Österreich ´22 – „Bundespräsidentenwahl“ im Herbst der Patriarchen mit deren galanten „Bundespräsidentenwahlgesetz“

Noch sind in diesem Juli ´22 alle bloße Werber um Zulassung. Alle Werber brauchen vor allem sechstausend Unterstützungserklärungen, um es überhaupt auf den Stimmzettel zu schaffen, um also überhaupt je Kandidaten werden zu können, und dann vielleicht je gewählt zu werden. Breit gesprochen aber, breit geschrieben aber wird lediglich von einer Bundespräsidentenwahl, breit jedoch nicht gesprochen, breit jedoch nicht geschrieben wird, daß es auch eine Bundespräsidentinwahl ist.

Denn.

Frauen haben ebenfalls ihre Absicht kundgetan, kandidieren zu wollen.

Bis jetzt sind es drei Werberinnen. Worin die drei Bewerberinnen den sechzehn Bewerbern gleichgestellt sind, ist u. a. in der Anforderung, sechstausend Unterstützungserklärungen beibringen zu müssen, um die Kandidatur, es auf den Stimmzettel zu schaffen, und dann vielleicht gewählt zu werden.

Damit endet die Gleichstellung, mit der zugleich die Ungleichstellung beginnt. Von den drei Frauen – Barbara Rieger, Martina Essl und Helga Egger – wird nicht breit gesprochen, wird nicht breit geschrieben, sie werden nicht breit besprochen, sie werden nicht in Fernsehstudios eingeladen, schon gar nicht ständig, sie werden nicht fortwährend um Interviews angefragt. Die Kandidaturwerberinnen sind Frauen, sie sind nicht gefragt.

Ihre Chancen, je sechstausend Unterstützungserklärungen zu erhalten, sind soher keine Chancen. Wer so breit verschwiegen wird, hat keine Chance. Sie haben keine Chance, aber nutzen sie.

Die Ungleichbehandlung beginnt bereits mit dem „Bundespräsidentenwahlgesetz“. Sie werden im gesamten Gesetz nicht „Bundespräsidentin“ finden, dafür sechsundzwanzigmal „Bundespräsidenten“ und einmal „Bundespräsident“ — Das „Bundespräsidentenwahlgesetz“ wurde 2011 reformiert, nein, geändert, ein Satz wurde gestrichen, und zwar dieser:

Durch eine Änderung des B-VG und des Bundespräsidentenwahlgesetzes 1971 wurde
der Wegfall des Wahlausschließungsgrundes „Mitglied regierender Häuser oder solcher Familien, die
ehemals regiert haben“ bei Bundespräsidentenwahlen erreicht.

Das wird als Novellierung wohl wie eine historische Reform empfunden worden sein, vielleicht sogar gefeiert, gerühmt worden sein, diese Änderung des Gesetzes, dessen Einschätzung wohl so sein wird, daß es sonst ebenfalls ein dermaßen modernes, schönes und elegantes, mehr, auch ein galantes Gesetz in diesem an solchen durchdachten Gesetzen überreichen Land ist, läßt es doch die Frauen ohnehin nicht unberücksichtigt.

„Weiblich kommt gar dreimal vor in diesem Gesetz.

§ 11
(1) Bei der Wahl des Bundespräsidenten werden amtliche Stimmzettel verwendet.
(2) Der amtliche Stimmzettel hat die Vor- und Familiennamen der Wahlwerber der behördlich veröffentlichten Wahlvorschläge in der nach § 9 Abs. 1 bestimmten Reihenfolge sowie Rubriken mit einem Kreis, im übrigen aber die aus dem Muster der Anlage 2 ersichtlichen Angaben zu enthalten. Hat die Bundeswahlbehörde die Namen von weiblichen Wahlwerbern veröffentlicht, so ist der amtliche Stimmzettel hinsichtlich der weiblichen Form der Funktionsbezeichnung „Bundespräsident“ anzupassen. Der amtliche Stimmzettel darf nur auf Anordnung der Bundeswahlbehörde hergestellt werden.
(3) Der amtliche Stimmzettel für eine Stimmabgabe im Weg der Briefwahl im zweiten Wahlgang hat eine Rubrik für die Eintragung des Familiennamens des Wahlwerbers sowie allenfalls weitere Unterscheidungsmerkmale, den frühest möglichen Zeitpunkt der Stimmabgabe sowie im Übrigen die aus dem Muster der Anlage 6 ersichtlichen Angaben, insbesondere den Hinweis, wie der Wähler im Ausland in Erfahrung bringen kann, ob ein zweiter Wahlgang stattfindet und welche Wahlwerber in die engere Wahl gekommen sind, zu enthalten. Hat die Bundeswahlbehörde die Namen von weiblichen Wahlwerbern veröffentlicht, so ist der durch Anlage 6 vorgegebene Text des Stimmzettels entsprechend anzupassen.

Die dem Gesetz als Anlagen 2 und 6 angefügten Muster sind Muster für einen „Bundespräsidenten“ —

Was im Gesetz nicht vorgesehen ist, ist die Anpassung des Stimmzettels (Muster Anlage 3) „hinsichtlich der weiblichen Form der Funktionsbezeichnung „Bundespräsident“, wenn „nur ein Wahlwerber um das Amt des Bundespräsidenten“ —

(4) Stellt die Bundeswahlbehörde am einunddreißigsten Tag vor dem Wahltag fest, daß sich nur ein Wahlwerber um das Amt des Bundespräsidenten bewirbt, so hat der amtliche Stimmzettel die Fragen „Soll NN das Amt des Bundespräsidenten bekleiden?“ oder „Soll NN für eine weitere Funktionsperiode das Amt des Bundespräsidenten bekleiden?“ und darunter die Worte „ja“ und „nein“, jedes mit einem Kreis, im übrigen aber die aus dem Muster der Anlage 3 ersichtlichen Angaben zu enthalten.

Wie weise doch das Gesetz, seit altersher zum Handeln sein Leitspruch:

Eher gelangt ein „Mit-Glied regierender Häuser oder solcher Familien, die ehemals regiert haben“, auf den Stimmzettel, als daß es nur eine Wahlwerberin gibt —

Im Übrigen, alle dem „Bundespräsidentenwahlgesetz“ beigefügten Muster sind auf die Wahl eines „Bundespräsidenten“ ausgelegt, ausgeschrieben.

Es könnte allerdings Argumente geben, weshalb von den Bewerberinnen für die Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin nicht breit gesprochen, nicht breit geschrieben wird, weshalb die sie nicht breit zu Interviews etwa und so weiter eingeladen werden.

Aber von diesem Argument ist in einem eigenen Kapitel zu sprechen.

„Auf geht´s, der Slogen passt,“ für das Amt der Bundespräsidentin kandidierenden volksanwaltlichen Corona-Spaziergänger

Es ist eine Entwicklung, bei der ich ein durchaus aktives Amtsverständnis entwickelt habe und versuche einen Schulterschluß mit der betroffenen Bürgerschaft zu machen. Ich habe auch beobachtet aus unmittelbarer Anschauung, wie es Herbert Kickl auch schon erwähnt hat, gemeinsam mit hundertausenden Menschen in Wien, in St. Pölten, in meiner Heimatstadt Krems mit auch auf die Straße zu gehen. Ich bin zwar, wie es der Herbert gesagt hat, ein sogenanntes oberstes Organ der Republik Österreich, aber ich bin immerhin auch Bürger. Ich bin einfacher Bürger dieses Staates und muß auch hier meine verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte in Anspruch nehmen können und tue das auch. Und ich habe dabei auch beobachtet, wie sehr viele von oft unverhältnismäßigen Maßnahmen bei diesen Demonstrationen betroffen waren. Das ist auch kein Versäumnis gewesen, daß ich der Polizei, und vor allem der Polizistinnen und Polizisten, hier ankreide möchte, die bei der Begleitung einer solchen Demonstration dabei waren, sondern es war in erster Linie in der Kommandoebene, wo es die eine oder andere falsche Entscheidung gegeben hat, die nicht zur Deeskalation, sondern auch zur Eskalation geführt hat. Und das ist eigentlich eines Rechtsstaates, so wie wir in Österreich ihn bis jetzt kannten, eigentlich unwürdig. Ich habe bei diesen Demonstrationen, Kundgebungen, Veranstaltungen, Treffen, Spaziergängen, wie man es immer sieht, eines gesehen, der Großteil dieser Menschen, die dort waren, das sind die Friedlichen in diesem Land, die einfach Grundrechte, Freiheitsrechte nicht tatenlos für sich, und wenn man gesehen hat, wie sie auch mit ihren Kindern unterwegs waren, auch für die nächsten Generationen sicherstellen wollen.

Auch damit erklärt am Mittwoch, dem 13. Juli 2022, Walter Rosenkranz seinen Entschluß, für das Amt der Bundespräsidentin, zu kandidieren. Und das Ende seines ersten Werbeauftritts läutet er ein mit:

Ich stehe heute vor Ihnen als durch und durch Freiheitlicher, das hat Herbert Kickl auch betont, und da irrt er auch nicht, vor allem aber als echter rot-weiß-roter Patriot

Wo zwei oder drei in der Gesinnung des Patriotismus versammelt sind, da ist das „oberste Organ der Republik“ mitten unter ihnen, mag es in Wiener Neustadt, mag es in …

[…] unzähligen Kundgebungen und Demonstrationen, wo ich Menschen kennengelernt habe, die sich im Stich gelassen gefühlt haben, die Verzweiflung ausgestrahlt haben, die sich in diesem Land unfrei gefühlt haben.

Das sagt das „oberste Organ der Republik“ am 13. Juli 2022, befragt von FPÖ-TV.

Es muß den Menschen auf diesen „Spaziergängen“, wie sie ein Parteikamerad des „obersten Organs der Republik“ vor ihm schon nannte, die für das „oberste Organ“ die „Friedlichen in diesem Land“, wie das „oberste Organ unzählige“ Male mitten unter ihnen, ein Vers von Friedrich Hölderlin plötzlich nicht nur verstehbar, sondern ganz körperlich erfahrbar geworden sein, und mehr, den Himmelzugewandten ein Heilsversprechen: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“

Sie, die „Friedlichen in diesem Land“, bildungsbürgerlich wie der „Bürger oberstes Organ“, der in rechter Parteitradition in seinem ersten Werbeauftritt auch eines Dichters Vers für sich sprechen läßt, strahlen nicht nur Verzweiflung aus, sie schreiben auch ihr Geschichtscredo auf ihre Transparente – darein wohl so geschichtsbürgerlich wie —

Der Slogan: Holen wir uns unser Österreich zurück“ kann von einer Frau oder einem Mann nur einfach wie kurz kommentiert werden:

„Auf geht´s, der Slogen passt, ‚ holen wir uns unser Land und unsere Freiheit zurück“ —

Wenn der Name von einem Mann als Pseudonym gewählt wurde, dann ist es ein ausgesucht schlagender: „Sora“ bedeutet auch „Morgenröte“ —

Hinter dem „Bürger oberstes Organ“ das erste aufgepflanzte Plakat mit dem Slogan „Holen wir uns unser Österreich zurück“ am 13. Juli ´22 mit dem Kopf von einem ehemaligen Bundeskanzler – als Bekenntnis zu des spaziergängerischen „Bürgers“ Verständnisses gleich welchen Amtes, wie es auch jener Bundeskanzler hatte, die „Friedlichen in diesem Land“ gütig anzuschauen?

Für Kapitalverbrechen – militärische Aufrüstungen und Krieg – weiter Billionen über Billionen über Billionen über Billionen, währenddessen menschengemacht die Erde weiter unaufhaltsam zum Mars denaturiert

Die Hände bei so vielen Billionen, die Hände versagen das Weiterschreiben bei so vielen Billionen, dann eben es sagen, es sagen, weiter sagen, es Maschinen aufsprechen, weiter sprechen, das zu Sagende Maschinen schreiben lassen, weiter sprechen, auch wenn es nicht gelesen, mehr sagen, auch wenn es nicht gehört, mehr sagen, nicht gehört, weiter —

So viele Billionen, vor 1945 und allein schon wieder seit 1945, so viele Billionen, Billionen über Billionen über Billionen Steuergeld weltweit für Militärs ausgegeben wurden und weiter ausgegeben und noch obsessiver ausgegeben werden, zu denen auch noch all die Milliarden über Milliarden über Milliarden über Milliarden für all die weltweiten Zerstörungen durch das Kapitalverbrechen Krieg vor 1945 und allein schon wieder seit 1945 auszugeben waren und weiter auszugeben sein werden, Milliarden über Milliarden über Milliarden über Milliarden allein wieder etwa für den sogenannten Wiederaufbau der Ukraine, währenddessen unaufhaltsam menschengemacht die Erde denaturiert —

So viele Billionen des Geldes weltweit von allen Menschen, so viele Billionen weltweit allen Menschen gestohlenen Geldes für Zerstörung, Vernichtung, das bereits Zerstörung, Vernichtung ist, wenn noch kein Kapitalverbrechen Krieg begangen —

Was hätte seit allen Zeiten mit den Billionen über Billionen über Billionen über Billionen von Steuergeld weltweit alles geschaffen werden können, was hätte seit allen Zeiten mit den Billionen über Billionen über Billionen über Billionen weltweit alles schon geschafft sein können:

weltweite tatsächliche Sicherheit etwa durch weltweite Förderung des Verständnisses füreinander, des Miteinanders, des Zusammenlebens der Menschen,

weltweite tatsächliche sozialökonomische Bedingungen etwa, die weltweit tatsächlichen Frieden in jedweder Hinsicht einzig zu gewährleisten imstande,

eine strukturgewaltbefreite Welt, die Militärs – Militärs, Staatsapparaturen gegen jedweden Frieden, staatsinstitutionalisierte Streitkräfte: menschenvernichtende, weltvernichtende, zukunftsvernichtende, erdenvernichtende industrielle Komplexe – niemals zu leisten imstande waren und je noch zu leisten imstande sein werden,

was hätte seit allen Zeiten mit den Billionen über Billionen über Billionen über Billionen längst schon geschafft sein können, auch die weltweite tatsächliche Ökologisierung —

Und so weiter und so fort, so vieles, so vieles hätte schon mit all den Billionen geschafft sein können, während mit all den Billionen für Militärs, Krieg und Wiederaufbau und Aufbau wieder für Militärs, Krieg nicht einmal ein Gramm als Dünger verwertbare Scheiße

Mit den Billionen über Billionen über Billionen über Billionen weltweit weiter für die Militärs wird die Erde, etwa vom Mars aus gesehen, bald schon gänzlich aussehen als Mars, dann zwar nicht mehr von Lebewesen gesehen, aber die durch Menschen gänzlich auch ohne das letzte totale Kapitalverbrechen Weltkrieg endgültig zum Mars naturierte Erde wird dann wesensleer weiter auf ihrer Bahn …

Die Welt, von der Erde aus gesehen, ist bereits ein Mars.

Frauen sind, wie es hierzulande so treffend heißt, nicht einmal zu ignorieren

Auch wenn es bis jetzt, am 13. Juli 2022, sechzehn Männer sind, die ihre Kandidatur zur BP-Wahl 2022 im Herbst Österreichs bekanntgegeben haben, ist dies dennoch nicht nur die Wahl eines Bundespräsidenten, sondern auch die Wahl einer Bundespräsidentin, denn bis jetzt haben auch zwei Frauen ihre Kandidaturen bekanntgegeben. Und dennoch wird überwiegend, mit einer nahezu einhundertprozentigen Mehrheit medial, politisch lediglich von einer Bundespräsidentenwahl allein und einzig gesprochen, also von einer Mannwahl, sogar von jenen, die sonst alles gendern, sogar das, was nicht zu gendern ist.

Auch einer der Kandidaten, dem sonst das Gendern durchaus geläufig ist und gar leicht von der Lippe geht, vergißt, wenn es um diese Wahl geht, das Gendern, ist es ihm genderfrei klar, daß es ihn, den Mann, brauche – Wohl nicht uneigennützig, geht es doch für diesen Kandidaten um – liebgewonnene Räumlichkeiten? Teuerungschutzeinkommen? behalten eines eilfertigen und willfährigen Hofstatts? weiterhin Mittelpunkt eines das eigene Ich umschmeichelnden Hofstaats zu sein?

Gegendert wird auch nicht die jetzt zu dieser Wahl massiv eingesetzte Abwertung von Kandidaten, indem sie als „Spaßkandidaten“ vorgeführt werden, und ihnen so im Grunde das Recht zur Kandidatur abgesprochen werden will, vielleicht sogar als nicht bewußte Wahlhilfe für den ausgewiesenen spaßigen Kandidaten, der nicht ohne Spaßiges außer Haus geht, von dem so gesagt werden könnte, er sei der Donald-Duck-Kandidat unter den „Spaßkandidatinnen“

Von den Frauen, die bis jetzt ihre Kandidaturen bekanntgegeben haben, ist breit medial, politisch, genauer, parteipolitisch nichts zu vernehmen, weder etwas Positives noch etwas Negatives – Frauen sind, wie es in Österreich so recht treffend heißt, nicht einmal zu ignorieren.

Für die „freie Enzyklopädie“, die heutzutage von so vielen als der Gral des Wissens verehrt wird, aus dem so viele, viele ihre Bildung schlürfen, sind aber zwei Frauen, die für Amt der Bundespräsidentin kandidieren, zu viel, viel zu viel, für diese Enzyklopädie ist eine Frau, die für das Amt der Bundespräsidentin kandidiert, mehr als genug, und es ist für einen derart technologisch hochmodernen Wissensstreuer nicht leicht, alle kandidierenden Frauen zu verschweigen, so muß halt – Tribut an eine Minderheit – wenigstens eine kandidierende Frau auf die Liste der „Kandidaten“ —

Und wegen einer einzigen Frau, der ein Platz auf der Liste zugestanden werden muß, den gesamten Eintrag über diese Wahl im Herbst Österreichs zu gendern, das wäre wohl zu viel des Zugeständnisses an Frauen, die sich anmaßen, für dieses Amt auch zu kandidieren, bei dieser Großzügigkeit, daß sie, als Frauen, überhaupt und sonstwo kandidieren dürfen.

Es muß wohl alle Parteien in Österreich die absolute Demut vor den Rechten der Frauen erfaßt haben, daß alle Parteien darauf verzichten, eine Frau als Kandidatin für diese Wahl —

Dabei. Demut heißt auch, einer Sache dienen. Wie leicht wäre es für alle Parteien gewesen, sich in den Dienst der Rechte der Frauen zu stellen, und also eine Frau als Kandidatin zu nominieren.

Was hätte sich beispielsweise dadurch die Rosenkranz-Partei für eine Mühe ersparen können, einen Kandidaten zu finden, wenn sie einfach die von dieser Enzyklopädie verschwiegene Martina Essl als ihre Kandidatin gewählt hätten, die von sich selbst sagt, ein „unterstützendes Mitglied der FPÖ“ zu sein, die vieles von dem, das Walter Rosenkranz nun abdecken soll, abdeckt, beispielsweise diese Sache mit Corona und Impf…

„Liebe Patrioten! Österreich zuerst bedeutet – Wir schaffen das nicht.“

Landsleute! Liebe Patrioten! Ich darf Euch hier auch sehr herzlich begrüßen in der wunderschönen Stadt Wiener Neustadt. Wird Euch nicht wehtun. Das ist gut so. Im Kindergarten. Man muß nicht hauen, nicht raufen, nicht beißen. Aber Österreich zuerst bedeutet, hier im eigenen Land beginnen.

Derart beginnt Walter Rosenkranz, nun ein Kandidat für das Amt der Bundespräsidentin in Österreich, am 26. Februar 2016 seine Rede, wie diese mittels eines Videos akustisch halbwegs verstehbar auf einer Plattform eines Konzerns nach wie vor verbreitet wird; mehr ist von dieser seiner Rede nicht aufgenommen, und es genügt bereits, es will diese seine Rede gar nicht zur Gänze gehört werden —

Von der Erfahrung in diesem Land her wird ohnehin gewußt, was nach „Österreich zuerst!“ nur kommen kann, kommen muß, von der Erfahrung in diesem Land her wird ohnehin gewußt, was nach einer Anrede „Liebe Patrioten!“ nur kommen kann, kommen muß.

Wen der Mann, der nun Staatsoberhaupt werden will, so „auch herzlich begrüß[t], sind „Patrioten„, die sonst als „Identitäre“ geführt werden, und sie, die Identitärinnen, wedeln ihre Fahnen ihm zum herzlichen Zurückgruße

Dieser Mann will also Bundespräsident werden, in diesem Herbst Österreichs ´22. Vielleicht reicht hierfür bereits die Spekulation, daß er für eine Wochenzeitschrift sogleich ein „Liberaler“ ist, einer aus der Riege der „Honoratioren“, und es gebietet mehr die Vorsicht und Gutstellung als erste Maxime des Existierens in der österreichischen Porzellankiste denn der Respekt vor dem Amt der Bundespräsidentin, ihm wohlgefällig zu begegnen, könnte er ja doch wieder in ein hohes —

Am letzten Montag wurde von dieses Mannes Partei eine Kandidatin respektive ein Kandidat angekündigt, die „jung und dynamisch“, und wie wahr verkündet dies war, belegt nun dieser Mann, der so „jung und dynamisch“ ist wie alle in dieser Partei, um doch Namen exemplarisch zu nennen, von Steger bis Steger —

Gesprochen hat noch einer, der seitdem aufgestiegen ist, und das soll – ein paar Brocken seines Gesprochenen wurden schon mal zitiert – , nicht verschwiegen werden:

Wir schaffen das nicht. Und ich will das Ganze nicht schaffen. Ich will schaffen, daß unsere Leute wieder Geld haben, daß unsere Leute wieder eine Zukunft haben, daß unsere Kinder wieder ihre Zukunft haben, und daß das Geld, das jetzt mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen wird, endlich wieder dort ankommt, wo es hingehört, und das ist bei […] und bei sonst gar niemanden.

Was der Dritte im Schafte sprach, das gibt das Video nicht her, aber was er in dieser Gesinnungsnacht gesprochen haben könnte, dafür braucht es kein Vorstellungsvermögen, die Erinnerung an solch gesinnungsgemäße Reden reicht völlig aus, um zu wissen, was er gesprochen haben könnte, nein, nicht gesprochen, wiederholt haben könnte.

Eine wird, die den Mann, den es nun gen Hofburg zieht, recht nah kennt, wohl schon jetzt fest, wenn sie Daumen hat, die Daumen halten, daß er es wird, denn wie gar recht stolzer noch könnte sie auf sich dann sein, ihn, den dann noch höher Gesiedelten, persönlich zu kennen —

Und was für eine Angelobung das erst sein werde, so träumt sie sich wohl jetzt schon in die Zukunft hinein, ein Wehen und Schwenken, wie würde das ihn ehren und stolz rühren, angelobt zu werden, nicht von einer einzelnen, sondern angelobt von „Wir sind das Volk“, in einer festlichen Nachtstimmung wie damals, als Patriotinnen ihm die Angelobungsformel „Wir sind das Volk“ ihm schon zur Probe vorriefen —

Eine als Kandidatin für die Bundespräsidentinwahl in Österreich Gehandelte:: „DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung“

An diesem Montag, 11. Juli 2022, wird von der Partei des Herbert Kickl mitgeteilt, sie werde am kommenden Mittwoch ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Bundespräsidentschaftswahl präsentieren …

Ebenso ist die Nationalratsabgeordnete Petra Steger, Tochter des freiheitlichen Urgesteins Norbert Steger, schon seit einigen Tagen im Gespräch als Hofburg-Karte. Glaubt man prominenten Freiheitlichen, weiß aber lediglich Kickl selbst, welche Person er dem Präsidium vorschlagen wird. Als „jung und dynamisch“ bezeichnete der FPÖ-Obmann selbst seine Wahl.

„Jung und dynamisch“, das wäre wohl als „heiße Aktie“ zu werten, daß Petra Steger von Herbert Kickl zur Kandidatin erwählt wurde, wenn jedoch berücksichtigt wird, wie in dieser Partei gesinnungsgemäß „jung und dynamisch“ verstanden und gelebt wird, dann träfe diese seine Zuschreibung auf alle in dieser Partei zu, auch auf alle, die bis jetzt als Kandidaten und Kandidatinnen gehandelt wurden, von dem erst kürzlich von einer Wochenzeitschrift honorig ins Spiel gebrachten „Liberalen“, der jung und dynamisch wie Vater Steger, bis …

Auf der Plattform des Konzerns „Facebook“ schreibt Petra Steger am 24. Juni 2022:

Gemeinsam haben wir die Impfpflicht verhindert! Die Spalter der Gesellschaft haben verloren, die Impfpflicht ist Geschichte. Die Impfpflicht war von Anfang an gescheitert, denn keiner hat sich von den schwarz-grünen Chaoten in die Nadel zwingen lassen. DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung, die den Druck auf die Regierung stetig erhöht hat und diesen schönen Erfolg möglich gemacht hat. Doch es ist noch nicht vorbei. Der endgültige Erfolg kann erst dann verbucht werden, wenn auch das Covid-19-Maßnahmengesetz auf der Müllhalde landet und die für das Corona-Regime verantwortlichen Politiker aus den Reihen von ÖVP, SPÖ, GRÜNE und NEOS endgültig ihren Hut nehmen. GEMEINSAM können wir das schaffen!

Um Ihr „DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung“ recht anschaulich zu unterstreichen, schmückt Petra Steger ihr „DANKE an die komplette Corona-Protestbewegung“ mit einem Video eines solchen Marsches der „kompletten Corona-Bewegung“. Und gleich zu Beginn des Videos ist ein Transparent zu sehen, anzumerken ist: Impfpflicht ist auf dem Transparent durchgestrichen:

„Impfpflicht Nü. Kodex ´47 Tribunal „Jetzt!“

Solche Videos zu verbreiten, das kann nur, wer so „jung und dynamisch“ wie Petra Steger – falls Herbert Kickl sie damit meint und nicht recht sich selbst, der ja als Marschredeaktivist der „kompletten Corona-Bewegung“ bestimmt nicht nur Herrn Bauer traf, der wohl nicht nur als einziger dort sofort, wie aus der Pistole geschossen, wie es so treffend heißt, erklären kann, was es mit dem Nürnberger Kodex 1947 auf sich hat, der nichts mit einer Impfflicht zu tun hat, aber alles mit

Gesinungsgemäß ist wohl die „komplette Corona-Bewegung“ so „jung und dynamisch“ wie Herbert Kickl selbst oder, falls er sie meint, Petra Steger; allein diese dynamische Forderung “Tribunal ‚Jetzt!“‘ zeugt von dieser jungenhaften Geschichtsbildung; welches Tribunal gefordert wird, ein Junge in Deutschland kann bestimmt sofort, wie aus der Pistole geschossen, erklären, welches Tribunal damit gemeint ist – jung und dynamisch würden sie, so der Gesinnungstraum, aufbrechen, um in dieser ehrstolzen Stadt, die für sie dynamisch tausendunddrei Jahre jung , wieder ein Tribunal abzuhalten, das das andere, das ihnen als ungerecht empfundene aus ihrer Geschichte tilgt …

„Jung und dynamisch“ gibt Petra Steger, wenn Herbert Kickl sie damit meint, auch schon mal auf dem Viktor-Adler-Markt „Angela Merkel die Schuld für die „Tausenden, die im Mittelmeer ertrunken sind“, als Vorrednerin von Herbert Kickl, Harald Vilimsky und Norbert Hofer … Auch damit zeugt sie, falls Herbert Kickl sie meint, wie jung und dynamisch sie ist, sie steht all den Jungen und Dynamischen in dieser Partei in nichts nach, ihnen gesinnungsgemäß zur Seite —

Für Österreich ein recht honoriger „Liberaler“ –

Falls nicht doch Susanne Fürst oder ein Überraschungskandidat antritt, müsste einer aus der Riege der Honoratioren ran. Denkbar wäre der eher liberale FPÖ-Volksanwalt und frühere Klubobmann Walter Rosenkranz […] Aufgrund ihrer regelmäßigen Auftritte in der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ genießen Volksanwälte eine gewisse Bekanntheit. 2016 hätten sich viele in der Partei den damaligen FPÖ-Volksanwalt Peter Fichtenbauer als Kandidaten gewünscht. Regelmäßig war in der Vergangenheit auch der Wiener Abgeordnete und Notar Harald Stefan für hohe Ämter im Gespräch, etwa als Justizminister […]

In der Ausgabe 27 vom 3. Juli 2022 der Wochenzeitschrift ist dies zu lesen. Es geht in diesem Artikel um das Spekulieren, wer aus dieser Partei des Rosenkranz um das Amt der Bundespräsidentin —

Es darf festgehalten werden, das Profil eines „Liberalen“, wie es in Österreich gezeichnet wird, ist das Bild eines Menschen, der beispielsweise „eine Gruppe junger Menschen“ der identitären Gesinnung „erfrischend“, „charmant“

In Österreich wird als „Liberaler“ verstanden, wer, wie Walter Rosenkranz, zu jungen Menschen spricht, die ihm dafür charmant mit ihren Fahnen erfrischend, also wohltuend, unverblümt ihre Gesinnung zuwinken.

Walter Rosenkranz, ein Parade-„Liberaler“ nach der österreichischen Definition eines „Liberalen“ —

Der „Liberale“ in Österreich unterscheidet sich von dem „Rechten“ in Österreich gar recht. In dem Artikel von 3. Juli 2022 macht die Wochenzeitschrift die Unterscheidung noch einmal deutlich: Walter Rosenkranz, einer von den „Honoratioren“ in Österreich, ein honoriger „Liberaler“

Hingegen Susanne Fürst: eine „Rechte“ …

Mit dieser Zuschreibung ist diese Wochenzeitschrift wenig, um ein Wort des derzeit Staatshonorigsten zu verwenden, „sensibel“, so eine Zuschreibung ist für ihn, den Staatshonorigsten, „nicht unheikel“. Denn, so der Staatshonorigste, in Österreich, „davon ist die FPÖ natürlich weit entfernt“.

Für das Messen der Entfernung, so entfernt ihre Partei davon ist, „rechts“ zu sein, von ihr zum „Liberalen“ … Sie aber müssen die Entfernung nicht messen. Sie kennen die Entfernung. Die Entfernung zu messen, ist jedoch für „Quereinsteiger“ in Österreich extrem wichtig, um zu wissen, wo sie schneller ankommen —

In ihrem Artikel vom 3. Juli 2022 nennt die Wochenzeitschrift noch ein paar Namen, und sie geht dabei sensibel vor, ohne Zuschreibungen, die für sie in Österreich heikel — Für sie ganz unheikel nennt sie die Namen von österreichischen „Honoratioren“, von Peter Fichtenbauer und von dem Notar, der nicht nur einen honorigen Beruf ausübt, sondern auch honorige Geschichtsvermittlung —

Es gibt keine einzeln zu verurteilenden Kriegsverbrechen, weil Krieg in seiner Gesamtheit zu verurteilendes Verbrechen, zu strafendes Kapitalverbrechen ist. Statt Zerschlagung der Militärs und Militärbündnisse, etwa der NATO, weiter und weiter Ausweitung und Aufrüstung, das verbrecherische Vorbereitungshandlungen des Kapitalverbrechens Krieg sind

Es geht wieder extrem los, mit den massiven Forderungen nach Verurteilungen von Kriegsverbrechen im Krieg, seit dem Einmarsch in die Ukraine, seit dem Angriff auf die Ukraine, und die Forderung nach Verurteilung von Kriegsverbrechern im Krieg ist das Legitimieren von Krieg, Kriegsverbrecherinnen im Krieg zu verurteilen zu wollen, heißt, den Krieg an sich zu rechtfertigen, den Krieg an sich als etwas Gutes zu deuten.

Es könnte gesagt werden, das sei ein Fortschritt der Menschen, daß Kriegsverbrechen zu verurteilen sind, aber es ist kein Fortschritt, daß es Regeln gibt, nach denen das eine und das andere Kriegsverbrechen, nach denen das eine und andere nicht Kriegsverbrechen sind, solange Krieg an sich nicht als Verbrechen in den Strafgesetzbüchern der Staaten dieser Welt geführt wird, solange Krieg an sich nicht als Kapitalverbrechen in den Strafgesetzbüchern der Staaten festgeschrieben ist, haben Menschen das Recht verwirkt, je von einem Fortschritt der Menschheit zu sprechen.

Das Kapitalverbrechen Krieg wird aber nicht erst begangen, wenn es zu einem Krieg kommt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit der Aufstellung eines jedweden Militärs beginnt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit der Aufrüstung des Militärs beginnt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit personellen Rekrutierungen für das Militär beginnt, das Kapitalverbrechen ist bereits eines, das mit dem Produzieren von Waffen und Ausrüstung jedweder Art für jedwedes Militär beginnt.

Und seit dem Kapitalverbrechen Krieg in der Ukraine ist das fortwährende Geschrei nach massiver Aufrüstung unüberhörbar, in das immer mehr Menschen einstimmen, sogar Menschen, von denen es bislang nicht gehört und nicht erwartet wurde, stimmen in dieses Geschrei ein, und Staaten, die ihr Heil im Beitritt zu militärischen Komplexen zu finden meinen, werfen nun noch mehr Steuergeld in den militärischen Schlund, in dem alles Steuergeld in der Sekunde zerfällt, von dem alles Steuergeld also nicht einmal bis in den Verdauungstrakt gelangt, das Steuergeld also nicht einmal zu Scheiße verarbeitet wird, die wenigstens noch als Dünger —

Billionen über Billionen, so viele Billionen, weiter, schreiben, weiterschreiben, es versagen, widerschreiben, die Hände, weiter, versagen

Vom Existieren im Koffer

Er sei entwurzelt wie eine Pflanze, die aus dem Boden herausgerissen sei, er habe den Grund unter seinen Füßen verloren, schwebe frei in der Luft.

Dies ein Satz über Vilém Flusser, der seiner „philosophischen Autobiographie“ den Titel „Bodenlos“ —

Im christschwarzen Karner wird hart nach einem Weg gesucht, wie könnte das christschwarze Fiasko versteckt, verleugnet werden, um Menschen, von denen von Tag zu Tag weniger und weniger willens sind, das Christschwarze zu wählen, wieder dazu zu bringen, doch das Christschwarze weiter zu wählen, und die Christschwarzen suchen ihre Rettung darin, gegen Menschen zu mobilisieren, die ihre Länder unfreiwillig zu verlassen haben, einfach wie kurz gesagt, Flüchtende sollen, gegen die die Christschwarzen vorgehen, den Christschwarzen ihr politisches (das heißt im Fall der Christschwarzen: ihre auf Parteipolitik verkümmerte Politik), genauer, ihr parteipolitisches Überleben sichern.

Dies ein Satz über Vilém Flusser, von Rüdiger Zill, zitiert von Raimar Zons in „Die Welt flach legen“ —

Rüdiger Zill erinnert in unserem Zusammenhang an einen anderen Ikarus redivivus, dessen Autobiographie nicht zufällig den Titel Bodenlos trägt. Als die deutsche Wehrmacht 1939 in Prag einmarschierte, begann für den Juden Vilém Flusser die Zeit des Exils […] Das städtische Vorkriegs-Prag, aus dem Vilém Flusser stammte, war durchaus keine ländliche Scholle und kein erdverbundenes, bäuerliches Leben wie das Palästina der zionistischen Schwärmer, noch war es vielmehr der feste Boden, das Symptom der Verwurzelung: sich selbst im Zentrum der Welt zu sehen. Wie Ikarus wurde dem „Luftmenschen“ Flusser dieser Boden entzogen, ja, die absurde Bodenlosigkeit des Flüchtlings und die Grenzenlosigkeit des Luftraums der Geschichte nimt seiner Existenz jegliche Begründung […] Juden, diese „Flugmenschen“, sind ohne Tiefe und ohne Transzendenz. Flusser kehrte solche antisemitsche Zuschreibung für seine eigene Erfahrung des Exils einfach um, indem er Nomadentum nicht nur die Herkunft, sondern auch die Zukunft der Menschen in einer weltweiten Netzgesellschaft nannte. Das Exil sensibilisierte ihn für alle Varianten der Bodenlosigkeit: „Er sei entwurzelt wie eine Pflanze, die aus dem Boden herausgerissen sei, er habe den Grund unter seinen Füßen verloren, schwebe frei in der Luft.“ Die existentielle Erfahrung der Freiheit des Migranten machte ihn also nicht nur immun gegen jeden Nationalismus, sie stiftet auch die Grundlage seiner polylotten, telematischen Medientheorie.

Es erweckt den Anschein, als ob, so wie Zill von Zons zitiert wird, Vilém Flusser selbst sich so sah, wie eine aus dem Boden herausgerissene Pflanze, schwebend frei in der Luft —

Das Wort »absurd« bedeutet ursprünglich »bodenlos«, im Sinn von »ohne Wurzel«. Etwa wie eine Pflanze bodenlos ist, wenn man sie pflückt, um sie in eine Vase zu steilen. Blumen auf dem Frühstückstisch sind Beispiele eines absurden Lebens. Wenn man versucht, sich in solche Blumen einzuleben, dann kann man ihren Drang mitfühlen, Wurzeln zu schlagen und diese Wurzeln in irgendeinen Boden zu treiben. Dieser Drang der entwurzelten Blumen ist die Stimmung des absurden Lebens.

Aber, wie Vilém Flusser es in „Bodenlos“ beschreibt, herausgerissene Pflanzen schweben nicht frei in der Luft, Pflanzen werden ausgerissen, um sie irgendwo zu irgendeinem Zweck aufzubewahren; Blumen auf einen Frühstückstisch etwa, wo sie in einem Vasenkäfig welken —

Auf dem Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf beim zufälligen Erblicken eines Koffers, in dem abgerissenes Geäst steckt, wird gedacht, das ist ein anonym errichtetes Kunstwerk, bei dem es nicht um den Namen des schöpferischen Menschen geht, sondern allein darum, Begriffe anschaulich darzustellen, Begriffe, die ohne Anschauung leer sind —

Anschauung ohne Begriffe aber ist blind. Der Koffer mit seiner herausgerissenen und in ihm eingezwängten Staude auf dem Franz-Jonas-Platz in Wien ist, wird weiter sofort gedacht, die Anschauung der Begriffe Exil, Migration, Freiheit, Bodenlosigkeit

Anschauung mit Begriffen ist jedoch erst das halbwegs gute Sehen mit einem Auge. Um mit einem Auge gut zu sehen, muß die Darstellung zur Anschauung auch das von den Begriffen Exil, Migration, Freiheit, Bodenlosigkeit beherrschte Leben eines Menschen vermitteln, und dies tut der in den Koffer gesteckte Strauch.

Um aber mit beiden Augen zu sehen, ist es erforderlich, diesen Koffer, den ständigen Existenzraum der bodenlos gemachten Menschen, dort zur Anschaung zu bringen, wo die unter den oben genannten Begriffen zu verharrenden Menschen in Koffer gesteckt werden, ist der Koffer an dem Ort zu zeigen, an dem es sich alle hoch anrechnen, ihnen Koffer als eigene vier Wände zuzugestehen; und dies ist nicht der Franz-Jonas-Platz

Schwarzgrüner Geldregen auf österreichische „Bevölkerung“ – Thermenwartung, Ballkleider, Geldstrafen und und und leicht aus dem Sparschwein der Enkelkinder zu zahlen

Das verkündeten Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) am Mittwoch nach dem Ministerrat. Man tue dies, sagt der Bundeskanzler, um der Unsicherheit und den Desinformationen durch den Kriegstreiber Russland entgegenzuwirken. Einerseits wurde am Dienstag verordnet, dass das Großverbraucher ihren Energie-Antrieb umrüsten und für Erdöl bereit machen sollen. Zweitens wurde die Bevölkerung offiziell aufgerufen, beim Energiesparen mitzuhelfen. Gewessler betont dabei, dass es jetzt wichtig sei, die Therme warten zu lassen, die Heizungen zu entlüften und andere Energiesparmaßnahmen umzusetzen. Damit könne bis zu 15 Prozent des Gasverbrauchs gespart werden.  

Dies ist in der Tageszeitung „Kurier“ am 6. Juli 2022 zu lesen.

Wie recht doch Bundeskanzler Nehammer es damit hat, Desinformationen entgegenzuwirken, zeigt auch diese Pressekonferenz der österreichischen Regierung vom 5. Juli 2022.

Der „Kriegstreiber“, der, um genau zu sein, nicht zu einem Krieg aufhetzt, was Kriegstreiberinnen tun, sondern der einen tatsächlichen Krieg führt, also ein Kriegsführer ist, hat es bereits geschafft, in Österreich zu desinformieren.

Die österreichische Energieministerin etwa derart zu desinformieren, daß sie, die Energieministerin, meint, das Warten von Thermen sei eine rein freiwillige Leistung der Bevölkerung, das Warten von Thermen in Österreich könne von der Bevölkerung ganz nach ihrer Lust und Laune beauftragt werden, oder eben auch nicht beauftragt werden, während in Österreich doch tatsächlich eine gesetztliche Pflicht zur Wartung der Thermen besteht; ein Verstoß gegen die Wartungspflicht kann eine Geldstrafe bis zu siebentausenddreihundert Euro —

Die Wartungspflicht muß, wie die Energieministerin verstanden werden kann, nicht beachtet werden. Bei diesem Geldregen der österreichischen Bundesregierung auf die Bevölkerung können die 7.300,00 Euro sogar die vulnerablen Gruppen, wie diese von Finanzminister und Energieministerin genannt werden, aus ihrer Portokassa

Wichtig sei jetzt, so die Energieministerin, Energiesparmaßnahmen umzusetzen, etwa die Thermen, als gäbe es keine Pflicht, nur freiwilliges Engagement, warten zu lassen, und auf die Thermenwartungskosten braucht kein Mensch in diesem Land nur einen Achtelgedanken zu verschwenden, bei dem schwarzgrünen Geldregen auf die Bevölkerung, so unabhängig von Teuerungen gemacht, kann ein jeder Mensch in Österreich die Thermenwartungskosten aus dem Sparschwein seiner Enkelkinder — Und dazu gehen sich auch noch statt drei sogar mehr als zehn Ballkleider —

Vielleicht hat sich deshalb die niederösterreichische Landeshauptfrau für ihre Drei-statt-zehn-Ballkleider-Faktura entschuldigt, weil sie sich verrechnet hat, es sich bei diesem schwarzgrünen Geldregen auf die Bevölkerung doch für jeden Mann und für jede Frau in Österreich ausgeht, sogar mehr als zehn Ballkleider sich leisten zu können, so aufgefüllt mit schwarzgrünem Regen —

Die Desinformation dürfte in Österreich aber besorgniserregend weit vorangeschritten sein, wie auch der Bericht dieser Tageszeitung selbst schon zeigt. Für den „Kurier“ ist der Wirtschaftsminister lediglich Wirtschaftsminister, der bis vor kurzem noch als Arbeits- und Wirtschaftsminister geführt wurde, dessen bedenkenlose Einschätzung seiner Qualitäten bis in die höchste Bevölkerungsspitze russischer Desinformation