Und es klagt in einem Kommentar am 23. Juli ’20 die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei, daß die „Toleranten“ keine, ach, so gar keine rechte Toleranz …
Dabei hätte sich doch gerade diese polnische Stadt mehr als nur Toleranz zu verdienen, schenkte sie doch Deutschland, wie die Website sogleich zu berichten weiß, einst Adam Württemberg, der „Deutschland“, wie die Website anerkennt, „bereicherte“, bereicherte mit seiner Orientierung eines niemals verheirateten Mannes.
Er war also sein Leben lang – die alten weißen Männer, auch wenn sie in den Nullerjahren dieses Jahrtausends erst geboren worden sind, werden den Ausdruck noch kennen – ein Junggeselle. Wer erinnert sich nicht an diese grauen Gesellen der Jungen, die so wortreich erklären konnten, weshalb ihnen keine Frau je ins Haus gekommen sei und je noch werde kommen, während sie ihren Pudel streicheln oder verzückt zusehen, wenn sich ihr Pudel am Bein eines Zuhörers …
Puławy hat aus noch einem Grund Toleranz zu verdienen. Für die bruchlose Fortsetzung der Tradition in dieser Stadt, die Deutschland vielleicht als Dank für die Bereicherung durch einen Sohn von Puławy der Stadt schenkte, ein Ghetto für Menschen, die dann, das muß nicht wiederholt werden, Sie wissen, wohin die Menschen dann aus dem Ghetto …, diese Tradition, Menschen für unerwünscht zu erklären. Einst wurde es kürzer formuliert, als jetzt in Polen, nicht nur in Puławy, mit diesem Ungetüm: „LGBT-ideologiefreie Zone“ …
Vielleicht deshalb, um Mißverständnissen vorzubeugen, ja nicht falsch verstanden zu werden, hieße es einfach wie kurz: „schwulenrein“ … das wäre ihnen wohl peinlich, ertappt zu werden, hieße es dann: Puławy, bewohnt „rein“ von „Schwulen“ …
„In Österreich konzentriert sich die Debatte auf das Lueger-Denkmal am Stubenring. Eine eindrucksvolle Skulptur, die den ’schönen Karl‘ in Überlebensgröße zeigt […]“
Ja, so ein Nationalsozialist hat halt schon beizeiten wa …
Zwischen „Denkmal-Debacle“ und „Denkmaldilemma“ einhundertsieben Jahre, und kein Weiterkommen in diesem Land.
Karl Lueger wird nun, der, um ihm seinen Ring zu erhalten, zu einem ganz großen Bürgermeister hochgeschrieben wird … Karl Lueger wurde aber vor 100 Jahren realistischer beurteilt, wie in der „Wiener Bauindustrie-Zeitung“ in der Ausgabe Nr. 11 von 1913 zu lesen war, unter der Schlagzeile „Ein Denkmal-Debacle“, auch darüber, warum Denkmäler errichtet werden: „Lueger war kein Unsterblicher, nicht einmal ein wirklich Großer, nicht einmal Einer, der die Zeit merklich überragte. Nicht so sehr dem Manne, dessen Name das Denkmal einst tragen sollte, galt es, ein Monument zu bauen, sondern vor allem ein Zeugnis für die Macht und das Ansehen jener politischen Partei abzulegen, als deren Repräsentant der Verstorbene – mit Recht oder Unrecht bleibe dahingestellt – gegolten hatte.“
„Wikipedia – die freie Enzyklopädie“ weiß auch etwas zu Karl Hanusch zu berichten.
„1933 wurde er wegen ‚Kunstbolschewismus‘ zunächst beurlaubt, dann entlassen. 1938 erhielt er Malverbot und wurde verfemt.“
Es wird in dem Eintrag auf „Wikipedia“ auch erwähnt, das Bild „Mann mit blauem Paket“, in der Literaturliste auch ein Buch zur „großen deutschen Kunstausstellung, München 1937-1944“ angeführt. Berichtet aber wird nicht, daß Karl Hanusch 1938 mit diesem Bild auf der „Kunstausstellung“ vertreten war, daß der Käufer von dem „Mann mit blauem Paket“ Adolf Hitler war.
Von Interesse daran ist nicht, was vor 1945 war.
Von Interesse daran ist, wie es denn tatsächlich um „Wikipedia“ bestellt ist, ob es tatsächlich eine „Enzyklopädie“ genannt werden, die Wissen objektiv und neutral vermittelt, oder ob es, auch am Beispiele Karl Hanusch, eine Plattform der etwa der lieben Verwandtschaft ist, die ein gutes Bild von ihren Angehörigen der Welt zeigen möchte.
Und kann es ein besseres Bild von einem Verwandten geben, als das, er wäre „verfemt“ gewesen, mit „Malverbot“ belegt? Und kein Wort davon, daß er auf der „großen deutschen Kunstausstellung“ ausgestellt war, kein Wort davon, daß 1938 Adolf Hitler der Käufer seines Bildes war? Und wenn wer wissen möchte, was aus dem Bild „Mann mit blauem Paket“ geworden ist, wird von „Wikipedia“ zu einer Website von Verwandten weitergeleitet, auf der zu lesen ist:
„Das Bild wurde auf Vorschlag der Freitaler NSDAP 1938 zur Großen deutschen Kunstausstellung nach München geschickt. (Kat. Nr. 312). Hitler wollte es erwerben. Möglicherweise wurde es zerstört, als man merkte, daß Karl Hanusch verfolgt und verfemt war.“
Das kann schon sein, daß Adolf Hitler mit seiner Zerstörwut und seinem Vernichtungswillen das Bild nur kaufte, um es zu zerstören.
Es wurde nicht nachverfolgt, ob die Verwandten es von „Wikipedia“ übernommen haben oder die Verwandten „Wikipedia“ mit ihrem Wissen befüllten. Und das ist, muß zugegeben werden, auch nicht leicht nachvollziehbar, von wem welche Anteile der Wissensvermittlung stammen. Eines ist gewiß, Verwandte hatten, wie die Liste der „Autoren“ auf „Wikipedia“ ausweist, haben Teile an diesem Eintrag beigesteuert.
Um es noch einmal festzuhalten, es interessiert nicht, wie Karl Hanusch sich in dieser Zeit verhielt, was er war oder nicht war. Von Interesse sind tatsächlich nur die Darstellungen auf „Wikipedia“, einer „Enzyklopädie“, die heutzutage herangezogen wird als objektives und neutrales Nachschlagewerk, einer „Enzyklopädie“, die anerkannt und gehandelt wird als das ultimative Lexikon …
„Das Projekt der neuen österreichischen Regierung besteht also ideologisch gesehen darin, den Kulturmarxismus zu überwinden.“
Und übrigens, ohne Margarete Hanusch gäbe es dieses Kapitel nicht, sie war 1937 und 1938 auch auf der „großen deutschen Kunstausstellung ausgestellt, und bei einem Gang durch die Säle dann ein zufälliges Stehenbleiben vor dem „Mann mit blauem Paket“.
Zum Beispiel das Weinheber-Denkmal im Schillerpark am Schillerplatz.
Es reicht, unter dem Namen „Weinheber“ einen Satz noch in den Sockel zu meißeln. Mit der in der Sekunde ein jeder Mensch, der vor das Weinheber-Denkmal tritt, weiß, wer Josef Weinheber aus welcher Zeit und weshalb dem Josef Weinheber hier im Schillerpark am Schillerplatz ein Denkmal errichtet ward, in der Denkmalreihe von Nikolaus Lenau, Friedrich Schiller, Anastasius Grün und Franz Werfel …
„In Dankbarkeit und Hochachtung Das armenische Volk“
Es muß auch nicht lange nachgedacht werden, nicht lange über eine Formulierung gegrübelt werden, auch die Kosten für Zusatztafeln gespart werden.
Es kann einfach mit „in Dankbarkeit und Hochachtung“ begonnen und geendet werden mit „der Führer und seine nationalsozialistische Volksgemeinschaft“ … Damit ist alles über Josef Weinheber gesagt und auch über die, deren einzigen Dank und deren einzige Hochachtung er …
Bestimmungen in Zeiten von Corona verleiten dazu, zu fragen, wie kommt es wohl zu den Bestimmungen, die beispielsweise eine Bundesregierung in Österreich fällt.
Etwa das auf der Website des Bundeskanzleramtes zu findende Bundesrecht konsolidiert: „Gesamte Rechtsvorschrift für Landeverbot für Luftfahrzeuge aus SARS-CoV-2 Risikogebieten, Fassung vom 21.07.2020“ …
Ordentlich sind 18 Staaten aufgelistet, aus denen, kakanisch formuliert, keine „Luftfahrzeuge“ in Österreich landen dürfen.
Brasilien und die USA sind nicht darunter.
Dabei wären das zwei Staaten, die schon beim Schreiben der Landeverbotsliste aufgrund ihrer ansteigenden hohen Infektionszahlen ebenfalls unbedingt auf die Liste der Landeverbote …
Vielleicht hat eine Beamtin aus der Kurz-und-Kogler-Beamtenschaft nach Lektüre einer Expertise sowohl Brasilien als auch die USA und möglicherweise auch Israel auf die Liste des Landeverbots gesetzt gehabt, aber – sagen Sie jetzt nicht sofort, das sei zu absurd, blättern Sie vorher alle Bestimmungen durch und dann … –, die Liste wurde dem Bundeskanzler vorgelegt, und er strich schlicht wie kurz die USA und Brasilien durch. Auf den mehr als erstaunten Blick und auf den Hinweis der Beamtin auf die besorgniserregenden Infektionszahlen in Brasilien und in den USA hin erzählte der rührselig werdende Bundeskanzler der Beamtin, Bolsonaro und Trump hätten ihm doch ein Ständchen so recht schön gebrummt: „I mecht‘ so gern land’n“ …
Und als er ihr noch recht erinnerungsselig sagte: „Ja, da muß man sich doch einfach hinlegen. Ja, da kann man doch nicht kalt und herzlos sein!“ Da war auch die Beamtin voll der Rührung, ging zurück in ihre kakanische Schreibstube, löschte Brasilien und die USA aus der Liste des Landeverbots.
Als ein Beamter das sah und zu ihr etwa murmelte, das sei doch unverantwortlich, Brasilien und die USA nicht auf die Liste des Landeverbots, das mache die Liste doch zu einer willkürlichen Liste, zu einer absurden Liste, meinte die Beamtin aus der Leopoldstadt bloß, streifte ihre Ärmelschoner zurecht, es seien halt seine Hawarer.
Sie werden entrüstet sagen, selbstverständlich steht die Büste des leaders nicht mehr in der Vorhalle des Looshauses, in dem einst das Herrenausstattungsgeschäft Goldmann & Salatsch …
Vielleicht sind Sie so freundlich und betreten einmal die Vorhalle des Looshauses, um Nachschau zu halten. Es möchte keine Überraschung mehr erlebt werden, die eine auf dem Michaelerplatz reichte, gleich gegenüber, in der Kirche, der kniende Dollfuß …
So weit entfernt die Weinheber-Zusatztafel, es muß wohl ein Respektabstand für den Künstler, der einst den leader modellierte, sein, damit sein Werk in rechter Pracht ungestört von lästiger Vergangenheitsaufklärung wirken kann.
Zu der Zeit von Franz Olah wurde Geld noch nicht flott in Sporttaschen übergeben. Es war eine biedere Zeit, es wurden noch Sparbücher angelegt, die dann heimlich übergeben wurden. So legte Franz Olah zwei Sparbücher an, mit je fünfhundert Tausend Schilling, und er übergab diese heimlich Friedrich Peter mit dem Ersuchen, diese Million für die Demokratie in Österreich zu verwenden. Denn. Friedrich Peter ersuchte Franz Olah um finanzielle Unterstützung, weil es für eine Demokratie notwendig sei, daß es im Parlament eine Opposition zu den Regierungsparteien geben müsse, und die FPÖ, einfach wie kurz gesagt, am Sand … Zwischen dem Ersuchen von Friedrich Peter an Franz Olah und der Übergabe der Sparbücher durch Franz Olah an Friedrich Peter lag nur eine Woche. So schnell entschied Franz Olah, die FPÖ mit dem Geld von anderen zu unterstützen.
Es waren zwei anonyme Sparbücher mit je 500 Tausend Schilling. Ein Sparbuch auf „Edelweiß“, das zweite auf „Enzian“.
Weshalb wählte Franz Olah gerade „Enzian“ und „Edelweiß“ als Losungswörter aus?
Dachte Franz Olah vielleicht, „Enzian“ und Edelweiß“ verkörpere Österreich wie keine andere Losung?
„Edelweiß“ und „Enzian“ werde sein Ersuchen an Friedrich Peter, sich für die Demokratie in Österreich einzusetzen, besonders bekräftigen, und Friedrich Peter mit seiner Partei werden nicht anders können, „Edelweiß“ und „Enzian“ vor Augen, als sich für die Demokratie in Österreich stark zu machen?
Wird für „Der Herr Karl“ von Helmut Qualtinger und Carl Merz um eine kurze Inhaltsangabe ersucht, gefragt, ob dieser etwas mit der österreichischen Wirklichkeit zu tun habe, wer denn dieser „Herr Karl“ sei, wen der „Herr Karl“ verkörpere, wer seine Vorbilder seien, fallen Bezeichnungen, Zuschreibungen, beispielsweise „Durchschnittsbürger“, „Fleisch gewordener Wiener Opportunist“, „selbstgerechter Hausmeister-Typ voll bestialischer Gemütlichkeit“; schlicht wie kurz: der „Herr Karl“ ist für alle stets der sogenannte „kleine Mann von der Straße“, niemals aber der sogenannte „große Mann“ in seiner …
Dabei, wenn bedacht wird, wer dort vor allem verkehrte, wo Qualtinger und Merz ihre Männer als Vorbilder fanden, die sie zu einem „Herrn Karl“ bis zur Kenntlichkeit verdichteten. Es waren darunter „hochrangige Polizeibeamte“, „Schauspieler“, „Journalisten“, „Halbwelt“. Nicht auszuschließen, daß unter diesen Vorbildern auch Künstlerinnen waren, vielleicht sogar Josef Müllner, der Schöpfer des KL-Denkmals.
Der Inhalt von „Der Herr Karl“ kann auch ganz kurz anhand von ein paar Daten von Josef Müllner zwischen 1926 und 1949 etwa nüchtern erzählt werden, wo er überall dabei gewesen sein muß, um das zu erreichen, das „Der Herr Karl“ nicht erreichte, obgleich auch er versuchte, wie Qualtinger und Merz ihn eindrucksvoll erzählen lassen, ebenfalls überall dabei zu sein, überall mitzutun, wie es ihm die Zeitenläufte zu gebieten schienen.
Vielleicht ist es aber gar nicht der einzelne Mensch in Österreich, der eine Karl-Identität besitzt, sondern Österreich ist es, das die Karl-Identität einzig besitzt, ein selbstgerechter Hausmeister-Typ mit bestialischer Gemütlichkeit als Durchschnittsstaat, der sich gegenüber Menschen opportunistisch verhält, wie es ihm die Zeitenläufte geboten erscheinen, sich stets dem jeweiligen ihm gezeigten Gesinnungsbild anzudienen, es ihm ermöglicht, beispielsweise gegenüber Josef Müllner bis heute herauf sich zu verhalten, wie er meint, daß Josef Müllner es von ihm erwartet, daß er, der Staat, sich ihm gegenüber zu verhalten hat, um sein Wohlwollen sich zu verdienen, zu sichern.
„Erst wenn wir alle aufstehen, erst dann, wenn jeder im Wirtshaus aufsteht, wenn er hört, dass ein Witz gemacht wird oder dass verächtlich geredet wird, erst dann, wenn er aufsteht und dagegen auftritt, dann wird es uns gelingen, den Antisemitismus einzudämmen.“
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