Seit dem Tag 18 dieses Monats steht diese Frage, ob „die Identitären die neuen …“ seien, auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website der freiheitlichen Regierungspartei in Österreich zur Bewertung. Und die Zustimmung zu diesem Kommentar fällt auch diesmal recht hoch aus.
„Sind die Identitären die neuen Juden? Die man meiden muss? Die sich verstecken müssen? Mit denen man nicht reden sollte? PS.: Wehret den Anfängen!“
von Peter789 ist die Frage nach der Quelle zu stellen, die Peter789 veranlassen, eine solche Frage zu stellen mit der Hohnwarnung und Hohnmahnung „Wehret den Anfängen!“ Wie dieser Kommentar über seinen antisemitischen Aspekt hinaus nach geltender österreichischer Rechtslage einzuschätzen ist, will gar nicht beurteilt werden.
Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß Peter789 und seine Werter und Werterinnen eine Antwort erhalten wollen, die nicht die ihre schon selbst gegebene ist, aber dennoch:
Die Frage von Peter789 kann leicht wie kurz beantwortet werden.
Der Inhalt des Gesagten von Johann Gudenus ist dabei aber ganz und gar nicht zu beachten. Auch das Thema, um das es in diesem Interview geht, ist nicht zu beachten. Wesentlich sind nur die „Quellen“, die Johann Gudenus vorbringt. Und mit solchen „Quellen“ kann zu keinem Thema etwas Entscheidendes gesagt werden. Mit solchen „Quellen“ kann auch je nie etwas Inhaltliches gesagt werden, das je verdiente Inhalt genannt zu werden.
Wer je noch unsicher ist, ob ein solcher Mann und eine solche Partei nicht doch in Landesregierungsverantwortung in Wien gebracht werden sollten, sollte sich diese Stotterminuten von Johann Gudenus bis zur nächsten Wahl in Wien immer wieder anhören. Es sind beispielhafte Stotterminuten, die erahnen lassen, was für ein „Regieren“, das auf solchen „Quellen“ fußt, von einer Partei, die ihre Hand in solche „Quellen“ taucht, zu erwarten ist.
Kurz, ein Montagsregieren.
Die Stotterminuten des Johann Gudenus gestrig, 18.:
„ja die mindestsicherung neu äh das was die bundesregierung jetzt auch umsetzt und wir im nationalrat beschließen werden heuer ist ein großer wurf und wien das rotgrüne äh wien will sich hier dagegen wehren wir wissen daß in wien äh mehr als fünfzig prozent der mindestsicherungsbezieher nicht österreicher sind und äh rund siebzig prozent dieser bezieher migrationshintergrund haben“
Peter Daser: „Also diese 70 % sind eine Schätzung.“
Und Stottermeister darauf und weiter:
„äh das sind zahlen die sich ergeben haben aus äh mehreren äh recherchen das ist eine ungefähre zahl der migrationshintergrund ist auch wichtig weil wir auch jetzt bei der neuen regelung auch enthalten haben daß die herkunft auch der eltern bekanntgegeben werden sollte“
„das ist eine äh ja nicht so eine schätzung das ergibt sich aus mehreren quellen eine schätzung die sicherlich hand und fuß hat äh schauen sie tschetschenen gibt es in österreich offiziell an die äh 32 bis 35 tausend in wien werden es um die 20 tausend sein es gibt auch andere quellen äh aus dem ausland daß es weitaus mehr sein soll insgesamt wie viel in der mindestsicherung sind ist hier nicht ganz ausgewiesen das soll ja in zukunft gemessen werden der norbert hofer hat nicht gesagt daß diese 30 bis 35 tausend alle mindestsicherung beziehen äh es wird in zukunft auch zu messen sein wer von den diesen äh tschetschenen von der herkunft her tschetschenen also russische staatsbürger mittlerweile schon österreicher sind oder wer eben noch russe ist genaueres soll in zukunft gemessen werden“
„Quellen aus dem Ausland“ … Wie dieses „Quellenausland“ wohl heißt, aus dem Johann Gudenus und seine identitäre Partei seine und ihre „Zahlen“ beziehen?
Auffällig dabei ist eine Zahl, die der Stottermeister nennt: „Siebzig“. Aber die „siebzig Prozent“ beziehen sich nicht auf die Menschen in Österreich, die arbeiten, aber eine Aufstockung zu ihrem vorhandenen Einkommen durch die Mindestsicherung dringend benötigen, um ihre Lebenshaltungskosten trotz Arbeit bestreiten zu können. Seine „Auslandsquellen“ werden ihm diese nicht liefern, und daß es inländische Quellen gibt, woher sollte das ein Stottermeister denn …
„In der Erzdiözese Wien sorgen Nacktbilder im Rahmen der Ausstellung des Künstlers August Zoebl im Curhaus, dem Pfarrhof der Pfarre des Wiener Stephansdoms, für Verwunderung und Diskussionen bei Katholiken. Die Ausstellung lief seit einigen Wochen und wurde am 7. Januar beendet. Die Bilder waren im Pfarrhof so ausgestellt, dass diese jeder, auch Kinder, sehen konnte. Unter anderem wurde ein Bild von zwei Lesben gezeigt, die sich vor einer Kirche küssen. Auf einem anderen Bild war eine halbnackte Frau zu sehen, die vom Künstler als ‚Das erste Licht im Felsengrab: Ein Mensch‘ beschrieben wird. Das Bild, welches man um 25.000 Euro kaufen konnte, nennt sich ‚Pietá‘. In der Eigenschreibung heißt es dazu noch: ‚Zur Kommunikation der unerhörten Botschaft Auferstehung.‘ kath.net hat gestern die Erzdiözese Wien um eine Stellungnahme ersucht, bis jetzt aber noch keine Antwort erhalten.“
Selbstverständlich kann es ohne einen Kommentar zusätzlich durch die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Regierungspartei in Österreich nicht abgehen. Ist August Zoebl für die Kathnet ein Künstler ohne Anführungszeichen, so ist er für die gesinnungsgemäß zensurierte Website kein Künstler, das sollen die Anführungszeichen wohl zum Ausdruck bringen.
„In aktuellen Debatte rund um die katholische Kirche sorgt nun eine Aktion im Stephansdom für die nächste Aufregung. Eine Ausstellung von halbnackten, obszönen und teils homosexuell dargestellten Menschen stößt nicht nur konservativen Kirchenvertretern sauer auf, sondern auch etlichen Katholiken. Verantwortlich zeichnet sich für die fragwürdige Aktion der ‚Künstler‘ August Zoebl.
Erzdiözese schweigt
Er sorgt mit seinen Bildern von nackten Frauen aber auch sich küssenden Lesben derzeit für Kopfschütteln unter Besuchern des Curhauses im Pfarrhof des Stephansdoms. Doch nicht nur die seltsam titulierten Bilder wie etwa ‚Das erste Licht im Felsengrab: Ein Mensch‘ ärgern die Besucher, sondern auch die dafür verlangten Preise. So ist eben jenes Bild etwa ab 25.000 Euro zu haben.“
Preise von Künstlerinnen können nicht ärgern, ein jeder Künstler kann für seine Werke Preise ansetzen, die er eben hoffnungsfroh ansetzt, wie es ihr beliebt, er sich selber mit seinen Werk einschätzt, das durch den Preis Ausdruck finden soll. Freilich überschätzen viele Künstler den Wert ihrer Werke und ihren Wert als Künstlerinnen.
Vielleicht rechtfertigt das Material den Preis von 25.000,00 Euro; ist doch in der Beschreibung irgendwas von „Rand 24 Kt Reingold“ angeführt … denn sonst ist es ein Bild eines Künstlers, das selbst in einem 1-Euro-Geschäft ein Ladenhüter zum Ärger der 1-Euro-Geschäftsinhaberin, es je eingekauft zu haben, nur sein kann, oder nicht zum Ärger, wenn sie es bloß auf Kommission übernommen hat.
Was für abenteuerliche Interpretationen. Von Kathnet und der gesinnungsgemäß zensurierten Website: „Lesben, die sich küssen, halbnackte Frauen, von halbnackten, obszönen, teils homosexuellen dargestellten Menschen, dass diese jeder, auch Kinder, sehen konnte.“
Ein Kuß macht noch keine „Lesbe“.
Vielleicht sind es einfach Frauen, geflüchtet vor ihren Ehemännern und vor deren blutiger Liebe, in einem Moment der Trostsuche, in einem Moment der Sehnsucht nach Zärtlichkeit, die nicht messerkalt wie die ihrer Männer ist.
Was müssen Menschen, auch Kinder, sich in Kirchen seit Jahrhunderten an Nacktheit ansehen. Auch an Obszönität. Vor allem an Obszönität der Gewalt.
Was allein, um ein Beispiel zu nennen, ist in der Hauptkapellenfiliale alles werbend.
„Das jüngste Gericht“.
Wie könnte das ein Mensch, der niemals die Bibel las und deshalb ein glücklicher Mensch genannt werden kann, dieses Deckengemälde interpretieren? Noch nie gelesen. Sagt plötzlich wer, und drängt sich damit selbst als dritte Figur in das Kapitel.
Vielleicht so.
Sagt die ungebetene Figur. Ob gebeten oder ungebeten, soll sie halt trotz ihrer Aufdringlichkeit sprechen.
Vielleicht ist das Gemälde so zu interpretieren. Der angesagteste Koch in einer Stadt serviert seine neueste Essenskreation und nennt diese „Das jüngste Gericht“. Nachdem die Abendgesellschaft es verspeist hat, angeregt und mehr und mehr enthemmt durch die triebfördernden Zutaten seines jüngsten Gerichts, reißen sich Männer wie Frauen ihre Kleider vom Leibe und stürzen sich aufeinander. Eine halbnackte Frau wird von einer vor ihr knieenden Frau betatscht, schickt sich energisch an, sie weiter auszuziehen, drängt heftig vor zu ihrer Scham, um sie endlich mit der … und so weiter und so weiter.
Aber es ist bei weitem nicht das einzige Bild für das eine Interpretation als bibelunkundige Betrachterin … es gibt Bilder, die beispielsweise Männer beim Peitschen zeigen, in einem Outfit, die nur eine Interpretation zulassen, hier finden sich Männer in bestimmten Lokalen zum gemeinsamen Ausflug auf einen Berg ein, um ihre Sado-Maso-Triebe zu befriedigen, und der Triebhafteste unter ihnen ist wohl der Mann mit den geschulterten vernagelten Brettern, der sich von vielen Männern mit Peitschen bedienen läßt.
Es muß der Figur Einhalt geboten werden, ihre Interpretation dieses Gemäldes hier noch weiter auszubreiten. Es braucht keine weitere Figur, die abenteuerliche Interpretationen absondert. Es ist bereits mit den zwei Figuren Kathnet und zensurierte Website hinlänglich erklärt, daß Interpretationen nichts mit den betrachteten Bildern zu tun haben, sondern ausschließlich die Interpretation der Betrachterinnen und also die Betrachterinnen selbst interpretieren, ihre Abgründe offenbaren. Abgründe, aus denen sie nicht herauskommen, es für sie kein Entrinnen aus ihren Abgründen gibt, sie sind in ihren Abgründen begraben, ohne jedwede Aussicht auf Auferstehung.
Aber jene, die gerade und vor allem zur Zeit in Österreich besonders die Tradition beschwören, alle Entwicklungen zugunsten der Tradition mit aller Gewalt rückgängig machen wollen, die Tradition zur totalen Leitkultur der Gesellschaft machen wollen, ihnen die Traditiondas Leitwesen und also Leidwesen der Gemeinschaft wieder sein soll, würden das Messer als das Logo der Tradition nicht abnehmen.
Denn. Zu offensichtlich und soher zu unbrauchbar wäre es ihnen als Werbung für ihre Tradition. Sie wollen Tradition lieblich beworben wissen, und sie bewerben Tradition lieblich. Vorwiegend kleiden sie Tradition in schmucke Trachten. Wer aber durch die Tracht hindurchsieht, sieht das Knochengerippe der Tradition, und das Skelett der Tradition besteht aus blutigen Messern. Freilich ganz verbergen können sie es menschgemäß nicht, daß zur Tradition das Messer gehört, ist doch die Männertracht erst vollständige Männertracht mit einem eingesteckten Messer in der kurzen Hose.
Wer aber durch die Männertracht hindurchsieht, sieht das bloße Männergerippe, das aus blutigen Messern besteht, das von blutigen Messern zusammengehalten wird.
Es ist freilich nicht nur eine österreichische Tradition, es ist eine europäische Tradition des Mannes, der auch Frauen frönen.
Davon erzählt beispielsweise so eindrucksvoll wie bitter
„Die Ballade vom Zuchthause zu Reading von C.3.3.“ in Memoriam C.T.W., weiland Reiter in …“
geschrieben 1897, also vor einhundertzweiundzwanzig Jahren.
„Doch wer ein Messer dazu nimmt, macht die Körper am schnellsten kalt.“
Die Ballade erzählt von dem Mord an einer Frau durch einen Mann.
„Er trug nicht mehr den roten Rock, denn Blut und Wein sind rot; die klebten an des Mannes Hand, als man ihn bei der Toten fand. Das arme Weib, das er geliebt, im Bett schlug er sie tot.
So mordet jeder was er liebt.“
Blutig und seltsam ist des Mannes Liebe. Gefangen in dieser Tradition ist es ihm verwehrt, Liebe anders als blutig zu leben.
Gerade in Österreich mit seinen vorwiegend weiblichen Mordopfern scheint die Scholle flächendeckend mit dieser Tradition gedüngt zu sein und ihren Geruch landesweit auszuströmen, der auch auf Männer, die eben erst nach Österreich gekommen sind, eine sofort betäubende Wirkung hat, und sie augenblicklich dazu bringt, das Messer vor allem gegen Frauen tödlich zu führen, geradeso, als flüsterte der aus diesem Geruch gespeiste österreichische Traditionswind ihnen, das Messer gegen die Frau ist die bestandene Integrationsprüfung.
Nun gibt, beginnend bereits mit 18, es das große Erstaunen, es werden in Österreich mehr Frauen als Männer getötet.
Blutig und seltsam ist des Mannes Glück. Gefangen in dieser Tradition ist es ihm verwehrt, Glück anders als blutig zu leben.
Dabei gibt es doch keinen Grund, erstaunt zu sein. Ein paar Stichproben genügen. 1980 beispielsweise wie zur Zeit. 1982 war vielleicht ein besonderes Jahr, in bezug auf Morde die vollendete Gleichstellung von Mann und Frau, gleich viele weibliche und männliche Tötungsopfer. 2001 ist vielleicht auch ein besonderes Jahr, in bezug auf die Kriminalstatistik, denn es fehlt eine Opferstatistik nach geschlechtlicher Zuordnung. Zur Zeit also der türkis-blauen Regierung, um genau zu sein: zur Zeit als das Türkise noch schwarz war oder das Schwarze ohne türkise Übermalung …
Das sind nur Stichproben. Zu dunkel wohl wäre es, Jahr für Jahr seit 45 durchzugehen, auch zu schauen, wie oft in diesen Jahrzehnten wurden schon entsprechende Diskussionen eingefordert …
Und nicht, um eine Stichprobe noch zu bringen, anders ging es vor 1980 in Österreich zu. Hieß es doch damals nicht von ungefähr:
Willst du deines Lebens dir sicher sein, fliehe Rasch aus Deiner Familie in die Welt hinein.
„Das ist ja sehr beachtlich, meine Damen und Herren, denn es ist nicht das erste Mal, daß die Zahl der Verbrechen nach der Anzeigenstatistik sinkt; noch dazu, wo der verstärkte Inbegriff der Kriminalität, nämlich die Verbrechen gegen Leib und Leben, um über 26 Prozent gesunken sind. Das sollte man doch sagen, denn diese Delikte, diese großen Verbrechen sind ja vor allem dazu angetan, ein Unsicherheitsgefühl, Furcht und Angst zu erwecken. Wobei ich aber meine -ich kann also nicht auf alles eingehen -, daß hier vor allem auch die Täter- und Opferbeziehungen eine Rolle spielen. Denn gerade bei diesen schweren Verbrechen, bei diesen Blutverbrechen spielen Verwandtschaftsverhältnisse, Bekanntschaftsverhältnisse, Freundschaftsverhältnisse, AutoritätsverhäItnisse eine überwiegende Rolle. Es hätte der Täter nie eine andere Person zu Schaden gebracht, ermordet, wenn er nicht in diesem Verhältnis zum Opfer gestanden wäre. Auch das wäre eine Abhandlung, die eine eigene Diskussion erfordern würde.“
Das sagt vor 41 Jahren Abgeordneter Thalhammer von der SPÖ. Verhältnis Täter (in diesem Fall darf, mehr, muß es ungegendert bleiben) und Opfer: „eine eigene Diskussion erfordern würde“.
Was gibt es 41 Jahre später?
„Unsicherheitsgefühl, Furcht und Angst zu erwecken.“
„Sie haben ja selber Umfragen zitiert, und wir haben vergangenes Jahr eine gesamtösterreichische Umfrage zitieren können, die noch negativer war und worin die Frage der persönlichen Sicherheit nach den Verkehrsunfällen den zweiten Rang eingenommen hat. Sie werden also nicht bestreiten können, daß eine Diskrepanz besteht, daß sich der Bürger und insbesondere bestimmte Gruppen – ich denke hier an die alten Menschen in diesem Lande – extrem gefährdet fühlen. Wir Abgeordnete wissen das alle aus Zuschriften. Wir wissen das aus den Darstellungen der Presse: die alleinstehenden alten Frauen, die zahlreichen Verbrechen gegen alte Rentner, Verbrechen mit Todesfolge, zahlreiche Raubüberfälle, und so weiter. Nun pfropft sich dieser Entwicklung – ich gebe zu, zum Teil durch mangelnde Information, zum Teil auch durch Fehlinformation, auch das sei zugegeben, aber doch nicht ganz ohne auch sehr rationale Gründe -, dieser Entwicklung, die nicht den einzelnen Bürger in diesem Land zunehmend bedroht, das Gefühl einer Tendenz zu Liberalisierung und Humanisierung in der Strafjustiz und im Strafvollzug auf. Geld, dafür können Steuermittel aufgewendet werden! Weil früher von der Unterbringung in Haftanstalten die Rede war : Ich behaupte und könnte es beweisen, daß in vielen Kasernen die Unterbringungsmöglichkeiten der jungen Präsenzdiener schlechter sind als in machen Haftanstalten. In manchen Altersheimen ist die Betreuung von Pfleglingen schlechter, als wir sie heute in bestimmten Bereichen des Strafvollzuges haben. Ich glaube also, es muß der Bevölkerung durch Taten, durch konkludente Handlungen die Überzeugung gegeben werden, daß ihre Sicherheit Vorrang vor diesen Experimenten und vor diesen Modellversuchen hat, daß sie diesem Experimentieren nicht einfach ausgeliefert ist, wie in machen Bereichen die armen Schulkinder. Auch tragen gewisse unverständliche Urteile dazu bei , das Unsicherheitsgefühl des einzelnen Bürgers zu verstärken. Ich vertrete den Standpunkt – das muß ich vorausschicken -, daß eine gefährliche Bedrohung des Rechtsstaates die Urteilsschelte ist, zu der sich Hinz und Kunz ohne einschlägige Kenntnisse, vielfach leider auch manche Presseberichterstatter, bemüßigt fühlen. Wir sollen an der Unabhängigkeit der Rechtsprechung nicht rütteln. Es geht mir hier darum, zu motivieren, warum noch in vielen Menschen das Gefühl entsteht, wir nähmen es nicht mehr ganz so ernst mit der Verbrechensbekämpfung. Ich will damit nicht sagen, daß all das absolut vermeidbar ist. Natürlich bedeutet ein auf Resozialisation ausgerichteter Strafvollzug eine Erhöhung des Risikos, aber umgekehrt entsteht in der Bevölkerung einfach der Eindruck, daß dieses Risiko zu groß ist, daß es unzulässig ist, dieses Risiko auf die Bevölkerung abzuwälzen. Man muß vielmehr die resozialisierenden Maßnahmen den Möglichkeiten anpassen, und dabei muß nach wie vor die Sicherheit der Bevölkerung draußen Vorrang haben. Meine Damen und Herren! Ich wollte aus freiheitlicher Sicht sagen, daß es falsch wäre, uns an Hand von unkritisch übernommenen, nebenbei am Anfang falschen Zahlen vorspiegeln zu wollen, wir lebten in einem Paradies von Sicherheit. Davon kann gar keine Rede sein. Wir glauben, daß die Anstrengungen, die wir im Interesse der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung machen müssen, keineswegs ausreichen, daß auch die Möglichkeiten, die wir bei einem richtigen Abwägen und Gewichten feststellen können, keineswegs erschöpft sind. Wir warnen davor, daß man aus einer Ideologie heraus ein utopisches Bild hinsichtlich der Möglichkeiten, die wir mit den Maßnahmen des modernen Strafvollzuges und dergleichen haben, entwirft, weil die Wirklichkeit anders ist. Ich glaube also , nach wie vor muß die Strafrechtspflege im Bereiche der Gesetzgebung, in der Strafjustiz und im -vollzug von folgender Zielsetzung getragen werden: Wir wollen maximale Rechtssicherheit und maximale Gerechtigkeit! (Beifall bei der FP Ö.) „
Vor 41 Jahren. Ein Zitat noch, und zwar eines von einem schwarzen Abgeordneten. Von Herrn Frodl. Als wäre 78 18 oder 18 78 oder in Österreich die Zeit stillgestanden seit 41 Jahren und es nur eine Bewegung gegeben hätte, nämlich die, die erforderlichen Diskussionen in ein schwarzes Loch zu schmeißen, in einem schwarzen Loch verschwinden zu lassen, aus dem sie nie wieder …
„Ich weiß nicht genau. Ich bin kein Wiener und bin nur fallweise hier. Ich wohne bei einer Familie, die überhaupt nicht politisch denkt, die aber folgenden Eindruck über die Sicherheit bei uns im Lande hat , und zwar sagen die Frau und der Mann: Am Abend gehen wir gar nicht mehr hinaus! Da trauen wir uns nicht auf die Straße! Die sagen das nicht mir zuliebe, weil ich das vielleicht eventuell gern hören könnte – ich höre das aber gar nicht gern! -, sondern die gehen aus Angst am Abend prinzipiell nicht auf die Straße. Und wenn man den „Kurier“ von gestern liest, muß man ja doch sagen: Ganz so großartig ist es mit unserer Sicherheit nicht. Eine ganze Reihe von 21 Frauen, welche ermordet worden waren […]“
Tradition ist nicht bloß harmloser Stillstand, Tradition ist blutig, Tradition ist tödlich, und Tradition ist Zuchthaus. Das Zuhause ist ein Zuchthaus. Das Zuchthaus das Zuhause. Wie viele Frauen werden in diesem Land zuhause von Männern geschlagen, also gezüchtigt? Von Männern, die sagen, sie lieben „ihre“ Frauen, die Zuchtschläge schmerzen sie, klagen die Männer, mehr als „ihren“ Frauen, die sie doch lieben.
Blutig und seltsam ist des Mannes Liebe. Und wenn die Frau blau geschlagen, geht es zum traditionellen Frühschoppen in der traditionellen Tracht mit dem Messer in der Hose. Zuhause zurück bleiben die gezüchtigten Frauen und Kinder, und im Wirtshaus erzählen die Männer von „ihrer“ Liebe zu Frau und Kind und von „ihrer“ türkisheilen Familienwelt.
Die Übersetzung der Ballade über den mordenden Reiter, die hier herangezogen wurde, ist von Wilhelm Schölermann, aus dem Jahr 1903. Vor 116 Jahren schreibt Schölermann in seiner Vorbemerkung über den Balladendichter:
„Darin liegt neben seinem poetischen Gehalt das Bedeutsame und Zeitgemässe in diesem Vermächtnis eines vielleicht kranken, aber starken Geistes.“
Weshalb erscheint Schölermann der Dichter ein kranker Geist zu sein? Er kann sich dabei nur darauf beziehen, daß der Dichter homosexuell war, weswegen er im Zuchthaus zu Reading eingekerkert wurde, wo auch der Reitermörder einsaß und gehängt ward.
Wenn es je zu den erforderlichen Diskussionen kommen sollte, in Österreich, also zu breiten Diskussionen, die zur Zeit unter einen solchen Regierung je nicht zu erwarten sind, wäre auch dieser Aspekt zu berücksichtigen, um das Gesamtbild des Mannes in dieser Tradition …
Denn. Auch hierin wird Tradition gelebt. Und Homosexualität als Krankheit zu sehen, ist nicht die zweite Seite einer Medaille, sondern das alles ist auf ein und derselben Seite des Mannbildes dieser blutigen Tradition.
Es gibt in einer österreichischen Fernsehanstalt eine Witzesendung, um das oben gemeinte anschaulich zu machen, die von einem Kabarettisten moderiert wird. In die vorgestrige Sendung ist ein Mann eingeladen, von dem gesagt wird, er sei Kabarettist im Nebenerwerb, und der den hier nacherzählten Witz von sich gibt.
Ein Mann kommt zum Arzt und erzählt ihm, er liebe ein Pferd körperlich. Auf die Frage des Arztes, ob das Pferd eine Stute sei, ist die Antwort von dem Mann, selbstverständlich eine Stute, er sei doch nicht pervers.
Es wird sogleich losgeprustet, viel über den Witz gelacht, der Kabarettistenmoderater lacht, seine Mitwitzerzählerinnen lachen, das Publikum lacht, und die Seidl Bier krügerlweis …
Es läßt sich darauf keine endgültige Antwort finden. Ob in diesem Studio alle Tradition leben oder alle Zeitgenossen und Zeitgenossinnen von Schölermann sind. Denn. Vor einhundertundsechzehn Jahren, so die Vorstellung von einem Menschen, der damals nicht lebte, konnte das vielleicht als ein Witz durchgehen, gar als ein Witz mit Lach- und Prustpotential …
Diese Formulierung erscheint durchaus passend, mehr noch, zutreffend zu sein, für die Frage:
Welche Quellen ge- oder mißbraucht der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich?
In der Pressestunde des österreichischen Rundfunks von diesem Sonntag, dem 13.1.19, ging es um Wien, ging es um Mindestsicherung …
Der zurzeitige Bundeskanzler beschwört, es gehe ihm um Fakten. Ein Faktum aber, um nur ein Beispiel exemplarisch anzuführen, bringt er je nicht vor. Rund 70 Prozent …
Siebzig Prozent der Menschen, die Mindestsicherung beziehen, erhalten eine „Aufstockung eines vorhandenen Einkommens“. Das heißt, diese Menschen arbeiten, aber ihnen werden keine Gehälter gezahlt, von denen sie allein ihre Lebenshaltungskosten bestreiten können. Vielleicht stehen diese arbeitenden Menschen nicht in der Früh auf, weil sie erst viel später am Tag zu arbeiten beginnen, vielleicht legen sie sich in der Früh nieder, weil sie gerade von der Arbeit kommen.
Es ist dem zurzeitigen Bundeskanzler wohl nicht bekannt, wie sehr sich die Arbeitswelt gewandelt hat, daß sich in der Moderne, oder wenn Sie wollen, in der Postmoderne es auch arbeitszeitmäßig schon lange nicht mehr so zugeht wie, um eine Zahl zu nennen, vor noch sechs Jahrzehnten oder vor einhundert und mehr Jahren, als Menschen in der Dunkelheit aufbrachen, um in die Fabriken zu kommen. Oder, wenn es ihm doch bekannt ist, der zurzeitige Bundeskanzler möchte, daß diese arbeitenden Menschen noch eine minderbezahlte Arbeit in der Früh annehmen, damit sie sich dann mit zwei, drei oder vier minderbezahlten Arbeiten die Lebenshaltungskosten selbst …
Welche Quelle ge- oder mißbraucht der zurzeitige Bundeskanzler für seine Frühaussagen?
Die Verantwortlichen der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Regierungspartei in Österreich haben nun, wie es aussieht, einen Weg gefunden, um möglichen Alpträumen, die das vergebliche Löschen von antisemitischen Kommentaren ihnen verursachen könnten, zu entgehen: antisemitische Kommentare einfach nicht mehr zu löschen.
Nun geht ein Mann in Deutschland daran, eine Partei zu gründen: „Aufbruch deutscher Patrioten“. Auserkoren als Symbol für seine Partei: die blaue Kornblume. In welchem Land kann mehr darüber gewußt werden, was die blaue Kornblume bedeutet, als in Österreich? In keinem.
Und wo so ein blaukornblumiger Mann auftritt, fehlt gesinnungsgemäß nicht aus Österreich ein Mann, wie beispielsweise der Generalsekretär der identitären Regierungspartei beim Aschermittwoch in 18 …
„Auch André Poggenburg aus Sachsen-Anhalt ist da und Björn Höcke aus Thüringen. Noch nie habe Höcke in einer Halle vor mehr Menschen geredet, sagt sein Sprecher. Hier am Fuße des Erzgebirges trifft sich die ’neue starke mitteldeutsche Achse‘, wie Kalbitz es formuliert, Höcke spricht vom ‚bürgerbewegten Osten‘. Sie alle treten in Konkurrenz zur Bundesspitze, die ihren eigenen Aschermittwoch im bayerischen Osterhofen abhält. Jörg Meuthen spricht dort, der österreichische FPÖ-Politiker Harald Vilimsky ist sein Gast.“
Poggenburg, Höcke, Vilimsky – „neue starke mitteldeutsche Achse“ … Die patriotisch beseelten Reden müssen hier nicht zitiert werden, so viel Menschenfreundlichkeit und Menschenliebe läßt jedes Zitat implodieren.
NS AdP ist übrigens die Abkürzung, falls Ihnen einmal das Kürzel unterkommen sollte, damit Sie wissen, wofür dieses steht: Aufbruch deutsche Patrioten …
Für die Umtriebe auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Regierungspartei in Österreich repräsentativ aber ist je eine absolute Mehrheit für antisemitische Kommentare, kurz gesagt, für Antisemitismus.
„Judensektion inder AfD als Spltpilz ..war es mit einer solchen Pointe der AfD zu erwarten, dass damit mehr dahinter steckt, als nur eine Nuance, es ist Strategie, eine solche Beweung durch Spaltung zu lähmen, Aber besser früh als gar nicht, ist eine Neugründung die Wahrscheinlichkeit […] Bereits bei Gedeon waren solche Spaltkräfte aktiv unter dem Vorwand von Parteischädigung, aber die wahren Parteischädiger sind diese Spalter […]“
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