Hatschi! – Nazi!

Nun gibt es also Aufregungen um ein „Kinderbuch“, der „Luftballon“ ist das Objekt der Aufregung, nicht der Schreiber des „Hatschi-Bratschis Luftballons“ aber selbst.

Wird jedoch der Luftballon zum Platzen gebracht, kommt der Kopf von Franz Karl Ginzkey zum Vorschein, der Kopf von einem Mann, der sich lange bemühte, Mitglied der NSDAP zu werden, und es schließlich doch noch wurde, mehr oder weniger knapp vor dem Untergang des deutschen reiches. Inmitten des millionenfachen Mordens erbarmte sich Adolf Hitler des Luftballonenmannes: ließ ihn gnadenhalber Mitglied seiner NSDAP, die ihren Blutdurst trotz der Millionen über Millionen Liter geschluckten Blutes nicht und nicht zu stillen vermag, werden.

Durch die Gnade Hitlers wurde also Franz Karl Ginzkey 1942 doch noch Mitglied der NSDAP.

1942 von Hitlers Gnaden wurde er also offiziell Nationalsozialist, in dem Jahr der Wannseekonferenz, auf der beraten und beschlossen wurde, wie weitere Millionen über Millionen Liter Blut in ihre Maßkrüge … in dem Jahr von Stalingrad ist Franz Karl Ginzkey glücklich am Ziel, endlich Mitglied von Hitlers blutsaufender Partei …

Die Väter fern, unterwegs in vielen Ländern, die Pflicht zu erfüllen, Maß um Maß mit Blut zu füllen, Blut zu zapfen, die Mütter zu ihrer Pflichterfüllung in den Waffenfabriken, in den Konzentrationslagern, was kann es in solch einer Lage für eine andere Gnade für die im Elternhaus alleingelassenen Kinder geben, als sie auch auf die Reise zu schicken, mit „Hatschi Bratschis Luftballon“, dieses Kinderbuch aus dem Jahr 1904 auch 1943 aufzulegen. Es müssen auch für Franz Karl Ginzkey recht schöne Weihnachten 1943 gewesen sein, jedenfalls so klingt seine Widmung in seinem „Luftballon“.

1943, das Jahr des Aufstands im Warschauer Ghetto, das Jahr, als Goebbels zum „totalen Krieg“ einpeitscht, Hinrichtung der Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ … und Franz Karl Ginzkey schreibt 1943 Weihnachtswidmungen auf seinen wieder aufgeblasenen „Luftballon“, der zu dieser Zeit im Grunde längst schon geplatzt ist, auch wenn ihn noch viele aufgeblasen sehen wollen – den Luftballon deutsches reich

Den geplatzten „Luftballon“ von Franz Karl Ginzkey aufzublasen, wieder und wieder, das versuchen auch Jahrzehnte später noch vor allem Männer einer österreichischen Partei …

Wie leicht könnte darüber hinweggegangen werden, ihnen dieser Luftballonenmann als ihr gnadensreicher Klassiker gelassen werden, wäre da nicht, auch noch, ein Bundesland, in dem die Menschen Niederösterreichs Luft in diesen geplatzten Luftballon blasen, jedesmal, wenn sie seine Landeshymne singen …

Und wäre da nicht weiter auch noch … AEIOU – Ka Nazi bist du, ein Kapitel das zu ergänzen ist. Und zwar diesmal um die englische Präsentation von Franz Karl Ginzkey im „Austria Forum“:

„Ginzkey, Franz Karl
b. Pula, Croatia (then Pola), Sept. 8, 1871, d. Vienna, April 11, 1963, author. Professional officer until 1897; 1897-1914 civil servant at the Institute for Military Geography in Vienna, 1934-1938 member of the State Council (Staatsrat); helped found the Salzburg Festival, for decades member of the festival’s board of trustees. G. also wrote poetry and novels in neo-Romantic style. Esp. renowned for children’s books like „Hatschi Bratschis Luftballon“ (1904) and „Florians wundersame Reise ueber die Tapete“ (1931), which are popular to this day. Awarded the Grand Austrian State Prize and the Austrian Decoration for Science and Art in 1957.“

„Die bis heute beliebt sind.“ Austria Forum trägt mehrsprachig in die Welt die Präsentation hinaus, wie Österreich …

Soher würde es gar nicht wundern, eines Tages irgendwo in der Welt einen Eintrag darüber zu finden, wie in Österreich auf das Niesen reagiert wird. Es gibt viele Einträge dazu, wie in der Welt auf ein Hatschi unterschiedlich reagiert wird, zumeist mit Wünschen zur Genesung.

Und der Eintrag für Österreich?

Auf ein Hatschi wird in Österreich höflich der Wunsch geäußert: Nazi!

Männer stellen Bomben zu

Der Radikale

Wissen Menschen,
Was sie tun?
Mengen Gutes
Mit dem Bösen,
Knüpfen Knoten,
Nicht zu lösen.

Dann komm ich,
Ungerufen,
Unentboten.
Ich bin der Radikale,
Der Bombenwerfer.
Ich entwirr den Knoten
Und sie danken nie.

Waring Cuney

Dieses Gedicht hat 1929 Kurt Tucholsky in seine Rezension von „Afrika singt“ nicht aufgenommen, sondern ein anderes, ein freundlicheres. Das wird hier auch noch vorkommen.

Zwei Gedichte aus dem ein und demselben Band. Das eine eine Bestandsaufnahme, was ist, damals, in den 1920er Jahren, als die gewaltwilligen Protoidentitären in ihren Schaftstiefeln immer mehr Zulauf bekommen, eine Bestandsaufnahme, was ist, heute, mit einer Frage, bis zu diesem Tage im Oktober 19 unbeantwortet.

Und das andere, eine Handlungsanleitung?

Es kann gar nicht geglaubt werden, daß diese „Auslese neuer afro-amerikanischer Lyrik in der Speidelschen Verlagsbuchhandlung zu Wien“ erschienen ist, in Österreich erschienen ist, wo beinahe 90 Jahre später ein österreichischer „Spezial-Jurist“ für die Regierung Kurz „Paragraphe“ schreibt, und wenn er keine „Paragraphe“ schreibt, dann gegen „Neger“, gegen “ Zigeuner“, gegen Frauen …

Kurt Tucholsky beginnt seine Rezension mit „Gehn wir weiter.“ Dieser Aufforderung wurde in neunzig Jahren nicht nachgekommen. Eine Aufforderung an die Protoidentitärinnen zum Weitergehen war es nicht, die Kurt Tucholsky im Sinn hatte, auch nicht das Weitergehen der Protoidentitären zu den Identitärinnen. Kurt Tucholsky erlebte nicht mehr, wie weit die Präidentitären dann tatsächlich blutrauschig gegangen sind, er erlebte auch nicht mehr, daß es nach diesen Proto- oder Präidentitärinnen ein Weitergehen zu den Identitären …

„Gehn wir weiter. ‚Afrika singt‘, eine Auslese neuer afro-amerikanischer Lyrik, herausgegeben von Anna Nußbaum (erschienen in der Speidelschen Verlagsbuchhandlung zu Wien). Ein sehr schönes Buch. Übersetzt haben: Hermann Kesser, Josef Luitpold, Anna Siemsen, Anna Nußbaum. Ihr wißt ja. Lyrik kann man gar nicht übersetzen. Man kann sie, wenn alles gut geht, nachschaffen. Ob das hier geglückt ist, kann ich nicht beurteilen – ich kenne die Originale nicht. Mitunter ist es bestimmt nicht gelungen. ‚Dirnen und Burschen‘ gibt Gedankenverbindungen, die sicherlich nicht schwarzfarbig sind. Andere Gedichte wieder sind sehr schön – es ist unsagbar schwer zu entscheiden, was hiervon auf das Konto des Übersetzers und was auf das des Übersetzten zu buchen ist. Nun habens ja die Leute, die aus dem Englischen übertragen, nicht leicht. Man denke nur an unser nachklappendes, stumpfes ’nicht‘, die Verzweiflung jedes Lyrikers – wie schön haben es jene, bei denen die Konstruktion ‚don’t‘ die Negation vorwegnimmt, so dass der Vers mit dem tönenden Verbum schließen kann! Und die vielen einsilbigen Wörter! es ist das Ideal einer Sprache für Songs, für wirkliche, nicht für Schnadasongs. Am bedeutendsten und revolutionärsten: Langston Hughes, eine außerordentlich starke Begabung. Wunderschön – nicht von ihm – das Gedicht ‚Deine Hände‘

– Selbst dann, wenn dus vergißt.

Die Rassenfrage, die von Europa aus nicht zu entscheiden ist, die mir aber auf der amerikanischen Flagge, gleich neben den Namen Sacco und Vanzetti, wie ein häßlicher Fleck zu haften scheint, die Rassenfrage wird einmal so behandelt:

Weißer Bruder, was wirst du sagen?
Komm, Bruder! Komm!
Laßt uns treten vor unsern Gott.
Und wenn wir vor ihm stehen,
Ich werde sagen:
Herr, ich hasse nicht,
Ich werde gehaßt.
Ich quäle nicht,
Ich werde gequält.
Ich begehre niemandes Land,
Mein Land wird begehrt.
Ich verspotte kein Volk,
Mein Volk wird verspottet.
Und, Bruder, was wirst du sagen?

Ein schönes Buch.“

Gedichte sind keine Handlungsanleitungen. Auch wenn Bomben geworfen werden, wie in Österreich vor kurzem, dann sind es Bomben, die Männer vor der Haustür ihrer Frauen abstellen. Zwei Soldaten, die kameradschaftlich eine Bombe basteln, gegen eine Frau, die wohl in den Männerseelen das größte Verbrechen begann, einen von diesen österreichischen Soldaten, die wohl niemals gemeinsam Gedichte lesen, nicht mehr als Partner haben zu wollen.

Es ist ein seltsamer oder einfach wie kurz ein weißer Titel: „Afrika singt“. Beinahe aber ein Titel, der verleiten könnte, zu einer Kapitelüberschrift, wie Afrika singt und Österreich stellt Bomben zu.

Und wenn sie keine Soldaten sind, wenn sie keine Bombe gegen Frauen basteln können, und ebenfalls niemals Gedichte lesen, in Österreich, höchstens die digitalen Worte von Burschen identitärer Gemeinschaft, dann greifen diese Männer zu anderen Waffen, Pistole – recht gern zu einer Glock – und Messer, um Frauen zu morden, in Österreich, wie noch vor kürzerem, und bestrafen blutig alle mit, die davon wissen, daß die Frau mit solch einem Mann nichts mehr …

Und wenn sie keine Soldaten sind, und frauenlos sind, aber Bomben basteln können, dann versenden sie Bomben, stellen Bombenfallen auf, in Österreich, gegen Menschen, gegen die etwa der „Spezial-Jurist“ wütet, die einzige Antwort, die Männern und Frauen in Österreich auf die Frage von Langston Hughes seit beinahe neunzig Jahren einfällt. Ist das aber eine Antwort darauf, was wirst du sagen, ist das ein Sagen? ein Weitergehen?

Ohne einem je wirklich gegebenen Nach vor dennoch zurück zum „schönen Buch“, auch zum 1935 verstorbenen Kurt Tucholsky, und sind doch nur wieder im Heute, neunzig Jahre später, mit Donald Trump, Sacco und Vanzetti —


„Auch eine Räuberbande ist eine Wertegemeinschaft“

In Österreich hält die Zeit nun im Jahr 2002, in dem es bereits die drei Koalitionsvarianten gibt.

SPÖ mit ÖVP, FPÖ mit ÖVP, Grüne mit ÖVP …

Manche werden sagen, oh, das ist nicht wahr, daß Österreich sich wieder im Jahr 2002 befindet, in Österreich keine 17 Jahre vergangen sind. Menschgemäß kann stets etwas gefunden werden, um zu sagen, auch in Österreich ist die Zeit nach vorne – beispielsweise das Schwarze der ÖVP ist doch zur Zeit türkis getupft …

Aber was 2002 zu hören war und was 2002 II zu hören ist, ist ununterscheidbar, etwa, daß die ÖVP sich ändern müsse, sich bewegen müsse, die ÖVP zurückkehren müsse – wohin? wenigstens zur Mitte … Die Ausgangslage für eine Koalition beispielsweise zwischen den Grünen und der ÖVP ununterscheidbar zwischen 2002 und 2002 II, zwischen Kurz I des Jahres 2002 und Schüssel II des Jahres 2002 II.

Ununterscheidbar auch das Gerede um „Werte“ von Kurz I und Schüssel II, und gesinnungsgemäß das Geschwefel von den „Werten“ der FPÖ. Wohlmeinende könnten anführen, auch in Österreich seien inzwischen 17 Jahre vergangen, und als Argument vorbringen, die FPÖ nennt sich nicht mehr FPÖ allein, sondern auch identitäre Partei …

Dazu gibt es eine schöne Stelle in „Das Verschwinden der Gegenwart“ von Christian Meier:

„Europa sei eine Wertegemeinschaft, hört man, und daher könne es die Koalition der ÖVP mit der FPÖ in Wien nicht tolerieren. Nun besagt das, für sich genommen, nicht viel. Denn erstens ist jede Räuberbande eine Wertegemeinschaft, die Frage ist, welche Werte gelten sollen.“

„Jede Räuberbande eine Wertegemeinschaft“ …

Und Meier führt weiter aus, erhellend für den Stillstand in Österreich insgesamt, wo niemand für den Stillstand verantwortlich sein will, wo jede jeden des Stillstands beschuldigt:

„Zweitens zeigt nicht nur die Erfahrung, die man mit der Politik der USA machen kann, daß der Anspruch, Werte zu verfechten, ein besonders raffiniertes Machtinstrument darstellt: Man schafft sich, je hehrer sie sind, um so mehr Legitimät, ohne – angesichts ihrer Auslegungsbedürftigkeit und der nötigen Abwägung zwischen ihnen – an Handlungsfreiheit (auch im Unguten) viel zu verlieren. Was am Ende herauskommt, kann, zumal aufgrund der möglichen Disproportion zwischen Zweck und Mitteln, eine moderne Variante des Wolfs im Schafspelz sein.“

Und Meier weiter:

„Bei den EU-14 nun zählen die Werte der Demokratie, der Toleranz, genauer der Respektierung von Wählerentscheidung und der Freiheit demokratischer Regierungsbildung, offenkundig nicht, jedenfalls nicht unbedingt, nicht nämlich in diesem Fall. Ihre Politik zeigt eher Einschläge von Selbstgerechtigkeit. Und obwohl unzählige Menschen sich leidenschaftlich darüber erregen und Mehrheiten in den EU-Ländern dagegen sind, hört man keinen Aufschrei; so sehr hat sich schon Resignation breitgemacht, dieses Gift für Demokratie.“

„Resignation, dieses Gift für Demokratie“ …

„Das Verschwinden der Gegenwart“ ist aus 2001. Christian Meier könnte das nun nicht mehr schreiben, Europa erfuhr das Voranschreiten der Zeit. Kein Aufschrei mehr gegen Schüssel II, gegen Haider II, der im Gegensatz zum Haider I in den Wäldern sogar … Nicht nur das Hinnehmen in Europa von Schüssel-Haider II in Österreich, sondern auch anderen Ländern, wie Ungarn, Italien … Dabei, um im Bild von Meier zu bleiben, waren es damals Wölfe im Schafspelz, ihnen nachgefolgt sind Schafe im Wolfspelz …

Die Wählenden des „normalen Partei“-Obmannes

Es soll, wird zur Zeit kolportiert, Norbert Hofer NR-Präsident III werden, wieder seinen recht erhöhten Stuhl im österreichischen Parlament …

Manche werden nun wohl sagen, immerhin ein Fortschritt, in Österreich, es wird zeitlich bei der Besetzung doch nicht so weit zurückgegangen, also beispielsweise bis zu jenem NR-Präsidenten III …

Manche werden vielleicht sagen, das wäre kein Schock, würde dieser wieder zum III. Präsident NR gewählt werden, ist dieser doch ein ebenso „Normaler“ wie Norbert Hofer, der zur Zeit die „normale Partei“ führt …

Und sollte Norbert Hofer, der so „normal“ wie MG ist, wieder mit einer derartig überwältigenden Mehrheit zum III. Präsident NR gewählt werden, werden jene sich bestätigt fühlen, die vertreten, was Jason Brennan über Wählende schreibt, wie es jedenfalls eine österreichische Journalistin deutet, nach ihrer Lektüre über, aber nicht des Buches. Jedoch. Es wurde nicht das Wahlverhalten im österreichischen Parlament untersucht. Jedwedes Buch, das ausschließlich die Wählerinnen und Wähler im österreichischen Parlament als einzige Beispielgruppe zur Beweisführung against democracy hätte, wäre ein absolut unwiderlegbares Buch.

Die Wählenden im österreichischen Parlament sind, könnte kurz gesagt werden, die realen Vorbilder für solche Schriften, wie etwa jene von Brennan, auch wenn beispielsweise Brennan die gar kleine Wahlgruppe gar nicht kennt, die Jahr für Jahr die Thesen der Wahlrechtsentziehung bestätigen, so auch in diesem Jahr, als sie einen zum Volksanwalt …

Aber wer weiß. Vielleicht. Diesmal doch eine Expertin, eine Grand Dame. Ihre Wählbarkeit für diese Wahlgruppe hat sie erst vor kurzem recht … Wie paßte sie doch recht hervorragend zu all den „Vorzeige-Experten“, um einen Vorzeige-Experten zu zitieren, der auch wieder …

Verordnete Rente

Gott, eben 62 Jahre geworden, gesund, gebildet, motiviert, ist über den verordneten sofortigen Rentenantritt durch den Gouverneur erzürnt. Trotz der leidigen Lage. Denn die letzten eineinhalb Jahre schon galt er im Unternehmen als „weißer Elefant“, und sie wußte es selbst nur zu leidvoll, daß sie nur noch eine „weiße Elefantin“ ist, eine war, die trotz Arbeit nicht mehr wirklich integriert war, dem bloß eine Aufgabe noch zugewiesen war, nämlich sich zu entschuldigen für Wolken

Der Gouverneur konnte nach seinem Pensionsproblemlösungsplan nicht anders und vor allem nicht besser, als die Zweiundsechzigjährige, die länger als irgendwer sonst gearbeitet hat, mit Vollendung seines 62. Lebensjahrs den sofortigen Pensionsantritt zu verordnen.

Damit aber dem Hause dadurch keine immensen Kosten etwa durch eine Neueinstellung erwachsen, hat der Gouverneur selbst sofort per 1. Oktober diese Aufgabe zusätzlich zu seiner Agenda Pension übernommen: das Entschuldigen für Wolken über die Häuser …

Robert Holzmann löst das Pensionsproblem: Verordneter Pensionsantritt spätestens mit 62 Jahren

„Ich wurde von der FPÖ vorgeschlagen, von der Regierung Kurz und Strache nominiert, dadurch auch gewissermaßen eine Strache_Nominierung .“

„Das Pensionsproblem ist einfach zu lösen. Man muß nur sicherstellen, daß die Leute länger arbeiten, und da muß erreicht werden, daß die Leute gesund bleiben, ausgebildet bleiben, und motiviert bleiben. Wenn das erreicht ist und man das Pensionsalter, das effektive Pensionsalter entsprechend anhebt, gibt es keine Finanzierungsprobleme. Die Lösung des Altersproblems über den Arbeitsmarkt wird die Zukunft von Gesellschaften bestimmen. Die Gesellschaften, die es am besten können, die Älteren am Arbeitsmarkt zu integrieren, werden keinerlei Probleme haben und proferieren, denen das nicht gelingt, kommen dann in ein Problem der Finanzierung.“

So Robert Holzmann gegenüber Hubert Patterer in der „Wiener Redaktion“ im Oktober 19.

Wahrlich, Robert Holzmann ist ein Problemlöser.

Wie alle Dotierten von der Kurz-Regierung. Bereits im ersten Monat als Gouverneur hat er eindrucksvoll das Pensionsproblem nicht nur für die Nationalbank, sondern für die gesamte Gesellschaft gelöst, indem er beispielhaft und vorbildlich einen Mann von 62 Jahren den „sofortigen Pensionsantritt verordnete“.

Es ist kurz zusammenfassend unbedingt festzuhalten, wie das Pensionsproblem nach Holzmann gelöst ist.

Es ist nach der holzmannschen Pensionsproblemlösung dafür also zu sorgen, daß „die Leute länger arbeiten“, das heißt bis höchstens zum 62. Lebensjahr. Dabei müssen aber die „Älteren“, die noch nicht das 62. Lebensjahr erreicht haben, „am Arbeitsmarkt integriert“ sein. Und sie müssen bis dahin, also bis zum 62. Lebensjahr, „gesund, gebildet und motiviert bleiben“, damit sie mit dem Erreichen des 62. Lebensjahres in die Pension verordnet …

Schock mit Holzmann

Noch vor der offiziellen Übergabe am 1. Oktober 19 gibt es in der österreichischen Nationalbank, für die der Volksmund schon einen treffenderen kurzen Namen gefunden hat, bereits Turbulenzen mit dem Direktor und seinem Generalgouverneur, der seit dem 1. September in der Nationalbank sitzt, kommend vom Attersee.

„Für einen Knalleffeffekt und größte Aufregung sorgten am Freitagnachmittag der neue Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Robert Holzmann, und sein Direktoriumskollege, Eduard Schock (beide FPÖ). Sie haben die Personalchefin des Hauses, Susanna Konrad-El Ghazi, gekündigt und mit sofortiger Wirkung suspendiert. Sie musste unter Aufsicht des Sicherheitsdienstes ihr Zimmer räumen und wurde daraufhin aus der Bank geschickt.“

Es schleicht sich bei solch einem Vorgang augenblicklich ein Wort ein, über das die zwei Herren wohl recht mehr wissen, vor allem der Generalgouverneur, der sein Geschichtsinteresse schriftlich bekundete, ein Wort, das hier nur von dieser Gesinnungswelt für eine Sekunde entlehnt wird, nämlich Sippenhaftung.

Susanna Konrad-El Ghazi ist die Tochter von Christian Konrad, und was der identitären Parlamentspartei Christian Konrad ist, das muß nicht mehr ausgeführt werden.

Vizekanzler in Österreich: „Ich habe ein interessantes Video im Netz gefunden! Angesichts dieses entlarvenden Videos […] die Abwahl seiner unverantwortlichen und völlig gescheiterten […] Die negativen Folgen werden uns und unsere Kinder noch jahrelang beschäftigen!“

Dieser Vizekanzler hat in seiner SMS

„Unsere Macht zuerst“ – Schäden und Schulden allen sofort

sich Sorgen gemacht, wie könne ein Direktor in der Nationalbank aus seinen Gesinnungsreihen argumentiert werden, wenn dieser „keine Arbeit“ …

Nun, dieser Vizekanzler braucht keine Sorgen mehr zu machen. Mittlerweile hat er ohnehin andere Sorgen, gesinnungsgemäß die Sorgen, die so viele auf dieser Gesinnungsscholle haben, wenn sie nicht mehr an der Macht sind, und es für alle anderen daran geht, alles aufarbeiten zu müssen, weil sie an der Macht waren und was sie mit dieser Macht anstellten.

Es sieht ganz danach aus, daß für diesen Direktor doch noch eine Arbeit gefunden wurde, wie das knapp erste Besetzungsmonat des Generalgouverneurs es jetzt schon …

(Für ein Gedicht, falls einmal eines geschrieben werden sollte, in dem ein Direktor Arbeit sucht, unbedingt ein Reimwort jetzt schon notieren: Exekutor … Exekutor der Partei — oh, das könnte schon als Titel eines solchen Gedichts genommen werden:

Exekutor der Partei

Es suchte einst Arbeit ein Direktor

Nein, kein Gedicht jetzt, auch wenn der Reim so sauber ist, wie die Vorgänge in der zurzeitigen Ibizabank …)

In einem war der Vizekanzler aber gerade prophetisch:

„Die negativen Folgen werden uns und unsere Kinder noch jahrelang beschäftigen!“

Sie werden sagen, das ist keine Leistung. Schon gar nicht eine prophetische Leistung. Schließlich kennt der Vizekanzler sich selber und seine Mannen und Frauen. Es kann Ihnen nicht widersprochen werden.

So kurz können sie gar nicht an der Macht sein, daß es ihnen nicht gelingt, alles anzustellen, das „uns und unsere Kinder noch jahrelang beschäftigen“ …

Climate Fist Award

Nachdem die ÖVP kurz vor der morgigen Nationalratswahl in Österreich ihr Klimaschutzkonzept der Sonderklasse vorstellte, dürfen ihre nächsten entscheidenden Schritte auf dem Weg des Klimaschutzes, womit sie erst begonnen hat, ihr einen eigenen auszutreten, mit …

… diesem schwarzen Klimaschutzkonzept der Sonderklasse auf den Geschmack gekommen, wäre es keine Überraschung, präsentierte die ÖVP bereits am kommenden Montag – der Montag ist in Österreich stets ein Tag der Qualitätsernte – ihr weiteres kleines ausgetretene Stückchen von ihrem kurzen Weg …

Zu diesem Klimaschutzkonzept außerordentlich passend wäre etwa ihre Stiftung eines Gesellschaftspreises – Climate Fist Award.

Und wer käme als Schutzherr, als Patron für diesen Climate Fist Award in Frage?

Nur einer. Einzig Wolfgang Sobotka, der Wissende, der Mehr-als-Gott-Wissende. Ein nicht namentlich genannt wollender Kardinal habe das Wolfgang Sobotka bereits bestätigen können, durch Überbringung einer Nachricht Gottes, der hinkünftig Wolfgang Sobotka kontaktieren wird, um in seinem Plan einzutragen, welches Tier das nächste sein soll, das auszusterben hat.

Die Menschen hat Gott bereits – und das fiel ihm äußerst schwer – von seiner Liste gestrichen, beschloss doch Wolfgang Sobotka, Menschen „werden nicht aussterben“ — —