Wer sich das Video mit dem zurzeitigen Vizekanzler in Österreich ansieht, erinnert sich sofort, ohne sich dagegen wehren zu können, an die Spelunken auf dem Wiener Gürtel, in denen Kleinkriminelle um vermeintlich ihnen gehörende Reviere schachern.
Vor Wahlen stets die Anrufung des Antifaschismus, der Tanz um den Antifaschismus, wie dieser wohl eigentlich zu verstehen ist, und ohne Wahlen, also die gesamte Landeszeit über Österreich überlassen dem Antifaschismus, in den Österreich vernarrt ist.
Dieses in den Nationalsozialismus vernarrte Österreich. Kaum wird die Odal-Rune als Logo eines Künstlers gesehen, wird schreibend geschrien: die Nationalsozialisten hätten die Odal-Rune …
Wenn Odin Wiesinger für Raiffeisen arbeitet, wer könnte daran in Österreich etwas Verwerfliches finden. Wenn ein Künstler mit solch einer Gesinnung, zu der er nicht erst 2038 gefunden hat, für eine Bank arbeitet, von der gesagt werden kann, sie ist Österreich …
„Der Widmungstext lautet: ‚In Dankbarkeit dem Bauernbefreier Hans Kudlich. Den Bauern die Freiheit und das Land. 1848 – 1998.‘ Auf der eingelassenen Messingplatte ist zwischen den Symbolen der Raiffeisenbank zu lesen: ‚Gewidmet anlässlich 700 Jahre Markt Gurk von der Raiffeisen-Bankengruppe Kärnten‘.“
Freilich ist Hans Kudlich ein Mann, der von der FPÖ gehoben wird in den Hi…, aber eben nicht nur ihr ein Mann, dem zu gedenken …
Noch ein Denkmal, für Kudlich, in St. Marienkirchen. Der Runenmaler wird für dieses selbst initiativ, seine „Gesinnungsgemeinschaft“ die Umsetzerin, aber:
„Unter den Klängen der örtlichen Musikkapelle zogen Bauern, Bürger und Ehrengäste in einem langen Zug von der Ortschaft über den Franzosenweg zum Denkmal hinauf. Begrüßt wurden sie vom Landwirtschaftskammer-Rat Hans Grosspötzl. Die Landtagsabgeordneten Lutz Weinzinger und Ing. Franz Kroismayer erinnerten in ihren Reden an die Zeit um 1848 und erklärten das Besondere an der Tat Kudlichs. Der Ortspfarrer Johann Loidl schließlich segnete das Denkmal, wobei ihm der Landtagspräsident von Oberösterreich Mag. Manfred Bodingbauer persönlich assistierte.“
Im Leben eines jeden Menschen kommt unweigerlich die Stunde der Frage, die eigene Biographie zu schreiben, diese doch nicht zu schreiben.
Für Odin Wiesinger könnte die Stunde der Frage nun gekommen sein, jetzt am Höhepunkt, und vielleicht hat er für sich bereits die Antwort gefunden, sich also für das Schreiben seiner Biographie entschieden.
Welchen Titel könnte er seiner Biographie geben? Vielleicht: „Mit Botschafterin und Präsidenten durch die Welt meiner Werke“.
Und welches Motto wäre für solch eine Biographie in Österreich passender, als das weise Wort des allseits verehrten Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen:
„Wir wollen das Gemeinsame vor das Trennende stellen. Das war immer ein Wesenskern des Österreichischen.“
Zum Gemeinsamen stehen, das ist nicht ein Kern des Wesens des Österreichischen, das ist das Wesen des Österreichischen. Mögen in anderen Ländern Menschen trennen, was nicht zum Gemeinsamen gehören kann, weil es das Trennende ist, das niemals das Gemeinsame erstrebt, bleibt in Österreich der Gemeinsinn für das Gemeinsame Lebensborn.
Vielleicht doch nicht so rasch, in vielen kurzen Schritten zum Siege des Gemeinsamen am Ende. Jetzt einmal solch eine Biographie des Gemeinsamen geschrieben, dann in einem schönen Druck in Graz herausgebracht und …
Es sind Menschen, die wissen, irgendwann läßt sich alles teuer verkaufen, sie haben ihre Erfahrungen, Beispiele dafür, etwa die künstlerischen Postkarten des Franz Köck …
Menschen sind bereit, das ist bekannt, Liebhaberinnenpreise oder, zutreffender, Gesinnungshabererpreise zu bezahlen.
Sie sollen sich auch schon überlegen, wie sie das anpreisen könnten.
Gibt es denn eine bessere Werbung für ein Werk als diese, daß ein Werk animiert, motiviert, wohin zu gehen? Odin Wiesinger spricht die Menschen an, und sie gehen zum Ball in die Hofburg …
Was für Höchstpreise, die erzielt werden wollen, stets auch recht vorteilhaft ist, wenn es sich um das Werk eines Künstlers handelt, wie im Fall von Odin Wiesinger, das interpretiert wird, sogar eines, das geschaffen, angeschaffen wurde, für eine Getränkekarte, für eine Speisenkarte, für eine Eintrittskarte … dieses Werk kann mit einer Interpretation aufwarten, die sich kunstkritisch damit auseinandersetzt, weshalb die „Fliege“ …
Die Odin-Wiesinger-Medaille wird wohl einen Ehrenplatz auf dem Schreibtisch des Nationalbank-Gouverneurs bekommen, ab dem Herbst 19 dann zu bestaunen, von allen, die zu ihm kommen, von nah und fern.
Dann aber hätte er diese Ausstellung nicht gemacht. Denn. Das hätte geheißen, Jan Böhmermann wäre zuvor in Graz gewesen, hätte einen Stadtspaziergang gemacht und bei diesem seinem Gang durch Graz festgestellt, seine Ausstellung ist schon da, in Graz, eine Ausstellung in Permanenz, ganz Graz, die permanente Ausstellung von Jan Böhmermann ohne Zutun von Jan Böhmermann.
Jan Böhmermann, heißt es nun aufgeregt, provoziere. Aber. Mehr als Graz kann niemand provozieren und vor allem nicht ständig. Schon im Juni 19 werden sich Menschen abmühen, zu erinnern, da sei doch was gewesen, im Mai 19, eine Ausstellung, die wo mit Satire was gehabt haben soll …
… es soll irgendwelche Aufregungen um diese … und irgendwann wird diese Ausstellung abgebaut sein, bleiben wird, bleiben wird, wie je, Graz als ständig provozierende Ausstellung.
Was hätte Jan Böhmermann zur Erkenntis bringen können, seine Ausstellung ist längst schon da als ständige Ausstellung, und provoziert als nicht ausgewiesene Satire ständig, zeigt der Welt, wie Österreich ist, Österreich ist Graz, Graz ist Österreich in all seinen Vergangenheiten, Gegenwarten und schlimmsten Ahnungen für sein Zukünftiges – GRÖZ.
Es sind die Wege, Straßen, Gassen, Plätze, die mit ihren Namen auf Graz, um Graz und weit um Graz herum verweisen, also auf ganz GRÖZ.
Es kann Ihnen nur empfohlen werden, besuchen Sie die Ausstellung GRÖZ. Es ist auch die bequemste Ausstellung, die Sie je erlebt haben werden. Denn. Sie werden keinen Zeitdruck haben. Sie brauchen sich um keine Öffnungszeiten zu kümmern. GRÖZ ist immer geöffnet, vierundzwanzig Stunden täglich das ganze Jahr über, am Werktagen, an Sonntagen, an Feiertagen. Ohne körperliche Anstrengung. GRÖZ ist von der Fläche her eine kleine, eine sehr kleine Ausstellung. Bei einem gemütlichen Spaziergang durch die Stadt sind Sie im Nu bei allen Stationen gewesen.
… Wenn Sie die Gedenktafel für den „Ehrenbürger Bartsch“ lesen wollen, dann hinauf auf den Schloßberg, auch dieser bequem und mühelos zu erreichen. Der Ehrenbürger zwingt jetzt doch zu einer Berichtigung. Auch GRÖZ hat Sinn für Satire der Kritik. So schreibt GRÖZ auf ihrer offiziellen Website:
„Rudolf Hans Bartsch schrieb ab 1908 zahlreiche
Romane, Erzählungen und Novellen, die nach Aussagen heutiger Kritiker das
alte Österreich oft sentimental verklärten. Bereits für seine ersten Werke
wurde er positiv rezensiert und gelobt. Sein Schubert-Roman ‚Schwammerl‘, eines
der erfolgreichsten Bücher vor dem Zweiten Weltkrieg, diente 1916 als Vorlage
zu der Operette ‚Das Dreimäderlhaus‘, die auch verfilmt wurde. In seiner
Heimatstadt Graz wurde eine Straße nach ihm benannt. Geboren am 11. Februar
1873 in Graz, Ernennung zum Ehrenbürger am 17. März 1932.“
… von der Hofgasse haben Sie es dann nicht mehr, obgleich in GRÖZ davon gar nicht die Rede sein kann, weit zur Ausstellung von Jan Böhmermann, und sollte diese noch geöffnet sein, gehen Sie hinein …
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