Die Helfer der Organisierten Glauben – Teil 2

Rudolf Langthaler muß beim 21. Jahrhundert vorbei, nicht genug, auch beim 20. Jahrhundert muß Rudolf Langthaler schnell vorbei, um nach einer langen langen Tunnelfahrt ohne die geringste Beachtung der zahlreichen Hinweisschilder zu den Abfahrten in diese zwei Jahrhunderte endlich im 19. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert anzukommen, in denen er die Zitate vermeint zu finden, mit denen es ihm möglich sein wird, einen Artikel mit der Überschrift „Die Religionsverächter“ zu schreiben … Und dann schreibt Rudolf Langthaler diesen Artikel. Aber was für einen Artikel! Einen Artikel, dessen Schlagzeile einer Ergänzung würdig ist:

Die Religionsverächter – Eine Themaverfehlung

Dieser langthalerische Artikel ist ein Beitrag in der aktuellen Debatte um das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien, das ab heute unterschrieben werden kann, und eben als Beitrag zu diesem Volksbegehren ein verfehlter … Denn es geht bei diesem Volksbegehren nicht um Theorie, nicht um Aufklärung, es geht um die Praxis, es geht um die vielen besonderen Erwähnungen der sogenannten anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in österreichischen Gesetzen, es geht um die vielen den Organisierten Glauben eingeräumten gesetzlichen Sonderstellungen … Möglicherweise wäre ein Volksbegehren in bezug auf diese gesetzlichen Sonderstellungen gar nicht notwendig und es reichte aus, alle diese gesetzlichen Sonderstellungen dem österreichischen Verfassungsgerichtshof zur Prüfung vorzulegen … Wie viele von den gesetzlichen Sonderstellungen würden vor dem Verfassungsgerichtshof bestehen können? Aber dieses Volksbegehren geht noch über diese gesetzlichen Sonderstellungen hinaus, die ebenfalls nichts mit Aufklärung, mit Theorie zu tun haben, sondern mit Praxis, beispielsweise auch mit verbrecherischen Praktiken, mögen von diesen auch viele unter die gesetzliche Verjährung fallen …

Mit diesem Absatz ist der langthalerische Beitrag zur aktuellen Debatte um das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien vollständig als das erklärt, was er ist, eine Themaverfehlung.

Rudolf Langthaler - Zitate und deren VerfügbarkeitAber Rudolf Langthaler hat mit seiner Themaverfehlung dermaßen für Heiterkeit gesorgt, daß er sich ein Leckerli verdient hat …

Die Heiterkeit bei dieser Themaverfehlung setzt bereits mit dem ersten Absatz ein, in dem Rudolf Langthaler davon schreibt, daß Mangel an Bildung für verschiedene Formen des Aberglaubens … Was für ein Mangel an Bildung muß geherrscht haben, an den Höfen, in der päpstlichen Kurie, unter den Kardinälen und Päpsten, die sich beispielsweise astrologisch …

Noch erheiternder sind die vielen vielen Zitate, die Rudolf Langthaler in seinen Schaukasten der Bildung legt, um was mit diesen belegen zu können, um was mit diesen beweisen zu wollen … Nur eines, Zitate sind wie Statistiken, denen nur vertrauen kann, wer sie selbst erstellt hat –, im Falle von Zitaten muß, um genau zu sein, geschrieben werden, zu jedem Zitat läßt sich ein gegensätzliches Zitat finden, zu jedem Zitat einer bestimmten Person läßt sich ein anderes Zitat sogar von ebendieser Person finden … Die Frage nach der Bonität des Zitatenzusammenstellers ist nicht nur dadurch beantwortet, daß er bis ins 18. und ins 19. Jahrhundert muß, um Zitate zu finden, von denen er meint, sie dienen seinem Zweck am besten, sondern die von Rudolf Langthaler Zitierten beantworten selbst zusätzlich die Frage nach der Kreditwürdigkeit von Rudolf Langthaler endgültig, und sie stellen damit den „Religionsverächtern“ und den Religionsverächterinnen kein schlechtes Zeugnis aus …

Die Forderung und die Praxis von Organisierten Glauben ist nach wie vor der unbedingte Gehorsam … Es ist bereits Jahrzehnte her, daß sich einer auf Immanuel Kant berief, es war Adolf Eichmann, der aber hier nur aus einem Grund erwähnt wird, weil er die Bedenken von Miguel de Unamuno gegen Kant nachträglich bestätigte, der bereits 1916 schrieb:

War es denn nicht Kant, der mit dem ewigen Frieden, der da sagte, wenn die Menschheit als Ganzes im Begriffe wäre unterzugehen und es gäbe einen vom Gericht zum Tode Verurteilten, so müßte man ihn noch vor dem allgemeinen Untergang hinrichten? Ja, so sprach der gestrenge Mann, der kein Mitleid kannte. Und dann gab es Schüler von ihm, die sogar vom Recht auf Strafe sprachen.

Einem Religionsverächter oder einer Religionsverächterin könnte bei den von Rudolf Langthaler Genannten einfallen, hinkünftig genau von diesen Zitate anzuführen, etwa von Georg Christoph Lichtenberg:

Daß ich etwas, ehe ich es glaube, erst durch meine Vernunft laufen lasse, ist mir nicht ein Haar wunderbarer, als daß ich erst etwas im Vorhof meiner Kehle kaue, ehe ich es hinunterschlucke. Es ist sonderbar, so etwas zu sagen, und für unsere Zeiten zu hell, aber ich fürchte, es ist für zweihundert Jahre von hier ab gerechnet zu dunkel.

Ist es nicht sonderbar, daß jedermann sein eigener Arzt, auch sein eigener Advokat sein darf, sobald er aber sein eigener Priester sein will, so schreit man Jammer und Weh über ihn, und die Götter der Erde mischen sich darein.

[M]ischt sich doch offenbar eine große Menge von frommem, unphilosohischem Unsinn. Der Auswurf, was muß das für ein Wesen sein, das das alles gemacht hat! ist doch nicht viel besser als der, was mag das für ein Bergwerk sein, in welchem der Mond ist gefunden worden.

Vielleicht begeht oft ein katholischer Beichtvater größere Sünden im Beichtstuhle als er zu vergeben hat.

Und ebenfalls von Jean Paul, der über das Treiben in den sakralen Bauten beispielsweise nicht erst bei Karl-Heinz Deschner nachlesen mußte:

Die Missionare fischen lieber Perlen als Menschen.

Die Theologie gestattet der Vernunft nur Fastenspeisen.

Der „Weg zum Himmel“, bei dem „die neuen Teologen“, wie Jean Paul noch zu beobachten imstande war, „eine Wegreparatur vorgenommen“ haben,  ist wieder sehr sanierungsbedürftig –, das aber sieht Rudolf Langthaler vor angestrengter Suche nach den „geistigen Wegbereitern“ der Religonsverächter und Religionsverächterinnen nicht, und, seine Suche bleibt auch eine erfolglose, vor allem deshalb, weil keine „geistigen Wegbereiter“ nötig sind, um beispielsweise das Gerechtfertigte von gesetzlichen Sonderstellungen der Organisierten Glauben in einem Volksbegehren abzufragen … Ein Nein auf die Frage von Lichtenberg, ob geglaubt werde, daß Schlehenhecken Orangen getragen haben, kann als Antwort darauf auch von einem Rudolf Langthaler vermutet werden, ebenso ein sein Ja auf die unmittelbar darauf von Lichtenberg gestellte Frage, ob geglaubt werde, daß es Menschen gab, die Gottes Sohn waren … Womit die „geistigen Webgereiter“ von (auch) Rudolf Langthaler identifiziert sind, jedoch die Wege, die sie bereitet haben, waren von Beginn an mangelhaft, nur, wenn überhaupt, stolpernd, auf allen Vieren und letztlich immer nur auf den Knien …

Zitate, Zitate, Zitate – die Worte, die Worte, die Worte … Womit W. C. Williams die Freundlichkeit besitzt, mit seinem Titel eines Gedichtbandes zum auch von Rudolf Langthaler genannten Gottfried Keller zu kommen, um mit einem seinem Gedicht zu schließen, das hier nicht einfach als ein weiteres Zitat …

Ich hab in kalten Wintertagen

Ich hab in kalten Wintertagen,
In dunkler, hoffnungsarmer Zeit
Ganz aus dem Sinne dich geschlagen,
O Trugbild der Unsterblichkeit.

Nun, da der Sommer glüht und glänzet,
Nun seh ich, daß ich wohlgetan!
Aufs neu hab ich das Haupt bekränzet,
Im Grabe aber ruht der Wahn.

Ich fahre auf dem klaren Strome,
Er rinnt mir kühlend durch die Hand,
Ich schau hinauf zum blauen Dome
Und such – kein beßres Vaterland.

Nun erst versteh ich, die da blühet,
O Lilie, deinen stillen Gruß:
Ich weiß, wie sehr das Herz auch glühet,
Daß ich wie du vergehen muß!

Seid mir gegrüßt, ihr holden Rosen,
In eures Dasein flücht’gem Glück!
Ich wende mich vom Schrankenlosen
Zu eurer Anmut froh zurück!

Zu glühn, zu blühn und ganz zu leben,
Das lehret euer Duft und Schein,
Und willig dann sich hinzugeben
Dem ewigen Nimmerwiedersein!

PS Für einen Moment war daran gedacht, auch den Beitrag von Norbert Leser in der Tageszeitung „Die Presse“ mit der Schlagzeile „Bruno Kreisky, Franz Olah und die heutigen Religionshasser“ -, aber es setzte sich doch raschest die Überzeugung durch, zu Norbert Leser nicht mehr schreiben zu wollen, als bereits geschrieben wurde: Diskursniveau von Norbert Leser jenes von Karl Tropper?

Platz für das Zitate-Spiel: „Du sagst eines, ich sage eines, er sie es sagt eines, wir ihr sie sagen eines“:

Keine Prüfung der Aufnahme von Datenverarbeitungen durch Kirchen und Religionsgesellschaften

Es wollte eigentlich nur die Information unkommentiert veröffentlicht werden, wie es um das Verfahren zur Vorratsdatenspeicherung aktuell bestellt ist …

Jedoch ganz unkommentiert ist dies nicht möglich. Auch wenn es nicht unmittelbar etwas mit den Vorratsdaten zu tun hat, so doch mit der Möglichkeit, ab 15. April 2013 das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu unterschreiben, also mit der aktuellen und breiten Debatte darüber, wie sehr in Österreich den sogenannten anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften besondere Stellungen in den Gesetzen eingeräumt werden …

Datenschutzgesetz - Besondere Bestimmungen für Religionsgesellschaften

„Meldepflichtige Datenanwendungen, die weder einer […] entsprechen, noch innere Angelegenheiten der anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften […]“

Es war nicht die Absicht, nach weiteren besonderen gesetzlichen Erwähnungen und Stellungen der Religionsgesellschaften zu suchen, sondern ein Zufall, oder, wird an die Fülle der gesetzlichen Erwähnungen gedacht, ein nicht zu entgehender Zufall … Es war nicht die Neugier in bezug auf Religionsgesellschaften, sondern die Neugier darauf, ob der Zugriff auf Vorratsdaten durch das Bundesheer inzwischen aus dem Ministerialentwurf wie angekündigt tatsächlich entfernt wurde, verleitete dazu, auch einen Blick in das Datenschutzgesetz zu werfen, weil in der neuen Vorlage die Beschwerdemöglichkeit wegen Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen statt an das Bundesverwaltungsgericht nun an die Datenschutzbehörde zu erheben ist …

Und kaum war das Datenschutzgesetz aufgeschlagen, mußte über Religionsgesellschaften auch in diesem Gesetz gelesen werden … Im gültigen Datenschutzgesetz wird Religionsgesellschaften eine rechtliche Bevorzugung eingeräumt, an der auch durch die aktuell geplante Novelle nichts geändert werden will …

Um aber die aktuellen Informationen über die Vorratsdatenspeicherung nicht weiter zu verzögern, lediglich noch der Hinweis, daß die entsprechende Passage aus dem Datengeschutzgesetz zur werten Lektüre auf die carte postale geklebt wurde.

AKVorrat übermittelt Stellungnahme im Verfahren beim EuGH zur Vorratsdatenspeicherung

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat im Dezember 2012 dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) die Frage der Vereinbarkeit der Vorratsdatenspeicherung (VDS) mit der EU Grundrechte-Charta (GRC) vorgelegt. Im Ausgangsverfahren haben insgesamt 11.139 Personen, organisiert durch denAKVorrat.at, im Juni 2012 beim VfGH einen Antrag zur Aufhebung der VDS eingebracht (www.verfassungsklage.at). Nun hat der AKVorrat.at im Namen der AntragstellerInnen fristgerecht bis zum 10. April 2013 eine Stellungnahme beim EuGH in Luxemburg vorgelegt. Der Schriftsatz steht unter http://unurl.org/AKVorratEuGH zum Download bereit.

Die Stellungnahme bringt auf 21 Seiten pointiert die Argumente vor, warum die Garantien der EU Grundrechte-Charta durch die VDS im Sinne der Richtlinie 2006/24/EG verletzt werden. Im Wesentlichen orientiert sich der Schriftsatz am Vorbringen im Antrag an den VfGH, allerdings reduziert auf die rein EU-rechtliche Dimension, da die spezifisch österreichischen Aspekte bei den vorgelegten Fragen keine Rolle spielen. Der Schriftsatz steht unter www.akvorrat.at sowie www.verfassungsklage.at zum Download bereit.

Nun liegt die Hoffnung beim EuGH, der mit Wirksamkeit für die gesamte EU klarstellen kann, dass die Vorratsdatenspeicherung den Grundrechten und Grundwerten Europas widerspricht und daher aufzuheben ist. Bis zu einer Entscheidung wird es aber wohl noch zumindest ein Jahr dauern. Die primäre Verantwortung liegt bei den demokratisch gewählten Volksvertretern. Säumig bleibt die Politik aber mit der längst versprochenen Überarbeitung der VDS-Richtlinie. Man will angeblich erst den Ausgang der aktuellen Reform des Datenschutzrechts auf EU-Ebene abwarten. BürgerInnenbeteiligung ist auch hier gefragt – siehe dazu die Initiative https://wirwollendatenschutz.at/.

Die beste Überarbeitung der VDS-Richtlinie wäre jedenfalls deren Abschaffung! Der AKVorrat.at wird daher seine Aufklärungsarbeit fortsetzen. Schließlich sollten die Grundsätze der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit vor allem von einer mündigen Zivilgesellschaft getragen werden und nicht nur davon abhängen, dass einige Richterinnen und Richter alleine einer überschießenden Politik der Sicherheit Grenzen ziehen müssen.

Weitere Informationen:
www.akvorrat.at
www.zeichnemit.at
www.verfassungsklage.at
http://unurl.org/AKVorratEuGH
https://wirwollendatenschutz.at/

Die Helfer der Organisierten Glauben – Teil 1

Die Helfer der Organisierten Glauben I

Berichte als Beispiele allein aus der Woche 8. bis 12. April 2013: Rußland, Israel …

Ab 15. April 2013 gibt es in Österreich die Möglichkeit, ein Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu unterschreiben, und, es ist wohl nicht unrichtig mit Blick auf die mediale Berichterstattung und Kommentare wenige Tage davor von dem Eindruck schreiben zu können, es werden die Reihen geschlossen, die Helfer der Organisierten Glauben abkommandiert und kommandieren sich selbst ab, für die Organisierten Glauben in die Tasten zu hauen, den Organisierten Glauben beizustehen, als wären Organisierte Glauben Bedrängte, der Schutzlosigkeit und der Willkür machtlos und ohnmächtig Ausgelieferte …

Jedoch die Helfer der Organisierten Glauben (da dies aber vorwiegend Männer sind, kann oder muß sogar darauf verzichtet werden, von Helferinnen zu schreiben) können ihren ihnen gegebenen und selbst befohlenen Auftrag zum Beistand der Organisierten Glauben nur erfüllen, indem sie in die Theorie ausweichen, von der rechtlich abgestützten Praxis aber schweigen, wobei ihnen allerdings auch die Theorie zum Irrtum gerinnt, sie können dabei darauf vertrauen, das werde ihnen nachgesehen werden, weil es eben um das sogenannte Höchste geht, um Transzendenz, um Spiritualität, deren Samen und Eizelle – ohne daß dies den Menschen in seiner paradoxalen Verfaßtheit stören würde – der Irrtum ist …

Jedoch die Helfer der Organisierten Glauben können ihre Mission des Beistandes der Organisierten Glauben vollends nur dann erfüllen, wenn sie nicht nur in die Theorie flüchten, sondern zusätzlich – eigentlich die Hauptvoraussetzung dafür – die rechtlich abgestützte Praxis der Organiserten Glauben in der Welt ausblenden …

Um aber nicht im allgemeinen zu verbleiben, sollen exemplarisch zwei Veröffentlichungen konkret angesprochen werden: einmal jene von Josef Christian Aigner vom 1. April 2013, einmal jene von Rudolf Langthaler vom 10. April 2013 …

Bereits mit seiner Überschrift „Wissenschaft statt oder als Religion?“ will Josef Christian Aigner nicht dazu beitragen, die Fronten aufzulösen, die Krieger arbeitslos zu machen, sondern ganz im Gegenteil, er will die blutige Fahne mit  der uralten Parole „Glaube oder Unglaube“ wieder kräftig wehen lassen, er will sie voran tragen, ohne dabei erkennen zu wollen, daß seine Fragestellung die falscheste ist, die es nur geben kann, ohne dabei sehen zu wollen, daß es in der Menschheitsgeschichte eine Entwicklung gab, die diese Gegenstellung längst schon obsolet machte …

Aber gegen wen trägt Josef Christian Aigner diese Fahne bereitwillig tatsächlich voran ins Feld? Es sind die Organisierten Glauben selbst. Denn alles, was er vermeint gegen die „Wissenschaft“ vorzubringen, bringt Josef Christian Aigner tatsächlich gegen die Organisierten Glauben vor … Im Vergleich von Wissenschaft und Religion in bezug auf Praxis, auf gesellschaftliche Gegegenheiten und rechtliche Bedingungen zeigt es sich, wie sehr die Kritik von Josef Christian Aigner in Wirklichkeit nicht eine an der Wissenschaft ist, sondern eine an den Organisierten Glauben selbst, für die er meint das helfende Wort …

… Die Meinung einer einzelnen Naturwissenschafterin dient Josef Christian Aigner für seine Kritik an der gesamten Wissenschaft, geradeso, als ob eine einzelne Naturwissenschafterin  die gesamte Wissenschaft zu vertreten befugt wäre, als ob eine einzelne Naturwissenschafterin Stimme wäre für die gesamte Wissenschaft, als wäre ihre Haltung zur Religion die Haltung der gesamten Wissenschaft zur Religion. Damit aber beschreibt Josef Christian Aigner tatsächlich nur die gängige Praxis von Angestellten der Organisierten Glauben.

… Es mag sein, daß diese eine Naturwissenschafterin, wie es ihr Josef Christian Aigner vorhält, ihren eigenen fachlichen Wahrheits- und Wirklichkeitszugang absolut setzt und andere Haltungen und Zugänge, die nicht auf ihrer Logik basieren einfach als Unsinn diffamiert. Das aber kann menschemäß erstens jedem Menschen unabhängig von seinem Beruf im Grunde vorgehalten werden, zweitens ist diese ihr unterstellte Absolutsetzung eine individuelle und nicht im Namen der gesamten Wissenschaft. Damit beschriebt Josef Christian Aigner aber tatsächlich nur die gängige Praxis von Angestellten der Organisierten Glauben.

… „Gebildeterweise“ möchte Josef Christian Aigner „eher mit Schaudern darüber nachdenken, wie oft auch die exakten Wissenschaften sich schon geirrt haben und was alles mit ihnen angerichtet werden kann, wenn sie sich als oberste Urteilsinstanz über Wert- und Normensysteme gerieren, die niemals verifizierbar oder messbar sein können.“ Damit beschreibt Josef Christian Aigner aber tatsächlich die Organisierten Glauben. Allerdings muß hier zur Verdeutlichung die aignerische Aussage ein wenig korrigiert werden. Mit Schaudern kann nachgelesen werden, nicht was mit Organisierten Glauben angerichtet werden kann, sondern was Organisierte Glauben aktiv angerichtet haben und anrichten. Im Gegensatz zu Organisierten Glauben prüfen und erkennen Wissenschaften selbst, wann sie sich geirrt haben, und berichtigen ihre Irrtümer, beharren nicht darauf im Irrtum zu bleiben.

… Schmähungen der Religion wie die der Naturwissenchafterin findet Josef Christian Aigner indiskutabel. Damit formuliert er tatsächlich eine Aufforderung an die Organisierten Glauben, deren gängige Praxis es nicht ist, apersonal und theoretisch zu schmähen, sondern praktisch ganz direkt und konkret Menschen, die nicht nach ihren Vorstellungen bereit sind das Leben zu führen, nicht dazu bereit sind, von ihnen sich ihr Leben führen zu lassen.

… Kaum eine Schrift von Freud ist für Josef Christian Aigner so von Brüchen und Widersprüchen getragen wie jene zur Religionskritik. Eine exakte Bescheibung – allerdings von allen Schriften der Organisierten Glauben.

… „Von exklusiven Wahrheitsansprüchen aber, die zudem von vielen Menschen als herabwürdigend empfunden werden, sollten Wissenschafter/-innen besser Abstand nehmen“, schreibt Josef Christian Aigner abschließend. Eine weitere Aufforderung an die Organisierten Glauben, eine weitere Beschreibung der gängigen Praxis der Organisierten Glauben.

Um den ersten Teil zusammenfassend abzuschließen:

… Während es für Wissenschaften gesetzliche Auflagen gibt, an die sie sich zu halten haben, die ihnen Beschränkungen auferlegen, gibt es zum Vorteil von Organisierten Glauben Sondergesetze, denen alle in einem Staat Lebenden unterworfen sind. Als ein Beispiel dafür können die Versanstaltungsgesetze genannt werden.

… Während Förderungen für wissenschaftliche Publikationen gestrichen werden, werden gleichzeitig Organisierte Glauben qua Steuerabsetzbarkeit massiv gefördert.

… Während von Wissenschaften keine Forderungen nach Gesetzen bekannt sind, etwa Kritik an ihnen unter Strafe zu stellen, oder das Leben gehorsam nach den „Werten, Normen“, die von Wissenschaften absolut als wahr und unumstößlich gesetzt werden, fordern Organisierte Glauben permanent ebensolche Gesetze ein.

… Während Wissenschaften weder mit einem demokratischen noch mit einem undemokratischen Staat einen Vertrag abgeschlossen haben, der den Staat verpflichtet, in seinen Schulen ihre Logos aufzuhängen, hat beispielsweise die demokratische Republik Österreich eben eine solche Vereinbarung mit dem absolutistisch regierten Kleinststaat in einem Grätzel von Rom.

Um einen Vorgriff auf den zweiten Teil zu machen, in dem es um die Verfügbarkeit von Zitaten anhand des Artikels von Rudolf Langthaler gehen wird, will schon einmal gefragt werden, welcher Wissenschafter oder welche Wissenschafterin verlangt, was ein „moderner Agitator“ verlangt, wie jener in „Gottes Eifer“ zitierte:

Der Gläubige soll schlaflos sein, solange er in einem nicht-islamischen politischen System lebt, sein Leben findet nur Sinn, wenn es der Abschaffung der fremden Vormacht geweiht ist. Wer in diesem Kampf fällt, hat seinen Platz im Paradies sicher; Ungläubie hingegen, die im ungerechten Streit mit Muslimen ums Leben kommen, fahren ohne Zwischenhalt in die Hölle.

Peter Sloterdijk zitiert dies nicht aus einer Schrift, die vor Jahrhunderten geschrieben wurde, sondern aus einem in Karlsruhe veröffentlichten Buch aus 1995: „Als Muslim leben“.

Bei Freiheitlichen als Arbeitnehmer aber ein armes Schwein

Die Freiheitlichen haben also das Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitnehmer mit sofortiger Wirkung aufgelöst, weil dieser Sprüche verbreitet haben soll, die …

Als Arbeitnehmer bei den Freiheitlichen ein armes Schwein

Aber Hans-Jörg Jenewein ist ein Mandatar … Aber Johann Gudenus ist ein –

Dazu muß wieder einmal festgestellt werden, daß bei den Freiheitlichen die Arbeitnehmer die politische Verantwortung zu übernehmen haben, und nicht, wie politgemäß sonst gesagt wird, die gewählten freiheitlichen Funktionäre und Funktionärinnen … Es ist daher äußerst unklug, für die Freiheitlichen zu arbeiten. Wer also meint, mit seiner oder ihrer Gesinnung bei den Freiheitlichen am besten aufgehoben zu sein, sollte bei den Freiheitlichen nicht als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin anheuern, sondern ausschließlich als Funktionär und Funktionärin, die, dann einmal in den Nationalrat, in den Bundesrat, in das EU-Parlament, in die Landtage, in die Gemeinderäte gewählt, den besten Schutz genießen, davor sicher sein können, je politische Verantwortung übernehmen zu müssen, je Konsequenzen etwa durch Rücktritte ziehen zu müssen …

Es ist aber nicht so, daß die Last der Verantwortung allein von den gewählten Freiheitlichen ihrer Belegschaft aufgebürdet wird, sondern es wird auch von anderen, die keine freiheitlichen Mandatare und Mandatarinnen sind, geradezu erwartet,  daß die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen allein die politische Verantwortung übernehmen, während von Mandatarinnen und Mandataren nur eines erwartet wird, ihre Angestellten dafür zu kündigen, wofür sie selbst nicht …

NS Wie auf der carte postale¹ zu lesen ist, hat Hans-Jörg Jenewein sich zu dieser aktuellen Auflösung eines Beschäftigungsverhältnisses geäußert -, Hans-Jörg Jenewein ist Mandatar …

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Zur Nachlese:

O ehrenreich’ Obrigkeit, was habet Ihr nur schlimm’ Mitarbeiter

Was unterscheidet Harald Stefan von Jan Ackermeier

Die Website des III. Präsidenten NR der Rebublik Österreich

Barbara Prammer fordert Entfernung des Angestellten, der für Martin Graf politisch verantwortlich ist

Johann Gudenus schreibt einen treuen Brief

Welche Quellen nutzen Abgeordnete

Heinz-Christian Strache schenkt Andreas Mölzer einen Odin Wiesinger

Statt Exkursionen nach Mauthausen sollte Beatrix Karl welche in ihr Justizministerinbüro veranlassen

¹ Quellen: Profil, 30. September 2010. OTS-Aussendung FP, 10. April 2013. Der Standard Online 14. Jänner 2009.

Der befleckte Schoß ist fruchtbar noch – Jesus Christus als König, Abgeordnete hinter Mauern

Es wollte eigentlich übergangen werden, was für eine absonderliche Idee ein Anhänger eines Organisierten Glaubens auch heute noch gebieren kann, konkret ist Lech Walesa damit gemeint, der im polnischen Parlament Abgeordnete hinter eine Mauer sperren will, und, es wollte eigentlich nicht noch einmal angesprochen werden, daß es in Polen Abgeordnete und eine christliche Bewegung gibt, die noch heute Jesus Christus zum polnischen König ausrufen wollen …

Der befleckte Schoß ist fruchtbar noch - Abgeordnete hinter Mauern

„Jesus Christus ist König des Universums. Bürger, die Pflicht haben, Christus öffentlich zu ehren und ihm Gehorsam zu leisten.“ Grundsätze der ethischen Lehre von Josef Spindelböck?

Doch das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien in Österreich, das mit 15. April 2013 zum Unterzeichnen aufliegt, und vor allem die damit verbundenen Diskussionen lassen es nicht zu, diese Ideen von Menschen eines Organisierten Glaubens, in diesem Fall des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche, in Polen zu übergehen, denn zum einen sind Polen und Österreich durch die Europäische Union miteinander verbunden, zum anderen sind auch in Österreich Menschen mit Ideen und Ansprüchen professionell am Werk, die wohl kaum, um ein derzeit aktuell berüchtigtes Schlagwort zu verwenden, mit „direkter Demokratie“ in Einklang zu bringen sind, im Grunde mit keiner wie auch immer verfaßten Demokratie …

Konkret soll damit Josef Spindelböck angesprochen werden, römisch-katholischer Geistlicher, katholischer Theologe und Professor für Moraltheologie und Dozent für Ethik …

Ethik … Fand Josef Spindelböck keine geeigneten Schriften, sah er sich deshalb genötigt, um in St. Pölten Ethik zu lehren, eigene Skripten zu erstellen? Wie 2005 die Enzyklika „Quas primas“ von Papst Pius XI. –, ein Text, für den zu schreiben der Antrieb gewesen sein muß, so oft wie möglich das Wort König in unterschiedlichen Variationen und Verbindungen verwenden zu können. Auf gerade einmal siebzehn Seiten kann König sechsundsiebzig Male gelesen werden …

Ist das die Ethik, die Josef Spindelböck lehrt?

Christus soll also herrschen über den Verstand des Menschen, der in vollkommener Unterwerfung seiner selbst den geoffenbarten Wahrheiten, den Lehren Christi fest und beständig beipflichten muß; herrschen soll Christus über den Willen, der den göttlichen Gesetzen und Vorschriften folgen muß; herrschen soll er über das Herz, das die natürlichen Gefühle zurückdrängen und Gott über alles lieben und ihm allein anhangen muß; herrschen soll er im Leibe und in seinen Gliedern, die als Werkzeuge oder, um mit dem Apostel Paulus zu reden, als Waffen der Gerechtigkeit für Gott [41] zur inneren Heiligung der Seele dienen sollen.

Gebe Gott, Ehrwürdige Brüder, daß auch die Fernstehenden zu ihrem Heile nach dem sanften Joch Christi verlangen und es auf sich nehmen, und daß wir alle, die wir durch Gottes barmherzigen Ratschluß seine Hausgenossen sind, dieses Joch nicht mit Widerwillen, sondern mit Hingabe, mit Liebe und in heiliger Ehrfurcht tragen. Dann werden wir durch ein Leben, das ganz den Gesetzen des Gottesreiches entspricht, eine reiche Ernte guter Früchte einheimsen und, einst von Christus als gute und treue Diener befunden, in seinem himmlischen Reiche der ewigen Seligkeit und Herrlichkeit teilhaftig werden.

41 Für die Staaten aber wird die alljährliche Feier dieses Festes eine Mahnung sein, daß die Staatenlenker und Behörden, so gut wie die einfachen Bürger, die Pflicht haben, Christus öffentlich zu ehren und ihm Gehorsam zu leisten. Sie wird stets den Gedanken an jenes Jüngste Gericht in ihnen wachhalten, bei dem Christus, der aus dem öffentlichen Leben verbannt und aus Verachtung vernachlässigt und übergangen wurde, unerbittlich streng solch schmähliche Mißhandlung rächen wird. Es ist eine Forderung seiner göttlichen Würde, daß die ganze menschliche Gesellschaft sich nach den göttlichen Gesetzen und den christlichen Grundsätzen sichte, sowohl in der Gesetzgebung und in der Rechtsprechung, wie auch in der Heranbildung der Jugend zu gesunder Lehre und zu sittlicher Unbescholtenheit.

Papst Pius XI., der für Josef Spindelböck noch heutzutage ein erster Ideenbringer zu sein scheint, wenn er sogar seine Enzyklika, aus der die obigen Zitate entnommen sind, als HTLM-Format erstellt und verbreitet, Papst Pius XI. war der absolutistische Herrscher des Kleinststaates in einem Grätzel von Rom zur Zeit, als zwischen Österreich und ebendiesem Grätzelstaat das Konkordat, der Vertrag also zwischen einem absolutistischen Herrscher und einem Diktator …

Bringt Josef Spindelböck in der niederöstereichischen Ethikkommission, deren Mitglied er ist, Zitate beispielsweise aus dieser Enzyklika als Wortspende ein?

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Organisierte Glauben

Werner Faymann ist dafür, die Gier des Stuhls in der Verfassung auch noch zu verankern

Pussy riot – The Unnamables for the russian orthodox church

Schluß mit den Sondergesetzen für Organisierte Glauben

Der von Oskar Deutsch angekündigte Mißbrauch des Gesetzes gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung

Kuwait ist, freuen Sie sich, Martin Mosebach, bald das Tor zum Paradies für absolut große Kunst

Eine Reliquie von Karl Habsburg beim österreichischen Bundesheer zum Anbeten

Christoph Schönborn löst ein Rätsel auf

Headquarters with terror camp of Religions at Vienna?

Verpflichtendes Kindergartenjahr für Christoph Schönborn

A Letter from Saudi Arabia – Where Dialogue Center is simply and democratically called: Secret Police

Abdullah-Center – The King and Spindelegger

„Koran“, „Bibel“ für jeden Haushalt – „Mein Kampf“ auch noch?

Klamauk: die Eintrittskarte in den ORF

Wer Kirchenbeitrag zahlt, fördert vor allem ihre Rechtezertrümmerer

Evangelum – Weisung zur Nichtbefolgung staatlicher Vorschriften

Die gedrehte Wahrheit von Christoph Schönborn

Organisierte Glauben

Léon Bloy, Jorge Mario Bergoglio, Andreas Laun und die freiheitliche ZZ – Zwischenstände der Umfragen

Vor kurzem wurde geschrieben, es werde wieder einmal Zeit, die Zwischenstände der beiden Umfragen bekanntzugeben. An den Werten von Dr. Martin Graf hat sich nichts geändert: unverändert schlecht. Auch die Abgeordneten, die ihn zu ihrem III. Präsidenten NR wählten, können nach wie vor nicht überzeugen, daß ihre Wahl eine Wahl war, die deren Verbleib im Parlament mehrheitsfähig rechtfertigte …

Zwischenergebnisse Umfrage Freiheitliche 7-4-2013Es könnten diese zwei Umfragen beendet werden, da, wie zu lesen war, Dr. Martin Graf kein weiteres Mal für diese Position kandidieren werde, aber es werde für diese Position Norbert Hofer kandidieren wollen, wenn die Freiheitlichen in der nächsten Nationalratswahl wieder drittstärkste Partei werden sollte … Und Norbert Hofer würde sogar die erste Nationalratspräsidenten Mag. Barbara Prammer wählen wollen -, ausständig ist noch ihre Erklärung des Unterschieds zwischen Martin Graf und Norbert Hofer, zwischen einem Freiheitlichen und einem Freiheitlichen … Soher sind diese zwei Umfragen noch nicht zu beenden, sind Sie weiter herzlich dazu eingeladen, sich an diesen zwei Umfragen zu beteiligen, aber denken Sie dabei nicht nur an Martin Graf, dessen Name in diesen zwei Umfragen im Grunde nur exemplarisch steht, exemplarisch für Freiheitliche, auch konkret exemplarisch, beispielsweise für Ing. Norbert Hofer …

So weit, so fad …

Damit das Veröffentlichen der Zwischenstände, also des Unveränderten, nicht allzu fad ist, auch Ihnen als Leser und Leserin dabei nicht das Gähnen kommen muß, wurde ein wenig in der aktuellen Ausgabe der freiheitlichen ZZ geblättert, durchaus zu Erheiterung, ebenso zur Erhellung der Widersprüchlichkeit, auch zur Klärung der Frage, was an Léon Bloy findet die freiheitliche ZZ derart faszinierend, daß sie ihn für überschriftentauglich hält … Papst Franziskus denkt bei Léon Bloy an den „Teufel“ und G. Schneeweiss-Arnoldstein wird an den „Antisemiten“, wie er vom argentinischen Dichter Jorge Luis Borges genannt wurde, denken, darf vermutet werden, wird beispielsweise berücksichtigt, welche Website dieser für die freiheitliche ZZ Schreibende betreibt …

Erheiternd und widersprüchlich daran ist, daß Freiheitliche zwar einen Kampf gegen Bettler und Bettlerinnen führen, zugleich aber den Bettler Léon Bloy prominent in ihrer ZZ platzieren. Andererseits erkennen sich möglicherweise Freiheitliche, was das Widersprüchliche und das Erheitende aufheben würde, in Léon Bloy beschrieben, wie etwa von Raoul Vaneigem in „Léon Bloy über das Grab von Huysmans“:

Im Unterschied zu Zola, den er verabscheut, hat Bloy das Verdienst, die Arbeit und ihren Stumpfsinn nicht zu verherrlichen. Um die Vorzüge der Bettelei besser rühmen zu können, entwirft er stattdessen mit großer Präzision einen Überlebensplan. Die Glut seiner Freundschaften und die Heftigkeit der Brüche, die nach kurzer Zeit erfolgen, passen zur Ausübung einer Kunst der Lobpreisung und der Verfluchung, die von seinem Geldbedarf, den Kompensationen des Renomees und dem Gesetz des Meistbietenden gesteuert wird. Die Beziehung zu Paul Bourget bildet in diesem Sinne die Grundlage des Modells der Freundschaft, wie Léon Bloy sie versteht. Als der Autor des „Disciple“ von ihm die Rückzahlung einer bestimmten Geldsumme verlangt, die er ihm vorgestreckt hat, antwortet Bloy sogleich: „Trauriger Bourget, ich hatte gehofft, dass Sie mir einen interessanten Brief schreiben und Sie schreiben mir einen lächerlichen Brief …“.

Geboren 1846, konvertiert 1869, gestoren 1917, hat Bloy einen besonderen Starrsinn an den Tag gelegt, um den Weg zu verfolgen, der von der Verachtung seiner selbst zur Verachtung der ganzen Welt führt.

Ob Jorge Mario Bergoglio mit dem nunmehrigen Pseudonym Franziskus oder G. Schneeweiss-Arnoldstein  beispielsweise auch die folgenden Zeilen von Léon Bloy je öffentlich zitieren werden?

Ich möchte einen Krieg, den noch nie da gewesenen Krieg, den apokalyptischen Krieg, der von Hello vorausgesagt und erwartet wurde, der hier ist und der aus seinem moralischen und körperlichen Leben ein einziges und andauerndes Geheul macht (…) Ich sage, dass ich den Krieg möchte, weil jede andere Existenz für mich offensichtlich unmöglich ist. Das Kloster will mich nicht, die feine Gesellschaft stößt mich zurück, der Journalismus kotzt mich an, meine Freunde sind machtlos, und der Rest der Schöpfung passt nicht zu mir.

Und Andreas Laun sieht die „dringende Notwendigkeit einer Neuevangelisierung“. Es will gar nicht gewußt werden, was Andreas Laun möchte, der der Politik unhaltbar projektiv unterstellt, sie sei froh, wenn Christen zurückgedrängt oder sogar ausgerottet … Derart diffus kann nur reden -, schlagen Sie nach bei E. M. Cioran, nicht nur dieser Schriftsteller hat alles gesagt, was zu sagen ist, von Paulus bis …

PS Der im Zitat von Léon Bloy angesprochene Hello war ein französischer Schriftsteller und Philosoph, „dessen Denken vom Katholizismus und einer nahezu mystischen Frömmigkeit geprägt war“.

R. K. Höfer und sein unzulänglicher Versuch der Diffamierung des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien

Es gibt keinen hinterhältigeren, es gibt keinen widerwärtigeren Versuch, das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu verunglimpfen, als den von Rudolf K. Höfer in der Tageszeitung „Die Presse“ vom 5. April 2013. Und zugleich ist es auch der Unzulänglichste. Denn eine Debatte über die Organisierten Glauben damit diffamieren zu wollen, es wären hier „NS-Nachläufer“ dabei, die sich „NS-Gedankengänge zu eigen machen“ und „Festhalten an NS-Gedankengut“, ist in dieser Schäbigkeit nicht zu überbieten …

Rudolf K Höfer - Unzulänglicher VersuchEs muß soher dem Historiker Rudolf K. Höfer deutlich gesagt werden, Geschichte ist mehr und Geschichte ist vor allem nicht eingegrenzt auf die madigen zwölf Jahre der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des Deutschen Reiches, und mehr noch, die Geschichte der Organisierten Glauben ist nicht vorbei, die Organisierten Glauben sind  unter stolzer Berufung auf ihre Geschichte weiter tätig …

Und es muß der Historiker Rudolf K. Höfer deutlich aufgefordert werden, nicht dazu, Geschichte zu lernen – die wird er wohl gelernt haben –, sondern dazu, Geschichte in ihrer Gesamtheit zu sehen, das Starren auf die madigen zwölf Jahre der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des Deutschen Reiches endlich aufzugeben, um beispielsweise die Geschichte der Organisierten Glauben in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, und hier vor allem die Weigerung der Organisierten Glauben zu berücksichtigen, mit ihrer Geschichte glaubwürdig brechen zu wollen …

(Einen glaubwürdigen Bruch mit ihrer Geschichte aber können Organisierte Glauben nur durch deren eigene Auflösungen vollziehen und durch deren Neugründungen, die keinen Zweifel daran lassen, daß sie noch das Geringste mit dieser geschichtlich am längsten währenden Grausamkeit zu tun haben, weder mit ihren Handlungen noch mit ihren weltanschaulichen Ausrichtungen …)

Und es muß dem Historiker Rudolf K. Höfer auch deutlich gesagt werden, um Organisierte Glauben in ihrer Gesamtheit in ihrem heutigen Wirken zu beurteilen, darf Österreich nicht als Maß für die Welt genommen werden, obgleich sogar in Österreich Angestellte und Mitglieder der Organisierten Glauben auftreten im Anspruchswahn der Allmacht, deren verbale Hartherzigkeit, deren verbale Unerbittlichkeit gegen den Menschen, deren Auslöschungsphantasien …

PS Die Unzulänglichkeit des höferischen Versuches beginnt bereits mit dem ersten Absatz, in dem er von der „außergewöhnlichen Optik“ aufgrund der „zeitlichen Nähe der Eintragungswoche zum Gedenken des vor 75 Jahren erfolgten Einmarsches der deutschen Wehrmacht in Österreich“ schreibt und zu suggerieren versucht, die Eintragungswoche sei von der „Gruppe“, die die Diskussion um die Kirchenprivilegien startete, festgelegt worden … Ein Volksbegehren kann aber von einer Initiative nur zur Durchführung beantragt werden, ob und vor allem wann es jedoch stattfindet, wird von der Behörde festgelegt. Nicht einmal die „zeitliche Nähe zum Gedenken“ an den Anschluß vor 75 Jahren kann soher dieser Initiative angelastet werden, für diese „außergewöhnliche Optik“ ist also der Staat verantwortlich zu machen, wobei hinzugefügt werden muß, diese „zeitliche Nähe“ begründet keinen Vorwurf.

PPS Es ist nicht unpikant, daß gerade die „Presse“ diesen geschichtlich unzulänglichen höferischen Versuch der Diffamierung veröffentlicht, eine Tagszeitung also, die allenthalben versucht, den Freiheitlichen ein freundliches und somit wählbares Gesicht zu erschreiben …

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Wessen Leiber hinzugeben, wessen Blut zu vergießen

Der steueretatbelastete Klassentagesausflug zu Robert Mugabe nach Rom, Grätzel Vatikan

Organisierte Glauben – Mannigfaltiger Kindesmißbrauch

Franziskus – Papst der Kadavergehorsamen

75 Jahre nach dem Anschluß an Nazi-Deutschland – Täglicher Heldenplatz ist aber heute noch immer der Petersplatz in Rom

Allzu irdische Weiterbetätiger

A letter from Saudi Arabia

Vom Wirklichkeitsriß der Gottesanbeter

Der Allmachtswahn und die Blutrünstigkeit der Organisierten Glauben

Aber die Presse läßt die Freiheitlichen nicht verkommen

Verbrennt solche Gestalten, wie …

Geschichtstafel auf dem Stephanplatz wurde entfernt

Statt Exkursionen nach Mauthausen sollte Beatrix Karl welche in ihr Justizministerinbüro veranlassen

Und unter dem Bild des mit einem gütigen Blick gemalten Opachens Leopold Kunschak …

Das fällt vor allem zu dem Satz im Beantwortungsschreiben von Beatrix Karl

2013 finden erstmals Exkursionen zur Gedenkstätte Mauthausen statt, an denen jeweils bis zu 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen teilnehmen.

Kunschak Beatrix Karlein, nach denen übrigens in der parlamentarischen Anfrage nicht gefragt wurde. Was gefragt wurde, was und wie beantwortet wurde, kann zum Vergleich unter Stoppt die Rechten aufgerufen werden: „Straches Cartoon: Antisemitismus nicht relevant?“ …

Denn Exkursionen in die Gegenwart trügen mehr zum tatsächlich lebendigen Verstehen der Vergangenheit bei, auch mehr zum angewandten Gedenken. Über die technischen Aspekte – mehr bietet eine Exkursion in ein Konzentrationslager nicht an und mehr kann eine derartige Exkursion nicht leisten –  hinaus erschlösse sich Geschichte umfassend, machte auch Geschichte verstehbarer, etwa beim Zuhören von Beatrix Karl, wenn sie diese Beantwortung mündlich vortrüge unter dem Bild von Leopold Kunschak … Und nach einem Referat eines Historikers oder einer Historikerin die lebendige Ausseinandersetzung unter Einbeziehung des Radau-Antisemitismus von Leopold Kunschak bis hin zur Klärung des Verhältnisses von Beatrix Karl zu diesem „österreichischen Streicher“ …

Aufnahmebedingung bei den Freiheitlichen: Verpflichtung zur Einhaltung des Informationsverbotes

Gleichbleibend absonderliche Blüten treibt …

„Politik unzensuriert – Informationen des 3. NRPräs. Dr. Martin Graf“ kann es sich nicht entgehen lassen, über das Verbot des Küssens in einem Lokal in Innsbruck zu berichten und mit dem Satz zu eröffnen:

Immer absonderliche Blüten treibt der religöse und kulturelle Fundamentalismus von Zuwanderern aus dem orientalischen Raum in Österreich.

Freiheitliche werden von Informationen nicht geküßtEntweder ist das Einholen von Informationen bei den Freiheitlichen bei Androhung des Ausschlusses verboten, oder die Freiheitlichen haben Informationsquellen, von denen andere nicht trinken möchten, also Informationsquellen, aus denen Freiheitliche ihre Beweise schöpfen, daß bereits von den Vereinigten Staaten bis Oberösterreich der Boden übersät ist mit religiösen und kulturellen Fundamentalismusblüten, deren Gärtner und Gärtnerinnen …

Nein. Es gilt für Freiheitliche wohl eher das selbstauferlegte Informationsverbot. Und zugleich haben Freiheitliche ihre Informationsquellen, aus denen andere nicht … Wie es um das Kußverbot in der Welt bestellt ist, ein paar Beispiele wurden auf die carte postale geklebt. In Südtirol, wohin Dr. Martin Graf auch reist, wird ihm nichts erzählt worden sein, wie es in Italien beispielsweise gesetzlich aussieht – alle ganz versunken in das Gebet für einen Terroristen … Und auf dem Akademikerball vulgo Wkr-Ball werden die französischen Gäste auch noch nichts erzählt haben, fasziniert vielleicht oder mehr abgelenkt von den geschichtlichen Ausführungen des zurzeitigen Obmannes der Freiheitlichen, wer die neuen Juden …

Es gilt für Freiheitliche vor allem das selbstauferlegte und die als Eintritt zu zahlende Verpflichtung zur Einhaltung des Informationsverbotes und, wer den gesamten Beitrag liest, wird vielleicht denken, auch die Informationsselektionspflicht, zu der es auch gehört, einen längst abgelaufenen Kalender zu verwenden.

Aber das ist das Übliche, das von Freiheitlichen Erwartbare. Interessant ist mehr die Frage, ob es zu einer Umbennung von „Unzensuriert“ kommen wird, wenn Norbert Hofer, einer der Autoren, zum III. Präsidenten NR gewählt werden sollte – I. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat ihm ihre Stimme ja schon offeriert, wird es dann heißen: „Politik unzensuriert – Informationen des 3. NRPräs. Ing. Norbert Hofer“? Inhaltlich wäre allerdings eine Umbennung nicht notwendig … Und wird auch das grafsche Personal dann weiter für Norbert Hofer im Parlamentsbüro arbeiten, diese Arbeit im Nationalrat weiter als Nebenberuf ….

Absonderliche Blüten treiben nicht nur die Gesetzgebungen in vielen Staaten aus, sondern auch private Reaktionen auf Zärtlichkeiten und Küsse von jeher … Auch in Wien, um ein Beispiel herauszugreifen, konnte in einem von … (auch wenn es auf der Hand läge, eine religiöse Zuordnung hieße, in die freiheitliche Falle zu tappen) betriebenen Lokal in der Burggasse mit übergroßen Schnitzelstücken es zwei Menschen passieren, daß ihr Kuß mit einem brutalen Klopfen auf den Tisch jäh unterbrochen und befohlen ward, augenblicklich mit dem Küssen aufzuhören, denn sonst …

NS Aus welchen Informationsquellen Norbert Hofer trinkt, darüber wurde schon geschrieben, und kann hier nachgelesen werden …

NNS Eine Frage stellt sich im Zusammenhang mit den beiden Umfragen, die mit Martin Graf verklammert sind, aber darüber morgen oder übermorgen, wenn wieder einmal Zwischenstände bekanntgegeben werden sollten. Wenn Sie sich noch an diesen beiden Umfragen beteiligt haben, sind Sie herzlich eingeladen, es noch zu tun.

Kreuz Christi: Lanzenscheide

Für den Puls der Organisierten Glauben ist nicht das Herz das existenznotwendige Organ, sondern die Lanze. Aber wie das Herz ohne Öffnen des Brustkorbs nicht sichtbar ist, wollen Organisierte Glauben nicht zeigen, was in ihrem Inneren schlägt, es ist die Lanze. Was für einen Aufwand betreibt heutzutage gerade der Organisierte Glaube der römisch-katholischen Kirche, um den Kern ihrer Weltanschauung zu verbergen. Und doch offenbart kein Symbol eines Organisierten Glaubens genauer das Wesen der Organisierten Glauben als jenes der römisch-katholischen Kirche – das Kreuz Christi: die Scheide der Lanze …

Kreuz Christi - LanzenscheideDie Lanzenscheide, zu sehen in der Schatzkammer in Wien als Reichskreuz,  wird in Schlachten nicht mehr vorangetragen … Die Technik des Krieges, wenigstens die Technik  hat sich geändert … Drohnen müssen nicht motiviert werden, in das Schwert, das wohl nicht ohne Grund die Form des Kreuzes erhalten hat,  sich freiwillig zu stürzen, aber in ihren Reden müssen auch heute noch die Kriegsherren, wie beispielsweise die Präsidenten der Vereinigten Staaten, Gott mit sich führen, um ihr Schlachten …

PS Jorge Mario Bergoglio mit dem nunmehrigen Pseudonym Franziskus sagte am gestrigen Freitag, die Antwort Gottes sei das Kreuz Christi: „ein Wort, das Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung ausdrücke“ … Würde heute E. M. Cioran eine Aussage von Papst Franziskus vorgelegt werden, etwa jene über die die „Berliner Morgenpost“ berichtet, mit der Frage, was er denn davon halte, wie würde seine Antwort ausfallen? Würde Cioran nicht einfach schweigend seinen Text über Paulus in „Dasein als Versuchung“ aufschlagen, um einen, beispielsweise diesen Satz von Jorge Mario Bergoglio …

Es gebe einen „blinden Laizismus, der im Namen einer vermeintlichen Verteidigung des Menschen die Werte des Glaubens und der Moral erstickt“.