Internationaler Porajmos-Gedenktag am 2.8.18 in Österreich

wird auf recht besondere Weise begangen durch: Schweigen.

Nein, das wäre ungerecht. Es wird selbstverständlich nicht geschwiegen.

„2. August – Gedenktag an den Genozid an den Roma und Sinti

Datum: 02.08.2018, 18:00 – 20:00 Uhr

Ort: Ceija-Stojka-Platz, 1070 Wien, Österreich“

Sie sehen. In Österreich wird der Verpflichtung, auferlegt durch die Geschichte des Landes, voll recht nachgekommen. So wird der Porajmos-Gedenktag auf dem größten und edelsten Platz des Landes begangen, in Anwesenheit von den Spitzen des Staates, und wer in den letzten Jahren an einer Gedenkveranstaltung auf dem Ceija-Stojka-Platz teilnahm, weiß, wie viele Menschen zu dieser kommen, wie viele österreichische Medien darüber, sogar live berichten, Menschen aus Wirtschaft, Politik und Kultur lassen sich nicht bitten, daran teilzunehmen, sie strömen in Massen auf den Ceija-Stojka-Platz, auf dem mehr Menschen Platz haben, als beispielsweise auf dem Heldenplatz, der Ceija-Stojka-Platz ist nicht nur der größte und edelste Platz des Landes, dieser Platz ist auch wie kein zweiter Platz in Österreich prominent gelegen, auf einer direkten Achse zu Parlament und Rathaus …

Sie sehen. In Österreich kann es keinem Menschen zum Vorwurf gemacht werden, nicht stets die besten Plätze des Landes für Roma und Sinti … wie beispielsweise auch den Baranka-Park, worüber bereits in Anerkennung ein Kapitel verfaßt werden durfte …

Staatsspitze in Österreich - Internationaler Porajmos-Gedenktag 2-8-18

Aber die Staatsspitze in Österreich weiß darum, es kann nie genug getan werden gegen den Antiziganismus, nie genug getan werden gegen das Vergessen, und so ist es nicht überraschend, daß von der zurzeitigen österreichischen Staatsspitze der Porojmos-Gedenktag auch schreibend in Erinnerung zur Warnung und zur Mahnung gerufen wird, etwa auf den Plattformen der Unternehmen Facebook und Twitter, wie gelesen werden kann rund um den 02.08.18, etwa von dem Bundeskanzler, auch von dem Bundespräsidenten, da will und kann sich auch die Opposition nicht bitten lassen …

Internationaler Porajmos-Gedenktag am 2. August 2018 in Österreich wird auf recht besondere Weise begangen, und von der Website der identitären Regierungspartei wird diese recht besondere Weise gesinnungsgemäß zum Höhepunkt gebracht, wenn sie einen Tag nach dem Gedenktag im achten Monat des Jahres 18 die Schlagzeile bringt: „70.000 Roma auf dem Marsch in die EU?“ …

Gerade diese Regierungspartei gedenkt der Geschichte stets recht besonders und aufopferungsvoll und auch die Schreibstaffel der gesinnungsgemäß zensurierten Website läßt sich nicht bitten, mit ihren Kommentaren Beistand zu sein …

Kann es einen hilfreicheren Rat für Roma und Sinti geben, als den von Richard Joseph Huber – „vorweg und kurz bei“ einem Innenminister „vorbeischauen“?

Der Mann der Aufklärung, von dem schon viel zu erzählen war, weiß, was zu tun ist:

„Wenn ich Bildungsminister wäre, würde ich die Zigeuner- und Neger-Aufklärung ganz oben beim Lernstoff der österreichischen Schüler ansiedeln.“

Der Mann der Aufklärung wird dabei wohl auch recht ökonomisch denken, neue Unterrichtsmaterialien würden dürfen nicht eigens erstellt werden müssen, die sind seit Jahrhunderten reichlich …

Aber es kann nie genügend Unterrichtsmaterialien geben, und niemand weiß das recht besser als die Website, die sich noch nie bitten ließ, diesen weitere hinzuzufügen

Im Kommentar der gesinnungsgemäß zensurierten Website geht es um die Ukraine. Es kann Trauerspiel nicht zum Vorwurf gemacht werden, daß ihm augenblicklich einfällt, Menschen als „Tiere“ zu bezeichnen, es wird doch gewußt, wie gerade in diesen Gesinnungskreisen Tiere geliebt, verwöhnt, verhätschelt werden … und wie lieb sie zu Tieren sind, konnte erst vor kurzem in einem Kapitel über eine Begebenheit in der Ukraine …

Und ein oder eine Charly nimmt gleich diesen Aufruf zur Aufklärung ernst, sieht es als Pflicht an, hierfür Unterrichtsmaterialien beizusteuern und verweist auf die hehre Wissensquelle der von der Vorsehung abgesegneten Gesinnungsart, die über die sonderlichen Pläne …

Ach, wie reichlich es doch in Österreich für Roma und Sinti bestellt ist, es könnte noch viel erzählt werden, wie um sie die Sorge in Österreich, in Europa umgeht, es könnten sogar einzelne Personen vor den Vorhang gebeten werden, deren Sorge einzig ihr Wohl …

„Freunde von mir sind Roma“

Kurz zur medialen Empathie

Aber es wird davor zurückgeschreckt, die Furcht vor einem Vorwurf, es könnte wer sagen oder schreiben, die Empathie werde zur unerträglichen Plage, und es wird, soher ist keine unbegründete Furcht, auch geschrieben, die Plage werde immer unerträglicher …

 

Porajmos-Gedenktag 08-18 - Recht besonders begangen auf gesinnungsmäß zensurierter Website

„Ich weiß, ich gehöre nicht dazu.“

Heldenplatz Mai 2017 - Die Niederlage.jpg

Ach, Heldenplatzreden, wie schön der Heldenplatz redet, immer noch. Glücklich ist, wer die Scheinwerfer ausschalten kann, damit die nicht gesehen werden müssen, die weiter im Dunkeln sind.

Doron Rabinovici hat einen Text verfaßt, zum 8. Mai 2017. Er hat diesen – nach der nachträglichen Ansehung der Übertragung durch den österreichischen Rundfunk – nicht selbst auf dem Heldenplatz gesprochen. Wie muß ihm bei seinem Anlaßschreiben sein Schreibtisch zum Heldenplatz geworden sein …

Glücklich ist, wer sich nicht erinnern muß, an die, die im Dunkeln sind.

Ach, Heldenplatz, du Viktor-Adler-Markt.

Keiner und keine hat sich an die erinnert, die heute immer noch im Dunkeln sind, nicht einmal als Opfer des Nationalsozialismus erwähnt werden dürfen. Vielleicht wird gedacht, daß diese Menschen in der Vergangenheit zur Genüge schon auserwählt waren, nämlich von den Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, und darin von ihnen als einzige den jüdischen Menschen vollkommen gleichgestellt, aufgestellt zur völligen Vernichtung. Weder der Mauthausen-Komitee-Vorsitzende noch der Bundeskanzler noch der Vizekanzler noch die Vizebürgermeisterin noch der Kulturstadtrat erwähnten diese Menschen, die wohl dafür dankbar sein müssen, daß sie nicht mehr von allen „Zigeuner“ genannt werden, sondern so viele bereits „Roma“ und „Sinti“ sagen. Das soll ihnen wohl Aufmerksamkeit genug sein.

Was für ein Triumph der Niederlage des …!

Was hätte eine Zeitzeugin, eine „Zigeunerin“ – es kann nicht so geschrieben werden, als hätte sich für diese Menschen darüber hinaus, nicht weiter in Vernichtungslagern verschleppt zu werden, mehr geändert, bloß weil sie nun von nicht wenigen „Roma“ und „Sinti“ genannt werden – sagen können, hätte sie am 8. Mai 2017 auf dem Heldenplatz etwas sagen dürfen?

Sie hätte nur sagen können: „Ich weiß, ich gehöre nicht dazu.“ Aber ein Satz in der Gegenwart wäre eine Störung der schönen Heldenplatzfeier gewesen … Glücklich ist, wer die Vergangenheit hat.

Und so konnte die auftretende jüdische Zeitzeugin sagen: „Ich wußte, ich gehöre nicht dazu.“ Und die Fanfaren ertönten und allen schwoll der Kamm der Glückseligkeit ob ihrer …

Sie sprach auch von den Rassengesetzen im Nationalsozialismus, von den „Judengesetzen“, allein von „Judengesetzen“, als wären diese nicht auch und einzig noch gegen „Zigeuner“ …

Holocaust ist gleich Shoa und Porajmos

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

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Wie über Zigeuner geschrieben wird – einst und jetzt

Oh, Heldenplatz. Die Welt feiert Martin Luther. Österreich feiert Maria Theresia. Glücklich ist, wer das Dunkle ausblenden kann. Und deren Dunkles

Maria Theresia, Ahnherrin der Integration in Österreich

Die empörte Zurückweisung von Martin Luther

hat viel mit Menschen zu tun, die weiter im Dunkeln zu sein haben, und dort in der Finsternis sollen sie gehörig anständig dafür danken, heute „Roma“ und „Sinti“ genannt zu werden … glücklich ist, wer ein „neues Österreich“ sieht.

Ach, Heldenplatzreden. Ach, Doron Rabinovici. Und weil er so schön schreiben kann, weil seine Schreibe so ergreifend ist, sollen seine hehren Worte auch hier wiedergegeben werden, aber für jene Menschen, für die am 8. Mai 2017, auch in diesem Jahr kein einziger Scheinwerfer eingeschaltet war, keine einzige Kamera sie …

Ein Text ist und bleibt dann lebendig, wenn mit diesem gearbeitet wird. So wird Doron Rabinovici das auch als Schriftsteller verstehen, ihm vielleicht sogar ein Anlaß zur Freude, wenn auch nicht zu einem Fest sein, oder er wird es zumindest nachsehen können, die respektvollen Eingriffe zugunsten der Menschen, die Opfer waren, Opfer sind:

Das ist das Fest der Freude, denn glücklich ist, wer nicht vergisst: Das war der Tag, an dem der Sieg dem Krieg den Garaus machte. Das ist das Fest der Freude, weil damals dem Morden ein Ende bereitet wurde. Und zwar nicht nur am Schlachtfeld und nicht nur in den Lagern, sondern überall im ganzen Land wurde Schluss gemacht mit den Massakern. Wir feiern die Befreiung von Unrecht und Vernichtung. Wir freuen uns über den Frieden und wir erfreuen uns der Freiheit.

Das ist das Fest der Freude, die wir uns durch niemanden nehmen lassen, doch schon gar nicht von denen, die früher jeden 8. Mai hier mit rotschwarzgelben Schärpen aufmarschierten, um sich ausgerechnet an diesem Datum der Trauer hinzugeben und die Niederlage des nationalsozialistischen Reiches zu beweinen. Wer der Millionen Gefallenen ehrlich gedenken will, beklagt nicht den Ausgang, sondern den Ausbruch des Krieges. Am 8. Mai 1945 wurde mit dem Nationalsozialismus auch der Faschismus bezwungen. Die Niederlage der Nazis ist unser aller Triumph. Sie war die Voraussetzung für ein neues Österreich, für ein demokratisches Deutschland, für ein freies Italien, für ein unabhängiges Frankreich.

Sie ist die Grundlage des vereinten Europa jenseits von Antiziganismus, Antiromaismus, Antisemitismus und völkischer Propaganda. Hätte die Wehrmacht den Krieg gewonnen, wäre die Vernichtung dessen, was einst unwertes Leben und Untermensch genannt wurde, noch lange nicht beendet. Die Männer hätten vor allem Soldaten zu sein und die Frauen die Gebärkanonen für neue Regimenter. Von Stacheldraht wären wir umgeben und unsere Heimat läge im Schützengraben.

Da geht eine Grenze zwischen Faschismus und Demokratie. Es ist die Grenze auf Leben und Tod. Das ist die Außengrenze, die geschützt werden muss. Und jenen, die von Zeiten träumen, da sie unseren Nachbarn zum Flüchtling machten, sagen wir, aus dem Flüchtling machen wir nun unseren Nachbarn. Und jenen, die treuherzig behaupten, sie seien die Juden wie die Zigeuner von heute, denen sage ich: “Da irrt euch mal nicht, denn wir Juden wie die Zigeuner von heute, wir ducken uns nicht, wir kuschen nicht, wir feiern gemeinsam mit den Anderen, die aufstehen gegen den Hass.”

Denn wenn sie gegen Minderheiten hetzen, dann sollen sie wissen, die Minderheiten sind wir alle und wir sind längst die Mehrheit, doch eine, die nicht mehr schweigt. Wir leben die Vielfalt. Wir feiern Europa. Wenn sie nach einem starken Mann rufen, wählen wir die Demokratie. Wenn sie die Angst schüren, zeigen wir Zivilcourage. Wir alle sind die Helden für diesen Platz.

Übrigens, zum Schluß noch. Auf der Website des österreichischen Rundfunks gibt es viele Beiträge zum 8. Mai 2017. Rathkolb etwa, der über die Umbenennung des Heldenplatzes … glücklich ist, wer die Vergangenheit teilhell machen kann. Schüssel etwa, der sich erinnert an seine Geburt … das ist jener vor langer Zeit gewesene Kanzler aus der Kunschak-Partei, der mit der identitären Parlamentspartei … das ist die Partei mit einer recht extrem ausgeprägten Leidenschaft zu einer Frau aus … Im österreichischen Rundfunk sind technisch hoch versierte Menschen am Werk, die wissen, wer das Dunkle filmt, bekommt bloß ein finsteres Bild …

Schriften von Martin Luther – 500 Jahre Weltkulturerbe Antiziganismus

Unesco Weltkulturerbe Schriften Martin Luther

Es gibt nun eine recht große Freude unter den Wiedergängern und Nachgängerinnen von Martin Luther, daß Schriften von ihm Weltkulturerbe … so passend und hilfreich zu den Propagandafeiern 500 Jahre …

Und was je zum Erbe erkoren wird. Dafür scheint es ein Leitbild zu geben, bestehend aus einem einzigen Satz: Das Weltkulturerbe ist gut.

Vollständig aber müßte es heißen: Das Weltkulturerbe ist gut, aber der Mensch, der Mensch ist nicht so. Und auch Martin Luther ist … Was er ist, was er heute allen sein sollte –  es gibt hierzu bereits einige Abschnitte, wie gelesen werden kann …

Weltkulturschönung wäre wohl die zutreffendere Bezeichnung für das Listerl Weltkulturerbe.

Oder: Weltkulturerbe, eine Albernheit. Und es ist auch albern. Eine besondere Albernheit fällt hierzu ein, die mit dem Burgerl als Versteck von Luther sogar zusammenhängt, nämlich die Albernheit

WKR-Ball, der nun Aka…

um wienerische Bälle als … albern nicht nur, wenn es um Säbeltänze geht, was für ein albernes Geschrei ist aktuell auf dem Eislaufplatz oder aus dem Resselpark

Auch zur Weihnachtszeit, Klingelingeling, Tatorte überall

Antiziganismus - Antiromaismus - Der Tatort als Tatort.png

Es gab also am 26. Dezember 2016 einen „Tatort“, in dem es um Bettlerinnen und Bettler ging. Mit dem verheißungsvollen Titel passend zur Geburt des Papstes Fetisches: „Klingelingeling“. Mit dem Betteln klingelt es also so richtig in den Pappbechern, mit Betteln ist das große, große Geld zu machen. Das schon gefragt werden möcht‘, weshalb verlegen sich nicht alle auf das Betteln, und lassen Börsen Börsen sein. Ja, mit dem vielen, vielen Geld aus den Pappbechern lassen sich leicht Villen, Paläste bauen, wie allenthalben zu hören ist, in Rumänien, und wer diese dort baut, Sie wissen es auf Anhieb bereits jetzt, ohne diese Ihnen schon an dieser Stelle nennen zu müssen.

Es gibt dazu einen offenen Brief der Bettellobby in Österreich, in dem auf diesen „Tatort“ näher eingegangen wird. Es wird der Vorwurf, die Vermutung behandelt, das Betteln sei kriminell organisiert, „mafiös“ strukturiert. Es wäre wohl zu romantisch gedacht, es könnte beim Betteln zu keinen kriminellen Machenschaften kommen. Sonderlich daran ist aber doch eines. Sowohl die Polizei in Deutschland als auch in Österreich spricht selbst immer wieder davon, wie schwer bis unmöglich es sei, kriminell organisiertes Betteln nachzuweisen, weil es keine Bettlerinnen und Bettler gäbe, die das bestätigen, bezeugen würden. Es wird vermutet, sie hätten zu viel Angst davor, gegen die „Bettlerbosse“ auszusagen. Sogar in den Betlehems der Mafia – in Italien, in den Vereinigten Staaten – gab und gibt es immer wieder Mitglieder der Mafia, die als Kronzeugen gegen die Mafia … nur unter den Bettlerinnen und Bettlern will niemand  sich finden lassen, der oder die gegen ihre „Hintermänner“ auszusagen bereit ist. Beurteile das, wer kann …

In dem offenen Brief wird auch von „rassistischer Hetze“ gesprochen. Das kann genauer benannt werden. Es geht – auch zur Weihnachtszeit – um Antiziganismus, Antiromaismus.

In diesem „Tatort“ als Tatort.

Denn. Es ist von „rumänischen“ Bettlern und Bettlerinnen die Rede. Und wenn von „rumänisch“ gerade im Zusammenhang mit Bettlerinnen die Rede ist, ist in Österreich die automatische Übersetzung von „Rumänen“: „Zigeuner“. Ein weiteres, starkes Indiz: es wird eine Geschichte erzählt, deren Mittelpunkt Babys sind. Es mag den Macherinnen und Machern an ihrem Tatort nicht aufgefallen sein, wie sehr sie bei ihrer Tat von dem kollektiven Gedächtnis geleitet wurden, wie sehr einer ihrer Hintermänner ihres Tatortes auch ein Martin Luther gewesen sein könnte. Denn seit den Tagen auch

Holocaust ist gleich Shoa und Porajmos

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Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

Ach, bettelten bloß Deutsche – Freiheitliche prangerten Rassismus an

eines Martin Luther bis herauf in die Gegenwart spielen Kinder eine wesentliche und also eine gegen „Zigeuner“ gerichtete Rolle. Das aber kann nur vermutet werden, daß einer ihrer Hintermänner Martin Luther … die Macherinnen und Macher dieses Tatortes werden, ist zu befürchten, nicht gegen ihre Hinterfrauen aussagen, schon gar nicht gegen den Boss Luther – wohl nicht aus Angst, sondern weil sie es selbst gar nicht wissen, genauer, bewußt nicht wissen wollen, aber es unbewußt nur allzu genau wissen und sich davon leiten lassen – das Unbewußte macht die Politik, ist die Politik … Vielleicht ist doch auch ein wenig Angst dabei, metaphysische Angst, und gerade Weihnachten als einen solchen Tatort kann Fürbitte vom Boss Luther bei seinem Boss, der er auch selbst ist, nicht schaden …

Wenn von „Rumänen“ gesprochen wird, gerade im Zusammenhang mit dem Betteln, sind „Zigeuner“ gemeint, und „Zigeuner“ im lutherischen Sinne seit fünfhundert Jahren … Ein weiteres Indiz dafür: Es heißt, Täterinnen kehren stets an ihren Tatort zurück. Auch in diesem Fall ist es nicht anders. Wie in der Collage gelesen werden kann, war der „Tatort“ auch in der Vergangenheit ein Tatort des Antiziganismus, Antiromaismus. Damals mußte noch von Roma und Sinti gesprochen werden. Inzwischen reicht es von „Rumänen“ zu sprechen, wenn Roma und Sinti gemeint werden wollen. Na ja, ganz ohne Hinweise geht es doch nicht, um sicher zu gehen, daß auch alle wissen, wer gemeint ist, das läßt sich auch bildlich arrangieren …

Antiziganistinnen und Antiromaisten meinen klüger geworden zu sein, aber sie bleiben, was sie sind, Täter, die an ihren Tatort zurückkehren, dabei etwas vorsichtiger agieren. Denn. Wer will schon Rassist genannt werden, der sich selbst so gar nicht als Rassistin versteht und sieht?

PS An dem Fernsehtatort des Antiziganismus, Antiromaismus sagen die Wiederholungstäter, den Bettlern und Bettlerinnen solle kein Geld gegeben werden, als Handlungsanleitung. Wer kennt diese Handlungsanleitung nicht? Aus einschlägigen Kreisschaften. Sollte das im Fernsehtatort Realismus darstellen? Freilich, es ist Realismus, in Österreich etwa der Realismus der identitären Parlamentspartei …

jorge-mario-franziskus-bergoglio-kust-seinen-fetischPPS Mit einem Kinde als Brieftaschenöffner kann schon recht ordentlich verdient werden, wie vor allem ein Organisierter Glaube es seit über eintausend… Paläste überall – nicht nur in Rumänien, Bettelei mit dem Kinde nicht nur zur Weihnachtszeit …

PPPS Gab es schon einen „Tatort“, in dem die Handlungsanleitung vorkam, es sollen beispielsweise in Deutschland, in Österreich keine Produkte gekauft werden, die von Menschen in fernen und absolut armen Ländern unter kriminellen Bedingungen und oft unter lebensbedrohenden Bedingungen hergestellt werden müssen?

Mâneasca Klingelingeling Tatort.png

Holocaust ist gleich Shoa und Porajmos

martin-luthr-stost-das-tor-aufEin dringend notwendiger Denkort

Was kann es an einem 24. Dezember für einen Wunsch geben? Was kann es so kurz vor einem weiteren Jahr, das gerne ein neues Jahr genannt wird, für einen Vorsatz geben?

Ein Denkmal zu errichten. Ein Denkmal zu errichten,  das klar zum Ausdruck bringt, der Holocaust war Shoa und Porajmos in einem. Mit der Unterscheidung aufzuhören. Denn das massenverbrecherische und massenmörderische Ansinnen der Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten war nicht ein Holocaust und ein Porajmos, sondern die totale Vernichtung von Juden und Roma und Sinti in einem einzigen Holocaust.

Gerade in Österreich wäre ein derartiges Denkmal am prominentesten Ort angebracht, an dem Ort also, wo der derzeitige Verteidigungsminister ein Soldatendenkmal sich wünscht. Statt eines Soldatendenkmals also ein Denkmal, das der Geschichte gerecht wird.

Es muß nicht ein weiteres Mal ausgeführt werden, weshalb das notwendig ist, damit aufzuhören, Roma und Sinti als Opfer dritter Klasse zu führen. Weil sie eben aus dieser Gesinnung, der zum Holocaust führte, heraus weiterhin Opfer sind, europaweit.

nicht-mit-martin-luther-spielenErst vor wenigen Jahren schrieb die Wochenzeitung „Die Zeit“ anläßlich der Eröffnung eines Porajmos-Denkmals in Berlin, das etwas versteckt hinter Büschen und Bäumen südlich des Reichstagsgebäude im Tiergarten liegt, auch darüber, wie es für die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen keine Unterscheidung gab in ihrem Ausrottungswillen von Sinti und Juden und Roma, und macht dabei selbst eine Unterscheidung zwischen Holocaust und Porajmos.

„Für Ziel und Weg, die Zeitschrift des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes, war 1938 die Diagnose klar. ‚Juden und Zigeuner‘ seien wie ‚Ratten, Wanzen und Flöhe‘ zwar ‚gottgewollte Wesen‘, dennoch müsse man diese wie jene ‚biologisch allmählich ausmerzen‘. Dergleichen gleichnishafte, christlich verbrämte Mordrede gehörte zur völkischen Tradition seit den Tagen von Jahn und Arndt, nun aber war der Moment gekommen, die Metapher Wirklichkeit werden zu lassen und ‚Juden und Zigeuner‘ tatsächlich zu vernichten.“

Denn in einem Moment, in dem die Roma, selbst in Ländern des Friedensnobelpreisträgers EU wie Tschechien, Frankreich oder Rumänien, neuen Hass erfahren, erinnert es daran, in welche Katastrophe alles rassistische Gerede und Geraune führt.“

Und gerade im kommenden Jahr mit der Zahl 2017, in dem Martin Luther recht groß gefeiert werden wird, sollte so ein Denkmal errichtet sein. Vielleicht mit

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einem Martin Luther, der das Auschwitz-Tor weit aufstößt.

Und gerade in dieser Zeit, in der die Ortsgruppe der identitären Parlamentspartei im Bezirk Margareten Jahn als „Kletterwand-Maskottchen“ haben will …

Und gerade in dieser Zeit, in der Bruderliebe eines Vizebürgermeisters ohne Aufgaben so weit geht, zu bekunden, die abscheulichste Schreibe des kleinen Bruders gefällt.

Mit einem Denkmal ist es freilich nicht getan. Deshalb darf es auch kein passives Denkmal sein. Zu wünschen ist ein aktives Denkmal. Ein Denkmal nicht der Besinnung, sondern des Handelns. Ein Denkmal zum Arbeiten. Zum Arbeiten daran, daß die Menschen, die diesen Ethnien zugeordnet werden,

Der halbe Luther von Michael Bünker oder „Zigeuner“ werden Opfer sein dürfen, wenn sie keine Opfer mehr sind

nicht weiter Opfer sind. Denkmal ist dafür wohl nicht der geeignete Bezeichnung. Denkort erscheint zutreffender.

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

Porajmos und Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß Martin Luthers.jpg

Die Ausgabe 84 von „Der Theologe“ beschreibt zusammenfassend, wie sehr Adolf Hitler von Martin Luther eingenommen war, den er als das „größte deutsche Genie“ …

Diese Ausgabe gibt einen guten Einblick, was von Martin Luther … und macht zugleich offenkundig, wie unverständlich nicht nur aus der Sicht der unmittelbaren Gegenwart es ist, einen derartigen Mann, den „einige Theologen später stolz sogar den ‚ersten Nationalsozialisten'“ nannten, nach wie vor in einem solchen Ausmaß zu rühmen, zu verehren, zu verteidigen.

Diese Ausgabe 84 konzentriert sich auf den Antisemitismus von Martin Luther, den Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen als Massenmörder und Massenmörderinnen exekutierten.

Um diesen Massenmord an den Juden geht es hier aber nicht. Das muß heute sogar ein evangelischer Bischof aus dem Österreichischen eingestehen, daß Martin Luther mit seiner Judenfeindlichkeit …

Es geht also hier nicht

Auch zu rühmen ist Martin Luther für 500 Jahre Zigeuner-Verfolgung

um die Shoa.

Es geht hier um

Porajmos und die Geburtshäuser von Adolf Hitler, Martin Luther …

den Porajmos. Um den Massenmord an den Menschen, die nach wie vor „Zigeuner“ genannt werden.

Es geht darum, daß endlich, wenn von Martin Luther gesprochen wird, Antiziganismus und Antisemitismus gesagt werden muß, nicht länger breit nur von seiner Judenfeindlichkeit gesprochen werden darf. Denn Antiziganismus und Antisemitismus ist der lutherische eineiige Kopfgeburtszwilling. Es darf sein Antiziganismus nicht länger unterschlagen werden.

In dieser Hinsicht ist auch „Wikipedia“ – heutzutage von so vielen als Wissensspeicher genutzt – eine äußerst unvollständige Quelle; es wird zwar seine Judenfeindlichkeit beschrieben, nicht aber seine Feindlichkeit gegen Menschen, die nach wie vor Zigeuner genannt werden.

Es geht also darum, den Menschen, die nach wie vor Zigeuner genannt werden, zuzugestehen, daß sie nicht einfach weitere Opfer des Nationalsozialismus waren, sondern sie und die Menschen, die Juden genannt werden, auf gleicher Ebene die zur totalen Vernichtung ausgewählten Menschen waren. Denn die Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten machten keinen Unterschied zwischen Juden und Zigeunern. Sowohl für Juden als auch für Zigeuner wollten sie die „endgültige Lösung“. Es wird für manche der Satz ungehörig klingen – dennoch: Für Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen waren die von ihnen ermordeten Zigeuner keine zu Ermordenden dritter Klasse, wie heutzutage noch Zigeuner breitest Opfer zweiter Klasse des Nationalsozialismus sind.

Es geht hier aber auch nicht um Geschichte. Es geht um die Gegenwart. Es geht darum, wie Menschen, die nach wie vor Zigeuner genannt werden, in diesem Europa leben müssen. Und die Lebensbedingungen dieser Menschen sind wahrlich die Schande Europas.

Vielleicht ist der Ansatz, wie in

Der halbe Luther von Michael Bünker oder „Zigeuner“ werden Opfer sein dürfen, wenn sie keine Opfer mehr sind

geschrieben, ein falscher. Vielleicht muß doch zuerst den Menschen, die nach wie vor Zigeuner genannt werden, ihr geschichtlich zustehende Opferstatus breitest anerkannt werden, damit sie in Gegenwart und Zukunft nicht weiter Opfer sind.

Porajmos und die Geburtshäuser von Adolf Hitler, Martin Luther …

Nun ist also die Enteignung offiziell. Das Geburtshaus von Adolf Hitler ist enteignet. Ab sofort gehört es der Republik Österreich.

Und weshalb wurde es enteignet? Wegen der Befürchtung, es könnte eine Pilgerstätte für, wie gesagt wird, Rechtsextreme und Neonazis … Es muß nicht wiederholt werden, was von dieser Argumentation zu halten ist, nämlich nichts, wie ausführlich gelesen werden kann:

Entschädigung Hitler-Geburtshaus-Enteignung nach dem Eisenbahn-Entschädigungsgesetz

In diesem Haus in Braunau am Inn wurde Wähler Adolf Hitler, der Hitler wählte, geboren

Und gerade nach der Wahl am zweiten Adventsonntag in diesem Jahr in Österreich ist diese Befürchtung, es könnten ein paar Dreibierhochs das Geburtshaus von Adolf Hitler als ihre Pilgerstätte ausersehen, dermaßen lächerlich und das größte Eingeständnis der gewollten Ohnmacht des Staates trotz der bestehenden Gesetze, die nur zu exekutieren wären, gerade nach dieser Wahl also, in der rund sechsundvierzig Prozent den Kandidaten der identitären Parlamentspartei, die außerhalb von Österreich immer wieder als eine „rechtsextreme“, als eine „faschistische“ Partei bezeichnet wird, kann nur wiederholt werden, was in den obigen Kapiteln bereits geschrieben wurde, es würde mit dem Enteignen in diesem Land kein Nachkommen sein, wollten alle Pilgerstätten beseitigt werden.

Hitler Haus Braunau am InnNun, da das Geburtshaus von Adolf Hitler der Republik Österreich gehört, könnte das Haus tatsächlich abgerissen werden. Und der vorgeschlagene Gedenkstein nicht in der üblichen Größe eines Gedenksteins vor dem Geburtshaus aufgestellt werden, sondern statt dem Geburtshaus in der genauen Größe des Geburtshauses von Adolf Hitler errichtet werden, mit der Inschrift:

Demokratie!
Freiheit!
Frieden!

anstelle-des-geburtshauses-adolf-hitlerMillionen Ermordete
mahnen!

In diesem Haus
wurde Wähler
Adolf Hitler, der
Hitler wählte,
geboren.

Es heißt, es wurde fünf Jahre verhandelt, bis es nun zur Enteignung gekommen ist. Was für eine verschwendete Energie, verschwendete Ressourcen, verschwendetes und noch weiter zu verschwendendes Geld, und das alles nur wegen der Befürchtung, ein paar Dreibierkäsehochs …

Wie sinnvoll wäre es beispielsweise gewesen, und wenn es so etwas wie einen Auftrag der Geschichte geben soll, auch diese Energie, diese Ressourcen, dieses Geld zu verwenden, um einen effektiven Beitrag zu leisten, daß  Menschen nicht weiter in einer Gegenwart leben müssen, die sie täglich bitter als Vergangenheit erfahren müssen, daß für sie die Geschichte nicht vorbei ist, sie in der grausamen Vergangenheit gehalten werden. Womit das zweite Geburtshaus angesprochen ist. Das nämlich von Martin Luther. Das steht zumindest nicht in Österreich. Aber es würde zu Österreich traditionsreich passen,

Romane Thana – Von der Großzügigkeit der österreichischen Gesellschaft gegen Walter Dostal

daß auch Martin Luther einer aus Österreich …

500-jahre-von-luther-zu-himmler

Martin Luther ist einer der Hähne, die das Ei Adolf Hitler legten. Am Anfang war das Wort, und das Wort war von Martin Luther. Und das Wort kam zu den Wählern und Wählerinnen, die es in den Pojarmos wandelten, wie den Wein in das Blut und den Leib in den geschundenen und getöteten.

Aber es gibt keine Befürchtung, das Geburtshaus von Martin Luther könnte, nein, es ist ja eine Pilgerstätte, die nach wie vor zur Ehre gereicht, der die Treue gehalten wird. Und auch in Österreich wird Martin Luther gepriesen, wird beispielsweise der österreichische Rundfunk zur Kanzel zur Verbreitung des Lobgesangs auf Martin Luther. Freilich wird, was nicht mehr zu verschweigen ist, dabei zartkritisch nebenher erwähnt, im christlichen Plauderton. Aber auch das muß nicht ein weiteres Mal ausgeführt werden:

Der halbe Luther von Michael Bünker oder „Zigeuner“ werden Opfer sein dürfen, wenn sie keine Opfer mehr sind

500 Jahre Martin Luther sind auch 500 Jahre Antiziganismus