„Das ist sehr lieb“, Martin Engelberg, „vielen Dank!“

Es ist tatsächlich sehr lieb, daß Martin Engelberg den Eintrag,

Martin Engelberg, Kurzens Kandidat tritt für die Beschneidung ein. Wird er auch ein Garant für keinen „Neonazi“ in der Regierung sein?

wie in der Collage gesehen werden kann, stillschweigend gelöscht hat.

Dafür gebührt Martin Engelberg der größte Dank, der vorstellbar ist.

Wahrlich, Sebastian Kurz schart um sich tatsächlich echte Männer, die unbeirrt eintreten für eine „engagierte Verteidigung unserer Werte wie Demokratie …“

Die „engagierte Verteidigung unserer Werte wie Demokratie“ nennt Martin Engelberg als einen der Beweggründe, weshalb er sich für die Kandidatur entschied. Und als wahrer Demokrat will er nicht nur engagiert verteidigen, sondern auch „meine Beweggründe für meine Entscheidung mit Euch teilen“.

Seine „engagierte Verteidigung unserer Werte wie Demokratie“ teilt Martin Engelberg also eindrucksvoll mit den Menschen, die mit ihm seine Beweggründe teilen: „Das ist sehr lieb – vielen Dank!“ Das ist auch wahrlich ein großes Bekenntnis eines Mannes, der bekennt: „Ein großes Interesse für Politik kennzeichnet mein Leben.“ „Das ist sehr lieb – vielen Dank!“: etwas Politischeres ist nicht vorstellbar.

Als Mann für eine „engagierte Verteidigung unserer Werte wie Demokratie“ verschließt sich Martin Engelberg selbstverständlich nicht der Diskussion, wie ebenfalls in der Collage gelesen werden kann, wenn jemand schreibt: Bin baff. Und enttäuscht.“

Aber es darf kein anonymer Wähler oder anonyme Wählerin sein, sondern es muß jemand sein, den Martin Engelberg wohl persönlich kennt und für ihn zum sogenannten Establishment im Land zählt. Dann antwortet Martin Engelberg: „Freue mich über ein Gespräch bei nächster Gelegenheit.“ Die Antwort von dem sehr bekannten Mann in Österreich darauf: „Wird kurz sein.“

Auch das zeigt von dem großen Verständnis und von dem großen Engagement für die Werte wie Demokratie des Martin Engelberg. Die Masse hat zu teilen, was ihr vorgegeben wird, und vor allem zu wählen. Dann: „Das ist sehr lieb – vielen Dank!“ Und kann es eine größere „Volksnähe“ geben, als der Masse zu erlauben, zu wählen? Ihn zu wählen, Martin Engelberg? Ist das nicht ein herrlicher Wert der Demokratie, daß Martin Engelberg die Masse so nahe an sich heranläßt, ein Kreuz bei der Partei machen lassen zu dürfen, für die er kandidiert? Gar noch näher, mit einem Kreuz direkt bei seinem Namen, wenn Martin Engelberg auch um Vorzugsstimmen …

Es ist auch herzig, rührend, das Löschen des oben verlinkten Kapitels. Viele meinen immer noch, also auch Martin Engelberg, wenn sie etwas auf ihrer Seite löschen, dann ist es aus der Welt. Nun gibt es doch schon sehr lange die sogenannten modernen Kommunikationstechnologien. Dennoch meinen immer noch viele, also auch Martin Engelberg, wenn sie etwas auf ihrer Seite löschen, dann ist es, wie früher einmal, wenn etwas verbuddelt wurde, beispielsweise im Sand, unauffindbar. Das stimmte damals schon nicht. Auch aus dem Sand wurde vieles wieder ausgegraben. Und das Internet, Martin Engelberg, ist schon gar kein Sand, oder, in Österreich zutreffender, keine Tuchent, unter der etwas für immer …

Eines noch zeigt dieses sein Löschen, Martin Engelberg bleibt sich treu, er ist dabei, wie es heutzutage heißt und gefordert wird, authentisch. Wer für das Beschneiden ist, beschneidet generell gerne …

Aber es ist gar nicht auszuschließen, daß erst jetzt so richtig begonnen wird, mit dem Lüften der Tuchent …

Martin Engelberg - Joesi Prokopetz - Baff und enttäushct

 

 

 

Martin Engelberg, Kurzens Kandidat tritt für die Beschneidung ein. Wird er auch ein Garant für keinen „Neonazi“ in der Regierung sein?

Nun hat Martin Engelberg die „ehrenvolle Einladung erreicht“, für Sebastian Kurz zu kandidieren. Eine „Chance“, die er sich nicht entgehen lassen möchte.

Er möchte also einem „Spitzenpolitiker“ dienen, der „gewillt und imstande ist, große Veränderungen in dieser Richtung in unserem Land herbeizuführen“. Und wer kann das besser einschätzen als Martin Engelberg? Der selbst ein großer Mann mit einem „großen Interesse für Politik“ der Veränderungen ist, wie sein Eintreten für die Beschneidung auf so zukunftsweise eindringliche Art —

Das perfide sektiererische Einmahnen von Demokratie.

Noch etwas zeichnet Martin Engelberg uneingeschränkt aus, eine „ehrenvolle Einladung“ zu erhalten. Er spricht, wie es so schön heißt, Klartext. Nicht nur in bezug auf „HC Strache und sein Team“, die er „nicht an die Macht“ lassen will, sondern auch in bezug auf die „Ultraorthodoxen“, wie in dem oben verlinkten Kapitel nachgelesen werden kann …

Es ist zwar eine Weile her, daß Martin Engelberg sein „Nein“ gegen eine FPÖ an der Macht unmißverständlich geschrieben hat. Aber sein „Nein“ wird er nun nicht in ein Ja verändern, ist doch eine Veränderung der FPÖ seitdem nicht bekannt …

Wer sich also vor einer kurzschwarz-blauen Regierung bis jetzt fürchtete, gar davor warnte, kann beruhigt werden. Denn mit Martin Engelberg ist nun ein Mann an der Seite von Kurz, der doch ein großer Garant sein muß, daß es zu keiner Regierungsbeteiligung der FPÖ … eine „ehrenvolle Einladung“ kann einen so aufrechten Mann nicht dazu bewegen, sich, wie es seit einiger Zeit in diesem Land so schön heißt, „situationselastisch“ …

Ein Mann, der im Fall der Beschneidung sofort erkannte, worum es auch ging, nämlich um „Antisemitismus“, wird wohl in der Causa „Hübner schon wieder“ für sich sofort sein „Nein“ zur FPÖ an der Macht erneuert haben, mehr noch, es möglicherweise unerschrocken seinem Einlader als Bedingung für seine Kandidatur …

Generell abschließend gesagt, kann es für einen Mann wie Martin Engelberg keine andere „ehrenvolle Einladung“ geben, als die von der kurz’schen ÖVP; ist sie doch eine Partei, die unmißverständlich für Tradition steht mit ihrem Nein zum „Antisemitismus“, dessen Garantie sie Jahr für Jahr mit ihrer Ikone Leopold Kunschak unmißverständlich erneuert.

Darüber hinaus. Bekräftigen nicht gerade die jungen Menschen in der ÖVP diese Garantie? Es kann tatsächlich nur eine „ehrenvolle Einladung“ genannt werden, unter ihnen …

Martin Engelberg - Kurzens Kandidat

Wie halten es die Neos mit der FPÖ?

Das fragen sich nun nicht wenige, nach dem Interview mit der Neosheiligen, für die die schwarz-blaue Koalition einiges auf den Weg gebracht ha…

Für Matthias Strolz ist viel vorstellbar, wie im Kapitel

Neos brauchen zu Freiheitlichen keine Brücken mehr zu schlagen, die haben ihre schon, zu den „Salonfaschisten“

nachgelesen werden kann. Für einen Mann des Mutes, für einen Mann der Visionen, für einen Mann der Zukunft ist vieles vorstellbar.

Manches von dem, was Matthias Strolz sich für die Zukunft, also für eine gedeihliche Zukunft für die Menschen in diesem Land sich visionär und mutig ausgedacht hat, hat sich bereits zerschlagen. Zum Beispiel, etwas Regierungsmäßiges mit dem Team Stronach …

Das Team Stronach gibt es nicht mehr. Und Robert Lugar ist öffentlich heimgekehrt

Die „ausgerotteten Neandertaler“ des Robert Lugar, der seine Geistesheimat nie verließ

in sein Reich; profaner gesagt: zurückgestiegen zur identitären Parlamentspartei.

Matthias Strolz hat, das muß anerkannt werden, eine sichere Hand bei der Auswahl der Menschen und Parteien, mit denen er Zukunft gestalten will.

Und gerade in diesem Jahr, erst vor kurzem, hat er es wieder auf die beeindruckendste Art und Weise bewiesen, als es ihm gelang, die Heilige für seine Partei zu gewinnen, sie dazu brachte, von ihrem Himmel – gebenedeit sei sie – herabzusteigen …

Wie verführerisch schön das Plattschäbige zu klingeln vermag

2014 legte die schöne Platte Christopher Clark auf; er hatte es sich verdient, Schönredner zur Feste Salzburg gewesen zu sein. Und es war auf ihn Verlaß. Er spielte die Melodei, die in diesem Land … Christopher Clark in Salzburg – Eine typische österreichische Besetzung.

2016 legte die schöne Platte Konrad Paul Liessmann auf; er hatte es sich verdient, Schönredner zur Feste Salzburg gewesen zu sein. Und es war auf ihn Verlaß. Er spielte die Melodei, die in diesem Land … Konrad Paul Liessmann gibt heute in Salzburg eine Eröffnungsarie aus seiner Philosophieoper.

2017 legt die schöne Platte Ferdinand von Schirach auf; er hat es sich verdient, Schönredner zur Feste Salzburg zu sein. Und es ist auf ihn Verlaß. Er spielt die Melodei, die in diesem Land …

Liessmann spielte seine Platte noch bis zu – zwar nur ein oder zwei Töne, aber immerhin – Adorno, während Schirach aus dem zwanzigsten Jahrhundert gerade noch Zweig anstimmt, wohl aber nur, um noch besser seine Welt von gestern zu beschwören, um ganz im achtzehnten Jahrhundert zu wandeln, und dabei Rousseau zu unterstellen, er habe sich geirrt, und Voltaire hervorzuheben. Aber wer hebt heutzutage nicht Voltaire hervor …

Es ist die alte Platte, die Platte gegen die Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen. Und es wird Schirach gefallen, vor diesem Publikum zu singen. Über den Daumen sitzt wohl die gesamte österreichische Staatsspitze im Publikum. Es sind nicht mehr Könige und Kaiser, aber, Voltaire war ja auch nicht Schirach.

Und was bringt Schirach vor? Es geht ihm dabei auch um die Äußerungen der Bürger und Bürgerinnen im Internet, in dem das „Schrille, Bösartige, Vulgäre“ noch zu überwiegen scheint; eine Zeitungsleserin, die selbst nicht im Internet unterwegs ist, wird das wie Schirach beurteilen. Denn. Das ist die vorherrschende Berichterstattung. Und es sollte gefragt werden, weshalb das „Schrille, Bösartige, Vulgäre“ in der Medienberichterstattung überwiegt. Es wird wohl auch etwas mit den Machtverhältnissen zu tun haben. Es wird nicht ungelegen kommen, den Bürgerinnen und Bürgern das „Schrille, Bösartige, Vulgäre“ zum Vorwurf machen zu können.

Oh, wie anders hingegen ist Schirach, der weder schrill noch bösartig noch vulgär vor der versammelten Landesmacht der gesamten Landesmacht Worte des Einspruches gegen die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger diktieren darf, die der Landesmacht gar dienlich sein werden in ihrer Bemühung gegen mehr Beteiligung, in ihren Versuchen für mehr Überwachung der Bürgerinnen und Bürger. Es ist eine sehr alte Platte, die Schirach auflegt, und in eine seine sehr alte Platte sind eben Staubwörter mit eingepresst, wie „Volk“, „Volkszorn“ …

Oh, wie anders hingegen als das gar so leicht verführbare und aufzustichelnde „Volk“ ist Schirach, vor allem ist er ganz und gar differenziert in seiner Welt der Menschbeurteilung.

So fragt Schirach besorgt, mit dem Verweis auf „unsere Geschichte“: „Was tun, wenn die Demokraten einen Tyrannen wählen?“ Aber wer hat ihn gewählt? Den „Tyrannen“, der 1932 noch kein „Tyrann“ war. Nur ein Kandidat. Und Schirach meint, wen sonst, Adolf Hitler. Aber die NSDAP verlor die Wahl 1932, die NSDAP und der von Schirach schon zum „Tyrannen“ gemachte Kandidat mußten Verluste hinnehmen, sie verloren über vier Prozent. Und wie war es in der Wahl 1933? Die NSDAP legte zu, aber immer noch weit entfernt von einer absoluten Mehrheit. Wie also wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler? Durch den Entscheid der Wähler und Wählerinnen? Oder am braunen Tisch? Wer könnte das genauer wissen als ein Schirach.

Es wird mehr und mehr verständlich, daß Schirach die Veröffentlichung seiner Festrede für die Macht untersagt. Denn. Ohne seine angenehme Stimme, ohne die weihevolle Intonierung seiner Rede, also bloß gelesen, offenbarte seine Rede nur eines: Plattheit. Und die Verwunderung, wie kann Plattes vorgetragen bloß so schön klingen. Und. Es könnte sich auf den Verkauf … Ja, wer dem „Volk“ etwas verkaufen will, und seien es Bücher, tut gut daran, dem „Volk“ zu verschweigen, was vom „Volke“ gehalten wird, wenn untereinander im Festsaale von ihm zur Macht gesprochen wird.

Und das mit der Werbung weiß Schirach ganz genau. Es wird von allen nur der eine Kaffee getrunken, den ein Schauspieler in der Werbung trinkt, und alle fahren unbequeme Autos mit offenem Dach, weil die Werbung allen nicht nur Freiheit, sondern auch das hierfür notwendige Geld durch den Bildschirm auf den geerbten und seit Jahrzehnten wackeligen Couchtisch wirft… und alle verwenden nur die eine Salbe, die eine Schauspielerin, und wenn er jetzt sagt, zu seinem Machtpublikum, es solle sich einen Mann mit Hut vorstellen, dann könne das Publikum, sagt Schirach, gar nicht anders, als seinen Mann mit Hut im Kopfe … wie schön, daß das Publikum jetzt wenigstens etwas … über den Bildschirm funktioniert es allerdings nicht, die schirasch’sche Suggestion – kein Mann mit Hut im Kopf, sondern nur die Würdigung der Rede des Mannes ohne … Eilig aber verläßt Schirach wieder die Werbung und also die Gegenwart, aus der er keinen Menschen der Philosophie zu kennen scheint zu mögen, um souverän und brillant weiter im achtzehnten Jahrhundert …

Schirach führt Rousseau an, der meinte, „der Volkswille würde stets die richtige Entscheidung treffen“. Und Schirach kommt zum polemischen und brillanten Schluß, „nach Rousseau können Trump, Putin, Erdogan oder der Brexit gar nicht falsch sein, weil sich die Menschen so entschieden haben.“ Haben sich die Menschen tatsächlich so entschieden? Etwa im Fall von Trump nicht. Nicht die Mehrheit der Menschen wählte Trump. Das Wahlsystem, das Wahlrecht machte Trump zum Präsidenten. Ist es nicht notwendiger und angebrachter, als „Volksentscheide“ zu denunzieren, über die Systeme nachzudenken, über die Gesetze? Über das, was nach den Wahlen passiert, ohne Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger? Ist nicht gerade der „Brexit“ auch ein Beleg dafür, wie notwendig es ist, die rechtlichen Bedingungen weiterzuentwickeln, darüber vor allem nachzudenken? Von Schirach ist dafür wohl nicht zu haben, seiner Herkunft verpflichtet, ist es wohl seine edelste Aufgabe, den Dünkel …

Es darf, da Schirach auch Länder als Beispiele anführt, das hier auch gemacht werden. Haben nicht die Bürger und Bürgerinnen gerade in Österreich eindrucksvoll im letzten Jahr bewiesen

Die Menschen sind klüger, als Belehrer und Belehrerinnen sie haben wollen.

und damit Schirach widerlegt, als sie nicht Norbert Hofer wählten, sondern Alexander van der Bellen zum Bundespräsidenten wählten? Alexander van der Bellen sitzt vor Ferdinand von Schirach, und was sieht Schirach? Weder Österreich noch die Schweiz, die in vielem angeführt werden könnte, um Schirach endgültig …

Oh, Schirach hingegen sieht die Türkei. Und es kommen ihm als Beispiel für den „Volkszorn“ die „zerstochenen Orangen“ als Protest gegen die Niederlande in den Sinn. War es das „türkische Volk“? Es waren Mitglieder der Jugendorganisation der AKP. Aber für Schirach ein Beleg für den „Volkszorn“.

Und gehören all die Menschen, die weltweit sich dafür einsetzen, die auf die Straße gehen, für Demokratie, für all die von Schirach beschworenen Rechte nicht zum „Volk“, woher kommen diese? Sind es Außerirdische, die in der Türkei, in Polen, in den Vereinigten Staaten, in Frankreich, in Deutschland, in Ägypten, in Tunesien, in Venezuela und in so vielen weiteren Ländern … und schlußendlich Schirach selbst, wohin gehört er selbst und woher kommt er selbst? Ist er keiner aus dem „Volk“, gegen deren Beteiligung er anredet? Er ist im Grunde einer von den Schäbigen aus dem „Volk“, die der Macht stets gefallen und der Macht nach dem Munde reden, die der Macht zuarbeiten, nicht uneigennützig freilich, das kleine Quotenlebensglück mit Fernsehen und Wochenende und Bücherregal …

Oh, Schirach verdiente es, mit Königen und Kaisern zu verkehren. Wie schade für ihn, daß es weder in Deutschland noch in Österreich noch Kaiser und Könige gibt. Denn. Schirach hat das höchste des höchsten Publikums verdient.

Allein schon für seine brillante Ausführung über die „Regeln der Natur“, nach denen der „Schwächere“ getötet wird. Und er, Schirach, feiert den Fortschritt des Menschen, der nicht nach den „Regeln der Natur“ den „Schwächeren“ tötet.

Was für ein brillanter Naturbeobachter Schirach doch ist. Jeden Tag kann, wer in der Natur unterwegs, beobachten, wie beispielsweise das Eichhörnchen die schwächere Nuß tötet, um sie für den Winter als Vorrat … oder wie die Löwin aus lauter Ärger darüber, daß der Herd immer noch nicht geliefert wurde, um Essen zubereiten zu können, die schwächere Antilope tötet und diese ungefressen einfach liegenläßt, der Haifisch kleine und also schwächere Fische tötet, und das nur, weil der Supermarkt schon geschlossen, der Hai nichts mehr für das Abendessen einkaufen kann, der Vogel tötet den schwächeren Wurm nur, um die Wartezeit schneller vorübergehen zu lassen, bis endlich das Korn auf seinem Feld reif ist, er es einbringen kann, um das für ihn so nahrhafte und vor allem lebensnotwendige Brot …

Und was für eine Erkenntnis – aufgespart von Schirach für das letzte Rededrittel –, daß es stimme, „wir werden nicht immer von Weisen regiert“. Nicht immer, das heißt, aber doch die meiste Zeit. Wie beruhigend. Zu seinen „Weisen“ fällt die von Schirach angesprochene „Schwarmintelligenz“ ein; er zählt auf, welche es noch gibt, die „Schwarmdummheit“, die … von einem Phänomen im Zusammenhang mit dem Schwarm erzählt er nicht, von dem Phänomen, das Vorgänge, Abläufe verstehen lassen kann:

Blobs Erdoğan, Trump and all the others. Secret cripples and amputated fishes. From populism and the SM-Swarm.

Oh, ohne ein Wort zum eigenen Werk, das geht nicht. Und so erzählt Schirach zum Schluß noch etwas über sein Stück „Terror“, weshalb er das doch, obwohl er gegen „Volksentscheide“ … Er brachte damit Quote, Fernsehquote, mit seinem „Terror“.

Trump, Erdoğan, Putin, Schirach, Assad May

Und was für ein Stück. Es läßt auf das Abendmahl verzichten. Es ist das Abendmahl. Schirach erzählt, er habe erlebt, wie Menschen nicht zum Essen gingen, sondern nach seinem „Terror“ blieben. Und siehe, wo ich, Schirach, bin, da wird Verfassung lebendig. Und die Menschen, erzählt Schirach seine frohe Botschaft weiter, sprachen über ihren Staat und und … zu Beginn seiner Rede sprach er noch von den Menschen, die, so er, sagen, daß sei ihr Staat, sie wüßten es besser, was für sie richtig und gut wäre; den Menschen im Anfang seines Wörterei rechnete er dies nicht hoch an, ganz im Gegenteil, ja, das werden wohl sture Menschen sein, denen die seine Terrorspeise nicht und nicht schmecken will. Nur wer das schirasch’sche Wort hört, wird in der Verfassung lebendig, auf eine gesunde Art.

Im Angesicht der gesamten Landesmacht, zu der Schirach gefällig spricht, wird Verfassung oft und oft lebendig. Denn sie muß zu oft verteidigt werden, gegen das Publikum der Schönredner zur Feste Salzburg, wie aktuell etwa gegen, kurz und brandstetterisch gesagt, die geplanten massiven Überwachungs- und Bespitzelungsgesetze. Was wird Schirach nach seiner Rede in Salzburg erleben. Das Publikum wird nicht bleiben, sondern mit ihm zum Essen eilen und schmatzend Zustimmung zu seiner …

Damit also hat er sich tatsächlich eine Einladung in die Feste Salzburg verdient; nicht nur einen Schönredner, sondern auch einen Quotenredner in diesem Jahr zu haben, darauf können die Salzburger Festspiele wahrlich stolz, fast so stolz wie auf den Jedermann, der Karl Kraus aus der Kirche vertrieb …

Und was für ein hellsichtiger Blick auf Literatur und Kunst. „Noch nie konnte Literatur, Musik oder Kunst den Volkswillen aufhalten.“ Literatur, Musik oder Kunst war wohl zu sehr damit beschäftigt, den „Volkswillen“ zu befeuern. Nein, den „Volkswillen“ erst zu erschaffen, der für Schirach der dunkle, abscheuliche … gerade mit Österreich hätte Schirach das anschaulichste Beispiel dafür abliefern können, wie auch heute noch mit ebendieser Literatur, Musik vor allem die identitäre Parlamentspartei diesen „Volkswillen“ wieder … Davon erzählt Schirach nicht. Dafür. Voltaire habe eine Geschichte geschrieben, und das sei es, was „Schriftsteller immer tun sollten“, eine Geschichte erzählen. Geschichten würden „uns anrühren“. Nicht die Philosophie. Und sie erzählen wie er Geschichten, die anrühren, den „Volkswillen schaffen; von rekonstruieren will gar nicht erst gesprochen werden, ist es doch ein Begriff, der im achtzehnten Jahrhundert, kurz und schlicht gesagt, es soll niemand überfordert werden …

Empfand sich das „Volk“ stets schon grimmig „ohne Raum“

Der freiheitlichen ZZ ist eine Wiederlesung von Hans Grimm, einem der Lieblinge Adolf Hitlers, schon eine recht werte Empfehlung

oder brachte nicht erst Grimm den Gram darüber, vor lauter Raum ohne Raum zu sein, diese Idee in das „Volk“? Lud nicht erst er, also Grimm zum Beispiel, das „Volk“ dazu ein, ohne Amputation an Phantomschmerzen zu leiden?

2015 legte die schöne Platte Rüdiger Safranski auf. Er trug Verse aus dem Rosenkavalier von Richard Strauss vor, unterbrochen durch irgendwelche Ausführungen über die Zeit. Die Marschallin hat es ihm wohl angetan. Vielleicht war Strauss eine Verlegenheitslösung, weil „Das Migrationsproblem“ noch nicht erschienen war. Ein Buch, das Safranski verschenkte, weil es ein „sehr sehr gutes Buch“ ist. Oder er hätte aus „Finis Germania“ vorgelesen, das er zwar kritisch sieht, aber doch in der Tradition der „Nachtgedanken“ von Heine bis … und brillanten Stellen. 2015 aber auch noch nicht auf dem Markt. Erschienen in Verlagen … Aber das kann ja noch nachgeholt werden; vielleicht schon im nächsten Jahr — —

2018 wird wer die schöne Altplatte auflegen? Vielleicht Götz Kubitschek? Im letzten Jahr hat er es bereits bis in den Vorort von Braunau geschafft. Weshalb nicht schon 2018 in die Feste Salzburg? 2018 wird es in Österreich eine neue Regierung geben, nicht legitimiert durch eine absolute Mehrheit in der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017, also eine Koalition, aber am Tisch, von dem nicht gewußt wird, welche Farbe er hat, ohne grünen Bezug.

Salzburger Festreden - Clark - Liessmann - Safranski - Schirach

 

Hübner schon wieder

Hübner schon wieder

Nun hat also Herbert Kickl mit Johannes Hübner wegen der „antisemitischen Codes“ gesprochen. Und alles sei, ist zu lesen, nun wieder recht geregelt. Hübner werde künftig vorsichtiger sein.

So wird das geregelt, in einer identitären Parlamentspartei. Rasch und mit einer Lösung oder, weil es sprachlich von der Herkunft paßt, eine Losung, eine Losung als Lösung wurde recht rasch also gefunden oder, weil es von der sprachlichen Verwandtschaft ebenfalls paßt, ausgeschieden: Vorsicht.

Für eine recht rasche Losung müssen eben in einer identitären Parlamentspartei nur die Richtigen miteinander sprechen. In diesem Fall Reiseexperte mit Reiseexperten. Und Herbert Kickl ist Johannes Hübner ein ebenbürtiger Reiseexperte, das Diplom dafür erwarb er sich im letzten Jahr, als er nach Linz, in den Vorort von Braunau reiste …

Solch eine identitäre Parlamentspartei ist aber reich an Reiseexpertise. Zu dieser recht raschen Lösung als Losung hätte Johannes Hübner auch in einem Gespräch mit der Reiseexpertin kommen können – Referentin FPÖ-NR Barbara Rosenkranz und Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck in einem Bio-Hotel beim „Zuerst!-Lesertreffen“ …

Eine identitäre Parlamentspartei hat nicht nur Reiseexpertise, sondern sie versteht sich auch recht auf das Einladen …

Wer kann einen Menschen nicht verstehen, der etwa nach Lektüre der Kapiteln

„Empfinden breiter Volksschichten“, also von Pegida Nagel Hübner, Mölzer … „Ewigen Treueschwur dem ‚Führerunser’“

Zur Zeit: Lügen, Manipulation und Propaganda

Ehe ein Hahn einmal kräht, hat He.-Chr. Strache dreimal verleugnet

Ganze freiheitliche Gemein-Schaft ist ausgewandert

Kursalon Hübner, ein von Heinz-Christian Strache gewählter treuer Boden für ein Sommergespräch

Johann Herzog: „… uns das größte Ereignis seit ’45 … Norbert Hofer zustande gebracht hat“

murmelt: Hübner schon wieder, Hübner immer wieder, auch Johannes Hübner, von welcher Partei sonst als von der identitären Parlamentspartei.

PS Es hat ein Jahr gebraucht, bis es entschlossen wurde, bekanntwerden zu lassen, die Sache mit den „antisemitischen Codes“ und den anderen hübnerischen Aussagen. Daß es nicht vorher schon bekannt war, wer will es noch glauben. Es scheint einen Wahlkampf zu brauchen, um … Es ist nicht weit her mit der Ernsthaftigkeit in diesem Land, wirklich und tatsächlich und ohne Nutznießung etwa gegen Antisemitismus zu sein. Und niemand scheint einen Nutzen für sich selbst darin zu sehen, gegen Antiziganismus zu sein, nicht einmal in einem Wahlkampf …

NNS Ein Reiseexperte aus Deutschland, der auch ein Grußexperte ist, war im letzten Jahr auch geladen in den Vorort von Braunau, zur selben Veranstaltung, in der Herbert Kickl … Alphabet of Enlightenment, H-H: Haverbeck, Höcke, Hofer, Holocaust

Positive Beteiligung an der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 in Österreich nur mehr die einhundertprozentige Nichtbeteiligung!

Folge 5

Nationalratswahl 2017 Österreich - Nichtbeteiligung zu einhundert ProzentEs wurde in dieser Serie vieles für eine Wahlbeteiligung angeführt, vor allem dafür, weder FPÖ noch ÖVP noch SPÖ zu wählen, aber vielleicht ist das einzige wirkliche Mittel noch, damit sich tatsächlich etwas verändert, sind doch alle gar so von notwendigen Veränderungen beseelt, am 15. Oktober 2017 in Österreich nicht zur Nationalratswahl zu gehen.

Es könnten die versprochenen Veränderungen rascher kommen, es könnte der längst überfällige Bruch mit der realpolitischen Tradition in Österreich rascher kommen, wenn sich niemand an der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 beteiligt, wenn es also eine Null-Prozent-Wahlbeteiligung gibt, wenn also niemand, tatsächlich niemand gewählt wird, niemand eine einzige Stimme erhält, es aber auch keine einzige ungültige Stimme gibt. Alle Wahlberechtigten am 15. Oktober 2017 irgend etwas machen, nur eines nicht, ein Wahllokal aufzusuchen.

Das könnte ein fruchtbarer Schock sein. Das könnte tatsächlich zu einem tiefgreifenden Überdenken der bisherigen parteipolitischen Gewohnheiten führen, hin zu einem politischen Denken, das automatisch das sofortige Aus für die bisherigen österreichischen und also unseligen Gepflogenheiten bedeutete.

Es ist wohl in kaum einem zweiten Land in der Europäischen Union ein solcher Streik der Wählerinnen und Wähler von höchster Dringlichkeit wie in Österreich, eine Verweigerung der Stimmabgabe, an der sich einhundert Prozent der Wahlberechtigten beteiligen. Im Angesicht des drohenden Wahlergebnisses am 15. Oktober 2017, im Angesicht der Drohung der daraus hervorgehenden Regierung in einer Zusammensetzung – gleich in welcher Farbmischung: ob schwarzblau oder rotblau – ist eine Nichtbeteiligung zu einhundert Prozent an dieser Wahl die aktivste Beteiligung, die für den 15. Oktober 2017 gewählt werden kann. Denn. Bei einer einhundertprozentigen Nichtbeteiligung wird tatsächlich tiefgreifend reagiert werden müssen, und nach einer einhundertprozentigen Nichtbeteiligung kann, kurz gesagt, wird nichts bleiben, wie es je gar so bequem war.

Was seit über einhundert Jahren in Frankreich nicht umgesetzt wurde, ein „Streik der Wähler“ nämlich, obgleich es bereits vor über einhundert Jahren wortreich von Octave Mirbeau

Der Streik der Wähler und Wählerinnen

La Grève des électeurs contre Le Pen, Marine FN

vorgeschlagen wurde – ein Vorschlag, der auch in Österreich damals bereits bekannt war, kann daher leider nicht als Erfahrungsbericht weder im Positiven noch im Negativen hier vorgelegt werden. Auch in diesem Jahr sind nicht einhundert Prozent der Wählenden der Wahl in Frankreich ferngeblieben, obgleich es wieder weniger, viel weniger waren, die zur Wahl gingen. Es wird dazu kommen, daß irgendwann, ob in Frankreich, ob in Österreich, die Wählenden gänzlich wegbleiben werden, aber dann wird es zu spät sein, um eine Nichtbeteiligung positiv zu nutzen, durch eine Nichtbeteiligung eine positive Wende herbeizuführen.

Deshalb, wenn Veränderungen wirklich gewollt werden, den 15. Oktober 2017 für eine Wahlverweigerung nutzen, für einen heilsamen und fruchtbringenden Schock, aber die Wahlverweigerung muß eine einhundertprozentige sein.

Folge 4: Nationalratswahl 15.10.2017 in Österreich – Nicht die 1960er wählen!

Nationalratswahl 2017 Österreich - Nicht die 60er Jahren wählen

Es kommt stets auf Sie an, wie Sie sich in einer Wahl entscheiden, wem Sie Ihre Stimme in einer Wahl geben, aber es ist noch nie so sehr auf Sie angekommen, wie in der bevorstehenden Nationalratswahl am 15. Oktober 2017.

Diesmal ist es nämlich nicht eine Entscheidungsfrage, welche Regierung bekommt Österreich nach dem 15. Oktober 2017 aufgrund des Wahlergebnisses, sondern welches Jahrzehnt wird gewählt werden. Ein vergangenes Jahrzehnt, in dem es nur drei Parteien sind, die wieder alles entscheiden würden, die wieder alles im Griff haben würden, wie es in den 1960er Jahren war, und es spricht vieles dafür, daß, sollten die Parteien SPÖ, ÖVP und die identitäre Parlamentspartei gestärkt bei gleichzeitig massiver Schwächung der anderen kandidierenden Parteien aus der Wahl am 15. Oktober 2017 hervorgehen, zu diesem Grauzustand der 1960er Jahre kommen könnte. Denn. Diese drei Parteien präsentieren sich bereits in vielen Bereichen derart ununterscheidbar, daß, welche der drei Parteien nach dem 15. Oktober auch immer eine Oppositionspartei sein wird müssen, nicht von einer tatsächlichen parlamentarischen Opposition gesprochen werden wird können.

Entschieden ist bereits, welche Regierung es geben wird, offen ist bloß die Farbzusammensetzung, wie in der Serie u.v.a.m. bereits geschrieben wurde.

Deshalb kann am 15. Oktober 2017 es nur eine Wahl geben.

Jede kandidierende Partei zu wählen, jede kandidierende Partei massiv zu stärken, deren Name nicht FPÖ ist, deren Name nicht ÖVP ist, deren Name nicht SPÖ ist. Das heißt nicht, daß alle drei Parteien im gleichen Maße unwählbar sind. Es gibt dabei Abstufungen.

Tatsächlich immer unwählbar ist die identitäre Parlamentspartei, dann eine ÖVP, solange sie eine kurzschwarze ist, und dann eine SPÖ, die sich einer FPÖ aus Bequemlichkeit einer FPÖ an den Hals wirft, die sich nicht ihrer Stärken besinnt, eine Partei des Aufbruchs zu sein, wie sie es vor allem in den 1970er Jahren war: zum Vorteil und zum Wohl der Menschen in diesem Land. Diese Besinnung auf ihre eigentlichen Stärken, auf ihre gesinnungsgemäßes Streben und ihre gesinnungsgemäßen Anliegen kann einer SPÖ vielleicht am besten gelingen, wenn ihr die Möglichkeit gegeben wird, als Oppositionspartei sich zu reorientieren.

Ein Wahlergebnis am 15. Oktober 2017, das eine kurzblauschwarze Regierung zur Folge hätte, wäre das denkbar schlechteste Wahlergebnis. Eine blaukurzschwarze Regierung ist kein zukunftsweisendes Experiment. Dieses Experiment gab es bereits als schüsselschwarzblaue Regierung, und es ist für alle Menschen in diesem Land teuer gescheitert. An diesem gescheiterten Experiment hat das Land heute noch kostenintensiv zu kiffeln. Das alles ist hypobitter bekannt. Stolz und arrogant ist diese schwarzblaue Schüssel aufgestiegen, und zerschellt jetzt materialisiert als Abfangjäger endgültig, aber enorm teuer und zum Schaden von allen.

Es kann also am 15. Oktober 2017 nur darum gehen, Mehrheiten für Regierungsvarianten fern von FPÖ, ÖVP und SPÖ zu schaffen, eine starke parlamentarische Opposition fern ÖVP, FPÖ und SPÖ zu wählen.

Alles andere ist keine Zukunft.

Alles andere ist nur Rückkehr in das graue Jahrzehnt der 1960er.

Folge 3: Österreich im langen Herbst, nach der Nationalratswahl 15. Oktober 2017

Österreichs Wirklichkeit der politischen Vielfalt

Es war gedacht, das Kapitel über die Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 in viele Folgen aufzuteilen. Aber, ist jetzt schon zu fragen, wozu. Was die Folge der Nationalratswahl im Herbst sein wird, ist bekannt.

Es wird zu einem Österreich im langen Herbst kommen.

Die Entscheidung ist bereits gefallen, ehe noch gewählt wurde. Die Regierungsfarben sind gewählt. Was noch offen ist, ist die Regierungsfarbenzusammensetzung.

Es wird entweder eine rotblaue oder eine kurzschwarzblaue Regierung.

Auch wie es um das Parlament bestellt sein wird, ist bereits jetzt ebenso bitter absehbar.

Es wird wieder ein Dreiparteienparlament im Zuschnitt der 1960er Jahre werden. Das ist kein Widerspruch, wenn gesagt wird, vielleicht schaffen es noch ein oder zwei Parteien mehr wieder in das Parlament gewählt zu werden. Es mit Müh und Not gerade noch zu schaffen. Wenn also Neos und Grüne es gerade noch schaffen, wieder in das Parlament gewählt zu werden, gerade einmal je mit einem Prozentanteil von etwas über der Vier-Prozent-Hürde, dann kann bereits von einer realpolitisch inexistenten Opposition gesprochen werden. Von einer absolut geschwächten, die drei Parteien der 1960er Jahre nicht einmal zu kitzeln vermögenden Opposition. Vielleicht schafft es auch, wenn er mit einer Liste antritt, noch Peter Pilz über die Vier-Prozent-Hürde zu humpeln. Dann wären es sechs Parteien im Parlament. Das sähe dann nach demokratischer Vielfalt aus. Aber in Wahrheit wird es auch mit sechs Parteien im Parlament nur ein Dreiparteienparlament sein. Denn die Opposition wird aus Sicht der drei Parteien der 1960er Jahre nur eine Lachopposition sein. Realpolitisch also eine vollkommen kraftlose, wirkungslose, ohnmächtige Opposition. Wird darüber hinaus bedacht, wer in das Parlament gewählt werden könnte, ist das noch absehbarer. Zum Beispiel Irmgard Griss. Von der Handvoll der Neos-Abgeordneten kann, wie sie nun seit knapp zwei Jahren politisch erlebt werden konnte, Irmgard Griss abgezogen werden, also eine noch weitere Schwächung der Opposition, sie wird, und es kann auf den Konjunktiv verzichtet werden, sie wird eine Minusabgeordnete sein.

Es wird also derzeit alles getan – nicht von den drei Parteien der 1960er Jahre, denn diese haben sich schon in den 1960er Jahren eingerichtet und richten sich forciert darauf weiter ein –,

Systempartei Hofer-FPÖ – Der Unwille zur Veränderung in Österreich

Österreich zurück in die 1960er Jahre und also in die Dreiparteiendemokratie zu bringen. Es müssen auch die Grünen gefragt werden, was treibt sie an, derart unpolitisch zu agieren, im Angesicht der Drohung einer schwarzblauen oder rotblauen Regierung, derart unpolitisch alles dazu beizutragen, daß die parlamentarische Opposition in Österreich nach dem 15. Oktober 2017 die schwächste sein wird, gänzlich bewußtlos. Ist Peter Pilz nach einem langen politischen Leben die politische Luft schon dermaßen ausgegangen? Fürchtet Peter Pilz politisch künstlich beatmet werden zu müssen, um politisch noch Luft zu bekommen? Meint er, daß das Parlament für ihn das Beatmungsgerät sein muß? Mehr wird, falls er mit einer eigenen Liste antritt, seine Anwesenheit im Parlament nicht sein, falls er dann in das Parlament gewählt werden wird, er wird in das Parlament gehen, um sich zur künstlichen Beatmung an die Parlamentsmaschine anschließen zu lassen, ebenso werden an den wenigen vorgesehenen Anschlüssen seine wenigen ehemaligen und es gerade noch in das Parlament schaffenden Kolleginnen und Kollegen zur politisch künstlichen Beatmung hängen, während es für eine tatsächliche Opposition im Parlament gar keine Luft mehr geben wird.

Es muß dabei aber auch ein weiteres Mal auf die unrühmliche Rolle der Medien in Österreich hingewiesen werden, die alles daran setzen, um jetzt etwa die Grünen im schlechtesten Licht auftreten zu lassen, ihnen Vorwürfe zu machen, die sie zu den drei Parteien der 1960er Jahre nicht mehr auf das Papier bringen wollen, obgleich diese nicht anders agieren, etwa, daß nur ein zu kleiner Kreis entscheide, und so weiter und so fort.

Nationalratswahl in Österreich am 15. Oktober 2017 – Kein Zurück zum Dreiparteienparlament, keine Rückwahl zur Dreiparteiendemokratie der 1960er Jahre!

Folge 1: Wahlen in Österreich, Nationalratswahl 15. Oktober 2017: Von der politischen Vielfalt und der medialen Wirklichkeitsarmut.

Folge 2: Wahlen in Österreich

Vielleicht wird doch noch eine Folge zu schreiben sein. Denn. Es bleibt. Was kann jetzt noch getan werden. Im Angesicht der Drohung, Österreich im langen Herbst. Also in der Kargheit. In der Kälte. Im Grau. In Nässe und Matsch. Mit entlaubten Bäumen, deren verwelkten Blätter die Böden bedecken, nichts mehr wächst, bloß noch die Einfalt, sich alle vorbereiten auf einen langen Schlaf, eingewickelt in groben Trachtendecken und so weiter und so fort.

Es kommt wie zwar stets, aber vielleicht wie noch nie auf die Wählenden an, am 15. Oktober 2017.

Nationalratswahl15-10-2017 Österreich nicht Rückwahl zur Dreiparteiendemokratie 1960er Jahre

Im Neoscheinwerfer die Allianz der Seifenwasserwörter

Maxl - Neos Allianz für Freiheit und Verantwortung

Nun hat also Irmgard Griss doch bei den Neos „angedockt“, wofür sie vor rund einem Jahr noch „keinen Grund“ sah, wie zu lesen war, also bei den Neos „anzudocken“. Vor rund einem Jahr hätte es für sie eine „Denkfabrik“ werden können – wohl mit ihr als Denkschuhfabriksdirektorin. Aber sie wollte nicht ausschließen, daß „daraus eine Liste entsteht“. So funktionieren Träume. Alles ist möglich, alles kann sich verwandeln, eine Denkfabrik zu einer Liste, kein Grund zu einem Grund zum Andocken.

Und das Schöne an den Träumen ist, es muß nichts bewiesen, es muß nichts umgesetzt werden. Also in der Wirklichkeit. In der Wirklichkeit kann aber von den Träumen schön erzählt werden. Und das macht Irmgard Griss, von Träumen erzählen. Von diesen ihren Träumen, in denen sie Seifenwasserwörter pustet.

Das Schlimme an diesen ihren Träumen allerdings ist, daß so viele in Österreich meinen, Österreich sei die Kopflandschaft von Irmgard Griss, in der sie ihre Träume spielen läßt, sie spielen für Irmgard Griss Traumfiguren, die ihr Seifenwassergepuste zu bewundern, ihr zu applaudieren haben, als wäre sie die langerwartete Heilsbringerin. Allen voran spielen sehr viele Medien für sie Traummedien, berichten derart positiv über sie, wie nur Traumzeitungen über einen Menschen in seinem eigenen Traum berichten. Aber solche Träume sind, außer bei Irmgard Griss, äußerst selten. Zumeist berichten Traumzeitungen im eigenen Traum über die dunklen Seiten, über das Verworfene, über das Abgründige des diesen Traum erleidenden Menschen.

Das Gute ist, es gibt die Wirklichkeit mit ihrem Gedächtnis. Und es muß nur an den Vorgänger von Irmgard Griss gedacht werden, der ebenso auf Wortseifenblasen setzte, kurz gesagt, er setzte wie sie auf „Werte“. Weitere Seifenblasenwörter von ihm waren: „Fairness, Wahrheit, Transparenz“. Ihre weiteren sind „Freiheit, Verantwortung“. Er hat Österreich für seinen Traum mißbraucht. Und viele haben sich für seinen Traum mißbrauchen lassen, also seine Liste gewählt. Und heute, Juli 2017, nichts mehr. Er und seine Liste haben aufgegeben, treten nicht mehr an. Er und seine Liste hätten am 15. Oktober 2017 auch keine Chance gehabt, in der Nationalratswahl. Keine Chance, noch einmal in das Parlament gewählt zu werden. Die Menschen sind aus seinem Traum herausgetreten, zurück in die Wirklichkeit, in der sein Traum sich als das erwies, was ein Traum ist: ein Traum, der verpufft, von dem nichts bleibt, wenn die Nacht vorüber ist, und das Tagwerk in der Wirklichkeit beginnt, vielleicht noch, daß ein paar Erinnerungsfetzen vom Traum bleiben, die aber flugs weggewischt werden, meist mit der Bemerkung, was sei denn das wieder für ein absonderlicher Traum gewesen.

In Erinnerung an dieses gelangweilte, geldzählende Traumgreislein mit seinen Seifenblasenwörtern wird es schon nicht schwerfallen, am 15. Oktober 2017 nicht noch einmal in einen nächsten Traum mit lauter Seifenblasenwörter zu wechseln, und stattdessen in der Wirklichkeit zu bleiben.

Bei dem kanadischen Traumautomechaniker konnte wenigstens, so sonderlich seine Aussagen auch waren, zu seinen Gunsten angeführt werden, er sei in der Wirklichkeit als Geschäftsmann erfolgreich gewesen, und von daher wäre es ihm zuzutrauen gewesen, auch in der Politik … Aber was kann bei der Gerichtssaalträumenden zu ihren Gunsten angeführt werden? Wenn sie in der Wirklichkeit etwas zu beweisen hat, scheitert sie, in der Wirklichkeit hat sie keinen Erfolg aufzuweisen. Wird ihr in der Wirklichkeit eine Aufgabe übertragen, setzt sie es augenblicklich in den Sand. Ja, im Traum, da hätte ihre Sendung „Im Namen des Volkes“ funktioniert, wäre ihre Sendung erfolgreich gewesen, und es ist anzunehmen, in ihrer Traumwirklichkeit oder in ihrem Wirklichkeitstraum ist diese Sendung, die in der tatsächlichen Wirklichkeit sofort wieder abgesetzt wurde, die erfolgreichste Sendung, die es je gegeben hat, oh Traum, die es gibt und weiter erfolgreich läuft und läuft …

Und eines noch fällt zu Irmgard Griss ein. Dieses ständige Lächeln. Und das erinnert an Maxl. Einem aus der Sendung „Wir leben im Gemeindebau“. Es verbindet sie einiges. Maxl, Franzl und Irmschl. Zum einen das Benehmen, die Aussagen, das alles zusammen läßt verstehen, weshalb derartige Soaps einen so hohen Suchtfaktor haben. Maxl und Irmschl verbindet darüber hinaus noch etwas, eine Partei, eine Liste gründen zu wollen. Irmschl jetzt nicht mehr, nach dem sie einen Grund geträumt hat, bei den Neos doch andocken zu können. Maxl hat, es wurde nicht nachgeforscht, inzwischen wohl die Idee einer Parteigründung von einem Bier zum anderen wieder verworfen. Dabei wäre Maxl mit seiner Partei für Simmering in einer Hinsicht wählbar gewesen. Er hat nicht mit Seifenblasenwörtern geschäumt, sondern er wollte schlicht und einfach nur ganz Konkretes: saubere Straßen in Simmering, keinen Gassen mit Hundekot … das wäre dann überprüfbar gewesen, ob er sein Wahlversprechen eingehalten hat oder nicht, er hätte haftbar gemacht werden können, wenn er es nicht … Aber bei Irmschl? Bei ihren Seifenblasenwörtern? Irmschl aber will, Politiker und Politikerinnen haftbar machen, von ihnen Schadenersatz gar verlangen. So funktioniert Politik im Traum. Im Traum geht es zusammen: Androhung von Schadenersatz bei gleichzeitigem höchsten Handlungsspielraum. Und was für Schadensersatzsummen Politiker und Politikerinnen zahlen können, im Traum jede Summe, selbst wenn es Milliarden sind, im Traum ist das keine Augenauswischerei und auch, kurz gesagt, kein extremer Populismus. Maxl wäre trotz seiner recht konkreten Anliegen und Wahlversprechen mit seiner Liste kein wählbarer Maxl gewesen. Dafür sind auch seine Fotos verantwortlich, die ihm behördliche Aufmerksamkeit zuteil werden ließen. Von Irmschl gibt es keine Fotos, auf denen sie zu sehen ist, grüßend wie Maxl, aber ihre geschichtliche „Expertise“ besteht nur aus Seifenblasenwörtern, die sogar in Österreich schon längst geplatzt und naß auf den Boden gefallen sind und aufgetrocknet, ausgetrocknet, aber die Kleingerichtssaalgärtnerin versucht halt, das Ausgetrocknete zu gießen, in ihrem Traum wird es ihr wohl gelingen, daß aus dem Ausgetrockneten etwas sprießt, begnadet, so träumt es ihr wohl, wie sie ist. Aber in der Wirklichkeit hat sie nicht einmal Wasser, um wenigstens mit Wasser zu kochen.

PS Daß im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts Menschen, die Parteien oder Listen oder Denkfabriken gründen wollen, oder bei einer Partei andocken, weil sie bequem risikofrei gewählt werden wollen, derartige Zugänge zur österreichischen Vergangenheit haben, verwundert nicht, wenn etwa berücksichtigt wird:

Leopold Kunschak, Franz Dinghofer, Karl Renner – Die nach ihnen benannten Preise der drei Parteien erzählen viel vom Zustand Österreichs in seinem Halbdunkel

Irmgard Griss neos - Allianz für Freiheit und Verantwortung