Corona leuchtet den Weg in die Zukunft

Corona, was für eine Leuchterscheinung!

Nicht nur ein Lichtlein über einem verfallenen Stall im Nirgendwo.

Corona bestrahlt die gesamte Erde.

Corona erhellt die Welt.

Was für eine Gunst der Stunde. Die Gunst. Ade Weihnachten zu sagen.

Zum endgültigen Abschied Weihnachten ein Ade zu winken.

Ade Weihnachten. Für Immer.

à-Dieu Noël!

Noch nie stand der Stern dafür so günstig. 2020 werden Weihnachten nicht gefeiert werden können, wie sonst, seit einer Ewigkeit und drei Gottesdiensten. Warum, das ist bekannt. Die staatlichen Direktiven. Das wird ein Weihnachten, das nicht mehr Weihnachten sein wird, sondern ein zerstörtes, ein vernichtetes Weihnachten.

Und was einmal begraben ist, soll nicht wieder ausgegraben werden, auch wenn es welche gibt, die am Grabe schon die Auferstehungsverkündigung für Noël für Dezember 2021 …

2020 daher auf Weihnachten nicht nur einfach wie kurz ein wenig zu verzichten, sondern ganz zu verzichten, auch auf das staatlich angeordnete Magerweihnachten, und das vollkommen freiwillig, ohne staatlichen Zwang, ohne Übererfüllung aufgezwungener Pflicht. Die Folge davon, ein Jahr später, schon im Dezember 2021, wird vergessen sein, je Weihnachten gefeiert zu haben.

Vielleicht werden sich im Dezember 2021 manche Menschen noch erinnern, am Friedhof zu Allerheiligen, viele Jahre, gar Jahrzehnte Jahr für Jahr Weihnachten gefeiert zu haben. Und sie werden sich wundern, im Dezember 2021, sie werden, im Dezember 2021 schon, über sich selbst den Kopf schütteln, wie konnten sie nur, werden sie zu Allerseelen fragen, wie konnten sie nur so verrückt sein, Jahre oder Jahrzehnte Jahr für Jahr den Geburstag eines Menschen zu feiern, den sie nicht einnmal vom Sehen her kennen, der gar nicht zur Weihnachtszeit geboren worden war, der nicht zur Weihnachtszeit, um einen Philosophen zu bemühen, in die Welt geworfen wurde, sondern, wie vermutet wird, irgendwann im März davor oder erst im März nach Weihnachten geboren oder erst im August geworfen ward, von dem das Geburtsjahr nicht einmal bekannt ist, dessen Geburtsjahr auch nur ein vermutetes Geburtsjahr ist. Wie konnten sie nur, den Geburtstag von einem feiern, der in einem Stall geboren worden sein soll. Ein ruinöser Stall sein Geburtsort, der verfallene Stall wahr als Bild der gefallenen Wahrheit.

Weihnachten, dieses Fest der absoluten Propaganda. Nach einer der vielen Annahmen des Ursprungs von Weihnachten wurde ein anderes Fest, das zu dieser Zeit vor rund eintausendsiebenhundert Jahren zum Leid der Gläubigen noch gefeiert wurde, gestürmt, wie im Krieg ein anderes Land besetzt, um aus diesem Fest die Weihnachten zu machen, wurde für Weihnachten ein anderes Fest zerstört, ausgelöscht, vernichtet. Nicht mit Säbel, Dolch und kreuzverziertem Speer, sondern mit den Waffen der permanenten Propaganda bis zum heutigen Tag, mit in Honig getunkten Lebkuchenworten.

Der Stern steht günstig wie nie zuvor. In diesem Jahr 2020. Ein Fest, die Weihnachten, endlich aufzugeben, ganz ohne Propaganda, ganz ohne sogenannte feindliche Übernahme, ganz ohne ein neues Fest als Ersatz für Weihnachten erfinden zu müssen, ganz ohne Weihnachten ersetzen zu müssen, etwa durch ein Fest, für das, um es zu einem Erfolg führen zu können, wieder eine aberwitzige Geschichte ausgedacht werden müßte, wie einst, und diesmal fahrende Handesleute in der Wüste irgendwo auf dieser Welt vor Langeweile am Lagerfeuer vor den verschlossenen Hotels in diesem Winter ’20 sich ausdenken und gleich Vorbeikommenden auch weitererzählen müßten, die wiederum sie weitertragen müßten, als käme sie von weit her, aus den Tiefen der Zeiten der Bücher der Bücher

Das unerfüllte Begehren nach Pflichtverdatterung

Es wurde im Grunde alles, was Irmgard Griss in dieser Sendung sagte, bereits in dieser Sendung selber eindrücklich und unmißverständlich entkräftet, das aber auch nicht schwer war, weil das, was Irmgard Griss sagte, war nichts, oder wenn es etwas war, dann dies: die verbliebene Befriedigung nach dem Nichterringen des Amtes einer Bundespräsidentin, wieder einmal auftreten zu können, wieder einmal etwas, das ihr selber bedeutend vorkommen muß, von sich geben zu können, das nicht offen ausgesprochene Geständnis ihres unerfüllten Begehrens, zur Pflicht zu verdattern.

Unweigerlich fiel zu dieser Diskussion in der Sendung „Im Zentrum“ vom verwichenen Sonntag Ischgl ein, aus mannigfachen Gründen. Es könnte gerade anhand von Ischgl wohl auch beispielsweise über … aber nein. Das Gebot oder, um das Wort der unbefriedigten Leidenschaft von Irmgard Griss zu verwenden, die Pflicht der Stunde ist es, sich das Sprechen über dieses medizinische Problem selbst zu verbieten.

„Die Ex-NEOS-Abgeordnete und frühere OGH-Präsidentin Irmgard Griss findet die Betonung der Freiwilligkeit in Zusammenhang mit einer Impfung gegen das Coronavirus durch die Politik ‚kontraproduktiv‘.“

Ischgl fällt dazu ein wegen der großen Beteiligung, wegen des regen Interesses und der Unterstützung durch die Menschen in Ischgl. Und das ohne Pflichtverdatterung. Ohne, daß eine Fernsehstudiooberbefehlshaberin auftrat und ihren Tagesbefehl zur Nacht von Ischgl bekanntgab …

„Wie auch bei der Basisstudie wurden alle Bewohner von Ischgl über 18 Jahre eingeladen. Die Beteiligung war groß, berichtete die Virologin: ‚Beim ersten Mal wurden rund 1400 Personen getestet. Dieses Mal sind Kinder nicht eingeschlossen, wir haben 900 freiwillige Teilnehmer rekrutiert‘. Sie zeigte sich vom regen Interesse und der Unterstützung der Ischgler beeindruckt: ‚Es ist toll, wie sich der Ort beteiligt, so etwas habe ich noch nie erlebt‘.“

Darüber nachzudenken, wie es ohne Pflichtverdatterung gehen kann, sich zu erkundigen, wie das etwa in Ischgl geschafft wurde, daß sich so viele freiwillig beteiligen, das von einer Fernsehstudiooberbefehlshaberin zu verlangen, nun, das ist wohl zu viel verlangt, dafür läßt sie sich auch nicht in Fernsehstudios einladen, dafür folgt sie nicht freiwillig den Einladungen, sondern dafür, auf den Bluescreen für sich die Hofburg zu projezieren, für sich allein sich selber anhimmelnd beim Abfassen von Dekreten hinter der Tapetentür …

Von der Zumutbarkeit

Wenn Ingeborg Bachmann lyrisch von der Wahrheit schrieb, die dem Menschen zumutbar ist, so hat sie von ihrem Recht Gebrauch gemacht, als Lyrikerin lyrisch über die Wahrheit zu schreiben.

Wenn die derzeitige Justizministerin lyrisch über die Pogrome schreibt, in diesem November ’20, so ist zu fragen, von welchem Recht macht sie Gebrauch, derart über Geschichte zu schreiben.

„Das Recht zog sich aus den Straßen zurück.“

So eine Zeile kann nur ein Gedicht enthalten, aber niemals eine politische Stellungnahme. Und gerade eine Justizministerin sollte nicht lyrisch über rechtspolitische Geschichte schreiben, oder wenn lyrisch, was durchaus möglich ist, dann nicht mit einem Vers, der weder Geschichte noch Gegenwart noch Zukunft gerecht wird.

Das Recht wurde damals zuerst obdachlos gemacht, es wurde aus den Gebäuden mit den Aufschriften Parlament, Kanzleramt, Präsidentschaftskanzlei hinausgegtrieben und von vielen weiteren Heimstätten des Rechts im Staat vertrieben auf die Gasse, und dann wurde es, das Recht, von den Straßen vertrieben, wie ein Bettler, damit es, das Recht, nicht mehr angesehen werden muß, wie Bettler auch heute noch von den Straßen verbannt werden, um sie auf den Straßen nicht mehr sehen zu müssen.

Das Recht, das behindert.

Das Recht, das sie belästigt, das ihrer Gesinnung lästert.

Wenn allein daran gedacht wird, wie der Umgang mit dem Recht in Österreich in dieser Zeit von Corona ist, wie Recht als Spitzfindigkeit abgetan wird, wie schludrig zur Zeit Gesetzesbeschlüsse zustandekommen und so weiter und so fort, scheint die Zeit wieder angebrochen, das Recht obdachlos machen zu wollen, von der Straße zu prügeln, damit es, das Recht, sich wieder irgendwo zu verkriechen hat, wo es, das Recht, endgültig und vollkommen verachtet, nicht mehr gesehen zu werden braucht, es nicht mehr beachten und vor allem nicht weiter achten zu müssen.

Es erschließt sich nicht wirklich, weshalb der Vers von Ingeborg Bachmann über die Wahrheit, die dem Menschen zumutbar ist, derart beliebt und immer noch fanatisch zitiert wird, vielleicht auch deshalb, weil sich stets sofort die Frage stellt, ist beispielsweise die Wahrheit des Russischgebärdendolmetschers zumutbar, oder ist die Wahrheit des kreuzschwarzen Mannes mit seinen vielen Töchtern, die er stets nur für kurz als seine Töchter anerkennt, zumutbar, oder ist zumutbar die Wahrheit von …, zumutbar die Wahrheit von … oder von …

Es ist Zeit, wenn es um Politik geht, daß der Satz von der dem Menschen zumutbaren Wahrheit abgelöst wird, durch einen zwar unlyrischen, dafür aber konkreten und arbeitstauglichen Satz, nicht allein in Österreich

Das Recht ist der Regierung zumutbar.

Österreich, 1900

Die große Dame der adeligen Wörter inspiriert, den Boden aufzugraben, die Wurzeln der „österreichischen Tradition“ freizulegen. Wie „multikulturell“ und „multireligiös“ war Österreich seinerzeit, als zum Beispiel Karl Lueger in Wien Bürgermeister war.

Ein nun „Umstrittener“ ist in seinem kürzlich veröffentlichten Artikel der österreichischen Tradition des Multikulturellen und Multireligiösen nachgegangen, bis zum Jahr 2005.

Nothing reveals the resurrection of racism better than the repetition of an antisemitic slogan from the father of political antisemitism and inspiration of Adolf Hitler, Karl Lueger, who famously said, “Vienna shall not become Jerusalem.” Nearly one hundred years later in 2005 the Freedom Party of Austria (FPÖ) declared, “Vienna shall not become Istanbul.” The Austrian People’s Party (ÖVP) has since coopted the FPÖ’s platform and introduced anti-Muslim legislation, including the Hijab-ban in schools and the 2015 discriminatory “Islam Act” governing Muslim religious organizations.

Das ist auch eine recht fesche Tradition, dieses Nachgehen, wie es beispielsweise der für kurz gewesene Infrastrukturminister auslebt.

Der Umstrittene hätte sein Nachgehen nicht in ’05 stoppen müssen, er hätte bis zu diesem Jahr ’20 weitergehen können, um darauf hinweisen zu können, was Wien nicht werden dürfe, was Wien nicht sei. Nicht nur diese Sprüche, sondern Sprüche generell sind eine klebrige Masse, mit der sich, kurz gesagt, vor allem identitär Gesinnte vollkommen einschmieren, von der kleinen Zehe bis über das Ohr, wohl recht zu ihrem Schutze, daß alles nicht in sie eindringen kann, was ihr Nichts …

Der Umstrittene war, was den luegerischen Spruch betrifft, ungenau. Im multikulturellen Österreich konnte Karl Lueger mit „Groß-Wien darf nicht Groß-Jerusalem werden“ begeistern. Die große Dame des geadelten Wortes hat mit ihrem Lob dieser „österreichischen Tradition“ den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Tradition einer solchen Begeisterung darf nicht mutwillig aufgegeben werden, und sie wird, kurz gesagt, nicht aufgegeben.

Ob die ÖVP-Politikerin den Identitären nachgegangen ist oder die Identitärinnen der ÖVP-Politikerin vorangegangen sind, in diesem Fall, ihr voraus auf das Dach gestiegen sind, mag, wer es recht genau wissen will, das selbst herausfinden. In ihrer Forderung nach Schließung respektive Abriß eines Hauses in Favoriten, und das ist das Wesentliche, bilden die identitär Gesinnten und die ÖVP-Politikerin ein unzertrennliches Band der Gesinnungsschaft.

Die große Dame des edlen Wortes sieht das Wegschließen oder den Abriß der „eindrucksvollen Skulptur“ des Bürgermeisters, der multikulturell so zu begeistern verstand, als keine Lösungen …

Lösungen, Lösungen, Lösungen, zu viele wurden schon gefunden, und haben nichts gelöst. Auch zu Fragen, die gar nie hätten gestellt werden dürfen.

Vielleicht einmal damit beginnen, endlich damit zu beginnen, nicht nach auf Vergangenem aufgebauten nationalen Lösungen zu suchen, sondern einfach mit etwas Neuem zu beginnen, dabei wohl um das Vergangene wissend, einfach neu zu beginnen, zum Beispiel mit dem Ersetzen der „eindrucksvollen Skulptur“ durch ein Mahnmal der Gegenwart, das zumindest ein europäisches ist, wenn nicht gleich globales.

Lock into down

In der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards setzt Barbara Coudenhove-Kalergi so genau das Wort von der Herausforderung, der gemeinschaftlich Brüder und Schwestern der Organisierten Glauben nun ausgesetzt sind.

„Der Lockdown der Gotteshäuser ist eine kaum weniger große Herausforderung für viele in unserer Gesellschaft als der Lockdown der Schulen“ Seit vergangener Woche gibt es in Österreich keine öffentlichen Gottesdienste mehr. Kein sonntäglicher Kirchgang, kein Sabbat, kein Freitagsgebet. Das ist ein empfindlicher Schlag für alle Gläubigen, aber ganz besonders für die muslimischen. Seit dem Terroranschlag steht deren ganze Community unter Druck. Wenn Corona-bedingt nun auch die Moscheen zu sind, macht es deren Lage nicht leichter.“

Wer nicht um die Freiwilligkeit weiß, könnte meinen, der Staat habe diesen „Lockdown“ den Organisierten Glauben verordnet. Aber diesen „empfindlichen Schlag“ haben die Organisierten Glauben ihrer gläubigen Schaft der Brüder und Schwestern selbst versetzt.

Ganz aber so wie beim lock into down des Staates ist es nicht. Der „Schlag“ wird nicht so hart und unerbittlich geführt. Es ist ein „Schlag“ nicht nach dem alten Testament, sondern nach dem neuen Testament, Schläge der Liebe. Wie das Wochenmagazin „Neues Ruhr-Wort“ berichtet, ist den Organisierten Glauben noch vieles möglich, müssen sich doch die Organisierten Glauben nicht nach dem Staat richten, sondern richten selbst, wie zu entnehmen ist den Ruhr-Worten …

„Gewiss, nur der ‚politische Islam‘ steht im Visier der Behörden, nicht die hierzulande lebenden Muslime als solche. ‚Politischer Islam‘ heißt nach gängiger Auffassung so viel wie Radikalismus, Hass gegen die westliche Demokratie, Terrorismus. Im Gegensatz zum ‚guten‘, weil unpolitischen Islam. Wegen dem Lockdown finden auch im Wiener Stephansdom keine öffentlichen Gottesdienste mehr statt. Die meisten Experten sind da freilich skeptisch. Auch bezüglich der Fokussierung auf die Muslimbrüderschaft. Auf diese vor hundert Jahren als antikolonialistische Bewegung in Ägypten gegründet, berufen sich heute sowohl terroristische wie nichtterroristische Gruppierungen. Eine wirklich saubere Trennlinie zwischen Religion und Politik lässt sich jedenfalls schwer ziehen. Kein Wunder, dass alles, was sich in den Moscheen abspielt, in den Augen vieler Österreicher suspekt ist. Aber viele Migranten – nicht nur muslimische – brauchen ihre Gotteshäuser dringend. Dringender als Einheimische – öffentliche, gemeinschaftliche Religionsausübung ist eben nicht nur ein Zeichen persönlicher Frömmigkeit, sondern auch ein Stück Identität, ein Stück Heimat, ein Stück Geborgenheit und ein Stück erweiterte Familie bei Glaubensgenossen, Landsleuten, Freunden. Irgendwo will man sich im fremden Land zu Hause fühlen können, die eigene Sprache und die eigenen Bräuche pflegen, ohne scheele Blicke fürchten zu müssen. Respektvolle Anerkennung Hat das auch etwas mit Politik zu tun? Ein wenig schon. Wo Menschen zusammenkommen, die gemeinsame Anschauungen und gemeinsame Ziele haben, ist die Politik nicht weit.“

Wie voller Gnade ist Gott mit Vornamen Jesus Geist Allah Maria zu den Migrantinnen, erschuf sie nach ihrem Ebenbilde sie doch nur als Gläubige und nicht auch noch als Kulturverliebte. Sie wären doppelt geschlagen, einmal von ihrer synagogischen Moscheekirche selbst und dann auch noch vom Staat geschlagen zur Kulturlosigkeit, ihnen ausgetrieben die Kunst …

„‚Politischer Katholizismus‘ beispielsweise bedeutet in manchen Kreisen, etwa in Polen, Antiaufklärung, Antitoleranz, Verfolgung von Homosexuellen und Abtreibungswilligen. In anderen, etwa bei den lateinamerikanischen Befreiungstheologen und einst bei den französischen Arbeiterpriestern, bedeutet der Begriff ‚politischer Katholizismus‘ Solidarität mit den Schwachen, Antikapitalismus, Kampf gegen Unterdrückung. Wer seinen Glauben ernst nimmt, wird ihn unweigerlich auch auf sein politisches Handeln anwenden. Und das kann in die eine wie in die andere Richtung ausschlagen. Verständlich, dass manche – etwa in Frankreich – meinen, eine Gesellschaft ohne organisierte Religion wäre besser für das Zusammenleben der Menschen.“

Oh, allahmariagesegnetes Österreich, Land des Marsches für die Befreiung …

Und wie wahr die Worte, Barbara Coudenhove-Kalergi, wahrlich, wer ihren Katechismus „ernst nimmt, wird ihn unweigerlich auch auf sein politisches Handeln anwenden“, dem Staat verordnen, was Gottes ist.

„Die österreichische Tradition, mit ihren Wurzeln in der multikulturellen und multireligiösen Donaumonarchie, ist anders. Sie setzt auf respektvolle Anerkennung der diversen Religionsgemeinschaften, auch in ihrer gesellschaftlichen und politischen Ausprägung, solange diese gesetzeskonform ist.“

Als wären es Worte aus dem Evangelium selbst, schreibt Barbara Coudenhove-Kalergi die tiefe Wahrheit über die „österreichische Tradition“ – Wert verbreitet zu werden vom Medium Ruhr …

Und wie hoch „gesetzeskonform“ es in Österreich zugeht, legt Zeugnis allein schon die Gleichbehandlung …

„Der Lockdown der Gotteshäuser ist jedenfalls eine kaum weniger große Herausforderung für viele in unserer Gesellschaft als der Lockdown der Schulen. Hoffentlich meistern wir die eine wie die andere.“

Maria Jesus Allah Geist Gott möge in ihren unergründlichen fünffaltigen Werken für das Meistern sorgen, daß am Ende einzig die Gotteshäuser bleiben als Stätten der Bildung, der Kultur, des Theaters und des Wortes der Ruhr …

Verharmlosungen der Gegenwart

„Der von der Razzia gegen die Muslimbrüder betroffene Salzburger Politologe Farid Hafez wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe das Vorgehen der Polizei mit den NS-Novemberpogromen verglichen. Er hatte in einem Online-Artikel für eine Islamophobie-Initiative der Georgetown University kritisiert, dass die Aktion ausgerechnet am Jahrestag der sogenannten ‚Kristallnacht‘ stattgefunden hat.“

So steht es in der Tageszeitung österreichischen Qualitätszuschnitts. Die Schlagzeile darüber „NS-Verharmlosung – Umstrittener Salzburger Politologe will Razzien nicht mit Pogrom verglichen haben“. Am 23. November ’20.

Es gibt Aufregungen. Bestürzungen. Nun ist er ein „Umstrittener“. Wie kann er nur vergleichen, was nicht zu vergleichen ist. Wer seinen Artikel liest, liest nicht einen Vergleich, aber die Herstellung eines Zusammenhangs mit den „Gedenkfeiern“ in Österreich.

„Austrian commemoration of the Nazi atrocities appears empty and superficial not only given the lack of historical reckoning, but also considering the rise of anti-Muslim discourse and legislation in recent years.“

Zugleich könnte gesagt werden, er spielt damit, er legt die Interpretation eines Vergleichs nahe, wer kennt in Österreich nicht dieses Spiel, vor allem von der identitären Parlamentspartei, die wieder Regierungspartei war, für kurz … Auch wenn sie ihn jetzt schelten, sich von ihm distanzieren, so werden jetzt viele in Österreich froh und dankbar sein, daß er ihnen diese Deutungsmöglichkeit geliefert hat. Ganz in der Vergangenheit bleiben zu können. Jetzt wird in Österreich wieder einmal gewußt, von Ministern und Ministerinnnen aufwärts bis zum Medienvolke, was sich nicht gehört, derartige Vergleiche, die sofort herauszulesen sind, um die Gegenwart, die in diesem Artikel vorkommt, nicht sehen zu müssen, nicht die tatsächlichen Verharmlosungen in der Gegenwart nicht ansprechen zu müssen.

Gibt es eine größere Verharmlosung in der Gegenwart, als zu verharmlosen, was in China an Verbrechen geschieht? Im Mittagsjournal vom 23. November ’20 wird im von Bernt Koschuh und Petra Pichler gestalteten Beitrag das, worauf Farid Hafez in seinem Artikel massiv hinweist, was in China passiert, als „Umerziehungsversuche“ bezeichnet.

„Umerziehungsversuche“. Jede Diktatur gleich welcher Gesinnung und gleicher welcher Zeit sucht stets händeringend nach Schreibenden, die ihnen freiwillig und bei viel Gottesgnade mit tiefempfundenem Idealismus die schönen Wörter liefern für das hübsche Bemänteln ihrer Verbrechen.

Zu erfahren war auch durch diesen Beitrag als Empfehlung für höhere Aufgaben, „ein von der Staatsanwaltschaft anonym geführter Informant hat Hafez als führenden Muslimbruder in Österreich bezeichnet“. „Das weise er schärftens als Lüge zurück, sagt Hafez.“

Wie es wohl der Staatsanwaltschaft erginge, würde Farid Hafez sie klagen? So wie Michael Ley? Der wegen der Lüge, Hafez sei ein Muslimbruder, verurteilt wurde.

„Aufgrund der Vereinbarung beim Handelsgericht Wien vom 29.11. 2019 zwischen Farid Hafez und Michael Ley bin ich verpflichtet, folgende Erklärung zu veröffentlichen: ‚Die beklagte Partei verpflichtet sich, es ab sofort bei sonstiger Exekution zu unterlassen, die unwahre Behauptung des Inhalts, wonach der Kläger ein Muslimbruder sei und/oder sinngleiche Behautungen aufzustellen.‘ Michael Ley“

Die identitäre Parlamentspartei vermutet sofort

„Verbindungen in ‚höchste politische Kreise‘ ortet FPÖ-Chef Norbert Hofer bezüglich der „Operation Luxor“ gegen die Muslimbrüderschaft“.

und das kann verstanden werden, daß ein Bruder nichts anderes orten kann, als Verbindungen in „höchste politische Kreise“. Eigene Verbindungserfahrungen sind stärker als Beweise. Und der wegen der Lüge verurteilte Michael Ley hat Verbindungen in jetzt nicht mehr gar so hohe parteipolitische Kreise“. Und auch seine Verteidigerin, die ihn vor der Verurteilung nicht …

Als die oben erwähnte Tageszeitung über die Verurteilung von Michael Ley berichtete, in der jetzt Farid Hafez als „umstrittener Politologe“ vorgeführt wird, stellte sie Michael Ley wie folgt vor: „Michael Ley ist islamkritischer Politologe, Soziologe und Autor“ …

Generation Figl

Jetzt, da die Theater geschlossen haben müssen, soll daran erinnert werden, Österreich ein Land der Theater ist, und so wird trotz Regierungsverordnung weiter gespielt, halt woanders, zum Beispiel auf den Twitter-Brettern, wo auch dieser kleine Dialog eben erst aufgeführt wurde.

Martin Engelberg: Endlich ein deutliches Zeichen gegen Kickl im Nationalrat – wir drehen dem Hetzer demonstrativ den Rücken zu!

Nina Horaczek: Herbert Kickl hat sich nicht verändert. Er vertrat vor Mai 2019, in seiner Zeit als Innenminister einer ÖVP-FPÖ-Regierung, dieselben politischen Positionen wie heute. Wieso hat Ihre Partei ihm damals nicht den Rücken gezeigt sondern ihn zum Innenminister gemacht?

Martin Engelberg: Persönliche Beleidigungen und Nazi-Diktion hat es nicht gegeben, auch nicht von Kickl. Das hat sich in den letzten Monaten geändert und dem gilt es – über alle Parteigrenzen hinweg – den Rücken zuzukehren.“

Wie Martin Engelberg zu seiner Ehre erzählt, wird jetzt auch im Parlament Theater gespielt, er und seine Parteikameradinnen treten auf als abendländischer Chor der Stummen.

Was nun das Parlament zu leisten hat, alles zu übernehmen hat, durch den Lockdown der Regierung: Ersatz für das Theater, Ersatz für Dankgottesdienste …

Auch wenn dieser Dialog bereits die gesamte und also die kürzeste Operette der Welt ist, womit Österreich ein weiteres Mal nach dem gehaltenen Versprechen seines Spielleiters es an die Weltspitze schafft, soll die kürzeste Operette der Welt nicht ohne Titel bleiben. Und es kommt nur ein Titel in Frage: „Generation Figl“.

„Generation Figl“ deshalb, weil es sich um eine Bearbeitung handelt.

Diese Operette wurde schon einmal gegeben, gleich nach dem Mai 1945, im ganzen Lande gleichzeitig aufgeführt.

Der Inhalt der gesamten Operette ist schnell erzählt: Was war, war nicht, und die, die jetzt anderes sagen, waren nicht da, sie haben nicht gesehen, was die gesehen haben, die da waren, und denen, die da waren, ist zum Beispiel ein „österreichischer Streicher“ gänzlich unbekannt, sie kennen nur einen ehrenwerten Mann, dem es stets um das bloße Wohl der Menschen ging, dem, so Figl aus der ersten Generation Figl, „rassistischer Antisemitismus“ etwa fremd, aber ökonomischer …

Und es geht Jahrzehnte später den Männern und Frauen aus der für kurz gewesenen Regierungspartei auch nur um das bloße Ökonomische …

Es stimmt nicht, daß es sich jetzt bei der Operette um eine Bearbeitung handelt. Diese Operette wird seit dem Mai 1945 bis zu diesem Tage in Permanenz gespielt, sie wurde nur nie abgesetzt. Die einzige Änderung, die Zeit verlangt ihren Tribut, ihre Darsteller und ihre Darstellerinnen kommen und gehen, müssen abgelöst werden durch die nächste Generation Figl. Nun ist die an der Reihe, zu der Martin Engelberg gehört. Ab und an gibt es winzige Adaptierungen, wie jetzt zum Beispiel durch das Auftretenlassen eines abendländischen Chors der Stummen. Damit ist diese aber Operette das weltweit am längsten ununterbrochen gespielte Theaterwerk, lässt damit sogar „Die Mausefalle“ um Jahre hinter sich. Das Stück von Agatha Christie wurde erstmals 1952 aufgeführt und dann bis zum März 2020 ununterbrochen gegeben. Nun wird „Die Mausefalle“ seit Monaten nicht mehr gespielt, ist abgesetzt, die Operette „Generation Figl“ hingegen läuft weiter und weiter und weiter …

Österreich, Land der Weltspitzen …

„Menschen aus dem Verkehr zu ziehen“

Was der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich in der letzten Pressestunde im österreichischen Fernsehen am letzten Sonntag sagte, erfüllt Herbert Kickl mit Stolz, vielleicht sogar mit dieser inniglichen Liebe, wie diese Väter nicht selten ihren Söhnen aufdrängen.

Freilich kann Herbert Kickl seinen Stolz und seine Liebe nicht offen zeigen. Das fällt Männern dieser Gesinnung schwer. Ihren Stolz und ihre Liebe, so verletztlich sind sie, verbergen diese liebenden Männer allzu oft hinter brummendem Tadel. So wohl auch Herbert Kickl. Er tadelt Sebastian Kurz ob seiner „Wortwahl“, die „wirklich beschämend“ sei – „Menschen aus dem Verkehr zu ziehen“ …

Für sich aber im Stillen, wird es ihn mit Stolz freuen, nun ist er doch noch erwachsen geworden, hat die Gesinnungsprüfung bestanden, aufgenommen als gesinnungsgefestiger Mann in den Kreis gesinnungsgefestigter Männer.

Bis zu dieser letzten Pressestunde war er es für ihn wohl nicht, konnte er nur, wie Unerwachsene es eben nur können, nachreden, was ihm vorgeredet wurde, was ihm auch etwa ein Herbert Kickl vorschrieb, das er dann brav abschrieb.

Vielleicht hatte Herbert Kickl schon Sorge, wie ein treusorgender Vater, er werde den Sprung zum Manne seines Schlages … aber es wäre doch eine müßige Sorge gewesen. Denn er hat es spät, aber doch geschafft. „Menschen aus dem Verkehr zu ziehen.“ Das mußte ihm nicht mehr vorgeschrieben werden, das hat er sich ganz alleine ausgedacht. Und damit seine Initiation bestanden.

Die Spruchlehre, durch die er so viele Jahre gegangen ist, hat gefruchtet, seine Lehrherren, zu denen sich auch Herbert Kickl zählen darf, haben letztlich aus ihrem Lehrling doch noch einen Gesellen ihrer im österreichischen Alltag gelebten Gesinnungskultur gemacht.

Vielleicht ist bei allem Stolz und aller Liebe auch Neid dabei. Deshalb dies wohl auch ausgedrückt durch den Tadel, nicht nur um sich davor zu schützen, verletzt zu werden, sondern auch den Neid zu verbergen. Den Neid darauf, daß dem Lehrling dieser Spruch eingefallen ist und nicht dem vor Jahrzehnten schon zum Gesellen gewordenen Herbert Kickl. „Menschen aus dem Verkehr zu ziehen.“ Herbert Kickl weiß um die Klasse, um die Verwendbarkeit dieses Spruches, oh, wie hätte er selbst in der Vergangenheit diesen Spruch einsetzen können, gegen …

Stolz, Liebe, Neid und es wird ihn vielleicht „traurig“ machen, „unfassbar“ für ihn sein, in Zukunft diesen Spruch nicht selbst verwenden zu können, will er sich nicht anhören müssen, ein Lehrling von seinem Lehrling …

Dabei, was für ein dankbarer Spruch, was für ein mannigfach einsetzbarer Spruch. „Menschen aus dem Verkehr zu ziehen.“ Und auch so ein eleganter Spruch. Mit diesem Spruch kann auf eine rohe Sprache gänzlich verzichtet werden, die Menschen wissen sofort, was damit gemeint ist, wissen sofort, woran sie sind.

„Menschen aus dem Verkehr zu ziehen.“ Die Menschen wissen anhand von vielen Beispielen, wann und gegen wen diese Formulierung korrekt angewandt wird, sie wissen sofort, es handelt sich, wenn etwas aus dem Verkehr gezogen werden soll, um nichts Gutes. Es fallen ihnen sofort die fahruntüchtigen und lebengefährdenden Fahrzeuge ein, die aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr zu ziehen sind, es fallen ihnen die gefälschten Markenwaren ein, die aus dem Verkehr zu ziehen sind, es fallen ihnen die ökologisch höchst bedenklichen Produkte ein, die aus dem Verkehr zu ziehen sind. Auch veraltete Browser, die aus dem Verkehr zu ziehen sind. Und wenn in bezug auf Menschen davon gesprochen wird, sie seien aus „dem Verkehr zu ziehen“, dann fallen ihnen sofort die Wiederholungstäter ein, deren krimineller Verkehr zu verhindern ist, indem sie aus dem Verkehr zu ziehen sind, es fallen ihnen die Attentäterinnen ein, von denen oft gesagt wird, nach dem sie gemordet haben, ihre Taten hätten verhindert werden können, wären sie rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen worden

Wo Druck aufbauen, wenn nicht in der Opposition

Vizekanzlerisches Regierungsmitglied hat an diesem Samstag, 21. November ’20, in der Landesversammlung der Wiener Grünen mit seiner Aussage

„Wir können eben Opposition und Regierung nur auch aus der Opposition kann man Druck machen und auf diese Art und Weise etwas gestalten das ist auch nicht neu Stärke durch Zusammenarbeit das sollte das Motto sein“

ein kraftvolles und wohl auch schon als Bilanz der Regierungsbeteiligung zu lesendes Motto für zu haltende Wahlplakatsprüche für die nächstkommende Nationalratswahl in Österreich geschaffen.

Alltagskultur in Österreich

Während in der Slowakei nach Morden innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Innenminister zurücktreten, wird in Österreich im österreichischen Parlament für den Innenminister ein Dankgottesdienst abgehalten.

Nicht nur in der Slowakei treten in Wahrnehmung der politischen Verantwortung Innenminister zurück, sondern in vielen Staaten, daß von Innenministermassenrücktritten gesprochen werden kann. In Österreich hingegen nimmt der zurzeitige Bundeskanzler die Slowakei als Vorbild für „Massentests“.

Während in der Slowakei darunter medizinische Tests verstanden wird, versteht in Österreich die sogenannte Kurz-Regierung darunter politische Tests, das Austesten der sogenannten Masse in Österreich, wie weit diese also mitzugehen bereit ist, parteipolitische Egoismen als politische Verantwortung sich andrehen zu lassen.

Nachdem in Buchhandlungen verordnet keine neuen Bücher abgeholt werden dürfen, bleiben als Lektüre nur diese Erzählungen über, Erzählungen, die nicht der sogenannten fiction literature zuzuzählen sind, aber es sind doch wunderliche Erzählungen, etwa darüber, wie ein Dankgottesdienst im österreichischen Parlament …

Im Zuge der Budgetdebatte im Parlament zum Thema Innere Sicherheit am Mittwoch entspann sich eine Diskussion, die mit dem Ursprungsthema nur mehr wenig zu tun hatte. Nachdem Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) über Neuerungen im Sicherheitsbereich referiert hatte – 215 Millionen Euro mehr sollen unter anderem für eine Personaloffensive bei der Polizei sowie für den Ankauf von Munition und Schutzwesten zur Verfügung stehen –, kam er auch auf den vor zwei Wochen in Wien verübten islamistischen Terroranschlag und die Reform des Verfassungsschutzes zu sprechen. Man scheue sich nicht, der „Frage nachzugehen, wo Fehler passiert sind und wo Möglichkeiten der Verbesserung gegeben sind“, sagte Nehammer mit Verweis auf die Untersuchungskommission, die Versäumnisse der Behörden im Vorfeld des Anschlags klären soll. Das veranlasste den ÖVP-Abgeordneten Wolfgang Gerstl dazu, sich bei Nehammer ausführlich zu bedanken: „Danke, Herr Bundesminister, für Ihr Engagement“, sagte er etwa, und: „Danke, Herr Bundesminister, dass Sie für die Sicherheit in Österreich sorgen“, sowie: „Dafür sagen wir noch einmal ein ganz, ganz großes Danke, meine Damen und Herren.“

Nehammer hat sich „Danke verdient“

Die SPÖ-Abgeordnete Nurten Yılmaz entgegnete ihrem Kollegen in ihrer Rede daraufhin: „Dass es heute noch peinlichere Reden geben wird, hätte ich mir nicht gedacht. Kollege Gerstl, warum haben Sie sich nicht gleich hingekniet? Dann hätten wir wenigstens am nächsten Tag schöne Bilder gehabt.“

Das wiederum bewegte den ÖVP-Abgeordneten Reinhold Lopatka dazu, Yilmaz angebliche Höflichkeitsformen zu erklären: „Kollegin Nurten Yılmaz, in unserer Kultur ist es nichts Unanständiges, wenn man Danke sagt. Der Innenminister hat sich ein Danke verdient – das sage ich Ihnen. Es würde Ihnen auch nicht schlecht anstehen, diese Arbeit objektiv einzuschätzen und nicht immer nur die Versäumnisse zu sehen.“

Der Höhepunkt in dieser Art von Erzählungen sind aber stets die nachgereichten Erklärungen, stets die immer nur nach dem Einfordern gelieferten Entschuldigungen, wie eben erst jene des vom Bundeskanzler mit einer Telefonhülle Beschenkten. So ist auch die nachgereichte Klarstellung dieses Mannes der Höhepunkt dieser recht frischen, aber auf eine recht lange Tradition aufbauende Erzählung …

Lopatka selbst stellte klar, dass „Danke zu sagen“ Teil „unserer gemeinsamen Alltagskultur in Österreich“ sei, und davon habe er Kollegin Yılmaz „ganz sicher nicht ausschließen wollen“. Ihm rassistische Entgleisungen vorzuhalten entbehre jeder Grundlage und sei „absolut unfair“.

Dieser Mann spricht mit seiner nachgereichten Klarstellung vollkommen die Wahrheit.

Tatsächlich ist dieser Mann „Teil unserer gemeinsamen Alltagskultur“, die in Österreich vor allem von der Partei zelebriert wird, in der für ihn der „bessere Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten“ nach wie vor das formale Sagen hat.

Den wählenden Menschen in Österreich freilich war er nicht der „bessere Kandidat“, aber für die christschwarze Partei, die „Teil unserer gemeinsamen Alltagskultur“ ist, war er der rechtbeste Minister für kurz