Windisch-Saga

Die Wehrmacht war ein Instrument des Deutschen Reiches unter der nationalsozialistischen
Regierung Adolf Hitlers. Aus der Proklamation ergibt sich, daß die Pflege der Tradition der
ehemaligen deutschen Wehrmacht rechtswidrig und staatsgefährlich ist. Eine solche
Traditionspflege gefährdet die öffentliche Sicherheit und das öffentliche Wohl.

Verfassungsgerichtshof, 6.12.1962, B167/62

Allein nach diesem Rechtssatz aus dem Jahr 1962 hätte die Kaserne in Klagenfurt niemals nach Alois Windisch benannt werden dürfen. Es verwundert nicht, wenn an die an der Kasernen-Umbenennung in 1967 beteiligten Täter gedacht wird, Täterinnen werden daran nicht beteiligt gewesen sein, zu dieser Zeit war das Bundesheer reine, die reinste Männersache.

Alois Windisch war ein weiterer „Führer des Narvikkampfes“, von dem ersten „Führer des Narvikkampfes“, Eduard Dietl, wurde im Kapitel „Stockers Testimonial“ erzählt.

Wie die Rechtfertigung, Eduard Dietl in einem Kapitel auftreten zu lassen, einzig in der österreichischen Gegenwart begründet ist, ist die Rechtfertigung, Alois Windisch in einem Kapitel auftreten zu lassen, einzig in der Gegenwart Österreichs begründet, und diese führt mit Alois Windisch zu einer österreichischen Parlamentspartei mit ihrem zurzeitigen Führer, der formal Obmann genannt wird, der sich eben, das kann so gesagt werden, paramilitärisch plakatieren läßt, als wäre er ein „Festungskommandant“

In der Nachfolge, und das liegt bei einem wie diesem Kärntner mit gesinnungsgemäßem Geschichtsbewußtsein nahe, Hans Steinachers, der einst „Festungskommandant“ … Und in der Nachfolge seiner Vorgänger als Obmann dieser Partei, die nicht nur in militärischen Gewändern, sondern auch in paramilitärischen Gewändern steckten – etwa Friedrich Peter, Anton Reinthaller, der für kurz gewesene Vizekanzler

Kurz ist es also her, daß diese Partei Alois Windisch eine Verteidigungsfestung aus Wörtern baute, errichtet auf ihrer Website am 13. Oktober 2022, wie diese auch heute noch, am 9. Jänner 2023, zu sehen ist:

Umstrittene Kasernen-Umbenennung: Alois Windisch war kein Kriegsverbrecher! FPÖ-Parlamentarier

Reifenberger kritisiert „Cancel Culture“ im Verteidigungsministerium.

„Heute müssen wir leider miterleben, dass auch im Verteidigungsministerium die ‚Cancel Culture‘ Einzug hält. Die Grünen sind in der Regierung, und die ÖVP ist zu feige und zu nachgiebig, um sich dem politischen Druck von Links zur Wehr zu setzen“, kommentierte der FPÖ-Abgeordnete Volker Reifenberger heute, Donnerstag, die von allen Parteien mit Ausnahme der FPÖ beschlossene Umbenennung der Windisch-Kaserne in Klagenfurt. Sicher kein rechtsstaatliches Verfahren im Tito-Jugoslwien Reifenberger referierte den auf der offiziellen Webseite des Verteidigungsministeriums bereitgestellten Lebenslauf des Generalmajors Alois Windisch und hob dessen offene Ablehnung des Nationalsozialismus hervor, wegen der er während des Zweiten Weltkriegs von den Machthabern extrem misstrauisch beäugt wurde und ihm sogar immer wieder Kommanden entzogen worden sind. Das gegen ihn ergangene Todesurteil wegen angeblicher Kriegsverbrechen sei Ergebnis eines Schauprozesses im Tito-Jugoslawien, in dem damals Folter und unmenschliche Haftbedingungen herrschten. Es habe dort mit Sicherheit keinen rechtsstaatlichen Prozess gegeben.

Es wird die reifenbergerische Partei sicherlich erklären können, was sie unter einem „rechtsstaatlichen Prozess“ versteht, anhand dieser Beschreibung aus einem Gutachten über den Prozeß von Alois Windisch:

Das Militärgericht von Belgrad klagte Windisch 1947 als Kommandant des Infanterieregiments 383 an. In dieser Funktion habe er bewaffnete Einheiten jugoslawischer Staatsbürger im Krieg gegen das eigene Vaterland befehligt, womit er ein Verbrechen gemäß dem Gesetz über die Straftaten gegen Volk und Staat begangen habe. In dieser und in der Funktion als Kommandant der 264. ID habe er zugelassen, „dass unterstellte Einheiten Kriegsverbrechen begehen – Plünderungen, Ermordung von Bürgern und  Deportationen in Konzentrationslager. Auf diese Weise sei er zum Mittäter geworden. Einige derartige Verbrechen von Angehörigen der 373. ID legte ihm die Anklage konkret zur Last: Einheiten der 373. ID hätten im Juni 1943 im Dorf Kupres 50 Personen festgenommen, einige sofort erschossen, über das Schicksal der anderen sei nichts bekannt. Bei einer Aktion zwischen den Dörfern Medinj [Medini] und [Čardaci] wurden zwei Partisanen getötet, einer verschleppt und das Dorf Medinj wurde gebrandschatzt. Im August 1943 seien im Raum Donji Vakuf 30 Personen verschleppt worden und vermisst geblieben. Beim Rückzug der 264. Division sei in Žitniċi eine alte Frau in ihrem Haus eingesperrt worden, das Haus in Brand gesteckt worden und die Frau sei darin verbrannt. Am 1. Oktober 1944 hätte eine Abteilung der 264. ID im Dorf Bogatić 14 Häuser angezündet. Vier Zeugen hatten zu diesen Verbrechen ausgesagt. In seiner Einvernahme, in der Hauptverhandlung und in den Berufungen gegen die Urteile bestritt Windisch nicht, dass diese Verbrechen geschehen waren, wies aber jede persönliche Verantwortung, jede Schuld und jedes Wissen darüber von sich. Die Aufstellung und Führung des 383. Infanterieregiment sei ihm befohlen worden, Kroatien sei ein souveräner Staat im Bündnis mit Deutschland gewesen. Er und sein Regiment hätte nur den Befehl erhalten, zur Sicherung der Bauxit-Vorkommen zu schießen. Er habe nie Befehle erhalten, auf die Bevölkerung zu schießen, mit seinen Einheiten an keinen „Aktionen“ teilgenommen, kenne die genannten Dörfer nicht und sei mit seinen Truppen woanders gelegen. Auch habe er die „hier gemeinten scharfen Befehle nie erhalten“, auch nicht in diesem Sinne gehandelt. Das Gericht folgte den Einwänden Windischs gegen die Anklage nicht und verurteilte ihn in erster Instanz zu 20 Jahren Freiheitsstrafe. Dem Militärstaatsanwalt war das Urteil zu milde; er forderte die Todesstrafe. Auch Windisch berief gegen das Urteil. Die zweite Instanz, das Militärgericht der III. Armee, wies die Berufung ab und hielt die Schuld von Windisch am Tod von mehr als 80 Menschen für erwiesen. Nun entschied das Gericht auf Todesstrafe durch Erschießen. Windisch schrieb erneut eine Berufung, in der er darlegte, dass die Verbrechen seinen Einheiten nicht eindeutig zugerechnet werden könnten. Er wies den Vorwurf einer faschistischen Gesinnung zurück und betonte, dass seine Grundsätze und Einstellungen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammten. Windischs Argumente stießen beim Obersten Militärgericht der Jugoslawischen Armee zum Teil auf Verständnis. Es wandelte die Todesstrafe in 20 Jahre Freiheitsstrafe mit Zwangsarbeit um. Das folgende Gnadengesuch wurde  abgelehnt. Am 19. Juli 1952 wurde Windisch amnestiert, aus der Haft entlassen und in Rosenbach von Staatssekretär Ferdinand Graf (ÖVP) und ehemaligen Kameraden empfangen. Eine Bewertung des Militärgerichtsprozesses kann hier nicht vorgenommen werden, da die vorhandenen Dokumente unvollständig und die Belgrader Nachkriegsprozesse wenig erforscht sind. Ob das Verfahren wie „eine – schlechte – Filmkomödie“ abgelaufen ist, kann mangels Aufzeichnungen auch nicht beurteilt werden. Festzuhalten ist zunächst, dass im Unterschied etwa zur deutschen Militärjustiz dem Angeklagten ein Verteidiger zur Verfügung stand, drei Instanzen über das endgültige Urteil berieten und zwei Berufungen gegen die Urteile eingebracht werden konnten. Möglich ist außerdem ein Vergleich der Windisch betrifft. Seine Angaben in den selbst verfassten Berufungen können einigen Dokumenten der 373. ID gegenübergestellt werden, die im Bundesarchiv Militärarchiv in Freiburg verwahrt sind. Im Unterschied zu Windischs Aussagen zeigen sie, dass er jedenfalls den Befehl über die „Aktion“ in Čardaci erhalten hatte und genau darüber informiert war. Teile seiner Truppen, wenn nicht er selbst, waren wahrscheinlich daran beteiligt, denn sowohl auf dem Befehl des Divisionskommandanten vom 2. Juli als auch auf dem Gefechtsbericht vom 12. Juli 1943 ist das 383. IR (also Windisch) am Verteiler angeführt. Windischs Aussagen in diesem Punkt entsprachen jedenfalls nicht der Wahrheit.

Name eines verdienten Offiziers wird ausgelöscht „Festzuhalten ist auch, dass laut einer Anfragebeantwortung des seinerzeitigen SPÖ-Verteidigungsministers Norbert Darabos – ein politisch äußerst Unverdächtiger – im Jahr 2011 zur Vergangenheit des Alois Windisch weder eine NS-Nähe , noch Kriegsverbrechen bekannt waren“, betonte Reifenberger

Diese Anfragebeantwortung des seinerzeitigen Verteidigungsministers Norbert Darabos wird die reifenbergerische Partei sicherlich vorlegen können. Auf der Website des österreichischen Parlaments wurde für das Jahr 2011 lediglich diese Antwort gefunden:

Zur Zeit werden weitere Recherchen im Zusammenhang mit einer biographischen Forschung bezüglich des Wirkens der Person Windisch im Zweiten Weltkrieg bis zur Kriegsgefangenschaft 1945 durchgeführt.

Und dann noch eine aus dem Jahr 2012, die sich auf die oben zitierte Beantwortung bezieht:

Zu diesen Fragen verweise ich auf meine Ausführungen in Beantwortung der parlamentarischen Anfrage Nr. 7920/J (Nr. 7830/AB).

und zeigte sich schockiert, dass Windischs Name nun getilgt werden soll, nachdem vor rund 60 Jahren eine Kaserne nach ihm benannt worden ist: „Wer sind wir, dass wir jetzt, viele Jahrzehnte später, diesen historischen Namen auslöschen wollen? Glauben wir besser über einen Offizier urteilen zu können als seine damaligen Zeitgenossen?“

Wie seine „damaligen Zeitgenossen“ über Alois Windisch urteilten, nun, auch das kann aus dem oben zitierten Gutachten entnommen werden:

Windisch bekam vom kommandierenden General des XX. Armeekorps Rudolf von Roman eine Beurteilung, die sich wie der Versuch einer Rehabilitierung liest – erstmals wird Windisch politisch eingeschätzt: „Ausgesprochen soldat. Pers. Überzeugter Nat.Soz. Sehr gewissenhaft, fleißig u. rührig. Vor d. F. voll bewährt. […] sehr energisch und frisch.“ Mehrere Oberbefehlshaber – einer bemerkte, dass sich Windisch zurückgesetzt fühlte – sprachen ihm die Befähigung zum Divisionskommandanten aus. Am Ende eines Divisionsführerlehrgangs versagte ihm der Leiter des Heeres-Personalamts aber die uneingeschränkte Eignung zum Divisionsführer. Dennoch wurde er im August 1944 Kommandant der Sicherungsdivision in Weißrussland. Die Division stand unter starkem Feuer der Roten Armee und Windisch war weder in der Lage – wie befohlen – nach vorwärts zu kämpfen, noch die
Verteidigungslinien zu halten. Windisch bezog Stellungen weiter rückwärts.

„Überzeuger Nat.Soz.“, nun, diese Abkürzung muß der reifenbergerischen Partei nicht ausgeschrieben werden — Und innerhalb dieser Verteidigungsfestung wurde am 14. Oktober 2022 noch eine kleine Verteidigungsfestung für Alois Windisch gebaut, wie sie auch heute noch, 9. Jänner 2023, auf der kärntnerischen Website der reifenbergerischen Partei anzuschauen ist: niedlich, süß, herzig, bei deren Anblick jedenfalls nichts zum Kommentieren mehr überbleibt, außer noch der Hinweis auf den eingangs zitierten Rechtssatz —

Windisch-Kaserne: Geplante Umbenennung soll nur vom Versagen der Bundesregierung ablenken!
Bürger haben ganz andere Sorgen und Nöte
Zum gestrigen mehrheitlichen Beschluss des Nationalrates betreffend eine Umbenennung der Klagenfurter Windisch-Kaserne erklärt FPÖ-Landesparteiobmann NAbg. Erwin Angerer: „Die Bürger haben heute ganz andere Sorgen und Nöte als die Umbenennung einer Kaserne auf Wunsch der Grünen und der Kommunisten – und zwar existenzbedrohende Sorgen. Das ist wieder eine typische Alibi-Aktion der Bundesregierung samt SPÖ und NEOS, um von ihrem Versagen auf ganzer Linie abzulenken, wenn es um die Nöte der Bevölkerung geht. Die Menschen wissen nicht mehr, wie sie sich angesichts der Rekord-Teuerungen das tägliche Leben noch leisten können, aber die Regierung sorgt sich lieber um Kasernennamen“, so Angerer. Die FPÖ habe daher im Nationalrat gegen eine Umbenennung der seit 1967 nach Alois Windisch benannten Klagenfurter Kaserne gestimmt. „Man muss sich auch fragen, wieso sich das Land Kärnten und die Landeshauptstadt Klagenfurt an den Plänen zur Umbenennung der Windisch-Kaserne beteiligen“, erklärt Angerer. Er weist darauf hin, dass nicht jeder, der im 2. Weltkrieg in der Wehrmacht gedient hat, automatisch ein Kriegsverbrecher ist, wie es offenbar die Grünen sehen. Angerer erinnert auch daran, dass auf der offiziellen Webseite des Verteidigungsministeriums auf die von Windisch offen gezeigte Ablehnung gegenüber dem Nationalsozialismus hingewiesen wird und dass Windisch nach dem Weltkrieg mit Unterstützung des damaligen SPÖ-Bundespräsidenten Theodor Körner von Tito-Jugoslawien nach Folter und Entbehrungen im Jahr 1952 aus der Haft entlassen wurde.

Und wie ging es mit Alois Windisch nach seiner Entlassung weiter? Kehrte er still nach Österreich zurück, wo kein Mensch auf ihn wartete, kein Mensch ihm einen Empfang bereitete? Nein.

Am 19. Juli 1952 wurde Windisch amnestiert, aus der Haft entlassen und in Rosenbach von Staatssekretär Ferdinand Graf (ÖVP) und ehemaligen Kameraden empfangen.

Ein späterer Verteidigungsminister aus der reifenbergerisch-angererischen Partei meinte wohl, in Nachfolge des christschwarzen Graf, das gehöre sich so, solch entlassene Männer müssen mit allen Ehren empfangen werden, wer wären sie, ihnen den Handschlag zu verwehren …

Darin hat sich Karl Springenschmid geirrt, in seinem vor fünfundfünfzig Jahren erschienenen Buch in dem steiermärkischen Verlag mit seinem hochwürdigen Testimonial, daß der „Kampf um Narvik“ einst zur „Narviksaga“

aber, wer weiß, was Springenschmid sich dachte, vielleicht war sein gesamtes Buch dahin ausgelegt, eine windische Dietl-Saga … es wurde eine Windisch-Saga, jedenfalls für diese Partei mit ihren Führern in einstigen Uniformen und jetzigen Pseudouniformen …

Stockers Testimonial

In diesem Dezember ’22, kurz vor dem Jahreswechsel, war es dann soweit, der Entschluß gefaßt, doch einen Wandertag in Kärnten einzulegen, die Verlockung war zu groß, doch einmal die Route abzugehen, die einer Schilderung am Nebentisch in einem Kaffeehaus entnommen wurde, im Sommer ’20.

Ausschlaggebend für die Entscheidung für einen Wandertag, einmal in Kärnten, das muß zugegeben werden, war nicht in erster Linie das belauschte Gespräch am Kaffeehausnebentisch, sondern der Umstand, kurz vor Marias Niederkunft etwas zu Barbarossa gelesen zu haben

Von seiner oberkärntnerischen Schlucht aus loszugehen, und dann bis nach Sachsenburg zu wandern, war die Route für diesen Wandertag, gemäß der Schilderung.

In Sachsenburg angekommen, nach Besichtigung von allem Bedenkenswerten in Sachsenburg, hungrig und durstig geworden, verblieb bis zur Abfahrt des Obmnibusses noch Zeit, um im Lebensmittelgeschäft „Land aufs Herz“ Proviant einzukaufen.

Mag der Hunger noch so groß sein, mag der Durst noch so groß sein, der Durst und der Hunger nach Büchern läßt aber stets die körperlichen Forderungen sofort vergessen, wenn Bücher gesehen werden. Und so konnte es kein Vorbeigehen an der Bücherkiste geben, die im Lebensmittelgeschäft aufgestellt ist, bei Obst und Gemüse. Ohne in der Bücherkiste wühlen zu müssen, um herauszufinden, welche Bücher hier gegen eine Spende von einem Euro überhaupt verschenkt werden, fiel augenblicklich ein Buch auf:

„Narvik 1940“, verziert mit einem Anker, einem Propeller und einem Edelweiß

Dieses Buch zu nehmen, ohne noch in der Bücherkiste zu stöbern, die anderen Bücher je zu beachten, dieses Buch aus der Bücherkiste zu nehmen, dieses Buch mitzunehmen, dieses Buch aus dem Verkehr zu ziehen, dieses Buch wenigstens hier im Landaufsherzgeschäft aus dem Umlauf zu nehmen, dieses Buch wenigstens hier in Sachsenburg keinem weiteren Menschen zur Lektüre zuzuführen, war sofort entschieden, war, wenn es so gesagt werden darf, die augenblicklich zu erfüllende Pflicht, als das Buch aufgeschlagen war:

Karl Springenschmid
Die Männer von Narvik
Das große Abenteuer in der Arktis

Von Karl Springenschmid muß nichts mehr erzählt werden, wessen Gesinnung er diente – zu viele Kapitel … ein Schriftsteller, der, wäre die Gegenwart in Österreich nicht so wie sie ist, in keinem Kapitel je vorzukommen hätte —

Darunter den Namen des Verlags zu lesen,

Leopold Stocker Verlag
Graz und Stuttgart

war nicht das Überraschbare, es war, beinahe könnte gesagt werden, das Erwartbare. Auch wenn das Erscheinungsjahr bei der Angabe zu den Rechten dieses Buches fehlt,

Die auf dem Schutzumschlag dargestellten Gebirgsjäger sind Männer des „Büffelunternehmens“, die eben in Narvik vor General Dietl angetreten sind.
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten
Copyright by Leopold Stocker Verlag GmbH
Printed in Austria
Druck: Friedrich Jasper, 1030 Wien

so geht dieses doch aus dem Text hervor, zu lesen auf Seite 298; es muß also kurz vor, um 1970 herum erschienen sein.

„Seither sind nahezu dreißig Jahre vergangen. Die jungen Soldaten Dietls sind reife, erfahrene Männer geworden. Was sie damals in

Es wäre auch dieses Buch, das vor über fünfzig Jahren erschienen ist, in keinem Kapitel zu erwähnen, wenn die Gegenwart in Österreich eine andere wäre, aber der Stocker-Verlag der Gegenwart ist kein anderer Verlag als vor fünfzig,

als vor fünfundachtzig,

als vor einhundert Jahren, und wie in der Vergangenheit gelingt es ihm in der Gegenwart Österreichs, Referenzen und Zeugnisse für seine Ehrenwertigkeit einzuholen, von der höchsten Staatsspitze abwärts,

etwa von dem Präsidenten des österreichischen Parlaments als Stockers Testimonial —

Narvik erlebt haben, ist in weite Ferne gerückt. Jene aber, die den Kampf im hohen Norden an verantwortlicher Stelle geführt haben, sind nicht mehr unter uns. General Dietl kam am 23. Juni 1944 bei einem Flugzeugunglück in den niederösterreichischen Bergen ums Leben.

Das ist auf Seite 300 des Stockers Buch zu lesen, auf der vorletzten Seite des Stockers Buch wird nicht verabsäumt zu berichten, was aus den „Führern des Narvikkampfes“ geworden ist. Aus General Dietl, von dem im Stockers Buch viel erzählt wird, auch „Geschichten und Anekdoten“ – kurzum, all das erzählt wird, was Ehre und Stolz hergeben —

Dietl kannte seine Jäger, die Jäger kannten ihn. Er war ihr General, gewiß. Aber er war zugleich ihr Bergkamerad, das heißt einer von ihnen, einer der mit ihnen lebte, der alle Not, alle Strapazen mit ihnen teilte. Immer war Dietl unterwegs, ja, er war, wie die Jäger sagten, beinahe so allgegenwärtig wie der liebe Gott. Plötzlich tauchte er irgendwo, wo man ihn am wenigstens vermutet hätte, vor ihnen auf. Da stand er in seiner alten, zerschlissenen Windjacke, den Rucksack, von dem er sich niemals trennte, über der Schulter, einer, der nicht anders aussah wie alle anderen. Und immer wußte Dietl das richtige Wort zu finden, wußte Rat und Hilfe. Unzählig sind die Geschichten und Anekdoten über ihn, die in den Stellungen von Mund zu Mund gingen. Ein Beispiel nur: „Einmal hob Dietl die grobe Decke zur Seite, die über den Eingang zu einem Felsenloch hing und sagte in das Dunkel hinein: „No, wie geht’s?“ Ein langer Kärntner kniete da drinnen auf dem Boden, mit dem Rücken zum Eingang und versuchte, Feuer zu machen. „Hob ka Zeit nit“, brummte er, ohne sich umzusehen. „I hätt di aber gern von vorne g’sehn“, meinte Dietl. „Nachher schaust halt du, daß du a Feuer zsommbringst“, rief der Kärntner zornig und stand auf. Da sah er den General vor sich. „Das kann i wohl“, lachte Dietl, kniete hin, „schau, das geht so!“ und blies solange in die schwache Glut, bis das nasse Holz Feuer gefangen hatte. Besonders köstlich waren solche Begegnungen, wenn Dietl, der Urbayer, mit Leuten von der Wasserkannte, den Matrosen, zusammentraf. Einer der Männer von der Marineflak hat dies einmal folgendermaßen geschildert: „Dann kam General Dietl […] ‚Det is’n Jeneral‘, sagte einer von uns, als Dietl nach langer Unterhaltung wieder weitergeradelt war, ‚ick hab mir n‘ Jeneral immer ganz anders vorjestellt, so’n Zugeknöppten bis ohnenhin. Aber ick laß mir jerne bekehren.'“ Als Dietl einmal […]

So wird in dem Stocker Buch, der wehrmachtigen Ehre und dem wehrmachtigen Stolz verpflichtet, über Eduard Dietl geschrieben. Und was Dietl nicht nur einmal tat, davon ist im Stocker Buch nichts zu lesen, was Eduard Dietl tat und wer Eduard Dietl war, dafür müssen andere Schriften aufgeschlagen werden, Bücher, von denen der Stocker-Verlag bis zum Heute herauf wohl meinte, diese zu verlegen, wäre unter seiner Ehre —

Den Sieg der Gebirgsjägertruppen gegen britische und norwegische Truppen im Kampf um die
strategisch wichtige Hafenstadt Narvik schlachtete die NS-Propaganda aber besonders aus, um populäre
Kriegshelden zu schaffen. Zum Volkshelden stilisierte Propagandaminister Joseph Goebbels an erster
Stelle den Befehlshaber der 3. Gebirgsdivision Eduard Dietl, seit 1919 ein enger Wegbegleiter Hitlers.

Die Kärntner Nationalsozialisten versuchten Narvik und das GJR 139 für ihre eigenen Interessen zu nutzen. Die Kärntner Version des Narvik-Mythos verknüpfte die Verherrlichung des „Abwehrkampfes“ von 1919/20 mit den Oden an die Kampfbereitschaft der Gebirgsjäger am Eismeer, im Kaukasus und auf Kreta. Hatten die Kärntner 1919/20 an der Südgrenze des Deutschtums einen „Sieg in deutscher Nacht“ für das Reich erfochten, würden sie nun an seinen äußersten Fronten die „Ehre Kärntens in ihrer Faust halten“, wie SS-Sturmbannführer Karl Fritz postulierte. Die Kärntner NS-Führer erinnerten stets an das Wort Hitlers „Narvik hat mir den Krieg gewonnen“, um zu betonen, dass der „Großteil der Gebirgsjäger aber, die Narvik nahmen, […] Söhne unserer geliebten Heimat“ waren. Ähnliches über die Ausnahmestellung der Kärntner Gebirgsjäger wurde den Schulkindern erzählt. Nach dem Kärntner Geschichtslehrplan vom Jahr 1941 wurden sie über germanische Siege vom „Abwehrkampf“ über die „Befreiung im März 1938“ bis zum Sieg von Narvik unterrichtet: „Als treue Kämpfer des Reiches stehen die Kärntner heute an allen Fronten dieses Krieges. Vor allem haben sie mit den Steirern Narvik dem Reich erkämpft!“ Immer wieder zogen die Kärntner Nationalsozialisten als Kronzeugen für den besonderen Heldenmut der Landessöhne den Befehlshaber der 3. Gebirgsdivision Eduard Dietl heran, der bald nach dem Triumph von Narvik Kärnten einen Besuch abstattete und ein „großes Narvikkämpfertreffen nach Kriegsschluß in Klagenfurt“ ankündigte. Bei einem zweiten Besuch in Kärnten Ende November 1942 wieder mit großen Kundgebungen musste Dietl schon verkünden, dass er an den „Sieg Deutschlands glaube“. Narvik wurde beschworen, um die Soldaten und die Bevölkerung auf die Gewissheit des Sieges in bereits schwieriger Lage einzuschwören. „Dieser Krieg verlangt alles – auch von der Heimat!“ – „Der Tag wird kommen, da wir zurückschlagen werden!“ lauteten die Parolen. Während Dietl in seinen Reden mobilisierte, betrieb Gauleiter Rainer bereits besondere Traditionspflege für das GJR 139: „Und dennoch darf Kärnten für sich ein besonderes Vorrecht beanspruchen: jenes Regiment, das mit Ihnen in Narvik kämpfte und aushielt, ist das Traditionsregiment zweier Kärntner Truppenkörper, das Khevenhüller-Regiment Nr. 7 und das Gebirgsschützen-Regiment 1 – es ist unser heimisches Gebirgsjäger-Regiment. Die ruhmvolle Geschichte dieser Truppenkörper, deren Tradition von dem jungen Kärntner Regiment fortgesetzt und gepflegt wird, ist die Grundlage des Stolzes und des Vertrauens der Heimat auf ihre Soldaten.“ Hoch im Norden zelebrierte das GJR 139 am 10. Oktober die Erinnerung an den „Abwehrkampf“ als Beispiel für den gegenwärtigen Kampf gegen den „Bolschewismus“. Einer der Proponenten dabei war der Propagandaleiter des Abwehrkampfes und NS-Funktionär Hans Steinacher, der nun Festungskommandant von Kirkenes war. Dort schrieb er seine Memoiren „Sieg in deutscher Nacht. Ein Buch vom Kärntner Freiheitskampf“ und pries das „deutsche Schwert“.

Die mit Dietl aufs Engste verbundene reichsweite Version des Narvik-Mythos und seine Anwendung in
der Kriegspropaganda war von Rassismus und Antisemitismus durchdrungen. Dietl agierte nicht aus
Anpassung an das Regime (wie es vielleicht bei […] der Fall war); er war ein Nationalsozialist der
ersten Stunde.

Dietl konnte sein Versprechen vom Dezember 1940, nach dem Krieg ein großes Narvik-Treffen in Klagenfurt zu veranstalten, nicht wahrmachen – er verunglückte im Jahr 1944. Aufgrund des
Ausbleibens des „Endsiegs“ und der alliierten Besatzung war es auch den Veteranen seiner
Truppenkörper bis 1955 versagt, dieses Vorhaben zu realisieren.

Nach dem Ende der Besatzung verging nur kurze Zeit bis der ranghöchste Militär Kärntens Anton
Holzinger als Kommandant der 7. Gebirgsbrigade des Bundesheeres Dietls Versprechen in die Tat
umsetzte und die Traditionslinie, wie sie Gauleiter Rainer gezeichnet hatte, weiterführte, indem er die
Soldaten der 7. Gebirgsbrigade in die Nachfolge des GJR 139 setzte. Er war der maßgebliche Akteur
der großen Gebirgsjägerfeier im Jahr 1959, bei der er den „kühnen Sieg über Norwegens Nordarmee“
pries, von einem der „kühnsten Unternehmen der Kriegsgeschichte“ sprach. Ähnlich schwülstig und
fast wortgleich wie Rainer 1942 meinte er: „Das Regiment, das die Hauptlast des Kampfes trug und dessen Helden die Männer von Narvik waren, war das Kärntner Hausregiment, das wieder unvergänglichen Lorbeer um sein Feldzeichen gewunden hatte.“

Im Gegensatz zu dieser Veteranenliteratur gilt die Schlacht um „Narvik“ in der militärwissenschaftlichen Forschung nicht als heroische militärische Manöverleistung numerisch unterlegener gegen übermächtige Truppen. Sie wird im Hinblick auf die Lehren, die die Wehrmachtsführung aus dem Kampf zog, durchwegs kritisch gesehen. Eine Erkenntnis war, dass die verbissene Kriegsführung Dietls und seiner Regimentskommandanten Hitler von seiner bereits gezeigten Bereitschaft gegen eine Übermacht von feindlichen Truppen zu kapitulieren (er empfahl den Abzug nach Schweden) abgebracht hatte. Hitlers spätere Devise des Kämpfens bis zum letzten Mann wurde als eine Konsequenz der Erfahrung von Narvik verstanden – „die dann Hunderttausenden Soldaten das Leben kosten sollte“. So gesehen führte der Sieg von Narvik in den Untergang von Stalingrad.

Eine andere Relativierung des Heroismus der Gebirgsjäger bringt die Tatsache, dass die Einnahme von Narvik am 8. Juni 1940 wesentlich durch den vorzeitigen Abzug der britischen Truppen an die Westfront erleichtert wurde. Hinzu kam die Einschätzung, dass Dietl insbesondere beim folgenden Angriff auf die Sowjetunion skrupellos große Verluste unter den eigenen Soldaten in Kauf nahm.

Dennoch steht Dietls truppendienstliche Verantwortung für Kriegsverbrechen außer Zweifel. Die von ihm beim Angriff auf die Sowjetunion in Finnland kommandierten Truppenkörper führten den Kommissar-Befehl aus und übergaben Kriegsgefangene zur Exekution an den Sicherheitsdienst der SS. Im Vergleich zu anderen Frontabschnitten machte die Norwegenarmee 1941 nur wenige sowjetische Gefangene – der Grund, warum in den Divisionsakten kaum Exekutionen von Rotarmisten nachweisbar sind. Römer verweist zugleich auf den Feldpostbrief eines Soldaten, in dem es hieß, dass sowjetische Politoffiziere sofort liquidiert würden. Angelastet wurde Dietl auch die Verantwortung für Feldstraflager in Norwegen und Finnland, in die verurteilte Strafgefangene – unter ihnen viele Wehrmachtssoldaten – aus Konzentrationslagern und Wehrmachtsgefängnissen eingewiesen wurden. Hier kam es wiederholt zu Exekutionen von arbeitsschwachen Häftlingen. Der Osttiroler Soldat des GJR 139 David Holzer war 1942/43 an der Front bei Murmansk und nannte als ein Motiv für seine Desertion die unmenschliche Behandlung von sowjetischen Kriegsgefangenen. In einem Interview mit dem Autor schilderte er eine willkürliche Erschießung von sechzig Kriegsgefangenen, nachdem sechs aus einem Kriegsgefangenenlager entwichen waren.

Fast zur gleichen Zeit als […] erstmals als Namenspatron für das ehemalige Kommandogebäude
des GJR 139 in Klagenfurt vorgeschlagen wurde, stellte die deutsche Bundeswehr 1964 eine Kaserne
in Füssen unter die Namenspatronanz von „Generalsoberst Dietl“. Eine zweite Kaserne in Bayern wurde
nach dem Kommandanten der 1. Gebirgsdivision der Wehrmacht Ludwig Kübler benannt. Doch in
Deutschland wurde dieser Art von Traditionspflege weit konsequenter als in Österreich widersprochen.
Nach jahrelangen Protesten von Bürgerinitiativen entschied der damalige Bundesminister der
Verteidigung Volker Rühe (CDU) 1995 gegen den Widerstand von Kameradschaftsverbänden der
Gebirgsjäger beide Kasernen neu zu benennen, weil Dietl und Kübler keine Vorbilder für die Streitkräfte
einer demokratischen Republik sein können. Die Kasernen bekamen unverfängliche topographische
Bezeichnungen.

Dies ist zitiert aus dem Gutachten Ein Fall „besonderer Traditionspflege“ von Peter Pirker.

Im gegenwärtigen Stocker-Programm wird die „Narviksaga“ nicht mehr geführt. Jedenfalls bringt die Suche kein diesbezüglichen Treffer. Als Treffer angeboten wird dafür „Krieg im Eismeer“, in dessen Werbung gleich prominent der Name Eduard Dietl gesetzt ist, und wie recht kritisch die Werbung für Stockers Buch —

Damit war ein neuer Held geboren: General Eduard Dietl erhielt als „Sieger von Narvik“ als erster Soldat der Deutschen Wehrmacht das neu gestiftete Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Nicht weniger als sieben weitere Narvik-Kämpfer des Gebirgsjäger-Regiments 139 wurden mit dem begehrten Ritterkreuz ausgezeichnet. Ein Jahr später hatte Dietl als Kommandierender General des eigens für ihn zusammengestellten Gebirgskorps Norwegen den Auftrag, im Rahmen des Russlandfeldzuges über eine Strecke von rund einhundert Kilometern den sowjetischen Eismeerhafen Murmansk und die Murmanbahn zu erobern, die immer mehr von den alliierten Geleitzügen angesteuert wurden, um die UdSSR mit Kriegsmaterial aller Art zu versorgen. Aber Dietl, der nie eine Generalstabsausbildung durchlaufen hatte, scheiterte an dieser Aufgabe. Als einzigem Kommandierendem General der gesamten Ostfront gelang es ihm trotz wiederholter Angriffe bei allergrößten Verlusten nicht, sein operatives Ziel – Murmansk und die Murmanbahn – zu erreichen. Dieser Misserfolg war neben anderem auch darauf zurückzuführen, dass die besonderen Kampfverhältnisse am Eismeer bei der Vorbereitung der Offensive gegen diesen wichtigen Nachschubweg nicht die notwendige Beachtung gefunden hatten. Der Sieg bei Narvik war Voraussetzung für die Offensive gegen Murmansk. Der Rückschlag an der Murmanbahn degradierte den deutschen Erfolg von Narvik zum Pyrrhussieg. Unter dem Gesichtspunkt dieser Wechselbeziehung wird in diesem Buch erstmals die Schlacht in der Arktis in den Kriegsjahren 1940 bis 1941 zusammenfassend dargestellt.

Dieses Buch ist von einem Autor, der bereits einmal in einem Kapitel erwähnt wurde, in dem es auch um „Gebirgsjäger“ geht, auch um einen General, den alle kannten, ihren General

Stockers Springenschmid läßt sein Buch, das aus dem Landaufsherzgeschäft neben Obst und Gemüse mitgenommen wurde, um es Unbedarften, die unbedarft sein wollen, der Lektüre zu entziehen, wie folgt enden:

Die Kämpfe um Narvik haben, so scheint es, keinen berufenen Sprecher mehr. Auf den Gräbern der Gefallenen blüht, was der kurze arktische Sommer an Blumen schenkt. Aber auch dies sind Blumen des Vergessens. Und doch – je mehr sich der zeitliche Abstand, der uns von jenen Tagen trennt, vergrößert, desto deutlicher treten die Grundlinien dieses Kampfes hervor, des letzten Kampfes, den Soldaten gegen Soldaten geführt haben, ohne daß Material und technische Perfektion das Bild des Kampfes bestimmt hätten. In diesem Sinne wird der Kampf um Narvik immer im Gedächtnis der Welt bleiben.

Noch viel tiefer hat sich die Erinnerung an diesen Kampf dem norwegischen Volke eingeprägt; denn vor dem Hintergrund des permanenten Friedens, in dem die Norweger zu leben gewohnt waren, zeichnen sich die Konturen dieses Kampfes mit besonderer Deutlichkeit ab, auch wenn der Zwiespalt der öfffentlichen Meinung noch immer die Gültigkeit dieses Bildes stört. Doch längst sind die Wunden, die der Krieg geschlagen hat, vernarbt. Aus Schutt und Asche ist Narvik auferstanden, größer, reicher, schöner denn je, tüchtig und lebensfroh wie immer. Unablässig rollen die langen Erzzüge von den Bergen herab, und im Hafen stehen deutsche Frachtschiffe friedlich neben englischen, um das begehrte Schwedenerz aufzunehmen. Warum dieser Kampf? fragt die junge Generation der Stadt, wenn alles so ist, wie es früher war? Erz genug! Erz für alle! Erz für alle! Die Motive dieses Kampfes sind uninteressant geworden. Die Fragen der Jugend bleiben ohne Antwort. Es ist nicht üblich, über das, was diese Stadt erlebt hat, zu sprechen. Den Menschen des Nordens liegt das Schweigen näher als das Sprechen. Was den Älteren noch Erinnerung ist, ist der jungen Generation Legende geworden. Mag sein, daß in fernen Zeiten der Kampf, den die Männer dieses Landes um dieses Stück Arktis geführt haben, für die Menschen des Nordens, die gewohnt sind, hinter die Dinge zu blicken, aus der geschichtlichen Wirklichkeit in jene geheimnisvolle Welt der Saga emporgehoben wird, in der uns die großen Gestalten dieses Volkes begegnen: Der Kampf um Narvik wird zur Narviksaga werden.

Stockers Buch aus dem Landaufsherzgeschäft war in einem tadellosen Zustand, es muß mit dem Buch über Jahrzehnte sorgsam umgegangen worden sein, behütet worden sein wie ein sachensburgischer Familienerbschatz – es fehlte bloß der Schutzumschlag, dann hätte es als ganz neuwertig feilgeboten werden können. Aber vielleicht wurde es erst viel später, lange nach seinem ersten Erscheinen gekauft. Es kann immer noch gekauft werden, auch jetzt noch, im Jänner 2023, sogar mit seinem Schutzumschlag, auch von einem sachsenburgerischen Zuhause aus kann es bequem bestellt werden, in dem Laden, der alles führt, freilich nicht um eine Spende von einem Euro, sondern um 23,99 Euro – „Sofortversand, sicher und zuverlässig aus Österreich“ …

Es hätte Stockers Buch im Landaufsherzgeschäft – ein Land auf ein Herz legen, was für eine Masse, was für ein Gewicht, das muß doch ein Herz zu einem Lappen plattwalzen, für seine natürlich vorgesehene Funktion nicht weiter zu gebrauchen, vielleicht noch nach seiner Trocknung brauchbar zum Aufwischen des Bodens – liegengelassen bleiben können, wie töricht zu meinen, ein Buch Unbedarften der Lektüre entziehen zu wollen, wenn Unbedarfte, die unbedarft sich geben, jedwedes Buch heutzutage so leicht erwerben können, mit ein paar Klicks, und das nicht nur in diesem Laden, und das nicht nur von Sachsenburg aus …

In diesem Laden ist zu erfahren, wann Stockers Buch zum ersten Mal erschien: 1. Jänner 1968.

Übrigens. Es gibt noch einen „Führer des Narvikkampfes“, der in Stockers Buch einen ehrenstolzen Platz einnimmt, von dem wird doch noch zu erzählen sein, im nächsten Kapitel, aber nicht seinetwegen, sondern wegen der Partei der Vergangenheit in der Gegenwart, die sich um diesen „Führer“ bemüht, die nicht will, daß sein Name ausgetasucht wird, die ihre seine Sage

„Und alle, die in Österreich leben“, haben zu warten, aber nicht darauf, worauf „Österreicherinnen und Österreicher warten – und ich auch“

So schön hat er seine Ansprache begonnen, und so integrativ, alle hat er mit seinen Wünschen von ganzem Herzen für ein gutes neues Jahr bedacht, die lieben Österreicherinnen, die lieben Österreicher, und, ja, auch alle, die in Österreich leben.

Liebe Österreicherinnen und Österreicher und alle, die in Österreich leben, ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein gutes Neues Jahr.

An diesem Sonntag, dem 1. Jänner 2023.

So schön hat er seine Ansprache beendet, und so integrativ, alle hat er mit seinen Wünschen bedacht, alle in sein Herz ganz eingeschlossen, die lieben Österreicherinnen, die lieben Österreicher, und, ja, auch alle, die in Österreich leben.

Liebe Österreicherinnen und Österreicher und alle, die in Österreich leben, ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein gutes Neues Jahr.

An diesem Sonntag, dem 1. Jänner 2023.

Und zwischen Beginn und Ende seiner Ansprache?

Was sprach er zwischen Beginn und Ende?

Und innenpolitisch, als ob das alles noch nicht genug wäre, sehen wir uns nach wie vor mit diesem, wie ich es genannt habe, „Wasserschaden“ konfrontiert: Dem Zweifel an der Integrität der Politik. Und auch da sind entsprechende Schritte noch immer nicht gesetzt. Die Generalsanierung hat noch immer nicht begonnen. Und so viel möchte ich an dieser Stelle sagen: Die Österreicherinnen und Österreicher warten darauf.

Und ich auch.

Das sprach er zwischen Beginn und Ende seiner Ansprache, ebenso schön, so blumig ganz von seinem Herzen weg, nein, zutreffender, um in seinem Bild zu bleiben: so wässrig, und nicht so genau wie zu seinem Beginn und seinem Ende seiner Ansprache. Er zweifelt an der Integrität der Politik, er zweifelt gleich an der Integrität der gesamten Politik, während der Zweifel an der Integrität lediglich bestimmter Politik zu machen meinender Parteien berechtigt ist —

„Die Österreicherinnen und Österreicher warten darauf.“

Auf „die Generalsanierung“.

„Und ich auch“.

So von ganzem Herzen spricht er an diesem ersten Sonntag des Jahres 2023.

Wen werden sie, die bestimmte Politik zu machen meinenden Parteien, warten lassen? Die Österreicherinnen und Österreicher? Und ihn auch, der sich, von ihnen abgesetzt, ich nennt?

Wen die bestimmten Parteien der Parteipoltik nicht warten lassen werden, das ist an diesem ersten Sonntag des Jahres 2023 bereits gewiß: Alle, die in Österreich leben. Die bestimmten Parteien der Parteipolitik werden alle, die in Österreich leben, nicht warten lassen, weil diese alle, die in Österreich leben, auf nichts zu warten haben, es genügt, daß sie alle in Österreich leben dürfen, und das hat er an diesem ersten Sonntag des Jahres 2023 deutlich gesprochen, die Österreicherinnen und die Österreicher und er dürfen auf etwas warten, dürfen sich etwas erwarten, aber nicht alle, die in Österreich leben, alle, die in Österreich leben, hat er nicht in das Warten der Österreicherinnen und Österreicher und auch nicht in sein Warten einbezogen, er hat alle, die in Österreich leben, vom Warten ausgeschlossen

Er spricht menschgemäß von Hoffnung an diesem ersten Sonntag des Jahres 2023. Alle, die in Österreich leben, aber nach seiner Definition, keine Österreicherinnen, keine Österreicher und auch er nicht sind, gehen einem guten neuen Jahr entgegen; sie brauchen auf nichts zu warten, es wird ihnen schon am ersten Sonntag des neuen Jahres vom höchsten Staatsstuhl aus gelächelt bescheinigt, von ihnen allen, die in Österreich leben, wird nicht erwartet, daß sie warten, gar darauf, wie die Österreicherinnen und Österreicher, und er auch …. die Generalsanierung

Sie, alle, die in Österreich leben, werden es deshalb auch im Jahr 2023 besser, schöner haben, sind sie doch des Wartens enthoben, staatsspitzenerlöst von der Teilhabe, auch am gemeinsamen Hoffen, soher gerettet vor Enttäuschung … die Hoffnung enttäuscht doch alleweil zuerst.

So schön also hat er gesprochen, an diesem ersten Sonntag im neuen Jahr, er hat alles aufgeboten, das ein Land zu einem Kulturland macht, und es ist seine Amtspflicht, dieses Land der Kunst und der Kultur so zu präsentieren, daß sofort alle, ob sie in Österreich leben, aber auch alle, die nicht in Österreich leben, daß die lieben Österreicherinnen, daß die lieben Österreicher, und der liebe Er auch, sofort wissen, daß ist das Land, das „unser Land“ ist, ihr Land der Kultur, ihr Land der Kunst, der Musik, der Literatur … und er fand dafür Bilder, Bilder fand er dafür, solche Bilder, charakteristisch für

In diesem Moment wird er sich eins gefühlt haben, und aus diesem Einsgefühl heraus kann er an diesem Sonntag sagen, ihrer Zustimmung gewiß: „Sie kennen solche Bilder. Das ist charakteristisch für …“

Dass man die Hoffnung zulässt. Dass man es zulässt, die guten Dinge zu sehen. Dass man im Kopf die Möglichkeit des Erfolgs zulässt. Dass man trotz aller Schwierigkeiten an einen guten Ausgang glaubt. Auch wenn die Rahmenbedingungen höchst herausfordernd sind. Ein Beispiel: Sportlerinnen und Sportler wissen ganz genau, dass ein guter Wettkampf im Kopf beginnt. Deswegen sieht man Skirennläufer oft vor dem Start in Gedanken die Strecke hinunterfahren. Sie nehmen im Kopf schon jede Kurve und jeden Sprung so, wie es ideal wäre. Sie kennen solche Bilder. Das ist charakteristisch für Leistungssportlerinnen. Manche halten das für ein bisschen seltsam.

So schön hat er gesprochen. An diesem ersten Sonntag im neuen Jahr. Am 1. Jänner 2023. Wo andere nur eine Stirn sehen, sofern sie nicht hinter Helm und Skibrille verborgen ist, sie vielleicht die Spitze der Nase sehen, sieht er die Gedanken im Kopf hinunterfahren

Es wird eine Rede gewesen sein, an diesem ersten Sonntag im Jahr ’23, die nicht ohne Wirkung bleiben wird. In den Schulen, vielleicht sogar schon in den Volksschulen, werden alle, die in die Schule gehen, ihre Lehrer selbst darum ersuchen, sie abzufragen, und die Lehrerinnen werden dies gerne tun:

Wir mögen nicht alle Leistungssportlerinnen- und sportler sein, aber jede und jeder von uns hat jeden Tag Aufgaben zu bewältigen. Wichtige Aufgaben, die in Summe unseren Erfolg als Gemeinschaft ermöglichen.

Und nach dieser kurzen Einleitung, gelernt aus der Sonntagsrede, werden sie ihre Schüler fragen, nun, wer hat welche Aufgaben im Land … und ihre Schülerinnen werden es mit Freuden, wie von ihnen an diesem Sonntag vorgesagt, kanonisch aufsagen, auswendig, von ganzem Herzen, und ohne Schummelzettel

Die Arbeit der alleinerziehenden Mütter.
Die Arbeit in pflegenden und medizinischen Berufen und im ganzen Sozialbereich.
Die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer.
Der Schülerinnen und Schüler.
Der freiwilligen Vereine – unserer Zivilgesellschaft.
Der Menschen, die sich politisch engagieren.
Die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten.
Die Arbeit der Beschäftigten in der Wirtschaft.
Der Unternehmerinnen und Unternehmer.
Unseres Mittelstandes.
Der Ingenieurinnen und Ingenieure.
Unserer Bäuerinnen und Bauern.
Die Arbeit im Tourismus.
Die Arbeit der Menschen in Verwaltung,
Exekutive und Bundesheer.
Und natürlich der Beitrag der Pensionistinnen und Pensionisten.
Der Opas und Omas, Mamas und Papas.

Auserzählt erzählen

Noch ein Kapitel darüber oder dazu zu schreiben? Im Grunde, auserzählt. Aber, weitermachen. Schließlich ist es ein Roman der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit, der Roman. Auserzählt erzählen.

Es wird nicht gewußt, ob die vertagte Wahl inzwischen bereits stattgefunden hat, ob die identitäre Parlamentspartei die Möglichkeit, wie ihr von Wolfgang Gerstl eingeräumt, des Überdenkens wahrgenommen hat und also eine andere ehrenwerte Person für den Nationalfonds nominiert hat.

Die identitäre Parlamentspartei im Haus der Usancen wird es nicht zu überdenken brauchen, ob sie statt Martin Graf eine weitere ehrenwerte Person aus ihrer Reihe nominiert, sie wird ohne denken zu müssen, sogleich eine Person aus ihrer Gesinnungsgemeinschaft nominieren können, eine ehrenwerte Person aus ihrer Reihe, die ebenso gewichtig ist, die ebenso international erfahren ist, wie Martin Graf. Sie wird sofort zum Beispiel Axel Kassegger oder auch sofort Christian Hafenecker nominieren können, zwei Männer, die mit Martin Graf nach Paraguay reisen, in ein Land, das Martin Graf gut kennt, in das er mehr als zweimal reiste, und als kunstsinniger Mensch auch einmal mit einem begnadeten Maler an seiner Seite.

Für eine Nominierung von Axel Kassegger spräche, daß er es den anderen Parteien im Haus der Usancen die Entscheidung, ihn zu wählen, wohl leicht machte, gemäß den österreichischen Usancen.

Er, Kassegger, gilt als „liberal“ – in einer Partei in Paraguay, wie ihm anläßlich eines weiteren Aufenthalts in Paraguay von Fernando Silva Facetti am 2. November 2022

Hoy me visitaron dos buenos amigos de #Austria, los diputados Dr MARTIN GRAF y el Dr Axel KASSEGGER , ambos colegas LIBERALES. Acompañados por el encargado de negocios del Consulado se AUSTRIA, Jan Paessler

bestätigt wurde. Und nur wer liberal ist, ist ein Freund, so wie eben Axel Kassegger – ein Amigo, der sich international bewährt hat, der das internationale Parkett in Paraguay recht bestens kennt, seine Verbindungen im November 2022 wohl vertiefen konnte, die er vielleicht anläßlich seines Aufenthalts in Paraguay im letzten Jahr, also in 2021, bereits knüpfen konnte, als auch Christian Hafenecker mit dabei war – er scheint es nicht geschafft zu haben, zum „colegas liberales“ …

Was auf Axel Kassegger zutrifft, also ein liberaler Amigo zu sein, trifft auf Martin Graf recht zu, also ein liberaler Amigo zu sein. Soher hätte bereits Martin Graf am 30. November 2022 in den Nationalfonds gewählt werden können …

Aber das scheint so eine Usance im Haus der Usancen zu sein. Eine Person nicht zu wählen, in der Vertagung einen Akt des ehrenwerten Widerstands zu sehen, um dann eine Person zu wählen, als Zeichen der ehrenwerten Haltung, die eine ebenso liberale Amiga

Was aber verkauft Axel Kassegger?

Die gesinnungsgemäß zensurierte Website läßt einem Mythos gedenken, der auch ihr ein Mythos sein wird, sonst würde sie wohl kaum, mit Menno Aden einstimmen in das Gedenken an den Schwertvollbärtigen in der Schlucht

Und weil es auch ihr und ihr mit diesem Mythos wohl ist, will sie gesinnungsgemäß beim Verkauf behilflich sein, der österreichischen Landsmannschaft und also auch Menno Aden, der gesinnungsgemäß sein Büchlein zum Geburtstage des Vollbartschwertigen in der Schlucht als Eckartschrift

Keine Schriftenreihe adelt Menno Aden mehr als diese, keine Schriftenreihe ist mehr das Rechtbeste für Menno Aden als diese, aber auch die Schriftenreihe selber kann sich geehrt fühlen, mit Stolz verkünden, Produkte des Menno Aden verkaufen zu dürfen, dadurch von ihm ebenfalls geadelt zu werden, diese für Menno Aden selber das Rechtbeste

Gemeinnützlich wie die gesinnungsgemäße Website ist, unterstützt sie, daß das Produkt von Menno Aden und der österreichischen Landsmannschaft verkauft wird, was ja der Zweck von der österreichischen Landsmannschaft und Menno Aden ist: zu verkaufen. Sie schreibt gesinnungsgemäß wohlwollend über dieses Produkt und verlinkt auch zum Marktplatz der österreichischen Landsmannschaft, um ihrer Schaft der Lesenden das Kaufen so bequem wie möglich —

Was aber verkauft Nationalrat Axel Kassegger?

Auf einem Marktplatz mit seinen Ramschkörben kann schon einmal etwas durcheinanderkommen, von Kaufwütigen auf der panischen Suche nach Billigem durcheinander geschmissen; so dürfte es auch auf diesem Marktplatz geschehen sein, dessen Ramschkorb den Eindruck vermittelt, das alles hätte Karl May geschrieben:

„Martin Hobek – Bare Münze erzählt deutsche Geschichte“,

„Menno Aden – Kaiser Friedrich I. Barbarossa, geboren vor 900 Jahren“,

und vielleicht birgt das in Ramschkörben Durcheinandergebrachte doch eine Wahrheit, die sonst nicht so offensichtlich …

Auch bei den Kommentaren, wie beispielhaft an einem unter der Eckartschriftsverkaufhilfe zu erkennen ist, geht es um das Verkaufen von unterschiedlichen Produkten einer Firma in Hohenzell im Bezirk Ried im Oberösterreichischen. Das legt der Link nahe, mit dem bequem kfzteilemann aufgerufen werden kann, um Reifen, Uhren, Immobilien —

„!!Bitte überall verteilen!!“

Der anschließende Kommentar selbst hat nichts mit den Produkten dieses Unternehmens zu tun … es scheint sich dabei um eine äußerst innovative Werbung zu handeln —

Was eigentlich verkauft Axel Kassegger?

Dann gibt es, wie gesehen werden kann, eine ausgewiesene Werbung. Wodurch sofort gewußt wird, ja, es will etwas verkauft werden. Der Auf 1 Shop will verkaufen, auch Bücher, wie dieses: „Transhumanismus – Krieg gegen die Menschheit – Die Spritze war nur der Anfang“ …

Auf der Website von Auf 1 Shop schreibt Sigurd Ragnar Lothbrok, dem auf Erden schon das ewige Leben beschieden, denn er lebt seit der Wikingerzeit, das altnordische Dichtung belegt:

„Erstklassig! Ein Augenöffner für die Menschheit! Was ich mir seit Jahren denke in diesem Buch bestens und absolut verständlich zusammengefasst! Möge es viele Menschen erreichen und wieder zum Denken verhelfen. Absolut empfehlenswert. Danke für dieses Meisterwerk an Stefan Magnet und sein Team.

Dosenöffner verkauft Auf 1 Shop übrigens auch …

Wie recht Sigurd Ragnar Lothbrok das beurteilen kann, wie nur einer aus der Vorzeitsaga, einer, der seit weit mehr als tausend Jahre am Leben, das Meisterwerk von Stefan Magnet, von dem es ja so viele trachtige Meisterwerke

Was verkauft eigentlich Axel Kassegger?

Von Axel Kassegger ist auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website zu lesen, auch am 21. Dezember 2022:

„Ich wünsche allen Lesern eine besinnliche Adventzeit Axel Kassegger Nationalratsabgeordneter“

Wenn seine Wünsche mit seinem Konterfei angeklickt werden, führt die hinterlegte Verlinkung direkt zum österreichischen Parlament, zu „Wer ist wer“, also zum Lebenslauf von Axel Kassegger.

Jedoch, es gibt bei ihm, Kassegger, keinen Webshop, wie bei der österreichischen Landsmannschaft, wie beim Auf 1 Shop, wie beim KFZTeilemann, um bequem etwas in den Warenkorb werfen zu können, mit dem dann bequem zur Kasse … Das geht auch nicht. Es werden keine Produkte angeboten.

Axel Kassegger stellt zwar inmitten von digitalen Verkaufsbudeln sein Wünscheplakat auf, aber es kann doch nur der Schluß gezogen werden:

Axel Kassegger verkauft nichts, nichts …

Sein Wünscheplakat ist wohl nur zur Zierde aufgestellt, so wie im Advent beispielsweise die Weihnachtsmarktstände verziert sind, mit Glühsternbirnchen …

Ja, es ist Advent, da geht es recht besinnlich zu an den Standln, es will gezeigt werden, daß ihr Sinn nicht nur das Verkaufen … und, die Wünscheplakate gehören ja seit langem zum Brauchtum auf …

Das Haus der Usancen

Es hätte ein Kapitel eingeschoben werden sollen, in dem etwas über die gesinnungsgemäß zensurierte Website erzählt wird, wieder einmal, obwohl vor langer Zeit schon gedacht wurde, an diese kein Kapitel mehr zu verschwenden —

im Grunde, auserzählt.

Auserzählt erzählen.

Ehe also ein weiteres Kapitel zu dieser gesinnungsgemäßen Website doch noch eingeschoben wird, ist diesem ein Kapitel über den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus voranzustellen oder in dieses einzuschieben.

Es geht dabei um die Wahl der Mitglieder.

Am 30. November 2022 gab es im Hauptausschuss im österreichischen Parlament eine Aufregung. Die identitäre Parlamentspartei vulgo FPÖ wollte Martin Graf in den Nationalfonds bringen.

Also Martin Graf, ohne den es die zensurierte Website nicht geben würde,

diese gesinnungstreue Website, für die dritte Nationalratspräsidenten schrieben, nicht nur jener mit Namen Martin Graf, sondern auch jener, und mit diesem beim Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus angelangt, auch dieser dritte Nationalratspräsident wird auf der Website, ist auf dieser am 20. Dezember 2022 zu lesen, des Nationalfonds als Mitglied geführt

ein Nationalratspräsident, der weiß, was den Opfern geschuldet ist, etwa das rechte Nachdenken über das Verbotsgesetz

ein mit einer überwältigenden Mehrheit im österreichischen Parlament gewählter Nationalratspräsident,

auch Martin Graf wurde einst im österreichischen Parlament mit einer beeindruckenden oder bedrückenden Mehrheit zum dritten Nationalratspräsidenten gewählt, und

wenn der Name Martin Graf fällt, kann der steiermärkische Verlag nicht unerwähnt bleiben, mit dem unweigerlich an den ersten Nationalratspräsidenten zu erinnern ist, der seit dem Dezember 2017 Vorsitzender des Kuratoriums des Nationalfonds – wohl ein rechter Anlaß, ihm zum Jubiläum fünf Jahre Vorsitz ein goldenes Ständchen im Parlament —

Was für ein ehrwürdiger Vorsitzender und zugleich was für ein ehrwürdiger Nationalratspräsident, ein Ehrwürdigerer kann dafür nimmer mehr gefunden werden, einer, der weiß, was den Opfern des Nationalsozialismus geschuldet wird: Werbung für das Gesinnungsgemäße des steiermärkischen Verlages

Ein Verlag, der es selbst verdiente, Mitglied des Nationalfonds zu sein, weiß er wie wohl kein zweiter in diesem Land besser Bescheid, was national…

In der noch am selben Tag ausgeschickten Presseaussendung des Pressediensts der Parlamentsdirektion ist über die Vertagung zu lesen, am 30. November 2022:

Wahl eines Mitglieds für das Kuratorium des Nationalfonds vertagt

Als Nachfolger des bisherigen FPÖ-Mitglieds im Kuratorium des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus Dagmar Belakowitsch haben die Freiheitlichen den Abgeordneten Martin Graf nominiert. Der formal von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka eingebrachte Wahlvorschlag (208/HA) wurde vom Hauptausschuss mit breiter Mehrheit vertagt.

Der die Männer des Gesinnungsgemäßen ins Parlament einladende Nationalratspräsident erfüllt seine Pflicht, den Wahlvorschlag formal einzubringen.

Wen sonst als Martin Graf hätte die identitäre Parlamentspartei als Nachfolger für die seine kameradschaftliche Nationalrätin nominieren sollen;

daß dies zu einer Vertagung statt zu seiner Wahl ist …

Für die Sozialdemokrat:innen sei diese Nominierung – bei allem Respekt für die gewöhnliche Vorgangsweise, dass jede Fraktion selbstständig Mitglieder nominieren könne – eine Provokation und nicht akzeptabel, sagte Jörg Leichtfried (SPÖ). Er sah darin eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus und ihrer Angehörigen. Leichtfried appellierte an die FPÖ, in sich zu gehen und eine andere Person vorzuschlagen. Dagmar Belakowitsch (FPÖ) ortete einen Bruch mit den Usancen des Hohen Hauses. Sie verstehe nicht, wo die Provokation liege. Martin Graf sei schließlich einer der erfahrensten Abgeordneten im Parlament und bereits von 2008 bis 2013 Mitglied im Kuratorium des Nationalfonds gewesen. Martin Graf sei Mitglied der schlagenden Burschenschaft Olympia, wo regelmäßig Rechtsradikale, Neonazis und Geschichtsrevisionist:innen zu Gast seien, hielt Martin Engelberg (ÖVP) entgegen. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) habe die Burschenschaft als rechtsextrem eingestuft. Ein freiheitlicher Mandatar sei gar aus der Verbindung ausgetreten. Ihm sei unerklärlich, warum die FPÖ nicht die Sensibilität habe, zu verstehen, dass es ein No-Go sei, jemanden wie Martin Graf für den Nationalfonds für die Opfer des Nationalsozialismus zu nominieren, sagte Engelberg.

Ein christschwarzer Abgeordneter im türkisen Umhang, dem es gegeben ist, stets das Rechte zur rechten Zeit zu reden, dem die Gnade des Authentischen widerfuhr, damit gesegnet, einen Namen mit Engel führen zu dürfen, und zugleich gesegnet mit einer Engelszunge

Eva Blimlinger (Grüne) erläuterte wie Nikolaus Scherak (NEOS), dass Martin Graf in der Vergangenheit aufgrund seiner Rolle als Dritter Nationalratspräsident Kuratoriumsmitglied im Nationalfonds gewesen sei. Als Reaktion darauf habe der damalige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde seine Funktion im Kuratorium ruhend gestellt. Für Blimlinger sei es den Opfern des Nationalsozialismus und ihren Hinterbliebenen nicht zumutbar, dass ein „mit Rechtsextremismus erfahrener“ Abgeordneter im Nationalfonds eine Stimme habe. Scherak äußerte sich auch zum Umgang mit Usancen im Haus. Er sei zwar grundsätzlich dafür, diese einzuhalten. Die Abgeordneten sollten aber auch die Eignung von Nominierten bewerten, weil sonst Wahlen ad absurdum geführt werden würden.

Meisterin und Meister der Usancen. Ein kluges Wort, das Nikolaus Scherak einbringt: Usancen … Usancen, die auch dann, wenn die Eignung bewertet wird, eingehalten werden, in diesem hohen Haus der österreichischen Usancen, die auch österreichische Traditionen genannt werden können. Allerdings. Mehr als die Wahl ist deren Vertagung dazu angetan, auch mit Blick auf so manches Mitglied des Nationalfonds, ad absurdum

Christian Hafenecker (FPÖ) sprach sich gegen eine pauschale Verurteilung von Personen oder Vereinen aus. Den Hintergrund der Diskussion vermutete er darin, dass sich die Grünen-Abgeordnete Blimlinger für die Koalition mit der ÖVP schäme, die er mit Korruption in Verbindung brachte. Für diese Äußerung erteilte ihm Ausschussvorsitzender Wolfgang Sobotka einen Ordnungsruf. Das komme zum ersten Mal im Hauptausschuss vor, so Sobotka. Einen weiteren Ordnungsruf kassierte Dagmar Belakowitsch (FPÖ) für die Aussage, dass der „Gesinnungsterror mittlerweile wichtiger als die Usancen im Haus“ seien. Belakowitsch betonte, dass Graf ein unbescholtener Mensch sei. Eva Blimlinger (Grüne) konterte, dass in dieser Frage nicht das Strafrecht die Richtschnur sein dürfe. Wenn alle Menschen mit antisemitischer Einstellung verurteilt würden, wären die Gefängnisse übervoll, sagte sie.

Die Meisterin der Usancen im Parlament, das das Haus der Usancen in Österreich ist, weiß nicht nur um die Gesetze in Österreich Bescheid, die zu Verurteilungen führen können, sondern auch, wie dem Antisemitismus öffentlich und wirksam entgegenzustellen —

Die FPÖ zeigte sich über diese Aussage empört und forderte einen Ordnungsruf ein. Wolfgang Gerstl (ÖVP) betonte, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, entgegen der üblichen Vorgangsweise im Parlament zu verfahren. Immerhin werde der Wahlvorschlag aber nicht abgelehnt, sondern lediglich vertagt. Damit wolle man der FPÖ die Möglichkeit geben, ihre Nominierung zu überdenken.

„Immerhin werde der Wahlvorschlag aber nicht abgelehnt, sondern lediglich vertagt.“ Das wird wohl recht die Mannenschaft und Frauenschaft im steiermärkischen Verlag freuen, die auch mit dem Nominierten in der Gesinnungsschaft … Die identitäre Parlamentspartei wird die Großzügigkeit des Wolfgang Gerstl, der sich keine Entscheidung leicht macht, der auch stets die rechten Worte, als wäre er ebenfalls mit einer Engelszunge gesegnet, zu sprechen weiß, zu danken wissen, und also ihre Nominierung überdenken, und wenn sie alles recht überdacht haben wird, wird sie vielleicht Christian Hafenecker nominieren, oder vielleicht diesen Abgeordneten aus der Gesinnungsschaft, von dem noch zu erzählen sein wird.

Wer immer auch nominiert werden wird, vielleicht doch wieder Martin Graf, vielleicht Christian Hafenecker, vielleicht auch dieser Abgeordnete, von dem noch zu erzählen sein wird, es wird im Haus der Usancen Zufriedenheit darüber herrschen, vertagt zu haben, es wird im Haus der Usancen alle es sich hoch anrechnen, vertagt zu haben, widerständig gewesen sein, in der Vertagung Widerstand — und dann die Wahl gemäß den Usancen im Haus der Usancen von … mag es Christian Hafenecker sein, mag es der Nationalrat sein, von dem noch zu erzählen sein wird, es wird eine Entscheidung sein, die sich alle nicht leicht gemacht haben werden, und manche aus dem Haus der Usancen werden späterhin vielleicht mit Stolz erzählen, es sich zu Ehre gereichen lassen, wie es war, dabei gewesen zu sein, damals, als im Haus der Usancen Widerstand

Bibel ist gleich Neger, Zigeuner aus dem Gebrauch zu nehmen

Es muß eingestanden werden, auf das Überfälligste, auf das Selbstverständlichste, also auf das Einfachste, zu kommen, ist nicht immer das Leichteste.

Dabei hätte das Einfachste, was mit dem Überfälligsten auf das Selbstverständlichste zu geschehen hat, schon vor langer, langer Zeit sich wie von selbst einstellen müssen, bei all den vielen, abervielen Gelegenheiten, bei all den vielen, abervielen Stellen —

Nun hat sich das Einfachste endlich von selbst eingestellt, es hat, das muß zugegeben werden, gedauert, um genau zu sein, bis zu diesem Advent ’22 hat es gedauert, um auf das Einfachste, was mit dem Überfälligsten auf das Selbstverständlichste längst schon passieren hätte müssen, zu kommen – durch die Verkündigungen am Adventfeiertag,

an dem eine Frau ihre Identität öffentlich preisgibt, sie ist Eva, und sie zugleich schon in eine weitere Identität entschwebt, die sie sein kann, Maria, der die Identität Evas gegeben —

Bibel ist gleich

Neger,

Zigeuner,

Rasse

nicht mehr zu gebrauchen, nicht weiter zu verwenden. Sie werden selbst nur zu gut weitere Wörter wissen, die aus dem breiten Gebrauch bereits genommen sind, das eine und andere Wort menschgemäß noch aus dem Gebrauch zu nehmen ist,

auf die höchstens und vor allem noch steif beharrt wird von —

es ist Advent, keines ihrer gegen alle geschleuderten schlechten Wörter soll über sie gesagt sein, die weiter auf derartige Wörter pochen

Bibel ist gleich diesen Wörtern nicht mehr zu sagen, nicht mehr zu schreiben, nicht mehr zu lesen, nicht mehr zu gebrauchen.

Bibeln sind Bücher, daher ist es wohl angebrachter, genauer, zu sagen, diese soll nicht mehr gelesen werden, es soll aus diesen nicht mehr zitiert werden, es sollen diese nicht mehr verwendet werden, genauso, wie eben gewisse Bücher auf das Selbstverständlichste aus dem Gebrauch genommen wurden, und das nicht nur, als diese sich selbst aus dem Gebrauch genommen haben, die höchstens noch für gewisse Menschen, die, wie es in Amtssprachen so treffend heißt, einschlägig

Diese Bücher, wie immer auch sie genannt werden, für die hier einfach wie kurz exemplarisch der Titel Bibel unter Einschließung des Buches Bibel genommen ist, sind selbst dann nicht weiter zu gebrauchen, zu verwenden, zu lesen, zu zitieren, auf die selbst dann nicht mehr zu beziehen ist, wenn sie je noch aktualisiert werden könnten, etwa durch Streichung gewisser Wörter, etwa durch eine gegenderte Sprache und so fort.

Diese Bücher sind wie die Bücher der Einschlägigen insgesamt gleich Neger, Zigeuner, Rasse.

Neger, Zigeuner sind je als ganzes Wort gestrichen, und nicht nur je die Hälfte des Wortes, es wird von Neger nicht weiter Ne oder ger verwendet, es wird von Zigeuner nicht weiter Zig oder euner verwendet. So also sind diese Bücher genauso wie Neger, Zigeuner insgesamt aus dem Gebrauch zu nehmen.

Um endlich Schluß, mit diesem Gebrauch zum Mißbrauch der Menschen, endlich Schluß, endlich kein Weitermachen, endlich enden ihres Gebrauchs zum Mißbrauch der Welt.

Es hat menschgemäß immer wieder Versuche gegeben und es gibt menschgemäß weiter die Versuche, derartige Bücher der Sorte Bibel einschließlich des Buches Bibel aus dem Verkehr zu ziehen: besonders durch das Verbrennen.

Aber, wie lange schon, wie lange, aberlange wird das gewußt, daß Bücher nicht brennen, sie, die Bücher, brennen nicht, auch dann brennen sie nicht, wenn sie noch ungedruckt, bloß Manuskripte sind.

Bücher brennen nicht, aber sie nehmen sich selbst aus dem Gebrauch, wie eben die Bücher, von denen hier die Rede ist, sich selbst schon lange, aberlange aus dem Gebrauch genommen haben, nur, das hat noch nicht alle erreicht, viele, aberviele meinen nach wie vor, sie, die schon aberlang unbrauchbaren Bücher, sind weiter brauchbar, und sie sind doch bar jedweder Brauchbarkeit – eingefrorenes Brauchtum, von dem durchaus noch gemeint werden will, es, das Brauchtum, ist doch für die Tourismusindustrie gar so recht wertschöpfend.

So wie die Brauchtumstourismusindustrie aber nicht unter den geringsten Einbußen durch das Verschwinden von Zigeuner, Neger aus dem Gebrauch litt, wird sie auch nicht unter den geringsten Einbußen durch das Verschwinden von Bibel leiden …

In ethischer Gleichgültigkeit im Paradies

Adam und Eva haben von den Früchten vom Baum der Erkenntnis gegessen. Die Folgen sind schwerwiegend. Gott vertreibt die Menschen aus dem Paradies. Die Geschichte vom Sündenfall ist eine Ätiologie, das heißt, eine Erzählung über die Ursachen für die Verfaßtheit des menschlichen Lebens, das von Leid, Last und Tod geprägt ist. Aber warum tut Gott das den Menschen an? Diese Frage stelle ich mir unweigerlich.

Wer am 8. Dezember 2022 diese Frage sich öffentlich stellt, ist Regina Polak, eine Theologin, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs, Österreich 1, ganz in der Frühe, wenn Gedanken frisch wie der Tag …

Eine jüdische Sicht kann beim Verständnis helfen. Das Essen vom Baum der Erkenntnis gilt auch im Judentum als Sünde. Aber zugleich schenkt es dem Menschen die Möglichkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Dies verändert die Beziehung zu Gott grundlegend. Der Mensch verliert zwar seine paradiesische Unschuld, aber er wird frei und erwachsen.

Ach, hätte es doch nur diesen Baum gegeben, und hätte von diesem Baum der Mensch doch nur reichlich und vor allem genug gegessen, was für ein erwachsener Mensch der Erkenntnis wäre gerade der an Erkenntnis bedürftigste Mensch doch geworden, und da es diesen Baum nicht gibt, und folglich der Mensch von diesem Baum der Erkenntnis nicht und schon gar nicht reichlich und vor allem genug essen kann, bleibt den Menschen weiter nichts, als weiter zu nagen am Brot des Heil…

Ein Geschöpf, das wählen und entscheiden kann. Das macht ihn zu einem ernst zu nehmenden Gegenüber Gottes. Freilich verliert er dabei seine Unsterblichkeit, denn wie Gott kann und darf er als Geschöpf Gottes nicht sein. Im Christentum entwickelt sich aus dieser Geschichte die Lehre von der Erbsünde.

Die Lehre von der Erbsünde, Schule der Lüge …

Auch diese Lehre beschreibt die biblische Erfahrung, daß das Verhältnis des Menschen zu Gott von der Sünde geprägt, das heißt, von einer fundamentalen Beziehungsstörung, von Angst und Mißtrauen gegenüber Gott und von der Neigung zum Bösen. Aber während aus jüdischer Sicht der Mensch durch die Treue zu den Geboten Gottes diese Neigung kontrollieren und überwinden kann, bedarf es aus christlicher Sicht der Erlösung durch Jesus Christus, der durch sein Leben, Sterben und Auferstehen den Menschen Orientierung gibt und die Angst vor dem Tod nimmt. In diesem Kontext ist auch das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria zu verstehen, das die katholische Kirche heute feiert. Im Zentrum steht dabei der Glaube, daß Maria von Beginn ihres Lebens an von aller Erbsünde frei war. Das bedeutet, daß ihre Beziehung zu Gott ungebrochen und frei war. Deshalb kann sie ohne Angst die Verheißung des Engels annehmen, den Sohn Gottes zu gebären.

Verheißung, lockendes Befehlen …

Es muß für diese Frau doch zu verlockend gewesen sein, von einem Mann, den sie nicht kennt, von einem Mann, der sie sich willkürlich aussucht, ein Kind zu bekommen, dem eine tolle Karriere verheißen wird, und das schon vor seiner Zeugung:

„Der Engel sagte zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.“

Welche Eltern wünschten sich nicht ein Kind, dem eine solch strahlende Zukunft versprochen wird? Maria wird ein Kind empfangen, Maria wird einen Sohn gebären, Maria soll ihm den Namen Jesus geben … Das klingt ganz und gar nicht danach, eine Frau, die ungebrochen und frei ist, zu fragen, ihr die Entscheidung zu überlassen, ob sie das je will … nur Befehl über Befehl, du wirst, du sollst, du bist geheißen zu gehorchen … und sie gehorchte, wie ihr vom Herrn befohlen, daß der Mensch über die Frau herrscht …

Und was von den Verheißungen der Herrn zu erwarten ist, daß hat auch diese Frau erfahren, sie halten ihre Versprechungen nicht. Aus der Karriere auf dem Thron wurde nichts; was er, der Sohn, bekam, waren zwei Holzbalken und ein paar Nägel, und seine Mutter, die konnte wenigstens, derart dem Bedürfnis nach Trostes unterworfen, so zu ihm aufsehen und sich dabei einbilden, hoch zumindest, höher gehängt ist ihr Sohn als …

Die katholische Tradition bezeichnet Maria deshalb auch als neue Eva. Maria macht sichtbar, wie die Beziehung zu Gott sein kann. Als Jüdin weiß sie, daß den Willen Gottes, also das Gute, zu tun, das Wichtigste im Leben ist. So erinnert mich der heutige Feiertag daran, dass ich – biblisch gesprochen – Eva bin und Maria sein kann. Ich kann nicht mehr in den Zustand kindlich-naiver Unschuld zurückkehren. Aber ich kann mich in Freiheit für Gott und das Gute entscheiden. Das gefällt mir besser, als in ethischer Gleichgültigkeit im Paradies zu leben.

Sie, Regina Polak, ist also „Eva“ von der – ein weiterer Herr, Moses benannt, sagte dies, nach Behauptungen – es heißt:

„Dann formte Gott, der Herr, eine Frau aus der Rippe, die er Adam entnommen hatte.“

Sie „kann Maria sein“. Und sie kann nicht mehr zurückkehren … eine Rückkehr kann es ja auch nur geben, wenn es zuvor einen Weggang gab. In Unschuld naiv Welt zu denken, ist aber nur Kindern gegeben, deren phantastischen Welterzählungen gerne zugehört wird. Entscheiden kann sie sich in Freiheit, die Eva und Maria … und das gefällt ihr besser als in ethischer Gleichgültigkeit im Paradies zu leben —

Und lebt sie nicht doch in einem Paradies, in dem es sogar einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, der ausstrahlt ihre Welterzählung, als wäre sie ein Essay …

Das ihr gefällt, also in ihrem Paradise der Sendungswilligen, das ein Paradies in ethischer —

Die Schuldlosen … wird von „ethischer Gleichgültigkeit“ erzählt, kommen unweigerlich die Schuldlosen in den Sinn, zu denen Hermann Broch schrieb, was ihm beim Schreiben seines Romans wichtig war:

Politische Gleichgültigkeit nämlich ist ethischer Gleichgültigkeit und damit im letzten ethischer Perversion recht nahe verwandt.

Naiv und unschuldig sind auch der Kinder Erzählungen nicht immer, auch in ihren kommen trotz Bemühungen, es zu verstecken, mehr und weniger offen Vorwürfe, Beschuldigungen, Anschuldigungen, Anwürfe vor, auf naive Weise und in recht unschuldiger Manier unterstellen sie allen, die an ihrer Weltbastelei nicht mitmachen wollen, unterstellen sie allen, die erkennen, daß aus ihren Basteleien keine Welt entsteht, mit harmlos klingenden Formulierungen Perversionen

Empfängnis der Gleichberechtigung in Sippenhaftung

Was nicht alles verlorenging, an Menschen, an Gütern, aber vor allem an Ideen zur Gleichberechtigung.

„Alles verlorenging, vor allem an Ideen zur Gleichberechtigung“.

So klagt Irene Suchy am 8. Dezember 2022 im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs, gleich in der Frühe, wenn Gedanken frisch wie der Tag

Das Verlorengegangene nur zu beklagen, das aber ist zu wenig, das Verlorengegangene wiederzubringen, ist allerhöchster Auftrag, und dafür muß noch früher aufgestanden werden, in der frühesten Frühmesse ist die frohe Botschaft den Menschen zu verkünden, es ist, siehe wahrlich, nicht verlorengegangen, zwei Frauen, erfüllt von diesem öffentlichen Auftrage, bezeugen dies in der frühesten Frühmesse an diesem 8. Dezember 2022, was verlorengegangen schien, ist nicht verlorengegangen, was tot schien, ist nicht tot, ist auferstanden, ersteht auf, annus für annus, auf daß es allen wiedergebracht, das geweissagte Wort, es wieder in Gleichberechtigung gelebt —

Und damit kommen wir jetzt direkt zum Bibelessay. Zu Maria Empfängnis feiert die katholische Kirche die Empfängnis der Mutter Jesu, Maria aus Nazareth, durch ihre Mutter Anna. Ein Tag der somit neun Monate vor der Geburt Marias stattfindet, die am 8. September gefeiert wird. Seit dem neunten Jahrhundert gibt es Liturgien zur Empfängnis Marias. Seit dem fünfzehnten Jahrhundert einen Festtag. Am 8. Dezember 1854 hat Papst Pius der neunte die Lehre von der unbefleckten Empfängnis Mariä als Glaubenssatz erklärt. Maria gilt im Christentum als neue Ära, die einst mit Adam ihre paradiesische Unschuld verloren hat. Davon erzählt auch ein Bibeltext aus dem alttestamentlichen Buch Genesis, der heute am 8. Dezember in katholischen Kirchen gelesen wird.

„Heute am 8. Dezember in katholischen Kirchen gelesen wird.“

Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs „hören Sie gleich Gedanken dazu von der katholischen Theologin Regina Polak, und zuvor noch Judith Fürst mit dem Bibeltext.“

Nachdem der Mensch vom Baum gegessen hatte, rief Gott, der Herr, ihm zu und sprach:

Wo bist du?

Er antwortete:

Ich habe deine Schritte gehört im Garten und da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin und versteckte mich.

Darauf fragt er:

Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen?

Der Mensch antwortete:

Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, so habe ich gegessen.

Gott, der Herr, sprach zu der Frau:

Was hast du getan?

Die Frau antwortete:

Die Schlange hat mich verführt, so habe ich gegessen.

Was für eine schöne Idee des Herrn, gerade in Österreich, wo das schon verlorengegangen zu sein schien, daß der Mensch, der österreichische Mensch ganz Unschuld ist, nur getan und tut, was ihm gesagt ward und wird, nur verführt, ach, nur verführt, von einer Schlange, die von weit her nach Österreich kam, um des österreichischen Menschen Idealismus zu mißbrauchen.

Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange:

Weil du das getan hast, bist du verflucht, unter allen Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinen Nachkommen und ihren Nachkommen, er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.

Zur Frau sprach er:

Viel Mühsal bereite ich Dir, und häufig wirst du schwanger werden, unter Schmerzen gebierst du Kinder. Nach deinem Mann hast du Verlangen, und er wird über dich herrschen.

Zum Menschen sprach er:

Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und vom Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten hatte, davon nicht zu essen, ist der Erdboben deinetwegen verflucht, unter Mühsal wirst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. Dornen und Disteln läßt er dir wachsen und die Pflanzen des Feldes wirst du essen. Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn von ihm bist du genommen. Staub bist du und zu Staub kehrst du zurück.

Was für eine schöne Idee der Herr in die Welt brachte: die Sippenhaftung. Was ein Mensch, was eine Schlange, was eine Frau tat und tut, haben alle Menschen, alle Schlangen, alle Frauen getan, tun alle Frauen, alle Schlangen, alle Menschen, für das sind alle in Sippenhaftung zu nehmen, nicht aber eine einzige Generation, sondern alle Generationen, bis zum jüngsten, also bis zu deren allen letzten Tag auf Erden …

Was für eine schöne Idee der Herr in die Welt brachte: die Gleichberechtigung. Allen Frauen, die ein Verlangen nach ihren Männern haben, brachte er die Gleichberechtigung unter ihnen, daß über sie die Männer herrschen, den Männern die Gleichberechtigung unter ihnen, daß sie über die Frauen, die ein Verlangen nach ihren haben, herrschen.

Und der Mensch, der herrscht, gibt denen, über die er herrscht, ihren Namen, damit die Beherrschten niemals vergessen, auf ewig wissen, Beherschte zu sein, und die Herrschenden niemals vergessen, auf ewig wissen, über wen sie zu herrschen.

Der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva, Leben, denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen. Gott, der Herr, machte den Menschen und seiner Frau Gewänder von Fell, und bekleidete sie damit. Dann sprach Gott, der Herr:

Sehe, der Mensch ist einer wie von uns geworden, daß er gut und böse erkennt, aber jetzt soll er nicht seine Hand ausstrecken, um auch noch vom Baum des Lebens zu nehmen, davon zu essen und ewig zu leben.

Da schickte Gott, der Herr, ihn aus dem Garten Eden weg, damit er den Erdboben bearbeitete, von dem er genommen war. Er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubin wohnen, und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.

Aus dem Buch Genesis, Kapitel drei, die Verse neun bis vierundzwanzig.

So ist nichts in der Welt verlorengegangen, wie es Irene Suchy am 8. Dezember 2022 wehmütig scheinen will.

Auch an diesem 8. Dezember 2022 wurde der Akt der Bestätigung der Gleichberechtigung des Herrn öffentlich – in den Kirchen und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs – unterschrieben, der Schwur auf die Gleichberechtigung und auf die Sippenhaftung erneut geleistet, auf daß die Gleichberechtigung und die Sippenhaftung ewiglich —

Es ging nichts verloren. Nicht die Gleichberechtigung.

Die Güter gehen je nicht verloren.

Auch anno 1938 gingen die Güter nicht verloren, der Herr nahm die Güter reichlich von jenen, die von ihm zur Sippenhaftung auserkoren, und der Herr gab die Güter reichlich jenen, die er erwählte, in seinem Garten Eden zu wohnen, und von ihm ausgestattet mit der nackten Gewaltherrschaft über …

Die Menschen gehen je nicht verloren.

Auch anno 1938 gingen die Menschen nicht verloren. Sie wurden, in Erfüllung des Herrn Auftrages der Sippenhaftung, vertrieben, gejagt, deportiert, ermordet …

Der guate, alte Franz

Alles Moderne ist dazu verurteilt, rasch wieder unmodern zu werden. Wahre Musik hingegen ist immer zeitlos, nie modern. Wer hat das gesagt? Ach, der Franz, der Franz Schmidt.

Der guate, alte Franz, seine

Musik. die modern war, anno

2022, gespielt am 8. Dezember im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs, Österreich 1, zum Festtage der allerheiligsten Gottesmutter

Irene Suchy weiß, welche Musik zu solch einem Festtag bloß gespielt werden darf,

Musik vom guaten, alten Franz, ach, vom Franz, vom Franz Schmidt, dessen Musik für sie zeitlos, und seine Musik nicht nur für sie allein zeitlos, von annus zu annus seit anno … gespielt auch in der Kirche zum Musikverein —

Und welche Musik ehrte die weiße Frau mehr, als die Musik vom Franz,

dem Franz Schmidt, der schon dem weißen Reiter Töne …

Auferstehung, sein Hosianna auf den weißen Reiter, der reitet durch Nacht und Wind, hält sein weißes Volk wohl auf dem Arm …

Wie anders könnte auch ein Festtag der weißen Frau begangen werden, die selbst auch weiß, was an solch einem Festtage sich gehört, einen blauen Umhang zum weißen …

In dieser Sendung werden allenthalben „Gustohappen“ serviert, von den Machenden dieser Sendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs wird, einfach wie kurz gesagt, gewußt, was in diesem Land vielen immer noch am schmackhaftesten ist, vergangenheitsergeben eine Zukunft träumen, die tomorrow belongs to me

Und auch Irene Suchy weiß, was diesem Land aufzulegen ist, und sie weiß, was zu erzählen sich gehört, ach, wie es war, oh anno …

Kärntner Straße Nr. 11. Dort befand sich das Kaufhaus Zwieback. Ella Zirner-Zwieback hat es von ihrem Vater Ludwig geerbt. Einen Teil dieser Immobilie nahmen dann drei Husaren-Offiziere unter der Federführung eines Grafen Pálffy zu einem Restaurant: zu den drei Husaren. Später wurde es dann eine Konditorei. Die gibt es heute noch. Ella Zirner-Zwieback, die Erben, war eine beeindruckende Frau, selbstbewußt, mondän, stark, früh emanzipiert. Sie war nicht nur eine erfolgreiche Geschäftsfrau, sondern auch eine begabte Pianistin. Sie hatte immer eine Reiseklaviatur dabei. Sie ermöglichte es ihren Angestellten, in einer guten Atmosphäre zu arbeiten, und sie hatte einen Frauenfußballverein gegründet. Die musikalische Karriere blieb ihr verwehrt, sie hatte das Kaufhaus zu führen und folgte dem Wunsch des Vaters mit großem Geschick. Was nicht alles verlorenging, an Menschen, an Gütern, aber vor allem an Ideen zur Gleichberechtigung. Denn auch Ella Zirner-Zwieback mußte 1938 Österreich verlassen. In die Musikgeschichte ist sie eingegangen, weil sie eben mit Franz Schmidt Klavier vierhändig gespielt hat, und man kam sich näher, als die Klaviersesseln es zuließen. Eine Ehe mit dem unbekannten Wiener Musiker Franz Schmidt war nicht standesgemäß für die Kaufhauserbin. Und so erfuhr August Zirner erst spät, daß er der Enkel des Komponisten Franz Schmidt ist.

Jörg Demus gab Weihnachtspastorale von Franz Schmidt.

Wir sind noch immer auf der Kärntner Straße, in jenem Kaufhaus, das einst Ella Zirner-Zwieback gehört hat, das heute ein Computer-Geschäft beherbergt. August Zirner, der Enkel, kämpfte lange darum, daß der Name der Großmutter im ehemaligen Café in der Weihburggasse, das heute eine Konditorei ist, genannt wird, vergeblich. Er wurde sogar übermalen. oder dessen Initialen ZZ. Im Buch Ella und Laura, von den Müttern unserer Väter, erzählt August Zirner in assoziativer Weise von Telefongesprächen mit der Großmutter, wie sie hätten sein können. Ella Zirner, die also das Modehaus führte, obwohl sie gerne Pianistin geworden wäre, man führte das Modehaus, man nahm Bestellungen entgegen und führte sie aus, man verkaufte nicht. Ella Zirner über modern. Modern, was ist denn eigentlich modern? Modern ist zum Beispiel ein Hut, den man heuer trägt, eben weil er modern ist, den man aber ein Jahr darauf nicht mehr aufsetzen kann. Alles Moderne ist dazu verurteilt, rasch wieder unmodern zu werden. Wahre Musik hingegen ist immer zeitlos, nie modern. Wer hat das gesagt? Ach, der Franz, der Franz Schmidt.

Musik, die modern war, anno 1920, Korngold.