Österreich im 21. Jahrhundert mit 1960er Bundesregierung

Nun haben die drei Parteien der Farben Rot, Schwarz und Blau mit einem Bundespräsidenten das geschafft, was vor der Nationalratswahl im Herbst 17 zwar versucht, aber vergeblich versucht wurde, ein parteipolitisch auf drei Parteien reduziertes Österreich herbeizuschreiben, also das letzte Jahrhundert mit seiner parteipolitischen Dreifaltigkeit in Österreich wieder auf den Thron zu setzen, das 21. Jahrhundert aus dem österreichischen Kalender zu streichen.

Es ist nicht ganz gelungen. Um genau zu sein. Die Wählenden haben verweigert, ein auf drei Parteien reduziertes Parlament haben zu wollen.

Gelungen aber ist, nun eine Bundesregierung zu etablieren, die kein Abbild der gesellschaftspolitischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts ist, die nicht einmal ein Abbild der derzeitigen parlamentarischen Zusammensetzung in Österreich ist.

Gelungen ist das aber nur, mit einem Bundespräsidenten, von dem gedacht wurde, er wird einer des 21. Jahrhunderts sein, aber der, wie sich nun täglich mehr und mehr herausstellt, einer ist, der zu meinen scheint, um ein Beispieljahrzehnt aus dem letzten Jahrhundert zu nehmen, in den 1960er oder in den frühen 1970er Jahren zum Bundespräsidenten gewählt worden zu sein, in denen es in Österreich patriotische Selbstverständlichkeit war, vor allem Männer mit solchen Vergangenheiten anzugeloben. Einer geht. Einer kommt. Was bleibt, ist die Selbstverständlichkeit des derzeitigen Bundespräsidenten, Männer mit solchen gegenwärtigen Vergangenheiten heiter und lustig anzugeloben. Eine Selbstverständlichkeit, von der beinahe geglaubt werden durfte, daß diese in Österreich keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die Wiedereinsetzung dieser österreichischen Selbstverständlichkeit hätten wohl viele von dem anderen Kandidaten für das Amt der Bundespräsidentin erwartet – werch ein Illtum.

PS Nun wird auch verstanden, daß der Bundespräsident keine andere Variante einer Koalition in Österreich sah, als jene die Österreich nach Ibiza führte. Er blickte sich in seinen 1960ern um, ließ sich erzählen, die schwarze und die rote Partei können nicht mehr miteinander, dann bleibt nur noch die blaue Partei mit der – oh, große Veränderung – nun türkisgetupften schwarzen Partei … und, es wird ja einfach gewollt, in diesem Land, entweder eine Partei oder höchstens zwei Parteien in der Regierung … alles andere, schon drei Parteien in der Regierung viel zu komplex, das führte bloß zu einer Besoffenheit durch Kompliziertheit, dafür ist eine kurze Ibizanacht der machtschlichten üblichen Besoffenheit doch …

Legapartie

Es gibt Wahlergebnisse, die Wunden schlagen.

Ein solches Wahlergebnis, eine solche Wunde sind die 2,2 Millionen Vorzugstimmen für Matteo Salvini. Seit der EU-Wahl ist nun mehr als eine Woche vergangen. Aber diese Wunde heilt nicht, sie eitert und eitert, und auch diese Zeilen werden nichts dazu beitragen, daß sie aufhört zu eitern, daß sie heilt. Sie heilt nicht. Jede Zeile bloß ein Pflaster, und mag die Wunde mit noch so vielen Zeilen zugepflastert werden, die Wunde heilt nicht, sie eitert und eitert, das Eiter bricht durch, weicht die Zeilen auf, löst die Zeilenpflaster ab, sichtbar wieder und wieder die eitrig klaffende Wunde: 2,2 Millionen Vorzugsstimmen für Matteo Salvini-Portschy …

Matteo Salvini hat keinen Mann mit dem Namen Portschy geheiratet. Aber er hat sich mit der Gesinnung von Tobias Portschy vermählt, und 2,2 Millionen Menschen bringen vor mehr als einer Woche ihre Wahlvorzugsstimme zur Gesinnungsheirat als verspätetes Gesinnungshochzeitsgeschenk …

Matteo Salvini, der im Jahr 18 die „Roma-Frage“ und Tobias Portschy Jahrzehnte davor die „Zigeunerfrage“ … Was nach der „Denkschrift“ von Portschy kam, ist das massenhafte Morden …

Das muß aber gar nicht gewußt werden, was nach der „Denkschrift“ von Portschy kam. Es reicht die Gegenwart, um zu wissen, was für die Menschen, die für Salvini die „Romafrage“, für Portschy die „Zigeunerfrage“ sind, nicht gekommen ist, und was geblieben ist, die Verfolgung, und auch das Morden ist weiter dabei … Ausschreitungen gegen sie, und das nicht nur in einem Land in Europa, nicht nur in Italien immer mal wieder.

Es verbindet aber Salvini-Portschy nicht nur diese Gesinnung der Vergangenheit mit dem österreichischen Portschy, sondern auch die Gesinnung, die ab dem 17. Mai 19 in Österreich bestens bekannt ist unter dem Begriff Ibizanismus, deren Hauptvertreterin eine Partei ist, zu der Salvini-Portschy kameradschaftlichste Gefühle …

Es muß nicht wiederholt werden, was von solchen Parteien

Was von solchen Parteien bleibt: Schäden, Schulden und Verurteilungen.

bleibt, die gesinnungsgemäß zueinander finden, wie die Nacht und das Schwarze, zu einem Bündnis …

Österreich hat immerhin keine identitäre Regierungspartei mehr, seit dem 27. Mai 19, auch wenn es kein Verdienst der Wähler ist, die Wählerinnen mit ihren Vorzugsstimmen für einen Mann eine Schürfwunde mit etwa 0,44 mm …

Aber es ist nicht auszuschließen, daß die Wählerinnen im Herbst 19, vor allem die Wähler im September 19 in Österreich wieder die Partei wählen, die mit dem Innenminister gesinnungsgemäß in zweifacher Hinsicht verbunden ist, im Ibizanismus und im „Denken“ über Menschen, das ein Portschy verschriftlichte …

Daß solche Parteien, wie Lega, wie FPÖ, wie AfD schlimmer sind als ihre präidentitären Parteien, das wurde bereits in einem Kapitel ausgeführt …

Die Wählenden der präidentitären Parteien konnten im Nachhinein wenigstens sagen, sie konnten nicht wissen, sie konnten nicht ahnen, was kommen wird. Sie sind hereingelegt worden, von den präidentitären Parteien, in Deutschland, in Österreich, in Italien. Was können die Wählenden der identitären und deren verbündeten Parteien in diesen Ländern vorbringen, bereits jetzt?

NS Zum Namen der Partei von Salvini-Portschy fällt ein, zu Lega also, schon einmal eine umgangssprachliche Wendung im Deutschen gehört zu haben: Vorsicht, das ist ein Lega, eine Legapartie. Das bedeuten soll: Hereinlegen, Täuschen, in die Irre leiten …

Nur, ein Badengegangener mehr

Es erscheinen nun Glossen, Berichte, Kommentare, die Vergleiche anstellen, Sebastian Kurz sei beispielsweise ein „bisschen Jesus Christus“, oder „Messias“, oder „Heiliger“, es wird auch von seiner „Vergöttlichung“ geschrieben, freilich, vieles davon kritisch, vieles davon, um sich lustig zu machen.

Dabei. Es muß nicht mehr über ihn geschrieben werden, mit derartigen Vergleichen. Es hilft ihm bloß noch. Es ist eine unfreiwillige Wahlhilfe. Denn damit wird er nur über die anderen Kandidaten gestellt, den anderen Kandidatinnen überhoben.

Überhoben hat aber nur er sich selber. Er ist mit seinem Eigensuchtprojekt Bundeskanzler türkisgetupft baden gegangen.

Das war klar, daß es so kommen wird, schon am Tag der Angelobung dieser türkisgetupften schwarzidentitären Regierung, am 18. Dezember 17, und auch, daß es nicht einmal so lange halten wird wie die schwarze schwarzblaue Regierung, knapp zusammengefaßt: Diesmal kurz. Und es war wirklich kurz und kürzer …

Darum sind alle Vergleiche, wie immer diese lauten mögen, völlig fehl am Platz. Es reicht vollkommen zu sagen, was Sebastian Kurz schaffte. Sebastian Kurz ging baden, mit allem. Was er schaffte, war, er ging mit allem baden. Nicht mehr. Jedweder weiterer Vergleich schmeichelte ihm nur. Wer mit allem, was er ist, wer mit allem, das er tat, baden gegangen ist, hat auch alle Vergleiche selber zum Absaufen gebracht, und abgesoffene Vergleiche sollen nicht aus der Tiefe für ihn geborgen werden, damit er sich an diesen festkrallen kann, um mit diesen wieder an die Oberfläche geschwappt zu werden.

Sebastian Kurz, ein Badengegangener

Es werden zu den oben als Beispiele erwähnten Vergleiche Bilder hergestellt, auch Karikaturen, die am Ende, ist zu befürchten, ihm mehr nützen als …

Es sollten gar keine mehr hergestellt werden, schon gar keine, die solche Vergleiche noch stützen. Die einzig auf Sebastian Kurz zutreffende Collage ist, weil sie das gesamte Ausmaß zeigt, daß er angerichtet hat, die badengegangene Trümmerfrau.

Es sollte also nur noch berichtet werden, was wirklich war, was von ihm angerichtet wurde. Was wirklich passierte, und was bereits jetzt an Trümmern weggeräumt werden muß, selbst von einer Bundesregierung, die aufgrund der angerichteten Sondersituation, die aufgrund des verursachten Schlamassels durch die türkisgetupfte schwarzidentitäre Regierung mit ihrem Eigensuchtkanzler in Österreich nur für wenige Tage eingesetzt wurde, etwa die von Kurzens Innenminister …

Wie das identitäre Denkmal auf der Mölker Bastei gegen die identitäre Intention in Wahrheit davon erzählt, wer wirklich die Trümmer der Präidentitären wegräumen mußte, die die Präidentitärinnen verursachten, ist menschgemäß der badengegangene Trümmermann kein Denkmal zur Erhöhung von Sebastian Kurz, sondern bloßes Sinnbild dafür, was er hinterließ – Trümmer. Trümmer, die wieder andere wegzuräumen haben, wieder andere aufzuräumen haben. Dabei sind nicht einmal noch alle Trümmer von schwarzen schwarzblauen Regierung …

Das ist nur zu hypogut bekannt

Männer wie Haider, Männer wie Kurz, Männer wie Salvini hinterlassen lassen nichts als Trümmer.

Das ist ihr gesamter Nachlaß, ihre Finca, die sie hinterlassen. Zum Unglück von allen gibt bei solchen Männern, die in höchste politische Ämter je mehr gehievt als gewählt werden, nicht die Möglichkeit, das Annehmen der Hinterlassenschaft abzulehnen. Es muß übernommen und in Ordnung gebracht werden, in einem Staat. Im Gegensatz zum Privaten. Kein Mensch, der einigermaßen bei Sinnen ist, würde je eine heruntergewirtschaftete und überschuldete Keusche, die ihm der Altbauer gar noch bei Lebzeiten hinterläßt, übernehmen, und dann zusätzlich zu den Schulden den Altbauern auch noch erhalten müssen. Seine Wahl ist je mit einem kurzen Blick in die Bücher schnell getroffen, der Altbauer soll selbst schauen, wie er in seiner selbst dem Verfall preisgegebenen Keusche …

Auch wenn es diesmal, also mit der türkisgetupften schwarzidentitären Regierung, es nicht Jahre des Zertrümmerns wie mit der schwarzen schwarzblauen Regierung wurden, sondern nur Nullermonate und Trümmermonate, bleiben dennoch bereits genügend und wieder nur Trümmer zum Aufräumen zurück …

Zu diesen Trümmern sind nicht nur die Trümmer durch Zerschlagen zu zählen, sondern auch die Trümmer durch Nichtstun, wesentlicher und schlimmer noch, die Trümmer durch Versäumnisse, vergeudete siebzehn Monate besonders in einem Bereich, um das dringlichste Beispiel zu nennen, von dem gewußt wird, jede nicht genutzte Sekunde wird einen Trümmerhaufen unbekannten Ausmaßes …

Kurz zum Parlament als demokratisches Korrektiv

In Österreich wird nun rauf- und runtergeschrieben, Sebastian Kurz mit seiner türkisgetupften schwarzen Partei sei gestürzt worden.

Er und seine türkisgetupfte schwarze Partei sind nicht gestürzt worden.

Sondern. Im Parlament wurde lediglich eine längst überfällige demokratische Korrektur vorgenommen.

Gestürzt kann eine Militärjunta werden, gestürzt kann ein Diktator, eine Kaiserin werden, nicht aber ein Bundeskanzler in einem demokratischen Staat.

Zu sagen, Sebastian Kurz sei gestürzt worden, mag nur in einer Hinsicht ein zutreffendes Wort sein, durch sein Gehabe, dieses Gebärden seiner türkisgetupften schwarzen Partei als Alleinherrscherin … Sonst aber trifft das Wort „Sturz“ in keiner Weise zu. Es war einfach eine demokratische Korrektur durch das Parlament.

Eine Korrektur als Wiedereinziehung einer roten Linie, die er mit seiner schwarzen Partei bereits vor siebzehn Monaten überschritten hat. Mit seinem Eingehen einer Koalition mit der identitären Partei … schon nach siebzehn Monaten ist er mit seiner Partei damit total eingegangen, voll eingefahren, absolut gescheitert …

Dabei kann der derzeitige österreichische Bundespräsident ebenfalls nicht aus seiner Verantwortung entlassen werden, eine identitäre Partei als Regierungspartei angelobt zu haben, mit einem Obmann an ihrer Spitze, der … das muß nicht weiter ausgeführt werden. Es kann mit einem Wort kurz zusammengefaßt werden, alle Berichte, die es hierzu zu ihm gibt: „Neonazi“. Ein Bundespräsident gerade in Österreich, der so leichtfertig, einen Mann als Vizekanzler angelobt, dem eine „neonazistische Vergangenheit“ bescheinigt wird, und das gab es bis zu diesem Bundespräsidenten in Österreich noch nicht, die Angelobung eines Mannes mit einer solch explizit ausgewiesenen Vergangenheit. Es darf erinnert werden, Jörg Haider konnte vor bald zwanzig Jahren selbst nicht in die Regierung, unter dem derzeitigen Bundespräsidenten und für diesen Bundespräsidenten war es schon eine Selbstverständlichkeit, daß Strache selbst in die Regierung und gleich auch noch als Vizekanzler …

Es mag schon stimmen, daß Strache in der Gegenwart nicht mehr in den Wald zu Wehrsportübungen eilt, das hat wohl etwas mit seinem Alter zu tun, aber nicht mit seiner Gesinnung, jetzt sind halt altersgemäße Auftritte am Graben angesagt, mit Büchern aus einem Verlag, für dessen Produkte auch der Einpeitscher des Sebastian Kurz rechte Zuneigung aufbringen kann.

Auch wenn es nun weit mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt, ist in Österreich nach wie vor viel Arbeit und Geld aufzuwenden, um die Machenschaften der Schüssel-Haider-Regierung aufzuklären, zu bereinigen. Es muß noch immer Arbeitszeit und Geld dafür verschwendet werden, um Licht in das Dunkel der schwarzblauen Regierung vor weit über einem Jahrzehnt zu bringen. Es muß gar nicht besonders darauf hingewiesen, wofür diese dafür immer noch aufzuwendende Arbeitszeit und das dafür immer noch aufzuwendende Geld bessere Verwendung fände.

„Wiener Gürtel auf Ibiza“ hat nur eines endgültig bewiesen. Auch von einer Kurz-Strache-Regierung wäre nichts anders zu erwarten gewesen, wäre nichts anderes angerichtet worden, als es von der Schüssel-Haider-Regierung angerichtet worden ist, zum größten Nachteil der Menschen in Österreich.

Dennoch wollte Sebastian Kurz diese Regierung fortsetzen, daran festhalten, nicht davon lassen, mit dieser identitären Partei weiter zu regieren, in vollkommener Gleichgültigkeit der möglichen Schäden für die Menschen in Österreich. Für sich und seine türkisgetupfte schwarze Partei zum Vorteile allein daraus noch das Beste gegen alle herauszuholen, zum Nachteil von allen, zur Beschädigung von allem.

Das hat nun das Parlament, am 27. Mai 19, demokratisch korrigiert, das verantwortungslose eigensüchtige Weitertun des Sebastian Kurz mit seiner türkisgetupften Partei demokratisch beendet.

Das abgeordnete Volk huldigt unbedankt seinem ihn verlassenden Märchenführer

Es ist ein kleines Volk. Kurz bedarf es an Zeit, es vollständig durchzuzählen. Einundsechzig Männer und Frauen sind es. Das ganze Volk hat im österreichischen Parlament Platz.

Am 27. Mai 19 hat sich das abgeordnete Volk im Parlament eingefunden. Um seinem Führer zu huldigen, der wiederum seinem Führer huldigte, dem Smartphone. Einer aus dem Volke tat sich besonders hervor, klatschte ein, stand auf, klatschte noch mehr, und die abgeordneten Frauen und Männer aus seinem Volke taten ihm nach, klatschten, standen auf, klatschten, setzten sich sofort wieder, als der Einklatscher sich wieder auf seinen Stuhl setzte, hörten mit dem Klatschen sofort auf, als der Einklatscher das Einklatschen einstellte.

Der Einklatscher ist überhaupt ein besonderer Mann. Der mit seiner Mimik, mit seinem nach hinten durchgestreckten Kopf an einen Mann erinnert, der zu seiner Zeit auch ein besonderer Mann war, dessen Grimassen heute bloß …

Trotz der Huldigung verließ der Führer sein Volk, augenblicklich, am 27. Mai 19. Und er will auch nicht zu seinem abgeordneten Volk in das Parlament zurückkehren. Stattdessen will er mit seinem Führer, dem Smartphone, durch das Land ziehen, mit seinem Märchen, das er nun Tag für Tag bunter ausschmückt. In diesem kommt alles vor, was es in der Wirklichkeit nicht gibt, mit seinem Märchen huldigt er einer Wahrheit, die als Wahrheit es nur im Märchen gibt.

So viel hat der Einklatscher aus seinem abgeordneten Volke für ihn getan, daß er nun ein Märchen zum Erzählen hat, an dem er jetzt täglich fortschreibt, und trotzdem läßt er auch den Einklatscher mit seiner besonderen Mimik allein zurück, im Parlament. Den Beginn des Märchens steuerte der Einklatscher bei, als er verweigerte, die Sondersitzung vom 27. Mai 19 bereits Tage vor der EU-Wahl stattfinden zu lassen.

Auch seinen Einklatscher läßt er allein zurück, im Parlament. Der Einklatscher hat seine Schuldigkeit getan. Schließlich, was hat ein Märchenerzähler mit dem Parlament zu tun. Das Parlament: materialisierte Demokratie. Ein Märchenerzähler kann damit nichts anfangen, einem Märchenerzähler ist es am Ort der Demokratie stets unbehaglich, es ist kein Platz für Märchen. Ja, freilich, denken sich Märchenerzählerinnen, das wäre etwas anderes, wäre im Haus der Demokratie nur ihr abgeordnetes Volk … Für das Allein-gelassen-Werden ist der Einklatscher selber verantwortlich, hätte er wie weiland Jesus die Anderen, die nicht nach seinem Sinne Abzuordnenden, aus dem Tempel gejagt, hätte er es also vollbracht, schon am 27. Mai 19 vollbracht, es zu seinem Knusperhäuschen zu machen, nur für sich und sein abgeordnetes Volk, freudig wäre er mit Edelweiß und Smartphone eingezogen …

So kann der Führer jetzt von seinem Smartphone ablesen, wenn er bis zum Herbst auf den Dorfplätzen stehen wird, er wird sein Märchen wohl fein säuberlich schon in seinen Führer getippt haben, er sei abgesetzt worden, weil er die Wahl am Sonntag vor dem 27. Mai 19 … Ohne den Einklatscher mit der besonderen Mimik wäre er bereits am 22. Mai 19 demokratisch abgesetzt worden. So hätte ihm der entscheidende Beginn seines Märchens gefehlt, jedwede Voraussetzung, um das Märchen überhaupt beginnen und nun weiter ausschmücken zu können, mit der nur Märchen innewohnenden Wahrheit. Nichts hätte er gehabt, nicht das Märchen, nicht einmal seinen Titel „Geeint im Haß“ …

ÖVP: „Geeint im Haß“ – Kurzens „Demagogie“ und vom geringen „Feingefühl für Zwischentöne“

Es langen seit dem 17. Mai 19, also seit dem österreichischen Ibizatag, E-Mails ein, von denen die eine oder andere nicht fehlen dürfen, in einer Chronik der Wirklichkeit.

Von einer wurde schon berichtet, die sich mit der nun gewesenen identitären Regierungspartei beschäftigt, was zu dieser zu sagen ist, und nicht erst seit dem Ibizatag 17. Mai 19, sondern seit langer, langer Zeit.

Von einer anderen ist in diesem Kapitel zu berichten. Schlecht gesagt. Eine andere ist als Kapitel in die Chronik aufzunehmen.

„in den letzten tagen hatten wir außergewöhnliche politische ereignisse in österreich. die diskussionen im parlament waren nahezu frei von unfairen geschrei. aber es wurde im rahmen dieser turbulenzen etwas wichtiges gar nicht bemerkt und es reagierte darauf keine analystin, journalistin oder politikerin:  
die entscheidende, meiner meinung nach fatale, sequenz geschah nach der abwahl von herrn kurz, als er vor versammelten fans seinen ‚wahlkampf‘ startete. er sagte:
‚… und nicht nur; dass die koalition zu ende war, die freiheitliche partei hat sofort eine neue koalition gebildet, nämlich mit der sozialdemokratie, GEEINT IM HASS AUF DIE VOLKSPARTEI ….‘
siehe und höre oe24.1at/kurz kampfansage , von minute 1:41 – 1:53.
diese art der schon bösartigen demagogie muß klar aufgezeigt werden; natürlich meine ich, dass demagogie auch von den anderen häufig gepflegt wird und nicht selten bösartig wird und gezielt feindbilder produziert und attackiert;
aber in diesem fall verwendet ein ‚braver‘, konservativer, christlicher bundeskanzer – als solcher auch ‚verkauft‘ von seiner christlich-sozialen partei –  neben der falschaussage der ‚koalition‘ (wenn er einen üblichen parlamentarischen vorgang beschreibt) die formulierung einer koalition des hasses … oder … ‚geeint im haß‘; es ist ein schüren von primitiven gefühlen gegen die dadurch produzierten feindbilder.
dieses spielen auf der klaviatur der gefühle, dieser griff in die unterste emotionale schublade, die mit dieser bemerkung die innersten und unbewußten saiten von ‚hass als zerstörerisches gefühl‘ oder ‚die hass-brigaden der  IS‘ und ähliches anklingen läßt, desavoiert alle und alles. diese sprache aktiviert unreflektierte meinungen, ängste und einstellungen in unserer persönlichen schmuddelkiste und unsere niedrigsten instikte werden wachgeküßt.
und leider hat niemand (journalistin, moderatorin, politikerin, politologin etc. ) das in den folgenden kommentaren aufgezeigt oder angesprochen. vielleicht zeigt das auch, wie unaufmerksam wir sind, wie wenig feingefühl wir für diese zwischentöne haben, wie wohl wir wissenschaftlich alle wissen, dass sich die entscheidenden manipulationen und tiefgehenden einflüße auf diesen ebenenen abspielen.
laßt uns einmal imaginieren was wir zu menschen oder gruppen, die ‚geeint im hass‘ sind, assoziieren? assoziale terroristen? wölfe? unmenschen? monster? untermenschen? gefahr? angst?  
vielleicht macht diese einwurf es möglich, dass doch einige konsequenter, radikaler und vorallem ‚ganzheitlicher‘ situationen und menschen erkennen,  wahrnehmen und darauf reagieren und vor allem agieren. können wir solche feindseligen aussagen von öffentlichen personen, noch dazu in diesen positionen, einfach zu stehen lassen?“

Dieses Kapitel müßte nicht länger sein als die oben zitierte E-Mail, müßte nicht mehr umfassen als die oben zitierte E-Mail, weil diese bereits alles umfaßt, was zu dieser „gefallenen“ Partei mit ihrem Sebastian Kurz einfallen kann. Formal könnte gesagt werden, die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz ist am 27. Mai 19 gefallen, als sie als Regierungspartei demokratisch abgesetzt wurde, formal könnte gesagt werden, Sebastian Kurz ist am 27. Mai 19 gefallen, als er als Bundeskanzler demokratisch abgesetzt wurde, tief gefallen aber ist die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz in Wahrheit aber bereits an dem Tag, als Sebastian Kurz mit seiner ihm jasagerisch hörigen Partei eine Koalition mit der identitären Parlamentspartei einging, tief gefallen zum 18. bereits im Dezember 17.

Es sind jedoch einige Anmerkungen diesem Kapitel hinzufügen.

Auch mit dieser in der oben zitierten E-Mail angesprochenen Rede vor seinen Ergebenen versucht Sebastian Kurz weiter das Märchen von der „guten inhaltlichen Arbeit“ der gewesenen schwarzidentitären Regierung aufzusagen. Wer aber dem kurzischen Märchen nicht zuhört, sondern sich dem zuwendet, was in dieser kurzen Zeit von siebzehn Monaten an „inhaltlicher Arbeit“ durch diese nun gewesene schwarzidentitäre Regierung in Österreich passiert ist, wird zum Märchenerzähler mit Fontane sagen: Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld. Und dafür, dafür hat Sebastian Kurz so vieles „in Kauf genommen“, so vieles „runterschlucken“ müssen in den „zwei Jahren“, die bei weitem nicht einmal zwei Jahre waren.

Auch dafür ist eine Chronik brauchbar, nachlesen zu können, wann was und wie passierte, wie oft ist es im Nachhinein schwierig festzustellen, wann wer was wurde. Sebastian Kurz wurde mit seiner ersten Rede am 18. Mai 19 endgültig zum Märchenerzähler. Auch zu dieser gibt es ein Kapitel. Mit einer Vorstellung, was würde Kurz für „seine Arbeit“ noch alles in Kauf nehmen, noch alles runterschlucken. Ein derart grauenvolles Märchen hätten nicht einmal die Grimms schreiben können. Als Tiefgefallener bleibt ihm auch nichts anderes mehr, als weiter Märchenerzähler zu bleiben.

In einem Märchen ist es, weil in einem Märchen alles surreal ist, weil in einem Märchen alles Wirklichkeit ist, was nicht Wirklichkeit ist, weil in einem Märchen alles wahr ist, was nicht wahr ist, in einem Märchen ist also alles glaubwürdig, auch das, nicht gewußt zu haben, nicht zu wissen, die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz nicht gewußt hat, nicht weiß, mit wem sie sich auf eine Regierung einließ. Außerhalb des Märchens wird es seit je gewußt. Allein schon ein einziger Blick auf das Umfeld von dem nun gewesenen Vizekanzler wäre ausreichend gewesen. Und außerhalb des kurzischen Märchens war und ist es nicht überraschend, daß diese Ibizamethode zum Einsatz kam, außerhalb des kurzischen Märchens ist diese Methode nur folgerichtig allein schon aufgrund des Umfelds der gewesenen identitären Regierungspartei

Wien im Mai 19

In Wien. Im Mai 19. Werden Überlebende des Holocausts getötet. Es ist ein Töten. Ein symbolisches Morden.

Das symbolische Töten, die symbolische Exekution ist Teil der menschlichen Rechtsgeschichte, auch in Österreich.

Deshalb ist das gänzliche Zerstören von Gesichtern von Überlebenden der Shoa nicht einfach das Zerschneiden von Fotos, im Mai 19 in Wien, sondern es ist das Töten von Menschen in Wien im Mai 19.

Weshalb die Mörderinnen und Mörder es beim symbolischen Morden belassen? Dafür fehlt den „Rechten“ – wie sie ein Mann nennt, der kurz auf einem gewichtigen Stuhl saß und dabei recht stolz darauf, daß er den Stuhl … – zum Glück ihr Rechtssystem von damals, denn darauf wurde auch damals recht Wert gelegt, daß alles rechtens, alles legal …

In effigie verbrannt, gehängt, geköpft zu werden, war angewandte Gesetzespraxis. Außerhalb des Rechts ist es aber immer noch Sehnsuchtsrecht – innerhalb der „Rechten“. Und die Mörderinnen und Mörder von Wien im Mai 19 werden das wissen, sie werden ihre Informationskanäle haben. Erst im letzten Monat wurde in Polen eine „Puppe“ stellvertretend, symbolisch im April 19 in Pruchnik

„unter dem anfeuernden Johlen zahlreicher Schaulustiger wird diese auf dem Boden liegende ‚Judas‘-Puppe durch Straßen gezerrt, von Erwachsenen und Kindern mit eigens vorbereiteten langen Stöcken geschlagen und schließlich geköpft, angezündet und brennend in einen Bach geworfen.“

La finca de Kurz

Es werden die technischen Hilfsmittel gar oft gescholten. Auch jene, die es für das Übersetzen von einer Sprache in eine andere gibt. Aber es muß nicht immer gescholten werden, manchmal kann auch gelacht werden. Einfach nur kurz gelacht werden, über die Ergebnisse, die sie liefern. Wie bei dieser automatischen Übersetzung von: Der Nachlaß von Kurz.

La finca de Kurz.

Es wird ja nun gleich beginnen mit der Frage, was ist von der kurzen Regierung Kurz I und was ist von der je kürzesten Regierung, also Kurz II, geblieben?

Das muß bleiben. In Erinnerung. Der Nachlaß.

La finca.

Und eines soll dazu noch in Erinnerung bleiben: Poco tiempo. Corto. Recht, recht, recht kurz halt … Bastante corto. Und doch sieht Österreich nach dieser recht kurzen Zeit bereits beinahe schon so aus, wie auf dem Symbolfoto. Nach einer Regierung Kurz III, mit der die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz einzig zu rechnen beginnt, würde es wohl gänzlich so aussehen, und damit ist nicht die äußere Landschaft Österreichs gemeint, diese wird weiterhin etwa in der Beschreibung von Thomas Bernhard zu erkennen bleiben, „wenn man die Schönheit des Landes verrechnet …“

Aber das ist nicht gewiß, daß die Landschaft Österreichs weiterhin als eine schöne zu erkennen bleiben wird, denn es könnte die Klimakrise, die Österreich, so Kurz, hatte, auch wieder und stärker als je zuvor Österreich heimsuchen … dann bleibt vom bernhardschen Satz nur das Gerippe: Gemeinheit verrechnet — —

ÖVP mit Sebastian Kurz wirbt für Veränderung II

Es konnte, wirbt die ÖVP, schon viel an dem Hause Österreich verbaut werden. Der Regierung Kurz I oder – wie sie es recht gern nennt – der Veränderung I ist es bereits gelungen, recht viel zu verbauen. Die Zeit aber war zu kurz, um mit dem Verbauen ganz fertig zu werden. Das ist, so die ÖVP, aber nicht ihr anzulasten. Einzig nur der Zeit.

Es fehlt aber nicht mehr viel, um den Verbau zu vollenden. Wie auf dem Foto gesehen werden kann. Das ihr Plan für Österreich ist. Für diesen Zukunftsplan wirbt die ÖVP. Für eine Regierung Kurz II oder, wie sie es recht lieber nennt – Veränderung II.

Sie, die ÖVP, kann garantieren, Österreich wird nach einer Regierung Veränderung II genauso aussehen, wie auf der Symbolzeichnung, die die ÖVP für Österreich erstellt.

Bei dieser Gelegenheit möchte sich die ÖVP bei ihrem talentierten Zeichner recht bedanken, der für sie diesen Plan zeichnet. Und noch eines kann die ÖVP garantieren, welche Koalition es geben wird, die die Regierung Veränderung II bilden wird. Ihr, der ÖVP, talentierter Zeichner wird als Bundeskanzler mit ihr eine Koalition eingehen.

Sie, die ÖVP, mit ihrem talentierten Zeichner versprechen heute schon, nach der Regierung Veränderung II wird Österreich vollständig verbaut sein, und eine Regierung Veränderung III wird es dann nicht mehr brauchen, wird Österreich dann doch so verbaut sein wie auf dem Symbolfoto, daß nichts mehr …

ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz haben Österreich umgebaut – Veränderung I

Es ist beeindruckend. Die ÖVP mit ihrem Sebastian Kurz hat versprochen, Österreich zu verändern. Und. Bereits innerhalb von siebzehn Monaten ist ihr das mit ihrem Sebastian Kurz gelungen.

Das Ergebnis dieser ersten Veränderung ist weithin sichtbar. So sieht Österreich verändert aus, schon nach siebzehn Monaten:

Das ist aber noch nicht alles. Das will ihr noch nicht alles gewesen sein. Sie, die ÖVP, ist noch nicht fertig mit Österreich. Sie hat noch einen Plan. Ihr Code dafür: Veränderung II: Österreich am Ende …