Wohl dadurch, daß der Bundespräsident in Österreich in seiner Videobotschaft davon spricht, es würden Denkmäler errichtet werden. Er dadurch, tief in der Nacht eine Verfolgung durch die Frage im Schlaf auslöst, von welchen Denkmälern spricht er so beredt schweigend?
Von dem Denkmal etwa in Maxglan (Salzburg), das in diesem Jahr ’20 beschädigt wurde?
Von dem Denkmal etwa im Stadtteil Parsch in Salzburg mit seiner ebenfalls unbekümmerten Inschrift, von „Zigeunern“ geschrieben steht, es nicht einmal notwendig befunden wurde, dieses schändliche Wort in Anführungszeichen zu setzen.
„In Salzburg fielen über 300 Zigeuner-Sinti und Roma der Nationalsozialistischen Rassenpolitik zum Opfer. Von 1940 bis 1943 unter unmenschlichen Bedingungen im Zigeunerlager Salzburg eingesperrt wurden sie im Frühjahr 1943 in Vernichtungs-KZ Ausschwitz deportiert.“
Nun, er hat etwas gesagt. Er hat eine Videobotschaft abgesetzt. Seinem Gewissen hat er soher ein feines Ruhekissen aufgeschüttelt. Wenn aber nicht zufällig an diesem 2. August eine Tageszeitung gelesen worden wäre, in der von dieser Videobotschaft berichtet worden ist, mit einer Verlinkung zur Videobotschaft des Bundespräsidenten, es wäre vollkommen untergegangen, daß er etwas zum Gedenktag gesagt hat. Es wird, so wird er fortan sagen können, ihm kein Mensch vorhalten können, er hätte geschwiegen.
Wer in Zukunft diese Videobotschaft suchen wird, weil davon gehört, es solle solch eine Videobotschaft geben, wird lange suchen müssen, um diese zu finden, vielleicht wird auch die Suche sogar vergebens sein. Denn. Wo die Videobotschaft von Alexander Van der Bellen nicht zu finden ist, ist auf den sogenannten offiziellen Kanälen des Bundespräsidenten, also nicht veröffentlicht auf der offiziellen Website des Bundespräsidenten, nicht aufzufinden auf dem Youtube-Kanal des Bundespräsidenten, nicht auf seinem Twitter-Account.
In diesem Artikel vom 2. August wird die Videobotschaft des Bundespräsidenten zusammengefaßt:
„Lange Zeit sei das Schicksal der Roma und Sinti ‚verdrängt, verschwiegen und vergessen‘ worden, fuhr der Bundespräsident fort. Auch heute noch sei ihre Kultur ‚mit Klischees und Vorurteilen belastet‘. Die Zeitzeugen unter den Roma und Sinti, die aus der NS-Zeit berichten könnten, würden heute immer weniger.“
„Schicksal verdrängt, verschwiegen und vergessen“ … Wie lieblich! Wie rührend der Bundespräsident spricht. Vielleicht findet sich ein Mensch, der dem Bundespräsidenten es bei einer passenden Gelegenheit persönlich sagen kann:
Was ihm etwa am 6. August 2020 so leicht über die Lippen kommt, verbreitet auf Twitter, mit über 196 Tausend „Followern“, zu den Atombombenabwürfen vor 75 Jahren, und auch auf der offiziellen Website des Bundespräsidenten, wäre endlich und wichtig auf den offiziellen Kanälen eines österreichischen Bundespräsidenten zum breitesten und offiziellen Eingeständnis not, in etwas abgeänderter Form seiner Bekanntgabe zu Hiroshima und Nagasaki:
„Im Namen der Republik Österreich“ entschuldige ich mich bei den Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen und bei deren Nachkommen, die auch 75 Jahre nach dem Untergang der massenmörderischen Totaldiktatur Opfer dieser grauenvollen Gesinnung sind.
„Das Gedenken sehe er auch als Auftrag der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft: ‚Wir müssen dafür sorgen, dass Menschenverachtung, Sündenbock, Hass und Gewalt nie wieder als politische Instrumente eingesetzt werden‘, unterstrich Van der Bellen.“
„Menschenverachtung, Sündenbock, Hass und Gewalt“ werden nach wie vor „als politische Instrumente eingesetzt“. Und gerade in diesem Artikel über seine Videobotschaft wird auch davon berichtet, von einem Mandatar
„Sie verwies auf ein derzeit in staatsanwaltlicher Prüfung befindliches Video mit Hassaussagen gegen Roma und Sinti, die ein steirischer FPÖ-Mandatar im Internet geteilt hatte, und Beschmierungen wie etwa ‚Roma raus‘. Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch hat den steirischen FPÖ-Vizeklubobmann Stefan Hermann wegen Verdachts der Verhetzung bei der Staatsanwaltschaft Graz angezeigt. Die Sachverhaltsdarstellung bezieht sich auf ein von ihm geteiltes Video auf Facebook, bei dem es sich laut SOS Mitmensch um ein „Anti-Roma-Hassvideo“ handle. Darin seien „wüste Beschimpfungen gegen Roma und Sinti“ zu sehen.“
PS Wenn Sie einer oder eine von den 31 Abonnentinnen von „European Holocaust Memorial Day for Sinti and Roma“ sind, dann werden Sie die Videobotschaft des österreichischen Bundespräsidenten bereits kennen, wenn nicht, und Sie wollen diese Videobotschaft doch finden, dann klicken Sie auf diesen Link: https://www.youtube.com/watch?v=K1-0mU8KDLA …
Und Sie werden unter dem Video eine befremdliche Information lesen:
„Sadly, Youtube does not allow you to upload subtitles in Romani.“
… eine Tageszeitung, die derart von diesen Zeilen gerührt ist, daß sie diese sofort am 9. August ’20 veröffentlichen muß, um alle im Lande Österreich mit diesen „berührenden Zeilen“ von Tassilo Wallentin …
Für ein Kapitel, in dem es um „Kinderbriefe“ geht, kann es wohl keinen besseren Schluß geben, als einen mit einer Aufgabe als Hausübung. Ist das Unbehagen daran gerechtfertigt, wenn Menschen sprachlich durch Sonderzeichen wie „*“, „_“ ausgedrückt werden? Und wenn ja, warum? Gibt es optimalere Lösungen dafür, als Menschen durch Sonderzeichen vorzuführen? Ist die Variante mit Sonderzeichen ein rührender, aber hilfloser Versuch auf dem Weg zu einer optimalen Lösung, oder ein Abgrund, der den Menschen, die um sprachliche Gleichbehandlung sich bemühen, selbst nicht bewußt ist, den wahrzunehmen sie nicht gewillt sind? Kann es eine vorzügliche sprachliche Gleichbehandlung je geben ohne eine tatsächliche Gleichbehandlung in der Wirklichkeit, ohne tatsächlich gelebte Gleichbehandlung in Staat und Gesellschaft?
Es muß zugegeben werden, nicht zu wissen, zu welchem Zweck dieses Werbematerial der jungen Männer hergestellt wurde.
Aber so adrett, wie die drei jungen Männer sich präsentieren, wollen sie wohl als Kanzlerkandidaten sich positionieren. Die Frisur tadellos, das Kinn glatt, die Krawatte, das Mascherl ordentlich, der Kragen auch werktags rein …
Drei junge Männer, die sie sich selbst zu sagen scheinen, Hoffnung der Österreicher zu sein, ihnen Vorbild, ob als Wächter des KL-Denkmals etwa der eine, der um die Geschichte weiß, weiß, was er der Vergangenheit schuldet, das allein durch gegebenen Namen „D05“ bereits manifestiert, mit Bergen verstärkt. „05“ war einst eine Widerstandsbewegung in Österreich gegen das madige sieben Jahre in Österreich herbeigesehnte deutsche reich. „05“, eine Bewegung einst für Österreich, und nun „D05“: für Deutschland, wofür sollte sonst das „D“ stehen … Der zweite junge Mann oder der junge Mann in der Mitte, Wächter und Sachwalter der Vergangenheit, sieht für sich wohl noch Größeres, nicht nur Kanzlerkandidat für das kleine Gebirgsland Österreich, sondern für Deutschland, zu dem dann wieder, wie einst, so die Hoffnung in den Bergen patriotenreich …
Und zum ersten oder dritten jungen Mann auf dem Bilde muß nicht viel gesagt werden, er ist der Internationale unter den drei jungen Männern, von den Bergen treibt es ihn immer wieder in die Welt — hinaus …
Sie werden vielleicht einwenden wollen, es muß ja nicht immer der Präsident etwas von sich geben, es gibt ja auch noch die Bundesregierung, den Vizebundeskanzler, den Bundeskanzler … Freilich, die es gibt es, aber diese piepsen wie der Präsident und können sich dafür der Beipflichtung sicher sein des Wolferl-Onkels …. Und erst recht der Bundeskanzler, der recht auf der Seite der Innenminister …
„#Porajmos-Gedenken: Nur wenn wir auch den Genozid an den Roma und Sinti ins kollektive Bewusstsein rücken und Lehren daraus ziehen, erfüllen wir als Gesellschaft den Auftrag, der sich aus der Formel ‚Nie wieder!‘ ableitet“
Das Gedicht von Theodor Kramer selbst ist kein Rätsel, ein Rätsel aber bleibt, wovon es so deutlich spricht. Sie schwelgten gerne bei den gleichen Festen, vielfältig waren ihre Verbindungen, oft sogar waren sie einander in Freundschaft zugetan. Hierzu braucht nur beispielhaft die Literaturgeschichte im Land Österreich aufgeschlagen werden, aber nicht nur, kaum anders hat es sich beispielsweise in Deutschland zugetragen. Die Trennung zwischen ihnen hat lange vor dem sogenannten Anschluß Österreichs an das madig zwölf Jahre lang wütende deutsche reich begonnen. Die Trennung zwischen jenen, die dann mit denen marschierten, die mordeten, und jenen, die Österreich und Deutschland fliehen mußten, und auch jenen, wenngleich wenigen, die Österreich und Deutschland verließen, weil sie nicht mit Mörderinnen marschieren wollten, und auch jenen, die aus dem Land nicht herauskamen und ermordet wurden, deren Mörder auch jene waren, mit denen sie einst auf gleichen Festen sich vergnügten, mit denen sie in Kaffeehäusern einst beieinander saßen, gemeinsam schwelgerisch der Kunst und Literatur und Musik zugetan, denen sie, den Mördern, ihre Verse vortrugen, die Mörder ihnen, den Fliehen-Müssenden und den Ermordeten, ihre Verse widmeten.
Vielleicht sollte es nun, um kommenden Generationen Trennungen zu ersparen, die so klare Antwort von Theodor Kramer in allen Kaffeehäusern ausgehängt werden, in Stein gemeißelt an allen Ortseinfahrten aufgestellt werden, auf daß gesehen wird, die vielen Ausfahrten, die es gibt …
Doch unser keiner hatte die Geduld, In deiner Sprache dir den Weg zu sagen.
Manchmal kann etwas aus der Vergangenheit in der Gegenwart dadurch gelöst werden, daß in der Gegenwart das durchgespielt wird, was in der Vergangenheit passiert ist.
Nicht alles, was in der Vergangenheit passiert ist, eignet sich zum Nachspielen. Vieles ist zu verheerend.
Aber das harmlose Errichten eines Denkmals, wenn auch mit verheerenden Auswirkungen und Nachwirkungen, eignet sich zum Nachspielen ohne Bedenken.
Wie das abgelaufen ist, in der Vergangenheit, kann also in der Gegenwart nachgespielt werden.
Sagen Sie nicht, das kann nicht nachgespielt werden, weil die Zeit der Denkmäler vorbei ist. Die Zeit der Denkmäler ist nicht vorbei, auch die Zeit der Parteipolitikdenkmäler ist nicht vorbei.
Stellen Sie sich weiter vor, dieser Verein bekommt die Spenden zusammen, um das Denkmal errichten zu können. Daran besteht kein Zweifel, daß sie das Geld zusammen bekommen würden, gibt es doch einen großen Hort der spendenwilligen Verehrer in diesem Land.
Und in fünfzig Jahren kann dieses Parteipolitikdenkmal wieder ersetzt werden, dann vielleicht schon durch eine Frau aus dieser Partei …
Denn das aus der Vergangenheit ist doch je nur für die Gegenwart zur Zeit der Vergangenheit bestimmte, und je nicht für die kommenden Gegenwarten jedweder Gegenwart, die nach den Vergangenheiten kommen, und wären diese Denkmäler nicht aus Stein, Metall, Eisen oder Marmor, sondern aus Papier, wie die Wahlplakate, so wären diese alle längst schon weggeräumt, wie eben Wahlplakate nach jedweder Wahl sofort von den Straßen, Plätzen, Gassen entsorgt werden …
Es sind je keine Denkmäler als Gruß an die Vergangenheit, es sind je Denkmäler für die Gegenwart, steinerne Demonstrationen der Gesinnungen. So ist es auch um das Denkmal bei Purkersdorf für Josef Weinheber bestellt, mit einem Relief von Rudolf Pleban, hingestellt als Gesinnungsgrenzstein, landmark of conviction …
Wer mit ihm auf dem Feld, auf dem Rudolf Pleban schritt, zu dieser Zeit der Schaffung des Weinheber-Denkmals auf der Feihlerhöhe, schildert die „Eigenwerbung“ der Zeitschrift von Karl Strobl, die alles selber sagt, was zu sagen ist …
„Diese Zeitschrift dient der deutschen Kunst. Sie bekämpft daher: die entartete Kunst in allen ihren Erscheinungsformen / den Kunstjournalismus, der für die entartete Kunst wirbt / den Kunstsnob, der die entartete Kunst fördert / den evantgardistischen Kunsterzieher, der durch sein Eintreten für entartete Kunst das gesunde Empfinden unserer Jugend vergiftet / das offizielle Kunstmanagertum, das seit Jahren Millionenbeiträge aus öffentlichen Mitteln in die entartete Kunst investiert. Aus dem Inhalt: Josef Weinheber zum Gedenken (mit Abb. von Bildnis-Büste J.W s von Rudolf Pleban) / Zu Bildern eines österreichischen Soldatenmalers (Alexander Pock) / War Adolf Hitler künstlerisch begabt? (Karl Strobl) / Erinnerung an Wilhelm Dachauer / Der Bildhauer Rudolf Schmid-Rodaun / Erich Kern 60 Jahre alt (mit Photo) / Neue Welle der Deutschenhetze in den USA: Film- und Fernsehgesellschaften überbieten sich in pornographischen und sadistischen Darstellungen / Unsere Marinemaler (u.a. Claus Berger, Lothar Buchheim, Richard Schreiber) / Gefälschte Guardi – Bilder / Franz Xaver Wolf, ein Meister der Zeichnung / Der Maler Heinrich Kreisel / Genie am Pranger – warum Ezra Pound verstummen musste / Wilhelm Frass zum 80. Geburtstag / Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg – Lippe nun ständiger Mitarbeiter dieser Zeitschrift. / Rudolf Hess / Der Maler Roland Strasser / Das Ende von Kultur und Gesittung – Machtergreifung der Asozialen ( H.Rustenmayer) / Die Künstlerfamilie Kasimir (u.a. Hoernes – Kasimir) / Exlibris in Vergangenheit und Gegenwart / Zu neuen Arbeiten des Architekten Ferdinand Gaisser / Ein Meister des Holzschnitts – Ernst von Dombrowski zum Gruß.“
Irgendwann wurde dann doch eine Zusatztafel angebracht, am Male in Purkersdorf, mit einer abgeänderten Zeile eines Verses aus „Requiem für einen Faschisten“ von Theodor Kramer. Es ist wohl der Gesinnung geschuldet, daß auf der Website der Josef-Weinheber-Gesellschaft, wie diese sich im Juli ’20 präsentiert, eine Abbildung des Denkmals ohne Zusatztafel gezeigt wird …
Es ist ein Vergehen an Theodor Kramer. Nicht kenntlich zu machen auf der Tafel, daß sein Vers geändert wurde. Schlimmer noch, durch die verwendeten Anführungszeichen den Eindruck vermitteln zu wollen, Theodor Kramer hätte diesen Vers genauso geschrieben, Theodor Kramer würde wörtlich zitiert werden. Doch im Vers von Theodor Kramer steht nichts von einem „großen Lyriker“ …
Entweder wäre das gesamte Gedicht von Theodor Kramer auf die Zusatztafel zu schreiben. Oder, wenn schon ein abgeänderter Vers, dann ohne Anführungszeichen und vor allem in einer deutlicheren Abänderung …
So marschiertest du mit denen, die mordeten; wer weiß da, wann du auf dem Weg über die Aschenberge gewahr der Menschen wurdest, die sie verbrannten?
Er, Oliver Rathkolb, wäre dafür, Denkmäler sollten durch verschiedenste Interventionen, sei es das künstlerischer oder inhaltlicher Art, ins 21. Jahrhundert gesetzt werden.
Und in welcher künstlerischen Art? In der künstlerischen Nachfolge etwa von Müllner?
Im Grunde ist der Erhalt eines Denkmal, wie des KL-Denkmals, durch diese heilige Allianz von Antisemitismus und Nationalsozialismus, das es repräsentiert durch den Dargestellten mit seinem Antisemitismus und zusätzlich durch den Schöpfer des Denkmals mit seinem Dienst am Nationalsozialismus, nicht zu argumentieren.
Darüber hinaus verkörpert dieses Denkmal nicht nur die Allianz von Antisemitismus und Nationalsozialismus, sondern die Dreifaltigkeit von Antisemitismus, Nationalsozialismus und Parteipolitik. Auch das wird in der Debatte um Denkmäler, besonders im Fall vom KL-Denkmal, vollkommen vernachlässigt, der Grund, weshalb dieses Denkmal je errichtet worden ist.
„Als nach Luegers Tod alsbald die Absicht unter seinen zahlreichen Anhängern lebendig wurde, dem toten Bürgermeister ein gewaltiges Denkmal zu setzen, da vermählte sich diesem an sich schönen Gedanken der Pietät sogleich ein hässlicher Nebengedanke: demonstrativ die Bedeutung des Dahingegangenen aller Welt, besonders aber seinen Gegnern, vor die Augen zu führen, sozusagen ins Gesicht zu schleudern. Nicht so sehr dem Manne, dessen Name das Denkmal einst tragen sollte, galt es, ein Monument zu bauen, sondern vor allem ein Zeugnis für die Macht und das Ansehen jener politischen Partei abzulegen, als deren Repräsentant der Verstorbene – mit Recht oder Unrecht bleibe dahingestellt – gegolten hatte. Und indem man solcherart statt eines Erinnerungsdenkmals ein Demonstrationsdenkmal zu errichten beschloss, vergriff man sich von allen Anfang im Massstab.“
In einhundert Jahren noch zu leben, also im Jahr 2120, wäre beinahe wünschenswert, nur um zu erfahren, wie dann eine Zeithistorikerin über das Denkmal „Badende“ urteilen würde, ob sie sich auch für den Erhalt der „Badenden“ aussprechen würde, was sie auf eine zum Parteipolitdenkmal (Landmark to the party polit…) zusätzlich aufgestellte Tafel schreiben würde, ob sie etwas verschweigen würde …
Aber vielleicht gibt es in einhundert Jahren in Österreich, sogar in Österreich keine Debatte mehr Parteipolitikdenkmäler, weil diese einfach irgendwann nach einer gewissen Zeit ohne Aufregung, ohne Debatte, wieder entsorgt wurden, sogar in Österreich, schneller entsorgt, als daß diese errichtet …
Ob Karl Farkas zu dieser „Bilanz der Saison“ die Empfehlung abgegeben hätte: „Schau’n Sie sich das an!“ … Leider kann er nicht mehr danach gefragt werden. Vielleicht hätte Karl Farkas diese Frage sogleich Ernst Waldbrunn gestellt, und dieser hätte dann eine Antwort darauf gehabt, eine Antwort, die —
Gut vorstellbar hingegen, daß Avril höchste Bewunderung für Sebastian Kurz und Gernot Blümel äußerte, käme er, wie er Lacenaire anhimmeln darf, in die Gunst ihres Dienstes, mit silbrigem Blick des Respekts sagte:
„Trotzdem, man muß schon sagen, es ist was Schönes …“
Gernot Blümel und Sebastian Kurz würden wohl auch knapp und einfach wie Lacenaire fragen:
„Was?“
Avril: „Die Bildung!“
— „Armer Avril!“
Avril: „Aber es ist doch so. Ich frage mich, wo haben Sie das alles nur her?“
Wie gut, daß beide Interviews geben und gleich in den Interviews die Menschen vor den Bildschirmen Anteil nehmen lassen an ihrer Bildung durch ihre Aufklärungen gemäß des ihnen vom Höchsten erteilten volksbildnerischen Auftrages, wer „so ein gebildeter Mensch „eigenes Hirn Blödsinn“ …
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