Gelungen ist das aber nur, mit einem Bundespräsidenten, von dem gedacht wurde, er wird einer des 21. Jahrhunderts sein, aber der, wie sich nun täglich mehr und mehr herausstellt, einer ist, der zu meinen scheint, um ein Beispieljahrzehnt aus dem letzten Jahrhundert zu nehmen, in den 1960er oder in den frühen 1970er Jahren zum Bundespräsidenten gewählt worden zu sein, in denen es in Österreich patriotische Selbstverständlichkeit war, vor allem Männer mit solchen Vergangenheiten anzugeloben. Einer geht. Einer kommt. Was bleibt, ist die Selbstverständlichkeit des derzeitigen Bundespräsidenten, Männer mit solchen gegenwärtigen Vergangenheiten heiter und lustig anzugeloben. Eine Selbstverständlichkeit, von der beinahe geglaubt werden durfte, daß diese in Österreich keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die Wiedereinsetzung dieser österreichischen Selbstverständlichkeit hätten wohl viele von dem anderen Kandidaten für das Amt der Bundespräsidentin erwartet – werch ein Illtum.
Ein solches Wahlergebnis, eine solche Wunde sind die 2,2 Millionen Vorzugstimmen für Matteo Salvini. Seit der EU-Wahl ist nun mehr als eine Woche vergangen. Aber diese Wunde heilt nicht, sie eitert und eitert, und auch diese Zeilen werden nichts dazu beitragen, daß sie aufhört zu eitern, daß sie heilt. Sie heilt nicht. Jede Zeile bloß ein Pflaster, und mag die Wunde mit noch so vielen Zeilen zugepflastert werden, die Wunde heilt nicht, sie eitert und eitert, das Eiter bricht durch, weicht die Zeilen auf, löst die Zeilenpflaster ab, sichtbar wieder und wieder die eitrig klaffende Wunde: 2,2 Millionen Vorzugsstimmen für Matteo Salvini-Portschy …
Matteo Salvini hat keinen Mann mit dem Namen Portschy geheiratet. Aber er hat sich mit der Gesinnung von Tobias Portschy vermählt, und 2,2 Millionen Menschen bringen vor mehr als einer Woche ihre Wahlvorzugsstimme zur Gesinnungsheirat als verspätetes Gesinnungshochzeitsgeschenk …
NS Zum Namen der Partei von Salvini-Portschy fällt ein, zu Lega also, schon einmal eine umgangssprachliche Wendung im Deutschen gehört zu haben: Vorsicht, das ist ein Lega, eine Legapartie. Das bedeuten soll: Hereinlegen, Täuschen, in die Irre leiten …
Es erscheinen nun Glossen, Berichte, Kommentare, die Vergleiche anstellen, Sebastian Kurz sei beispielsweise ein „bisschen Jesus Christus“, oder „Messias“, oder „Heiliger“, es wird auch von seiner „Vergöttlichung“ geschrieben, freilich, vieles davon kritisch, vieles davon, um sich lustig zu machen.
Dabei. Es muß nicht mehr über ihn geschrieben werden, mit derartigen Vergleichen. Es hilft ihm bloß noch. Es ist eine unfreiwillige Wahlhilfe. Denn damit wird er nur über die anderen Kandidaten gestellt, den anderen Kandidatinnen überhoben.
Darum sind alle Vergleiche, wie immer diese lauten mögen, völlig fehl am Platz. Es reicht vollkommen zu sagen, was Sebastian Kurz schaffte. Sebastian Kurz ging baden, mit allem. Was er schaffte, war, er ging mit allem baden. Nicht mehr. Jedweder weiterer Vergleich schmeichelte ihm nur. Wer mit allem, was er ist, wer mit allem, das er tat, baden gegangen ist, hat auch alle Vergleiche selber zum Absaufen gebracht, und abgesoffene Vergleiche sollen nicht aus der Tiefe für ihn geborgen werden, damit er sich an diesen festkrallen kann, um mit diesen wieder an die Oberfläche geschwappt zu werden.
Es sollte also nur noch berichtet werden, was wirklich war, was von ihm angerichtet wurde. Was wirklich passierte, und was bereits jetzt an Trümmern weggeräumt werden muß, selbst von einer Bundesregierung, die aufgrund der angerichteten Sondersituation, die aufgrund des verursachten Schlamassels durch die türkisgetupfte schwarzidentitäre Regierung mit ihrem Eigensuchtkanzler in Österreich nur für wenige Tage eingesetzt wurde, etwa die von Kurzens Innenminister …
Das ist ihr gesamter Nachlaß, ihre Finca, die sie hinterlassen. Zum Unglück von allen gibt bei solchen Männern, die in höchste politische Ämter je mehr gehievt als gewählt werden, nicht die Möglichkeit, das Annehmen der Hinterlassenschaft abzulehnen. Es muß übernommen und in Ordnung gebracht werden, in einem Staat. Im Gegensatz zum Privaten. Kein Mensch, der einigermaßen bei Sinnen ist, würde je eine heruntergewirtschaftete und überschuldete Keusche, die ihm der Altbauer gar noch bei Lebzeiten hinterläßt, übernehmen, und dann zusätzlich zu den Schulden den Altbauern auch noch erhalten müssen. Seine Wahl ist je mit einem kurzen Blick in die Bücher schnell getroffen, der Altbauer soll selbst schauen, wie er in seiner selbst dem Verfall preisgegebenen Keusche …
Zu sagen, Sebastian Kurz sei gestürzt worden, mag nur in einer Hinsicht ein zutreffendes Wort sein, durch sein Gehabe, dieses Gebärden seiner türkisgetupften schwarzen Partei als Alleinherrscherin … Sonst aber trifft das Wort „Sturz“ in keiner Weise zu. Es war einfach eine demokratische Korrektur durch das Parlament.
Eine Korrektur als Wiedereinziehung einer roten Linie, die er mit seiner schwarzen Partei bereits vor siebzehn Monaten überschritten hat. Mit seinem Eingehen einer Koalition mit der identitären Partei … schon nach siebzehn Monaten ist er mit seiner Partei damit total eingegangen, voll eingefahren, absolut gescheitert …
Es ist ein kleines Volk. Kurz bedarf es an Zeit, es vollständig durchzuzählen. Einundsechzig Männer und Frauen sind es. Das ganze Volk hat im österreichischen Parlament Platz.
Am 27. Mai 19 hat sich das abgeordnete Volk im Parlament eingefunden. Um seinem Führer zu huldigen, der wiederum seinem Führer huldigte, dem Smartphone. Einer aus dem Volke tat sich besonders hervor, klatschte ein, stand auf, klatschte noch mehr, und die abgeordneten Frauen und Männer aus seinem Volke taten ihm nach, klatschten, standen auf, klatschten, setzten sich sofort wieder, als der Einklatscher sich wieder auf seinen Stuhl setzte, hörten mit dem Klatschen sofort auf, als der Einklatscher das Einklatschen einstellte.
Trotz der Huldigung verließ der Führer sein Volk, augenblicklich, am 27. Mai 19. Und er will auch nicht zu seinem abgeordneten Volk in das Parlament zurückkehren. Stattdessen will er mit seinem Führer, dem Smartphone, durch das Land ziehen, mit seinem Märchen, das er nun Tag für Tag bunter ausschmückt. In diesem kommt alles vor, was es in der Wirklichkeit nicht gibt, mit seinem Märchen huldigt er einer Wahrheit, die als Wahrheit es nur im Märchen gibt.
Auch seinen Einklatscher läßt er allein zurück, im Parlament. Der Einklatscher hat seine Schuldigkeit getan. Schließlich, was hat ein Märchenerzähler mit dem Parlament zu tun. Das Parlament: materialisierte Demokratie. Ein Märchenerzähler kann damit nichts anfangen, einem Märchenerzähler ist es am Ort der Demokratie stets unbehaglich, es ist kein Platz für Märchen. Ja, freilich, denken sich Märchenerzählerinnen, das wäre etwas anderes, wäre im Haus der Demokratie nur ihr abgeordnetes Volk … Für das Allein-gelassen-Werden ist der Einklatscher selber verantwortlich, hätte er wie weiland Jesus die Anderen, die nicht nach seinem Sinne Abzuordnenden, aus dem Tempel gejagt, hätte er es also vollbracht, schon am 27. Mai 19 vollbracht, es zu seinem Knusperhäuschen zu machen, nur für sich und sein abgeordnetes Volk, freudig wäre er mit Edelweiß und Smartphone eingezogen …
Von einer anderen ist in diesem Kapitel zu berichten. Schlecht gesagt. Eine andere ist als Kapitel in die Chronik aufzunehmen.
„in den letzten tagen hatten wir außergewöhnliche politische ereignisse in österreich. die diskussionen im parlament waren nahezu frei von unfairen geschrei. aber es wurde im rahmen dieser turbulenzen etwas wichtiges gar nicht bemerkt und es reagierte darauf keine analystin, journalistin oder politikerin: die entscheidende, meiner meinung nach fatale, sequenz geschah nach der abwahl von herrn kurz, als er vor versammelten fans seinen ‚wahlkampf‘ startete. er sagte: ‚… und nicht nur; dass die koalition zu ende war, die freiheitliche partei hat sofort eine neue koalition gebildet, nämlich mit der sozialdemokratie, GEEINT IM HASS AUF DIE VOLKSPARTEI ….‘ siehe und höre oe24.1at/kurz kampfansage , von minute 1:41 – 1:53. diese art der schon bösartigen demagogie muß klar aufgezeigt werden; natürlich meine ich, dass demagogie auch von den anderen häufig gepflegt wird und nicht selten bösartig wird und gezielt feindbilder produziert und attackiert; aber in diesem fall verwendet ein ‚braver‘, konservativer, christlicher bundeskanzer – als solcher auch ‚verkauft‘ von seiner christlich-sozialen partei – neben der falschaussage der ‚koalition‘ (wenn er einen üblichen parlamentarischen vorgang beschreibt) die formulierung einer koalition des hasses … oder … ‚geeint im haß‘; es ist ein schüren von primitiven gefühlen gegen die dadurch produzierten feindbilder. dieses spielen auf der klaviatur der gefühle, dieser griff in die unterste emotionale schublade, die mit dieser bemerkung die innersten und unbewußten saiten von ‚hass als zerstörerisches gefühl‘ oder ‚die hass-brigaden der IS‘ und ähliches anklingen läßt, desavoiert alle und alles. diese sprache aktiviert unreflektierte meinungen, ängste und einstellungen in unserer persönlichen schmuddelkiste und unsere niedrigsten instikte werden wachgeküßt. und leider hat niemand (journalistin, moderatorin, politikerin, politologin etc. ) das in den folgenden kommentaren aufgezeigt oder angesprochen. vielleicht zeigt das auch, wie unaufmerksam wir sind, wie wenig feingefühl wir für diese zwischentöne haben, wie wohl wir wissenschaftlich alle wissen, dass sich die entscheidenden manipulationen und tiefgehenden einflüße auf diesen ebenenen abspielen. laßt uns einmal imaginieren was wir zu menschen oder gruppen, die ‚geeint im hass‘ sind, assoziieren? assoziale terroristen? wölfe? unmenschen? monster? untermenschen? gefahr? angst? vielleicht macht diese einwurf es möglich, dass doch einige konsequenter, radikaler und vorallem ‚ganzheitlicher‘ situationen und menschen erkennen, wahrnehmen und darauf reagieren und vor allem agieren. können wir solche feindseligen aussagen von öffentlichen personen, noch dazu in diesen positionen, einfach zu stehen lassen?“
Es sind jedoch einige Anmerkungen diesem Kapitel hinzufügen.
Auch mit dieser in der oben zitierten E-Mail angesprochenen Rede vor seinen Ergebenen versucht Sebastian Kurz weiter das Märchen von der „guten inhaltlichen Arbeit“ der gewesenen schwarzidentitären Regierung aufzusagen. Wer aber dem kurzischen Märchen nicht zuhört, sondern sich dem zuwendet, was in dieser kurzen Zeit von siebzehn Monaten an „inhaltlicher Arbeit“ durch diese nun gewesene schwarzidentitäre Regierung in Österreich passiert ist, wird zum Märchenerzähler mit Fontane sagen: Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld. Und dafür, dafür hat Sebastian Kurz so vieles „in Kauf genommen“, so vieles „runterschlucken“ müssen in den „zwei Jahren“, die bei weitem nicht einmal zwei Jahre waren.
In einem Märchen ist es, weil in einem Märchen alles surreal ist, weil in einem Märchen alles Wirklichkeit ist, was nicht Wirklichkeit ist, weil in einem Märchen alles wahr ist, was nicht wahr ist, in einem Märchen ist also alles glaubwürdig, auch das, nicht gewußt zu haben, nicht zu wissen, die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz nicht gewußt hat, nicht weiß, mit wem sie sich auf eine Regierung einließ. Außerhalb des Märchens wird es seit je gewußt. Allein schon ein einziger Blick auf das Umfeld von dem nun gewesenen Vizekanzler wäre ausreichend gewesen. Und außerhalb des kurzischen Märchens war und ist es nicht überraschend, daß diese Ibizamethode zum Einsatz kam, außerhalb des kurzischen Märchens ist diese Methode nur folgerichtig allein schon aufgrund des Umfelds der gewesenen identitären Regierungspartei …
Weshalb die Mörderinnen und Mörder es beim symbolischen Morden belassen? Dafür fehlt den „Rechten“ – wie sie ein Mann nennt, der kurz auf einem gewichtigen Stuhl saß und dabei recht stolz darauf, daß er den Stuhl … – zum Glück ihr Rechtssystem von damals, denn darauf wurde auch damals recht Wert gelegt, daß alles rechtens, alles legal …
In effigie verbrannt, gehängt, geköpft zu werden, war angewandte Gesetzespraxis. Außerhalb des Rechts ist es aber immer noch Sehnsuchtsrecht – innerhalb der „Rechten“. Und die Mörderinnen und Mörder von Wien im Mai 19 werden das wissen, sie werden ihre Informationskanäle haben. Erst im letzten Monat wurde in Polen eine „Puppe“ stellvertretend, symbolisch im April 19 in Pruchnik
„unter dem anfeuernden Johlen zahlreicher Schaulustiger wird diese auf dem Boden liegende ‚Judas‘-Puppe durch Straßen gezerrt, von Erwachsenen und Kindern mit eigens vorbereiteten langen Stöcken geschlagen und schließlich geköpft, angezündet und brennend in einen Bach geworfen.“
Es werden die technischen Hilfsmittel gar oft gescholten. Auch jene, die es für das Übersetzen von einer Sprache in eine andere gibt. Aber es muß nicht immer gescholten werden, manchmal kann auch gelacht werden. Einfach nur kurz gelacht werden, über die Ergebnisse, die sie liefern. Wie bei dieser automatischen Übersetzung von: DerNachlaß von Kurz.
Es wird ja nun gleich beginnen mit der Frage, was ist von der kurzen Regierung Kurz I und was ist von der je kürzesten Regierung, also Kurz II, geblieben?
Es fehlt aber nicht mehr viel, um den Verbau zu vollenden. Wie auf dem Foto gesehen werden kann. Das ihr Plan für Österreich ist. Für diesen Zukunftsplan wirbt die ÖVP. Für eine Regierung Kurz II oder, wie sie es recht lieber nennt – Veränderung II.
Es ist beeindruckend. Die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz hat versprochen, Österreich zu verändern. Und. Bereits innerhalb von siebzehn Monaten ist ihr das mit ihrem Sebastian Kurz gelungen.
Das Ergebnis dieser ersten Veränderung ist weithin sichtbar. So sieht Österreich verändert aus, schon nach siebzehn Monaten:
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