Und der nächste Winter ist nicht allzu weit entfernt, der ein sehr kalter Winter zu werden verspricht, nicht durch die Außentemperatur, sondern durch die Innentemperatur, die empfindlich herabgesenkt werden wird müssen, wenn die Preise insbesondere für das Heizen weiter derart extrem steigen, wird es ein Winter – würde gesagt werden können, wenn es in diesem Land keine Krisenerfahrung geben würde – der Krise werden, aber in einem Land der Jahreskrisenerfahrung kann der Winter nicht als abgesonderte Krisenzeit angeführt werden.
Krise, des Landes einzige Jahreszeit, Krise, Österreichs Zyklus, Krise, des Landes Periode. Auch wenn gehofft werden möchte, die Krisenperiode daure wie die Regierungsperiode im Land fünf Jahre, so ist deren Ende aber noch nicht erreicht.
So gilt es, bereits jetzt sich darauf vorzubereiten, dafür vorzusorgen. Ein Norwegerpullover mag gegen grimmige Kälte im Freien gut schützen, aber gegen die Eiseskälte in den Behausungen wird ein Norwegerpullover viel zu dünn sein, es werden viel dickere Pullover hermüssen – Nehammerpullover. Am besten, im Frühling bereits mit der Vorsorge zu beginnen, sich mit genügend Nehammerpullovern einzudecken. Dabei ist aber auf Nachhaltigkeit zu achten, diese selbst zu stricken oder zu häkeln, ganz nach dem eigenen Können, als Fortgeschrittene zu stricken, als Anfänger zu häkeln.
Weder für Anfängerinnen noch für Fortgeschrittene dürfte das Strickmuster noch das Häkelmuster für den Nehammerpullover eine besondere Herausforderung darstellen, ist es doch das ein und dasselbe einfache, wie von dessen Anleitung abzulesen ist:
Einmal 2019 Maschen Staatskrise, einmal 2020 Maschen Noch im Krisenmodus, einmal 2021 Maschen Regierungskrise, einmal 2022 Maschen Wieder in den Krisenmodus gehen und dann wieder, das kann variiert werden, Maschen Regierungskrise und Maschen Staatskrise, zu beachten dabei bloß, daß der Bund nicht mit Maschen Krisenmodus abgeschlossen wird.
Türkis wird als Farbe für den Nehammerpullover durchaus empfohlen, diese paßt hervorragend zu einer schwarzen Filzhose, aber auch zu einer grünen und ebenfalls sehr wärmenden Luis-Trenker-Hose, aber auch zu einem braunen und ebenfalls sehr warmhaltenden Winterlodenrock – der farblichen Kombination aber sind, einfach wie kurz gesagt, keine Grenzen gesetzt.
Verschwiegen soll – auch um den Verdacht des Plagiats zu entgehen – abschließend nicht werden, wem diese einfache und ebenso kurze Häkelanleitung zu verdanken ist. Einer Volkspartei, und es kann eben nur von einer Volkspartei sein, die weiß, wie Menschen sich glatt vor Krisen schützen können – durch Hilfe zur Selbstwinterhilfe.
PS Statt letzter christschwarzer Titan der Intellektualität hätte auch gesagt werden können, Ehrenritter, zu dem wurde er tatsächlich erhoben, oder schlicht demokratisch Präsident, das war Erhard Busek auch, sogar vielfacher Präsident. Eine verzeihliche Titel-Anhänglichkeit in einem titelüberreichen Land wie Österreich.
Er war Gründungsvater und Ehrenpräsident von Vienna Economic Forum, dessen Ziel die regionale wirtschaftliche Kooperation zu fördern, dessen Mitgliedsland u. a. auch die Ukraine ist.
In einem derart engen Tal wie Österreich ist es unvermeidlich, daß menschgemäß alle mit allen auf die eine und vor allem rechte Art aufeinanderstoßen …
Wir müssen wieder in den Krisenmodus gehen“, sagt Bundeskanzler Karl Nehammer zur aktuellen Lage. Einverstanden, aber dazu gibt es Fragen: In den Krisenmodus gehen mit einer Wirtschaftsministerin, die am laufenden Band haarsträubenden Unsinn verkündet, zuletzt, dass man doch das Swift-Zahlungssystem mit Händisch-Erlagschein-Ausfüllen umgehen könne? Mit einer Landwirtschafts/Tourismus/Rohstoff-Ministerin, die ihre Hauptaufgabe in Querschüssen gegen das Land Wien und in der Sicherung der Skisaison sieht? Mit einer Verteidigungsministerin, deren Heeresreform soeben vom Militärberater des Bundespräsidenten, einem Brigadier, als völlig untauglich bezeichnet wurde? Und das sind nur die auffälligsten Defizitposten in einer Bundesregierung, die auch sonst nicht durch sonderlich brillante Minister und Ministerinnen glänzt. Nehammer selbst bemüht sich um eine relativ sachliche Politik. Er verzichtet auch auf die Mätzchen von Sebastian Kurz. Aber nicht auf manche personelle Hinterlassenschaft von Kurz. Das reicht nicht „in Zeiten wie diesen“, um einen alten Kreisky-Slogan zu zitieren. Wir haben Krieg in Europa, eine drohende Energieknappheit, explodierende Pandemiezahlen und einen entsprechenden Murks in der Corona-Politik. Im Krisenmodus braucht man die besten Leute. (Hans Rauscher, 11.3.2022)
Sein Rücktritt erfolgte und die Bestellungen erfolgen nach dem in Österreich verinnerlichten Peter-Prinzip: sie werden hinaufgetreten.
Hans Rauscher stellt zwar die richtigen Fragen, aber dem Falschen. Und er, Rauscher, nimmt von dem von ihm befragten Falschen die falsche Annahme auf, er, Rauscher, erklärt sich sogar mit der vom Falschbefragten falschen Annahme einverstanden: „Wir müssen wieder in den Krisenmodus gehen.“
Es gibt Krisen, die zu bewältigen sind, und wie das getan werden kann, dafür gibt es Modi, nicht nur einen Modus …
Im real existierenden Nehammermodus muß, einfach wie kurz gesagt, in keinen Krisenmodus mehr gegangen werden.
Hans Rauscher bringt Beispiele vom „haarsträubenden Unsinn“ des Personals dieser derzeitigen österreichischen Bundesregierung. Und er, Rauscher, meint, „im Krisenmodus“ würden die „besten Leute“ gebraucht werden. Einverstanden.
Aber für den Modus Nehammer sind es bereits die besten Leute. Für den Nehammermodus können, damit wird auch Hans Rauscher einverstanden sein können, je keine besseren Leute mehr gefunden werden. Und unter diesen Besten als der Beste Nehammer selbst.
Hans Rauscher fällt hierzu ein Slogan von einem österreichischen Staatsmann ein, und daß ihm, Rauscher, nur dieser Staatsmann einfallen kann, ist die Bekundung, daß es nach diesem in Österreich keine Männer und Frauen an der sogenannten Staatsspitze mehr gab, nach diesem, Österreich mehr und mehr in den personellen Bankrott schlitterte, der nun im Modus des Hinterlassenen zum totalen Bankrott sich vollendet.
On glancing casually at Oblomov a cold, a superficially observant person would have said, “Evidently he is good-natured, but a simpleton;” whereas a person of greater penetration and sympathy than the first would have prolonged his glance, and then gone on his way thoughtfully, and with a smile as though he were pleased with something.
Auch ein kühler, flüchtiger Beobachter würde, wenn er Oblomow im Vorbeigehen angeblickt hätte, gesagt haben: »Das muß ein guter Kerl, eine treue Seele sein!« Ein Mensch mit tieferem Blicke und wärmerem Herzen würde ihm lange ins Gesicht geschaut haben und, in angenehmes Sinnen versunken, mit einem Lächeln auf den Lippen weitergegangen sein.
With Oblomov, lying in bed was neither a necessity (as in the case of an invalid or of a man who stands badly in need of sleep ) nor an accident (as in the case of a man who is feeling worn out) nor a gratification (as in the case of a man who is purely lazy). Rather, it represented his normal condition. Whenever he was at home—and almost always he was at home—he would spend his time in lying on his back. Likewise he used but the one room—which was combined to serve both as bedroom, as study, and as reception-room—in which we have just discovered him. True, two other rooms lay at his disposal, but seldom did he look into them save on mornings (which did not comprise by any means every morning) when his old valet happened to be sweeping out the study. The furniture in them stood perennially covered over, and never were the blinds drawn up.
Das Liegen war bei Ilja Iljitsch weder etwas Notwendiges wie bei einem Kranken oder bei jemand, der schlafen will, noch auch etwas Zufälliges wie bei jemand, der müde geworden ist, noch auch etwas Genußreiches wie bei einem Faulpelz; sondern es war dies sein normaler Zustand. Wenn er zu Hause war (und er war fast immer zu Hause), so lag er stets; und zwar lag er beständig in ein und demselben Zimmer, in dem wir ihn gefunden haben, und das ihm als Schlafzimmer, Wohnzimmer und Salon diente. Er hatte noch drei andre Zimmer; aber in diese warf er nur selten einen Blick, höchstens des Morgens, und auch das nicht alle Tage, sondern nur, wenn sein Diener das Wohnzimmer ausfegte, was nicht täglich geschah. In jenen Zimmern steckten die Möbel in Überzügen, und die Rouleaus waren herabgelassen.
Wladimir Putin, 61 Jahre nach dem Tod von Iwan Gontscharow geboren, richtet das Glück der Anderen, obgleich ein Oblomow, zugrunde. Von Glück soll gar nicht gesprochen werden. Glück, ein Wort, das nur in der Utopie existiert, in der Wirklichkeit des Menschen aber so inexistent und ewig abwesend wie das geschlechtslose Wesen, getauft auf Gott. Obgleich ein Oblomow, zerstört Putin die Existenz von Menschen, vernichtet Putin das Leben von so vielen, vielen Menschen. Sie sollen mit ihm
Did you hear the old beggar’s story? He came to rack and ruin—though for no apparent reason.
Er ist zugrunde gegangen, um nichts und wieder nichts.
Wenn von Oblomow gesprochen wird, ist zu hören, er ist ein Parasit, er schafft es nicht, sein heruntergekommenes, verwahrlostes Landgut in Ordnung zu bringen, er ist mit den Zumutungen der Moderne gänzlich überfordert, und er ist, einfach wie kurz gesagt, träge.
All das trifft, wird an Rußland bei Tag gedacht, auf Wladimir Putin zu.
Aber er, Putin, ist doch, wird eingewendet werden wollen, recht aktiv, tatkräftig, fällt Entscheidungen, und dennoch verkörpert er, Putin, beispielhaft die Trägheit Oblomows.
Es ist die Trägheit Oblomows, von der auch Putin vollkommen erfaßt ist. Von der Trägheit, Politik auf diese uralte, auf diese überholte, auf diese gemeingefährliche, auf diese massenmörderische Weise zu betreiben, die Trägheit, Politik nur als Krieg zu – denken müßte hier als Zeitwort folgen, aber bei einem Christkindl wohl das gänzlich falsche.
So bleibt Putin zwar tief eingemümmelt in seinem Kabinett, aber das Unglück, das Pascal, der in einem Jahr vor 400 Jahren geboren wurde, aus der Welt zu schaffen hoffte, mit seiner Erkenntnis, das Unglück käme daher, daß die Menschen nicht ruhig im Zimmer bleiben, ist auch 360 Jahre nach seinem Tod nicht aus der Welt geschafft, obgleich alle in ihrem gemachten Bett …
„Ich habe es oft gesagt: das ganze Unglück der Menschen kommt daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“
Es gab immer die Verlockung, Blaise Pascal zuzustimmen, daß das ganze Unglück der Menschen daher kommt, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.
Ein Verdacht aber bestand stets, der verantwortlich dafür, der Verlockung zu widerstehen, Pascal zuzustimmen. Der Verdacht, daß bereits das Zimmer das ganze Unglück der Menschen ist. Daß das Unglück viel früher auf den Menschen gekommen ist. Das Unglück schuld daran ist, daß der Mensch überhaupt sich Zimmer zur Zuflucht baute.
„All unser Unglück verdankt sich der Tatsache, dass wir unsere Bäume verlassen haben.“
Es bedarf keiner Verlockung, Sylvain Tesson zuzustimmen, daß all das Unglück der Menschen sich der Tatsache verdankt, daß sie ihre Bäume verlassen haben.
Es ist lange her, daß Tesson „Petit traité sur l’immensité du monde“ schrieb und veröffentlichte. „Kurzer Bericht von der Unermesslichkeit der Welt“ enthält aber nicht nur diesen Satz über all das Unglück, daß sich der Tatsache verdankt, die Bäume verlassen zu haben, sondern auch einen Bericht, der an die Gegenwart denken läßt.
„Seit dem Ende der Sowjetunion gibt es in Russland zahlreiche Anwärter für das Einsiedlerleben, die dem Lauf der modernen Welt den Rücken zu kehren, und brechen auf, um verlassene Weiler oder sogar einsame Hütten neu in Besitz zu nehmen, außerhalb der Welt. Die Flucht in die Wälder bedeutet, der modernen Scheußlichkeit die kalte Schulter zu zeigen.“
„Den Russen fällt es nicht sehr schwer, in die Wälder zurückzukehren, haben sie sie doch weitaus später verlassen als die Westeuropäer. In ihrem Blut gibt es Pflanzensaft, und in ihrer gemeinsamen Geschichte die Tradition des Vagabundentums. In bestimmten literarischen Kreisen Russlands wird die (von Tolstoi übernommene) Legende kolportiert, derzufolge Zar Alexander nach seiner Abdankung nicht gestorben sein (so die offizielle Version), sondern seinen Wanderstock genommen haben soll, um inkognito durch Russland zu streifen. Und Nikita Chruschtschow? Tönte er nicht, er wolle, sollte er eines Tages in größter Not sein, gerne wie Goethes Wanderer, das heißt als romantischer Vagabund, leben?“
„Einzuwenden ist, dass die Zurückgezogenen Russlands von der Notwendigkeit und nicht vom romantischen Impuls des Waldgängers getrieben werden. Es ist eher die Aussicht, den täglichen Borschtsch mit ein paar Pfund Bärenspeck aufzubessern, als der Durst nach Transzendentalismus, der sie unter das Blätterdach führt.“
Tesson berichtet auch von einem letzten Waldgänger, den er nach seiner Rückkehr nach Irkutsk traf.
„Haben Sie das immer schon gemacht? Das Leben in den Wäldern? Wo denken Sie hin? Ich war früher Oberst der Luftwaffe. Ich saß am Steuer von Souchoi-Maschinen. Ich war in Moskau, Berlin, Budapest! Aber dann? Dann brach die UdSSR zusammen, durch Gorbatschow auf den Hund gekommen. Und nach diesem Leben hatte ich das Bedürfnis nach Stille und bin hierher gekommen. Seit zwölf Jahren habe ich keinen Fuß mehr in die Stadt gesetzt und werde nie mehr in die Welt zurückkehren. Und warum werden Sie nie zurückkehren? Weil es hässlich ist.“
In der Fernsehanstalt des Süßwasserkleberabfüllers tritt hin der Sohn, um für Neutralität gegen Rußland zu werben, am 6. März 2022.
In der Fernsehanstalt des Sex-und-Grapsch-Fernsehmachers tritt der Vater hin, um für Verständnis gegen Putin und sein Rußland zu werben, am 7. März 2022.
Am 27. Jänner 2022 etwa, so verständnisvoll gesinnungsneutral sind Sohn und Vater gegen Dugins Putin, in ihrem Bollwerk der Gesinnungswerte ein Interview mit Putins Dugin, der ehrenreicher
„Univ.-Prof. Dr. Alexander Dugin ist ein russischer Politiker, Politologe, politischer Philosoph und Publizist und lehrte an der renommierten Moskauer Lomorossow-Universität internationale Beziehungen“
nicht vorgestellt werden kann:
„Der russische Politologe Alexander Dugin über Ursachen und Hintergründe des Ukraine-Konflikts, dem Kampf globalistischer Eliten gegen Putins Russland und die Rolle der Europäer“
Mit dem Aufmacher dieser bollwerkischen Vaterundsohnausgabe:
„Russland-Ukraine: Schatten der Vergangenheit“
Eines kann ihnen nicht abgesprochen werden, stets selbst die Wahrheit zu sagen, wofür sie stehen, für welche sie aufstehen, auch mit diesem Aufmacher: „Schatten der Vergangenheit“.
Sie würden jetzt, weil sie meinen in diesem Kapitel nichts über die Aussagen erfahren zu haben, gerne noch wissen, fragen wollen, aber was haben diese denn im Fernsehen konkret gesagt, etwa am 6. März, am 7. März zum Beispiel?
Der Inhalt? Nun, der Inhalt: Schatten der Vergangenheit.
Und wie sieht das Morgen des unabhängigeren Österreichs aus?
Gewessler, Köstinger, Nehammer reisen dafür nach – Katar, in die Vereinigten Arabischen Emirate,
Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”.
Die UN-Resolution zur Verurteilung des russischen Angriffs auf die Ukraine ist im Sicherheitsrat erwartungsgemäß am Veto Russlands gescheitert. China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) enthielten sich bei der Abstimmung am Freitagabend in New York.
Das wäre doch nur folgegerichtig. Teilen Katar und Iran sich dort ein Gasfeld.
Das Positive für Nehammer, Köstinger und Gewessler wird wohl sein, sie werden dort mit nichts Neuem konfrontiert werden, sie kennen das schon alles von ihrem russischen Lieferanten – sogar das mit den Völkerrechtsverletzungen; sie sind halt doch formvollendete und gute Gastgeberinnen.
Sie meinen, dies bereits gelesen zu haben. In einem anderen Kapitel. Dann meinen Sie es richtig. Im Nachhinein stellt sich ab und an heraus, daß Stellen in einem Kapitel für sich ein eigenes Kapitel beanspruchen. Und diese Stelle der Reise von Gewessler, Köstinger und Nehammer im Kapitel Nehammer hat ordentlich von Putin gelernt ist so eine Stelle, die ein eigenes, eines neues Kapitel und zugleich verbleibend im Alten …
Zwei Monate zuvor noch, so wird es am 30. Dezember 2021 berichtet, stellt sich Nehammer „gegen den Appell des Papstes“ und „lehnt die zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen ab“.
Die Sorge um die und der Schutz der „klassischen Flüchtlinge“, wie Nehammer sie nennt, sind nicht erachtenswert, sie, die „klassischen Flüchtlinge“, sind unter der Sonne am Meer wie im Paradies …
Wertekurse müssen „Europäern“ nicht verordnet werden. Es muß auch gar nicht gefragt werden, ob unter den „Europäern“, die nun auch aus der Ukraine etwa nach Österreich kommen werden, das bereit ist, auch Millionen von „Europäern“ aufzunehmen – so viel Platz hat nach den Worten des derzeitigen Innenministers nämlich auch Österreich –, welche sein werden, die Werte importieren werden, die in Österreich nicht geteilt werden.
Wenn diese „Europäer“ mit ihren Werten kommen, wird auch nicht von einem Importieren von Werten gesprochen werden können, sondern, Nehammer lehrt Begriffsschöpfung, von einer Wiedervereinigung der Werte …
Was wird das für ein Willkommenshallo in Österreich sein, wenn „Europäer“ aus der Ukraine auf „Europäer“ aus Österreich am Bahnhof auf dem Südtirolerplatz aufeinandertreffen, ohne Worte einander ihre Gesinnung versichern werden können, sprechen doch ihre T-Shirts die reine Sprache ihrer Gesinnung.
Nur einem wird es leid tun, nicht dabei sein zu können, bei diesem warmen Willkommenshallo am Südtiroler Platz – –
Das Positive für Nehammer, Köstinger und Gewessler wird wohl sein, sie werden dort mit nichts Neuem konfrontiert werden, sie kennen das schon alles von ihrem russischen Lieferanten – sogar das mit den Völkerrechtsverletzungen; die „Vereinigten Arabischen Emirate“ sind halt doch formvollendete und gute Gastgeberinnen:
Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”.
Diese Entwicklungen veranlasste die von Saudi-Arabien geführte Kriegskoalition dazu, ihre Militärkampagne im Jemen wieder zu intensivieren. Die VAE unterstützen das weiterhin logistisch, gleichzeitig aber auch weiterhin lokale Klienten, im Süden des Jemen beispielsweise auch separatistische Kräfte wie den Southern Transitional Council (STC) in Aden, aber auch die erwähnte „Riesen”-Brigade (beides eher nicht im Sinne Riadhs). Zudem haben sie bereits 2018 die jemenitischen Sokotra-Inseln (vor Aden) besetzt und einen emiratischen Militärstützpunkt direkt neben dem Hafen errichtet. Überall wehen heute VAE-Flaggen, wie in der Heimat ist überall das Portrait von Kronprinz Mohammed Bin Zayed affichiert, ein Kommunikationsnetz wurde aufgebaut, eine Volkszählung durchgeführt und den Einwohnern Sokotra‘s eine kostenlose Gesundheitsversorgung und eine Arbeitserlaubnis in Abu Dhabi gewährt. Neue Schulen, Straßen und Krankenhäuser und der Seehafen wurden komplett neu aufgebaut. Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”. Das Außenministerium der VAE reagierte „überrascht”. „Die Muslimbrüdern verzerren unsere Rolle. Die Militärpräsenz der VAE in allen befreiten jemenitischen Provinzen, einschließlich Sokotra, ist Teil der Bemühungen der Arabischen Koalition, die legitime Regierung in dieser kritischen Phase der jemenitischen Geschichte zu unterstützen.”
Ordentlich gelernt hat Wladimir Putin von Adolf Hitler. Wenn die Rede von Adolf Hitler, mit der er am 1. September 1939 seinen befohlenen Überfall auf Polen erklärt, mit der Rede von Wladimir Putin, mit der er am 24. Februar 2022 seinen befohlenen Überfall auf die Ukraine erklärt, verglichen wird, kann festgestellt werden, in der Substanz gleichen die Reden einander; ein Hitler im Februar 2022 hätte sich nicht anders erklären können als ein Putin im September 1939 …
Lernen ist wichtig, auch für Heinz Fischer. Bildung ist für Heinz Fischer ein hohes Gut. Aber Putin muß nicht gelernt haben, gar noch ordentlich. Weder von Stalin noch vom Österreicher.
Besonders die Kriegsredenlügen müssen nicht gelernt werden. Sie sind äußerst eingeschränkt auf ganz, ganz wenige immer einsetzbare und ewig wiederkehrende Punkte, die immer je nur angepaßt an die jeweilige Gegenwart vorgebracht zu werden brauchen, um die eigene Gesinnung anderen anzulasten, um sich selbst gegen die eigenen Aggressionen zu verteidigen, um sich selbst als unschuldig darzustellen, um sich selbst als Friedenstaube auffliegen zu lassen, um sich selbst als Opfer des eigenen begonnenen Krieges zu beklagen, um die Opfer der Schuld an der eigenen Invasion zu überführen, um die Leidtragenden, die Geschädigten der eigenen Verbrechen anzuklagen, um sich selbst als Tote des eigenen Mordens zu betrauern.
Putin hat ordentlich gelernt. Er hat gelernt, und das hat er nicht von Stalin gelernt, daß „Massenmord“ nicht „Massenmord“ zu nennen ist, sondern schlicht und harmlos „Endlösung“, „Sonderbehandlung“ … und das hat ihn, Putin, gelehrt, daß „Krieg“, „Angriffskrieg“ nicht „Krieg“, nicht „Angriffskrieg“, nicht „Invasion“ zu nennen ist, sondern schlicht und harmlos „Spezialoperation“ …
Wolfgang Sobotka: Wir müssen eigentlich schauen, daß die Ukrainer in der Ukraine bleiben, und daß sie ihr Land letzten Endes verteidigen und ihre Identität dort auch wahren. Denn wohin kommt sonst Europa? Ich glaube, es ist ein ganz wesentlicher Auftrag, sie zu unterstützen in diese Form. Was wäre gewesen, wenn Österreich, wenn alle nach 1945 geflohen wäre. Das war nicht einfach, das war nicht leicht. Unser Ziel, unser strategisches Ziel muß erstens sein, die Leute dort zu unterstützen, und das zweite muß sein, dort, wenn sie kommen und wenn sie flüchten, natürlich ihnen nicht nur Asyl zu gewähren, sondern sie zu unterstützen. Das ist ja gar keine Frage.
Christian Rainer: Das heißt, die Bereitschaft gibt es?
Wolfgang Sobotka: Und es ist auch klar, daß auch hier, da kann man wieder appellieren, eine breite öffentliche Meinung dafür sein wird, daß man dort den humanitären Verpflichtungen nachkommt.
Martina Salomon: Eine Frage noch zur Ukraine, bevor man diesen Block dann, glaube ich, langsam abschließen müssen. Bedeutet diese Rückkehr des kalten Krieges, in Wahrheit, daß sich jetzt irgendwie abzeichnet, nicht auch, daß es ein Ende des pazifistischen Europas ist und muß das nicht heißen, daß Europa auch aufrüsten muß […]
Doris Vettermann: Ja, machen wir einen Themenwechsel von der Ukraine zur Innenpolitik.
Aufgenommen in den neuneinhalb Zusammenschnitt der „besten Aussagen von Wolfgang Sobotka“ der Tageszeitung der Martina Salomon wurde sein 33er Vergleich, den Christian Rainer in der Sekunde zu kommentieren wußte:
„Der Vergleich war jetzt interessant.“
Und Martina Salomon wußte ebenfalls sofort, wonach eine „beste Aussage“ verlangt …
Martina Salomon: Das heißt, Sie sehen ein Netzwerk hinter diesen vielen Angriffen, das letztlich auf die ÖVP zielt? […] War es vielleicht ein Fehler, ah, diese, diesen U-Ausschuß als Minderheitsrecht zu etablieren? Weil das wird ja natürlich immer bei jeder Regierung natürlich benutzt werden, von der Opposition […]
Am 27. Februar 2022 beantwortet Anton Pelinka die ihm im Hohen Haus, in dem es wohl als Glück empfunden wird, Wolfgang Sobotka nicht als dessen ersten Hausmeister angestellt zu haben, gestellte Frage bezüglich des vom sogenannten zweiten Mann im Staat kurz zuvor geweihten 45er Vergleich rasch und unmißverständlich, wie er wohl auch auf den 45er Vergleich des Wolfgang Sobotka in der Sekunde reagiert hätte, wäre er und nicht Rainer …
Überhaupt nicht recht gebe ich der Äußerung des Präsidenten des Nationalrates. Denn wohin hätten denn die Menschen in Österreich 1945 fliehen sollen? Vor wem denn? Vor den Befreiern, die Österreich die Unabhängigkeit gebracht haben? Das heißt, das ist ein völlig unpassender, eigentlich ein dummer Vergleich, den der Nationalratspräsident hier gezogen hat. Ja, er ist dann draufgekommen, daß er eine Dummheit begangen hat, aber die Dummheit ist geschehen. Und als Präsident des Nationalrates sollte man sich für Dummheiten zwar entschuldigen, aber man sollte sie vor allem gar nicht begehen.
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