Es gibt Bücher, die sind so gewichtig, daß nicht mehr als zu einer Fußnote darin geschrieben werden kann.
Genauer. Es sind zwei Fußnoten. Zwei Fußnoten zu einem Satz, zu diesem Satz, auf der Seite 239:
„Im Juni werfen die Bachmann-Lesungen im Stadthaus die Besetzung des benachbarten Palais Reitschulgasse 4 ab. Eine Gruppe von Autoren280 schließt sich mit linksradikalen Freaks und Student*innen281 zusammen, um ein freies Kulturzentrum in der Stadt zu erzwingen.“
Mit der Fußnote „280“ nennt Wolfgang Koch die „Autoren“ bei ihren Namen, er zählt sie auf. Mit der Fußnote „281“ nennt Wolfgang Koch die „linksradikalen Freaks und Student*innen“ bei ihren Namen, er zählt sie auf.
Hans Triebnig wird in der Fußnote „281“ genannt.
Wenn Hans Triebnig in einer Fußnote zu nennen ist, wie in diesem Buch …
… dann nur in der Fußnote „280“, bei den „Autoren“, dann nur in der Fußnote „280“ als Autor unter den „Autoren“.
Als wen Wolfgang Koch Hans Triebnig ansieht, darüber kann nur spekuliert werden, ob als einen „linksradikalen Freak“ oder als einen „Studenten“, zu ungenau ist die Angabe von Wolfgang Koch, um es mit Bestimmtheit sagen zu können. Mit Bestimmtheit aber kann gesagt werden, Hans Triebnig war zu diesem Zeitpunkt, im Jahr 1979, kein Student, aber ein Autor. Und so gehört der Name Hans Triebnig, wenn schon in einer Fußnote genannt, in die Fußnote der „Autoren“. Und in der Fußnote der „Autoren“ gehört Hans Triebnig an erster Stelle genannt, um der Geschichte dieser Besetzung mit einem Mindestmaß – auch in einer derart verkürzten Darstellung – an Genauigkeit sich anzunähern.
Die Fußnote „280“ ist durch den fehlenden Namen Hans Triebnig mangelhaft, und auch durch einen Namen zu viel. Ehe gemeint wird, es werde hier zu viel geunkt, nur noch dies. Dieser Satz
Im Juni werfen die Bachmann-Lesungen im Stadthaus die Besetzung des benachbarten Palais Reitschulgasse 4 ab. Eine Gruppe von Autoren schließt sich mit linksradikalen Freaks und Student*innen zusammen, um ein freies Kulturzentrum in der Stadt zu erzwingen.
kommt ohne eine einzige Fußnote aus. Wenngleich es ein Satz ist in einer seltsam anmutenden Formulierung, so hat dieser doch seine Berechtigung als Beitrag zur Beschreibung der Atmosphäre, der Aufbrüche zu dieser Zeit in Klagenfurt, in Kärnten, auch wenn Viktor Rogy mit dem alten Haus in der Reitschulgasse 4 nichts zu tun hatte. Schließlich, von einem Ereignis in einem Satz zu erzählen, das ist eine schwere Aufgabe. Wer sich einer solchen stellt, verdient Nachsicht.
Es gibt Bücher, die sind so gewichtig, daß über sie nicht mehr als zu einer Fußnote in diesen geschrieben werden kann.
Noch genauer. Es sind vier Fußnoten. Ein Satz auf Seite 239. Und zwei Absätze auf Seite 247. In der Fußnote „301“ wird Hans Triebnig unter die Namen gereiht, zu denen er gehört. Die Fußnote „302“ gehört zu dem Absatz mit einer seltsam anmutenden Beschreibung von Hans Triebnig. In diesem Absatz darf Hans Triebnig zwar als Theaterstückschreibender auftreten —
Es ist, als würden die zwei Fußnoten ohne die zwei Absätze auskommen, so wie der Satz ein paar Seiten davor ohne die Fußnoten …
Es wäre wohl angeraten gewesen, mit Hans Triebnig zu sprechen. Es wäre von ihm Genaues zu erfahren gewesen, über die Monate der Reitschulgasse, über die Ereignisse und der damit einhergehenden Sensation um die Nockberge … Aber es bleibt dafür Zeit, Zeit für ein nächstes Buch. Zu Hans Triebnig. Mit dem Titel: Hans Triebnig, eine Musiknote.
Bis es dieses Buch aber gibt, ein paar Ausschnitte, was Hans Triebnig alles ist, vielleicht schon eine erste Sammlung zum Gebrauch als Ausgangsmaterial für Hans Triebnig eine Musiknote …
Es sind noch viele Bücher zu schreiben.
Es sind keine Bücher mehr zu schreiben. Aber viele der Schreibenden sind stets auf der Suche nach Themen, um Bücher dennoch zu schreiben, und finden kein Thema.
Eines wäre, ein Buch über Verfehlungen zu schreiben.
Über die Verfehlungen der Schreibenden von Biographien.
Würde dieses Gesetz bloß, wie medial gebräuchlich, „Hass-im-Netz-Gesetz“ heißen, wäre dessen Abkürzung wohl HiNG, würde es „Hass-im-Netz-und-Kommunikationsplattformen-Gesetz heißen, wäre dessen Abkürzung HiNKG …
Aber dieses Gesetz soll nicht kritisiert werden. Kritisches zu diesem gab es ohnehin zuhauf.
Es soll gelobt werden, und das von einer dafür äußerst berufenen Seite. Die das Lob nicht ausspricht, sondern dieses durch ihre praktische Umsetzung ausdrückt.
Am 10. Juni 2021 berichtet „Die Presse“ über das Lob für das „Hass-im-Netz-Gesetzespaket“ und die Partei der Grünen unterrichtet die Menschen mittels einer Presseaussendung über das erhaltene Lob, das eine „schöne Bestätigung der grünen Regierungsarbeit“ …
Darum bin ich aus dem Gemeindrat ausgetreten. Schon alleinemit diesem Gesocks an einem Tisch hielt ich nicht mehr aus !
Die Antwort vom 10. Juni 2021 darauf von der Person, die nicht mehr zitiert werden soll:
Meine Hochachtung !! Die Roten sind die personnifizierten Beispiele des Dunning-Kruger-Effektes !! Immer und überall , semper et ubique !!! Derzeit werden sie allerdings gerade von den Grünen überholt, ja was sag ich..abgehängt !!!
„Wutbürger“ ist im Kommentar vom 10. Juni 2021 dafür, daß „jeder Ungeimpfte eine Auszeichnung für besondere Verdienste um die Republik Österreich erhält, wenn er die Ansteckung vieler Mitbürger nachweisen kann.“ „Katrin“ darauf am 10. Juni 2021: „Ist es noch immer nicht durchgedrungen zu Ihnen das die Geimpften die größte Gefahr für die restliche Gesellschaft sind / werden da sie durch dieses Genozidgift zu Monster Spreadern krank gespritzt werden ?“
Im Kommmunikationsplattformengesetz, gültig seit dem 1. Jänner 2021, ist zu lesen …
Zusätzlich haben Diensteanbieter durch die Ausgestaltung der inneren Organisation des Meldeverfahrens, dafür zu sorgen, dass gemeldete Inhalte, soweit deren Rechtswidrigkeit bereits für einen juristischen Laien oder weitere Nachforschungen offenkundig ist, unverzüglich, spätestens aber innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Meldung, entweder entfernt werden oder der Zugang dazu gesperrt wird;
Übersicht über die Zeiträume zwischen Meldungseingang beim Diensteanbieter, Beginn der Überprüfung und Löschung oder Sperrung eines rechtswidrigen Inhalts, aufgeschlüsselt nach den Zeiträumen „innerhalb von 24 Stunden“, „innerhalb von 72 Stunden“, „innerhalb von sieben Tagen“ und „zu einem späteren Zeitpunkt“;
Jaja, 24 Stunden sind gar schnell um, jaja, auch 72 Stunden vergehen schnell wie ein Tag, und sieben Tage, jaja, wie rasch sind auch diese um, ohne daß irgend etwas passiert, so bleibt doch der Trost, zu einem späteren Zeitpunkt aber …
Taschner – der Abgeordnete hat einen „offenen Brief“ geschrieben. Er hat diesen Brief nicht an sich selbst gerichtet. Und doch hätte er diesen Brief an sich allein richten müssen. Und erst danach an andere. Wenn er dann überhaupt noch einen Brief auf diese Weise zu schreiben für notwendig erachtet hätte. Denn durch das Schreiben des Briefes zuerst allein an sich selber wäre ihm vielleicht einiges klar geworden.
Es handelt sich zugleich um das Ansehen der im Ausschuss Tätigen. Es handelt sich schließlich um das Ansehen des Parlaments als solches. Denn es droht die Gefahr, dass die Öffentlichkeit dem Parlament die Wahrnehmung seiner ureigensten Aufgabe, der Wahrung und Mehrung des Gemeinwohls zu dienen, nicht mehr abnimmt. Dieses Ansehen aber ist das Fundament zur Befolgung der Gesetze. Ohne dieses Ansehen wankt die parlamentarische Demokratie.
Es trägt nicht zum „Ansehen der im Ausschuss Tätigen“ und nicht zum „Ansehen des Parlaments als solches“ bei, wenn Abgeordnete des Parlaments und Tätige im Ausschuss nicht wissen, wie der Untersuchungsausschuss zur Gänze tatsächlich heißt.
Nichts davon ist allerdings vom aktuellen Untersuchungsausschuss zu erwarten, der den Namen „Ibiza“ aus bereits unerfindlich gewordenen Gründen führt.
Der vollständige Name des Untersuchungsausschusses lautet nicht „Ibiza“, der vollständige Name des Untersuchungsausschusses lautet:
Das ist der vollständige Name des Untersuchungsausschusses, unter dem dieser vom österreichischen Parlament geführt wird.
„Untersuchungsausschuss betreffend mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung“ – „Ibiza-Untersuchungsausschuss“ ist lediglich im Klammern ergänzt, wie ein Stichwort zum leichteren Suchen, wie eine Beschlagwortung zum leichten Sammeln von allen zusammengehörenden Akten, Beweisen, Protokollen unter einem schlagenden Begriff, eine Beifügung aber, die weggelassen werden kann, ein Service für Medien vielleicht auch, in deren Berichten nicht ständig den tatsächlichen ellenslangen Namen des Ausschusses vollständig schreiben zu müssen. Und auch ein eigener Beitrag des Ausschußes zur Geschichte dieses Untersuchungsausschusses selbst:
Ich selbst erlebte in Vertretung eines ständigen Mitglieds eine der Befragungen mit: Die Auskunftsperson, die mit dem Untersuchungsgegenstand nichts zu tun hatte, wurde aufgrund winkelzügiger Argumente geladen. Diese unbescholtene Person, der auch später niemals eine falsche Handlung nachgesagt werden konnte, wurde stundenlang in ein demütigendes Kreuzverhör genommen. Es schlug ihr Feindseligkeit und Verachtung entgegen, vielleicht in der Hoffnung, sie dadurch aus der Ruhe zu bringen. Eine Entwürdigung allein mit dem Ziel, Zwietracht zu säen und zu schüren.
Wenn er, Rudolf Taschner, den Namen der Person, für die er so dringlich es erachtet hervorzuheben, daß diese eine „unbescholtene Person“, der auch später niemals eine falsche Handlung nachgesagt werden konnte“, sei, genannt hätte in seinem Brief, es wäre wohl zu offensichtlich geworden, was ihm, Rudolf Taschner, sein „oberstes Gesetz“ zu sein hat: das „Gemeinwohl“ einzig dieser Person …
Darum gilt es – und dies zu bewirken, ist mein dringender Vorschlag an Sie, sehr geehrte Damen und Herren Klubobleute – in dieser widrigen Angelegenheit möglichst rasch die Reset-Taste zu drücken und für alle Seiten möglichst gesichtswahrend reinen Tisch zu schaffen.
Es stehen noch fünf Sitzungen des Untersuchungsausschußes betreffend mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung aus, von heute, 14. Juni 2021 weg. In fünf Tagungen werden noch Zeugen befragt werden, an fünf Tagen bis zur Mitte des nächsten Monats werden also weiter Zeuginnen befragt werden zur mutmaßlichen Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung, aber er, Rudolf Taschner, ersucht bereits in seinem falsch adressierten offenen Brief vom 23. Mai 2021, die „Reset-Taste“ zu drücken. Worunter nur verstanden werden kann, er, Rudolf Taschner, möchte, daß der Untersuchungsausschuß betreffend mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung vorzeitig endet, also keine Tagungen mehr stattfinden, keine Befragungen nach dem 23. Mai 2021 mehr durchgeführt werden, damit seine „unbescholtene Person“, die vielleicht auch noch einmal zur Befragung geladen in den Ausschuß muß, nicht noch einmal in den Ausschuß geladen werden kann, seine „unbescholtene Person“ erlöst wird.
Konziliant gab sich Abgeordneter Rudolf Taschner (ÖVP) in Richtung SPÖ, deren Gedanken er nachvollziehen könne. Taschner verwies auf „laizistische Staaten wie Frankreich“, lobte aber die Vorzüge des österreichischen Modells. Diese lägen darin, dass „Religionsunterricht in der Schule und nicht außerhalb“ stattfinde. Das wolle man „bei bestimmten Religionen nicht haben“. Außerdem sei jeder Mensch „irgendwie gläubig“, referierte Taschner. So habe Giordano Bruno an die Natur, Lenin an die Geschichte und ein Vorgänger des Bürgermeisters Ludwig an Bacchus geglaubt. Taschner bekräftigte, dass der Glaube selbst privat sei, die Religionsgemeinschaften aber in der Öffentlichkeit stünden und daher eine Beziehung zum Staat hergestellt werden müsse. Religions- und Ethikunterricht müssten den Idealen der Aufklärung verpflichtet sein, ohne missionarisch zu sein oder nur ein zeitgeistkonformes Verhalten zu predigen. Abgeordnete Gertraud Salzmann (ÖVP) verwies auf ihre langjährigen Erfahrungen mit dem Schulversuch zum Ethikunterricht in ihrem Heimatbundesland Salzburg. Obwohl seit 2011 „die Fakten auf dem Tisch“ lägen, sei bis jetzt nichts geschehen. Gemeinsam mit den Grünen setze man nun den Ethikunterricht ab Herbst 2020/21 um. Salzmann schloss eine spätere Erfassung der Sekundarstufe 1 nicht aus, es gebe bisher aber nur Erfahrungen mit der Oberstufe. Schon jetzt gebe es im Schulversuch viele gemeinsame Projekte zwischen Ethik- und Religionsunterricht. Da auch im konfessionellen Religionsunterricht viel an Menschen- und Persönlichkeitsbildung gemacht werde, sei Ethik für alle bereits vorhanden, argumentierte Salzmann. Der Religionsunterricht dürfe nicht an den Rand gedrängt werden, nur so werde der „Einfluss von Hinterhofpredigern“ zu verhindern.
Das sind Aussagen aus dem Jahr 2021. Schriftlich festgehalten auf der Website des österreichischen Parlaments …
Wie weit in Österreich es schon einmal war mit einer gegenwartsgemäßen Schule, muß nicht groß ausgeführt werden. Es reicht einen Namen stellvertretend zu nennen: Otto Glöckel. Es reicht, weil es um Religion geht, ein dazu passendes Beispiel herauszugreifen, den sogenannten Religionserlaß von Otto Glöckel aus 1919. So weit war es in Österreich einmal, vor einhundertundzwei Jahren …
Dieser Erlaß wurde von dem damals noch untürkisen Unterrichtsminister zurückgenommen. Das war 1933, in der beginnenden Herrnzeit von Dollfuß und der dann noch länger dauernden Herrnzeit von Schuschnigg. Die ihnen Nachkommenden, nun türkis getupft, entscheiden Sie es bitte selbst, sind zurückgefallen weit vor das Jahr 1919 oder beginnen mit 1933 oder haben sich seit damals nicht bewegt. Und es haben sich nur die Zeiger auf ihren Uhren bewegt, die wohl auch seit damals stillstehen würden, hätten sie einen Einfluß auf die Zeit.
Rudolf Taschner, dieses bildungsbürgerliche role model, stellt mit dieser seiner oben zitierten Aussage ein weiteres Mal seine ganze Intellektualität kräftigst unter Beweis, wenn es sagt, „Religions- und Ethikunterricht müssten den Idealen der Aufklärung verpflichtet sein, ohne missionarisch zu sein oder nur ein zeitgeistkonformes Verhalten zu predigen.“ Es könnte zu dieser Aussage viel geschrieben werden. Aber es reicht, anzumerken, es ist das Ende jedweder Religion, wenn sie nicht mehr missionarisch ist, es ist ohne Missionierung besonders das Ende der Buchreligionen, die es wohl vor allem meint, da es eine recht hervorhebt.
Das role model des Bildungsbürgerinlichen mit der Liebe zum Lateinischen sagt, es „sei jeder Mensch ‚irgendwie gläubig‘, referierte Taschner. So habe Giordano Bruno an die Natur, Lenin an die Geschichte und ein Vorgänger des Bürgermeisters Ludwig an Bacchus geglaubt.“ Auch dazu könnte einiges geschrieben, zum „Glauben“ an Natur, Geschichte … Es genügt aber vollauf festzuhalten, dem „Vorgänger des Bürgermeisters Ludwig“ vorzuhalten, er habe an „Bacchus geglaubt“, das ist ein Chat ohne Smartphone. Das role model – Thomas Schmid für Lateinerinnen. Noch einfacher kurz gesagt: Taschner: Schmid für Lateiner.
In welcher Zeit in dieser nun türkis getupften Partei gedacht wird, zeigt auch die oben zitierte Gertraud Salzmann, ebenfalls eine Abgeordnete, eindrucksvoll auf. Wenn sie sagt: „Der Religionsunterricht dürfe nicht an den Rand gedrängt werden, nur so werde der ‚Einfluss von Hinterhofpredigern‘ zu verhindern.“ Das ist schulreformatorisch wahrlich tief hineingedacht …
Und ganzheitlich, wie es heutzutage modern gesagt wird, noch dazu. Die gleich dafür angelegte Karte wird nun, darf angenommen werden, im Religionsunterricht, im Ethikunterricht wohl auch zum Einsatz …
Es gab eine Zeit, das ist noch nicht so lange her, als die Partei der „Grünen“ dafür war, den Religionsunterricht als Pflichtunterricht abzuschaffen, den Religionsunterricht als Freifach anzubieten, einen verpflichtenden Ethikunterricht einzuführen. Nun liest die Partei der „Grünen“ das Datum vom türkisen Kalender ab, um zu wissen, in welchem Jahr sie zu sein hat.
Besonders intensiv wurde auf die Aufhebung des sog. „19er“ Erlasses des Unterrichtsministeriums aus dem Jahr 1919 verwiesen. Glöckel, der damals Unterstaatssekretär für Bildung gewesen war, hatte in diesem Erlass den Zwang zur Ausübung religiöser Übungen aufgehoben und die Pflicht zur Befragung von Schülern hinsichtlich der individuellen Ausübung der religiösen Pflichten aufgeweicht. Genau daran stieß sich Rummelhardt. „Und nun gehört es ja zu den höchsten Aufgaben des Priesters und des weltlichen Erziehers, darüber zu wachen, dass von den Kindern die Pflichten erfüllt werden, die Pflichten gegen Gott und die Pflichten gegen die Menschen. Der 19er Erlass des Unterstaatssekretärs Glöckel hat aber von einem Zwang zu den religiösen Übungen gesprochen, er hat den Zwang aufgehoben, er hat die Ausübung dieses Zwangs verboten und hat damit eine Situation geschaffen, die jede sittlich religiöse Erziehung ausgeschlossen hätte, die sittlich religiöse Erziehung unmöglich macht und die tatsächlich zu dem traurigen Ergebnis führen müsste, dass unsere Schule wirklich entchristlicht wird“530, kritisierte der Wiener CSP-Stadtrat und erntete dafür von den Zuhörern Zustimmung. Die von Glöckel angestrebten Reformen im Unterrichts- und Bildungswesen wurden auch scharf kritisiert. Antisemitismus wurde dabei auch „eingesetzt“. „…da hat er sich in Wien eine Stelle ausgesucht, von der er mit eiserner Hand seine Reformen, seine von jüdischen Freimaurern diktierten Reformen durchführt. Sein Bestreben ist geleitet vom Hass gegen alles, was Kirche heisst …“531, meinte er dazu. Rummelhardt kritisierte auch, dass aktuelle Erlässe des Unterrichtsministeriums, in denen festgelegt worden war, wie die Befragung von Schülern hinsichtlich der individuellen Ausübung der religiösen Pflichten ausgeführt werden solle, vom Wiener Stadtschulrat und Glöckel durch eigene Erlässe angeblich konterkariert worden waren. Und er kündigte in diesem Zusammenhang, an den Verfassungsgerichtshof mit dieser Angelegenheit zu befassen. „Nun hat das Ministerium darauf zwar sehr vorsichtig geantwortet, das Befragen sei kein Zwang, es müsse alles vermieden werden, dass es nicht den Charakter eines Zwanges annehme. Damit hätte sich doch Glöckel bescheiden können, … Aber Glöckel war das viel zu wenig; …er hat einen eigenen Erlass herausgegeben. … Der Erlass der Wiener Schulbehörde geht noch weiter, es ist darin ausdrücklich festgelegt, dass das Kind, wenn es nicht will, die Frage des Lehrers nicht zu beantworten braucht.“532Rummelhardt sprach in diesem Zusammenhang auch der katholischen Lehrerschaft ihren Dank aus. „Wir müssen“, meinte der CSP-Stadtrat, „auf dem Wiener Parteitage den christlichen Lehrern und Lehrerinnen besten Dank für ihr Durchhalten aussprechen. Es muss jeder christliche Vater und jede christliche Mutter diese Männer und Frauen bewundern, die sich nicht scheuen ihre Pflicht zu erfüllen, trotzdem sie wegen dieser Pflicht von der sozialdemokratischen Schulbehörde gemaßregelt werden.“533 Und er appellierte an christlichsoziale Elternräte, den bestehenden Landeselternverband nicht zu verlassen. Ein Rückzug aus diesem formal überparteilichen Gremium, das in Wirklichkeit von den Sozialdemokraten dominiert sei würde die Partei den letzten Einfluss auf die Geschicke in den Wiener Schulen kosten. Er kritisierte aber auch die Bestrebung des Stadtschulratspräsidenten konfessionslose Personen als Schuldirektoren zu bestellen. „Ich frage Sie: Kann denn ein konfessionsloser Schulleiter die Schüler … sittlich religiös erziehen? Das ist ganz unmöglich“534
In einem anderen, gerade für das christlich-konservative Lager wesentlichen Bereich fand ebenfalls eine merkliche Zurückdrängung statt. Diese betraf den Religionsunterricht in den Schulen. Dem sozialdemokratischen Prinzip folgend, dass Religion Privatsache sei und nichts in den öffentlichen Schulen zu suchen hatte wurde von der Wiener Stadtregierung alles daran gesetzt, Religion und alle ihre Ausprägungen – vom Religionsunterricht über das Schulgebet bis hin zu religiösen Liedern – aus der Schule zu drängen. Genau damit aber trafen sie aber die Christlichsozialen, ihre Wähler und Sympathisanten ins Mark, denn diese Maßnahmen behinderten nach Ansicht der CSP die Weitergabe dieser christlich-katholischen Kultur. Aus Sicht des bürgerlich-konservativen Lagers erreichte die Sozialdemokratie in Wien einen geradezu sektenähnlichen Status, der dem Bürgertum und der Christlichsozialen Partei doch Respekt und vielleicht sogar Angst einflösste. Heinrich Mataja schrieb darüber in unversöhnlicher Art und Weise im April 1927 in der Reichpost: „Wir haben es heute mit keiner Partei im landläufigen Sinn mehr zu tun sondern mit einer eigenen Welt, mit einem Staat im Staate. In den Verhältnissen, die wir kennen (Anm. der Christlichsozialen Partei), spielt die Organisation eine gewisse Rolle. Sie ist ein Instrument, ein Mittel zum Zweck, bald mehr, bald minder wichtig. Das Ziel der sozialdemokratischen Organisation dagegen ist, das Individuum in allen seinen Lebensäußerungen zu erfassen, um es ganz zu beherrschen, und um es von jeder anderen Berührung fernzuhalten. … So hat sich die Partei eine hasserfüllte Garde herangezogen, die vom Bürgertum das Schlechteste annimmt […]
Um zu einem Ende dieses Kapitels zu kommen, dies noch.
Es ist, generell dazu gesagt, ein Humbug. Gesinnungsgemäßes ist aber immer ein Humbug. Einen Gegenstand, also Religion, von dem Schüler sich abmelden können, durch einen verpflichtend zu besuchenden Unterricht, also Ethik, zu ersetzen, die Schülerinnen also in ihrer freien Wahl äußerst zu beschränken, sie für ihre Selbstbestimmung zu bestrafen, ihnen enge Grenzen ihrer Freiheit vorzuführen, sie in den Ethikkarzer zu sperren.
Es wähnen sich gar viele Mensch sehr modern, die dafür sind, den Religionsunterricht durch einen Ethikunterricht zu ersetzen. Auch hierzu könnte vieles geschrieben werden. Aber es reicht zu sagen. Zum einen. Es ist ein Fehlschluß, daß es einen Ersatz geben muß für einen aufzulassenden Gegenstand. Ethik als eigenes Schulfach aber ist nutzlos. Ethik ist, um einen heutzutage beliebten Begriff zu verwenden, eine Querschnittsmaterie, das heißt:
Das sind die wahren Motive der Linkslinken, der Roten wie der Grünen : Chaos erzeugen, die damnatio memoriae auf die Spitze treiben, die Leute vernadern, beschuldigen , verächtlich machen – sich selber aber bereichern bis zum Anschlag !! Ich bleibe dabei : liebe FPÖ ,bitte meidet jeden Kontakt mit diesen Unmenschen , sei es durch Koalition, projektbezogene Zusammenarbeit oder gar persönliche Begegnungen !! Vermeidet das tunlichst ! Die einzigen Werte, die diese Figuren verstehen, sind der Strick, das Richtschwert und die Kugel !! Ich habe fertig….
Solche bildungsbürgerliche Kommentare sind stets Antworten, Ergänzungen zu den Kommentaren der Website. Es findet auf dieser Website ein Dialog der Kommentatoren statt, die von Manchem in diesem Staat eingeforderte Gesprächsbereitschaft findet also auf dieser Website zwischen den Kommentarorinnen statt.
Es geht in diesem Kommentar der Website auch um die Verteidigung der Straße für Herbert von Karajan, zu dem sofort Christa Ludwig einfällt:
Schon als Kind saß sie Herbert von Karajan auf dem Schoß, der am von ihrem Vater geleiteten Theater in Aachen als jüngster Generalmusikdirektor wirkte, bis die Nazis „das Wunder Karajan“ nach Berlin beförderten. 1945, mit 17 Jahren, hatte Christa Ludwig ihren ersten öffentlichen Auftritt in Gießen.
Es geht in diesem Kommentar der Website auch um Ferdinand Porsche:
Zum anderen übernahm Porsche nicht die menschenverachtende Ideologie der Nazis, die in seiner Firma eingesetzten Zwangsarbeiter wurden nicht so schlecht behandelt wie anderswo. Als „politischer Konjunkturritter“ suchte Porsche die Nähe zum Regime, weil er dadurch Rückenwind für seine Geschäfte bekam.
Ein Mann, der sich „Donaufischer“ nennt – es kann aber auch eine Frau sein, es kommt nicht selten vor, daß Frauen etwa bei ihrer Berufsnennung die männliche Form angeben -, macht Vorschläge, welche Namen als Ersatz …
Durch welche erlauchten Namen wollen denn unsere Denkmalstürmer die Salzburger Straßennamen ersetzen? Ich hätte da einige Vorschläge: Wie wär´s mit Mao-Boulevard oder Pol-Pot-Platz? Vielleicht George-Soros-Allee oder Hermann-Nitsch-Platz ? Der linken Phantasie sind bei 66 Straßennahmen keine Grenzen gesetzt.
Die Straßen, die Gassen, die Plätze sind also kein Anstoß, die Benennungen der Straßen, Gassen, Plätze nach ihnen könnten durchaus nach ihnen benannt bleiben, denn es wären nackte Namen, ohne Bedeutung, irgendwelche Namen nur, mit denen Menschen nichts anderes als die Geographie in Verbindung brächten, ihnen zur Unterstützung, um zu wissen, woher sie kommen, wo sie sich befinden, wohin sie müssen. Es wären namenlose Namen. Oder. Es wären einfach mit Zahlen zu vergleichenden Namen. Aber Straßen, Gassen, Plätze nur mit Zahlen zu bezeichnen, ist doch eintönig, 123. Straße, Gasse 957, Platz 95, Weg 301 …
Benjamin stemmt sich derzeit mit allen Kräften gegen den drohenden Amtsverlust.
Nicht mehr lange Regierungschef?
Vor dieser Überschrift berichtet die Tageszeitung „Die Presse“ über das verbale Aufziehen der Bibi-Flagge …
Und unter dieser Überschrift
Nicht mehr lange Regierungschef?
berichtet „Die Presse“ darüber, wie es in diesem Staat jetzt zugeht, über den Ablauf, dessen Schluß sein soll, daß der gerade noch Regierungschef nicht mehr Regierungschef sein wird.
Und am Ende, „Die Presse“:
In einer früheren Version dieses Artikels stand im Titel: „Kurz stärkt Netanjahu vor drohendem Amtsverlust den Rücken“. Nach der Klarstellung des Bundeskanzleramts haben wir die Überschrift konkretisiert.
„Diese Chats in allen Fällen sind grauslich. Dass sie veröffentlicht werden dürfen, auch was den persönlichen Bereich anlangt, ist ebenso grauslich. Das gibt es nirgends, auch in Deutschland nicht.“
Hermann Schützenhofer, Landeshauptmann in der Steiermark, am Sonntag, 6. Juni ’21. In der „Pressestunde“. Im österreichischen Rundfunk.
Das würde es nirgends geben. Sagt ein österreichischer Landeshauptmann. Das gibt es, sogar in Österreich. Zum Beispiel Chats von Männern und Frauen, die Verschwörungen anhängen. Chats, die auch den persönlichen Bereichanlangen, in geschlossenen Gruppen, also nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die ebenfalls zu Hausdurchsuchungen beispielsweise führen.
Nach der Sicht dieses Landeshauptmannes müßte es wohl ebenso grauslich sein, die Chats der Männer und Frauen der Verschwörungen zu veröffentlichen. Für die Veröffentlichung dieser Chats aber würden dem Landeshauptmann mit Bestimmtheit Argumente einfallen, warum das Veröffentlichen dieser Chatsnicht grauslich …
Was aber macht den Unterschied zwischen den Chats aus, deren Veröffentlichung grauslich und deren Veröffentlichung nicht grauslich?
Der Landeshauptmann sagt, das Veröffentlichen der Chats ist grauslich, auch was den persönlichen Bereich anlangt. Nun, bei Chats gehört es offensichtlich dazu, auch den persönlichen Bereich einzubringen, das Persönliche beizumengen. Auch bei den Chats, deren Veröffentlichen nicht grauslich, ist es nicht anders, wenn etwa eine Frau berichtet, sie wäre bei verschiedenen Einheiten des Bundesheeres gewesen, etwa ein Mann berichtet, er wäre Oberleutnant der Reserve, etwa ein Mann berichtet, er hätte gedient und wäre freiwillig im Kosovo gewesen, in den Chats also Persönliches, Biographisches nicht verschwiegen wird, zwischen den Chats, in denen es beispielsweise um Verschwörungen …
Kniender Herr in Lederhose (flüsternd): Haben Sie ihn gesehen? — (Laut:) Den Polizisten!
Kniender Mann in voller Wichs (flüsternd): Ärgerlich ist das wirklich. Seit einer Ewigkeit und drei Tag‘ mit laufendem Motor —
Kniender Herr in Lederhose (laut): Ohne Motor!
Kniende Ministranten schauen ihn streng an.
Kniender Herr in Lederhose (wieder flüsternd und dabei auf seinem Smartphone ein Foto herzeigend): Ohne — —
Kniender Mann in voller Wichs: Nicht mit laufendem Motor?
Herr in Lederhose: Nein.
Kniender Mann in voller Wichs: Ist ihm jetzt halt schon warm genug.
Herr in Lederhose: Er ist ohne Wagen dort.
Kniender Mann in voller Wichs: Wo sitzt er dann?
Herr in Lederhose: Er steht.
Kniender Mann in voller Wichs: Wowie?
Herr in Lederhose: Direkt vor der Haustür steht er.
Kniender Mann in voller Wichs: Ist ihm jetzt halt warm genug.
Herr in Lederhose: Wird schon so sein.
Ein kniender Mann im Trachtenjanker: Aber wenn es nur ein wenig kälter wieder wird, dann sitzt er wieder im Wagen. (Laut:) Mitmit laufendem Motor wieder am Stand!
Kniende Dame im Dirndl schaut ihn streng an.
Ein Mann im Trachtenanzug (flüsternd): Ist ja wirklich eine Frechheit, eine Rücksichtslosigkeit sondergleichen.
Kniender Mann in voller Wichs: Wem sagen Sie das. (Laut:) Dieser Gestank! Noch ein kniender Herr in Lederhose (laut): Unsereiner brennt wie ein Luster, wenn du nur eine Minute bei laufendem Motor — Kniender Mann in voller Wichs (weiter laut): Eine Luftverpestung sondergleichen!
Kniende Ministranten, kniende Dame im Dirndl schauen die Lautgewordenen streng an.
Ein weiterer kniender Mann in voller Wichs (flüsternd): Seit einer Ewigkeit und drei Tag‘ meid‘ ich die Marschgasse — —
Kniende Ministrantin (flüsternd): Polizeiliche Klimaleugnung ist das.
Kniender Herr in Lederhose (wieder flüsternd): Wir ja auch, meine Schwester und ich.
Kniende Dame im Dirndl: Meine Kinder können auch nicht mehr durch die Marschgasse zur Schule. Dabei wäre die Marschgasse für sie der kürzeste Weg nach Hause, aber sie können nicht mehr durch die Marschgasse. Kaum gehen sie beim angelassenen Polizeiwagen vorbei, bekommen sie schon keine Luft mehr, keine Luft und verpestet augenblicklich verpestet ihre Kleider. Seit einer Ewigkeit müssen meine Kinder die Marschgasse weitläufig — (Laut:) Und das nur wegen dem Stinker da!
Kniender Pfarrer und kniende Schwester des knienden Herrn in Lederhose sehen sie streng an.
Kniende Dame im Dirndl (wieder flüsternd): Verzeih’n Sie meine unchristlichen Worte. Aber das ist doch wahr!
Junger Mann in voller Wichs (laut): Wen bewachen die denn da überhaupt?
Kniende Ministranten, kniender Pfarrer, kniende Schwester des Herrn in Lederhose und kniende Dame im Dirndl schauen ihn streng an.
Junger Mann in voller Wichs (flüsternd): Wen bewachen die denn?
Kniender Herr in Lederhose zuckt mit den Schultern.
Kniender Mann im Trachtenanzug: Muss ein ganz Wichtiger sein.
Kniender Herr in Cordhose und Lodenüberzieher: Na ja.
Noch eine kniende Dame im Dirndl: Doch, das muß ein ganz Hoher sein.
Junger Mann in einer Krachledernen: Oder eine ganz Wichtige.
Kniender Mann in voller Wichs: So ein Hoher kann das nicht sein, wenn er immer daheim ist.
Ein älterer Herr im Lodenmantel: Muß aber eine Höchstwichtige sein, sind ja oft nicht nur ein Polizist (zeigt ein Foto auf seinem Smartphone her) — —
Junger Mann in voller Wichs: Immer daham?
Kniender Herr in Lederhose: Muß er wohl, die Polizei steht ja immer vorm Haus, und das seit — (laut:) Tag und Nacht!
Kniender Pfarrer und kniender junger Mann in voller Wichs schauen ihn streng an.
Kniende Dame im Dirndl: Nicht mal am Sonntag mehr kann ich wegen dem mit den Kindern durch die Marschgasse zur Kirch‘ — —
Eine sehr alte Dame mit Kopftuch: Werk- wie feiertags steht er auf der Marschgoss’n. Ich laß‘ mir ja nur noch alles in die Wohnung liefern. Ich wohn‘ auf der Marschgoss’n und kann nicht mehr auf die Marschgoss’n.
Kniender Pfarrer (laut): Deswegen nicht mehr in die Kirche zu —
Alle schauen den Pfarrer streng an.
Noch ein junger Mann in voller Wichs: Die Polizei tät ja sonst nicht immer vor seiner Tür steh’n, wenn er nicht ständig z’aus —
Eine kniende junge Frau: Ich will nicht mehr auf der Marschgassen sein. Meine Geranie am Fenster hab‘ ich jedenfalls wegschmeissen müssen, so gestunken hat sie.
Die Gebete sind zu Ende. Alle erheben sich nacheinander. Die Demonstration setzt sich in Bewegung.
Wenn diese zweite Landkarte, so wird bereits gemunkelt, ebenso einschlägt wie die erste, sollen weitere Herstellungen von Landkarten nicht ausgeschlossen sein, die Überlegungen hierzu sollen, so wird bereits gemunkelt, schon recht im Gange sein, welche Gruppierungen noch auf Landkarten mit allen notwendigen Daten für differenzierte Diskusssionen dargestellt werden können, die einer besonderen Sicherheitsbehandlung zu unterwerfen sind.
Ich bedaure sehr, dass es in den letzten Tagen vermehrt zu politischer Instrumentalisierung gekommen ist und dass mittlerweile auch verschiedenste Rechtsextremisten den Zweck dieses Projektes völlig konterkarieren. Die soeben bekannt gewordenen Warnschilder an verschiedenen Orten Wiens sind erschütternd und verstörend und ich verurteile derartige Aktionen auf das Schärfste. Die Islamlandkarte wollte eine differenzierte Diskussion über das islamische Leben in Österreich ermöglichen und einen positiven Beitrag leisten. Es sollte die Vielfalt des islamischen Lebens in Österreich aufgezeigt werden – in all seinen Schattierungen. Dennoch möchte ich festhalten, dass zweifellos dringende Notwendigkeit an einer sachlichen Debatte über den Islam in Österreich besteht. Die Islamlandkarte kann dazu einen sinnvollen Beitrag leisten. Nicht zuletzt tat sie das bereits seit ihrer ersten Veröffentlichung 2012. Dass die Erweiterung dieses Projektes derartige Diskussionen hervorruft, bedaure ich sehr. Ich fordere alle Seiten zur Rückkehr zu einer sachlichen, wissenschaftlich fundierten Diskussion auf.
Zu was sonst soll ein parteipolitisches Instrument führen, als zu einer Instrumentalisierung der Politik?
Mit einer Landkarte eine differenzierte Diskussion zu führen, führt zur nächsten Frage. Seit wann werden Diskussionen mit einer Landkarte in der Hand geführt? Was würden das für Fernsehsendungsdiskusssionen beispielsweise werden, alle eine eigene Landkarte vor sich ausgebreitet, mit auf den Landkarten kreuz und quer herumfahrenden Fingern, die diskutieren …
Die durch Steuergeld finanzierte Landkarte: „Service“der von der türkis getupften christschwarzen Partei angeführten österreichischen Bundesregierung zum bequemen Planen der Einsätze von „Rechtsextremen“; diese brauchen ab sofort nicht mehr selbst mühsam Adressen herauszusuchen, mühsam Wegbeschreibungen zusammenzustellen, um zu ihren Einsätzen auszurücken.
Für Marschbefehle sind Landkarten unerläßlich.
„Dass der legitime Kampf gegen den Politischen Islam von extremistischen Gruppierungen missbraucht wird, ist völlig inakzeptabel und klar zu verurteilen“, sagte Raab.
Die Dokumentationsstelle Politischer Islam äußerte sich am Mittwochnachmittag zu der Angelegenheit: Man distanziere sich „dezidiert von der Vereinnahmung der Inhalte der Islamlandkarte der Universität Wien bzw. ihrer eigenen Publikationen durch rechtsextreme Aktivisten und Akteure“, heißt es in einem Statement. „Das Anbringen von feindseligen Schildern und Botschaften vor Glaubenseinrichtungen ist aus Sicht der Dokumentationsstelle Politischer Islam nicht tragbar und steht in direktem Widerspruch zu Pluralität, Religionsfreiheit und Demokratiebewusstsein, denen sich die Stelle verschrieben hat.“
Man fordere die „umgehende Entfernung dieser Schilder und Botschaften“ und „verbitte“ sich, mit rechtsradikalem und extremistischem Aktivismus in irgendeine Verbindung gebracht zu werden. Die Sicherheitsbehörden seien in Kenntnis gesetzt worden.
Was ist eine solche Landkarte anderes als die staatliche Vereinahmung von „Rechtsextremen“ für den türkis integrativen „Kampf“? Was kann mehr „in direktem Widerspruch zu Pluralität, Religionsfreiheit und Demokratiebewusstsein“ stehen, als eine solche Landkarte? Wie kann es verbeten werden, „in irgendeine Verbindung mit rechtsradikalem und extremistischen Aktivismus gebracht zu werden“, wenn die „Verbindung“ zu solchem selbst hergestellt wird? Wie kann „die umgehende Entfernung dieser Schilder und Botschaften“ gefordert werden, wenn diese Landkarte als das gelesen wird, was sie ist, eine Einsatzlandkarte zum Aufstellen solcher Botschaftsschilder?
Eine solche Landkarte ist nichts anderes als eine staatliche „schwarze Liste“, wie sie gerade auch in Österreich zur Genüge aus der Vergangenheit gekannt wird, auch aus anderen Ländern gekannt wird, und nicht nur aus der Vergangenheit.
Was an dieser österreichischen staatlichen schwarzen Liste das Besondere ist, ist die Aufforderung zur Mitarbeit an dieser Landkarte,
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