„Ich wähle Norbert Hofer, weil …

… ich für das Morden bin, Frauen dreckige Huren sind, der Betriebsrat die korrupteste Einrichtung in Österreich ist, Hellstorm die Geschichte über das Dritte Reich zurechtgerückt erzählt, das Denunzieren nicht meine freundliche Maske, sondern mein wahres Gesicht ist.“

Das sagt dieser Mann oder diese Frau aus der Schreibstaffel der FPÖ unzensuriert nicht, aber so könnten die Beweggründe dieses Menschen aufgrund seiner Kommentare zusammengefaßt werden, weshalb er für Norbert Hofer wirbt, weshalb er diesen als seinen Bundespräsidenten haben möchte. Wer das ist? Wenn Sie wissen möchten, wie Sie ein ebenso glühender Hofer-Verehrer oder Hofer-Verehrerin werden können, bitte nachzulesen: Nach der freiheitlichen Reform werden wir …

Eine Stimme für Norbert Hofer

Seit bald einem Jahr wurden von diesem Schreibstaffler der FPÖ unzensuriert immer wieder Kommentare zitiert, weil sie symptomatisch sind für diese Kornblumenparteiwebsite. Und es stellt sich wie so oft schon die eindringliche Frage, kann eine Partei, die derartige Ungeheuerlichkeiten zuläßt, je in die geringste verantwortungsvolle Position gewählt werden? Kann einem Kandidaten oder einer Kandidatin aus einer solchen Partei je ein Amt mit geringster Verantwortung anvertraut werden, je wählbar sein?

Die Abscheulichkeiten dieses Norbert-Hofer-Werbers, die er nicht auf irgendeiner Website schreibt, sondern auf der von dem von Beginn an umstritten gewesenen Präsidenten in Betrieb gesetzten Website, deren ausgewiesene Kolumnistin eine NR und nebenher auch eine Abgeordnete im österreichischen Parlament ist, wollen nicht mehr zitiert werden. Wer es lesen möchte, allein, was er wieder am 4. Mai 2016 für Kommentare schrieb, öffnet die Collagen …

Er kann auch anders. Wie einfühlsam kann sie über Norbert Hofer schreiben, um es noch einmal zu zitieren aus Für Unentschlossene eine letzte Selbstprüfung vor den Bundespräsidentschaftswahlen 2016 in Österreich:

„Ich habe selten eine so ergreifende und wunderbare Rede gehört! Man spürt ganz deutlich: Dies ist der Aufbruch in eine neue Zeit! Das Verfaulte, das Lebensvergiftende und Menschenfeindliche wird von den Wänden gerissen – und das blühende neue Leben, das Licht der Freiheit und der Aufbruch zur Zeitenwende erscheinen wie eine verheißungsvolle göttliche Morgendämmerung am Horizont! Lasst euch mitreißen von dieser Begeisterung und helft mit eurer Stimme für … mit, diese neue Zeit für uns, für Österreich zu gestalten!“

Für Norbert Hofer stimmt wer

Wie gut kann Norbert Hofer verstanden werden, noch nie ein Wort dagegen gesprochen zu haben, noch nie seine Werber und Werberinnen, seine Wähler und Wählerinnen ermahnt zu haben: So nicht! Wie gut kann Norbert Hofer verstanden werden, den Menschen, die sich mit ihm identifizieren, die so viel Nächstenliebe gegen ihn hegen und herzwarme Gefühle für ihn erstehen lassen, je nicht zu sagen: „Von Menschen, die da sind und bereit, Menschen zu steinigen, will ich, Norbert Hofer, nicht gewählt werden.“

„Schutzherr“ will er sein. Das ist er bereits. Das wird er bleiben – für die FPÖ unzensuriert und deren Schreibstafflerinnen und für Südtirol, das für ihn ein „ganz, ganz wichtiger Punkt“ in „Regierungsverhandlungen“ sein wird, wenn „wir in Regierungsverantwortung“ …

NS Wenn Sie sich mit diesem Norbert-Hofer-Werbenden und Norbert-Hofer-Wählenden nicht identifizieren können und nun nicht wissen, was Sie am 22. Mai 2016 machen könnten. Es gibt Alternativen, wie Sie nachlesen können: Bumswillige entscheiden sich für die Naßzelle, und nicht für die Wahlzelle …

Hofer - Salto mit Flagge

 

Linksunten hilft Rechtsunten

Eingangs muß klar zum Ausdruck gebracht werden die vollkommene Abscheu vor diesem Mittel, zu dem gerade ein Mensch mit dem Pseudonym „Nie wieder“ greift, der doch einmal gefragt werden sollte, welches der zwei Wörter er nicht versteht, genauer, für sich selbst nicht hören will. Es ist zu befürchten, dieser Mensch hört für sich selbst nur das „Wieder“, aber nicht das untrennbar dazugehörige „Nie“.

Und Abscheu heißt auch: Ablehnung.

Es ist abzulehnen, von Menschen, die Mitglied einer Partei sind, Privatadressen, E-Mail-Adressen, Telefon-Nummern, Geburtsdaten derart breit öffentlich zu machen, wie es eben auf der Website am 1. Mai 2016 und nicht zum ersten Mal gemacht wurde, von einem Menschen mit dem Pseudonym „Nie wieder“.

Und es ist ärgerlich.

Es ist ärgerlich, weil eine derartige Veröffentlichung nutzlos ist und leider nur zum größten Gewinn für solche Parteien, wie es die AfD in Deutschland, wie es die Kornblumenpartei in Österreich ist.

Die Kornblumenpartei aus Österreich wird nicht von ungefähr erwähnt, sondern deshalb, weil es deren Website sofort dankbar aufnimmt, als hätte sie die Liste direkt von Gott als Geschenk zu ihrem Heile empfangen, um den Faschismus anderen vorwerfen zu können. Und es wird, noch ist Wahlkampf in Österreich, auch Wahlkampf damit betrieben, ihr Kornblumenträgerkandidat unterstützt, der ganz genau weiß, wer Antifaschist und wer Faschistin ist, und diesem seiner Verkündigung folgt die Website der Kornblumenpartei recht ergeben.

Es ist ärgerlich, weil es die Wähler nicht abhalten wird, solche Parteien zu wählen. Und schließlich kommt es allein auf die Wählerinnen an. Und nicht auf die zweitausend Menschen, deren persönliche Daten am 1. Mai 2016 veröffentlicht wurden, weil sie am Parteitag der Afd in Stuttgart teilnahmen. Es mag Linksunten vielleicht freuen, auch in Österreich zum Thema geworden zu sein durch diese Veröffentlichung. Aber wenn in dieser Gruppe nur für eine Sekunde nachgedacht worden wäre, hätten sie vielleicht selbst davon Abstand genommen. Linksunten braucht sich auch nicht zu freuen, denn in Wahrheit ist nicht Linksunten in Österreich zum Thema geworden, sondern durch deren unfreiwillige Hilfe sind alle Menschen in Österreich, die nicht auf der Seite der Kornblumenpartei stehen, denunziert als „Linksfaschisten“, wie es permanent passiert, diesmal eben durch die Hilfe ohne Not von Linksunten, von „Nie wieder“.

Es ist auch ärgerlich, weil es ohnehin viel zu viel unfreiwillige Hilfe für derartige Parteien gibt, gerade in Österreich, in diesem Land, in dem viel zu viele Menschen größte Befriedigung darin finden, sich durch ihre Stimmvergabe selbst massiv zu schädigen und zu beschädigen, nach der ihnen traditionell einzig bekannten Gleichung: Wahlen sind gleich Eigenschädigungen.

Und es ist erschreckend.

Es ist erschreckend, wenn die Postings zur veröffentlichten Liste gelesen werden. Wie Zwillinge. Als müßte immer wieder nachgesehen, versichert werden, auf welcher Website gerade derartige Postings gelesen werden, ist es die unzensurierte Website der Kornblumenpartei, ist es die unabhängige Website der Linksunten … Zwillinge der brutalsten Gewaltphantasien, Zwillinge der Tippfehler, Zwillinge der Rechtschreibfehler und so weiter und so fort. Wie den Postings auch entnommen werden kann, auch Zwillinge der Ungenauigkeit. Denn. In der Liste scheinen die obersten Anführerinnen und Anführer mit ihren persönlichen Daten zu fehlen … Von einer Obersten allerdings wird in einem Posting ihre Privatadresse nachgeliefert … Erschreckend auch, wie Menschen bereits darauf stolz sein wollen, zu denunzieren, das zelebrieren, als wäre es ihre Entjungferung …

Aber das kommt wohl nicht von ungefähr. Es muß nicht wiederholt werden, was schon einmal geschrieben wurde, aber es muß immer wieder darauf verwiesen werden: Die Straße nicht dem Kommunismus überlassen und in die Parlamente nicht seinen Zwilling wählen …

Nie wieder.

Diesem Zwilling ist ein lautes und entschiedenes Nie wieder! entgegenzurufen, und das von einem Chor der größtmöglichen Mehrheit der Menschen in Österreich, in Deutschland, in …

Aber dieses Nie wieder! scheint gegen einen Zwilling, der in Österreich die freundliche Maske der Kornblumenpartei und in Deutschland das Gesicht der AfD trägt, mehr und mehr zu verstummen und zum Kreuz Wieder auf den Wahlzetteln vor allem in Österreich zu werden.

Linksunten hilft Rechtsunten

NS Es will nicht bewertet werden, ob es etwas mit Moral zu tun hat, auf die sich die Kornblumenparteiwebsite recht (wie auch im konkreten Fall) gerne bezieht, eines ist es aber gewiß: unhöflich. Es ist unhöflich, wie es burschenschaftliche Freunde des von Beginn an umstritten gewesenen Präsidenten getan haben, eine Adresse mit der Aufforderung zu veröffentlichen, einen Besuch wegen „Danksagungen“ abzustatten, wie hier nachgelesen werden kann, ohne nachzufragen, ob das überhaupt gewünscht ist …

Norbert Hofer hofft auf Übernahme der Regierungsverantwortung

Salto zeigen - Norbert Hofer FPÖ

Norbert Hofer meint, es werde ihm und seiner identitären Partei gelingen, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Ein „ganz, ganz wichtiger Punkt der Regierungsverhandlungen“ — es macht Sinn, daß  Norbert Hofer bereits jetzt sich Gedanken macht über Regierungsverhandlungen. Wer verhandelt, muß sich zur Zeit darauf vorbereiten. Norbert Hofer bereitet sich darauf vor. Wer sonst als der Gesinnungskopf der identitären Partei sollte auch Regierungsverhandlungen führen? Etwa der Mann, der ihm als Bierhallenstimmungsmacherobmann dient?

Und was ist das für ein „ganz, ganz wichtiger Punkt“, den Norbert Hofer verhandeln will? Sollte es ihm und seiner Partei gelingen … Südtirol.

Weshalb Südtirol der von Norbert Hofer gesinnungsgeführten identitären Partei eine derartige „Herzensangelegenheit“ ist, wurde bereits zur Genüge ausgeführt; es muß nicht wiederholt werden.

Wie schreibt Herwig Seidelmann über Norbert Hofer? „So sollte ein Bundespräsident sein.“ Ob er damit auch meinte, ein Bundespräsident in Österreich sollte sich Gedanken darüber machen, daß Menschen die Staatsbürgerschaft bekommen, damit sie ebenfalls wahlberechtigt sind? Norbert Hofer macht sich diese Gedanken – für Menschen, die in einem anderen Staat leben und dort wahlberechtigt sind. Daß es in Österreich selbst Menschen gibt, die in Österreich geboren sind, aber kein Wahlrecht besitzen … wenn sie Südtiroler und Südtirolerinnen wären, dann würde Norbert Hofer wohl einen Gedanken an sie verschwenden, aber so … Und es sind nicht nur acht Menschen, die in Österreich geboren sind und seit ihrer Geburt ausschließlich in Österreich leben, und dennoch kein Wahlrecht besitzen, ohne Teilhabe an der politischen Gestaltung des Landes, es sind …

So also sollte ein seidelmannscher Bundespräsident sein … Menschen, die in einem anderen Land leben und dort bereits ihr Parlament haben, zu sagen, auch das österreichische Parlament sei ihr Parlament. Was wäre das auch für unseidelmannscher Bundespräsident, sagte er, ginge er auf in Österreich geborene Menschen ohne Wahlrecht zu, das österreichische Parlament sei auch ihr Parlament. Vielleicht denkt Norbert Hofer —

Der Schutzherr aber sprach wahrlich, euch, die ihr südlich der Berge ein Parlament euer eigen schon nennt, will ein zweites gegeben werden, jenen aber, die im eigenen Land keines ihr eigen nennen, soll es noch für Generationen und Generationen weiter verwehrt bleiben.

— Menschen ohne Wahlrecht, die das österreichische Parlament soher nicht als ihr Parlament sehen können, also kein Parlament haben, wird das Parlament schon nicht abgehen können.

Wie unwichtig werden im Angesicht der schönen südtirolerischen Berge – die endlich wieder zu Österreich gehören sollen, oder doch, so gewiß sind sie sich nicht in der identitären Partei, zu Deutschland? – alle anderen für Menschen in Österreich wichtige Punkte, die, könnte gemeint werden, als „ganz, ganz wichtige“ Punkte in einer Regierungsverhandlung … etwa die Punkte Arbeitslosigkeit, Wohnraumschaffung, Bildung, Kinderbetreuung und so weiter und so fort.

NS Diesem Interview, das Norbert Hofer dem Magazin „Salto“ im Februrar 2016 gab, wie in der Collage mit einigen Ausschnitten aus diesem gelesen werden kann, ist zu entnehmen, sein Vater habe ihm den Bezug zu Andreas Hofer mitgegeben. Über die Traditionsweitergabe der Hofers wurde bereits geschrieben. Daher kann der Titel nicht mehr geändert werden. Aber hier in der Verlinkung zum hoferischen Brauchtumsstaffellauf kann dieser erweitert werden: Von Hofer zu Hofer zu Hofer zu Hofer und – Wählende behütet! – zurück.

Norbert Hofer hofft auf Übernahme der Regierungsverantwortung

Bumsbereite entscheiden sich am 22. Mai 2016 für die Naßzelle und nicht für die Wahlzelle

Bumser kann – noch – nicht geschrieben werden. Weil es sind bis jetzt, und es wird gehofft, daß es nur dabei bleibt, unzensurierte Bekundungen auf der Website der identitären Partei, willige Bumserinnen zu sein, oder respektive und typisch für viele Menschen in Österreich: bequem dazu aufstacheln, aber andere sollen dann das Bumsen übernehmen.

Vor der Wahl am 22. Mai 2016 noch sollten Sie sich fragen, was für eine Art Wähler oder Wählerin Sie sind.

Wenn Sie bereits jetzt für Norbert Hofer werben, und Sie ihn auch wählen wollen, zugleich von sich sagen können, Sie sind ein Bumser, eine Bumserin beziehungsweise ein Bumswilliger oder eine Bumswillige, dann können Sie nur Norbert Hofer wählen, wie beispielsweise Francino, der recht viel für das Bumsen überhat.

Freilich dieses Bumsen gebiert kein Leben, sondern Tod:

„Bumm Bravo; Russland zeigt Euch wieder mal wie es gemacht wird. Leider haben sie, die sich in der Gebetshalle befindlichen Terroristen nicht gleich darin eingesperrt. bevor die Sprengladung gezündet wurde
Diese Linken Grünen sollten alle kompostiert werden, was man sich auch immer darunter vorstellen kann“

Ohne den in Norbert Hofer vernarrten Patriotismus kann so eine Bumsschreiborgie nicht abgehen:

„Bei
Mir würden Muslime täglich Staub fressen, wie am obigen Foto zu sehen ist. Zusätzlich noch den Stiefel im Nacken, damit sie wissen was los ist
Dieses Pack hat in unserer zivilisierten Welt nichts verloren“

Auch Herwig-„So sollte ein Bundespräsident sein: ‚Suaviter in modo, fortiter in re'“-Seidelmann kann sich dem Vergnügen wieder einmal nicht entziehen. Aber es will nicht alles zitiert werden. Wenn Sie es lesen möchten, öffnen Sie die Collagen.

Wie in den Collagen gelesen werden kann, nehmen an dieser Schreibstaffelbumsorgie wieder recht viele teil: zwar stumm, genauer, schreiblos: aber, wie gelesen werden kann, recht viele, wieder einmal, stimmen zu – ein digitales Applaudieren, ein digitales Anfeuern …

Es gibt eine Alternative am 22 Mai 2016

Wenn Sie also selbst eine digitale Applaudierende oder ein Bumswilliger sind, können Sie am 22. Mai 2016 nur Norbert Hofer wählen, der Ihnen, wenn schon nicht das Einhalten seiner Wahlversprechen, eines aber garantieren kann, selbst recht viel für Bumser überzuhaben, wie schon berichtet wurde: für die sogenannten südtirolerischen Braunbumser: „Große Freude, Kameraden, erfüllte Dankbarkeit, daß eine Straße nach …“ – Identifikation des Kandidaten mit den Bumsern – Identifikation der Bumswilligen mit dem Kandidaten …

Gestern in Linz – ausgerechnet in Linz, wo manches schon begann und endete in … – sprach Norbert Hofer von dem „Wert der Freundschaft“ und sagte: „Wir sind Freunde“ … Ob das ein Versprecher war? Und er eigentlich sagen wollte: „Wir sind ….“?

Wenn Sie keine Bumser sind, dann haben Sie am 22. Mai 2016 eine Alternative.

Und jenen, die Bumserinnen oder Bumswillige oder digitale Applaudierende sind, kann gesagt werden, Sie haben auch eine Alternative. Wenn es Ihnen so recht um das Bumsen geht, könnten Sie ja am 22. Mai statt in die Wahlzelle beispielsweise auch in die Naßzelle; vielleicht spielt sogar – die Wahlveranstaltungen sind dann alle längst vorüber – der Leibsänger Ihrer identitären Kornblumenpartei dort wieder auf, so wie er wohl eine Kornblumenträgerwahlveranstaltungspause im April 2016 dafür nutzte … Es geht dort mit Sicherheit kaum politisch korrekt zu, aber das schert Sie wohl ganz und gar nicht, mit Bestimmtheit aber, was Ihnen recht wichtig sein dürfte, laut und fidel …

Golden Time - Alternative für Bumswillige am 22 Mai 2016

Kornblumenerlaß wegen antiösterreichischer Umtriebe

Als ob es erst heute im Morgengrauen gewesen wäre, so gegenwärtig ist die Erzählung des Urgroßvaters über die Kornblume, die er einst seinen Urenkeln zum Aufwachen vortrug:

Zum Linzer Kornblumenerlaß

In unserem lieben Oesterreich bedarf noch so manches der Klärung. Eines dürfte genügen. So herrscht eine gar köstliche Verwirrung im klerikalen Lager. Während ein Teil — ich verweise auf die christlich-deutschen Turnvereine — sich mit den schwarz-rot-goldenen Farben schmückt „Gut Heil!“ schreit und sich bis zur „Wacht am Rhein“ versteigt oder — man denke an die schwarzen Stemmklubs Vorarlbergs — sogar einem alldeutschen Verbande der Deutschen Turnerschaft angehört, wüten andere, die offenbar nach den alten Instruktionen vorgehen noch immer gegen die deutschen Schutzvereine, die nach ihrer Meinung nur die „Los von Rom“-Bewegung fördern, rufen die Polizei zu Hilfe wenn bei festlichen Anlässen aus deutschen Kehlen die „Wacht am Rhein“ ertönt und schreien vernadernd: „Hoch- und Vaterlandsverrat!“ wenn sie das deutsche Dreifarb oder sonstige deutsche Abzeichen erblicken. Angesichts solcher geradezu unhaltbarer Zustände ist es wohl hoch an der Zeit, daß die Führer — die Hirten — allgemein gültige Weisungen hinausgeben, damit der Wirrwar in der Schafherde nicht noch größer werde und nicht etwa ein einfach Schwarzer einen schwarz-rot-goldenen Schwarzen des Hochverrates bezichtige oder am Ende gar — und das wäre das Aergste — die Sache Roms schaden leide. Einem schwarzen Heißsporn älterer Richtung ist jedenfalls auch der Statthalter von Oberösterreich, der auch Vorsitzender des Landesschulrates aufgesessen, als er den „Kornblumenerlaß“ hinausgab. Am Linzer Turn- und Spielfeste das unter regster Anteilnahme der Bevölkerung am 5. Juni stattfand, turnten nämlich auch Schüler mit, die Kornblumen trugen. Selbstverständlich nahm daran niemand Anstoß und es waren Landesschulinspektoren, BezirksschuIinspektoren, Regierungsräte, Statthaltereiräte, Schulräte, Schuldirektoren und Offiziere anwesend! Jeder fand Gefallen an dem frisch-fröhlichen Treiben der Jugend. Da kam der Erlaß des Statthalters an die Direktion des Linzer Staatsgymnasiums, worin ausgeführt wurde daß der Umstand, daß Schüler des Gymnasiums mit Kornblumen geschmückt erschienen seien, allgemeine Entrüstung hervorgerufen habe, daß dies ein Zeichen antidynastischer Gesinnung sei und aufs schärfste mißbilligt werden müßte. Natürlich ließen sich die Nationalen Oberösterreichs dies nicht gefallen. Der deutsche Volksbund für Oberösterreich richtete ein von unserem wackeren Turngenossen, den Landtagsabgeordneten Joses Helletzgruber und Franz Langoth gezeichnetes Protestschreiben an den Statthalter, in dem es heißt: „Der deutsche Volksbund für Oberösterreich als größte Bereinigung aller deutsch und freiheitlich fühlenden Männer Oberösterreichs glaubt ein Recht zu haben, in dieser Angelegenheit volle Wahrheit zu fordern und erwartet umso mehr, daß Eure Exzellenz die gewünschte Aufklärung geben werden, als die Nichterfüllung dieses Ansuchens und die damit zugestandene Richtigkeit der erwähnten Verfügung seitens des Präsidiums des Landesschulrates mit vollem Rechte die „allgemeine Entrüstung“ aller deutschen Bewohner des Landes Oberösterreich hervorrufen würde.“ Auch der Linzer Gemeinderat nahm zu dem Erlasse Stellung. Ja die Sitzung vom 17. 6. in der die nationalen Gemeinderäte mit Kornblumen im Knopfloche erschienen waren, stellte Gemeinderat Melichar eine scharfe Anfrage an den Bürgermeister Dr. Dinghofer, der sich bereit erklärte wegen Zurücknahme des Erlasses vorstellig zu werden. Die Wirkung blieb nicht aus. Der Erlaß wurde in seinen Hauptpunkten zurückgezogen. Es ist nun auch zu erwarten, daß die klerikalen Führer ihrem Anhange neben den schwarz-rot-goldenen Farben auch das Tragen der Kornblume gestatten werden. Und damit dürfte die harmlose Blume ihre staatsgefährliche Eigenschaft eingebüßt haben.

Das, so war Urgroßvater Helge – im Morgengrauen weckte er seine Urenkelkinder auf, um ihnen aus der Geschichte zu erzählen. Er erzählte ihnen nie Märchen zum Einschlafen. Das ging auch nicht. Weil. Wenn sie schlafen gingen, schlief Helge immer schon recht tief. Seine Zeit war das Morgengrauen. Und das wollte er mit seinen Urenkeln teilen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Das sagte Helge nicht. Er hatte Achtung vor ihnen. Und er wußte um die Klugheit seiner Urenkeln. Sie hätten es ihm auch nicht geglaubt, daß die Menschen aus seinen Erzählungen aus der Geschichte noch leben könnten. Jene etwa aus seiner Geschichte der Kornblume, der eine staatsgefährliche Eigenschaft zugeschrieben wurde, die zum Zeitpunkt der urgroßväterlichen Erzählung so alt sein müßten, wie kein Mensch alt werden kann. Aber Helge ermunterte sie, ihn zu fragen, wenn sie etwas nicht verstanden, weshalb er zum Beispiel „antiösterreichischer Gesinnung“ sagt, wenn es doch „antidynastischer Gesinnung“ heißt. Hierzu muß erklärt werden, daß Helge zuerst stets in eigenen Worten erzählte und dann seinen Erben auftrug, es nachzulesen. Das war für Urgroßvater eine Art von Selbstprüfung, ob er sich auf sein Gedächtnis noch verlassen konnte. Die Fragen der Kinder beantwortete er zumeist wieder mit einer Erzählung aus der Geschichte.

Über die Kornblume wurde 1909 sogar im Reichsrat debattiert, nachdem antiösterreichisch gesinnte Gymnasiasten bei einem Linzer Sportfest die gefiederte blaue Ackerblume öffentlich getragen und damit den Zorn der Unterrichtsbehörden heraufbeschworen hatten.

Die Geschichte nach 1909, fügte Helge erklärend hinzu, bewies wohl, daß es nicht nur eine „antidynastische“, sondern eine tatsächliche „antiösterreichische Gesinnung“ sei der deutsch und freiheitlich fühlenden Männer – so gegenwärtig war dem Urgroßvater die Vergangenheit, daß er stets im Präsens von ihr sprach.

Helge hätte seine Geschichtserzählungen durchaus schließen können mit dem Satz: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Nicht nur in Märchen leben Menschen in alle Ewigkeit weiter, sondern auch in der Geschichte, wie seine Nachfahren wissen. Mag etwa der damalige Bürgermeister von Linz lange schon für sich selbst tot sein, aber er lebt. Und er geht immer noch dort ein und aus, wie es seiner Reputation angemessen ist. Freilich heißt der Reichsrat nicht mehr Reichsrat, es ist auch nicht mehr das ungeliebte Gebäude eines Kaisers, aber es ist immer noch ein Präsident, der den Bürgermeister, der späterhin auch einmal Präsident war, zu sich ruft – Ehre und Treue, wem Ehre und Treue gebührt, zwischen Präsidenten …

Jede von Helge erzählte Geschichte endete mit dem eindringlichen Appell an seine Nachfahren, der Presse nicht zu glauben, die Presse nicht zu lesen, sondern einzig die „Deutsche Wacht“, in der unzensuriert die Wahrheit und nichts als die Wahrheit geschrieben werde. Und dann las er stets zur Erbauung und zur Gesinnungsfestigung seiner Nachfahren etwas aus der Rubrik „Vermischtes“ vor:

(Jüdische Provisionsreisende ) In der letzten Zeit ereignen sich viele Fälle, wo jüdische Provisionsreisende bei ihrem Besuche ein Handtuch und eine Serviette um je 16 Heller zum Kaufe antragen unter der Bedingung, wenn die Kunde auch ein größeres Stück Leinwand abnehme. Natürlich gehen viele auf den Leim, kaufen die Leinwand um 1 K. bis l K. 20 H. den Meter, obwohl diese höchstens 50 H. an Wert besitzt und erhalten dann eine Anzahl Handtücher und Servietten das Stück zu 16 H. in dem Bewußtsein, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, bedenken aber nicht, daß sie das ganze um wenigstens 30 v. H . überzahlt haben. Vor solchen Reisenden wird besonders gewarnt!

So war Urgroßvater Helge. In Erinnerung auch sein Ritual. Ehe er in seinen Papieren und Büchern stöberte, um sie seinen Erben zum Lesen aufzubereiten, lehnte er stets seine zwei Stöcke an die Wand mit der Zierleiste Schwarz-Rot-Gold. Auch noch in den Jahren, als er ihnen im Morgengrauen nichts mehr erzählen konnte, weil er in völliger geistiger Finsternis seine Tage zubrachte, war diese Zierleiste ihm weiter ungemein wichtig, war diese ihm so etwas wie seine Erweckungsleiste, damit er wenigstens einmal im Jahr noch zu Bewußtsein kommen, erwachen konnte, wenn auch stets für eine bloße Minute, um gerade einmal einen einzigen Auftrag erteilen zu können, die Zierleiste mit einem frischen Anstrich zu versehen.

Kornblume - staatsgefährliche Eigenschaft

 

Hin- und Grisssichtl und das Verharren im Alten in Österreich

Vor einigen Tagen gab es eine Fernsehdiskussion. Irmgard Griss trat auf. Mit jeder Wortmeldung mehr von ihr bestätigt sie, was bereits bei Bekanntgabe ihrer Kandidatur geschrieben wurde: Irmgard Griss in der Bandion-Ortner-Falle …

Allerdings mit einer Korrektur. Im Dezember 2015 war es noch als Frage formuliert: Wie arm muß ein Land sein … Heute kann es nur mehr eine Feststellung mit Ausrufezeichen sein. Wie arm dieses Land ist! Wie armselig Österreich ist!

Dabei kann Irmgard Griss selbst gar kein Vorwurf gemacht werden; ist sie doch selber ein Opfer dieser Armseligkeit, auch wenn sie vermeint, eine Hauptrolle zu spielen, die den Namen tragen könnte: „Ich freue mich wie ein neuer Schilling“. Ob des vielen Aufhebens um sie kann sie verstanden werden, daß sie die Freu-mich-neuen-Schilling gibt …

Und dieser wohl als politische Sendung gedachte Talk im Hangar des Fernsehsenders – Na seawas: mit diesem Ausruf wäre bereits alles gesagt, was zu dieser … oder mit einer kleinen Titelveränderung: Talk im Hänger. Hänger ist ein Kurzwort für Anhänger, bezeichnet aber auch eine Gedächtnislücke während eines Vortrages. Und spätestens ab dieser Sendung bezeichnet Hänger sowohl Gedächtnislücke als auch und vor allem Politlücke.

Es will gar nicht groß ausgeführt werden, sondern lediglich ein paar Stichworte dazu auf einen Schmierzettel geschrieben werden, angemessen dem politischen Gewicht von Irmgard Griss, mehr aber noch der politischen Gewichtslosigkeit  vor allem des Moderators …

Parteien, nicht mehr wählbar?

Parteien, so etwa der Befund im Angesicht der rund neunzehn Prozent von Irmgard Griss in der Bundespräsidentschaftswahl am 24. April 2016, seien nicht mehr wählbar … Nun, die Kandidaten der vier Parteien zusammen haben beinahe neunundsiebzig Prozent erhalten. Kann es in einer Demokratie, wenn sie eine Demokratie bleiben will, noch mehr Zustimmung für die Wählbarkeit von Parteien geben? (Nebenher: wer erinnert sich noch Stronach, Martin …)

Irmgard Griss, Erbin von Jörg Haider?

Es war, soweit Aussagen des Moderators überhaupt erinnerlich bleiben können, der Moderator, der fragte, ob das ein Erbe von Jörg Haider sei, daß so viele sie gewählt hätten. Daß heutzutage nicht mehr brauchtumsstur gewählt wird, dafür steht Jörg Haider mit Sicherheit nicht. Ganz im Gegenteil. Es waren ganz andere Bewegungen, von denen diesmal eine Irmgard Griss profitieren konnte. Gänzlich dem über Jahrzehnte beherrschenden System von Rot und Schwarz und Blau entgegengesetzte Bewegungen, denen Irmgard Griss ihren hohen Stimmenanteil zu verdanken hat. In dem nicht durch Jörg Haider aufgebrochenen System hätte Irmgard Griss höchstens lugnerische Prozente bekommen; vielleicht wäre sie gar nicht angetreten, sondern hätte als brave Wählerin einen Kandidaten von Rot oder Schwarz oder Blau ihre Stimme …

Wahlempfehlung?

Um es nicht mißzuverstehen, es wird hier von Irmgard Griss ganz und gar keine Wahlempfehlung abverlangt. Aber ihr Herumgetue um eine von vielen Seiten herangetragene Forderung, sie möge eine Empfehlung abgeben – auch diesmal im Na-seawas-Hänger –, offenbart wohl ganz deutlich, wie sehr sie in diesem Alten verharrt, als wäre sie eine Parteipolitsoldatin uralten Zuschnitts. Ja nichts Genaues sagen. Hinsichtl und Rücksichtl, es kann ja nicht gewußt werden, wie das alles noch wird, und dann könnte es geschehen, auf der falschen Seite … diese in Österreich so weit verbreitete Angst, auf der falschen Seite …

Es wird von ihr die Nichtwahlempfehlung damit argumentiert, die Bürgerinnen seien mündig genug … Werch ein Illtum! Nicht von den Bürgern, sondern von ihr. Eine Empfehlung ist kein Befehl, aber Irmgard Griss scheint zu denken, es ist ein Befehl. Eine Empfehlung ist lediglich eine klare Positionierung der Empfehlenden. Die Mündigkeit im Umgang mit Empfehlungen besteht darin, abzuwägen, ob die Argumente für eine Empfehlung derart stichhaltig sind, sie für die eigene Wahlentscheidung miteinbeziehen zu können oder nicht. Das Geschwefel von Irmgard Griss, wofür sie stehe, stets geht es nur um sie, wenn sie spricht, wofür sie stehe, also für weltoffen, war ein Wort, wenn richtig in Erinnerung, legt eher den Schluß nahe, es ist gut, daß es von ihr …

Neuer politischer Stil?

Im Na-seawas-Hänger konnte auch nicht ausbleiben, daß Irmgard Griss gefragt wurde, ob sie denn weitermachen wolle, mit einer eigenen Partei vielleicht. Und wieder dieses ihr Freu-mich-Schilling-Herumgetue. Das also wird derzeit von nicht wenigen in Österreich als „neue Politik“ erhofft und ersehnt – das Verharren im alten System von Rot und Schwarz und Blau.

Und wer die 21 Punkte von Irmgard Griss für einen „neuen politischen Stil“ nur einmal überfliegt, findet bloß No-Na-Punkte. No-Na-Punkte und dazu ihr Freu-mich-Schilling-Herumgetue: Na seawas!

Am 24. April 2016 waren die Bürger und Bürgerinnen mündig genug, nicht Irmgard Griss zur Kandidatin für den zweiten Urnengang, zur Stichwahlkandidatin zu wählen. Denn. Für den 22. Mai 2016 hätte das nur heißen können: der Wahl fernzubleiben. Eine Kandidatin des alten und darüber hinaus nicht einmal politischen Stils als Alternative zu einem Kornblumenträgerkandidaten hätte für den 22. Mai 2016 nur eines bedeuten können: auf das Wahlrecht zu verzichten.

Imgard-Freu-mich-Schilling-Griss

 

Die heutige identitäre Partei im Geiste Hofers ist keine NSDAP, aber bietet seit dem Nazi-Untergang nichts Neues

Wie oft in all den Jahren konnte schon nicht verstanden werden, weshalb nicht endlich aufgehört wird, mit unüberlegten Aussagen einer identitären Partei unfreiwillig und ohne Not zu helfen, wie aktuell wieder. Als wegen einer derartigen Unüberlegtheit – und als Unüberlegtheit eines politischen Menschen wiegt diese noch schwerer – ein sozialdemokratischer Bürgermeister sich bei einem Kandidaten zu entschuldigen hat, der es im Grunde ist, der sich täglich für sich und für seine Partei zu entschuldigen hat.

Die heutige identitäre Partei im Geiste Hofers ist keine Nazi-Partei aber bietet seit dem Nazi-Untergang nichts NeuesDabei macht diese Partei wie keine andere Partei in diesem Land es so dermaßen leicht. Es muß nicht überlegt werden, was für eine Partei das ist, es müssen keine Vergleiche mit Parteien aus der Vergangenheit angestellt werden.

Es reicht vollkommen aus, zu sagen oder zu schreiben, was diese Partei selbst sagt oder selbst schreibt, also einfach nur zu zitieren. Ständig offenbart die Kornblumenpartei selbst, was für eine Partei sie ist, aber auch der jetzt sehr besprochene Kornblumenparteikandidat zeigt offen, daß er gesinnungsmäßig ein extrem leidenschaftlicher Rechtsträger ist.

Es ist eine identitäre Partei. Das wird aus ihr heraus gesagt. So ist diese Partei: immer ehrlich und immer ohne Maske …

Es ist eine identitäre Partei, in deren Medien über einen neuen Faschismus schreibend nachgedacht wird … das alles will nicht mehr, nicht noch einmal notiert werden. Wenn Sie es noch nicht wissen sollten, was Ihnen nicht mehr geglaubt werden will, die Sie diese Partei und deren Kandidaten und Kandidatinnen wählen, lesen Sie es nach. Dafür nur ein paar Schlagwörter zum Heraussuchen: Eurofaschismus, Südtirol, Hooton, Hellstorm, identitäre Partei, Zur Zeit, Nagel, Morgengrauen, Körner-Lakatos, Mölzer, Höbart, Stiehl, Verbelen, Antifaschismus, Silone, Haimbuchner, Unzensuriert, Handbuch, Parteiprogramm, Mannheimer, Schreibstaffel, Morgenthau, Steinbruch und so und weiter und so fort. Ach, und vielleicht ohne Heraussuchen zu müssen: uralte Erfahrung mit einem Schutzherrn namens Hindenburg …

Nicht einmal im Umgang mit Kritik hat die Kornblumenpartei seit dem Untergang und dem anschließenden Verbot der Nazi-Partei vor etlichen Jahrzehnten etwas Neues zu bieten, das nicht schon diese zum Einsatz gebracht hätte, aber nicht nur diese Organisation, derart gehen im Grunde alle jene mit Kritik um, denen ihre Gesinnung Ausweis ist, einer gar so armen und gar so verfolgten Sekte anzugehören, sogar dann, wenn sie an der Macht ist, wie eben beispielsweise die NSDAP: angetreten zum brutal eigenen und nur zum eigenen wirtschaftlichen Vorteil und hinterließen ein Europa in Ruinen in jedweder Hinsicht, auch in ethischer und moralischer …

…rache-Partei wird die Partei nicht selten genannt, wohl auch, um sich diese Partei als Regierungspartnerin … wenn es zu einem Obmannwechsel … aber ist es denn nicht mehr, wird gerade an das Parteiprogramm mit Handbuch gedacht, längst schon mehr eine Partei des Kornblumenträgerkandidaten, der im Geiste Hofers …

A Hofer

 

Unzensuriert warnt seit Monaten täglich vor … (noch subtiler als „Die Presse“?): „wandere aus, solange es noch geht“

FPÖ unzensuriert ist für das Auswandern, solange es noch geht

Entweder kennen Wähler und Wählerinnen, die die dritte Systempartei FPÖ wählen oder wie vorvorvorgestern den dritten Systemparteikornblumenträgerkandidaten, sich sehr gut aus und sind also nicht so verwirrt wie …

… oder sie sind genauso durcheinander und wissen nicht, was sie tun. Im Falle der FPÖ unzensuriert heißt das: sie merkt sich nicht einmal bei einem Kommentar von der ersten bis zur letzten Zeile, was sie schreibt.

Gestern schreibt FPÖ unzensuriert, wie in der Collage gelesen werden kann, wütend gegen eine Tageszeitung, die ihr nun keine Qualitätszeitung mehr sein will:

„Die Tageszeitung ‚Die Presse‘ war einmal als Qualitätsblatt bekannt – nun schreibt sie Pseudo-Katastrophen herbei.“

Und am Ende des Kommentars schreibt sie wieder, wie seit Monaten täglich am Ende eines jeden Kommentars:

„wandere aus, solange es noch geht“.

Klingt das nicht nach einem Herbeischreiben von tatsächlichen „Katastrophen“ und nicht nur „Pseudo-Katastrophen“? Weil täglich die Warnung: „solange es noch geht, wandere aus“. Tägliche Aufrufe zum Auswandern mit dem eindringlichen Hinweis: „solange es noch geht“… wenn dies keine Panikmache ist? Was dann?

Daß Wählerinnen und Wähler den Mut haben, diese dritte Systempartei und diesen Systemkandidaten dennoch zu wählen, bei diesem Durcheinander, ja, das erfordert mehr als Mut, das muß schon blindes Vertrauen in die Vorsehung sein, jemanden zu wählen, ohne zu wissen, was dann kommen wird. Im konkreten Fall, um es noch einmal zu wiederholen: Einwanderung wird strikt abgelehnt, ist „kein Menschenrecht“, Auswanderung aber ist ein Recht. Wie das funktionieren soll, also auszuwandern ohne einwandern zu dürfen, darauf gibt es nur eine so schlüssige Antwort wie auf die Frage, gibt es einen Gott oder gibt es einen Allah Jahwe nicht.

Wie lange FPÖ unzensuriert für das Heil in der Auswanderung – „solange es noch geht“ – wirbt, kann nicht gesagt werden; aufgefallen ist es jedenfalls schon vor Monaten, in der ersten Dezember-Hälfte des Jahres 2015, wie nachgelesen werden kann:

He.-Chr. Strache – “Einwanderung ist kein Menschenrecht – wandere aus, solange es noch geht”

“Harald Vilimsky auf Facebook und Twitter wandere aus, solange es noch geht”

FPÖ-ZZ: “Einwanderer, nein danke!”

Möglicherweise wird hier einfach kompliziert in Gleichnissen gesprochen, wie es schon Mohammed Jesus tat, und die Schrift verstehe, wer zu lesen vermag. Wenn bedacht wird, wer mit dieser Auswanderung beworben wird, könnte es natürlich sein, daß es keine Auswanderung ist, weil es dabei gesinnungsgemäß zu keiner Auswanderung, zum Verlassen der Geistesheimat kommt, sondern lediglich zu einem Ortswechsel.

Aber. Gleichnisse mögen etwas Schönes sein auf den Knien in den kalten Bänken einer Kirche oder auf den kalten Böden einer Moschee oder …, in einer Wahlkabine aber sollte das Kreuz doch bei Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten gemacht werden, deren Rede klar und unmißverständlich ist.

Es gibt also eine Alternative, es gibt immer eine Alternative. In diesem Fall sogar eine ganz leicht umzusetzende Alternative. Statt also auf FPÖ unzensuriert zu hören und auszuwandern, „solange es noch geht“, einfach am 22. Mai 2016 den Kornblumenträgerkandidaten nicht zu wählen, und damit auch die dritte Systempartei abzuwählen …

Bundespräsidentschaftswahl 2016 Österreich - Den Kandidaten der dritten Systempartei auch nicht wählen

Bundespräsidentschaftswahl in Österreich, 22. Mai 2016

 

Bundespräsidentschaftswahl 2016 Österreich - Den Kandidaten der dritten Systempartei auch nicht wählen

Die lustigste Erklärung zum Ergebnis der Bundespräsidentschaftswahl am 24. April 2016 ist wohl jene, es sei ein „ganzes System abgewählt“ worden. Damit will vor allem der hohe Stimmenanteil des Kornblumenträgers erklärt werden.

Diese Erklärung aber taugt nicht als Erklärung dafür, weshalb der Kornblumenträger auf den ersten Platz gewählt wurde. Oder höchstens dann, wenn gesagt wird, es war eine paradoxe Abwahl. Es ist doch tatsächlich paradox, ein System dadurch abzuwählen, daß der Kandidat einer Systempartei gewählt wird. Und seine Kornblumenpartei gehört seit Jahrzehnten zum österreichischen System. Das österreichische System ist seit Jahrzehnten, um es farblich auszudrücken, ein System von Rot und Schwarz und Blau.

Es scheint die Propaganda der Kornblumenpartei, keine Partei des Systems, keine Systempartei zu sein, zu wirken, oder die Faulheit, nachdenken zu wollen, hat weiter und beängstigend zugenommen, so daß nun schlicht nur noch nachgeplappert wird, es sei ein ganzes System abgewählt worden, während tatsächlich bloß ein Systemkandidat einer bloßen Systempartei gewonnen hat.

Und die Kornblumenpartei ist seit ihrer Gründung, seit ihrem Herauskriechen aus den materiellen und moralischen Trümmern nach 1945 fester Bestandteil des ganzen Systems in Österreich. Es stimmt für die Kornblumenpartei also ganz und gar nicht, daß sie nicht Urbestand dieses Systems ist, wie es ebenso nicht stimmt, daß die Kornblumenpartei je ausgegrenzt worden sei, wie sie stets vorgeben will und viele ihr nachzureden bereit sind.

Wie sehr die Kornblumenpartei mit ihrem Kornblumenträgerkandidaten unausgegrenzt ist und also zu diesem System gehört,

Für die … sprach EU-Abgeordneter Franz Obermayr, der insbesondere die gesellschaftliche Verankerung der … und ihre mehrmalige Regierungsbeteiligung in den Ländern und im Bund hervorhob.

wurde bereits vor langer Zeit einmal zusammengefaßt, so daß es nicht noch einmal wiederholt werden muß, sondern nur darauf verwiesen zu werden braucht: In Japan die Wahrheit, in Österreich …

Der Kornblumenträgerkandidat selbst ist ein letzter schlagender Beweis, wie sehr er und seine Kornblumenpartei zu diesem System gehören. Durch dieses System wurde er, dieses System machte ihn zum Präsidenten. Und jetzt verspricht er viel, weil er auf der Präsidentenleiter noch ein paar Sprossen höher klettern möchte, das er bereits auf der Präsidentensprosse, auf der er noch systemgemäß abgesichert hockt und hocken bleiben wird, wenn es mit dem Hinaufkraxeln nicht funktioniert haben wird, nicht getan hat.

Kandidat und Partei der Kornblume sind nur eines, Garant und Garantin für das Fortbestehen dieses Systems mit einer Realpolitik, die lange schon für nichts mehr tauglich ist.

Wenn also in Österreich die Menschen tatsächlich das „ganze System“ abwählen wollen, dann müssen Sie nach den am 24. April 2016 zwei abgewählten Systemparteien am 22. Mai 2016 auch noch die dritte Systempartei abwählen.

NS Ein Absatz aus dieser Auflistung, wie sehr die Kornblumenpartei in das System involviert ist, soll doch gleich hier zitiert werden, und dieser betrifft nicht die Kornblumenpartei, sondern den Umstand, wie viele Jahre wieder vergeudet wurden, um eine Gegenwart zu vermeiden, in die heute europaweit mit hohem Tempo geschlittert wird; das wurde vor rund vierzehn Jahren geschrieben:

Wem es aber nicht egal ist, wie die politische Wirklichkeit in zehn bis fünfzehn Jahren in Europa sich uns präsentiert, wird zur Überzeugung gelangen, daß die Antwort jetzt gefunden werden muß, um genügend Zeit für die Entwicklung und Verbreitung einer Gegenvision zu haben, die für die Bürgerinnen und Bürger Europas eine (weil eine soziale und demokratische) unterstützenswerte Vision ist. Denn ein von Ihrem geträumten „Rechten Block“ regiertes Europa ist die denkbar schlechteste Zukunft.

Kornblumenland Österreich: 80,3% wählten „Nazi-Blume“-Träger zu ihrem Präsidenten

Kornblumenparlament - 80 Prozent wählen Kornblumenträger zu ihrem Präsidenten in Österreich.jpg

Nach der gestrigen Bundespräsidentschaftswahl in Österreich ist wieder zu hören, es seien die Ungebildeten, die Dumpfen, die von Angst Zerfressenen, die Unreflektierten, die Geldlosen, die Leistungsnichterbringenden, die den Träger der „Nazi-Blume“ (wie die Kornblume von der Umsonst Österreich aktuell bezeichnet wird) wählten.

Aber es wählten den Kornblumenträger lediglich nach dem vorläufigen Endergebnis 35,1%. Bloße Fünfunddreißig Prozent, viel zu wenig, um ihn bereits im ersten Urnengang zum Präsidenten zu machen.

80,3 Prozent aber wählten den Kornblumenträger bereits im ersten Wahlgang zu ihrem Präsidenten. Achtzig Prozent wählten den Kornblumenträger zu ihrem Präsidenten, somit formal in das vierthöchste Amt im Kornblumenland Österreich.

Erschreckt, erschüttert aber sind nun die Gebildeten, die Nichtdumpfen, die mit Angst Umgehenkönnenden, die Reflektierten, die Nichtarmen, die Leistungsträger nicht über die achtzig Prozent, sondern über die fünfunddreißig Prozent der Wählerinnen und Wähler … und schon wird wieder einmal darüber spekuliert, was kann man mit diesen machen? Wie können sie geführt werden? Welche Programme müssen für sie eingesetzt werden, für die 35,1%. Bildungsprogramme menschgemäß. Deren Ängste und Sorgen sich anzunehmen, ein Gebot der Stunde, sich ihrer doch zu erbarmen. Es sind ja doch Hascherln, die einer starken Führung oder, wie es neoliberal heutzutage so schön heißt, einer Steuerung bedürftig sind.

Das hier ist kein Hohelied auf die Wähler und Wählerinnen des Kornblumenträgers. Wer etwa am letzten Freitag die Abschlußkundgebung … wird sich weder am 22. Mai 2016 noch je in irgendeiner Wahl einreihen können wollen in diese Stimmzettelkreuzgemeinschaft: Kreuz bei einer bestimmten Partei heißt ausgeschrieben: „Trottel, Drecksau, Mißgeburt …

Was beispielsweise am Freitag nicht zu hören war, der Kornblumenträger sei das liebe Gesicht dieser Partei. Ständig aber kann in österreichischen Medien von diesem sympathischen Gesich des Kornblumenträgers gelesen werden, und das schreiben nicht die Ungebildeten, die Dumpfen …

Was beispielsweise am Freitag auch nicht zu hören war von den Anhängerinnen und Anhängern des Kornblumenträgers, war etwas darüber, von welcher Gesinnungsliebe die „Herzensangelegenheit“ der Kornblumenpartei ist: ihr Einstehen für Südtirol. Hierbei wenigstens herrscht Einklang beispielsweise zwischen den Menschen auf dem Abschlußkundgebungsplatz und den Menschen in den Redaktionen österreichischer Medien. Hier bilden sie einen gemeinsamen Chor des Schweigens.

Am letzten Freitag hätten sie, wenn sie über Kunst gesprochen hätten, vielleicht einen bestimmten Maler „Trottel“ genannt, aber sie hätten Menschen, die in bezug auf Kunst ein „Faible für Spezielles“ haben, nicht „Experten“ genannt. Diese wohlmeinende Bezeichnung zum Vorteil des Kornblumenträgers bleibt einer Redaktionsmannschaft vorbehalten …

Um zu einem Ende zu kommen.

Wenn am 22. Mai 2016 der Kornblumenträger es schaffen sollte, in die Hofburg einzuziehen, dann wird das vielleicht mit einem Stimmenanteil von 51 Prozent sein, vielleicht werden 52 Prozent der Wählerinnen und Wähler dafür verantwortlich sein, daß dann die Kornblumenflagge die Hofburg … Vielleicht können dann zweiundfünfzig Prozent der Wählerinnen und Wähler offen sagen oder nur still für sich sagen, sie hätten den Kornblumenträger zu ihrem Präsidenten gewählt. Im Vergleich zu den achtzig Prozent der Wähler und Wählerinnen, die jetzt schon sagen können, sie haben den Kornblumenträger zu ihrem Präsidenten gewählt … derart ungebildet, dumpf und so weiter und so fort sind also die Menschen in diesem Land, daß sie einen Kornblumenträger nicht mit achtzig Prozent Stimmenanteil zu ihrem Präsidenten wählen.

Soher kann abschließend gesagt werden, von einem Kornblumenland Österreich kann – noch nicht – gesprochen werden, aber von einem Kornblumenparlament, nicht nur deshalb, weil die dort arbeitenden Wählerinnen und Wähler einen Kornblumenträger bereits mit achtzig Prozent zu ihrem Präsidenten machten, sondern auch, wer in das Parlament eingeladen wird – gesinnungsgemäß vom Kornblumenträger – zu Vorträgen, Symposien; und das sind, wie sie neuerdings genannt werden, die „Experten“ …