Wie kann so eine je noch …

Die Frage, wie konnte so einer je Vize-Kanzler, oder kurz gesagt, V-Kanzler werden, ist leicht zu beantworten. Es müssen nur die daran Teilhabenden mit allem Nachdruck endlich einmal befragt werden. Und es haben viele dazu beigetragen, innerhalb und außerhalb der österreichischen Amtsgebäude, es haben daran viele nicht nur teilgehabt, viele nicht nur mitgewirkt, sondern viele auch dafür freiwillig und wohl auch unfreiwillig nach dem Motto gehandelt: Koste es, was es wolle – die Wahrheit …

Kurz gesagt, es hat das Team Österreich wieder zugeschlagen, das Team Österreich, das immer beschworen wird, wenn es heißt: Unsere Kosten für Euch

Die Frage, wie konnte so einer je V-Kanzler werden, wird besonders jetzt wieder, vor einer Wahl, gestellt, kaum gestellt wurde diese Frage mit Nachdruck den Verantwortlichen dafür vor der Ausstrahlung von der Folge Auf Ibiza, Ischgl des Mittelmeeres der Serie Die liebe Familie

Schwerer ist die Frage zu beantworten.

Wie kann so eine je gewählt werden?

Schwerer zu beantworten ist die Frage, wie kann so eine je gewählt werden, in Wirklichkeit auch nicht, im Grunde, seit einer Ewigkeit beantwortet, bekannt, bündig wie kurz vor fünfhundert Jahren bereits schriftlich festgehalten, beispielsweise von diesem Mann, von dem einiges schon erzählt ward.

Stoßen Sie sich aber nicht an dem Wort „Fürst“. Weil es, meinen Sie, heutzutage keine „Fürsten“ mehr gibt. Nun, die „Fürsten“ vor beispielsweise fünfhundert Jahren waren auch keine „Fürsten“, von ihrem abgründigen Verhalten her. Fünfhundert Jahre später meinen recht viele, sie seien „Fürsten“, außerhalb und innerhalb von Amtsgebäuden, und sind doch nur abgründig, von ihrem Verhalten her teilen sie Tisch und Bett im Gemeindebau …

„Die Sünden der Völker kommen von den Fürsten

Beschwere sich kein Fürst über die Sünden der von ihm regierten Völker, denn diese Sünden entstehen nur aus seiner Nachlässigkeit, oder weil er den gleichen Lastern ergeben ist. Betrachtet man die Völker, denen man in unsrer Zeit Raubsucht und ähnliche Sünden vorwirft, so wird man finden, daß sie nur von ihren Regenten stammen, die ebenso waren. Vor der Ausrottung der kleinen Herrscher der Romagna durch Papst Alexander VI. war dies Land ein Schauplatz des lasterhaftesten Lebenswandels, beim geringsten Anlaß kam es zu den ärgsten Raum- und Mordtaten. Dies kam von der Verderbtheit der Fürsten, nicht der verderbten Natur der Menschen, wie jene vorgaben.

Denn da diese Fürsten arm waren, doch wie Reiche leben wollten, waren sie gezwungen, sich aufs Rauben zu leben und dies auf verschiedene Arten zu betreiben. Unter anderen schändlichen Mitteln gaben sie Gesetze, die irgendeine Handlung verboten.

Dann gaben sie die erste Veranlassung zu ihrer Übertretung, bestraften aber die Übertreter erst, wenn eine größere Anzahl in die Falle gegangen war. Und zwar straften sie sie nicht aus Eifer für das gegebene Gesetz, sondern aus Gier nach Einziehung der Strafe. Daraus entstanden viele Übel, vor allem, daß das Volk verarmte, ohne sich zu bessern, und daß die Verarmten sich an Schwächeren schadlos zu halten suchten. Hieraus entsprang all das erwähnte Unheil, dessen Ursache der Fürst war.

Wie wahr dies ist, zeigt Livius an folgendem Beispiel. Als die römischen Gesandten dem Apollo das Geschenk aus der Beute von Veji brachten, wurden sie von Seeräubern aus Lipari bei Sizilien gefangengenommen und in diese Stadt gebracht. Als ihr Fürst Timasitheus hörte, was für ein Geschenk, für wen es bestimmt war und wer es machte, benahm er sich, obwohl in Lipari geboren, wie ein Römer.

Er machte dem Volke klar, wie gottlos es sei, sich ein solches Geschenk anzueignen, und ließ die Gesandten unter allgemeiner Zustimmung mit all ihren Sachen ziehen. Livius gebraucht hier die Worte: Timasitheus multitudinem religione implevit, quae semper regenti est similis. (Timasitheus flößte dem Volk, das stets seinem Herrscher gleicht, Religion ein). Und Lorenzo von Medici sagt zur Bestätigung dieses Satzes:

Und was der Herr tut, werden viele tun,
Weil auf dem Herrn die Augen aller ruhn.“

„Unsere Reise in ganz finstere Ecken der Republik“

Durch den Retweet der Klubobfrau der Regierungspartei, am 3. Juni 2020 wieder einmal auf den Namen Hartmut Löger …

Hartmut Löger, um es kurz in Erinnerung zu rufen, war für kurz sogar Bundeskanzler in Österreich. „Der Spiegel“ schrieb damals, am 28. Mai ’19, über den kurzen Aufstieg von Hartmut Löger:

„Kürzer als Kurz – Sebastian Kurz wurde geschasst, nun ist Ex-Finanzminister Hartwig Löger österreichischer Kanzler. Wer ist der Mann? Und warum wird er nach wenigen Tagen schon wieder abgelöst? Im kleinen Kreis soll sich Löger selbst überrascht ob seines plötzlichen Aufstiegs geäußert haben. Zu verdanken hat er ihn Kurz, immerhin ist er dessen Wunschkandidat.“

Später im Jahr, im Herbst ’19, war er, Löger, wieder im Gespräch, er solle wieder Finanzminister werden, also wieder für Kurz den Finanzminister machen.

Den Finanzminister für Kurz macht zur Zeit einer, der auch ein Experte vom Kaliber Lögers …

Allenthalben wird gefragt, wie konnte einer wie THC – so wird wohl die Abkürzung auf dem nächsten Stimmzettel lauten für die Partei, mit der er für sich im Oktober ’20 in Wien kandidiert, eine Abkürzung wie für eine Krankheit – je Vizekanzler in Österreich werden.

Eine Frage, die dem nach wie vor amtierenden Bundespräsidenten noch nicht mit allem Nachdruck gestellt worden ist.

Aber diese Frage ist zu kurz gegriffen.

Wie konnte es je passieren, daß dieses Personal, zu dem nicht nur der wieder in Erinnerung gerufene Löger gehört, weiter in Österreich an entscheidenden Stellen werken, weiter aufsteigen …

„Morgen startet unsere Reise in ganz finstere Ecken der Republik.“ So literarisch wird von der Regierungspartei der Beginn des Untersuchungsausschusses zu Ischgl des Mittelmeeres im österreichischen Parlament angekündigt und von der Klubobfrau weiter …

Wo ihre Reise wohl enden wird? Auf wen sie wohl am Ende in der finstersten Ecke treffen werden – auf das Herz der Finsternis …

Black doesn’t matter

#FakeNews & #Desinformation gefährden zunehmend unsere #Demokratie in #Europa. Gerade beim Thema #Corona kann Desinformation eine ernsthafte Gefahr für die eigene, aber auch für die öffentliche Gesundheit darstellen.“

Wer sonst als eine aus dem inneren Kreis der türkis getupften schwarzen Partei könnte, kurz gesagt, so hellsichtig die Gefährdungen benennen?

Und wenn in den nächsten Wahlen die Menschen diese ihre klare Benennung zur Grundlage ihrer Wahlentscheidung nehmen und die entsprechende Konsequenz daraus ziehen, ist eine Gefährdung nicht aus der Welt, nicht aus Europa, aber immerhin aus Österreich geschafft.

Ob diese Benennung des inneren Kreises tatsächlich einmal doch eine Eigenleistung von Karoline Edtstadler ist, kann nicht gesagt werden, vielleicht hat sie, auch wenn – zugegeben, auch nicht danach gesucht wurde – kein entsprechendes Original gefunden wurde, es auch nur beinahe wortident abgeschrieben, wie beispielsweise diese Einsicht:

„Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Wien hat sich lt. dem aktuellen #Bericht d. #IKG seit 2014 mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung muss uns allen eine Warnung sein. Es gilt jetzt als Gesellschaft geschlossen & noch entschiedener gegen jede Form v. #Antisemitismus anzukämpfen!“

Das hat bereits ein anderer aus dem inneren Kreis vorge…

Es ist aber auch belanglos, ob es ihre eigenständige Analyse der Gefährdungen aus dem inneren Kreis ist oder nicht, wesentlich daran ist, daß diese Analyse als Grundlage für die Stimmabgabe in jedweder kommender Wahl herangezogen wird, um diese Gefährdung, wenigstens diese endgültig zumindest aus der kleinen Schollenwelt zu schaffen.

NS In Österreich ist ein seltsames Phänomen zu beobachten. Das fällt noch zu diesem Nachgezwitscher der Karoline Edtstadler ein, allerdings kann es auch sein, daß nicht sie ihm, sondern er ihr dieses Gezwitscher nachge… über die Gesellschaft, die noch entschiedener … Immerhin war sie erst kürzlich in einem Museum in Washington …

Das seltsame Phänomen in Österreich also, das beobachtet werden kann, ist, daß Papageien, von denen sonst nur bekannt ist, daß sie Menschen nachplappern, Papageien nachplappern …

NNS Menschen traten am 4. Juni 2020 entschieden auf, in Wien, gegen Rassismus. Zehntausende.

Auch am 5. Juni 2020 traten in Wien gegen Rassismus entschieden auf. Tausende.

Aus dem inneren Kreis wurde nichts, wie vielfach bereits unangenehm aufgefallen und bemerkt, gegen Rassismus vernommen, keine Verurteilung des nächsten Mordes wieder durch einen Polizisten – nur schwarzes Schweigen. Der innere Kreis müßte dabei gegen Rassismus nichts Eigenständiges formulieren, er könnte auch hier, das, was er am besten kann, nachreden, was etwa Angela Merkel sagte, die Bundeskanzlerin in Deutschland sagte, gegen den Rassismus, ihre Verurteilung des Mordes nachsprechen … Das Hörvermögen des inneren Kreises scheint nur so weit ausgebildet zu sein, die Poltertöne von einem einzigen Mann wahrzunehmen …

Liberation opera in China

Nun hat ein Original geglaubt herausgefunden zu haben, daß es sich bei dem Bühnenbild zur Befreiungsoper „Fidelio“ um ein Plagiat …

Ein Bühnenbild aber kann niemals ein Plagiat sein.

Ein Bühnenbild kann niemals ein Plagiat sein, weil ein Bühnenbild je nur für eine sehr beschränkte Zeit geschaffen wird. Wenn etwa die Oper in der einen bestimmten Inszenierung in dem einem bestimmten Bühnenbild nicht mehr gegeben wird, wird das Bühnenbild einfach wie kurz entsorgt. Oder verwertet zur Gänze. Oder nur Teile davon wieder verwendet, für das nächste Bühnenbild.

Ein Bühnenbild kann niemals ein Plagiat sein, weil nicht gewußt werden kann, welche Absicht damit verfolgt wird, welche künstlerischen, interpretatorischen Überlegungen angestellt werden, ein Bühnenbild genauso zu gestalten, und nicht anders.

Ein Bühnenbild kann niemals ein Plagiat sein, weil nicht gewußt werden kann, wie es vom Publikum interpretiert werden wird, unabhängig davon, welche Wirkung mit einem bestimmten Bühnenbild in einem bestimmten Stück je erzielt werden will, ob ihm ein Nachbau auf der Bühne nicht mehr Original als ein Original ist, ihm das Original in der Wirklichkeit als Kopie des Nachbaus auf der Bühne erscheint, mehr Wirklichkeit als die Wirklichkeit ist. Wie etwa, um ein Beispiel aus Österreich zu geben, das Bühnenbild, das für „Heldenplatz“ geschaffen wurde. Was für ein Plagiat der tatsächliche Volksgarten mit dem angrenzenden Burgtheater vor dem Burgtheater gegen den Volksgarten mit dem Blick auf das Burgtheater auf der Bühne im Burgtheater …

Im Fall der Bühnenbildtreppe, die für ein Original ein Beleg für ein Plagiat, gleich woran bei der Errichtung dieses Bühnenbildes gedacht wurde, könnte das Publikum einen Hinweis sehen, daß dieser „Fidelio“ in China spielt.

Die Befreiungsoper „Fidelio“ in China …

Die Treppe von Vincent Callebaut in seinem Einkaufszentrum in Ruichang, Provinz Jiangxi, könnte ebenso, wenn es denn eine Vorlage gab, Modell gestanden haben für die Treppe im Bühnenbild …

Es will hier dem gar nicht nachgegangen werden, wer früher mit dem Entwurf einer solchen Treppe, ob Callebaut oder Khoa Vu … Denn dies ist im Zusammenhang mit dem Bühnenbild vollkommen belanglos.

Und wenn diese Befreiungsoper in China in diesem Bühnenbild aufgeführt werden würde, wie viele im Publikum würden meinen, vor sich die Treppe in dem Einkaufszentrum sehen, und augenblicklich wissen, auf der Bühne ist ihr Land, ihr Leben, das nach Befreiung …

Es wird nicht gewußt, ob Aufführungen der Befreiungsoper in diesem Bühnenbild in China geplant sind, aber wenn, dann wäre es äußerst klug, nicht die Treppe von Callebaut wirklichkeitsgetreu auf die Bühne zu bringen, um einer Aufführungsablehnung durch die Machthabenden in China zu entgehen.

Es wird doch gewußt, wie leicht jedweder Zensor zu überlisten ist, nur die Zensorinnen selbst wissen das nicht …

Ein Bühnenbild kann also, um es abschließend einmal noch zu bekräftigen, niemals ein Plagiat sein.

Es gibt lohnendere Aufgaben, vielleicht, als Plagiate dort sehen zu wollen, wo es je keine Plagiate gibt, nur die Inszenierung von Welt.

Etwa die, eine endgültige Antwort darauf zu finden:

Wir sind alle als Originale geboren – wie kommt es, dass so viele von uns als Plagiate sterben?

Kurz etwas zu den „Protokollen der Weisen von Zion“, Freyenwald und dem „Stürmer“ vom Streicher aus österreichischer Sicht

Nun, es steht eine Wahl bevor …

Und es wird etwas ausgegraben, das mehr oder weniger beinahe drei Jahrzehnte irgendwo …

Schön zu sehen, daß der für kurz gewesene Vizekanzler auch schon in jungen Jahren, wenn das alles am Ende als wahr sich herausstellt, ein rechter Freund großer Lyrik war, und es durch die Jahrzehnte geblieben ist, ein rechter Freund der Verse etwa von einem Theodor Körner – „noch sitzt ihr“ … nicht nur ein rechter Freund von Gedichten, auch von kurzer Prosa …

Herr Strache ist nicht nur ein rechter Freund der Literatur, sondern auch der Kunst …

Wie überhaupt die Männer und Frauen der Freiheitlichen Partei, wie immer noch sie sich je zusätzlich nennen mag, rechte Freunde und rechte Kameradinnen der recht besonderen Literatur und der recht besonderen Kunst

Auch der Philosophie sind sie nicht abgeneigt, recht zugetan dem Idealismus … Und das haben vor allem die schwarzen Parteiobmänner, die vielleicht ab und an gar schon ein türkises Stecktuch trugen, in Österreich immer recht zu schätzen gewußt, unterstützenswert einfach Männer und Frauen, die gar recht idealistisch

Auch Karikaturen sind sie recht zugetan, die ihnen Konzentrat der von ihnen recht bevorzugten Bücher …

Österreich, wo der Antisemitismus blau macht …

Treu ist Herr Strache seinem Geschmack für recht außerordentlich schöne Zeichen durch die Jahrzehnte geblieben, die mittlerweile auf der ganzen Welt Bekanntheit erlangten, durch eine recht außerordentliche Tat eines einzelnen Mannes …

Herr Strache, so wie er jetzt wieder hofiert wird, von einem nicht unbeachtlichen Teil der Medien in Österreich, wird als kunstsinniger Politiker doch abgehen, wie es scheint, wer kann sonst noch als der für kurz gewesene Vizekanzler einen Goethe so für sich zurechtlegend zitieren …

Selbstverständlich gibt es auch noch den für kurz gewesenen Innenminister, aber dieser mit seinem Hölderlin ist doch gar zu bildungsbürgerlich … Wenngleich eingestanden werden muß, daß die Frauen und Männer auch Hölderlin dem, wie es von ihnen recht ausgiebig genannt wird, Volke nahe zu bringen gesinnungsreich gewillt sind, zaghaft noch mit wenigen Versen am Denkmale

So sehr sind sie in die Gemeinschaft des Volkes vernarrt, daß ihnen ein nicht nur für sich reicher Mann äußerst suspekt, ihnen keiner aus deren Mitte sein soll.

Nun ist also ein Buch ausgegraben worden, mit Versen und Widmung …

„Bei dem 273-seitigen Buch handelt es sich um die ‚Jüdischen Bekenntnisse aus allen Zeiten und Ländern‘ des antisemitischen Autors Hans Jonak von Freyenwald. Es ist im Original 1941 im nationalsozialistischen Stürmer-Verlag erschienen. Bei dem Buch mit der Widmung handelt es sich um einen Nachdruck aus dem Jahr 1992.“

Zum „Stürmer-Verlag“ fällt unweigerlich der Name Streicher ein. Und weil Freyenwald ein Österreicher war, fällt sofort der „österreichische Streicher“ ein …

So gesinnungsgemäß sorgfältig und achtsam Freyenwald für sein Buch seinen Verlag aussuchte, so vertraute auch Herr Strache sein Buch einem recht besondern Verlag an, in der Zeit, als er für kurz Vizekanzler …

Es ist ein achtbarer Verlag, dessen Leiter etwa von einem Präsidenten in Österreich gerne eingeladen wird … Ein Verlag, dem etwa Antisemitisches recht fremd ist, dem nur tirolerische Sprüche der Erinnerung wert

Wenn Bücher nach Jahrzehnten … Vielleicht werden eines Tages gar auch Postkarten, die vor Jahrzehnten aufgegeben worden sind, noch zugestellt werden …

NS Es wurde nicht vergessen, aber es ist so lange her, daß nicht gewußt wird, ob das auch noch erzählt werden soll, die recht besondere Rolle, die Freyenwald einnahm, als es um den Prozeß „Die Protokolle der Weisen von Zion“ …

Der „weiße Nationalismus“ und Chr. Ortner, Nachkräher von Gudenus, Hofer, Kickl, Strache …

Wie lange wird es dauern, bis Chr. Ortner in der Tageszeitung der Republik Österreich einen Kommentar über den „Faschismus“ zu schreiben verpflichtet wird, um auch dort das Zitat über den „Faschismus“ nachzukrähen? Wie gestern vorgekräht auf Twitter. Am 1. Juni ’20:

#antifa : Wenn der Faschismus […] (Ignazio Silone zugeschrieben, Provinienz unklar, und trotzdem richtig).“

Die Herkunft dieses Zitates ist nicht unklar. Einfach wie kurz gesagt: geschrieben von François Bondy in „Pfade der Neugier“.

Er, Chr. Ortner, kräht halt nach, was in diesen Kreisen recht, aber nicht richtig ist.

Kräht halt nach, etwa einem für kurz gewesenen Innenminister, etwa einem für kurz gewesenen Infrastrukturminister, etwa einem für kurz gewesenen Vizekanzler …

Wenn also demnächst – und das ist nicht auszuschließen bei dieser langen gemeinsamen Geschichten von ihnen – in der Tageszeitung der Republik Österreich ein Kommentar vom Nachkräher auch über dieses Zitat gekräht werden sollte, dann wird nicht mehr lange nach der Herkunft des Zitats gesucht werden müssen, die ohnehin alle Welt bis auf die oben genannten Kräher und deren Nachkräher kennt, und es bleibt Zeit, um ein Buch zu lesen, in dem das dazu passende Zitat zu finden ist, deren „Provinienz“ nicht verschleiert werden muß:

„Der weiße Nationalismus hat eine lange Geschichte in Europa, wo man ihn als Faschismus kennt. Dieser wurde 1945 militärisch besiegt und wird seitdem sorgsam niedergehalten. Allerdings haben sich manche Einschränkungen infolge der jüngsten Ereignisse gelockert.“

Das ist zu finden im Kapitel „Von Identität zu Identitäten in „Identität – Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet“ von Francis Fukuyama, deutschsprachige Ausgabe: 1. Auflage 2020, Atlantik, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg.

Homesoils

„Hunde, wollt ihr ewig leben?“ Zu welcher Schlagzeile könnte er sonst greifen, wurde gedacht und gleich, ohne die Schreibe darunter zu lesen, die Seite umgeschlagen. Später dann wurde doch zurückgeblättert. Auch bis zur Seite mit der Schreibe von Christian Ortner. Was für ein Erstaunen aber, feststellen zu müssen, eine gehörige Fehlleistung erbracht zu haben, einem Verleser erlegen zu sein, sich bei der Überschrift von Christian Ortner seines vorvorvorvorgestrigen Kommentars in der Tageszeitung des Republik Österreich gänzlich verlesen zu haben.

Nicht die Überschrift „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ schrieb Christian Ortner als Überschrift für seinen Kommentar am 28. Mai ’20, sondern „Künstler, wollt ihr ewig beben?“ …

Und was er, Ortner, unter dieser Überschrift, die so einfach wie kurz zum Verlesen einlädt, schreibt, nun, bereits ein einziges Argument dagegen vorzubringen, hieße, dieses Geschwefel ernst zu nehmen, dieses Geschwefel gar als eine qualifizierte Aussage zu würdigen.

Wenn er, Ortner, das auf seiner homesoil schreibt, nun, gut, wer würde es ihm verbieten wollen? Kein Mensch. Das gehört eben dazu, zum Internet, zur auch im Internet sich ausdehnenden Scholle. Von der Tageszeitung der Republik Österreich aber könnten doch qualifizierte Aussagen erwartet werden. Das heißt ganz und gar nicht, nur verherrlichende Aussagen zu Kunst und Literatur, etwa zu, weil Ortner sie namentlich erwähnt, Thomas Bernhard oder Peter Handke

Es sollte die Tageszeitung der Republik Österreich doch den Anspruch haben, qualifizierte Aussagen zu veröffentlichen. Wobei. Es wird gar nicht erwartet, daß in der Tageszeitung der Republik nur Menschen von der Größe eines Franz Kafka, auch dieser von Ortner namentlich erwähnt, schreiben. Aber eine Tageszeitung einer Republik sollte wenigstens auf das Gekritzel von alten Männern zu verzichten, die ein langes, langes Leben lang nicht geschafft haben, eine einzige Zeile nur annähernd in der Qualität eines Franz Kafka zu schreiben, von dem ein Punkt, ein Beistrich bedeutender ist als die gesamte Schreibe von einem …

Sie werden vielleicht sagen, ja, aber, in einer Tageszeitung geht es doch nicht um Literatur, Christian Ortner ist nur ein Jou…

Da darf eingewendet werden, es gab eine Zeit, in der schrieb beispielsweise auch ein Joseph Roth für Tageszeitungen Artikel …

Und nun, einfach wie kurz gesagt, gelten in diesem Land alte Männer als „Edelfedern“, die den Männern und Frauen der homesoils als „Edelfedern“ – wer will ihnen dies verwehren – kein Mensch – gelten mögen, aber eine Tageszeitung, gar eine Tageszeitung einer Republik sollte doch den Anspruch haben, sich nicht selbst alle Qualitätsfedern zu rupfen.

„Es stimmt schon, dass die Produktion von Kunst in Österreich einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert hat. Weniger, weil die Österreicher so besonders kulturaffin wären, sondern weil die Marke ‚Österreich‘ eng mit kulturellen Hervorbringungen verknüpft ist. ‚Schöne Berge und Seen gibt es woanders auch‘, sagt der Gastronom und Neos-Abgeordnete Sepp Schellhorn zu recht, ‚aber die Verknüpfung mit der Kultur ist schon einmalig‘. Und trotzdem legt der seit Wochen schwelende Aufstand der Kulturproduzenten, die beklagen, zu wenig Geld und das auch noch zu spät bekommen zu haben, und den nun die neue Staatssekretärin Andrea Mayer zu besänftigen sucht, eine kleine ketzerische Frage nahe. Nämlich die Frage, ob die Produktion von Kunst und Kultur mit einer Art grundlegendem Anspruch an den Staat verbunden ist oder sein soll, dieses Schaffen finanziell zu fördern, in normalen Zeiten routinemäßig, in Ausnahmesituationen wie jetzt ganz besonders. Ja natürlich, ist die ziemlich einhellige Forderung fast aller am Kunstbetrieb beteiligten; und darüber besteht auch in der interessierteren Öffentlichkeit weitgehend Konsens. 1000 Euro Grundeinkommen für jeden Künstler fordern etwa, ausgerechnet, sogar die vermeintlich marktliberalen Neos jetzt. Eine Frage muss trotzdem gestattet sein: Warum beschäftigt sich eigentlich jemand damit, Kunst zu produzieren? Und was ist daraus ökonomisch abzuleiten? Im Grunde gibt es darauf eigentlich nur zwei Antworten: entweder aus einem tiefen inneren Bedürfnis, um nicht zu sagen: einem Zwang heraus; nicht selten verbunden mit einer Art therapeutischem Prozess, etwa beim Schreiben von Prosa, man denke an das Werk Thomas Bernhards, Peter Handkes oder Franz Kafkas. Erfolg, und schon gar kommerzieller Erfolg, ist, wenn alles gut geht, dann gleichsam eine Nebenerscheinung des Schaffensprozesses. Wer aus dieser Motivlage heraus Kunst schafft, kann freilich daraus nicht wirklich einen Anspruch an die Allgemeinheit auf Alimentierung ableiten. Wer komponiert, schreibt oder malt, weil es sein muss, wird das unabhängig von den pekuniären Umständen tun. Wer hingegen, was völlig legitim ist, Kunst aus Erwerbsgründen produziert, wird aus den sozusagen umgekehrten Gründen keinen Anspruch auf Alimentation ableiten können. Denn in diesem Fall wird die künstlerische Hervorbringung zu einem Produkt, das den üblichen Marktgesetzen unterworfen ist – wer Nachfrage befriedigt, wird Erfolg haben; wer nicht, hat keinen besonderen Anspruch, von der Öffentlichen Hand finanziert zu werden. Dagegen kann zu recht eingewendet werden, dass derzeit ja praktisch alle Schlange stehen um Geld vom Staat, von Großkonzernen bis zu Kleinstunternehmen. Stimmt, und das ist in gewisser Weise in manchen Fällen problematisch genug. Daher ist auch nachvollziehbar, dass Künstler da nicht noble Zurückhaltung üben wollen. Aber weniger nachvollziehbar ist, aus dem Künstler-Sein irgendeinen Anspruch auf Bevorzugung ableiten zu wollen, oder gar auf eine Art bedingungsloses Grundeinkommen, Kunstnation hin oder her.“

Die Sehnsucht nach der vollkommenen unqualifizierten Schreibe …

… ist für Martina Salomon keine Sehnsucht mehr. Sie hat endgültig am letzten oder vorletzten Maientag ’20, mit ihrer gestrigen oder vorgestrigen Schreibe die letzte Hürde zum vollkommenen unqualifizierten Schreiben genommen.

Bereits ein einziges Argument gegen diese Schreibe unter der Überschrift „Sehnsucht nach Vollversorgungsstaat“ vorzubringen, hieße dieser Schreibe zu unterstellen, es gäbe in dieser zumindest eine, wenigstens eine einzige qualifizierte Aussage, die es wert wäre, dagegen zu argumentieren.

Sie hat aber auch lange ausgiebig und recht eifrig dafür geübt, es doch eines Tages bis zum vollkommenen unqualifizierten Schreiben zu bringen. Nun hat sie es endgültig geschafft, die Reifeprüfung im vollkommenen unqualifizierten Schreiben positiv abzulegen. Und sie darf mit Recht stolz darauf sein; denn es ist keine aufgrund der mißlichen und von der Bundesregierung herbeigeführten Lage geschenkte Auszeichnung …

„Die Krise hat Unternehmertum und Risikofreude in Misskredit gebracht. Gewinner ist der große geschützte Bereich. Auch wenn am Freitag weitere Lockerungsschritte bekannt gegeben wurden: Die dramatische Wirtschaftskrise wird uns leider noch lange begleiten – in Form von Pleiten, erhöhter Arbeitslosigkeit und eines problematischen Stimmungswandels. Unternehmertum, Risikofreude, Eigenverantwortung, außerordentliche Leistung? Das alles hat gerade fürchterlich an Wert eingebüßt. Zwar hat Österreich (noch) eine im internationalen Vergleich hohe Produktivität, doch der mühsam zurückgedrängte Beamten- und Vollversorgungsstaat blieb immer ein wenig in den Köpfen haften. Und nun steht ausgerechnet dieser Bereich auf der Gewinnerseite, während viele Selbstständige zu den Verlierern zählen, auch wenn die Regierung gewaltige Summen zur Abfederung der Krise bereitstellt. Eine Wirtin etwa, die in den vergangenen Jahren allwöchentlich 70 Stunden geschuftet hat, um einen kleinen, feinen Restaurantbetrieb aufzubauen, verliert nun ihre Ersparnisse und muss sich von wohlbestallten Kündigungsgeschützten auch noch anhören, dass sie halt mehr Vorsorge hätte treffen müssen und man in der Gastronomie sowieso gefälligst bessere Löhne zahlen sollte. Ja, natürlich hat sie Anspruch auf den Fixkostenzuschuss und konnte ihre Mitarbeiter dank Kurzarbeit (und viel Bürokratie) noch halten. Aber ihre Zukunft ist ungewiss: Geschäftsessen sind reduziert, Touristen werden noch länger ausbleiben. Es bleibt außerdem das Bewusstsein, wie schnell alles zunichte sein kann, was man sich mühsam erarbeitet hat. Daher könnten ihr – und auch dem Maturanten, der gerade ein Start-up gründen wollte – massive Zweifel kommen, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt, während man in den vielen quasipragmatisierten Bereichen des Landes lediglich darüber grübelt, ob man nicht lieber weiterhin in Teilzeit und im Homeoffice bleiben will. Gleichzeitig werden Wien-wahlbedingte Luxusdiskussionen geführt, als hätte es nie eine Krise gegeben: zum Beispiel, ob die Straßen nicht wenigstens am Wochenende der Gastronomie überlassen werden könnten. (Ganz Wien, ein einziger Schanigarten? Gerade jetzt, wo der Individualverkehr ein geringeres Ansteckungsrisiko hat!) Aber auch in einer Freizeitgesellschaft muss irgendwer das Geld verdienen, damit dann so viele reduziert arbeiten und früh in Pension gehen können. Bisher konnten wir uns das dank exorbitant hohen Steuern auf Arbeitseinkommen und einer brummenden Konjunktur leisten. Eh wurscht, Geld ist scheinbar abgeschafft, und zwar in ganz Europa. Der Staat (aber wer ist das, wenn nicht die Steuerzahler?) kümmert sich um alles. Es gab einmal zweifelhafte politische Werbesprüche: „Hol dir, was dir zusteht“ bzw. „Her mit dem Zaster, her mit der Marie“. Wer hätte gedacht, dass diese Haltung so schnell Wirklichkeit wird?“

… Plakatierer.

Wie oft in Österreich Menschen sich selber „Mutig in die neuen Zeiten“ aufschreiben müssen, für sich selber „Mutig in die neuen Zeiten“ überall aufhängen lassen müssen, um es immer für sich selbst ablesen, es sich selber vorsagen zu können …

Was nach dem „Mutig in die neuen Zeiten“ in 2016 gekommen ist. Kurz gesagt. Dann kam Ibiza.

„Mutig in die neuen Zeiten“, eine Ankündigung auch als gefährliche Drohung …

Was wohl nach der 2020er Ankündigung „Mutig in die neuen Zeiten“ noch alles kommen wird? Etwas ist schon gekommen. Kurz gesagt. Dann kam Fehlerbeschluß.

„Koste es, was es wolle“, die Wahrheit. Das ist kein Leitsatz des Bundespräsidenten. Sein 2016er Plakat „Mutig in die neuen Zeiten“ war ein Bekenntnis zur Wahrheit. Denn. Er verheimlichte nicht seinen Willen „Mutig in die neuen Zeiten“. Jedoch ebenso deutlich gestand er mit diesem Plakat ein, es ist bloß seine Sehnsucht nach „neuen Zeiten“. Aus einem Raum „der alten Zeit“ mit vergitterten Fenstern kann nicht in einen Raum einer „neuen Zeit“ gelangt werden, es bleibt bloß gefangen in der „alten Zeit“ der Blick in die „neue Zeit“, die es irgendwo geben muß, durch vergitterte Fenster aber nicht zu erreichen, nicht einmal zu erblicken … Er ging nicht, wie in einem Kapitel vermutet, „mutig alten Zeiten entgegen, es blieb ihm einfach wie kurz nur das Herumgehen in der „alten Zeit“ …

Aber sein Wille zur „neuen Zeit“ ist ungebrochen. Auch 2020 ruft der Bundespräsident sich selber erneut zu: „Mutig in die neuen Zeiten“ … Seinen neuerlichen Anlauf, aus der vergitterten alten Zeit in die „neuen Zeiten“ zu kommen, unternimmt er mit Versen einer Lyrikerin, die, lebte sie noch, nun, in Zeiten der größten Schwere für Menschen der Kunst, also in der besten Zeit der Zeiten für Dichterinnen, noch unsterblichere Hymnen …

Und auch der zurzeitige Bundeskanzler läßt 2020 für sich plakatieren: „Mutig in die neuen Zeiten“. Wie leicht könnte das zur Frage verführen, wenn er das dem Bundespräsidenten nachmalt und nachplakatiert, ob er Bundespräsident auch werden will … Vielleicht, vielleicht auch nicht. Denn. Es gibt noch andere Sprüche, die Seb. Kurz nachplakatieren läßt, etwa diesen: „Einer, der unsere Sprache spricht“.

Es muß zugegeben werden, die Mühe der Nachforschung wurde diesmal als nicht wert befunden; es ist auch einerlei, wer zuerst „Einer, der unsere Sprache spricht“ plakatierte, ob es ein Identitärer war, ob es der zurzeitige Bundeskanzler war, beide jedenfalls haben es nur nachgemalt und nachplakatiert … Wer auch immer von diesen beiden zuerst wieder mit „Einer, der unsere Sprache spricht“ rausging, es verführt zur Frage, will der zurzeitige Bundeskanzler ein Identitärer werden oder der Identitäre ein …

Kurz gesagt, wie aus einem Raum mit vergitterten Fenstern nicht in das Freie einer „neuen Zeit“ gelangt werden kann, so unmöglich ist es auch, selbst beim Aufenthalt im Freien, in eine „neue Zeit“ zu gelangen, wenn dafür nichts mitgebracht wird, außer abgekupferte Allerweltssprüche …

Um in „neue Zeiten“ zu gelangen, bedarf es nicht „Mut“. Es bedarf eigene Ideen und eigene Gedanken, nicht das Abschreiben von irgendwelchen überholten Sprüchen, es bedarf Weitsichtigkeit und nicht Kurzsichtigkeit, es bedarf einfach alles, was auf einem nachgedruckten Plakat nicht Platz hat, formuliert zu werden … Erst dann, wenn all diese Voraussetzungen vorhanden sind, ist es vielleicht auch eine kleine Frage des Mutes, das öffentlich zu vertreten …

Soher ist es auch der Mühe nicht wert, ist es müßig, sich von einer Frage verführen zu lassen, ob Seb. Kurz auch Bundespräsident werden will oder ein Identitärer … Mit Blick auf alle diese abgekupferten Sprüche ist es für das Allgemeinwohl das Beste, Sellner bleibt Martin, Höcke bleibt Björn, sonst weiter nichts und Kurz wird, was er ist, Plakatnachstreicher und …

Koste es, was es wolle, die Wahrheit!

Nun wurde also das „Budget“ im Parlament beschlossen. Ein Beschluss, zu dem viele Fehler führten. Kurz gesagt,, ein „Budget“ der Fehler, oder, die Fehler als Budget …

Die Fehler müssen nicht aufgelistet werden, nicht wiederholt werden, die sind bereits weithin bekannt und berühmt und werden in Erinnerung bleiben, als der schon nach so kurzer Zeit als Bundesregierung erreichte Höhepunkt an Leistung dieser zwei Parteien.

Was, am 29. Mai ’20, daran aufmerkenswert ist: „20 Milliarden zusätzliche Ausgaben für Corona-Hilfsmaßnahmen.“

„20 Miliarden“ also zusätzlich. Was für eine große Inszenierung noch im März ’20, als am 18. Seb. Kurz verkündete: „Wir werden daher bis zu zu 38 Milliarden Euro in die Hand nehmen.“ Und nun im „Fehler“ 18 Milliarden Euro weniger.

Wenn nun seit Wochen von so vielen Seiten in Österreich aufgezeigt wird, wer noch immer nichts bekommen, wem immer noch nicht geholfen wurde, wer immer noch auf eine Unterstützung warten muß, scheint der Fehler im Abänderungsantrag des Finanzministers die Wirklichkeit richtig abzubilden: Zwanzig Tausend Euro zusätzliche Ausgaben für Corona-Hilfsmaßnahmen …

Am 18. März ’20 hat Seb. Kurz vor seinem Satz mit den 38 Milliarden Euro pompös verkündet: „Koste es, was es wolle!“

Koste es, was es wolle – Zwanzig Tausend.

Koste es, was es wolle! Was? Kurz gesagt: die Wahrheit.

Fehler wurde beschlossen. Mit Einnahmen von 81,8 Milliarden Euro. Kurz ist es her, daß der Finanzminister an die EU Einnahmen von nur mehr 69 Milliarden Euro meldete für das Jahr ’20. 12,8 Milliarden Euro weniger an Einnahmen, erzählt der Finanzminister der EU, bei unveränderten Ausgaben von 82,4 Milliarden Euro. Unveränderte Einnahmen von 81,8 Milliarden Euro erzählt der Finanzminister dem Parlament in Österreich, zuerst mit ebenfalls unveränderten Ausgaben von 82,4 Milliarden Euro und erst nach viel Druck durch die Opposition und nach vielen Fehlern die Erhöhung der Ausgaben auf 102 Milliarden Euro. Ganz gleich welche Geschichte er wem erzählt, was es stets kostet, das ist die Wahrheit.

Koste es, was es wolle – die Wahrheit.

Und wie hat sich der Klubobmann der türkis getupften schwarzen Partei über die Opposition im Parlament aufgeregt, dies alles sei „Oppositionstheater“ und mutig verkündet, der Fehler werde beschlossen werden, ungeachtet auch der verfassungsrechtlichen Bedenken. Und wie lieb hat die Klubobfrau von der zweiten Regierungspartei gesprochen, im Parlament, am Donnerstag, es solle doch zur Debatte zurückgekehrt werden, das „Budget beschlossen … Das also versteht mittlerweile eine Klubobfrau der grünen Partei unter „Debatte“ – einen Fehler zu beschließen. Zu debattieren heißt, zu sprechen, debattieren heißt nicht, stramm im Parlament zu stehen als Zeichen der Zustimmung zu einem Fehler …

Bei der Gelegenheit fällt der Ärger des Klubobmannes der türkis getupften schwarzen Partei über die Kinder ein, die nach Wien studieren gehen und dann als Grüne … Wie kurz doch von ihm gedacht. Wenn die Kinder zum Beispiel aus Rum nach Wien studieren gehen und dann grüne Funktionärinnen werden, da kann doch ein schwarzer Vater wie der Klubobmann nur stolz auf seine Kinder sein, wenn sie als grüne Funktionäre zurückkommen und dem Vater alles nur recht machen wollen, und auch recht machen …