Issues of Human rights or issues of Rights of men? That is the question.

Es war nicht zu erwarten, daß ein solches Telefonat, wie dieses vom vorletzten Montag im August ’21, dazu führen würde, mehr als ein Kapitel zu diesem zu schreiben. Es wurde gedacht, alles erzählt zu haben, was zu dieser Danksagung zur Einladung nach Teheran, was zu diesen recht freundschaftlichen Beziehungen zwischen Männern, und es sind hauptsächlich Männer, aus dem Iran und auch aus Österreich, zu schreiben ist, auch zu den gewissen Protokollen, die im Iran wie in Österreich von rechtem Belang …

Und dennoch bleibt besonders eine Frage weiter ungeklärt.

Die Frage der Menschenrechte.

Wie Medien in Österreich über dieses Telefonat bislang berichteten, wobei sie sich auf „Angaben des Bundeskanzleramts“ in Österreich berufen, wurden in diesem Telefongespräch Menschenrechtsfragen behandelt.

Medien außerhalb von Österreich wußten nichts darüber zu berichten, daß Menschenrechtsfragen besprochen worden sein sollen. Und auch die „Official website of the President of the Islamic Republic of Iran“ erwähnt die Menschenrechtsfragen, die besprochen worden sein sollen, mit keinem einzigen Wort. Im unten gesamt zitierten Bericht über dieses Telefonat finden Sie keinen einzigen Hinweis, daß in diesem Telefonat Menschenrechtsfragen besprochen worden seien sollen.

Es werden die „Angaben des Bundeskanzleramts“ in Österreich, auf die sich Medien in Österreich zu Recht berufen, nicht vorsätzlich wider die Wahrheit gemacht worden sein. Es darf also den „Angaben des Bundeskanzleramts“ in Österreich ganz und gar geglaubt werden.

Offen bleibt nur, welche Menschenrechte wurden in diesem Telefonat besprochen?

Human rights? Wurden Fragen der Rechte von allen Menschen, gleich welchen Geschlechts, besprochen? Oder:

Rights of men? Fragen der Rechte der Männer?

Es werden wohl Rights of men besprochen worden sein. Da es aber in der deutschen Sprache nur diesen einen Begriff für Menschenrechte gibt, kann das österreichische Bundeskanzleramt auch nur diesen einen Begriff – Menschenrechte – verwenden. Daß die offizielle Website des iranischen Präsidenten die Menschenrechte weder als Human rights noch als Rights of men mit einem einzigen Wort in ihrem Bericht über dieses Telefonat erwähnen, ist so einfach wie kurz zu erklären.

Ayatollahs sind Menschenrechte stets und ausschließlich Rights of men.

Für Ayatollahs sind Rights of men endgültig seit Anbeginn der Ewigkeit für alle Ewigkeit geklärt, und keine einzige Frage je mehr zu klären.

Deshalb müssen Ayatollahs auch nie in ihren Berichten Rights of men besonders erwähnen. Denn. Je innewohnend allen Gesprächen, die Ayatollahs führen, sind die Rechte der Männer.

Derart verinnerlicht sind die Rechte der Männer, daß die Rights of men sogar dann gegen die Human rights obsiegen, wenn Frauen beispielsweise an einer Abstimmung

Ayatollah Raisi in a phone call with the Austrian Chancellor:

The 500-year history of friendly relations between the two countries a valuable asset for the future of relations

Speaking with Austrian Chancellor Sebastian Kurz by telephone on Monday afternoon, Ayatollah Dr Seyyed Ebrahim Raisi referred to the 500-year history of friendly and constructive relations between the two countries, saying, „This long history is a valuable asset for the future of relations“.

– Austrian Chancellor: I hope that the friendly and constructive relations between the two countries will continue and develop

The President stated that despite the will and benefit of economic interactions, the reduction of trade between the two countries has no rational basis and justification, saying, „We must protect the interests of the two countries and not allow ill-wishers to influence these relations with various tricks“.

Referring to the Austrian Chancellor’s question on the Islamic Republic of Iran’s approach to the recent developments in Afghanistan, Dr Raisi stated, „If we look at the contemporary history of Afghanistan, we see that Afghanistan has not had a good day since the Americans began interfering in its affairs“.

Referring to the outbreak of the mutated strain of coronavirus, Dr Raisi said, „We welcome cooperation with Austria in the field of providing COVID-19 vaccine and we are ready to work on joint research related to the vaccine“.

In this phone conversation, Austrian Chancellor Sebastian Kurz said, „We hope that the new government of Iran will be more successful in creating economic and social prosperity for the people of the country, and in the international field, the negotiations in Vienna will end successfully“.

Expressing concern over the recent developments in Afghanistan, the Austrian Chancellor thanked the Iranian government and people for showing hospitality towards the Afghan immigrants.

Expressing hope for the continuation of these talks, Kurz thanked Dr Raisi for inviting him to visit Tehran.

„He also thanked President Raisi over his invitation to visit Tehran.“ – „Raisi, played a hands-on role in promoting The Protocols as part of a sustained campaign to demonize and delegitimize the Jewisch people.” – Shortly on Holocaust denial, Anti-Semitism, Tehran-Conference

The Anti-Defamation League’s CEO ,Jonathan Greenblatt, testified before the House Subcommittee on Intelligence and Counterterrorism in 2020 and said at the hearing that Iran’s regime is the top state-sponsor of Holocaust denial and antisemitism. Greenblatt wrote in Newsweek in late June that “ Raisi, played a hands-on role in promoting The Protocols as part of a sustained campaign to demonize and delegitimize the Jewish people.“ The Protocols of the Elders of Zion was „a 19th century forgery by Russian intelligence services…designed to scapegoat Jews for the empire’s hardships,“ wrote Greenblatt.

Das ist am 13. Juli 2021 in „The Jerusalem Post“ zu lesen.

Am 23. August 2021 telefoniert Sebastian Kurz mit Ayatollah Raisi, und er bedankt sich bei ihm für die Einladung nach Teheran. Von der Einladung ist in den Medien in Österreich nichts zu lesen, bloß u. a. von der kurzischen „Sorge über ’neue Migrationsströme‘, Menschenrechtsfragen“ …

Von der Einladung nach Teheran, für die sich Sebastian Kurz bedankt, ist nur aus Medien außerhalb von Österreich zu erfahren.

Bei wem bedankt sich Sebastian Kurz, für eine Einladung?

To be clear, Raisi is far from a humanitarian. He has gotten much attention for reported crimes against humanity. It is well-documented that he was one of four judges who, in the late 1980s, oversaw the execution of thousands of members of Iranian opposition groups, including women and children. One analyst recently wrote that his subdued personality and criminal record evokes Hannah Arendt’s notion of the banality of evil.

In 2016, Raisi was appointed by Iran’s supreme leader to direct the Astan Quds Razavi Foundation, in which capacity he oversaw the production of a 50-episode documentary film promoting The Protocols. The documentary aired on Iranian TV and was distributed to pilgrims at a major religious shrine under his control, the Shrine of Imam Reza in Mashhad, Iran, the resting place of the eighth Shi’ite Imam. The Shrine is a major religious site visited by 20 million pilgrims a year pre-pandemic, according to Iranian records filed with UNESCO.

Das ist am 27. Juni 2021 in „Newsweek“ zu lesen.

Sebastian Kurz bedankt sich also am 23. August 2021 bei einem Mann mit einer „aktiven Rolle in der Verbreitung der Protokolle“ … In Österreich müssen die „Protokolle der Weisen von Zion“ nicht besonders erklärt werden. Auch Männer aus Österreich nahmen eine aktive Rolle ein.

Wie zum Beispiel der „Berufsantisemit“. Ein recht besonderer Auskunftgeber über diesen könnte ein Mann sein, wenn er sich, ach wenn er sich bloß erinnern könnte; ob er sich wenigstens noch erinnern kann, daß er Vizekanzler für kurz war?

Ayatollah Raisi fand am 23. August 2021 auch Zeit, Sebastian Kurz in Geschichte zu unterrichten, als er von der „500-jährige[n] Geschichte freundschaftlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern ein wertvolles Gut für die Zukunft der Beziehungen“ erzählte.

Woran Ayatollah Raisi dabei wohl dachte? In seinem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler, in dem er die Einladung nach Teheran aussprach.

Es wurden schon einmal Menschen, vor allem Männer, nach Teheran eingeladen, zu einer „Konferenz“, auch Männer aus Österreich …

Laut Adelaide-Institute und mehreren Zeitungen waren bei dieser Konferenz neben so bekannten Holocaustleugnern wie Fredrick Töben, Robert Faurisson (Frankreich) und Bradley R. Smith (USA) auch drei Österreicher anwesend: Der bedeutendste Neonazi-Anwalt im deutschsprachigen Raum, Herbert Schaller, der erst im heurigen Frühjahr vorzeitig aus der Haft entlassene ehemalige FPÖ-Bezirksrat Wolfgang Fröhlich und Hans Gamlich, der 1999 in Andreas Mölzers Zur Zeit den Holocaust als „Mythos“ bezeichnet und die Unmöglichkeit der Gaskammermorde behauptet hatte. Daneben nahm auch Moishe A. Friedman, der sich als „Oberrabbiner der Orthodoxen Antizionistischen Gemeinde Österreichs“ ausgibt, am „Revisionisten“-Treffen teil. Der militante Israel-Hasser Friedman, dem schon im Februar 2002 von mehreren (ultra)orthodoxen Rabbinern jedes Recht, sich als Vertreter einer jüdischen Gemeinde auszugeben, abgesprochen wurde, wird schon seit längerem von Rechtsextremen und Antiimperialisten instrumentalisiert. Bereits im Frühjahr 2006 nahm er an einer einschlägigen Tagung im Iran teil. Zuletzt trat Friedman als Redner auf einer antiisraelischen Demonstration in Wien am 28. Juli dieses Jahres in Erscheinung. Anfang Juli 2004 veranstaltete Friedman, der im besten Einvernehmen mit der Palästinensischen Gemeinde in Österreich agiert, eine „antizionistische Konferenz“ in Wien, an der u. a. der ehemalige FPÖ-Politiker John Gudenus und der nunmehrige FPÖ-Nationalrat Ewald Stadler teilnahmen.

Das schreibt u. a. das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes zu dieser „Konferenz“ in Teheran

Das Dokumentationsarchiv, das einem Abgeordneten aus der identitären Parlamentspartei eine, wie er persönlich einst mitteilte, „Denunziazionsplattformen ist … Denunziation: das ist die korrekte Schreibweise, aber Menschen dieser Gesinnung ist alles „zion“; auch diesem Abgeordneten, der eine aktiven Rolle im allgemein verkürzt genannten Untersuchungsausschuss spielte …

Lange ist es her, daß es diese Einladung zu dieser „Konferenz“ nach Teheran gab.

Was wohl aus den Menschen geworden ist, beispielsweise aus jenen, die das Dokumentationsarchiv in seinem Beitrag zu dieser, aber nicht nur zu dieser „Konferenz“ in Teheran namentlich nennt? Hans Gamlich etwa tat sich hervor, Jahre später, mit einem „offenen Brief, für „Alpen-Donau-Info“ war es wohl eine Ehre, diesen …

Der Zeitschriftenmann ist heutzutage nach wie vor ein von Medien in Österreich gern eingeladener Gast, vor allem, wenn es gilt, einen österreichischen Paradeintellektuellen zur Zeit recht Wichtiges sagen zu lassen …

Einer wurde später Volksanwalt, ein Mann, der profund zu dozieren weiß … Nebenher gesagt werden, das ist auch eine recht besonders lange Beziehung, in Österreich: Qualifikation und Volksanwaltschaft …

Zu Gudenus fällt nicht nur John ein, sondern auch …

Wie nostalgisch werden heute wohl noch manche daran zurückdenken, nach Teheran eingeladen gewesen zu sein, etwa Bernhard Schaub …

Sebastian Kurz wird sich, da er sich artig bedankt hat, wohl über die Einladung nach Teheran recht gefreut haben. Teheran wiedersehen zu können, nach so viel Jahren, als er noch das war, was heute Schallenberg ist, und er wird vielleicht gute Erinnerungen an seinen damaligen Besuch in Teheran haben, als er die „Menschenrechte ansprechen“ wollte, wie Medien in Österreich seinerzeit berichteten, genauso wie er im Telefonat vom letzten Montag die Menschenrechte … Ja, es zahlt sich aus,die Menschenrechte nicht aus den Augen zu verlieren, das wird sofort belohnt, beispielsweise mit einer Einladung nach Teheran.

Wer ihn begleiten wird? Nach Teheran. Diese Frage werden sich jetzt wohl schon viele stellen und vielleicht im Bundeskanzleramt bereits vorstellig werden, für einen Platz in der Delegation nach Teheran. Es werden sich möglicherweise, das ist gar nicht abwegig, auch jene um einen Platz in der Delegation bemühen, die Teheran wiedersehen möchten, die Stadt also, mit der sie nur recht Gutes verbinden …

Call Tehran and summer talks. Or who else was called to agree wording?

„Das wird es unter meiner Kanzlerschaft nicht geben“, […] Zudem verwies er auf die angeblich „besonders schwierige Integration“ der Bevölkerungsgruppe. „Menschen aufzunehmen, die man dann nicht integrieren kann, das ist ein Riesenproblem für uns als Land.“

Der Regierungschef plädierte deshalb dafür, dass die internationale Gemeinschaft alles dafür tun müsse, um die Situation im Krisenland zu verbessern. Allerdings müsse sich auch Österreich eingestehen, dass vieles in fremden Händen liege. „Es ist nicht alles in unserer Macht.“

Das sagt der zweite Mann, in einem Sommergespräch, im August ’21.

Und jetzt würde ich gerne genau diese Staaten in der Verantwortung sehen. Es gibt Dinge, die wir nicht ändern können. Ich glaube nicht, daß Österreich jetzt einen effektiven Beitrag leisten kann […] Verdienen Schutz, aber in Lagern zum Beispiel in der Nähe der Krisenregion. […] Nicht noch mehr Menschen, die nicht zu integrieren sind, ins Land zu holen. Das ist ja die Absicht, die die Europäische Union wieder vorantreibt.

Das sagt der erste Mann, in einem Sommergespräch, im August ’21.

„Schockiert“ zeigte sich […]am Wochenende über den Vorschlag von EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Sie sagte, man müsse Fluchtwege aufmachen für Menschen in Afghanistan, die besonders gefährdet sind – etwa Frauen- oder Menschenrechtsaktivisten. Was daran so schockierend ist? Johansson sei von den Innenministern der EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert worden, „keine falschen Signale zu senden“, erklärt […] am Montag im Ö1-„Morgenjournal“. Das vereinbarte Wording lautete: Hilfe vor Ort, Stabilisierung der Region, UNHCR stärken. Die Innenkommissarin habe aber „verwaschene Botschaften“ gesendet, indem sie von „gesicherten Fluchtrouten“ sprach. Die ersten, die von solchen Botschaften profitieren würden, seien Schlepper und die organisierte Kriminalität, mahnte […]

Das sagt der dritte Mann, der zu keinem Sommergespräch im August ’21 geladen.

Drei Männer zwar von zwei Parteien, aber im Grunde die Identität von einem Mann von einer Partei. So würden Menschen, denen es gar wichtig um Identität geht, denen die identitäre Einheit das Höchste ist, vielleicht die oben zitierten sinngleichlautenden Aussagen beurteilen.

Jedoch, alles, was mit Identität zusammenhängt, ist nur Spekulation.

Die oben zitierten derart sinngleichlautenden Aussagen von drei Männern von zwei Parteien werden auf eine viel einfachere Erklärung zurückzuführen sein.

Auf ein Telefonat etwa zwischen zwei Männern von den dreien oder gar auf ein Telefonat zwischen den drei Männern, vielleicht sogar auf eine Telefonkonferenz, an der noch ein vierter Mann

Auch wenn es über ein derartiges Telefonat keine Medienberichte gibt, auch wenn es seitens des Bundeskanzleramts keine Angaben über eine derartige Telefonkonferenz gibt, wie erst kürzlich über das Telefonat mit einem Ayatollah, so ist die Annahme eines solchen Telefonats, einer solchen Telefonkonferenz zwar ebenfalls eine Spekulation, aber eine, die nicht ganz von der Hand …

Jedwede Spekulation aber ist in Wahrheit Humbug. Es muß tatsächlich nicht spekuliert werden, ob die drei oder vier Männer von zwei Parteien miteinander telefonierten, um das Wording abzusprechen, mit sinngleichlautenden Aussagen in die Öffentlichkeit zu treten. Denn. Sie bedürfen weder Telefonate noch Treffen, um als ein Mann von einer Partei keine gespaltene Zunge zu zeigen.

 

Sebastian Kurz telefoniert mit Ebrahim Raisi zu Menschenrechtsfragen – Zum Vertiefen lädt Ayatollah Raisi gleich Kurz nach Teheran ein

Laut Angaben des Bundeskanzleramts besprachen Raisi und Kurz außerdem „diverse Fragen der bilateralen Beziehungen“, die Bekämpfung der Covid-Pandemie ebenso wie Menschenrechtsfragen.

Jedenfalls ist das in österreichischen Medien zu lesen, die sich hierbei auf „Angaben des Bundeskanzleramts“ beziehen, daß also Raisi und Kurz Menschenrechtsfragen besprachen.

In Medien außerhalb von Österreich ist zu lesen, daß Raisi Kurz nach Teheran einlädt, wofür …

Kurz brachte die Hoffnung für die Fortsetzung dieser Gespräche zum Ausdruck und dankte Raisi für die Einladung zu einem Besuch in Teheran.

Davon allerdings, daß Raisi und Kurz Menschenrechtsfragen besprachen, ist in Medien außerhalb von Österreich nichts zu lesen. Von der Einladung nach Teheran ist in den Medien in Österreich ebenfalls nichts zu lesen; so bescheiden ist da auch das Bundeskanzleramt, keine Angabe über diese Ehre, von einem Ayatollah nach Teheran eingeladen worden zu sein, zu machen, diese Einladung nicht stolz zu verkünden.

Teheran/Wien (ParsToday) – Bei einem Telefongespräch mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag betonte der iranische Präsident Ebrahim Raisi, dass die 500-jährige Geschichte freundschaftlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern ein wertvolles Gut für die Zukunft der Beziehungen sei.

Präsident Raisi sagte, das aufgrund des Willens für wirtschaftliche Interaktionen und deren Nutzen die Reduzierung des Handels zwischen beiden Ländern keine rationale Grundlage habe und fügte hinzu:“Wir müssen die Interessen unserer beiden Länder schützen und dürfen nicht zulassen, dass die Feinde unsre Beziehungen mit verschiedenen Tricks beeinflussen.“

„Iran hat trotz der bedrückenden Sanktionen bisher alle materiellen und immateriellen Kosten für die afghanischen Flüchtlinge getragen. Die Bemühungen Irans um Frieden und Sicherheit in Afghanistan wurden bisher unvermindert fortgesetzt und wir sind bereit, mit jeder Regierung, die Frieden und Sicherheit schaffen will, zusammenzuarbeiten“, ergänzte er.

Eine Liste der „Feinde“ ist in einem persönlichen Treffen in Teheran an einem gemeinsamen grünen Tisch wohl leichter zu erstellen, als in einem Telefonat …

Ayatollah Raisi wird bei seiner Einladung an Sebastian Kurz, nach Teheran zu kommen, vielleicht auch schon eine Idee für ein Geschenk an ihn gehabt haben, mit dem er sich bei ihm, Kurz, recht herzlich persönlich bedanken wird können, ihn als Kooperationspartner an seiner Seite zu wissen, gegen die „bedrückenden Sanktionen“ …

Bei seiner Amtseinführung kündigte der neu »gewählte« Präsident Ebrahim Raisi an, die Islamische Republik werde sich einmischen, »wo immer es in der Welt Unterdrückung und Verbrechen gibt, ob im Herzen Europas, in den USA, Afrika, Jemen, Syrien, Palästina«. Die Botschaft seiner Wahl sei: »Widerstand gegen arrogante Mächte«.

Von den offen terroristischen Hamas und Hisbollah bis hin zu den per Staatsvertrag anerkannten »Dialogpartnern« der Blauen Moschee in Hamburg, vom syrischen Diktator Baschar al-Assad bis zu iranischen Diplomaten und Agenten, die in ganz Europa Mordanschläge gegen Gegner des Regimes verüben, reicht jener »Widerstand«.

Präsident Raisi ist ein Überzeugungstäter. 1988 war er als Mitglied eines Vierertribunals verantwortlich für die Massenhinrichtung linker Gegner des Regimes und trägt seitdem den Spitznamen »Schlächter von Teheran«. 31 Jahre später stand er als Richter an der Spitze der juristischen Verfolgung von Iranern, die im November 2019 gegen das Regime demonstrierten. Amnesty International wirft ihm in diesem Zusammenhang Menschenrechtsverletzungen vor, darunter willkürliche Festnahmen und Folter.

In Österreich muß nicht gefürchtet werden, „die islamische Republik werde sich einmischen“, „Widerstand gegen arrogante Mächte“ leisten. Denn. Österreich ist keine arrogante MachtAyatollah Raisi hat das sofort in einem kurzen Telefonat erkannt und seine Einladung nach Teheran an seinen Telefonpartner ausgesprochen, von dem gewußt wird, er fährt recht gerne dorthin, wo Menschen noch Werte haben, die ihm recht wichtig sind.

Recht gern begrüßt der Telefonpartner von Ayatollah Raisi auch Menschen in Österreich, die ebenso viel Werte überhaben … Nicht bekannt ist, weder die Medien in Österreich noch die Medien außerhalb von Österreich berichten darüber, ob Ayatollah Raisi seinen Telefonpartner bereits seinen Freund nannte, wie er, der Telefonpartner, es schon lange ist für Menschen mit Werten …

Überrascht, wovon?

Dann geht es schon weiter zu den nächsten Sommerthemen – und da überrascht Kurz wirklich, als er Bruno Kreisky zu seinen Vorbildern rechnet. (Conrad Seidl, 22.8.2021)

Das sind in Österreich wohl zwei der Malheure, daß weder Kurzzeitgedächtnis noch Langzeitgedächtnis einwandfrei funktionieren. Denn. Nur so ist zu erklären, daß Conrad Seidl im August ’21 sich noch überraschen lassen kann.

Kurz ist es her, lang ist es her, daß dies eine Überraschung gewesen sein könnte; im November ’18 schreibt die Tageszeitung „Die Presse“:

Auch sein Koalitionspartner, ÖVP-Chef Sebastian Kurz, hat nicht nur seinen Parteifreund Wolfgang Schüssel zu seinem Kanzler-Vorbild erkoren, sondern auch den Sozialdemokraten Bruno Kreisky:

Das war vor drei Jahren im Grunde schon keine Überraschung.

Das ist seit langem österreichische Folklore, Bruno Kreisky als Vorbild zu nennen.

Auch, um noch wen beispielhaft zu nennen, für einen Mann, der für kurz Vizekanzler war und heute, 23. August 2021, wieder vor Gericht steht, will Bruno Kreisky ein Vorbild gewesen sein, ja mehr noch, der für kurz und heute vor Gericht stehende gewesene Vizekanzler sah sich als „Nachfolger“ von Bruno Kreisky, ja mehr noch, der für kurz und heute vor Gericht stehende gewesene Vizekanzler sah in Bruno Kreisky gar einen, der ihn, der vielleicht länger vor Gericht stehen wird, als er Vizekanzler war, wählen würde.

Der angeklagte Kurzvizekanzler sah überhaupt an allen Ecken und Enden Kreiskys; so war ihm etwa die für kurz gewesene Außenministerin „ein „weiblicher Kreisky“

Es wurde in diesem Sommergespräch ’21 auf die Frage der Interviewerin, wer denn das berufliche Vorbild sei, nicht nur der Name Bruno Kreisky ausgesprochen, sondern auch Leopold Figl und Wolfgang Schüssel

Nicht kurz, sondern lang ist es her, daß für manche in Österreich Kreisky-Androsch als Vorbild für Schüssel-Grasser …

Irgendwer träumt jetzt von einem Schüssel-Grasser-Kurs, der Österreich aus dem Wirtschaftstal führen könnte. Vorbilder gibt es. Raab-Kamitz, Klaus-Koren und Kreisky- Androsch. Die missglückte Vorstellung von Schwarz- Blau berechtigt aber nicht zu solchen Hoffnungen. Dieser Mann [Grasser] ist aber noch nie durch demokratiepolitische Vorstöße aufgefallen, geschweige denn durch publizistische. Sein Geschmack ist die Stange, nicht das Experiment. Sein Metier ist der Boulevard, nicht die Qualität. Mit dieser Liaison bewegt sich die ÖVP wieder einen Schritt weg von jener Tradition, die durch Namen wie Neisser, Busek und Riegler gekennzeichnet ist.

Das schrieb Gerfried Sperl am 13. November ’02 … Ob heute irgendwer so träumt, von einem Kurz-Blümel-Kurs nach dem Vorbild Kreisky-Androsch? Was aus dem Finanzminister geworden ist – ein Verurteilter, der beruft …

Weil gerade in letzter Zeit in Österreich die „Familie“ recht viel mediale Aufmerksamkeit erhielt, kommt ein italienischer Film über eine Großfamilie in Erinnerung, der vor 45 Jahren in die Kinos kam – die Familie als Schule des Lebens … Was für ein Film wohl in Österreich gedreht werden könnte über eine österreichische Familie mit ihren vielen Generationen unter einem Giebeldach? Es würde wohl ein ganz anderer Film als der italienische werden, schon der Titel müßte ganz anders als der vom italienischen lauten, vielleicht: Die Anständigen, die Angeklagten und die Verurteilten …

Es kann so durchaus mit Zuversicht in die Zukunft geblickt werden, wenn diesen Kreisen Bruno Kreisky ein Vorbild, sie sich gar als Nachfolgerinnen von Bruno Kreisky imaginieren …

Der Kurzvizekanzler nur mehr ein Angeklagter, die Kurzaußenministerin eine Knicksende, ein Landeshauptmann, den wohl die Vorsehung gerade noch davor bewahrte, vor Gericht …

„Es sprach“

Einmal mehr entwickelt sich die Frage von Asyl und Migration zum Stolperstein für die Koalition aus ÖVP und Grünen. Am Wochenende betonte die Volkspartei erneut vehement, dass man auch nach den dramatischen Ereignissen in Afghanistan keine Menschen aus dem Krisenland zusätzlich aufnehmen wolle. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) äußerte sich diesbezüglich im Puls24-„Sommergespräch“, das am Sonntagabend ausgestrahlt wird. Es sprach sich stattdessen dafür aus, Länder in der Region zu überzeugen, mehr Menschen aufzunehmen.

Es wird nur ein Tippfehler sein. Das kann schnell passieren, ein „Es“ zu schreiben, wo ein „Er“ geschrieben hätte gehört. Das kann leicht geschehen, zu meinen, ein „Er“ geschrieben zu haben, aber tatsächlich ein „Es“ geschrieben zu haben. Es kommt nicht selten vor, daß Finger das tippen, wonach ihnen ist.

Es sprach sich stattdessen dafür aus …

In der Lyrik etwa hat das eigenmächtige Tippen der Finger wunderbare Verse geschaffen; Dichterinnen, die die Verbesserung ihrer Gedichte durch Druckfehler erkannten, deshalb diese in ihren Gedichten, ohne diese jemals noch als Druckfehler auszuweisen, fortan beließen.

So kann in der Politik das eigenmächtige Tippen der Finger durchaus Erhellendes hervorbringen. Wie etwa das „Es“ in diesem Bericht zur Politik, auch wenn es einer nur zur Parteipolitik, die in Österreich schon als Politik verstanden wird. Die Finger können also durch ihr eigenmächtiges Handeln, durch ihre in Berichte eingetippten Fehler eine Wahrheit zum Ausdruck bringen, die die Schreibenden selbst gar nicht selten wissen wollen, eine Wahrheit, die den Schreibenden nicht einmal beim Durchlesen zum Auffinden von Fehlern auffällt, sofern sie überhaupt noch ihre Berichte zum Zweck der Korrektur nach deren Verfassung durchgehen.

Gerade in Österreich sollte aber ein Tippfehler, ein Druckfehler nicht einfach als Tippfehler, als Druckfehler übergangen werden, sondern in Betracht gezogen werden, es kann menschgemäß ein freudscher Tippfehler, ein freudscher Druckfehler, ein freudscher Verschreiber sein.

Was kann also ein derartiger freudscher Tippfehler über einen Mann aussagen, von dem in diesem Bericht geschrieben wird, der in diesem Bericht als „Es“ vorkommt?

Über die grammatikalische Funktion des „Es“ muß nichts gesagt werden. Die wird hinlänglich bekannt sein. Die psychologische Bedeutung des „Es“ wird ebenso bekannt sein, gibt es doch auch zu dieser sehr viel Literatur.

Es sprach …

Manchmal aber kommt es vor, die genauen Bestimmungen nicht gleich abrufbereit im Kopf zu haben. Aus diesem Grund sollen ein paar Definitionen des „Es“ hier wörtlich wiedergegeben werden …

Das Es ist einem Hexenkessel vergleichbar: einem Konglomerat von Triebregungen, Anlagen, Wünschen, Gefühlen, Strebungen ohne Logik, ohne Moral, ohne Sinn für Ordnung und Mass, ohne Rücksicht sogar auf die Selbsterhaltung, einzig dem Bestreben nach Lustgewinn und Unlustvermeidung verpflichtet. (Stangl, 2021).

Das ES enthält alle Anteile der Persönlichkeit, die triebhaften Charakter haben, also alle Formen von Lust und Unlust. Die vitalen Triebe wie Hunger, Durst, aber auch soziale Bedürfnisse (z. B. nach körperlicher Nähe) sind Abwandlungen dieser fundamentalen Triebe. Später entwickeln sich aus diesen Formen auch wesentliche Anteile des emotionalen Erlebens, also z. B. von Ängsten. Vielleicht sollten wir einmal über die Frage nachdenken, was „die Welt“ eines Neugeborenen oder eines Kindes im ersten Lebensjahr kennzeichnet und wie ein Neugeborenes im ersten Lebensjahr die Welt erfährt oder wahrnimmt. Wir müssen nicht lange nachdenken, um zu erkennen, dass ein Baby in einer ganz anderen Welt lebt als ein älteres Kind oder gar ein Erwachsener.

Für die Tiefenpsychologie, vor allem für die Psychoanalyse, ist das Kind im ersten Lebensjahr ein „Bedürfnisbündel“ ohne Selbst-Bewusstsein. Es kann sich selbst als Person anfangs noch nicht von seiner sozialen Umgebung abgrenzen und erlebt sich in einer dyadischen Einheit mit einer Bezugsperson, meist der Mutter. Es muss erst über viele soziale Lernerfahrungen entdecken, dass es ein eigenständiges, von der Mutter und anderen Bezugspersonen abgegrenztes Lebewesen ist. Ein Kind braucht also – neben der Befriedigung des Bedürfnisses nach Nahrung – für eine gesunde psychische Entwicklung körperliche Nähe, sozialen Kontakt, Ansprache und ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. (Speziell beschäftigt sich mit dieser Thematik auch die so genannte Bindungsforschung, die wichtige Elemente aus der Psychoanalyse aufnimmt und weiterdenkt).

Im Mittelpunkt der Erfahrungswelt eines Neugeobrenen oder eines Babys steht das Bedürfnis nach unmittelbarer Befriedigung elementarer Bedürfnisse oder Triebe. Das Kind kann noch nicht zwischen seinen Bedürfnissen und den Bedürfnissen der sozialen Umgebung differenzieren und kann daher kein Verständnis für Triebverzicht entwickeln. Das heißt, in seiner psychischen Struktur dominiert das ES, Ansätze eines ICHs sind erst im Entstehen, ein ÜBER-ICH ist überhaupt noch nicht vorhanden. Genau aus diesem Grund kann man ein Kind im ersten Lebensjahr (im Unterschied zu später) auch nicht verwöhnen.

Kinder, deren soziale Bedürfnisse auf eine fundamentale Weise nicht befriedigt werden, entwickeln später teilweise schwere, therapeutisch oft nicht mehr korrigierbare Persönlichkeitsstörungen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Babys Gewalt erfahren, wenn sie keine soziale Nähe erleben oder wenn auf ihre sozialen Signale (Schreien, Lächeln, …) keine Antwort erfolgt. Typische Störungen der Persönlichkeitsentwicklung betreffen dann die Grenzen zwischen dem eigenen ICH und der sozialen Umwelt. Betroffenen Menschen fehlt dann z. B. die Empathie-Fähigkeit, das heißt, sie sind nicht in der Lage, sich in einen anderen Menschen hineinzufühlen.

Das Es folgt dem „LUSTPRINZIP“. Das heißt, es drängt auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ohne rationale Prüfung und ohne Rücksichtnahme auf die Grenzen der Umwelt, auf ethische Normen u. a. m. (Lustprinzip = Ich WILL)

Das ICH: auf dem Weg zu einer selbst-bewussten Persönlichkeit (ab dem zweiten L.) Oder: „Wo ES war, muss ICH werden“ (Freud)



Sulztal

Eva Menasses neuer Roman ‚Dunkelblum‘ im Vorabdruck

Als in der Tageszeitung des heutigen Tages, 21. August 2021, der unter dieser Überschrift veröffentlichte Text gelesen wurde, wurde gedacht, es handelt sich dabei um eine Zusammenfassung, eine Inhaltsangabe, eine Nacherzählung …

Aber dieser Text ist keine Nacherzählung, keine Inhaltsangabe, keine Zusammenfassung eines Romans, den vielleicht eine Lehrerin als Hausaufgabe – es ist tatsächlich bereits der Romantext, genauer, es sind tatsächlich die ersten sechzehneinhalb Seiten des Romans …

Aber das gedacht haben zu können, der Text in der Tageszeitung könne lediglich eine Zusammenfassung, eine Inhaltsangabe, eine Nacherzählung eines Romans sein, war bloß das Ergebnis einer oberflächlichen und also unaufmerksamen Zeitungslektüre. Es ist nicht die Veröffentlichung einer besonders gelungenen Hausaufgabe. Von Beginn des Zeitungstextes an hätte das klar sein müssen. Unmißverständlich steht doch gleich unter der Überschrift der Name der Autorin: Eva Menasse. Und Eva Menasse ist keine Schülerin, genauer, auch sie wird menschgemäß eine Schülerin gewesen sein – aber vor langer Zeit.

Der Irrtum, der Zeitungstext sei eine Zusammenfassung, eine Inhaltsangabe, eine Nacherzählung eines Romans wurde offenbar, als durch den als Zusammenfassung, Inhaltsangabe, Nacherzählung gelesenen Zeitungstext doch die Neugier geweckt wurde, eine „Leseprobe“ des Romans „Dunkelblum“ zu öffnen.

Bereits mit der ersten Seite des Romans mußte jedoch festgestellt werden: Der Romantext ist der Zeitungstext, der Zeitungstext ist der Romantext. Der Zeitungstext ist also nicht die Veröffentlichung einer besonders gelungenen Hausaufgabe. Es ist der Romantext, einer je nicht gestellten Hausaufgabe.

In einer weiteren Tageszeitung österreichischen Qualitätszuschnitts ist zu diesem Roman an diesem heutigen Tag zu lesen:

„Dunkelblum ist Rechnitz im Burgenland.“

Rechnitz …

Am 2. März 1996 starb in Rechnitz Tobias Portschy.

Vor fünfundzwanzig Jahren.

Vierundfünfzig Seiten „Leseprobe“ von „Dunkelblum“ …

Ach, wie korrekt Eva Menasse erzählt, etwa von „Eisen-Edi“: „Er war vom fahrenden Volk der Lovara, im Frühling und Herbst zog er durch die Lande und schliff die Messer und Scheren.“ „Vom fahrenden Volk“, das ist faktisch so korrekt wie die dem Roman vorangestellte Redensart: „Die Österreicher sind ein Volk, das mit Zuversicht in die Vergangenheit blickt.“ Dann verwendet sie doch das inzwischen verpönte und also inkorrekte Wort, selbstverständlich nicht sie, sondern die „Abergläubischen“ in Rechnitz.

Die Geschichte von „Eisen-Edi“ schließt Eva Menasse: „Und so ist es gar nicht sicher, ob der Edi überhaupt noch einmal nach Dunkelblum gekommen ist.“ Gäbe es nur eine Tafel mit allen Namen, wie leicht könnte nachgeprüft werden, ob „Edi“ je noch einmal hätte nach Rechnitz … Eine solche Namenstafel wird es in Österreich nicht geben. Denn. In Österreich wird nicht mit Zuversicht in die Vergangenheit geblickt, sondern die Vergangenheit mit Blick auf den gegenwärtigen Nutzen und kurzfristigen Gewinn verwendet.

„Dunkelblum“, schreibt die weitere Tageszeitung österreichischen Standardzuschnitts, könnte auch „Schweigen“ heißen. Wie treffender wäre doch für diesen Roman „Sulztal“. Ein Titel, inspiriert von dem Satz auf Seite elf: „Damals soll es noch Dun­kelblumerinnen gegeben haben, die Durchlaucht nach der Ze­remonie die Hand küssten, knicksend.“ Gerade einmal drei Jahre ist es her, als ganz Rechnitz alle den formvollendet achtungsergebenen Sulztalknicks der …

Verbeugung

Auch in Schweigen wird dafür gesorgt, dass Verbrechen an Zwangsarbeitern ungesühnt bleiben. Lebert lässt es 100 Tage regnen. Wenn es Eva Menasse ebenfalls regnen lässt, sodass auch Dunkelblum zur Mure werden könnte, man steckt im Dreck fest … wenn Menasse ihr Donnerwetter macht, kann man das als Verbeugung vor Lebert sehen. Zumal ein Satz aus der „Wolfshaut“ ein Kapitel von „Dunkelblum“ eröffnet: „An das Sterben ist man hierorts gewöhnt, jedenfalls eher als an das Denken.“

Wäre der erste Satz der „Wolfshaut“ in einer Zeitung gelesen worden, muß nun gedacht werden, wäre dieser Irrtum nicht passiert, zu meinen, es könnte sich um einen Satz aus einer Hausaufgabe –

„Die rätselhaften Ereignisse, die uns vergangenen Winter beunruhigt haben, begannen, wenn wir es näher betrachten, nicht, wie man allgemein annimmt, am neunten, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach schon am achten November, und zwar mit jenem sonderbaren Geräusch, das der Matrose gehört zu haben behauptet.“

„Die Wolfshaut“, ein Roman, veröffentlicht 1960, dessen letzten Sätze lauten: „Und als er hernach in die Morgenhelle hinaustrat und die ausgerauchte Pipe in die Tasche steckte, begann er, irgend etwas vor sich hinzupfeifen; und auf einmal kam ihm bekannt vor, was er da pfiff. Er pfiff den ersten Ton – und wußte es noch nicht; er pfiff den zweiten Ton – und wußte es noch immer nicht – und dann den dritten –! Und da wußte er Bescheid: Das blaue Lied! Es war zurückgekehrt.“

Bis zum heutigen Tag wird das „blaue Lied“ in ganz Rechnitz gesungen, nicht jenes, das dem Matrosen in jungen Jahren eines der Hoffnung war, dessen Melodie er aber sofort bei seiner Ankunft in „Schweigen“ vergaß, sondern jenes „blaue“, das gebrummt wird von Chören in ganz Rechnitz, das auch Österreich heißen kann, die sich durch die Jahrzehnte bis zum heutigen Tag nur durch veränderte Farben ihrer Fahnen, Logos, Blusen, Hemden …

Im Ballhausstüberl

Schallenberg – Keine Solidarität für gefährdete Afghanen und Afghaninnen. Das ist unsere Außenpolitik.

Hans Rauscher ist gegen Alexander Schallenberg doch ungerecht.

Alexander Schallenberg zeigt nicht nur Solidarität, Alexander Schallenberg ist durch und durch Solidarität und Unterstützung.

Hans Rauscher, und das macht es nicht gerecht, zitiert dazu aus „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, was ein österreichischer General über …

Mit dem Rückgriff auf Karl Kraus erklärt Hans Rauscher bereits selbst, warum nicht er, sondern Alexander Schallenberg Außenminister ist; es fehlt ihm, Hans Rauscher, einfach wie kurz: die Expertise, die Alexander Schallenberg so überreich … Hans Rauscher holt keine Expertise ein, er sitzt wohl behaglich und sicher in einem wienerischen Kaffeehaus und – wie anders hingegen Alexander Schallenberg.

Alexander Schallenberg ist in der Welt unterwegs, mutig wie eine Kriegsberichterstatterin reist er über alle Grenzen, und er weiß daher aus eigener Erfahrung, wo die Kriege tatsächlich sind, als außenministerischer Kriegsberichterstatter, der jedwede Gefahr verspottet, bekundet er, Schallenberg, einem jeden Frontstaat seine Solidarität und seine Unterstützung

Afghanistan aber ist kein Frontstaat, kein Kriegsland. Nur eine, einfach wie kurz gesagt, die nicht stets behaglich und sicher im Ballhausstüberl ihre Expertise bei einem kleinen Braunen einholt, kann das wissen, wie es eben Alexander Schallenberg weiß, und nur einer wie Schallenberg kann das wissen, daß in Afghanistan ja nur eines zu tun ist, die Taliban aufzufordern, an den „Verhandlungstisch zurückzukehren“. Alexander Schallenberg wird mit seiner überreichlichen Expertise auch das genau wissen, wohin die Taliban gingen, als sie vom „Verhandlungstisch“ aufstanden, was sie dann taten, als sie vom „Verhandlungstisch“ aufstanden. Darüber kann nur spekuliert werden. Alexander Schallenberg wird das beantworten können. Vielleicht gingen sie aus verhandlungstaktischen Gründen bloß ins Islamabad auf einen Tee, und warteten rücksichtslos im Islamabad bloß darauf, wieder an den „Verhandlungstisch“ gerufen zu werden …

Bundesminister Schallenberg hat die Taliban zur Rückkehr an den Verhandlungstisch und zu einer Abkehr von ihrem „rücksichtslosen Vorgehen“ aufgefordert.

In einer parlamentarischen Anfrage vom 17. August 2021 wird Alexander Schallenberg u. v. a. m. gefragt:

Welche Kanäle hat er für diese Aufforderung benutzt? Hat er eine Antwort erhalten? Wenn ja, welche?

Diese Oppositionspartei wird wohl auch mit Hans Rauscher behaglich und sicher in einem wienerischen Kaffeehaus sitzen, aber offensichtlich nicht im Ballhausstüberl. Denn dort würde sie wohl recht leicht erfahren haben können, daß Alexander Schallenberg für „seine Aufforderung“ gar keine „Kanäle“ benutzen müßte, dafür nicht einmal nach Afghanistan reisen müßte, ja nicht einmal Österreich verlassen müßte, sondern bloß beispielsweise nach Wels und Leoben reisen muß, um Vertreter der Taliban zu einem direkten Gespräch zu treffen, sie persönlich einladen zu können, an den „Verhandlungstisch“ zurückzukehren. Die Orte in Wels und in Leoben sind wohl nicht so behaglich wie das Ballhausstüberl, aber sicher sind sie allemal …

Kurzwertszeit

Bei der Messung der Zerfallszeit radioaktiver Strahlungen wird von „Halbwertszeiten“ gesprochen.

Was wäre das für ein Fortschritt, was wäre das für eine Veränderung, gerade im Angesicht des Klimawandels, könnte die „Halbwertszeit“ des Atommülls auf „Kurzwertszeit“ gesenkt werden, auf „Nullwertszeit“, wie die „Kurzwertszeit“ auch genannt werden kann, gesenkt werden.

Es wäre die faktische Beendigung der Steinzeit. Denn. Es könnten im Hinblick auf die enorm gefährliche Problematik der Atommüllendlagerung Atomkraftwerke über Atomkraftwerke zur Gewinnung sogenannter sauberer Energie unbedenklich gebaut werden, weil eben keine Vorsorge zur Sonderlagerung von Atommüll für Jahrhunderte und Jahrtausende mehr getroffen werden müßte, da die Zerfallszeit nach der Kurzwertszeit nur wenige Wochen betrüge, die radioaktive Strahlung nach nur wenigen Wochen vollkommen endete, nach nur wenigen Wochen auswiese den Wert Null …

Aber bei der Kurzwertszeit respektive Nullwertszeit wurden bisher nur in einem einzigen Bereich erste bescheidene Erfolge erzielt, auf dem Feld der Aussagen. Auch im Bereich der Aussagen ist die Kurzwertszeit oder Nullwertszeit jedoch noch lange nicht zur Serienreife entwickelt. Die Experimente eines und mit einem Probanden lassen jedoch viele im Land, die das unterstützen, hoffen, die Kurzwertszeit oder Nullwertszeit auch in anderen Bereichen einführen zu können.

Der letzte Versuch zur Verkürzung der Halbwertszeit auf Kurzwertszeit, durchgeführt im Juli 2021, konnte bereits Anfang August 2021 mit der Erfolgsmeldung kommuniziert werden: Nullwertszeit gemeistert.

Die Aussage vom Juli 2021

„Für jeden, der geimpft ist, ist die Pandemie vorbei.“

zerfiel tatsächlich nach nur wenigen Wochen, sogar noch vor Erreichung der Mitte des Monats August 2021, komplett, wurde diese Aussage innerhalb von wenigen Wochen zur Aussage mit dem Wert Null.

Geimpfte müssen, da für sie die Pandemie vorbei ist, wie gestern, am 10. August 2021, auch von dem Medium, dessen Unabhängigkeit von dem gestrig ballhausplatzbestätigten Generaldirektor für ab 1. Jänner 2022, der sich als einen weiteren Probanden für Feldversuche der Kurzwertszeiten qualifizierte, aussagekräftig beschworen wurde, sich ein drittes Mal impfen lassen …

Abschiebung ist Zuführung zu Mord

Afghanistan ist weltweit das Kriegsland Nummer eins, und damit sehr unsicher.

Es gehe „um das Überleben dieser Menschen. Wenn sie zurückkommen, würden wir ihr Leben aufs Spiel setzen. Es herrscht Krieg.

[I]nnerstaatliche Flucht ist schon lange nicht mehr möglich.

„Wir werden sicherlich weiter nach Afghanistan abschieben.“ Wenn Menschen fliehen müssten, dann halte er „Nachbarstaaten, die Türkei oder sichere Teile Afghanistans definitiv für den richtigeren Ort, als dass die Menschen alle nach Deutschland, Österreich oder Schweden kommen“.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hat die jüngste Aufforderung der afghanischen Regierung, Abschiebungen in das Krisenland drei Monate auszusetzen, scharf kritisiert. [D]ie Ankündigung Kabuls sei „nicht die Art wie man mit einem Partner umgeht“.

Komme es zu Abschiebungen, werde im Einzelfall beurteilt, ob die Rückführung tatsächlich in ein sicheres Gebiet erfolge.

Alexander Schallenberg weiß also, „wie man mit einem Partner umgeht“; mit seiner geballten bildungsbürgerlichen Intellektspotenz weiß er recht genau, wie mit Menschen umzugehen ist.

Er, der selbst doch an allen Fronten Solidarität und Unterstützung zeigt, wird wohl auch Solidarität und Unterstützung Kabuls ihm, dem Frontpartner, und ihm, Österreich, gegenüber vermissen …

Vielleicht macht sich aber wieder eine ihm österreichische Partnerin auch noch nach Kabul auf, um dort ebenfalls zu lehren, wie Partner miteinander umzugehen haben, solidarisch und unterstützend, so wie es identitär in Österreich gepflegt wird, auch auf Reisen, etwa nach Griechenland

Der zweite Mann aus Österreich, ebenfalls ein Solidaritätspartner und Unterstützungspartner, spricht von „Abschiebungen in sichere Teile Afghanistans“ … Mit seiner Intellektspotenz fällt es ihm gewiß leicht, in einem Kriegsland sichere Teile zu finden, in einem Kriegsland sichere Teile zu orten, das ist ja so einfach, wie in einem Nadelhaufen einen Strohhalm …

Abschiebung (nach Afghanistan) ist Zuführung zu Mord.

So kurz wie klar ist es auf den Punkt zu bringen.

Selbstverständlich ist es kein Mord, den die Abschiebenden selbst begehen, es ist auch keine Beihilfe zum Mord der Abschiebenden, es ist auch keine Unterstützung zum Mord durch die Abschiebenden, es ist auch kein von den Abschiebenden beauftragter Mord, es ist auch kein von den Abschiebenden angestifteter Mord, es ist auch keine Solidarität der Abschiebenden mit den Mordenden, diesmal, aktuell in Afghanistan.

Aber Abschiebungen sind Zuführungen von Menschen zu ihrer Ermordung. Abschiebende führen den talibanistischen Mordenden noch mehr Menschen zu, damit diesen, den talibanistischen Mordenden, nicht die Menschen zum Morden ausgehen, sie ihren Hunger und Durst nach Mord allzeit stillen können. Abschiebung von Menschen ist Nachschub an Menschen zur Befriedigung der Mordgier der talibanistischen Mordenden, die getrieben von ihrer Intellektspotenz ganz Afghanistan durchkämmen, um sich Erleichterung durch Morden zu verschaffen, aber es ist stets nur eine momentane Erleichterung, die sie sich durch das Morden verschaffen, ihre Morde am Vormittag sättigen sie nur bis zum Mittag, und schon müssen sie weiter morden, nach einem mordgesättigten Nachmittagsschläfchen ist dann ihr Hunger nach Mord wieder da, dessen Sättigung dann gerade einmal bis zum Abend …

Was für eine Vorstellung der Abschiebenden, Menschen könnten aus Österreich in „sichere Teile von Afghanistan“ abgeschoben werden. Hinzu kommt die Unverfrorenheit, Menschen auch dann noch, wenn sie aus Österreich abgeschoben werden, zu diktieren, wo in einem anderen Land, in diesem Fall in Afghanistan, sie sich aufzuhalten haben, ihnen sogar im eigenen Land noch, in diesem Fall in Afghanistan, das Recht auf freie Wahl des Aufenthaltsortes abzusprechen, ihnen gar einen Ort – von einem „sicheren“ Ort kann in keiner Weise gesprochen werden – vorzuschreiben, mit dem sie nichts verbindet. Zur Veranschaulichung: Ein Mensch aus Vorarlberg würde nach seiner Einwanderung nach Graz aus Graz nach St. Pölten abgeschoben werden, nach St. Pölten, wo er keinen Menschen kennt, nach St. Pölten, wo keine einzige Verwandte von ihm lebt, nach St. Pölten, wo er vor seiner Abschiebung nach St. Pölten niemals noch in seinem Leben war.

Was für eine Vorstellung des dritten Mannes, es werde im Einzelfall beurteilt, ob die Rückführung tatsächlich in ein sicheres Gebiet erfolge, und das von einem Mann, der einem Ministerium nach wie vor vorsteht, dessen Mitten in Wien gemachte Einzelfallbeurteilung der Innenstadt von Wien als „sicheres Gebiet“ – so sicher die Beurteilung von Wiens Mitte war, so sicher werden wohl die Beurteilungen von Mitten in Wien von „sicheren Gebieten“ im rund 4.600 Kilometer (Luftlinie) von Österreich entfernten Afghanistan sein …

Sicher ist jedoch nur eines, die drei Männer als Hauptmänner in der Vorstellung Abschiebung aus Österreich können sich der Solidarität und Unterstützung sicher sein von vor allem mit ebenso hoher Intellektspotenz gesegneten Männern in einem sicheren Gebiet, das sie als „unsicheres Gebiet“ …