„Liebe Patrioten! Österreich zuerst bedeutet – Wir schaffen das nicht.“

Landsleute! Liebe Patrioten! Ich darf Euch hier auch sehr herzlich begrüßen in der wunderschönen Stadt Wiener Neustadt. Wird Euch nicht wehtun. Das ist gut so. Im Kindergarten. Man muß nicht hauen, nicht raufen, nicht beißen. Aber Österreich zuerst bedeutet, hier im eigenen Land beginnen.

Derart beginnt Walter Rosenkranz, nun ein Kandidat für das Amt der Bundespräsidentin in Österreich, am 26. Februar 2016 seine Rede, wie diese mittels eines Videos akustisch halbwegs verstehbar auf einer Plattform eines Konzerns nach wie vor verbreitet wird; mehr ist von dieser seiner Rede nicht aufgenommen, und es genügt bereits, es will diese seine Rede gar nicht zur Gänze gehört werden —

Von der Erfahrung in diesem Land her wird ohnehin gewußt, was nach „Österreich zuerst!“ nur kommen kann, kommen muß, von der Erfahrung in diesem Land her wird ohnehin gewußt, was nach einer Anrede „Liebe Patrioten!“ nur kommen kann, kommen muß.

Wen der Mann, der nun Staatsoberhaupt werden will, so „auch herzlich begrüß[t], sind „Patrioten„, die sonst als „Identitäre“ geführt werden, und sie, die Identitärinnen, wedeln ihre Fahnen ihm zum herzlichen Zurückgruße

Dieser Mann will also Bundespräsident werden, in diesem Herbst Österreichs ´22. Vielleicht reicht hierfür bereits die Spekulation, daß er für eine Wochenzeitschrift sogleich ein „Liberaler“ ist, einer aus der Riege der „Honoratioren“, und es gebietet mehr die Vorsicht und Gutstellung als erste Maxime des Existierens in der österreichischen Porzellankiste denn der Respekt vor dem Amt der Bundespräsidentin, ihm wohlgefällig zu begegnen, könnte er ja doch wieder in ein hohes —

Am letzten Montag wurde von dieses Mannes Partei eine Kandidatin respektive ein Kandidat angekündigt, die „jung und dynamisch“, und wie wahr verkündet dies war, belegt nun dieser Mann, der so „jung und dynamisch“ ist wie alle in dieser Partei, um doch Namen exemplarisch zu nennen, von Steger bis Steger —

Gesprochen hat noch einer, der seitdem aufgestiegen ist, und das soll – ein paar Brocken seines Gesprochenen wurden schon mal zitiert – , nicht verschwiegen werden:

Wir schaffen das nicht. Und ich will das Ganze nicht schaffen. Ich will schaffen, daß unsere Leute wieder Geld haben, daß unsere Leute wieder eine Zukunft haben, daß unsere Kinder wieder ihre Zukunft haben, und daß das Geld, das jetzt mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen wird, endlich wieder dort ankommt, wo es hingehört, und das ist bei […] und bei sonst gar niemanden.

Was der Dritte im Schafte sprach, das gibt das Video nicht her, aber was er in dieser Gesinnungsnacht gesprochen haben könnte, dafür braucht es kein Vorstellungsvermögen, die Erinnerung an solch gesinnungsgemäße Reden reicht völlig aus, um zu wissen, was er gesprochen haben könnte, nein, nicht gesprochen, wiederholt haben könnte.

Eine wird, die den Mann, den es nun gen Hofburg zieht, recht nah kennt, wohl schon jetzt fest, wenn sie Daumen hat, die Daumen halten, daß er es wird, denn wie gar recht stolzer noch könnte sie auf sich dann sein, ihn, den dann noch höher Gesiedelten, persönlich zu kennen —

Und was für eine Angelobung das erst sein werde, so träumt sie sich wohl jetzt schon in die Zukunft hinein, ein Wehen und Schwenken, wie würde das ihn ehren und stolz rühren, angelobt zu werden, nicht von einer einzelnen, sondern angelobt von „Wir sind das Volk“, in einer festlichen Nachtstimmung wie damals, als Patriotinnen ihm die Angelobungsformel „Wir sind das Volk“ ihm schon zur Probe vorriefen —

Eine als Kandidatin für die Bundespräsidentinwahl in Österreich Gehandelte:: „DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung“

An diesem Montag, 11. Juli 2022, wird von der Partei des Herbert Kickl mitgeteilt, sie werde am kommenden Mittwoch ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Bundespräsidentschaftswahl präsentieren …

Ebenso ist die Nationalratsabgeordnete Petra Steger, Tochter des freiheitlichen Urgesteins Norbert Steger, schon seit einigen Tagen im Gespräch als Hofburg-Karte. Glaubt man prominenten Freiheitlichen, weiß aber lediglich Kickl selbst, welche Person er dem Präsidium vorschlagen wird. Als „jung und dynamisch“ bezeichnete der FPÖ-Obmann selbst seine Wahl.

„Jung und dynamisch“, das wäre wohl als „heiße Aktie“ zu werten, daß Petra Steger von Herbert Kickl zur Kandidatin erwählt wurde, wenn jedoch berücksichtigt wird, wie in dieser Partei gesinnungsgemäß „jung und dynamisch“ verstanden und gelebt wird, dann träfe diese seine Zuschreibung auf alle in dieser Partei zu, auch auf alle, die bis jetzt als Kandidaten und Kandidatinnen gehandelt wurden, von dem erst kürzlich von einer Wochenzeitschrift honorig ins Spiel gebrachten „Liberalen“, der jung und dynamisch wie Vater Steger, bis …

Auf der Plattform des Konzerns „Facebook“ schreibt Petra Steger am 24. Juni 2022:

Gemeinsam haben wir die Impfpflicht verhindert! Die Spalter der Gesellschaft haben verloren, die Impfpflicht ist Geschichte. Die Impfpflicht war von Anfang an gescheitert, denn keiner hat sich von den schwarz-grünen Chaoten in die Nadel zwingen lassen. DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung, die den Druck auf die Regierung stetig erhöht hat und diesen schönen Erfolg möglich gemacht hat. Doch es ist noch nicht vorbei. Der endgültige Erfolg kann erst dann verbucht werden, wenn auch das Covid-19-Maßnahmengesetz auf der Müllhalde landet und die für das Corona-Regime verantwortlichen Politiker aus den Reihen von ÖVP, SPÖ, GRÜNE und NEOS endgültig ihren Hut nehmen. GEMEINSAM können wir das schaffen!

Um Ihr „DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung“ recht anschaulich zu unterstreichen, schmückt Petra Steger ihr „DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung“ mit einem Video eines solchen Marsches der „kompletten Corona-Bewegung“. Und gleich zu Beginn des Videos ist ein Transparent zu sehen, anzumerken ist: Impfpflicht ist auf dem Transparent durchgestrichen:

„Impfpflicht Nü. Kodex ´47 Tribunal „Jetzt!“

Solche Videos zu verbreiten, das kann nur, wer so „jung und dynamisch“ wie Petra Steger – falls Herbert Kickl sie damit meint und nicht recht sich selbst, der ja als Marschredeaktivist der „kompletten Corona-Bewegung“ bestimmt nicht nur Herrn Bauer traf, der wohl nicht nur als einziger dort sofort, wie aus der Pistole geschossen, wie es so treffend heißt, erklären kann, was es mit dem Nürnberger Kodex 1947 auf sich hat, der nichts mit einer Impfflicht zu tun hat, aber alles mit

Gesinungsgemäß ist wohl die „komplette Corona-Bewegung“ so „jung und dynamisch“ wie Herbert Kickl selbst oder, falls er sie meint, Petra Steger; allein diese dynamische Forderung “Tribunal ‚Jetzt!“‘ zeugt von dieser jungenhaften Geschichtsbildung; welches Tribunal gefordert wird, ein Junge in Deutschland kann bestimmt sofort, wie aus der Pistole geschossen, erklären, welches Tribunal damit gemeint ist – jung und dynamisch würden sie, so der Gesinnungstraum, aufbrechen, um in dieser ehrstolzen Stadt, die für sie dynamisch tausendunddrei Jahre jung , wieder ein Tribunal abzuhalten, das das andere, das ihnen als ungerecht empfundene aus ihrer Geschichte tilgt …

„Jung und dynamisch“ gibt Petra Steger, wenn Herbert Kickl sie damit meint, auch schon mal auf dem Viktor-Adler-Markt „Angela Merkel die Schuld für die „Tausenden, die im Mittelmeer ertrunken sind“, als Vorrednerin von Herbert Kickl, Harald Vilimsky und Norbert Hofer … Auch damit zeugt sie, falls Herbert Kickl sie meint, wie jung und dynamisch sie ist, sie steht all den Jungen und Dynamischen in dieser Partei in nichts nach, ihnen gesinnungsgemäß zur Seite —

Für Österreich ein recht honoriger „Liberaler“ –

Falls nicht doch Susanne Fürst oder ein Überraschungskandidat antritt, müsste einer aus der Riege der Honoratioren ran. Denkbar wäre der eher liberale FPÖ-Volksanwalt und frühere Klubobmann Walter Rosenkranz […] Aufgrund ihrer regelmäßigen Auftritte in der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ genießen Volksanwälte eine gewisse Bekanntheit. 2016 hätten sich viele in der Partei den damaligen FPÖ-Volksanwalt Peter Fichtenbauer als Kandidaten gewünscht. Regelmäßig war in der Vergangenheit auch der Wiener Abgeordnete und Notar Harald Stefan für hohe Ämter im Gespräch, etwa als Justizminister […]

In der Ausgabe 27 vom 3. Juli 2022 der Wochenzeitschrift ist dies zu lesen. Es geht in diesem Artikel um das Spekulieren, wer aus dieser Partei des Rosenkranz um das Amt der Bundespräsidentin —

Es darf festgehalten werden, das Profil eines „Liberalen“, wie es in Österreich gezeichnet wird, ist das Bild eines Menschen, der beispielsweise „eine Gruppe junger Menschen“ der identitären Gesinnung „erfrischend“, „charmant“

In Österreich wird als „Liberaler“ verstanden, wer, wie Walter Rosenkranz, zu jungen Menschen spricht, die ihm dafür charmant mit ihren Fahnen erfrischend, also wohltuend, unverblümt ihre Gesinnung zuwinken.

Walter Rosenkranz, ein Parade-„Liberaler“ nach der österreichischen Definition eines „Liberalen“ —

Der „Liberale“ in Österreich unterscheidet sich von dem „Rechten“ in Österreich gar recht. In dem Artikel von 3. Juli 2022 macht die Wochenzeitschrift die Unterscheidung noch einmal deutlich: Walter Rosenkranz, einer von den „Honoratioren“ in Österreich, ein honoriger „Liberaler“

Hingegen Susanne Fürst: eine „Rechte“ …

Mit dieser Zuschreibung ist diese Wochenzeitschrift wenig, um ein Wort des derzeit Staatshonorigsten zu verwenden, „sensibel“, so eine Zuschreibung ist für ihn, den Staatshonorigsten, „nicht unheikel“. Denn, so der Staatshonorigste, in Österreich, „davon ist die FPÖ natürlich weit entfernt“.

Für das Messen der Entfernung, so entfernt ihre Partei davon ist, „rechts“ zu sein, von ihr zum „Liberalen“ … Sie aber müssen die Entfernung nicht messen. Sie kennen die Entfernung. Die Entfernung zu messen, ist jedoch für „Quereinsteiger“ in Österreich extrem wichtig, um zu wissen, wo sie schneller ankommen —

In ihrem Artikel vom 3. Juli 2022 nennt die Wochenzeitschrift noch ein paar Namen, und sie geht dabei sensibel vor, ohne Zuschreibungen, die für sie in Österreich heikel — Für sie ganz unheikel nennt sie die Namen von österreichischen „Honoratioren“, von Peter Fichtenbauer und von dem Notar, der nicht nur einen honorigen Beruf ausübt, sondern auch honorige Geschichtsvermittlung —

Es gibt keine einzeln zu verurteilenden Kriegsverbrechen, weil Krieg in seiner Gesamtheit zu verurteilendes Verbrechen, zu strafendes Kapitalverbrechen ist. Statt Zerschlagung der Militärs und Militärbündnisse, etwa der NATO, weiter und weiter Ausweitung und Aufrüstung, das verbrecherische Vorbereitungshandlungen des Kapitalverbrechens Krieg sind

Es geht wieder extrem los, mit den massiven Forderungen nach Verurteilungen von Kriegsverbrechen im Krieg, seit dem Einmarsch in die Ukraine, seit dem Angriff auf die Ukraine, und die Forderung nach Verurteilung von Kriegsverbrechern im Krieg ist das Legitimieren von Krieg, Kriegsverbrecherinnen im Krieg zu verurteilen zu wollen, heißt, den Krieg an sich zu rechtfertigen, den Krieg an sich als etwas Gutes zu deuten.

Es könnte gesagt werden, das sei ein Fortschritt der Menschen, daß Kriegsverbrechen zu verurteilen sind, aber es ist kein Fortschritt, daß es Regeln gibt, nach denen das eine und das andere Kriegsverbrechen, nach denen das eine und andere nicht Kriegsverbrechen sind, solange Krieg an sich nicht als Verbrechen in den Strafgesetzbüchern der Staaten dieser Welt geführt wird, solange Krieg an sich nicht als Kapitalverbrechen in den Strafgesetzbüchern der Staaten festgeschrieben ist, haben Menschen das Recht verwirkt, je von einem Fortschritt der Menschheit zu sprechen.

Das Kapitalverbrechen Krieg wird aber nicht erst begangen, wenn es zu einem Krieg kommt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit der Aufstellung eines jedweden Militärs beginnt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit der Aufrüstung des Militärs beginnt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit personellen Rekrutierungen für das Militär beginnt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit dem Produzieren von Waffen und Ausrüstung jedweder Art für jedwedes Militär beginnt.

Und seit dem Kapitalverbrechen Krieg in der Ukraine ist das fortwährende Geschrei nach massiver Aufrüstung unüberhörbar, in das immer mehr Menschen einstimmen, sogar Menschen, von denen es bislang nicht gehört und nicht erwartet wurde, stimmen in dieses Geschrei ein, und Staaten, die ihr Heil im Beitritt zu militärischen Komplexen zu finden meinen, werfen nun noch mehr Steuergeld in den militärischen Schlund, in dem alles Steuergeld in der Sekunde zerfällt, von dem alles Steuergeld also nicht einmal bis in den Verdauungstrakt gelangt, das Steuergeld also nicht einmal zu Scheiße verarbeitet wird, die wenigstens noch als Dünger —

Billionen über Billionen, so viele Billionen, weiter, schreiben, weiterschreiben, es versagen, widerschreiben, die Hände, weiter, versagen

Vom Existieren im Koffer

Er sei entwurzelt wie eine Pflanze, die aus dem Boden herausgerissen sei, er habe den Grund unter seinen Füßen verloren, schwebe frei in der Luft.

Dies ein Satz über Vilém Flusser, der seiner „philosophischen Autobiographie“ den Titel „Bodenlos“ —

Im christschwarzen Karner wird hart nach einem Weg gesucht, wie könnte das christschwarze Fiasko versteckt, verleugnet werden, um Menschen, von denen von Tag zu Tag weniger und weniger willens sind, das Christschwarze zu wählen, wieder dazu zu bringen, doch das Christschwarze weiter zu wählen, und die Christschwarzen suchen ihre Rettung darin, gegen Menschen zu mobilisieren, die ihre Länder unfreiwillig zu verlassen haben, einfach wie kurz gesagt, Flüchtende sollen, gegen die die Christschwarzen vorgehen, den Christschwarzen ihr politisches (das heißt im Fall der Christschwarzen: ihre auf Parteipolitik verkümmerte Politik), genauer, ihr parteipolitisches Überleben sichern.

Dies ein Satz über Vilém Flusser, von Rüdiger Zill, zitiert von Raimar Zons in „Die Welt flach legen“ —

Rüdiger Zill erinnert in unserem Zusammenhang an einen anderen Ikarus redivivus, dessen Autobiographie nicht zufällig den Titel Bodenlos trägt. Als die deutsche Wehrmacht 1939 in Prag einmarschierte, begann für den Juden Vilém Flusser die Zeit des Exils […] Das städtische Vorkriegs-Prag, aus dem Vilém Flusser stammte, war durchaus keine ländliche Scholle und kein erdverbundenes, bäuerliches Leben wie das Palästina der zionistischen Schwärmer, noch war es vielmehr der feste Boden, das Symptom der Verwurzelung: sich selbst im Zentrum der Welt zu sehen. Wie Ikarus wurde dem „Luftmenschen“ Flusser dieser Boden entzogen, ja, die absurde Bodenlosigkeit des Flüchtlings und die Grenzenlosigkeit des Luftraums der Geschichte nimt seiner Existenz jegliche Begründung […] Juden, diese „Flugmenschen“, sind ohne Tiefe und ohne Transzendenz. Flusser kehrte solche antisemitsche Zuschreibung für seine eigene Erfahrung des Exils einfach um, indem er Nomadentum nicht nur die Herkunft, sondern auch die Zukunft der Menschen in einer weltweiten Netzgesellschaft nannte. Das Exil sensibilisierte ihn für alle Varianten der Bodenlosigkeit: „Er sei entwurzelt wie eine Pflanze, die aus dem Boden herausgerissen sei, er habe den Grund unter seinen Füßen verloren, schwebe frei in der Luft.“ Die existentielle Erfahrung der Freiheit des Migranten machte ihn also nicht nur immun gegen jeden Nationalismus, sie stiftet auch die Grundlage seiner polylotten, telematischen Medientheorie.

Es erweckt den Anschein, als ob, so wie Zill von Zons zitiert wird, Vilém Flusser selbst sich so sah, wie eine aus dem Boden herausgerissene Pflanze, schwebend frei in der Luft —

Das Wort »absurd« bedeutet ursprünglich »bodenlos«, im Sinn von »ohne Wurzel«. Etwa wie eine Pflanze bodenlos ist, wenn man sie pflückt, um sie in eine Vase zu steilen. Blumen auf dem Frühstückstisch sind Beispiele eines absurden Lebens. Wenn man versucht, sich in solche Blumen einzuleben, dann kann man ihren Drang mitfühlen, Wurzeln zu schlagen und diese Wurzeln in irgendeinen Boden zu treiben. Dieser Drang der entwurzelten Blumen ist die Stimmung des absurden Lebens.

Aber, wie Vilém Flusser es in „Bodenlos“ beschreibt, herausgerissene Pflanzen schweben nicht frei in der Luft, Pflanzen werden ausgerissen, um sie irgendwo zu irgendeinem Zweck aufzubewahren; Blumen auf einen Frühstückstisch etwa, wo sie in einem Vasenkäfig welken —

Auf dem Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf beim zufälligen Erblicken eines Koffers, in dem abgerissenes Geäst steckt, wird gedacht, das ist ein anonym errichtetes Kunstwerk, bei dem es nicht um den Namen des schöpferischen Menschen geht, sondern allein darum, Begriffe anschaulich darzustellen, Begriffe, die ohne Anschauung leer sind —

Anschauung ohne Begriffe aber ist blind. Der Koffer mit seiner herausgerissenen und in ihm eingezwängten Staude auf dem Franz-Jonas-Platz in Wien ist, wird weiter sofort gedacht, die Anschauung der Begriffe Exil, Migration, Freiheit, Bodenlosigkeit

Anschauung mit Begriffen ist jedoch erst das halbwegs gute Sehen mit einem Auge. Um mit einem Auge gut zu sehen, muß die Darstellung zur Anschauung auch das von den Begriffen Exil, Migration, Freiheit, Bodenlosigkeit beherrschte Leben eines Menschen vermitteln, und dies tut der in den Koffer gesteckte Strauch.

Um aber mit beiden Augen zu sehen, ist es erforderlich, diesen Koffer, den ständigen Existenzraum der bodenlos gemachten Menschen, dort zur Anschaung zu bringen, wo die unter den oben genannten Begriffen zu verharrenden Menschen in Koffer gesteckt werden, ist der Koffer an dem Ort zu zeigen, an dem es sich alle hoch anrechnen, ihnen Koffer als eigene vier Wände zuzugestehen; und dies ist nicht der Franz-Jonas-Platz

Schwarzgrüner Geldregen auf österreichische „Bevölkerung“ – Thermenwartung, Ballkleider, Geldstrafen und und und leicht aus dem Sparschwein der Enkelkinder zu zahlen

Das verkündeten Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) am Mittwoch nach dem Ministerrat. Man tue dies, sagt der Bundeskanzler, um der Unsicherheit und den Desinformationen durch den Kriegstreiber Russland entgegenzuwirken. Einerseits wurde am Dienstag verordnet, dass das Großverbraucher ihren Energie-Antrieb umrüsten und für Erdöl bereit machen sollen. Zweitens wurde die Bevölkerung offiziell aufgerufen, beim Energiesparen mitzuhelfen. Gewessler betont dabei, dass es jetzt wichtig sei, die Therme warten zu lassen, die Heizungen zu entlüften und andere Energiesparmaßnahmen umzusetzen. Damit könne bis zu 15 Prozent des Gasverbrauchs gespart werden.  

Dies ist in der Tageszeitung „Kurier“ am 6. Juli 2022 zu lesen.

Wie recht doch Bundeskanzler Nehammer es damit hat, Desinformationen entgegenzuwirken, zeigt auch diese Pressekonferenz der österreichischen Regierung vom 5. Juli 2022.

Der „Kriegstreiber“, der, um genau zu sein, nicht zu einem Krieg aufhetzt, was Kriegstreiberinnen tun, sondern der einen tatsächlichen Krieg führt, also ein Kriegsführer ist, hat es bereits geschafft, in Österreich zu desinformieren.

Die österreichische Energieministerin etwa derart zu desinformieren, daß sie, die Energieministerin, meint, das Warten von Thermen sei eine rein freiwillige Leistung der Bevölkerung, das Warten von Thermen in Österreich könne von der Bevölkerung ganz nach ihrer Lust und Laune beauftragt werden, oder eben auch nicht beauftragt werden, während in Österreich doch tatsächlich eine gesetztliche Pflicht zur Wartung der Thermen besteht; ein Verstoß gegen die Wartungspflicht kann eine Geldstrafe bis zu siebentausenddreihundert Euro —

Die Wartungspflicht muß, wie die Energieministerin verstanden werden kann, nicht beachtet werden. Bei diesem Geldregen der österreichischen Bundesregierung auf die Bevölkerung können die 7.300,00 Euro sogar die vulnerablen Gruppen, wie diese von Finanzminister und Energieministerin genannt werden, aus ihrer Portokassa

Wichtig sei jetzt, so die Energieministerin, Energiesparmaßnahmen umzusetzen, etwa die Thermen, als gäbe es keine Pflicht, nur freiwilliges Engagement, warten zu lassen, und auf die Thermenwartungskosten braucht kein Mensch in diesem Land nur einen Achtelgedanken zu verschwenden, bei dem schwarzgrünen Geldregen auf die Bevölkerung, so unabhängig von Teuerungen gemacht, kann ein jeder Mensch in Österreich die Thermenwartungskosten aus dem Sparschwein seiner Enkelkinder — Und dazu gehen sich auch noch statt drei sogar mehr als zehn Ballkleider —

Vielleicht hat sich deshalb die niederösterreichische Landeshauptfrau für ihre Drei-statt-zehn-Ballkleider-Faktura entschuldigt, weil sie sich verrechnet hat, es sich bei diesem schwarzgrünen Geldregen auf die Bevölkerung doch für jeden Mann und für jede Frau in Österreich ausgeht, sogar mehr als zehn Ballkleider sich leisten zu können, so aufgefüllt mit schwarzgrünem Regen —

Die Desinformation dürfte in Österreich aber besorgniserregend weit vorangeschritten sein, wie auch der Bericht dieser Tageszeitung selbst schon zeigt. Für den „Kurier“ ist der Wirtschaftsminister lediglich Wirtschaftsminister, der bis vor kurzem noch als Arbeits- und Wirtschaftsminister geführt wurde, dessen bedenkenlose Einschätzung seiner Qualitäten bis in die höchste Bevölkerungsspitze russischer Desinformation

習近平 / 习近平 – 生命就是死亡, 死亡也是生命

Wenn Xi Jinping in dem Beitrag vom 19. April 2006 „die sozialistischen Dörfer neuen Typs“ erwähnt, spricht er die erlittenen Verluste und den hohen Preis an, den die Menschen beim Eintritt in die Industriegesellschaft gerade in den ländlichen Gebieten zu zahlen hatten. Bewusst bezieht sich Xi Jinping bei seinen Vorstellungen von der Modernisierung auf Friedrich Hölderlin und dessen Hymne „In lieblicher Bläue“, auf den sich im deutschen Modernisierungsdiskurs auch Martin Heidegger immer wieder bezieht, so wenn er den Satz zitiert: „Schwer verlässt / Was nahe dem Ursprung wohnet, den Ort“. Xi Jinping will dafür sorgen, dass die „Menschen im Einklang mit der Natur leben und ihnen lückenlose öffentliche Dienstleistungen […] zur Verfügung stehen, adressiert mit seinem Hinweis auf Hölderlin dann doch aber weniger die Landbewohner als die Literaten und damit die Elite.

Xi Jinping bezieht sich, so Helwig Schmidt-Glintzer in „Der Edle und der Ochse – Chinas Eliten und ihr moralischer Kompass“, auf Friedrich Hölderlin —

Hölderlin, der ein Grübeln darüber auslösen könnte, was jene eint, die sich weiter nach ihren Gesinnungen auf Hölderlin beziehen, etwa von Peking bis Todtnauberg — Und auch, irgendwo auf dieser Strecke, in Wien — in Österreich werden Verse Hölderlins gar recht zu Herzen genommen, eint diese alle weltanschaulich, werden zur tatenlosen Anleitung, zur Schule der Nachsichtigkeit, etwa jener aus „An die Deutschen“ —

Spottet nimmer des Kinds, wenn noch das alberne
Auf dem Rosse von Holz herrlich und viel sich dünkt,
Oh ihr Guten! auch wir sind
Tatenarm und gedankenvoll!

Wer sonst als Hölderlin sollte dem nach österreichischer Art bildungsbürgerlichen Mann der Rösser ein geliebter Dichter sein können, sind doch für ihn auch seine Verse in Österreich lebendig in Stein

Dies sind Verse – tatsächlich von Friedrich Hölderlin.

Recht anders verhält es sich bei der eindeutigen Zuordnung von „In lieblicher Bläue“

Es wird Xi Jinping wohl daran gelegen gewesen sein, die von ihm Adressierten nicht zu überfordern – Friedrich Hölderlin, so könnte seine Vermutung gewesen sein, wird ihnen doch irgendwie geläufig sein, hingegen Friedrich Wilhelm Waiblinger — Xi Jinping bezieht sich, wie bei Helwig Schmidt-Glintzer zu lesen ist, nicht auf Friedrich Wilhelm Waiblinger und auf seinen Briefroman „Phaeton“; vielleicht war es Xi Jinping zu unangenehm, die Quelle für „In lieblicher Bläue“ preiszugeben, die eben dieser Briefroman „Phaeton“ ist, in dem zu unmißverständliche Stellen gibt, daß Männer bei Männern liegen —

„In lieblicher Bläue“ könnte durchaus ein Gedicht von Friedrich Hölderlin sein. Aber, so die Vermutung, ihm von Waiblinger gestohlen, der es in seinen Briefroman in Prosazeilen aufnahm, freilich, ohne zu erwähnen, daß es ein Gedicht von Hölderlin sei. Deshalb ist „In lieblicher Bläue“ auch nicht aufgenommen in den Band „Friedrich Hölderin – Sämtliche Gedichte und Hyperion“ beispielsweise vom „Insel Verlag“, 7. Auflage 2020″:

Der vorliegende Band vereinigt das gesamte poetische Werk Friedrich Hölderlins und ordnet die Gedichte in chronologischer Reihenfolge, einschließlich der Entwürfe, größeren Fragemente und Skizzen (1791-1806), der Pläne, Bruchstücke und Notizen sowie der späteren Gedichte, die in der Zeit der geistigen Umnachtung (1807-1843) entstanden sind.

„In lieblicher Bläue“ soll 1808, so die bevorzugte Datierung, entstanden sein, also in der Zeit „geistiger Umnachtung“, wenn es denn von Friedrich Hölderlin, und ihm von Waiblinger gestohlen für seinen Briefroman, der für „In lieblicher Bläue“ einzig gedruckter Nachweis ist. Ein handschriftliches Original von „In lieblicher Bläue“ von Hölderlin gibt es nicht. Oder „In lieblicher Bläue“, das nicht als Titel im Briefroman Phaëton geführt ist, sondern „In lieblicher Bläue“ ist einfach wie kurz der Beginn des ersten Satzes: „In lieblicher Bläue blühet mit dem metallenen Dache der Kirchthurm.“, doch von Waiblinger selbst —

Was sagt dies über Xi Jinping aus? Sich auf etwas in geistiger Umnachtung Entstandenes zu beziehen. Sich auf etwas Gestohlenes zu beziehen. Oder. Sich auf etwas zu beziehen, und dabei dessen Verursachenden falsch zu benennen.

Vielleicht hat der letzte Satz von diesem Abschnitt im Briefroman es Xi Jinping einfach angetan: „Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben.“

„Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben.“

Wer immer von den Männerliebenden diese Zeilen geschrieben hat, ob Hölderlin, ob Waiblinger, das ist im Grunde einerlei — Es ist eine Zeile, die Titel jedweder Diktatur, die der erste Paragraph jedweder diktatorischen Verfassung ist: Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben.

Tod ist das Leben in jedweder Diktatur, und der Tod das Leben jedweder Diktatur, jedwede Diktatur die Stätte der Unbegrabenen.

习近平

Es herrscht deswegen Angst, und neue Tabus werden errichtet. So wird etwa das Zeichen cui 翠, das in China für die Farbe „Smaragdgrün“, aber auch für den Eisvogel steht, in den sozialen Netzwerken Chinas zensiert, weil es aus Elementen besteht, die den Familiennamen des Staatsoberhauptes Xi Jinping 習近平 / 习近平 bezeichnen, nämlich xi 習 „Lernen“, verbunden mit dem Zeichen zu 卒, welches für „Sterben“ steht.

Das berichtet Helwig Schmidt-Glintzer in „Der Edle und der Ochse – Chinas Eliten und ihr moralischer Kompass“.

Das zu erfahren, ist gut.

Es ist gut, dies zu erfahren, weil es zeigt, die Angst herrscht. Es herrscht immer noch die Angst der Diktaturen vor den Menschen. Denn sonst würden sie nicht ihre Angst durch Zensur verbergen müssen. Und mag es noch so eine lächerliche Zensur sein, wie ebendiese, Zeichen zu verbieten, die das diktatorische Angsthäschen bezeichnen.

Wie lächerlich diese angstgetriebene Zensur ist, mag auf dem europäischen Kontinent das Beispiel des Österreichers dienen, der, wäre das im Deutschen so einfach gewesen wie im Chinesischen, wohl auch Buchstaben verboten hätte, etwa „A“ und „F“ und „E“, die in seinem Namen vorkommen, mit denen auch das Wort „Affe“ geschrieben werden kann … Ohne diese drei beispielhaft genannten Buchstaben aus seinem Namen wäre nur nichts mehr zu schreiben gewesen, er selbst hätte seinen mörderischen Unsinn auch nicht schreiben, nicht reden können.

Durch seine Angst vor den Menschen, die in seinem Namen die Zeichen vorfinden, die ihn bis zur Kenntlichkeit entblößen, entblößt er sich durch Zensureinsatz bis zur Lächerlichkeit —

Im Fall des Österreichers muß aber gesagt werden, er hätte sich als „Affe“, geschrieben mit den Buchstaben aus seinem Namen, bezeichnet, erkannt gefühlt, seine Angst, die totale Macht zu verlieren, dadurch ins Unendliche gesteigert worden, wobei hinzugefügt werden muß, der wirklich Beleidigte wäre der Affe gewesen, den nichts charakterisiert, was den Österreicher charakterisiert.

Im Buch von Helwig Schmidt-Glintzer nehmen „Literaturbeamte“ einen prominenten und wichtigen Platz ein, so endet das Buch auch folgerichtig mit einem.

Zur Aufösung der aus solchen Ängsten resultierenden Lähmung und zur Freisetzung von Lebendigkeit und Kreativität bedarf es nicht zu letzt des „hehren Beamten“, der sowohl im Bild des Ochsen als auch des Edlen tradiert wird. Einen solchen Typus beschwört auch […]

Es ist aber nicht Xi Jinping, von dessen Heranziehung seines Vaters im Buch auch gesprochen wird, der einen solchen Typus beschwört —

in seinem Vater, dem Dichter Ai Qing 艾青 (1910-1996), vom dem er schreibt: „Stoisch ertrug er sämtliche Schicksalschläge. Er war als tolerant, redlich und selbstlos bekannt. Trotz allen Unglücks hat er weder den Glauben an die Gerechtigkeit noch seine freimütige Unschuld verloren […]

Sie werden seinen Sohn kennen: 艾未未.

Sie werden wohl nicht gelesen haben, was er über seinen Vater schreibt, das auch nicht das Entscheidende ist; das Wesentliche ist, was Sie lesen sollten, wenn Sie es nicht schon gelesen haben, was er, der Sohn, über die Ihnen so nahen Unternehmen schreibt, sagt, die —

Es ist gut, von der Angst der Diktatoren vor einem Zeichen zu erfahren, denn sie, die Diktatorinnen wissen zu genau, ein Zeichen genügt, und es ist mit ihren Diktaturen vorbei, und das hat das Wissen von allen zu sein, daß ein Zeichen genügt, und es vorbei ist, mit jedweder Diktatur, mit einem einzigen Zeichen ist jedwede Diktatur zu stürzen, und mit jedweder gestürzten Diktatur verschwindet zugleich auch jedwede Lächerlichkeit, die Lächerlichkeit, die nicht erst wie beim Österreicher im Nachhinein festgestellt werden wollte, sondern die während jedweder Diktatur festzustellen ist, die das Regime jedweder Diktatur ist, die Lächerlichkeit, die Wesenskern ist einer jedweden Diktatur —

Patriotismus wie den eigenen Tod fürchten

Es wird immer noch weiter und weiter von Patriotismus unaufhörlich geschwefelt, besonders aber wieder seit dem Februar 2022, nicht nur von jenen, die morden, aber besonders von jenen, die für den Patriotismus morden und die für den Patriotismus sich morden lassen, und die bestätigen, wieder einmal, seit dem Februar 2022 wieder einmal besonders, was Jules Renard vor weit einhundertzwanzig Jahren zum Patriotismus schreibt:

Zuletzt steckt in jedem Patriotismus der Krieg.

Jules Renard zog vor weit über einhundertzwanzig Jahren die Konsequenz daraus, den Satz, daß zuletzt in jedem Patriotismus der Krieg steckt, mit dem Bekenntnis zu beenden:

Und deshalb bin ich kein Patriot.

Zuletzt steckt in jedem Patriotismus der Krieg, und deshalb bin ich kein Patriot.

Beinahe ein Jahrzehnt zuvor schreibt Jules Renard, vor weit über einhundertdreißig Jahren:

Ein Volk sollte den Krieg fürchten wie der einzelne den Tod.

Die Liebe zur Fahne, zum Vaterland, dies eben ist es, was dort ganz verloren in den hinteren Reihen den kleinen Soldaten, der seinen Fuß nachzieht und dessen Gesicht vor lauter Wagenschmiere glänzt, doch noch glauben läßt, alle schauten nur auf ihn, so als wäre er ein Oberst zu Pferd.

Und wenn der „kleine Soldat“, von dem Jules Renard erzählt, von den Schlachtfeldern zurückkehrt, es dankbar als gnädiges Schicksal empfindet, es für sich gar als glücklichen Ausgang ansieht, nicht in den Fluten des Blutmeeres, zu dem die Felder des Getreides im Krieg verkommen, zu ersaufen, kehrt der Mensch als das zurück, was er nie werden will, das er dennoch nie bedenkt, wenn er patriotisch die Fahne schwenkt und ausmarschiert auf die Felder, die er sich als Felder der Ehre selbst einredet, die er sich als Felder der Vaterländer verkaufen läßt, aber die stets Felder des Schlachtens sind, noch ehe —

Die Menschen kehren, wenn sie aus dem Krieg denn je zurückkehren, wenn sie überhaupt noch mit Beinen zurückkehren, mit nachziehendem Fuß zurück, zurück in die Dörfer ihres Auszugs, in zerschossene, geplünderte, total zerstörte Häuser, in ihre von den ebenfalls dem Patriotismus sich hingebenden Menschen unbewohnbar zerbombten Häuser, sie kehren zurück in die Gräber der ihnen anverwandten Menschen, die ihnen zum Ausmarsch ein patriotisches Ehrenfest mit Fahnen und stolzen Reden bereiten, voran der Oberst stolz auf seinem Pferd, der zurückkehrt, der gewiß zurückkehrt, zurückkehrt mit allen Extremitäten, für den sie, ihre Körper ganz verdreckt von Bauschutt, ihre Gesichter vor lauter Mörtel zur Unkenntlichkeit verschmiert, wie Ackergäule schuften, um dem Oberst schnell ein wieder bewohnbares Haus zu schaffen, in dem er nach einem langen, langen glänzenden Leben in seinem ordensgeschmückten Bett stirbt, als hätte er sein ganzes Leben in kriegsloser Zeit …

Menschen haben den Patriotismus wie den Krieg zu fürchten. Sie sollten ihn wie den eigenen Tod fürchten.