Zwei Nachdenkliche auf der Hochriska

„Ihm in die Augen sehend von den Schrecken des Krieges zu berichten“ – so haben Sie die Mission beim russischen Präsidenten beschrieben. Was haben Sie in diesen Augen gesehen?
Entschlossenheit. Die Entschlossenheit der Kriegslogik. Er war in seinen Botschaften ebenso klar, wie ich es war. Ich habe aber während unseres Gesprächs auch immer wieder Nachdenklichkeit gespürt. Putin hat sehr genau zugehört. Es war ein sehr direktes, mitunter hartes Gespräch von beiden Seiten, mit keinerlei diplomatischer Rücksichtnahme.

So nachdenklich erstattet der eine Nachdenkliche nach seiner Heimkehr Meldung über seine Zusammenkunft auf der Hochriska mit dem zweiten Nachdenklichen, der zuhörte und der in seiner Kriegslogikentschlossenheit dem nachdenklichen Meldegänger die rechte Antwort, die ihm sein genaues Zuhören logisch diktierte, gab, „dass die Gasversorgung gesichert ist, dass Russland die Quantitäten liefert, wie vertraglich zugesagt und dass in Euro weiter bezahlt werden kann.“

Der Meldegänger ist ein stets lernender Meldegänger, so lernte er weiter von dem Kriegslogiknachdenkenden, seine Nachdenklichkeit ebenfalls in seinen Augen sehen zu lassen, so deutlich, daß diese auch von weitem noch gesehen werden kann, wenngleich er den Abstand zwischen sich und dem Volke nicht so groß halten will, wie der Kriegslogiknachdenkende, nicht einen Tisch von sechs Metern will er zwischen sich und dem Volke geschoben wissen, sondern nur eine Platte von drei Metern, als weithin sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit mit dem Volke.

Der dem Volke nachdenkende Meldegänger ist auch ein durch und durch aufmerksamer Kopf, so hat er auf der Hochriska sofort die Nachdenklichkeit des Kriegslogikherrn in seinen Augen gesehen, die Nachdenklich gespürt, und wäre er, der dem Volke nachdenkende Meldegänger, auch noch ein poetischer Kopf, so hätte er die Nachdenklichkeit des Kriegslogikherrn blumenreicher dem Volke geschmückt, und davon gesprochen, was alles mit der Nachdenklichkeit einhergeht: das Melancholische, das Einsame der Kriegsherrn, wie es von Kriegsherrn seit jeher bekannt ist, daß Nachdenklichkeit, Schwermut, Einsamkeit der bittere Preis ist, den sie zu zahlen haben, weil sie wollen, daß ihnen nichts erspart bleibt, damit anderen, so voll des Mitgefühls sind sie, alles erspart bleibt, Kriege zu führen.

Es wird dem Nachdenklichen auf seiner Hochriska recht wohl getan haben, mitten im Kriege einen Moment wie im Frieden mit einem Nachdenklichen, der mit ihm redet, der sehr genau hört, was er sagt, der in seinen Augen sehr genau zu lesen vermag, zu erleben, daß seine Nachdenklichkeit gesehen ward, für einen Moment der Schwermut und der Einsamkeit entflohen …

Ein Pastor kommt in die Küche

Ein Museumsdirektor sagt im April 2022 in einer Nachrichtensendung, es wäre mit ihm keine oberflächliche Unterhaltung zu führen. In einer anderen Fernsehsendung hat Hermann Nitsch vor langer Zeit bereits die Aussage des Museumsdirektors selbst bestätigt, daß mit ihm so etwas wie eine oberflächliche Unterhaltung gar nicht geführt werden kann. Und auch durch Auftritte in Fernsehsendungen, die weithin dafür bekannt sind, so etwas wie oberflächliche Unterhaltung gar nicht zu können.

Es ist das Grab für ihn noch nicht ausgehoben, der Grabstein nicht aufgestellt, und schon wird die Frage gestellt, was wird von ihm bleiben.

Auf jeden Fall die Aufwaschplastikeimer, auf jeden Fall die Plastikmessbecher, mit denen seit Jahrzehnten und nach ihm, nach ihm vielleicht nicht mehr Jahrzehnte, weil Plastik inzwischen doch …

Zeitlebens habe ihn Wagner fasziniert, welcher Komponist käme auch sonst in Österreich in Frage, könnte eine Frage von einem Philosophen lauten, dessen Familie aus Odessa …

„wagner hat mich mein ganzes leben fasziniert. wegen dieser wunderbaren, schwelgerischen, sinnlichen musik, die den klang über die melodie hinaus zum blühen bringt. die kunst war schon in ihren ersten auftrittsformen mit dem kult, der religion und dem gesamtkunstwerk verbunden. und wagner ist der freileger des gesamtkunstwerks. er hat es zum aufleuchten gebracht.“ (Hermann Nitsch)

Bei dieser Inszenierung in Bayreuth verschmolzen zwei Giganten des Gesamtkunstwerkes.

„obwohl ursprünglich nicht daran gedacht war direkt auf die oper einzugehen, bewirkt die gewalt und pracht der musik, dass meine theatralisch verstandene aktionsmalerei doch […]

… war er der Musik schöpferisch zugetan, und so zog es ihn hin in die Opernhäuser, mit Messplastikbecher und Aufwaschplastikeimer, nicht, um auf die Werke von Komponierenden einzugehen, für die er beauftragt war, etwa Bühnenbilder zu schaffen, sondern in sich selber einzugehen.

Von Christa Ludwig wird gewußt, was sie von dem einen „Giganten“ hielt; was sie wohl vom zweiten „Giganten“ …

Plastikmessbecher, Plastikaufwascheimer, diese guten und braven Küchengeister, verdienen rasch noch ein Gedicht, ehe sie ganz aus den Haushalten verschwinden werden, und dann auch aus der Erinnerung, ist doch die Zeit vorüber, in der Plastik bedenkenlos für alles verwendet wird, mit dem jede Arbeit verrichtet wird, vor allem die, die zeitlebens täglich sich wiederholt, nur die Farben der Plastikeimer, nur die Farben der Messbecher, wenn die Eimer und die Becher denn gegen andersfarbige Eimer und Becher je getauscht, das Eintönige ein wenig …

„Braunes Kruzifix“

Über dem Bett hing ein braunes Kruzifix. Ich fürchtete mich vor nichts, aber das Kruzifix machte mir Angst.

Das schreibt Viktor Jerofejew in seinem autobiographischen Roman, in dem ein Mann, der ihm als sein Vater „der gute Stalin“, eine oder die Hauptfigur …

Es kommen in diesem Roman keine organisierten Glaubensmänner jenes Mannes vor, der vor rund zweitausend Jahren sich für seine Taten nach dem damaligen Gesetz verantworten mußte, seinem Vater den Vorwurf machte, als das Urteil nach dem damaligen Recht vollstreckt wurde, warum habe er, der Vater, ihn, den Sohn verlassen, also es für ihn nicht wieder mal gerichtet, ganz nach dem alten Schlager: „Der Papa wird’s schon richten“ … Vielleicht hat er, der Papa, das nicht können, weil er selbst mit ans Kreuz geschlagen war, die Hände ihm also gebunden waren, um seinen Sohn einmal noch aus der Patsche zu helfen; heißt es doch, sie seien zwei, nein, sogar drei in einer Person …

Es kommen andere Glaubensmänner in diesem Roman vor, aber eben nicht von diesem Sohn, der glaubte, er könne sich in jeder Lebenslage auf seinen Papa verlassen, und doch hat Viktor Jerofejew mit seinen nicht einmal zwölf Lebensjahren vor nichts mehr Angst als vor dem Kreuz …

Glaubenshörige Erwachsene werden das nicht verstehen wollen, aber Minderjährige, die das Kreuz körperlich erfahren, werden den Zwölfjährigen sofort verstehen …

Übrigens ist Viktor Jerofejew jener Schriftsteller aus Rußland, der vor rund sieben Jahre sagte:

Das Interesse Putins wird sein, eine positive Entwicklung zu verhindern – er wird die Ukraine nicht in Ruhe lassen.

Das konnte damals gerade in Österreich nicht gehört werden, es fehlten wohl die entsprechenden Empfangsgeräte. Vielleicht auch, einfach wie kurz gesagt, nur ein Zirkel zum Vermessen, wie weit die Ukraine entfernt von …

Und ebenfalls schon vor rund sieben Jahren sagte Viktor Jerofejew:

In Russland glauben die Leute nicht, dass die Macht vom Volk kommt. Sondern dass sie dem Präsidenten oder dem Patriarchen – die Kirche und der Staat sind im Wesentlichen dasselbe – von Gott übertragen wird.

Deshalb wohl wird der Stellvertreter von dem Vatersohntäubchen sooft schon den brachialen Präsidialpatriachen getroffen haben, mit wem sonst kann er auf gleicher Höhe sprechen – von Stellvertreter zu Stellvertreter, oder, was dasselbe ist, von Gott zu Gott, oder, was dasselbe ist, von Putin zu Putin …

Wer aber auf dem Wasser mit seiner Schwester wandelt, weiß sich mit ihm einig, was für Gebete gegen Vorwürfe gen Himmel …

Mit harten Worten hat Papst Franziskus sich gegen den Vorwurf gewehrt, angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine sei er zu Putin-freundlich. In einem Brief an einen argentinischen Journalisten nannte er entsprechende Vorwürfe in Medien des Landes das Ergebnis von „Desinformation, Verleumdung, Diffamierung und Koprophilie“. Letzteres ist der Fachbegriff für Fetischismus mit Exkrementen.

Das Drama der Schutzbefohlenen ist die Passion der Männer

Das Drama der Passion besteht darin, dass sich alle abwenden. Nicht nur die Feinde, auch die Freunde. Alle gegen einen – einer für alle!

So beginnt Jan-Heiner Tück seine karfreitagliche Passionssendung, deren zutreffende Überschrift …

Der Sog des Fabulierens.

Und wer nicht im Sog des Fabulieren, begänne den ersten Satz dann vielleicht mit diesem:

Das Drama der Minderjährigen ist die Passion der Männer des Organisierten Glaubens.

Das Drama der Schutzbefohlenen besteht darin, daß die organisierten Glaubensmänner sich nicht von ihrer Passion abwenden. Es sind nicht nur die Untäter, die von ihrer Passion sich nicht abwenden, es sind auch jene, die sich vom Drama der Schutzbefohlenen abwenden. Alle gegen die Minderjährigen – alle für die Glaubensmänner!

Und wie die Geschichte von dem Mann, der nach damaligen Recht zum Tod verurteilt wurde, nun seit weit über einem Jahrtausend – zwei Jahrtausende sind es aber noch lange nicht – zum unschuldigen Leiden fabuliert wird, aus einem wegen Volksverhetzung Verurteilten ein Opfer gemacht wird, aus einem Täter ein Opfer gemacht wird, werden aus Opfern Schuldige gemacht, werden die Opfer bezichtigt, auf raffinierte oder, was dasselbe ist, auf jesuitische Weise, wie von dem Mann aus der Soldateska Gottes exemplarisch nach dem Schlacht- oder, was dasselbe ist, Gebetsruf: Alle für alle Männer!

Lebensstrafe

Erst ist es Judas Iskariot, der offensichtlich eine politische Vorstellung von dem hat, was der Messias leisten soll. Mit den Zeloten, einer jüdischen Widerstandsgruppe, scheint er für eine gewaltsame Befreiung vom Joch der Römer zu sein.

An diesem Freitag, 15. April ’22, erzählt dies Jan-Heiner Tück in seiner Passionszeitsendung, daß Judas den Mann, der nach damaligen Recht zum Tod verurteilt wurde, verraten hätte, für die folgenschweren 30 Silberinge, für die, auch für die dann durch Jahrtausende vor allem jüdische Menschen …

Und das Stigma des Verrats ist ihnen bis herauf in die Gegenwart weithin sichtbar und unauslöschlich eingebrannt; ein verräterischer Mensch wird nicht „Iskariot“ beschimpft, sondern als „Judas“, bei dem nicht an einen einzelnen mit dem Namen Iskariot gedacht wird, sondern …

„Der Sog des Verrats“ nennt Tück seine karfreitagliche Passsionszeitsendung. Zutreffender: Der Sog des Fabulierens

Iskariot könnte, so vage erzählt es Tück, ein Mitglied der Widerstandsgruppe der „Zeloten“ gewesen sein, er könnte aber auch nur mit der Idee der Widerstandsgruppe übereinstimmt haben, der „gewaltsamen Befreiung vom Joch der Römer“ … Tück erzählt weiter, Iskariot habe den Mann aus Enttäuschung verraten. Auch dies erzählt Tück recht vage. War Iskariot von dem Mann enttäuscht, weil er sich nicht für die Widerstandsgruppe anwerben ließ? War Iskariot von dem Mann enttäuscht, weil er nicht mit ihm übereinstimmte, es könne nur eine „gewaltsame Befreiung vom Joch der Römer“ geben? Worin Tück nicht vage bleibt, ist, daß der von ihm angehimmelte Mann kein Mitglied der Widerstandsgruppe war.

Was immer die Gründe von Iskariot waren, er wird mit seinem Anführer, wenn er denn dies zu seinen Lebzeiten tatsächlich war und nicht erst nach seinem Tod zum Führer erhoben ward, wohl aus welchen Gründen auch immer unzufrieden gewesen sein, von dem aus anderen Quellen gewußt wird, daß er ein „Zelot“ war, daß er ein Widerständler war, und in welcher Zeit auch immer, unter welchem Regime auch immer, stets gibt es die harten und nur aus der Sicht der Unterjochenden zu rechtfertigenden Gesetze gegen den Widerstand, gegen die Befreiung.

Und auch an dem Freitag dieses Jahres wird wieder des Zeloten einzig gedacht, für den es, wie für jeden Menschen, bitter war, in so jungen Jahren schon das Leben zu verlieren, darüber hinaus noch gewaltsam, die Todesstrafe zu erleiden, aber es wird einzig an diesen Mann gedacht, der selbst der Gewalt nicht abgeneigt, der selbst verkündete, er werde sein Schwert nicht in der Scheide …

Nicht gedacht wird an diesem Freitag, auch nicht an dem heutigen Freitag, den die Anhängenden des Führers Karfreitag nennen, all der Namenlosen durch die Jahrhunderte, die nicht zum Tod auf dem Kreuz verurteilt wurden, aber die ihr Kreuz in den barockwarmen Boudoirs zu erleiden haben, gerichtslos verurteilt zur Lebenstrafe seit ihrer Kindheit an.

Das Kreuz deckt die Untaten

Das Kreuz deckt die lügnerischen Masken der Täter auf, die gerne so tun, als hätten ihre Taten gar nicht stattgefunden.

In der Passionszeit ’22 gibt Jan-Heiner Tück im österreichischen Rundfunk kurz vor sieben Uhr eine Definition des Organisierten Glaubens ab, die in ihrer Knappheit allumfassend den Charakter und das Wesen besonders des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche end-gültig beschreibt.

„Ihre Taten“, die seit Anbeginn dieses Organisierten Glaubens Untaten und als solche zur Unterscheidung von Taten zu bezeichnen sind, damit Taten, die für das Wohl der Menschen gesetzt werden, klar getrennt sind von den Untaten, die die Täter – und es sind nahezu nur Täter, das nicht anders sein kann bei einem Organisierten Mannesglauben – gerne ewiglich vergraben hätten unter dem Kreuze, daß verborgen bliebe ihre seit Jahrhunderten bis herauf in die Gegenwart angebetete Passion für …

Es mag dieser Mann, der nach damaligen Recht zum Tod Verurteilte, an einem Tag für eine kurze Zeit gelitten haben, für sich allein gelitten haben, es ist schmerzlich, sein Leben zu verlieren, noch dazu auf die gewaltsamste Weise, aber seit dem haben die je nicht zu zählenden Kinder, vor allem die je nicht zu zählenden Knaben unter dem Kreuze gelitten, ist den je nicht zu zählenden Kindern und Jugendlichen von jenen Männern enormstes und extremstes Leid zugefügt worden, die nur das Leid eines Mannes als Leid anerkennen, der für sie gestorben ist, den sie für sich immer wieder auferstehen lassen, damit sie Leid und Elend über die Menschen und vor allem über die jüngsten Menschen bringen können.

Das Erbarmen mit ihrem Mann, der die Todesstrafe nach damaliger Gesetzgebung erleiden mußte, führte sie nicht dazu, sofort und entschieden gegen die Todesstrafe zu sein, sondern erst im dritten Jahrtausend kann sich dieser Organisierte Mannesglauben dazu durchringen, gegen die Todesstrafe …

Es kann Jan-Heiner Tück, um doch noch einen zweiten Satz aus seiner Passionszeitsendung zu zitieren, zugestimmt werden, es wäre tatsächlich heilsam, würde die Gnade im Eis einbrechen, untergehen, ertrinken, wird doch in dieser mannesgläubigen Organisation die Rechthaberei gnadenreich zelebriert, während der Mensch nicht der Gnade bedarf, sondern des Rechts, das diese mannesgläubige Organisation gnadenlos dem Menschen verweigert.

In einer Gesellschaft oft gnadenloser Rechthaberei könnte der Einbruch der Gnade eine heilsame Unterbrechung sein.

Tanken, Sonnenwissen

„Geheimdienstchef erzählt Polly“ könnte in Nachfolge einer Oper eine in österreichischen Verhältnissen spielende Dreigroschenoperette heißen, deren Inhalt …

Diese wird jedoch nicht geschrieben werden. Denn. Wer immer so eine schriebe, setzte sich dem schlimmsten Vorwurf des Plagiats aus. Die Wirklichkeit zu bestehlen.

Es soll aber nachgereicht und auch das nicht verschwiegen werden, wie einer, Gert René Polli, seine Tage verbringt, zwischen dem Schreiben seiner Büchern. Er tankt Sonne. Auch mit Corinna Miazga, einer Abgeordneten der AfD.

Im Sonnentank wird nicht nur der Grad der Bräunung erhöht, sondern gesinnungswohl auch das voneinander tankende Wissen …

Ein derart Wissender wie Polli kann seine Bücher nur in Verlagen der höchsten Güte veröffentlichen, im grazerischen Verlag, wie eben, und im Finanzbuchverlag, der überhaupt Bücher der ersten Güte vertreibt, etwa von einem Janich, nur so einem Verlag, der Bücher von Polli, Janich publiziert, kann die Biographie eines österreichischen Bundeskanzlers, dessen Stern für kurz …

Diei Biographie eines österreichischen Bundeskanzlers, deren erstes Wort Wissensstrahlen nur sein kann, falsch erinnert, dessen erstes Wort „Sonnenstrahlen bedecken mein Gesicht …“

NS Das österreichische Bundesheer wird es als seine Ehre empfinden, mit Stolz erfüllen, auch Polli entdeckt zu haben und zur Lektüre zu empfehlen …

Geheimdienstchef erzählt Polly …

Ares ist Gott der Kriege, der schrecklichen Massaker, der Blutbade. Das war es noch vor 2800 Jahren. Als Menschen durch Not und unerträgliche Angst sich Gottheiten schufen; heute, Jahrtausende später, lassen sich diese aus Not und Angst gezeugten Gottheiten dem Nichts nur zurückgeben, dem Nichts, das sie sind.

Jahrtausende später – blutbadende, massakrierende Ares wurde vor langer, langer, sehr langer Zeit wieder zum Nichts, aus dem es war – ist der Ares ein Verlag, in Österreich, in der Steiermark, in Graz …

Am 12. April 2022 bringt eine österreichische Tageszeitung als Kurier des Ares die mehrspaltige Botschaft …

Gert-René Polli schrieb ein Buch über die Schattenwelten der österreichischen Geheimdienste. Der KURIER konnte es vorab lesen und analysieren. Ex-BVT-Chef rechnet ab – mit der ÖVP und dem „tiefen Staat“ von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Es haben zwei Männer das Buch gelesen, zwei Männer haben das Buch analyisiert, und zwei Männer befinden, es ist nicht notwendig darauf hinzuweisen, in welchem Verlag das von ihnen Gelesene und Analysierte erscheint, es ist nicht notwendig, eine einzige Zeile zum Verlag zu schreiben.

Sie werden vielleicht sagen, bei einem Buch ist es nicht relevant, auf den Verlag hinzuweisen, wie bei einem Medikament auf die Nebenwirkungen aufmerksam zu machen. Bei diesem Verlag allerdings ist wie bei einer Impfung der Hinweis auf Risiken und Nebenwirkungen absolut notwendig. Schließlich, es ist der Ares-Verlag, dessen Produkt auf fast einer ganzen Seite …

Das Interessante – es soll diesem Buch, auch wenn es ungelesen für immer bleiben wird, das Interessante nicht abgesprochen werden – an diesem Buch ist, wo das Personal für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in Österreich landet, wie eben jetzt dieser Mann: beim Ares. Woher das Personal für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in Österreich kommt, von des Landes heiligem Berg, wie jener Mann … Andere, zwar nicht dem Personal für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung zugehörig, steigen vom Berg hinab zum Aufstieg zum kurzen Vizekanzler in gesinnungswohliger Begleitung von dem Verlag aus Graz …

Recht interessant zu erfahren ist, nicht vom Kurier des Ares, sondern von Ares selbst, gerade in diesen Tagen der Massaker, der Blutbade, des Krieges, daß Polly Honorarprofessor an der „Ukrainian-American Concordia University“ in Kiew ist. Ein fast nicht zu vermeidender Werdegang für einen in Kärnten Geborenen und in der Steiermark Gelandeten: bei so viel Vergangenheit, die verbindet: Kärnten, Steiermark, Ukraine …

Und dann ist nicht zu vergessen, der Mann, der von keinem Berg kommt, sondern aus einem recht tief gelegenen Ort, von, könnte auch gesagt werden, einem Hügelhaufen etwas über dem Meeresspiegel, und dieser Mann läßt den Verlagsmann aus Graz zu sich kommen, in das Haus, als dessen Besitzer er nicht im Grundbuch …

Ein Requiem in Weiß-Blau-Rot

Wladimir Putin hat Respekt vor dem österreichischen Bundeskanzler. Er läßt ihn nicht stundenlang warten. In seiner Residenz im Waldstück. Wie einst der österreichische Bundeskanzler in der Residenz im Bergstück stundenlang auf ihn warten mußte.

Aber damals hieß der Bundeskanzler nicht Karl Nehammer.

Karl Nehammer hat zwar zu warten, aber nur siebzig Minuten. Von 14.00 bis 15.10 Uhr. Dann beginnt das „direkte Harte und Offene“. Es endet, wie das Bundeskanzleramt bestätigt, um 16.11 Uhr. Es endet also nach 61 Minuten, und das Bundeskanzleramt rechnet so schnell wie kurz das um: nach 75 Minuten …

So hält die Tageszeitung „Kleine Zeitung“ die Weltschicksalstunden des 11. April 2022 präzise fest.

Eine Stunde, das ist oft zu hören, ist schnell um. Aber 61 Minuten können sich schon mal auf 75 Minuten dehnen, wie eine Ewigkeit empfunden werden …

Vielleicht mußte gar Wladimir Putin auf den österreichischen Bundeskanzler warten, der doch um 14.50 Uhr noch in der österreichischen Botschaft in Moskau auf das „Offene und Harte“ sich wohl gewissenhaft wie stets vorbereitet, ehe er nach Nowo-Ogarjowo aufbricht, auf den putinischen Hof unweit …

So unwahrscheinlich mag das gar nicht klingen, bei dem Auswuchs an Ansehen Österreichs seit einst …

Der Bundeskanzler von einst gab seinen Memoiren den Titel „Ein Requiem in Rot-Weiß-Rot“, in denen er auch an seinen Besuch in der Residenz im Bergstück erinnert …

Vielleicht leiht einst Vladmir Putin für seine Memoiren nicht zuletzt oder vor allem wegen der bitteren Erinnerungen an dieses „direkte Harte und Offene“, auf das er warten und warten, so lange warten mußte, den Titel den österreichischen Bundeskanzlers aus: Ein Requiem in Weiß-Blau-Rot

Überfällige Auszeichnung für Christa Zöchling – Concordia-Preis, Kategorie Menschenrechte

Die diesjährigen Concordia-Preise für außerordentliche publizistische Leistungen gehen an „profil“-Redakteurin Christa Zöchling (Kategorie Menschenrechte) [..] Die Verleihung findet am 26. April in der Hofburg statt, Laudatoren sind Cathrin Kahlweit, Melita Šunjic und Armin Wolf.

Berichten Medien in diesen Tagen des Jahres 2022.

Der Preis in der Kategorie Menschenrechte, gestiftet von der Bank Austria, wird vergeben, um verantwortungsvolle, vorurteilsfreie publizistische Leistungen im Dienste der Menschenrechte zu fördern, und um Diskriminierungen jeglicher Art, sei es in religiöser, ethnischer oder geschlechtsspezifischer Hinsicht, entgegenzuwirken. Die ausgezeichneten Werke müssen in Österreich erschienen sein oder einen engen Bezug zu Österreich haben.

Informiert der Presseclub Concordia über die Kriterien des Preises der Kategorie Menschenrechte …

Plötzlich verliert die Berichterstattung an Bedeutung und die eingeübte journalistische Distanz macht keinen Sinn mehr. Meine profil-Story vom 22. August dieses Jahres über eine Richterin, die sich in Kabul aus Angst vor den Taliban in einem Keller versteckt hält, trägt den Titel „Ist da jemand?“ Die als Hilferuf gemeinte Frage ist eigentlich an die österreichische Regierung gerichtet, doch die meldet sich nicht. Kann ich es dabei bewenden lassen? Nein.

So beginnt Christa Zöchling ihre nun bepreiste Reportage.

Zöchling erhält den mit 4.000 Euro dotierten Menschenrechte-Preis für ihre Reportage „Der Hölle entrissen“.

Für Christa Zöchling wird wohl Melita Šunjić die Laudatio halten, sozusagen als Reportagenzeugin, deren Vorname aus Vorsichtsgründen, darf angenommen werden, in der Reportage ein wenig verändert …

Zwar meldet sich niemand aus einem österreichischen Ministerium, wohl aber andere, die sich betroffen fühlen. Melitta Šunjić etwa, die frühere Sprecherin des UNHCR in Österreich.

Der damalige und zurzeitige Außenminister Österreichs wird in dieser Reportage auch erwähnt. Für eine „Reaktion“ wird er je keine Zeit haben, stets beschäftigt, Männer an den „Verhandlungstisch“ … Darum aber geht es in diesem Kapitel nicht, es geht auch nicht um diese Reportage.

Es soll nur festgehalten werden, wie lange Christa Zöchling auf diesen Preis in der Kategorie Menschenrechte warten mußte. Sie, die vor Jahren schon mit einer Glanzleistung eingeübter journalistischer Distanz diesen Preis bekommen hätte müssen, mit der sie alle Kriterien

[..] verantwortungsvolle, vorurteilsfreie publizistische Leistungen im Dienste der Menschenrechte zu fördern, und um Diskriminierungen jeglicher Art, sei es in religiöser, ethnischer oder geschlechtsspezifischer Hinsicht, entgegenzuwirken. Die ausgezeichneten Werke müssen in Österreich erschienen sein oder einen engen Bezug zu Österreich haben.

für diese Kategorie übererfüllte – mit ihrer Reportage des „schönen Menschenschlags“ …