis“

Es gibt Geschichten, zu denen ein Roman selbst zu Wort sich melden muß, um zu verweigern, dafür zu sorgen, daß diese nicht …

Sogar ein Wirklichkeitsroman will nicht, daß so eine Geschichte aus der Wirklichkeit in ihm vorkommt.

Der Wirklichkeitsroman verweigert, diese Geschichte aus der Wirklichkeit als Kapitel in sich aufzunehmen. Diese Geschichte, die er Kurzwitz nennt.

Es muß ihm zugestimmt werden, diese Geschichte aus der Wirklichkeit taugt nicht als Kapitel in einem Wirklichkeitsroman, darüber ist sie zu kurz, für ein ganzes Kapitel, so rasch wäre dieses fertig, wie eben ein Kurzwitz.

Es ist der Witz von einem Mann, am Berg daheim, der, um nicht erkannt zu werden, ganz in einen Umhang eingehüllt, auf dem in recht großen Ziffern seine Nummer eingestickt.

Als Witz erzählt lautete diese Geschichte einfach wie kurz: Ein Mann zum Wolf: Reiß mei Platt’n — —

So einen Kurzwitz nicht als Kapitel haben zu wollen, der Roman kann verstanden werden. Stattdessen aber, bietet der Roman an, noch ein weiteres Kapitel über einen Sänger, der sich, tourismussozialisiert wie er ist, mountain man ruft, auch einer mit Umhang, auch einer am Berg daheim …

Auch sehr lustig, nein, lustiger, meint jedenfalls der Roman. Der Umhangmann singt doch so recht ehrenreich vom „Edelweiß“, das er „schützt“, und ist dabei „hart wie Gletschereis“ …

Es könnte, meint der Roman, ein langes Kapitel werden, in dem von jenen erzählt werden könnte, die mit Edelweiß im Gebirge blieben und dabei auch meinten, hart zu sein – „hart wie Kruppstahl“ …

Weit her war es nicht, mit ihrem Hartsein. Das kleinste Feuer, in das sie kamen, die geringste Hitze bereits ließ ihre Härte gänzlich schmelzen. Wären sie klug gewesen, dann hätten sie sich dafür entschieden, hart wie Verträge zu sein, wie Verträge von Krupp etwa bis zum heutigen Tage, so geschmeidig, so glättbar, so papieren …

Klüger sind sie wohl immer noch nicht geworden. Nun wollen sie wieder hart sein – hart wie Gletsche-reis, wollen weiter nicht hart wie Verträge sein – hart wie Kruppverträge etwa.

Bald wird es keine Gletscher mehr geben, aber nicht geschmolzen durch ihre selbst entfachten Feuer, wird wieder ihre Härte schmelzen wie das Eis „am Berg“, ohne Feuer verschuldet diesmal aber von allen …

Darüber ein eigenes Kapitel? Der Roman will die Zweifel nicht verstehen. Es wird mit ihm um einen Kompromiß gerungen. Schließlich die Einigung darauf, zwar keine Kapitel mit Kurzwitz und Hartsein wie Gleitscher-reis, aber für wenigstens ein paar Notizen, um irgendwann daraus vielleicht doch …

Duelle in Österreich

Ja, es kann bestätigt werden. Es wird recht heftig duelliert in Österreich.

Also in der Umsonst.

Duelle gegen Zahlen.

Duelle gegen einfachste Sachverhalte.

Immer wieder ein Duell gegen Zahlen.

Duelle gegen Zahlen.

Es wird in der Österreich duelliert auf Wahrheit komm raus. Die Wahrheit kommt raus, aber nicht in der Österreich.

Und nun ein weiteres Duell. Das Duell gegen die wörtliche Wiedergabe.

Es erübrigt sich, genau auszuführen, daß Alfons Haider und Andreas Gabalier es nicht so sagten, wie es die Österreich zitiert. Zitieren, wie breitest gewußt wird, außer in der Österreich, heißt, es wörtlich genauso wiedergeben, wie es gesagt wurde.

Duelle über Duelle also in der Österreich. Es scheint aber in der Österreich ein Hauptduell zu geben, unabhängig von Themen und Anlässen, nämlich das Duell gegen die Bildung.