Kemeten, pro-patria-suiten

Im Herbst ’18 werden in Kemeten Tafeln aufgestellt, darunter auch eine zur „NS-Zeit“. Das geht auf einen Gemeinderatsbeschluß aus dem Jahr ’06 zurück. Zwölf Jahre also wurde in Kemeten dafür gebraucht, um eine solche Tafel zur „NS-Zeit“ aufzustellen.

Ein sehr anschauliches Beispiel, um Zeit zu erklären. Zwölf Jahre für das Aufstellen von ein paar Tafeln tausend Jahre, eine Ewigkeit. Ein tausendjähriges Reich zwölf Jahre, ein Wimpernschlag.

Zwölf Jahre wurde also in Kemeten daran gefeilt, einen Tafeltext zur „NS-Zeit“ zu formulieren. Und was das für ein Text geworden ist. Woran eine Ewigkeit gemeißelt, das kann nur recht werden …

1938-1945

Nach schwierigen Jahren erfolgte am 1. September 1938 die nächste Grippewelle.

Die Gräuel der zweiten Grippewelle trafen auch Kemeten mit voller Härte. So kamen 120 Kemeter, die gegen die Grippe gezogen, sind nicht wieder nach Hause.

Nein. Über eine derart ehrlich gemeinte Tafel sich lustig zu machen, das schickt sich nicht. Sagt doch dazu der Bürgermeister von Kemeten: „Dahinter liegt ein großes Bedauern.“ Ist hinter der Tafel gleich der Friedhof, wo Groß Bedauern begraben …

Über diese Tafel sich lustig zu machen, das geht auch deshalb nicht, weil es eine lyrische Tafel von höchster Güte ist. Lyrik durch raffinierteste Beistrichsetzung:

„So kamen 120 Kemeter, die in den Krieg gezogen, sind nicht wieder nach Hause.“

Wäre dafür ein Bürgermeister der identitären Regierungspartei, deren Gefechte mit der Rechtschreibung legendär sind, verantwortlich, so wäre es, kurz wie einfach gesagt, ein banaler Rechtschreibfehler, verantwortlich aber dafür ist ein sozialdemokratischer Bürgermeister …

Kemeten - Pro Patria Suite

Ausgewogener, gerechter hätte auch ein Verantwortlicher aus der identitären Regierungspartei das Formulieren dieser Tafel nicht in Auftrag geben können: ausgewogen und gerecht verteilt Leid, Elend, Mord auf alle Menschen, das von dem Wimpernschlagtotalreich mit stahlhartem Willen industriell erzeugt …

Zehn Sätze hat der Tafeltext. Zwei Sätze für die Opfer, für die Ermordeten vom Wimpernschlagtotalreich. Vier Sätze berichten vom „Bomberabsturz in der Kemeter Bergen“, wann die „ersten russischen Truppen“ … wie lange und wo die „Front verlief durch die Gehöfte“  … wie viele „Häuser in Brand geschossen“ … wie viele „Deutsche und Österreicher ums Leben kamen“ … Ein Satz gesteht ein, die „Zahl der gefallenen Russen ist nicht bekannt“. Zwei Sätze davon, wie Kemeten die „volle Härte der Gräuel des zweiten Weltkrieges“, wie viele „nicht wieder nach Hause sind“ … Und zum Auftakt informiert ein Satz zielgenau, wann der „nächste Krieg erfolgte“, nach „schwierigen Jahren am 1. September 1939“ …

Der Friedhof oder die Kirche mit der Urne von Groß Bedauern in Kemeten muß tatsächlich gleich dahinter …

Und nun „kritisiert“ die „Roma Volkshochschule Burgenland“ diese „Tafel zum Gedenken an das Schicksal der Roma von Kemeten als ‚misslungene Erinnerung'“ und der sozialdemokratische Bürgermeister „zeigte sich über die Kritik ‚verwundert'“ – wie recht damit doch Wolfgang Koller …

Die „Zigeuner“ sind daran doch selber schuld und dafür allein verantwortlich; sie hätten längst schon eine andere Tafel bekommen haben können, und zwar bereits im Jahr 1945. Aber wer keine Mensuren ficht, kann nicht erwarten, Kränze geflochten zu kriegen.

Niemand weiß über die Verantwortung und die Schuld der „Zigeuner“ mehr als ein Landeshauptmann aus dem Burgenland, der heute noch weltberühmt …

In Kemeten gibt es aber ein Denkmal, schon lange, bald schon seit einhundert Jahren: Erbaut 1925. Und schon 1945 wurde das Denkmal erweitert:

„PRO PATRIA

Den Toten zur Ehre
Den Lebenden als Mahnung

Unseren Helden
1914-1918
1939-1945″

Und darunter wird allen „unseren Helden“ mit Vornamen und Familiennamen gedacht, die ihr Leben für „das Vaterland“ hergaben, auch angeführt die Hausnummern, wo sie in Kemeten wohnten, damit, wer durch Kemeten spaziert, vor den Häusern verweilen kann, „unseren Helden“ zu danken, vor dem Haus Nr. 88 dem Franz Koller, noch einem Koller Franz auf Nr. 81, einem Johann Krautsack auf 255, einem Mathias Graf auf 116, einem Heinrich Christmann: bei dem allerdings ist keine Nummer angegeben, es muß wohl ein Obdachloser gewesen sein, vielleicht der einzige Obdachlose in Kemeten, aber immerhin ein Obdachloser mit Beruf, beim „Helden“ Christmann ist nämlich angeführt: „Lehrer“ …

„pro patria“ in Kemeten, Burgenland. „pro patria“ in der Hofburg, Wien. Es soll doch auch einmal „unseren Helden“ der Gegenwart gedacht werden, beispielhaft dem zurzeitigen Vizekanzler in Österreich. Ohne ihn wäre das Wissen über die „pro-patria-suiten“ der Burschenschaften, über die Suiten generell, also die Folgen, die Anschlüsse …

Es werden die örtlichen Verhältnisse in Kemeten nicht gekannt, und doch geben die Zusammenhänge eine Vorstellung davon, wo was in Kemeten liegt. Vor dem Friedhof oder der Kirche mit der Urne von Groß Bedauern ohne Geburtsdatum noch Sterbedatum liegt das Kriegerdenkmal „pro patria“ und weit hinter dem Friedhof oder der Kirche mit der Ehrenurne von Groß Bedauern, abgelegen, links oder rechts, die Stahlskulptur mit den Tafeln, also mit jener zur Erinnerung an die zweite Grippewelle nach den schwierigen Jahren der ersten Grippewelle … Die Tafeln selbst können nicht gesehen werden, sind diese doch verdeckt durch das Kriegerdenkmal und die Kirche oder den Friedhof, nur der Kriegerdenkmal und die Kirche respektive Friedhof überragende Stahl ist weithin …

 

Kemeten Stahl - Denkmal

Kurz zum Algorithmus des Allmächtigen

Manchmal erübrigt sich jedwede Beschreibung, jedwede Analyse. Es reicht zu schauen, ein kurzer Blick …

Und schon liefert die automatisierte Zusammenstellung kurz wie einfach die vollkommene Analyse, etwa diese von dem Konzern Facebook.

Wie im Falle des nagel’schen Vereins Okzident.

Als ähnliche Seiten werden die von Vilimsky, Abzwerger, Kickl vorgestellt …

Ist denn ein Wort mehr noch notwendig?

Im Verein der ähnlichen Seiten.

Die Seiten einer Medaille.

Ähnliche Seiten. Nicht von irgendwem dermaßen eingereiht, sondern von Facebook, dem Konzern. Es wird Abzwerger, Kickl, Vilimsky wohl recht anrühren, vor dem Allmächtigen auf einer Seite mit Nagel-Okzident zu stehen, vom Allmächtigen dermaßen geehrt, ausgezeichnet zu werden, vom Allmächtigen mit den zwei Vorstehern dieses Vereins auf eine Stufe gestellt – ein güldenes Edelweiß mehr auf ihrer so gesinnungsreichen Trachtenehrenweste.

Vielleicht trübt es den Freudenstolz von Abzwerger, Kickl, Vilimsky darüber ein wenig, zu wissen, daß ein Ministerkamerad von ihnen sich rühmen darf, von einem gar als „Gesinnungsfreund“ bezeichnet zu werden. Bald aber hätten sie eine Gelegenheit, auch in den Genuß dieser recht hohen Auszeichnung zu kommen, wenn sie zum Marschtag eilten …

„Marsch der Patrioten“ am 26.10.18 zur Lobpreisung von „Negern, Zigeunern“

Ähnliche Seiten.

Ach, wie wird in dieser überkritischen Zeit nicht einmal davor Halt gemacht, den Algorithmus des Allmächtigen unangetastet zu lassen, als fehlbar hinzustellen.

Ähnliche Seiten. Ist das nicht höchstes Zeichen der Unfehlbarkeit des Allmächtigen mit seinem für den Menschen unergründlichen, aber richtigen Algorithmus.

Wie der Allmächtige auswählt, welche Seiten ihm ähnlich sind, so wählt der Adam-Nagel-Verein aus, welche Seiten ihm gefallen, das sind der Mann selbst, der tief seine Nägelchen in das Kopfbrett seiner Schlafstatt schlägt, und die Mannen und Frauen des Marsches im Hochgebirge in der Kulisse einer Stadt.

 

Ähnliche Seiten einer Medaille - Abzwerger - Kickl - Nagel - Vilimsky.png

 

„Marsch der Patrioten“ am 26.10.18 zur Lobpreisung von „Negern, Zigeunern“

Lilith Kurz hat wieder etwas geschickt.

Von der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Regierungspartei in deren Land, das sie, so läßt sie es wissen, nicht Kurzens Land genannt haben möchte.

Und diesmal schreibt Kurz zur Collage:

Marsch der Patrioten Nationalfeiertag Österreich 26 Oktober 2018.png

Am sogenannten Nationalfeiertag, 26.10.18, soll es einen „Marsch der Patrioten“ geben, in der Hauptstadt, der Bezirkshauptmannschaft des niedertrachtigen Gehorsams. Ist in dem werbenden Kommentar der gesinnungsgemäß zensurierten Website am 28.09.18 zu lesen.

Sprechen werde, so wird es angekündigt, auch ein Mann, der mit Wörtern so recht gut umgehen kann wie mit Gewehren, und was er nicht an sich halten wird können, dafür ist er bekannt, sind Wörter des Lobes über „Neger, Zigeuner“, ein Lob des „Genderwahns“, ein Lob der „Ehe“ zwischen Menschen gleich welchen Geschlechts wird ihm wohl auch honiggelb …

Umgehen kann dieser Mann auch mit Männern, die an einem Montag zu Ministern gemacht wurden, etwa mit dem, der wohl noch davon träumt, doch eines Tages Bundespräsident zu werden, das der Marschredner einst auch träumte, und das ist noch nicht so lange her, im Jahr ’16 war es. Der zurzeitige Minister wird es wohl auch nie werden, denn zur Bundespräsidentin kann ein Mensch nicht gemacht werden, wie beispielsweise zum Minister, sondern nur gewählt werden, und in einer Wahl für dieses Amt ist der zurzeitige Minister nur eines – ein Verlierer …

Angekündigt ist ein weiterer Mann, zu dem nichts weiter zu sagen ist, als bereits gesagt wurde, und er selbst wird wohl an diesem Marschtag wiederholen, was er erst vor kurzem in der Bezirkshauptmannschaft des niedertrachtigen Gehorsams sprach:

„Der blaue Fetzen muss verschwinden“

Erwähnenswert ist vielleicht noch, daß der Beschwörer des Blauen-Fetzen-Verschwindens Obmann eines Vereins ist, dessen Vereinsadresse die Fuhrmanngasse 18 und aus dem Hause 18 in der Fuhrmanngasse kommt nur das Rechtbeste, was dieses Land zu bieten hat. Dabei ist nicht nur an die zurzeitige Ministerin mit den zutiefst verinnerlichten Höflichkeitsgesten zu denken

Der Stellvertreter von dem Obmannbeschwörer des Blauen-Fetzen-Verschwindens in diesem Verein ist ein Mann von rechtem Gewicht, ein Parteigründer, ein marscherprobter Redner, ein die Massen fortreißender Rhetor, ein Mann, der zurecht den Familiennamen des ersten Menschen trägt – nach der Schöpfungsgeschichte im Koran oder in der Bibel oder … wer will sich daran noch erinnern – und dem vollauf gerecht wird.

Wie schade, dieser Mann ist diesmal nicht als Marschredner angekündigt. Vielleicht aber beehrt er die oben angeführten Lobredner mit seiner Anwesenheit und bringt dazu auch seinen ehrenritterlichen Gesinnungsfreund mit, falls es diesem möglich ist, sich für einen Nachmittag von seiner recht schweren Aufgabe, Traktorengeschwindigkeitstests auf Landstraßen durchzuführen, zu beurlauben.

Angekündigt ist noch ein dritter Mann, wohl als Zeichen für eine internationale patriotische Landsmannschaft, aus einer Stadt, einem Städtchen, einem Dorf, dessen Namen mir stets sofort entfällt, kaum habe ich seinen Namen nachgelesen. Ich weiß, wenn ich es Chemtrails nenne, ist es falsch, aber Sie wissen, welches Örtchen ich meine …

Übrigens. Wurde schon erwähnt, was es in diesem Land auf sich hat, wenn ein Mensch sich „Patriot“ nennt? Wenn es daran etwas Positives geben sollte, so bestimmt nicht in dem Land, wie Sie lesen können, vom dem ich Ihnen berichte.

Marsch der Patrioten 26 Oktober 2018.png

 

AfD, die Partei des Innenministers und Pegida: „Vorfeldorganisation der NPD“

In einem Interview sagt Gauland, das Video dazu veröffentlicht vom „Handelsblatt“ am 12.09.18:

„manche pegida-bewegung … das bestreite ich gar nicht, vorfeldorganisation der npd sind und da haben wir immer gesagt, mit denen gar nicht …“

Es geht dabei auch um die „Ereignisse in Chemnitz“, die sich die AfD, sagt Alexander Gauland, sehr genau angeschaut habe, und die AfD, sagt Gauland, müsse aufpassen, das sich von der AfD organisierte Demonstrationen nicht „Leute anschließen, die wir in keiner Weise dabei haben wollen“.

Pegida war in Chemnitz an der Seite der AfD mit dabei. Vertreterinnen der Pegida aus Dresden. Und bei der Pegida aus Dresden, sagt Gauland, „handle es sich nicht um irgendwelche rechtsradikale Spinner“ – sondern um …

Lutz Bachmann war beispielsweise dabei, Schulter an Schulter mit der AfD …

Am 1. September wird zurückgebrüllt – Achse der Retrotollen

Lutz Bachmann als exemplarischer Vertreter der Pegida muß nicht nach seiner Gesinnung bestimmt werden, er muß auch nicht als „Spinner“, um Gauland zu zitieren, bezeichnet werden, es reicht, wieder einmal darauf hinzuweisen, sein Leumundszeugnis:

Bachmann: Gesinnungsbild des Umfeldes des zurzeitigen österreichischen Vizekanzlers

Diese Serienehrlichkeit zeichnet nicht nur Bachmann aus, sondern es ist überhaupt das bestimmende Merkmal von solchen Bewegungen und von solchen Parteien, gleich in welchem Land, wie es auch die Partei des Innenministers belegt … wie es auch die Partei einer Frau belegt, die für die identitäre Regierungspartei in Österreich wohl so etwas wie eine heilige Freundin … wie es auch die …

Was von solchen Bewegungen, von solchen Parteien bleibt, um es ein weiteres Mal festzuhalten: Pleiten, Schäden, Schulden, Strafverfahren, die sich über Jahre und sogar über Jahrzehnte hinziehen können, Verurteilungen …

Pegida-Bewegung, sagt Gauland, in anderen Städten, das bestreite er, sagt Gauland, gar nicht, seien „Vorfeldorganisation der NPD“ … An welche Städte er, Gauland, dabei wohl gedacht haben mag?

Zurzeitiger Vizekanzler in Wien: „Wir sind die wahre Pegida“

„Pegida: Wir stehen wahrhaftig am Anfang einer neuen patriotischen Bewegung“ – „Faschismus“

Bei der Gelegenheit fällt noch ein Innenminister ein, diesmal der zurzeitige in Wien – wann er sich wohl dafür entschieden hat, kein Abonnent mehr sein zu wollen, von jener Partei, die Gauland anspricht? Aber jetzt, im September ’18, will er gar keine Abos mehr …

Manchmal würde es reizen, erfahren zu wollen, wie sich beispielsweise Gauland oder Höcke oder Weidel oder …, wenn sie ganz für sich allein sind, einstufen, nennen, bewerten … Tatsächlich aber ist das vollkommen ohne Belang. Bei Vertreterinnen von solchen Parteien, bei Vertretern, kurz gesagt, von solchen Bewegungen sollte nur auf eines unbedingt geachtet werden, auf ihre Leumundszeugnisse, die sagen alles aus, was von ihrem Gesagten in Wahrheit zu halten ist.

Pegida sagt Gauland Vorfeldorganissation der NPD

 

Was von solchen Parteien bleibt: Schäden, Schulden und Verurteilungen.

Es geht um veruntreute 49 Millionen Euro. In Österreich, in dem Menschen nach wie vor im alten Geld rechnen, um bei Ausgaben eine Vorstellung zu haben, was es ihnen wirklich kostet, wie viel 49 Millionen Euro sind, für diese Menschen umgerechnet: das ist ihr Steuergeld von über 674 Millionen Schilling, das die Partei des Innenministers innerhalb kürzester Zeit veruntreute.

Nun hat sich die Partei des Innenministers mit dem Staat darauf geeinigt, jährlich 600 Tausend Euro (über 8 Millionen Schilling) zurückzuzahlen. Um den Schaden wiedergutzumachen. Das veruntreute Steuergeld wieder an den Staat zu zahlen, also an die steuerzahlenden Menschen. Und das würde 81 Jahre dauern. Wie viele, die in diesem Jahr ’18 geboren wurden, werden das gar nicht erleben, 81 Jahre alt zu werden, dieses sehr hohe Alter nicht erreichen, um die Schlagzeile lesen zu können, die Partei des Innenministers habe das gesamte von ihr veruntreute Steuergeld zurückgezahlt.

In einundachtzig Jahren wird es die Partei des Innenministers wohl nicht mehr geben, verschwunden, aufgelöst, in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit gestürzt von den Wählerinnen, für die Wähler vielleicht gar seit Jahrzehnten keine wählbare Alternative mehr sein. Und was wird von ihr dann bleiben? In einundachtzig Jahren. Nur, kurz gesagt, ein Schaden, und dann immer noch einer in Millionenhöhe sowohl in Euro als auch im alten Geld, davon abhängig, wie lange die Partei des Innenministers es noch geben wird, ob zehn Jahre, ob fünf Jahre, ob drei Jahre …

Der Vorgänger des Innenministers als Führer dieser Partei wurde verurteilt.

Das ist es, kurz zusammengefaßt, was von solchen Parteien wie der des Innenministers bleibt: Schäden, Schulden und Verurteilungen.

49 Millionen Euro durch Partei des Innenministers veruntreut - 81 Jahre für Rückzahlung

 

Beim Fleischhacker

„Unser Thema heute: Klassenkampf im …“

Dann korrigiert sich Michael Fleischhacker. Es fällt ihm doch noch ein, wie das von ihm verlegte Buch heißt, also das Buch von Susanne Wiesinger. Was ihm jedoch nicht einfällt, ist, daß das Buch genau in dem Verlag erschienen ist, dessen Geschäftsführer er ist, er, Fleischhacker, also sein eigenes Produkt moderiert. Während seiner gesamten Werbesendung wird ihm das nicht einfallen, mitzuteilen, erst gegen Ende seiner Werbesendung wird eine Diskutantin das aussprechen, was Fleischhacker selbst nicht ausspricht: es sein Produkt ist.

Es könnte spekuliert werden, wie sich der Bildungsdirektor der Stadt Wien in dieser Werbesendung gefühlt haben mag, es fielen dazu einige Vergleiche ein. Jedenfalls, Heinrich Himmer blieb stets höflich, konstruktiv, hörte zu, ging auf das Gesagte ein, reflektiert, machte Angebote. Dafür erntete er etwa von Susanne Wiesinger, er sei ein „Repräsentant des Systems“, und ihre Gnade, sie wolle ihn „nicht demontieren“ …

Es beginnt bereits mit dem ersten Satz in dieser Werbesendung, den Michael Fleischhacker, Jahrmarktkreuzschraubenfahrer, zu Heinrich Himmer  auf seine erste Wortmeldung sagt, das von Himmer klänge „fast wie am Wahlabend …“

Und es dauert nicht lange, in dieser fleichhackerischen Werbesendung, daß Roland Tichy sich bis zur Kenntlichkeit aufplustert.

Um Roland Tichy Gewicht zu verleihen, wird er von dem Jahrmarktkreuzschraubenfernsehstandl mit dem vorgestellt, was er einmal war: „ehem. Chefredakteur der Wirtschaftswoche“ …

Was er, Tichy, gegenwärtig nun ist, das gibt wohl nichts her, oder wäre zu offenkundig, was er …

Amina Baghajati: „Sie haben mich nicht einmal aussprechen lassen.“

Roland Tichy: „Laß ich auch nicht mehr, weil es mir reicht.“

Während einer Wortmeldung von Elham Manea spricht Roland Tichy, ganz nobler Herr,  zu Amina Baghajati gebieterisch: „Ausreden lassen! Ausreden lassen“ …

Roland Tichy zu Amina Baghajati: „Sie benutzen unsere Werte, um uns zu töten.“ „Wir haben keine gemeinsamen.“ 

Roland Tichy: „… islam zurückfällt in ein finsteres zeitalter … als wir jung waren, konnten wir mit dem vw-bus bis nach afghanistan fahren … dann begann … die radikalisierung … schwarzes leichentuch  … das sind elendsvölker geworden, und jetzt wird dieses leichentuch am zipfel gepackt und über wien, über berlin über ganz westeuropa gezogen …“

„Leichentuch“ … Tichy spricht auch nur vom „Tuch“, das Frauen vor dem Gesicht …

Es kann auch nicht fehlen, daß Roland Tichy mit der Verdächtigung des sexuellen Mißbrauchs kommt: in „muslimischen Familien“ … Es bleibt hier nur noch zu schreiben, ein Psychogramm von Männern wie Roland Tichy kann in „Politik der Feindschaft“ gelesen werden.

Aber Roland Tichy interessiert nicht, zu gewöhnlich als Figur für ein literarisches Werk, zu alltäglich, geheimnislos … Interessant ist hier wieder einmal der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich.

„Merz lehnte den Preis auch deshalb ab, weil er mit Roland Tichy nicht auf einer Bühne stehen wollte. Für die Jury-Mitglieder war das der Anstoß, ihr schon länger schwelendes Unwohlsein über die Führung der Stiftung nicht mehr für sich zu behalten.“

Friedrich Merz, früher CDU-Politiker, lehnte den Preis der Ludwig-Erhard-Stiftung ab, vier Jury-Mitglieder traten aus. Wie anders in Österreich: wer in Österreich einen Preis bekommt, denkt nicht daran, diesen abzulehnen, ganz gleich wie anrüchig …

Und fällt der Name Tichy, fällt nicht nur die Erhard-Stiftung ein, sondern auch Hayek – in Deutschland Hayek mit AfD, in Österreich mit Hayek in die Nationalbank …

Erst gegen Ende der Sendung wird Amina Baghajati anstelle von dem Jahrmarktkreuzschraubensender die Redlichkeit in die Sendung bringen, die Michael Fleischhacker eine ganze lange Werbesendung nicht aufbrachte, die Zuseher zu informieren, daß ein fleischhackerisches Produkt zu bewerben war, eine Information, die für Zuseherinnen doch von einem Wert …

Beim Fleischhacker Tichy - Hayek - Erhard.png

 

Wenigstens im Theater kein einziges identitäres Kasperl

Lilith Kurz hat wieder etwas geschickt, von der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Regierungspartei in ihrem Land …

Und diesmal fügte sie hinzu:

Die Sorge der Verantwortlichen dieser Website, Kasperl könnte jetzt politisch, werden, ist zu verstehen, weil er könnte nicht in ihrem Sinne politisch werden, weil das Kasperltheater ein Mann nun kaufte, der Einladungen auf ihre Buden wohl ausschlüge. Jedoch, die Sorge, Kasperl könnte politisch werden, ist gänzlich unbegründet. Politisch war Kasperl nie, wird es auch nie werden, vielleicht, höchstens parteipolitisch, anders ist Politik in meinem Land nicht zu kriegen: nur als Parteipolitik. 

Es ist halt für die Verantwortlichen dieser Website schmerzvoll zu sehen, daß Kasperl nun in die Hände eines Menschen kommt, der das, was ihnen der Vergangenheit recht groß, ganz und gar nicht teilen kann, von dem nicht zu erwarten ist, daß er mit dem Kasperl auf der Bühne gespenstisch dorthin hinfährt, wohin einst mit dem Kasperl nicht politisch, sondern parteipolitisch wirklich gefahren wurde – für heiter entlastende Pausen zwischen den Grausamkeiten …

Als Kasperl für Hitler spielte und Max Jacob von der Gestapo abgeholt wurde

Österreich als kein Krokodil schlagendes Kasperl

Kasperl und was Blauer ersehnt: „Im Oktober ist Schluss“

Als ich hätte hören müssen (das muß ich Ihnen doch kurz eingestehen, so winzig ist mir das Land geworden), das Kasperltheater stehe zum Verkauf, hörte ich, das ganze Land stehe zum Verkauf, für Einhunderttausend, und es überraschte mich nicht, es erschreckte mich nicht, ich dachte nur, ein angemessener Preis für ein ganzes Land, das so groß wie eine Puppenbühne ist, mit seinen Aufführungen, die ob ihrer Qualitäten nicht zusätzlich abzulösen sind, das Land mit seinen Requisiten, dachte ich, wird einen Kaufpreis von Einhunderttausend schon rechtfertigen, vielleicht ist bei diesem Betrag auch ein wenig die Tradition eingepreist, immerhin, was für eine Vergangenheit Kasperl …

Wie leicht es geworden ist, in diesem Land sich ein wenig zu freuen. Ich freue mich, daß es dieser Mann erwirbt und nicht eine Person aus dem Bunde dieser Website der identitären Regierungspartei. Was Kasperl nun für eine Figur wird oder die Figur bleibt, die Kasperl jetzt ist, ist ohne Interesse. Denn, eines ist sicher, ein identitäres Kasperl wird sie nicht. Und das bereits beruhigt. Zu wissen, in das Theater gehen zu können, und auf der Bühne, wenigstens auf der Bühne für die Länge einer Aufführung kein einziges identitäres Kasperl …

Heller - Kasperl - Theater

 

Galerie der nicht gelesenen Rezensionen

Nach der Lektüre von „Politik der Feindschaft“ stellt sich die vor langer Zeit getroffene Entscheidung erneut als eine richtig getroffene Entscheidung heraus.

Vor dem Kauf von „Politik der Feindschaft“ wurde keine einzige Rezension dieses Buches gelesen, und also auch nicht die von Klaus Nüchtern, die im letzten Winter, am 18. Dezember 2017, in der „Zeit“ veröffentlicht wurde. Das Nichtlesen dieser Rezension war kein Glück, sondern die Konsequenz aus der vor langer Zeit richtig getroffenen Entscheidung. Nämlich: keine Rezensionen von Klaus Nüchtern zu lesen, vor allem von Klaus Nüchtern. Ein Glück hingegen war es, vor langer Zeit diese Entscheidung getroffen zu haben, und bis zum heutigen Tage konsequent eingehalten zu haben.

Nun, nach der Lektüre von „Politik der Feindschaft“, beim kurzen Anlesen von nüchtern’schen Buchbetrachtungen, kann nur mit Erleichterung festgestellt werden, was für ein Leseglück diese vor langer Zeit getroffene Entscheidung bescherte. Was wäre das für eine Quälerei gewesen, die von Nüchtern positiv betrachteten Bücher zu lesen, was wäre das für ein Verlust gewesen, die von Nüchtern negativ betrachteten Bücher nicht zu lesen.

Wie aktuell das konkrete Beispiel des Buches von Achille Mbembe es eindrücklich aufzeigt.

Die Entscheidung des Nichtlesens von Rezensionen von gewissen Personen, also nicht nur, aber vor allem von Klaus Nüchtern, hat bei Klaus Nüchtern eine Ausweitung erfahren, nämlich auf seine Tätigkeit als Juror des Bachmann-Preises. Was er als Juror für preiswürdig befand, war stets, zwar nicht hauptverantwortlich, aber doch anteilig ausschlaggebend, diese Texte tatsächlich ignorieren zu können.

Wäre also je nach den Betrachtungen von Nüchtern der Kauf und der Nichtkauf von Büchern entschieden worden, es wäre nicht die „Politik der Feindschaft“ erstanden worden. Das wäre menschgemäß kein Unglück gewesen, aber es hätte ein Buch gefehlt, das beitragen kann zum Verständnis der gegenwärtigen Zeit und darüber hinaus vor allem zum Ändern des prekären Weltenlaufs, wie dieser sich gegenwärtig darstellt, nicht nur in Österreich.

Ludwig Wittgenstein schreibt in einem seiner Bücher, es sei als Leiter zu verstehen, auf die hinaufzusteigen sei, um sie dann, die Leiter, wegzuwerfen, wenn es verstanden wurde, Sätze darin auch als unsinnig …

Auch dieses Buch von Achille Mbembe kann als eine solche Leiter verstanden werden. Besser ist es wohl davon zu sprechen, daß es nicht eine Leiter ist, sondern eine solche Leiter aus vielen Sprossen besteht, und eine wichtige Sprosse ist das Buch von Mbembe, um endlich über eine solche Leiter mit diesen Sprossen hinaufzusteigen und über sie hinauszusteigen, hinter sich zu lassen, all das Alte und in Wahrheit lange schon Verweste, all das Denklos-nur-Wiederholte, ob geschrieben oder gesprochen, also auch das von Klaus Nüchtern.

Und zu was hat dieses Buch Klaus Nüchtern bewegt?

Zum Sitzenbleiben.

Zu was sonst? Ein schöngeistiger Stubenhocker kann nur in seinem Schöngeistigen, wie er mit seinem Können halt das Schöngeistige versteht, hocken bleiben, und schön gelangweilt urteilen und ausspeien, was er doch alles von der Welt wisse, oh, was Achille Mbembe schreibt, das hätte er, Nüchtern, ihm alles aus dem Effeff diktieren können, an einem einzigen Nachmittag in Klagenfurt im Café Perstinger, in einer einzigen Pause zwischen den Sitzungen …

Und er, Nüchtern, hätte nichts vergessen, so wie Mbembe: „den Gulag hat er womöglich einfach vergessen.“  Was für ein wesentlicher und berechtigter Einwand von Nüchtern, ganz auf der Höhe österreichischen Denkens, vor allem des in den elitär identitären Kreisen, in denen, fällt beispielsweise das Wort Rechtsextremismus, sofort Linksextremismus hinzugefügt und erhaben verkündet wird, gegen Linksextremismus und Rechtsextremismus zu sein, um dann weiter das eine zu …

Ach, schon der Titel. Nüchtern hätte einen anderen gefunden, keinen, der „eigentlich ein Pleonasmus“ … wie eben der von Mbembe gewählte „Politik der Feindschaft“. Könnte sich Nüchtern bewegen, würde er wenigstens über diese Sprosse hinaufsteigen können, käme er womöglich von der „Politik der Feindschaft“ zur Politik der Freundschaft, vielleicht genau das von Mbembe intendiert … und dann wäre es kein „Pleonasmus“ mehr … Seltsam mutet hierbei nur an, was für ein Gewicht Carl Schmitt in der Welt immer noch hat, sogar für Achille Mbembe, der ihn zitiert. Dafür aber hat Nüchtern kein kritisches Wort übrig, daß Mbembe ausgerechnet den hitlerischen Kronjuristen …

Womöglich wollte Nüchtern nur Mbembe belehren, daß einer von einem anderen Kontinent und mit einer anderen Hautfarbe Carl Schmitt nicht recht verstehen kann, wie beispielsweise einer aus dem schmitt’schen Herkunftskontinent, vor allem was die Frage vom Kern der „Politik“ mit seiner Unterscheidung von „Freund und Feind“ betrifft …

Es könnte noch einiges angeführt werden, einiges aus der nüchternen Betrachtung zitiert werden, damit kein Mensch das sich antun muß, die gesamte Rezension zu lesen, aber das nächste Buch von Mbembe liegt schon griffbereit, um es von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen.

Eines nur, doch noch.

Er, Nüchtern, hätte gerne gehabt: „[…] aber irgendwie würde man doch gerne zumindest einen Hinweis darauf erhalten, wie man wieder rauskommt aus dem ganzen Schlamassel, das da in einem […]“

Kurz zur Geschichte der Lager

Einen Ratgeber also hätte Nüchtern geliefert bekommen haben wollen. Von einem Historiker und einem politischen Philosophen … einen Ratgeber, also etwas Kurzes und schön Schlichtes … Kurzgeber gibt es aber bereits zur Genüge, und viele dieser Kurzgeberinnen sind auch in hoher und höchster politischer Verantwortung, aber die schreiben keine Bücher, von denen er, Nüchtern, dann wenigstens einen Hinweis erhalten würde wollen, mit welchen Handlungen, die zu ihren gegenwärtigen Taten vollkommen entgegengesetzte zu sein haben, sie herauskommen wollen aus dem …

Das Buch „Politik der Feindschaft“ ist kein Ratgeber, kein Kurzgeber, aber eine genaue Beschreibung des gegenwärtigen Menschen auf dem Kontinent mit Schmittuntergrund, und es überrascht nicht, daß die Rezensionen zu diesem ausfallen, wie sie, nüchtern betrachtet, ausfallend …

Nüchtern betrachtet - Galerie der nicht gelesenen Rezensionen

 

Kurz zur Geschichte der Lager

Es geistern zwar nicht nur in diesem Österreich von ’18 massenhaft die Ideen von Lagern in jedweder Bauweise weiter und wieder herum, aber auch in diesem Österreich von ’18 will nicht die  Geschichte der Lager in der gesamten Welt durch die Jahrzehnte, durch die Jahrhunderte gehört werden, will das Ideenfundament nicht freigelegt werden, wohl deshalb, weil es zu offenbar ist und also unangenehm sein könnte, bloßgelegt zu wissen, welche Ideen, die nicht nur in Österreich von ’18 geleugnet werden, welche verqueren, welche pathologischen Menschenbilder zum Errichten von Lagern führen, und darüber hinaus es zu unbequem wäre, von dem Errichtungswillen von umzäunten Lagern abzugehen, denn das hieße, sich neuen Ideen öffnen zu müssen, denn das hieße, endlich die Welt neu zu denken, denn das hieße, die alten Denkkammern vollkommen abzutragen, einzureißen, endlich vollkommen zu zerstören, ihre Reste weit in den Weltraum hinauszuschleudern, diese alten Denkkammern, aus denen immer noch die alten und verrotteten Rahmbottiche geholt werden, aus denen weiter unentwegt geschöpft wird, was als eigenes Denken, das es nicht gibt, über die Menschen geschüttet und die Menschen zugeschüttet werden, denn das hieße, nicht bloß Fortschreibende der alten Lagerzaunwelt zu sein, Verwaltende alter Weltanschauungen, Gefangene alter psychischer Zugerichtetheiten zu sein.

Und auch deshalb lohnt es, keine einzige Zeile aus „Politik der Feindschaft“ zu zitieren, sondern anzuempfehlen, kurz gesagt, das gesamte Buch zu lesen, um in die Möglichkeit versetzt zu werden, zu wissen, was es heißt, die Errichtung von Lagern zu fordern, in welche Stiefelschaften gestiegen wird … in einem uralten Märchen heißt es — steht dies in der Bibel oder im Koran oder in einem sonstigen uralten Märchenbuch, wer will sich daran noch erinnern –: Rucke die guh, Blut ist im Schuh … Die Lagerstiefel kommen in keinem Märchen vor, sondern in der Wirklichkeit der Gegenwart mit der gesamten Gegenwart der Vergangenheit, und da kann es nur heißen: Blutmeer blubbert im Schaft …

Kurz zur Geschichte der Lager

„Politik der Feindschaft“ – „Kulturkampf im Klassenzimmer“

Es gibt diesen Witz mit „Quo Vadis“.

Eine fragt, wohin gehst du. Einer antwortet, ins Kino. Was gibt’s? Quo Vadis. Was heißt das? Wohin gehst du. Ins Kino. Was gibt’s? Quo Vadis. Was heißt das? Wohin gehst du? Ins …

Ein Endlosschleifenwitz.

Quo Vadis heißt nun auch ein Verlag, in Österreich. Angehängt im Verlagsnamen ist nicht Kino, sondern Veritas — Wahrheit …

Nicht erst seit der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Regierungspartei wird gewußt, was das bedeutet, wenn in Österreich Wahrheit auf den Schild gehoben wird …

Die Geschäftsführung dieses Verlages haben inne: Michael Fleischhacker und Niko Alm.  Es käme seiner Wahrheit wohl näher, hätten sie den Verlag schlicht wie kurz „Nudelsieb“ genannt.

Ihr erster Titel: „Kulturkampf im Klassenzimmer“. Das „f“ gesetzt als Schwert, als ein „islamisches Schwert“ … Das sagt bereits alles aus. Herausgegeben von einem Geschäftsführer Fleischhacker, und sofort kann gewußt werden, in welche Hallenecke es gehört, in die Ecke, wo die Endlosschleifendebatte läuft, in der sich Österreich gefällt und überzeugt ist, eine Debatte zu führen, während tatsächlich bloß ein …

Kaum veröffentlicht, wird dieses Buch zum breitesten medialen Mittelpunkt in Österreich. Und alle können sich gemütlich zurücklehnen, meinen von sich, einen Beitrag zu den Herausforderungen der Zeit zu leisten.

Wie überholt es ist, vom „Kulturkampf“ … Es gibt auch diesen Witz, es brauche immer Jahre oder Jahrzehnte, bis etwas nach Österreich gelange. Wie viele Jahre wird es wohl noch dauern, bis auch in Österreich begriffen werden wird, daß der „Kampf der Kulturen“ seit Ewigkeiten ein Buch ist, das bereits bei seinem Erscheinen nicht auf der Höhe seiner Zeit war.

Wie viele Jahre müssen wohl in Österreich vergehen, bis beispielsweise „Politik der Feindschaft“ von Achille Mbembe zum breitesten medialen Mittelpunkt wird, zur breitesten öffentlichen Debatte. Aus diesem Buch kann nichts zitiert werden, weil das gesamte Buch zu lesen ist. Auch in diesem Buch ist viel zu erfahren, zu den Herausforderungen der Zeit, aber nicht dermaßen kurzgeführt, wie es in und nicht nur in Österreich …

Ein Buch wie beispielsweise „Kulturkampf im Klassenzimmer“ wäre Mbeme nie eine herangezogene Sekundärliteratur. Es sagt aber auch viel über Österreich aus, daß Mbeme Schreibende aus Österreich zitiert, und zwar Sigmund Freud und Jean Améry …

Zu einem weiteren Buch von Mbembe gibt es bereits ein Kapitel: „Kritik der schwarzen Vernunft“ ..

Mit dieser kurzgeführten Herangehensweise wird es kein Weiterkommen, keine Entwicklung zum Postiven geben, sondern bloß die Endlosschleife des Witzes. Wohin gehst du? Ins Fernsehen. Was gibt’s? Quo vadis. Was heißt das. Wohin gehst du? Zum Fleischhacker …

Quo Vadis Varitas - Zum Fleischhacker Was gibts Quo Vadis Was heißt das Wohin gehst du.png