Reception of a small advertiser

Konzerne haben für alle möglichen Risiken, denen sie irgendwann ausgesetzt sein könnten, wird erzählt, Notfallpläne in ihren Tresoren griff- und einsatzbereit.

Möglicherweise hat das Unternehmen Facebook einen seit langem fertig ausgearbeiteten Plan auch für den Fall, daß eines Tages die Werbeeinnahmen drastisch sinken könnten.

Und möglicherweise gibt es zu diesem Notfallplan für den dramatischen Fall eines enormen Einbruchs bei den Werbeeinnahmen auch einen Präventionsplan, in dem festgeschrieben sein könnte, schon bei Zeiten ist kleinen und kleinsten Werbetreibenden mit Aufmerksamkeit zu begegnen, sind kleine und kleinste Werbetreibende bei Laune zu halten, daß nicht auch noch auf deren Werbeeinnahmen verzichtet werden muß.

Und so kann es erklärlich werden, daß Mark Zuckerberg höchstpersönlich sich am 15. Februar 2020 um einen kleinen Werbetreibenden bemüht, mit diesem eine Diskussion freundlich erduldet.

Der kleine Werbetreibende dürfte davon recht angetan gewesen sein, wurde doch weiter für ihn Werbung geschaltet. Es ist nicht viel, vom März 2019 bis Juni 2020 gerade etwas mehr als 181 Tausend Euro.

Aber, wie es in der tirolerischen Bauernschaft heißt, viele Hühner legen auch genug Eier, um die Familie satt zu kriegen.

Die Tirolerischen kommen deshalb in den Sinn, weil der Empfang des kleinen Werbetreibenden durch Mark Zuckerberg in die Zeit fällt, als in Ibiza der Alpen von D. Covi heftig seine Abreise in die Welt gefeiert wurde. – unvergessliche Feste.

Ebenso unvergesslich wird für den kleinen Werbetreibenden sein Empfang bleiben, darf vermutet werden, schrieb er doch in sein mit Vögelchen verziertes Tagebuch zur Erinnerung an diesen seinen aufregenden Tag:

„Great to meet Mark Zuckerberg for a discussion on a broad range of topics – from combating hate speech online, to finding fair taxation mechanisms for large digital corporations, as well as latest trends & developments in the digital economy. Thank you for an insightful exchange!“

Mark Zuckerberg spricht mit dem kleinen Werbetreibenden über „faire Steuermechanismen“. So ein Tag muß doch in Erinnerung bleiben. Wer sonst spricht schon über „faire Steuermechanismen“? Gar mit einem kleinen Werbetreibenden? Gekannt wird sonst doch nur das harte Wort des Verweises auf die Steuergesetze etwa durch eine Bundeskanzlerin und vor allem durch einen Finanzminister …

Auch das muß ihm unvergesslich bleiben, Mark Zuckerberg teilt ihm mit, wie ihm doch die „Bekämpfung von hate speech“ zur Last falle … Aber auch für Zuckerberg wird der Empfang des kleinen Werbetreibenden vermutlich ein Gewinn gewesen sein. Zum einen die Gewißheit, einen kleinen Werbekunden an sein Haus weiter gebunden zu haben, zum anderen, vielleicht ein deutsches Wort gelernt zu haben. Zuckerberg wird möglicherweise gefragt haben, wie denn zu hate speech im Deutschen gesagt werde, und der kleine Werbetreibende es ein paar Mal wiederholen mußte, bis es Zuckerberg akkurat aussprechen konnte: „Hassreden“. Vielleicht bedankte sich Zuckerberg dafür mit einem deutschen „Danke“ und sprach dann über „trends & developments in the digital economy“, und der kleine Werbetreibende hätte gerne vielleicht noch die eine oder andere Frage beantwortet, wie dies oder das im Deutschen heiße, aber da war die Zeit schon wieder um …

Stop Hate for Parties

Es gibt nun diese Kampagne „Stop Hate for Profit“. Und bereits viele Unternehmen ziehen daraus ihre Konsequenzen, schalten also keine Werbung mehr auf Plattformen, beispielsweise von dem Unternehmen Facebook.

Wie sehr und wie lange schon müßten Parteien diese Konsequenz gezogen haben und keine Parteiwerbung auf solchen Plattformen … Und noch mehr Regierungen, die doch seit einer Internetewigkeit versuchen, bitten, betteln, die Plattformen mögen doch mehr und wenigstens etwas für das Eindämmen von Hetze, Verhetzung, Haß auf ihren Seiten unternehmen …

Möglicherweise ist es, und das wird nur nicht verstanden, kurz gesagt, von höchster politischer Raffinesse, auf diesen Plattformen Werbung um Werbung zu schalten, diesen Plattformen dadurch derart viel Geld zukommen zu lassen, bis der Haß, die Hetze, die Verhetzung, die Fake News im Geldmeer untergehen und ertrinken …

Es ist wohl noch zu wenig Geld auf diese Plattformen gepumpt worden, um das endgültige Absinken von Haß, von Hetze, von Verhetzung, von Fake News auf den Geldmeeresgrund zu bewirken, auf dem Haß, Hetze, Verhetzung und Fake News zerschellen, sich auflösen, für immer.

So kann den Regierungen, beispielsweise der Regierung in Österreich, die mit Hunderttausenden schon sehr engagiert dabei ist, nur zugerufen werden: Weiter so! Noch mehr Geld! Es ist ja genug Steuergeld da! Koste es, was wolle!

Hunderttausende Euro aus Steuergeld aus Österreich allein für Facebook

Während es mittlerweile einen umfassenden und weitreichenden Werbeboykott besonders gegen den Konzern Facebook gibt, schalten politische Parteien nach wie vor Werbung beispielsweise auf Facebook, in Österreich etwa die ÖVP für Sebastian Kurz mit 181.512,00 Euro und für Gernot Blümel mit 29.378,00 Euro …

Die Regierungspartei ÖVP füttert also den Konzern Facebook mit über zweihunderttausend Euro Steuergeld allein für ihr Bewerben von Sebastian Kurz und Gernot Blümel. Und daß dies Steuergeld weiter auch in Zeiten der Corona ist, kann nicht bezweifelt werden, aus der eigenen Tasche werden das weder Kurz noch Blümel bezahlen … Ja, sie spenden in Coronazeiten einen kleinen Teil ihres Gehalts, aber die gesamte Spende der Regierung in Österreich macht nicht einmal 200.000,00 Euro aus, sondern gerade einmal rund 162.000,00 Euro. Haben die Regierungsmitglieder seit der werbewirksamen Ankündigung im April 2020 bereits gespendet, und wenn ja, wofür und vor allem an wen?

Sie werden sagen, ja, aber das machen doch auch die anderen Parteien in Österreich, den Konzern Facebook mit Steuergeld zu versorgen. Das ist wahr, und sie geben ebenfalls nicht wenig Geld für Werbung auf der Plattform des Konzerns Facebook aus.

Sebastian Kurz und Gernot Blümel und deren Partei werden nicht deshalb namentlich genannt, um sie vorzuführen, sondern weil es gerade die ÖVP in Regierungsverantwortung ist, die sich in den letzten Jahren gar so hervorgetan hat, gegen „Haß“, gegen „Verhetzung“ im digitalen Raum aufzutreten, auch Sebastian Kurz höchstselbst …

Es hat dieses Kapitel keinen Neuigkeitswert. Denn vor Jahren wurde bereits ein Kapitel geschrieben, in dem es darum ging, daß Sebastian Kurz Facebook sponsert, die Plattform der Hetze und des Hasses …

Es erstaunt bloß, das trotz der jahrelangen intensiven Beschäftigung mit solchen Plattformen es nicht zur Erkenntnis reichte, daß solche Plattformen eine Kritik nicht ernst nehmen können, wenn sie zugleich reichlich mit Geld versorgt werden, und das Auftreten gegen diese etwas von Bittstellerei hat, die Plattformen mögen doch bitte so gnädig sein, doch ein wenig darauf zu achten, was auf ihren Seiten verbreitet werde …

Und es geht nicht nur um Hetze, Verhetzung und Haß, sondern auch die berüchtigten „Fake News“. Nun, was soll ein Unternehmen wie beispielsweise Facebook von der Kritik an seinem Umgang etwa mit „Fake News“ halten, wenn das Verbreitete der Kritisierenden ebendiese Qualität haben, wie die letzte „Regierungserklärung“ des Sebastian Kurz auf Facebook …

Ein Sommer in Cambridge

Der nächste Schritt, kündigt der Herr Präsident an, werde sein, er persönlich werde das Video „Ein Sommer in Cambridge“ in seiner gesamten Länge im Untersuchungsausschuß abspielen.

Wenn die Abgeordneten im österreichischen Parlament das erfahren werden, um welches Video es sich dabei handelt, werden sie sich darüber mehr als erleichtert zeigen. Denn. Kurz ist das Video. In seiner Gesamtheit weiter kürzer sogar als die bekannten Ausschnitte aus dem Video Ischgl des Mittelmeeres.

Er, der Herr Präsident, werde selbstverständlich eine rechtliche Einschätzung einholen, ob die Vorführung des Videos im Untersuchungsausschuß aus rechtlicher Sicht unbedenklich sei. Es werde ihm die Sauberkeit bestätigt.

Er selbst werde sich auch schon darauf freuen, das Video nicht nur den von ihm äußert hoch geschätzten Abgeordneten im Untersuchungsausschuss vorspielen zu dürfen, sondern es auch selbst wieder einmal sehen zu können. Es zeigt einen sehr sauberen jungen Mann in einer sehr sauberen Umgebung, der in einer Welt des Fleißes lebt,

„Bei den Unis, die ich im Ausland absolviert hab‘, da war immer ein relativ großer Anteil, bei der Uni in Cambridge zum Beispiel auch, von von asiatisch Studierenden, und ich war immer fasziniert davon, daß die sich keine Sekunde Freizeit gegönnt haben, die ganze Nacht oft durchgelernt haben.“

in der es nichts Wichtigeres gibt, als die Bildung, das Absolvieren von einer Universität nach der anderen, dem Nacht für Nacht es davon träumt, sich keine Freizeit zu gönnen, ganze Nächte durchzulernen …

In dem anderen Video, das er, der Herr Präsident, nach rechtlichen Bedenken nicht in den Untersuchungsausschuss bringen kann, soll der für zehn Jahre in Wien gewesene Sportstadtrat, so geht das Gerücht, ebenfalls sehr sentimental davon erzählen,

„Da ich zehn Jahre Sportstadtrat in Wien war, weiß ich, wovon ich spreche.“

wie er in Cambridge in Vorbereitung auf das Boat Race einen Sommerkurs absolvierte, das heißt, wie er diesen Sommerkurs absolvieren wollte und es dann doch nicht tat, aber bei seinem kurzen Aufenthalt doch einmal sogar im Schatten eines Baumes mit dem jungen Mann saß, der ihm seinen ihn so oft heimsuchenden großen Traum erzählte, ganze Nächte keine einzige Sekunde …

Verärgert äußert sich der ehemalige Sportstadtrat in diesem Video, so das Gerücht, noch Jahre später darüber, daß er unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Cambridge gelockt worden sei. Denn. Es stellte sich heraus, daß es bei dem Sommerkurs „Boat Race“ nicht um das ging, was er annahm, worum es bei „Boat Race“ nach seinen Vorstellungen nur gehen könne, sondern um die schnöde Vorbereitung auf eine Ruderregatta. Er sei, soll er im Video erzählen, sofort, als ihm das bitter klar wurde, aber stante pede aus Cambridge abgereist, ohne den Sommerkurs zu absolvieren.

Er soll auch, so das Gerücht, vor laufender Kamera seinen Übersetzer, der heute, so ein Gerücht, in Stanford Gebärdensprache lehren soll, ersucht haben, ihn daran zu erinnern, wenn sie aus Ischgl des Mittelmeeres wieder zurück sind, in Wien, den Laptop endlich wieder zu retournieren, seit Jahren vergesse er darauf, den Laptop dem zweiten jungen Mann, den er in Cambridge traf, zurückzubringen. Bei seiner überhasteten Abreise aus Cambridge habe er versehentlich beim kurzen Zusammentreffen in der Mensa, bei dem er bereits sein gesamtes Gepäck bei sich gehabt habe, in der Eile aus Versehen den Laptop des jungen Mannes, der ebenfalls zu dieser Zeit einen Sommerkurs – Painting by numbers – in Cambridge absolvierte, vom Tisch genommen und mitgenommen …

Morgen, am 27. Juni 2020, wie früher gemütliches Spazieren in Favoriten

Christian Schuch hat sich gestern von irgendwo per Video gemeldet, und er hat sehnsüchtig davon gesprochen, wieder einmal gemütlich auf der Favoritenstraße zu spazieren, wieder einmal sich gerne auf dem Reumannplatz aufzuhalten …

Wie gut Christian Schuch verstanden werden kann. Beim Hören seiner Sehnsuchtsworte sofort den Entschluß gefaßt, gleich morgen zum Spazieren auf die Favoritenstraße.

Es ist schade, daß Christian Schuch nicht mitkommen konnte, zum gemütlichen Spazieren auf der Favoritenstraße. Wo immer er jetzt sein mag, es kann ihm versichert werden, das Spazieren auf der Favoritenstraße ist wie früher, und auch, wie früher halten sich Menschen gerne auf dem Reumannplatz auf.

Es kann ihn nur hell erfreuen, wenn er diesen Bericht vom Spazieren durch Favoriten liest, daß es immer noch ist – wie früher.

Der Spaziergang durch Favoriten am frühen Abend des 27. Juni 2020 ist gemütlich, friedlich, es bleibt viel Zeit, um stehen zu bleiben, in aller Ruhe fotografieren zu können, unbehelligt mitten auf der Favoritenstraße sich hinzusetzen, lange darüber nachzudenken, weshalb dieses Gebäude von Günther Domenig ungenutzt ist, das einmal für längere Zeit als Bankfiliale genutzt wurde, später dann für ein Geschäft mit technischen Waren, auch über weitere architektonische Werke von ihm nachzudenken, ob sein Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände inzwischen dasselbe Schicksal erlitten hat, wie sein Gebäude in der Favoritenstraße, zu notieren, Erkundigung darüber einzuholen.

So wie heute muß Christian Schuch sein Spazieren früher auch gewesen sein, rundherum Menschen, die sich hier gerne aufhalten, gemütlich spazieren, Kinder, die spielen, ob in der Favoritenstraße, auf dem Keplerplatz, auf dem Viktor-Adler-Platz, auf dem Columbusplatz, in der Wielandgasse … alle diese Orte wurden heute abgegangen, und wären diese Gassen, Straßen und Plätze von früher her schon bekannt gewesen, sie alle hätten dazu eingeladen, immer wieder stehen zu bleiben, um auszurufen: „Wie früher!“

Wie früher, wie damals also, als Christian Schuch sich in Favoriten aufhielt, ehe er sich entschloss, irgendwo anders zu gehen, ob es dort so recht gemütlich ist, um sich so recht gern dort aufzuhalten …

Es könnte noch viel über diesen heutigen gemütlichen Spaziergang durch Favoriten erzählt werden, was für Gedanken gekommen sind, etwa bei den Wandbildern, aber, die dabei gemachten Fotos erzählen wohl besser davon, was für ein gemütlicher Spaziergang durch Favoriten das heute, am 27. Juni 2020, war.

Vielleicht war auch Sorge in der Sehnsucht nach Favoriten wie früher, als er noch in Favoriten war, von Christian Schuch gemischt, aber diese Bilder, wo immer diese ihn erreichen mögen, werden ihn beruhigen können, es ist in Favoriten wie früher, wie früher, als er noch sich gerne auf dem Reumannplatz aufhielt, wie früher als er noch gemütlich durch die Favoritenstraße spazierte, spazieren heute die Menschen gemütlich durch die Favoritenstraße, halten sich die Menschen gerne auf dem Reumannplatz auf.

Idealistischer Eid, wie früher

„Wir befinden uns nicht gerade im Zentrum einer türkischen Großstadt, einer syrischen Großstadt oder einer marokkanischen Großstadt, nein, wir befinden uns hier mitten im Zentrum von Wien, Favoriten, wo sich heute Abend schier Unglaubliches abgetan hat.

Verfeindete Emigrantengruppen haben sich hier rund um den Reumannplatz eine regelrechte Straßenschlacht geliefert, die Polizei auf Trab gehalten.

Zum einen waren linksextremistische Emigranten beteiligt, aber zum anderen auch türkisch nationalistische Emigranten.

Für uns Freiheitliche hier in Favoriten ist das besonders traurig. Denn wir haben erst gestern im Bezirksparlament einen Antrag gestellt, gegen Linksextremismus in Favoriten. Und dieser Antrag wurde mit fadenscheinigen Argumenten von Rot, Grün und den Neos abgelehnt. Wir Freiheitliche werden jedoch nicht locker lassen, und weiter Anträge in diese Richtung stellen.

Warum? Wir wollen unser Favoriten wieder zurück, wie wir es von früher kennen, ohne importierte Emigrantengewalt, ohne Emigrantenkonflikte, hier um den Reumannplatz. Wir wollen unser Favoriten zurück, wie wir es von früher kennen. Wo man sich auf dem Reumannplatz gerne aufhält, wo man man auf der Favoritenstraße gemütlich spazieren kann. Aber wir wollen das Favoriten nicht, das wir heute vorfinden. Ein Favoriten voller Konflikte. Ein Favoriten voller Gewalt, wie wir es heute am Abend erlebt haben.“

Das ist die gesamte Rede, veröffentlicht als Video am 26. Juni ’20 auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Parlamentspartei und für kurz wieder gewesene Regierungspartei.

Bemerkenswert an dieser kurzen Rede ist nicht das übliche und sattsam bekannte Gerede von „Emigranten“.

Aufschlußreich an dieser Rede ist die schuchsche Unterscheidung zwischen „linksextremistische“ und „nationalistische“, die daran „beteiligt“ … Die „nationalistisch“ Beteiligten“ mit ihrem „Wolfsgruß“ sind sonst als „Faschisten“ bekannt, werden als „Faschistinnen“ geführt. Für Christian Schuch ist „faschistisch“ also „nationalistisch“. Oder umgekehrt. Schuch bestätigt damit nur, Nationalismus ist Faschismus. Das ist aber keine neue Erkenntnis von Schuch.

Und mehr als bemerkenswert, nämlich aufmerkenswert ist der Antrag der FPÖ im Bezirksparlament: „gegen Linksextremismus in Favoriten“. Schuch will mit seiner Partei weiter Anträge „gegen Linksextremismus“ stellen. Aber, nach seiner Rede, je keinen Antrag zugleich gegen Faschismus oder, wie dieser von ihm genannt wird, zugleich gegen Nationalismus in Favoriten.

Freiheitliche Anträge weiter, so Schuch, „gegen Linksextremismus in Favoriten“, aber je keine zugleich gegen Rechtsextremismus … Wie seltsam und wie aufmerkenswert, gerade in Österreich, wo doch stets alle, kurz gesagt, sich gegen jedweden Extremismus aussprechen, alle sich sofort, wenn es um Rechtsextremismus geht, gegen Rechtsextremismus und zugleich Linksextremismus sind, und doch wieder nicht seltsam, in Österreich, wo sich alle sofort, wenn es um Linksextremismus geht, gegen Linksextremismus sind, ohne zugleich gegen Rechtsextremismus – als wäre dieser mitgemeint, wenn Linksextremismus gesagt wird, wie Frauen mitgemeint sind, wenn von Männern gesprochen wird … Sie werden sich vielleicht wundern, über diesen Zusammenhang, aber am verblichenen Mittwoch begannen in Favoriten die Aufregungen mit einer Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen …

Warum? Weil die FPÖ auch mit Schuch „unser Favoriten wieder zurück wollen, wie wir es von früher kennen“ — ohne „Linksextremismus“, aber mit …

Es ist wohl auch der „Idealismus“, der verbindet und es gar so recht schwer macht, Anträge zu stellen, gegen Linksextremismus und zugleich gegen Faschismus respektive Nationalismus, zugleich gegen Rechtsextremismus …

Die von Christian Schuch so genannten „nationalistischen“ Beteiligten sind doch auch ganz und gar dem Idealismus ergeben, wie dieser auch und vor allem in Österreich von früher gekannt wird, mit ihrem „Wolfsgruß“ und „Idealisten-Eid“ …

Beim Lesen von dem „Idealisten-Eid“, mit dem im Grunde ein Eid gegen sich selbst geschworen wird, fällt doch auch ein weitere Verbundenheit ein, die es wohl verunmöglichkeit, je Anträge gegen Rechtsextremismus und Linksextremismus einzubringen, die Verbundenheit durch das Nichtdenken, wie es etwa Marcus Steinweg treffend beschreibt.



Revisionist Vladimir Putin oder die Hosen von Stalin und Hitler waren noch nicht trocken, als …

„Es ist unmöglich sich vorzustellen, was mit der Welt geschehen wäre, wenn die Rote Armee …“

Und so weiter, irgendwie, Vladimir Putin am 24. Juni 2020 …

„Anlass ist der 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland. ‚Das Volk der Sowjetunion hat einen nicht wieder gutzumachenden Preis für die Freiheit Europas gezahlt‘, sagte Putin. Die Menschen der Sowjetunion hätten die Hauptlast getragen. 27 Millionen Todesopfer zählte das Land im Zweiten Weltkrieg. Das sei die ‚Wahrheit über den Krieg‘, die nie vergessen werden dürfe. Deutschland habe mit seinem Überfall auf die Sowjetunion 1941 mehr als 80 Prozent seiner Streitkräfte gegen das Land gerichtet. Diese ‚unerbittliche Armada‘ und ‚das totale Böse‘ seien aber am Widerstand des sowjetischen Volkes zerbrochen, sagte Putin. Zugleich bot er der internationalen Gemeinschaft einmal mehr an, an einem System für die weltweite Sicherheit zu arbeiten.“

Die Wahrheit, die nie vergessen werden dürfe. Sagt Putin. Er vergißt sie auch nicht. Nur, er will eine Erinnerung an die Wahrheit, die seine Wahrheit ist.

Er, Putin, vergißt nicht, etwa den „Stalin-Hitler-Pakt“. Nur, er relativiert diesen, er verharmlost diesen, ganz einfach wie kurz gesagt: er lügt. Nicht einmal, aber auch eben erst wieder in seinem Aufsatz zum Ende des Krieges von 1939 bis 1945.

Vladimir Putin ist, schlicht wie kurz gesagt, ein Revisionist. Deshalb wohl die recht große Liebe zu ihm außerhalb von Rußland – Revisionismus verbindet eben recht …

Was aber tatsächlich unmöglich ist, sich vorzustellen, was in der Welt geschehen wäre, wenn es nicht die Pakte gegeben hätte, wenn es nicht den „Stalin-Hitler-Pakt“ gegeben hätte, wenn es nicht den Pakt Stalins mit Japan gegeben hätte …

Die Tinte auf dem Stalin-Hitler-Pakt und seinem Zusatzprotokoll war noch nicht trocken — das sich vorzustellen, ist ungustiös: Die Hosen von Hitler und Stalin waren noch nicht trocken, weil sie vor lauter diebischer Kicherei über ihren Pakt mit Zusatzprotokoll in die Hose schifften, da begann auch schon ihr der Krieg von 1939 bis 1945 …

Zum Glück für einen Teil Europas hat ein Diktator verloren, zum Unglück für einen Teil Europas hat ein Diktator gewonnen … Zum Unglück außerhalb von Europa hat noch ein Diktator gewonnen, und in diesem Land herrscht immer noch das System, das in Russland vor bald dreißig Jahren endete …

Und was tatsächlich nicht notwendig ist, sich vorzustellen, was in der Welt geschehen ist, nachdem es die sowjetischen Pakte mit Japan und dem deutschen reich gegeben hat. Dieses Geschehen kann nachgelesen werden, und wer nicht liest, kann täglich stündlich auf vielen Fernsehkanälen Dokumentationen über dieses Geschehen sich ansehen, dieses Geschehen bis herauf zum Ende der Sowjetunion, und weiter bis herauf zum heutigen Tage auch über das in Gang gesetzte Geschehen des Revisionisten Putin.

Der im diktatorischen System großgewordene und für das diktatorische System fleißig arbeitende Revisionist biete der internationalen Gemeinschaft einmal mehr an, an einem System für die weltweite Sicherheit … diesen Unterschied zwischen der stalinistischen Sicherheit und der putinschen Sicherheit möchte kein Mensch Klavier spielen können, der wirklich Klavier spielen können will.

PS Es wird menschgemäß viel darüber spekuliert, was bezweckt Wladimir Putin mit seiner „Geschichtsklitterung“, mit seinem Revisionismus. Zu oft ist nicht viel dahinter, keine großen Ideen, keine beeindruckenden Pläne, sondern nur persönlich Kleinliches. Er, Putin, möchte weiter an der Macht bleiben, bis 2036, dann ist er 84 Jahre. Vielleicht möchte er bloß in 10 oder in 16 Jahren auch so ein personenkultiges Staatsbegräbnis haben wie der für ihn unschuldige Stalin … aber irgendwann später, das vergißt auch er, gibt es beispielsweise einen Film, auch über so ein Begräbnis, und der rückt alles in das richtige Licht, und es bleibt nichts über, außer, kurz gesagt, das Kleinliche von solch kleinen Männern und die schmerzliche Erinnerung an das viele von ihnen verursachte Unglück, Leid und Tod …

Ischgl-Ischgl

Am 3. Juni ’20 gratuliert der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich auf der Plattform des Unternehmens Twitter Avdullah Hoti zu seiner Ernennung zum Premierminister des Kosovo.

Ebenfalls am 3. Juni 2020 berichtet „Der Spiegel“:

„Avdullah Hoti wird neuer Regierungschef im Kosovo. Das Parlament wählte den konservativen Politiker mit einer hauchdünnen Mehrheit von 61 der 120 Abgeordneten zum Ministerpräsidenten. Er löst den erst seit Februar amtierenden, reformorientierten linken Regierungschef Albin Kurti ab. […] Hoti gehört dem bisherigen Koalitionspartner LDK (Demokratische Liga des Kosovo) an. Nominiert hatte ihn Präsident Hashim Thaci, Kurtis erbitterter politischer Rivale. Das Verfassungsgericht hatte am vergangenen Donnerstag die Nominierung für rechtens erklärt. […] Der ehemalige Kommandeur [Thaci] der Untergrund-Miliz UCK dominiert seit dem Ende des bewaffneten Konflikts mit Serbien im Jahr 1999 die kosovarische Politik. Kritiker werfen ihm Korruption und Ineffizienz vor.

Den Wahlsieg von Vetevendosje und LDK im vergangenen Oktober verbanden viele Bürger mit Hoffnungen auf einen neuen Aufbruch. Einen solchen erwartet sich unter Hoti kaum jemand.“

Einen neuen Aufbruch unter Avd. Hoti erwartet sich kaum jemand

Vor zwei Jahren, ebenfalls auf der Plattform des Unternehmens Twitter, freute es S. Kurz, daß Präsident Hashim Thaci in Wien – –

Hoti, nominiert von Thaci. „Das Verfassungsgericht hatte am vergangenen Donnerstag die Nominierung für rechtens erklärt.“ Im Kosovo wie in Österreich muß, kurz gesagt, der Verfassungsgerichtshof sich damit beschäftigen, ob Nominierungen, ob etwa Gesetze in Zeiten von Corona …

Has. Thaci, dem Korruption und Ineffizienz vorgeworfen wird. Aber nicht nur das, und das seit vielen, vielen Jahren. Es steht noch viel mehr auf seiner Liste, und das seit vielen, vielen Jahren, nicht erst seit 2018 – Organisierte Kriminalität, Morde, Terroranschläge

Und nach den Meldungen dieses Tages, 24. Juni ’20, wird es wohl zu einer Anklage kommen …

„Der kosovarische Präsident Hashim Thaci muss sich aller Voraussicht nach vor dem Sondergericht zur Ahndung von Kriegsverbrechen während des Kosovo-Krieges verantworten. Die Ankläger des Haager Sondergerichts legen ihm Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last, darunter fast 100 Morde.“

So hat ein jeder Mensch sein Umfeld nach seinem Gesinnungsbilde, das ihn mit Freude füllt

Ein gar recht besonderes Umfeld ist bekannt vom für kurz gewesenen Vizekanzler nicht im Kosovo, sondern in Österreich …

PS Wenn es einmal einen österreichischen Film geben sollte, über dieses Umfeld, wie könnte sein Titel sein? Boing-Boing? Nein, das ist bereits der Titel einer Komödie aus ’65. Vielleicht nur lautmalerisch kurz: Boing? Oder Ibiza-Ibiza? Passender und identitätsstiftender zu Österreich wohl: Ischgl-Ischgl …

„Wehrmann in Eisen“

Wie eben bekannt wurde, ist der „Wehrmann in Eisen“ gestohlen wurde.

Gerätselt wird, wie die von Josef Müllner geschaffene Figur unbemerkt entfernt und abtransportiert werden konnte.

Seitens der Behörden wird bestätigt, daß es keinen amtlichen Auftrag gegeben habe, den Wehrmann von seinem Platz beim Wiener Rathaus (Ecke Felderstraße-Ebendorferstraße) zu entfernen.

Es wird ein Zusammenhang mit der Beschmierung der Zusatztafel des Zeithistorikers Oliver Rathkolb zum Karl-Lueger-Denkmal, das ebenfalls Josef Müllner schuf, vermutet.

Trotz des rechten Schadens, der durch den Diebstahl des Wehrmannes angerichtet wurde, wird mit Erleichterung festgestellt, daß die recht berührend unvergeßlichen Verse des dichtenden Pfarrers, die über dem Kopfe des Wehrmannes prangen, unbeschadet sind, diese nicht auch noch diesem unverzeihlichen Frevel zum Opfer fielen.

Bis der Wehrmann wieder herbeigeschafft ist, die ermittelnden Behörden sind zuversichtlich, kann jenen, für die der Verlust des Wehrmannes recht bitter ist, ihr Schmerz gelindert werden, mit einer Empfehlung, nach Wieselburg zu fahren, wo nicht nur ein „Wehrmann in Eisen“ tapfer Wache hält, sondern auch ein Denkmal für „UNSERE HELDEN“ des Krieges von 1939 bis 1945 …

Es wird nicht laut gesagt, manche aber sind froh darüber, daß nicht der müllnerische „Jüngling“ gestohlen wurde. Der Jüngling steht weiter, vor dem Theseustempel im Volksgarten zum Ergötzen alter Herren und deren Geistesnachkommen …

Zusatztafel beschmiert

Die Zusatztafel zum Denkmal des umstrittenen ehemaligen Wiener Bürgermeisters Dr. Karl Lueger wurde beschmiert.

Im Zuge der „Black Lives Matter“-Proteste rund um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd haben Demonstranten in Großbritannien und in den USA Statuen von Sklaventreibern und ­Kolonialisten beschmiert und gestürzt.

Auch in Wien wurde die Statue des umstrittenen ehemaligen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger verunstaltet. War beim ersten Mal die Farbe Rosa im Spiel und Teil der Protest-Aktion, so wurde das Denkmal in der Nacht auf Freitag mit roter Farbe beschmiert. Und in der Nacht auf Montag wurde zudem die Zusatztafel von Oliver Rathkolb beschmiert. Und eine Botschaft hinterlassen: „Schade“. Die Zusatztafel wurde derart beschmiert, daß der Name des Bildhauers, der das Karl-Lueger-Denkmal gestaltete, nicht mehr leicht zu entziffern ist.

Es kann nur vermutet werden, ob die Tafel eigentlich mit „Schande“ verunstaltet werden wollte, aber aufgrund einer Rechtschreibschwäche daraus ein „Schade“ wurde.

Beinahe wäre die tatverdächtige Person erwischt worden. Zwei Passanten mit Zivilcourage verfolgten die tatverdächtige Person bis in die Johannesgasse, in der sie ihre Spur verloren. Ihre zwei Verfolger meinten gesehen zu haben, daß die tatverdächtige Person in den Ginzkeyhof flüchtete. Sie haben diesen wichtigen Hinweis sofort der Polizei gemeldet. Die Polizei zögerte keine Sekunde, mit dem Durchkämmen des Ginzkeyhofes zu beginnen, die gesamte Johannesgasse abzuriegeln.

Bis zur Stunde ist nicht bekannt, ob die tatverdächtige Person in einer der Gemeindebauwohnungen aufgegriffen werden konnte.

PS Oliver Rathkolb ist ein österreichischer Neuzeithistoriker an der Universität Wien.